Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 5 (1918)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1918)
- Date
- 1918-10-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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'־W₪₪t₪₪₪₪K₪₪₪₪₪₪₪₪K₪₪₪t₪₪₪₪K₪₪₪₪₪₪₪₪₪K₪₪₪₪₪₪₪₪₪₪k 556 Nachbemerkungen zn ״Gottes Volk“. Die Forderung der Glaubenshüterschaft ist auf besonderen Widerspruch gestoßen. Hauptsächlich wird gegen sie eingewendet, daß sie fremden Geistes sei. Ich leugne dies ganz entschieden. Wenn das von mir Geforderte in manchem techniseh-Äußerlichen wirklich an etwas erinnern sollte, was' sich anderswo findet, so halte ich dies für eine unwillkürliche, dabei ungefährliche, unbedenkliche und als Argument lächerliche Analogie. Ungefährlich, weil ja dank unserer besonderen Voraussetzung in bezug auf Glaubensinhalt, Menschenmaterial usw. ein ganz anderes Gebilde entstehen muß; unbedenklich, weil ähnliche Analogien zu einer fremden Welt auch an den ältesten und anerkanntesten Formen unseres Glaubens nachzuweisen sind; als Argument lächerlich, weil es die alte Synhedrialverfassung übersieht. Von denjenigen überlieferungstreuen Juden aber, die sich dieser Analogie bedienen, glaube ich, daß sie damit nur unbewußt die wahre Ursache ihres Widerstandes verhüllen. Und diese sehe ich darin, daß leider auch sie der ״heidenrebellischen״ Umwelt nicht ordentlich standhalten, daß auch sie der Hetze der ״heidenrebellischen“ Buch- und Zeitungspresse gegen jede, insbesondere gegen die glaubensgemeindliche Volksdisziplinierung, — die da Millionen mehr oder weniger unzulänglicher geistiger Einheiten zu einer zulänglichen, in ihrer geistlichen Führungs-Auslese gipfelnden geistigen Einheit verschmilzt, — nicht gewachsen sind. Es ist ja auch kein Zufall, wenn, ausgerechnet, sie der Glaubenshüterschaft gelegentlich auch den Vorwurf machen, daß sie dem demokratischen Gepräge des Judentums widerstreite. Dabei bin ich gegen die Gefahren und Gebrechen der geforderten Institution durchaus nicht blind. Aber ich meine, daß es in unserer Hand liegt, sie nicht zu schlimm werden zu lassen. Und, insofern sie nicht ganz ausgeschaltet werden, können, ziehe ich sie mit vollem Bewußtsein noch immer den Gefahren und Gebrechen vor, die im Gefolge der Verpöbelung und Verrottung des Volkes durch den ״heidenrebellischen“ Individualismus auftreten. Hauptsache ist und bleibt ja doch der Kampf gegen diesen Todfeind des Judentums und der Jüdischkeit.