Esra
- Journal
- Esra
- Volume
- 1 (1919-1920)
- Issue
- Heft 8
- Date
- 1919-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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gegenüber der Gesinnung, streng aber in bezug auf die Handlung, auf das Werk.« — Genau dasselbe versteht das Evangelium, verstehen alle jene, die in dessen Spuren das schlechtverstandene Judentum so auffaßten — unter Pharisäismus. —»Keine Religion kann sich mit der jüdischen an Kraft der Bindung und Geltung messen. Keine wie sie ist so reich an ,Zäunen4, an Zäunen um Zäune'. Keine wie sie ist von Werken erfüllt . . . Das 5 Deuten und Tüfteln gehören zur Pflege des Gesetzes; sie sind gute Zeichen für die Lebenskraft, weil für die Rigorosität des Gesetzes.«— Wie steht es mit der Aufrichtigkeit bei diesem Denker? — »Allenfalls: was dem Geiste des Judentums als einer Sittenlehre fördernd ist, ist es noch nicht für die nationale Sonderart des Judentums. Wieviel vom Geiste des Judentums ist im Sozialismus erhalten und wie wenig doch vom nationalen Sein des Judentums? (O Jammer!) Und ist nicht der Sozialismus vielmehr eine Art von Expropriierung des Geistes des Judentums? Die Ideen des Judentums verbreiten sich immer mehr — freilich, aber bedeutet es denn nicht, wie gesagt, daß sie immer mehr aufhören, unser nationales Eigentum zu sein (Wehe über das Unheil! wie gesagt), indem sie in den Besitz der Menschheit übergehen?« — — Somit müssen wir den Satz prägen: Wahrung und Förderung des Geistes des Judentums, des Monotheismus, des Messianismus, des Optimismus, des Sozialismus und all der Ideen, die als Judaismus bezeichnet werden, bedeuten noch nicht eine Wahrung und Förderung unseres nationalen Seins; gar oft ist das Wohl dieses ,Geistes' das Weh unseres Seins.« — — »Der Inhalt einer Lehre, ein religiöses Bekenntnis, eine Weltanschauung, ein bestimmter Ideenkomplex, kann nie ein nationales Differenzierung smoment bilden; nur die Form vermag es (Also!). Und der abstrakte Inhalt des Judentums als Ethizismus (-ismus: verächtlich und abgetan) kann erst recht nicht ein nationales Moment bilden. Wir sahen ja, daß er seiner Anlage nach im Universalismus (o Grauen! wie gesagt) münden müßte, seiner Natur nach anational, ja antinational ist.« — — >Das nationale Matrikel aller Werte ist die Form.«— — »Der Zionismus besagt in seinem tiefsten Grunde die .Eliminierung des Inhalts aus dem nationalen Kriterium, das sich nur von Formen, wie vornehmlich Land und Sprache, bestimmen läßt.« — 227