Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1918)
- Date
- 1918-10-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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Charakterbilder unserer großen Gesetzeslehrer. 575 Trotz aller dieser Einschränkungen: Das Werk muß jeden jüdischen Leser machtvoll anziehen. Man lese und genieße das schönheitsquellende Werk Zweigs, doch niemals vergesse man dabei des unerreichbaren Originals, des biblischen Urbildes dankbar zu gedenken. Zweigs dramatisches Gemälde bietet trotz aller Anlehnung an das größere Vorbild der Bibel eigene Saat genug. Trotz aller modernen, mehr politischen als religiösen Gewandung Umprägung und Vermenschlichung des Propheten begrüßen wir das Werk als einen Erwecker der Sehnsucht nach Zion und Jerusalem, nicht bloß nach dem geistigen, sondern auch nach dem höchst irdischen Boden Palästinas, dem heiligen unveräußerlichen Besitz des jüdischen Volkes. Charakterbilder unserer großen Gesetzeslehrer. Von Dr. S. Eppenstein, Berlin. R’Chuschiel b. Elchanan und sein Sohn ß’Chananael. R’Nissim b. Jacob. Die Schule von Kairuän. (Schluß). Zu gleicher Zeit mit dem im vorigen Aufsatz behandelten R’Nissim und zum Teil vor ihm wirkten in Kairuän R’Chuschiel b. Elchanan und sein Sohn R’Chananael als Leiter von Lehrhäusern. Allerdings sind sie in mehrfacher Hinsicht anders geartete Erscheinungen. Schon die Abstammung R’Chuschiels bedingt einen größeren Gegensatz zu R’Nissim1 2). Erblicken wir in diesem durch die Herkunft der Familie einen Vertreter des babylonischen Judentums, wie es seine Prägung in den Schulen der Geonim erhalten hat, so vertritt R’Chuschiel eine Richtung, die den Stempel einer anderen Kultur trägt.‘־) Nach einer schon früh verbrei- 1) Über Chuschiel schrieb zuletzt Poznanski in der oben erwähnten Abhandlung. 2) Das Folgende ist nach der Darstellung im fünften Abschnitt meiner Beiträge zur Geschichte und Literatur im geonäischen Zeitalter.