Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 79-80 (9.10.1925)
- Date
- 1925-10-09
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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J Kr. 79/80 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 675 *\ Ki eben lisch dca fca lika Bciti? isicn tinlr lrr.i! die» : Stander ' K>- ueen jten Paden. m^rl [Wer ilrt fllvh rcdi: •o!lrtei: ige-, Kon- ■Bctakte:, Bpr, sichtditf figCS ihren, tövtr der Wen. ratlviachi Ko> sam*. onen. Crcui: falle; bncmr.f.r ») :;• 1 de:' ll Ob,,- ir Rcfcrr JfflgC- Die rassischen Zloaisten zur Krlm-KotonisitioB Vor einer Gruppe russischer Zionistcn in Berlin entgelte Herr Abraham Bragin aus Moskau die Idee 'Ir jüdischen MasscnkoIonKition in Rußland. Dem Vortrag IV,«; eine lebhafte Diskussion, an welcher die folgenden Herren teilnahmen: Bcrgcr, Schcchtmann, Klinoff, Idclsohn, 'ijfciowsky, Dr. Hcllmaun, Ii. Locker und Dr. Brutzkus. yjc von den Rednern zum Ausdruck gebrachten Ansichten vurden von dem Vorsitzenden wie folgt zusammengefaßt:! Anbetracht dessen, daß diese Kolonisation für zahlreiche uden >" Rußland, die nicht nach Palästina emigrieren können, ein Ausweg aus schwerer wirtschaftlicher Not ist üi einen Uebergang der Juden zu produktiver Arbeit bedeutet, ist dieses Kolonisationswerk als eine der wertvollsten formen der wirtschaftlichen Gesundung der Juden in Rußland .c;!CI)s der Zionistischen Organisation zu unterstützen. Dabei ist festzustellen, daß die Jüdische Kolonisation in der Sowjetunion keineswegs das gesamte Problem der russischen Judenheit zu losen vermag, da auch bei weitester Unterstützung seitens der Sowjctrcgicrung der Uebergang 7ur Landwirtschaft nur einer beschränkten Zahl Juden möglich sein wird; deshalb ist neben der Kolonisation eine Kräftigung der anderen Zweige des Wiederaufbaues der jüdischen Bevölkerung der Städte und Städtchen uotwcfldig. Es wurde weiter festgestellt, daß die Zionistische Organizern jedem Versuch, das Kolonisationswerk in Rußland .CfTcn den Zionismus auszuspielen, durch eine aktive Aulklärimgskampagnc entgegenzutreten gezwungen sein wird. Ls wurde ferner scharf unterstrichen, daß die Kolonisation in Rußland den gewünschten Erfolg nicht wird haben können, «nn man versuchen wird, sie für Zwecke des Kampfes gcjen den Zionismus auszunutzen. . Kemmerziearst Signncd Friokel gestörtes 5 Am 30. September, zwei Tage nach dem Vcrsöhnungs- ] ia-c, ist Kommerzienrat Frankel in München im Alter I von 65 Jahren verstorben.; Mit ihm ist eine führende Persönlichkeit der bayerischen l .-ad deutschen Judenheit dahingeschieden. Ein Mann von; ufigcwöhnnlichcr Intelligenz und vielseitiger Bildung, voll 1 tnergic und Tatkraft, hat der Verstorbene seine reiche Pcr- '-, <nn!ichkcit vor allem in den Dienst der jüdischen Arbeit gc- 3 5!dlt Ihm, dem Vorkämpfer der Orthodoxie, stand der jüdische; Ocsamtgcdankc stets als Richtschnur seines Handelns vor Augen. So war er ein ausgesprochener Gegner jedes Scnara- . •jsmus, ein warmer Befürworter der Einheitsgemeinde in Wort ■ :i:d Schrift. In der Gcmcindcarbcii war er cst der das Zu- : <:mmcngchcn der Konservativen mit den Zionistcn forderte. 'Venn er auch selbst der Zionistischen Organisation nicht •! beitrat, so hat er es doch mit Stolz gesehen, daß mehrere; -einer Kinder sich dem MLsrachi anschlössen, und vor allem Uin ältester Sohn. Universitätsprofessor Dr. Adolf Frankel \ i.Uarburg), hier bald eine führende Stellung einnahm. — ■ xin Minscheiden hinterläßt eine schwer auszufüllende Lücke •'im Kreise seiner zahlreichen Freunde und in der gesamten i bayerischen Judenheit. 1 Die Beisetzung erfolgte am 1. Oktober und gestaltete sich '•1 xx einer machtvollen Kundgebung. Neben dem Vorstand und ..: der Gemeindevertretung der Kultusgemeinde München und der;; Religionsgemeinschaft Ohcl Jacob, deren Vorsitzender der .' Verstorbene mehr als 20 Jahre lang war, sah man viele ■; Ehrende Männer aus Handel und Industrie, unter ihnen .: üandclsministcr von Mcincl, Rabbiner Dr. Ehrentreu hielt :;ri Nachruf, worauf Vertreter verschiedener Körperschaften :?rachcn. 1 Dem Andenken Selmnau Bochner» 2 Einer der ältesten und würdigsten Anhänger des Zionisr! ras, Heimann Bochncr, hat am 23. September in i Jerusalem, wohin er vor einem halben lahre in f rommer tj >>hnsncht in seinem 78. Lebensjahr wailfahrtetc, das Zcit- ■ -ie gesegnet. Der weite Kreis seiner Freunde und Bc- ' '■■.muten wird seinen Heimgang schmerzlich bedauern. In .' ehönlaukc als Sohn frommer Eltern geboren, erhielt 1 tr von seinem gelehrten Vater den hebräischen Unterricht. J>?in Wissenseifer blieb trotz seiner vielseitigen kaufmänni-; :^cn Tätigkeit stets rege. Er vertiefte sich ganz besonders ■ " die Schriften Samson Raphael Htrsch's. Bochner# führte ' "it seiner feinsinnigen Gattin ein gastfreies Haus, in dem •je Armen aus- und eingingen. Ebenso wie seine Begeisterung den Zionismus bekundete er oftmals in Wort und Tat;;;ine Liebe zum deutschen Vatcrlandc. Die antisemitischen '^triebe in Deutschland reiften in ihm den^ langgehegten; -'.Schluß nach Palästina auszuwandern, wozu ihn auch seine : :ommc innere Sehnsucht trieb. Vor wenigen Jahren kam '.' nach Berlin. Durch die schlimmen Inflationsjahrc wurde ':; Ausführung seines Planes hinausgeschoben. Die kurze /rit, die er in Jerusalem weilte, wurde ihm durch die tingeahnten klimatischen und Nahrungsverhältnissc erschwert. Ich :;3nd eben im Begriff, ihm zu schreiben, daß das Land . :cr Väter heute nicht das Land der alten Leute, sondern ' :?s ,Xand der Kinder", der kräftigen jungen Generation sei, ■ ich zu meinem Schmerz erfuhr, daß er dort kurz nach : lüusch-Haschono verschieden ist. Immerhin ist ihm sein fester Wunsch, auf dem heiligen Boden des Landes der Mtcr zu wandeln, und dort seine ewige Ruhestätte zu finden,; Erfüllung gegangen. Sein Andenken sei gesegnetl Berlin. Rabbiner Dr. Ludwig Pick. Uber, f tötr. erni.ilptinri Behüte Cor.- Mi;. eGe Uc lofliy sencr tei, itfcr ser.e ,. 0r. Albert Goldberg 50 Jahre alt. Am 8. September :Clcrfe c;ncr engerer Pioniere des zionistischen Gedankens ''.Deutschland. Dr. Albert Goldberg, in Neuenahr, i f 'jjen 50. Geburtstag. Im Bannkreise der litauischen Haskalah 5;"d traditioneller jüdischer Gelehrsamkeit aufgewachsen, :;«ndtc Goldberg schon in jungen Jahren sein ganzes Interesse j x'^bräischen Renaissance-Bewegung zu. Zionistischen Qc- I vin,k.cn^ngcn stand er zunäclist, als er bei Beginn seines ] :.^>ums in Berlin mit dem Kreise des unter ruhrung );jn Heinrich Locwe, Zlocisti und anderen stehenden Jung i .;!cl in Berührung kam, skeptisch und sogar ablehnend < ';;;f,ll'J'cr, eilig aber bald der romantischen Kühnheit und \;'.lu .Piiantasicrcichcn Schwung des zionistischen Ideals, das i ^rsVncn eigenen Gedankengängen von der Wiederbelebung - ihebrä»schcii Sprache so nahe verwandt war. Goldberg ) Ä,bald einer der leidenschaftlichsten und unerschrockeni .y.°rkämpfcr der zionistischen Idee, die damals — um i i5!.^Ä"ttc der neunziger Jahre des ausgehenden 19. Jahri ^Jerts - in Berlin Uircn Mittelpunkt in dem von Goldberg >Wöndcten „Verein Jüdischer Studenten" hatte. Gold- : dLp st In den 30 Jahren, die zwischen dieser Zeit und i »öS IIcutc liegen, stets niclit nur in seiner Gesinnung, Urd .rn aucl> i" acr Leidenschaft, mit der er sie vertrat,; rj;.tier dauernden Bereitschaft zur Mitarbeit an der Propa- tv31 5CS Zionismus unverändert derselbe geblieben. Die; '^f-D-, der cf in Treue seine Kräfte, so oft es verlangt! W,-,zur Verfügung stellte und deren Zentralkomitee er A4C Zeit angehorte, weiß die Dienste, die Goldberg.der : Rötung des zionistischen Gedankens in Deutschland gej *l hat, dankbar ru schätzen. . Ort ■Kontierest 8. Answeis der ZioalsiensJecer-ElBfiannc!ör das l.Qoarlal 1825 vom 1. bis 30. Sepleaber 1525 IlHC«- laint . f.1.0n.!» Berlin SOOO— 2— 8711,— Lübeck 15(),— 50,— ISO,— Magdeburg 250,— 102,— Sondcrspcndc . aus Oppeln 30,— EJr.c»nf vom b.uao.aa rcblbctrag 214)— 36,- 6. Ausweis derZionistensteoer-Einnünge lür das 2.Qoartall925 vom l. bis 30. September 1925 rehlbWag 363,- 18S,— Berlin Frankfurt a. M, I lindenburg Königsberg Lübeck Mannheim M.-Gladbach München Nordhausen Nürnberg Koatlnzcst 8000,— 1500,— ■10 — 600 — 1 '>0— 200 — 30,— •100,— - 100,— 600,— i.aVsafi.20 37,- 287,— •10,— ' ISO,— 1 100,— r>o,- 30,— 150,- 76,— 200,- Inaft«» MRIt f.2.Qu.J6 7637,— 1312,— 40,— ■«)0,— 100,— 100,— 30,— 400,— 86,— 652,— 50 — 100,- 3. Answeis derZioalsJenslener-Einnaafle!Qr das 3.Quarlal 1925 vom 1. bis 30. September 1925 Ort Aschaffenburg Berlin Bielefeld Bonn Breslau Bruchsal Darmstadt Düsseldorf Emden Erfurt Eydtkuhnen Forst Frankfurt a. O. Fulda Gelsenkirchcn Gießen und Umgegend Hagen Hamm Hcilbronn Karlsruhe Königsberg Münster Nordhausen Oppeln Pfalz Plauen Schönlankc Stertin Stolp Wanne Worms Einzelne Zionistcn Kon«i„ccn. feg 75,— sooo — 50 — 200 — 1250 — 50,— 75,— 750,— 00,— 150,— 50,— 50,— 100 — 150- 50,— 150,— 50,— 50 — 100,— 250,—i 000,— (»0 — 100 — 100,— 150,— 150,- 50,— 100,— 100, -. 50,— 100,— 1800,- 28 — 142?,— 3,— 10 — .200,— 25,— 10,- 160,60 14,— 60 — ö— 10- 22 — 35- 3,— 36,— 300,— 15,— 10 — 100,— 20 — 10,— 13,— 100,— 11— 6,- *r- 140- Intjre- (»nit f.».Uii.34 50 — 6S1-1,— 30,— 105,— 750,— 45,— CA— 160,60 43, — fA— s%,— 15,— 80 — ■ 41,— 90_ ~—) 155,— 48,— 36,— 50,50 173,50 300,— .!0|— 100 — 107,— 132,- 44, — 100,— 8-i,— 36,- 55,- 1705,— r«bll'ttr»| 16,- 1156,- 11,— 05,— 500 — 5,— 15,— 5S0.40 15,— 00 — 14 — 35,— 20,— 100,— 2S,— 11,— 40,50 70,50 300,— 90|- 43^- 19,— 6,-h 16^- 14,-t 45,— Außerdem gingen ein für 4. Quartal 1925j Berlin 27,25, Darmstadt 3,—, Sondcrspcndcn 7b0,— Mark. Interessenten für Steinand ilormorbraclianterrrchinen in Palästina Das Departement für Handel und Industrie ck'f zionistischen Exekutive steht gemeinsam mit dem Palästina-Amt seit einiger Zeit mit verschiedenen Interessenten in Verhandlungen, um die Gründung eines Unternehmens zur Ausbeutung der palästinensischen Stein- und Marmorschätzc vorzubereiten. Nachdem <Uc Vorverhandlungen kAt den einzelnen Interessenten zu einem gewissen Abschluß gekommen sind, beabsichtigt das Palästina-Amt Berlin für den 19. Oktober d. J. in Berlin eine Konferenz aller Interessenten ciiraibcrufcn. Der Sekretär für Handel und Industrie der zionistischen Exekutive wird der Konferenz beiwohnen. Das Palästina-Amt Berlin bittet alle diejenigen Interessenten, denen man bisher in der Angelegenheit noch nicht nähergetreten ist, sich sofort mit dem Palästina-Amt in Verbindung zu setzen. Es kommen in Frage: erstens Interessenten aus der Branche selbst und zweitens rein kapitalistisch Interessierte. Palästina-Amt Berlin. Neue Pairistina-Gcscllsclmfilarclac! Der Palcstinc Lloyd Ltd., Reisebüro, Berlin W 50, Taucntzicnstr. 12 a, veranstaltet eine auf 23 Tage — einschließlich der Seereise hin und zurück — veranschlagte Palästinarcisc, bei der volle 12 Tage für die Besichtigung der wichtigsten Städte, Kolonien und sonstigen Sehenswürdigkeiten vorgesehen sind. Das sorgfältig ausgearbeitete Programm steht Interessenten gern zur Verfügung. Der Preis der Gesellschaftsreise ist für die 3. Klasse auf £ 32, für die 2. Klavir auf J* 41, und für die t. Klas-ic nuf S\ 00 festgesetzt. Die Hinreise erfolgt ab Marseille am 3. November, die Rückreise am 20. November von Jaffa, Der Dampfer trifft Mittwoch, den 25. November, wieder in Marseille ein. Dr. Sicglricd Bernfdd aus Wien hat sich bereit erklärt, in privatem Kreise einen Kursus über die »Psychologie des Säuglings und der frühen Kindheit" zu halten, in dem er die Anwendung psychoanalytischer Erkenntnisse auf die Entwicklung der Kinder besonders berücksichtigen wird. Da die Zahl der Teilnehmer beschränkt ist, wird die Möglichkeit zur Diskussion mit Beantwortung von Fragen gegeben sein. Der Kursus umfaßt 6 Stunden (4 mal lJ/a)'» er'beginnt am 6. Oktober in der Wohnung von Dr, Max Strauß, Berlin W., I.ntherntr. 53. Telefon: Kurfürst S3S. Im Sekretariat des Herrn Dr« Strauß werden die Anmeldungen mit dem im vorhinein zu entrichtenden Honorar von 15 M. entgegengenommen« Sonntag, den 11. Oktober, 11 Uhr vorm., findet in den Räumen des Vereins „Schalom-AIcichcm" (Klciststraße 9) die Eröffnung der Ausstellung von Gemälden und Zeichnungen des Kunstmalers T. Haber statt, Eintritt frei. ssü cc? cerifoe? ZBonlst ücrslnigtrog Hittwoch, den 14. Oktobor, abends 8x/»Uhr, in den City-FcstsUlon, Drosdonor Strußo 6'2 Vortrag von Herrn Dr. Landauer: .Äsiseäsa essspös o. ß.-e.-Stizis§". Persönliches. Unser ehemaliger Redakteur, Herr Dr. Fritz Löwen st ein, der sich einige Monate im Dienste des Kcrcn Hajcssod in Europa aufgehalten hat, ist nach Palästina zurückgekehrt. SImchatli Thora-Ball der Berliner Zionistischen Vereinigung und des Jüdischen Nationalfonds. Sonntag, den 11 Oktober, abends 8 Uhr, im Esplanadc, BcIIcvucstr. 16/1S. Kapcllcn: Eric Borchard, Louis Stern. Die Polizeistunde ist bis 4 Uhr verlängert. Wir machen unsere Freunde darauf au merksam. daß, wie uns die Direktion des Esplanade mitteilt, sich die Preise für Getränke usw. durchaus in soliden Orcnzcn bewegen (z.B. Wein von 3,60 M. an). Die OSE-Gcsellschaft für Gesundheitsschutz der Juden e. V„ Lerün W 57, Frobcnsfr. 4, hat seinerzeit einen Wettbewerb für ein jüdisches (icwindhcitshaus in Kowno (Litauen) ausgeschrieben. Das Prcisrichtcrkollcgium, bestehend aus den IvfT,1 I>il,,-"In^ °rkar Kaufmann, Rcg.-Iiaumcister Adolf ^Jl0,1 »Anberg, Dr. Ing. Paul Zucker; als Delegierte der ObE: Dr. J. Frumkin und Dr. L. Gurwitsch, hat in einer Sitzung vom 21. September beschlossen, dem Entwurf mit dem Kennwort „Simson", (ausgeführt von den Herren Dipl.-Ing. Walter Kretschmer und Dipl.-Ing. Arthur Seh ragen heim) den ersten Preis, dem Entwurf mit dem Kennwort „Wege zu Kraft und Schönheit", (ausgeführt von denselben Herren) den zweiten Preis und dem Entwurf mit dem Kennwort „Mogcu-David" (ausgeführt von Herrn Diplom, architckt S. Elias her g) den dritten Preis zuzuerkennen. Wochcnprottrainm des J. R.-C. „Ivria". Sonntag, den 11. Oktober 1025: 10 Uhr: «bootsfertig, Nicdcrschönwcidc- Dienstag, den 13. Oktober: Heimabend bei Dr. Max Roscnberg, Berlin W, Augsburger Str. 17; Donnerstag, den 15. Oktober: Kastenrudern bei Sand, Bahnhof Thiergarten, 0—11 Uhr; Sonntag, den 18. Oktober: 10 Uhr: bootsfertig, Nicdcrschönwcidc; Dienstag, den 20. Oktober: Heimabend bei R. Haasc Berlin NW, Klopstokstr. 20. Warnung. Am 2. Oktober wurde ein Kurt Aronsohn verhaftet, der sich unter dem Namen Dr. Salomon als Syndikus der Ortsgruppe Berlin des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten ausgab und als solcher bei zahlreichen Firmen Gelder für den Bund erschwindelte. Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten warnt vor diesem Menschen und bittet, in Zukunft nur solchen Herren unseres Bundes für seine Aufgaben Gelder zuzuwenden, die einen schriftlichen Ausweis haben, oder die Gelder direkt durch die Post an den Bund gelangen zu lassen. K. J. V. Wir suchen für Bundcsbrüdcr medizinische Vertretungen, Assistcuzstcllen usw. Meldungen sind au das Berufsressort des K. J. V., Berlin W 35, Kurfürstcnstraßc 150, zu richten. Gesuchte Stellen für Kontoristinnen, Stenotypistinnen, Buchhalterinnen und Anfängerinnen, möglichst in Betrieben, die am Sabbath geschlossen halten. Dringend gesucht sind Stellen für: Hausdamen, Wirtschafterinnen in frauenloscm Haushalt, Kindergärtnerinnen und Kindcrpflegerinncn tagsüber. Ferner haben wir eine junge Wirtschaitsgchiluu für ein Heim, möglichst in Berlin, unterzubringen. Stellen für ungelernte Arbeiter und Arbeiterinnen jeglicher Branche werden gesucht. Lehrstellen für Jungen in der Kürschnerei, Schneiderei, Elektrotechnik; vor allem Stellen in der Hcrrcnmaßschncidcrei, möglichst in Betrieben, die am Sabbat geschlossen halten, gesucht. Lehrstellen für Mädchen in der Putzmachcrci und Schneiderei, 6owie in der WäschcfabrikaUon dringend gesucht. Wir haben reichlich kaufmännische Lehrstellen vorgemerkt und bitten Lehrlinge, sich gegebenenfalls an uns zu wenden. Meldungen an: Arbeitsgemeinschaft der jüdischen Arbeitsnachweise, Berlin N 24, Auguststr. 17. Telefon: Norden 70S5-70S7 und 9130. ßrlefta:'cs der Rcdstiloa Dr. Woititz, Berlin: Leider haben sich in unserer vorigen an Sic gerichteten Bricfkastcnnotiz sinnstörende Druckfehler eingeschlichen. Sic schrieben uns: „Zu Gorcliks Artikel ,l>er Entgeistigung entgegen' in Nr. 74/75 der Jüd. Rundschau: Held Breitbart, ein so guter und wertvoller Jude er Ist, kann zu einer tragischen Figur werden, die man lieben aber als jicujüdischen Typus ablehnen muß. Letzhin sagte er — ihn bewegt offenbar das Golusgefühl stark: ,Ich werde von Amerika ein Heer von KK)0tK) n.Uh Err/ I-.rad biingti:/ Seine Frau, eines deutschen Rabbiners Tochter und sein Söhnchen (genannt ,Eiscnkönig 2') strahlten." L. Spiegel. Sic haben recht. Es ist ein unangenehmer Irrtum, der dadurch zustande gekommen ist, daß der Setzer das Manuskript nicht gut lesen konnte und dann einfach aus dem Luach „Schemini Azcreth" anstatt „Hoschanah raba" einfügte. Genealoge. Die „Internationale Sammler-Zeitung" berichtet, d.,ll Wilhelm Bunehfi K.e inen nod. Uniic vi Prag einem Antlquitätcngeschält vorstellen, und daß Wilhelm Büschs Vater aus dem Präger Ghetto nach Deutschland ausgewandert ist, und sich dort hat taufen lassen. Aus seiner Ehe mit einer Christin ist Wilhelm Busch hervorgegangen. Wir können eine Gewähr für diese Nachricht nicht übernehmen. Jüdische Gemeinde: Gottesdienst am S c h I u ß f c s t und Simchath Tora Ii. Freitag, den 9, und Sonnabend, den 10. Oktober 1925, abends: In allen Synagogen: 5»/j Uhr. Sonnabend, den 10, Oktober 1025, morgens: Synagoge Pcstalozzistr.: S'/a Uhr; Synagoge Kottb. Uier: 9 Uhr; in allen anderen Synagogen: 1. Gottesdienst mit Seelenfrier: 7i/a Uhr; 2. Gottesdienst mit Sccleufeier: 10 Uhr, Predigten: Alte Syn.: Dr< Locwenthal; Syn. Kaiscrstr.: Dr. Wcyl; Syn. Rykcstr,: Dr. Pctuchowski: Syn. Pcstalozzistr.: Dr. Emil Lcvy; Syn, Kottb. Ufer: Dr. Bicichrode; Syn. Münchener Str.: Dr. Arthur Lcvy; Neue Syn.: Dr. Warschauer; Syn. Lindcnstr.: Dr. Blumcnthal; Syn. Lützowstr.: Dr. Weiße; Syn. Fasancnstr.-! Dr. Bergmann; Syn.-; Lützowstr.: straße: Dr. Lcwkowitz. In der Pause zwischen Mincha und Maariw in den Synagogen mit altem Ritus^ Chorgesang, in den Synagogen mit neuem Ritus: Orgclspicl. Sonntag, den 11. Oktober 1925. morgens: Alte Syn. u. Syn. Pcstalozzistr.: 81/2 Uhr; Syn. Kaiserstr., Rykcstr., Kottb. Ufer und Münchener Str.: 9 Uhr; in den Synagogen mit neuem Ritus: Frühgottesdienst: 7Va Uhr; Hauptgottesdienst: 10 U. Festausgang: 6,45 Uhr. Gottesdienst an den Wochentagen, abends in allen Synagogen: vom 12.—15. Oktober: 5 Uhr; vom 18. ab: 4Va Uhr; morgens: Synagogen mit altem Ritus vom 12. Oktober ab: 7 Uhr; Synagogen mit neuem Ritus vom 12. Oktober tb: 7.V- Uhrj