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Esra · 1919-01-01 · Heft 8 · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Esra
Volume
1 (1919-1920)
Issue
Heft 8
Date
1919-01-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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die Friedlichkeit, Idyllenhaftigkeit, Reinheit usw. unseres Familienlebens ist doch bekanntlich so rührend schön. Die Mildherzigkeit unserer Juden ist doch weidlich berühmt, wird sogar von den Juden selber in den Himmel gehoben. —- Wehe über unsere Mildtätigkeit, die zum Himmel um Rache schreit. Oder geht es unseren Armen und Bedrückten um ein Jota besser, weil sie dein Volke der Barmherzigen angehören? Wir entarten. Wie es um die anderen steht, um die nicht — jüdische Umgebung, ob sie besser oder schlechter ist, kann an dieser Wahrheit nichts ändern. Wir sind unter der Last des Krieges rasch zusammengebrochen, weil Gott, den wir durch unsere Taten nicht angerufen haben, nicht mit uns war; wir versumpften in den Ausschweifungen des Mammondienstes und unsere Kinder erwachsen zu einem Geschlecht, vor dem uns grauen wird. Wir müssen uns endlich besinnen : Nicht vom Brot allein lebt der Mensch! — der Schieber grinst: Freilich nicht, sondern vom Fleisch und Wein und von dem, was uns sonst noch das Füllhorn des Schleichhändlers beschert. Weil wir unserer Bestimmung, unserem Gotte untreu wurden, mußten Leiden kommen. Und sie gereichen uns nicht einmal zur Läuterung, sondern zur völligen Versumpfung. Wir müssen uns aufraffen, das Joch Mammons abschütteln, einsehen den wirklichen Zweck des Lebens, ihn zu verwirklichen streben, nicht bloß sich mit der Erkenntnis abfinden — dann werden unsere Hilferufe Erhörung finden müssen. Den Quälern und Blutvergießern sei gesagt, daß ihre Verbrechen an uns, wegen unserer Sünden, um kein Quentchen geringer werden. Das Gericht ist ihnen gewiß. — Soll uns das hindern diese einzusehen? IV. Fragment eines Aufsatzes. Weit wichtiger als der Fragenkomplex: kleiner Bodenbesitz, Erbpacht, Kleinbetrieb, Großbetrieb usw. ist augenblicklich das Problem der Verstaatlichung des Exportes in Palästina. Gewiß stünde sonst die %age der Sozialisierung des Bodens in erster Reihe — wie | *ie Sachen aber jetzt aussehen, müssen sich alle diesbezüglichen , Hoffnungen, wegen der beschränkten Mittel des Nationalfonds auf stückweiser Bodenanschaffung reduzieren. Woher 238

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