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Jeschurun · 1918-10-01 · Heft 10 (Oktober 1918) · page 33

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
5 (1918)
Issue
Heft 10 (Oktober 1918)
Date
1918-10-01
Page
– (sequence 33)
Language
German
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Charakterbilder unserer großen Gesetzeslehrer. 577 einen sehr starken Einfluß übte. Sicher stammte!er aus jenem Eireise der Anhänger der Mystik, die auch, nach dem Berichte Seheriias, unter den Geoniim ihre Vertretung hatte, und die auch in die Gebete eine geheimnisvolle Deutung hineinlegte. Zu den Eindrücken, die der Gast aus Babylonien ’hinterließ, gehörte, außer der kräftigen Blüte des Talmudstudiüms, auch eine gewisse Neigung zur Geheimlehre und deren praktischen Anwendung, der sogen. קבלה מעשיה, über deren gelegentliche Auswüchse Männer, wie Hai, zuweilen Klage führen. In Bari und Otranto, Stätten alter jüdischer Kultur noch von der Römerzeit her, entfaltete sich ein reiches Streben in der Halaeha, so daß noch nach drei Jahrhunderten R’Tam das Wort zitierte: כי מבארי תצא תורה ודבר ה׳ מאוטרנטו. Eine andere bedeutende Stadt Süditaliens war damals auch Oria, wo eine durch Frömmigkeit und Gelehrsamkeit ausgezeichnete Familie ihren Sitz hatte, deren Ahnherr ein gewisser Amittai war, und zu der der Wundertäter Abu Ahron in innige Verbindung getreten war. Diesem Geschlechte, dessen Geschichte ein in der ersten Hälfte des 11. Jahrh. lebender Nachkomme, namens Aehimaaz, in einer in merkwürdiger Reimprosa geschriebenen Chronik verewigt hat,1) entstammten der bekannte Pijutdichter Schefatja, der Verfasser des Piömon ישראל נושע בה׳, den er aus Anlaß der junter Basillios I. von Byzanz entfesselten gewaltige Religionsverfolgung dichtete, ferner sein auf demf Gebiete der synagogalen Poesie sehr stark sich betätigender Sohn Amittai. Eine größere Rolle fiel dieser Familie zu, als die mohammedänischen Sarazenen das ehemalige Großgriechenland eroberten, so, unter anderem, durch einen späteren Nachkommen der genannten frommen Männer, Paltiel. Von dem fatimidischen Khalifen Almu’izz zu einer hohen Vertrauens- Stellung ausersehen und von ihm nach Ägypten berufen, wo er der erste Nagid der dortigen Judenheit wurde, sah er den Schutz seiner Glaubensgenossen wie auch Wohl- ב) Sie ist veröffentlicht von Adolf Neubauer im 2. Bande seiner Sammlung alter Geschichtswerke, סדר החכמים וקודרת היכלים, auch u. d. T. Mediaeval jewish ehronicles. 39

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