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Jüdische Rundschau · 1925-10-09 · Heft 79-80 (9.10.1925) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 79-80 (9.10.1925)
Date
1925-10-09
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 674 JUEDISCHE RUNPSCH'A’P Nf. 7B/S0 In eigener Sache Von Dr. Hermann B a d t Von verschiedenen Seiten .werde ich auf eine mich bctreffende Notiz in der letzten Nummer des Mitteilungsblattes des Verbandes nationaldcutschcr Juden aufmerksam gemacht. Unter der Ueberschrift ״Lüge und Lästerung*‘ ist dort zu lesen: Der Fall Badt. ״Der preußische Ministerialrat Dr. Hermann Badt, Abgcordneter der (zionistischen) ״Jüdischen Volkspartci“ im Landesverband jüdischer Gemeinden, hat im Juni d. J. in einer Sitzung des Landesverbandes die Behauptungen aufgcstellt: a) Dr. Naumann habe in einem Zeitungsartikel ״bedauert, daß man die deutschen Zionisten nicht ausweisen könnte,‘ b) Herr Lehrer üerson, Mitglied unseres Verbandes, habe in diesem Mitteilungsblatt ״die Zionisten des Landes- Verrates, des geheimen Einverständnisses mit landfremden Männern und Regierungen, sowie des Hinarbeitens auf staatlichen Umsturz und Bürgerkrieg denunziert.“ Beide Behauptungen sind gröbliche Verdrehungen und Entstellungen der Wahrheit. Wenn Herr Dr. Badt, wie wir es an seiner Stelle tun würden, diese Feststellung als ehrenrührig betrachtet, mag er gegen den Schriftleiter dieses Blattes Klage erheben, damit diesem die Möglichkeit des gerichtlichen Wahrheitsbeweises gegeben werde. Auch ein Schiedsgericht nach dem Vorschläge des Herrn Dr. Peyser (s. den Aufsatz ״Meine Streitschrift“ usw. in dieser Nummer) würde bereitwilligst angenommen werden.“ Man fragt mich, was ich hiergegen zu tun gedenke; man weist dabei besonders auf die Tatsache hin, daß Herr Dr. Naumann sein Blatt auch an eine große Anzahl von Abgcordneten des Landtages und Reichstages, an Behörden usw. zu versenden pflegt. Ich bin gern bereit, hierauf zu antworten. Zuvor das Tatsachenmaterial: Zu a): .Meine Ausführungen sind richtig, wenn auch nicht ganz vollständig wiedergegeben. Nach dem stenographisehen Protokoll habe ich zunächst erwähnt, daß ein Vorstandsmitgljed des Verbandes nationaldcutschcr Juden die Zionisten ausdrücklich in ihrer Gesamtheit als ״Auslände r“ bczeichnet und habe dann weiter gesagt: ״Herr Naumann selbst bedauert in einem Artikel in der Kölnischen Zeitung aus dem Jahre 1922, daß man die deutschen Zionisten nicht ausweisen könne, und daß sie hier mitreden wollen, als ob sie wirklich Deutsche wären.“ Ob meine Behauptung richtig war, läßt sich sofort nachprüfen. Der Artikel, den ich meinte, ist am 21. 3. 1922 in der Kölnischen Zeitung erschienen und später auch in Nr. 3 des Mitteilungsblattes des Verbandes nationaldcutschcr Juden abgedruckt worden. Herr Dr. Naumann schreibt darin wärtlieh (ich zitiere der Sicherheit wegen den Wortlaut seines eigenen Blattes; die Sperrungen sind von mir vorgenommen): ״Das jüdisch-nationale Element ist ein Fremdkörper im deutschen Volke, wie nur irgend eine Gattung ausländischer Zuwanderer , aber cs über wiegt sie alle an Schädlichkeit... Der Russe, Pole, Rumäne, Tscheche, auch der aus einem dieser Länder stammende Jude ist doch immerhin Ausländer den man schließlich ausweisen kann... Der Jüdisch »nationale, der sich häufig Zionist nennt, trotzdem er niemals ernsthaft ans Auswandern gedacht!tat, pocht auf sein deutsches Staatsbürgcrrccht und auf die Verfassung, die jedem Staatsbürger die Befugnis zu freier beruflicher und politischer Betätigung gibt. So erleben wir das groteske Schauspiel, daß Menschen, .... die in Deutschland mitreden, als ob sic wirklich Deutsche, nicht nur dem Baichstaben nach deutsche Staatsbürger wären ..." Der gleiche Gedanke kommt übrigens noch an einer anderen Stelle in einem Artikel des Herrn Dr. Naumann zum Ausdruck, ln Nr. 1 seines Mitteilungsblattes von 1923 stellt Herr Dr. Naumann unter der Ueberschrift ״Ausländergefahr und Ostjudengefahr“ folgende Forderungen für die Behandlung der Ostjmlcn auf (dir Sperrungen sind von mir vorgenommen): ״Die Einbürgerung ist ausnahm los zu versagen und jeder Ostjude, der sich an für das Deutschtum schädlichen Bestrebungen beteiligt, ist rücks i c h t s 1 o s a u s z u w c i s c 11. Das gilt nicht nur von denen, die strafbare oder sonst unlautere llaiulhingen begehen, sondern auch für die Politiker, gleichviel welcher Partei und ebenso für die zionistisehen Agitatoren, die vom Osten kommen.“ Und unmittelbar hieran schließt sich folgender Satz: ״W i r müssen uns gefallen lassen, daß die Zionisten deutscher Abstammung im Lande bleiben; die a 11 s 1 ä n d i > c 11 c n brauchen wir nicht zu dulden und wollen wir nicht dulde n.“ Ich frage: Sind hier überhaupt noch Zweifel möglich? Wenn jemand klagt, er müsse cs siclx ״gefallen lassen“, daß die deutschen Zionisten ״i m Lande bleibe 11“, wenn er ” c>n ״groteskes Schauspiel“ nennt, daß man nur “:c ausländischen Zionisten ausweisen kan״, während '׳,.e de nt sc hrn Zionisten, pochend auf ihr deutsches Staats- Bürgerrecht, liier mitreden, ״als ob sic wirklich Deut-?c e , nicht nur den! Buchstaben n a c 11 deutsche Staatsoürger“ wären, bedauert er dann diese Tatsache oder nicht? Zu b): Herr Lehrer Gerson hatte in einem im Mitteiluhgsglatte des Verbandes nationaldcutschcr luden veröffentlichten ^rtikel u. a. wörtlich geschrieben (vgl. Nr. 3, Jahrgang 1921. Sperrungen sind wiederum von mir vorgenommen): ״Wer die Vergangenheit der katholischen und der cvangehschen Kjrchc kennt, der weiß, daß deren Führer in Zeiten der Not und vielleicht auch um verwerflicher,!drehenpolitischer Ziele willen, nicht selten den Weg gegangen *md, dc 11 wir naüonaldcutschcn luden den Zionisten ACr*|kH״* Sic haben sielt mit ihren Glaubcnsbrüdcm im Ausland zu gegenseitiger Hilfeleistung verbunden, sic hanen um die Sympathien fremder Regierungen geworben, s i c ßaben im g״ckeimen Einverständnis mit Iand- » rcmacn Männern und Regierungen, auf staatlichen Umsturz, auf Bürgerkrieg hingearbeitet.“ . . Ich frage wiederum: Welche Wege also verüb! -^rr,9crs0״ dc״ Zionisten? Und wessen fc «cHuldigt er sic hier? Man hat mich nun von mehreren Seiten dringend ״cbcl •er endlich cjnmaj c1n Excmpcl zu statuieren und* He * 1';3״mann vor die Schranken des Gerichts zu zitieren, 11;,־ri'c'״c Verurteilung wegen Beleidigung, unter Umstän! Mr wegen verleumderischer Beleidigung *cichsstrafgesetzbuch) mit Sicherheit zu erwarten steht. ver‘na£ .mich za diesem Vorgehen nicht zu < menen. Es will mir nun einmal nicht gelingen, He;52״״ wichtig zu nehmen, wie er gern genomn län0*״ «״ohtc. Ganz abgesehen davon, daß ich mir hak!,CrerL c,t mc"J c'ffe״cs Urteil über die Frage gcbil 0o.״b^,r>Ja״Pt die fortgesetzten Angriffe des Nauina . ״ מיMitteilungsblattes‘•* objektiv geeignet sein köat ״ehrenrührig“ zu wirken, — und ich liabc Grund zu tief Annalnnc, daß mein Urteil von der Mdinzn.U fjer Stellen geteilt wird, die er allmonatlich mit dlcr Zu- Sendung seines Blattes beehrt — will und kann ich1 die Verantwortung dafür nicht tragen, Herrn Nruniann nun etwa zu einer Gefängnisstrafe zu verhelfen und ihn dadurch seinem verdienstvollen Wirken für einige Zeit zu entziehen, vielleicht sogar das Erscheinen einer Nummer des ״Mitteilungsblattes zu gefährden. Durch den lebendigen Anschauungsunterricht, den er, in Freiheit gelassen, monatlich einmal der Ocffcntlichkcit liefert, dient er meines Erachtens der Sache des Zionismus mehr, als er cs hinter üefängiiisniaucni könnte. Bleibt lediglich die Frage des Schiedsgerichts. Dieser Vorschlag des Herrn Dr. Peyser hat mancherlei für sich. Nur in einem Punkte sei mir eia Abänderungsvorschlag gestattet. Nicht drei Männer, die hinter verschlossenen Türen beraten und das Url. il fällen, möge״ hier zu Schiedsrichtern besteht werde״, vielmehr möge das Schicdsrichtcramt die gesamte Ocffcntlichkcit übernehmen. Folgende Fragen also unterbreite ich diesem Schiedsgericht: 1. Ist cs wahr, daß Herr Dr. Naumann die zu a) erwähnten Artikel geschrieben bat? Kommt in diesen Artikeln das Bedauern zum Ausdruck, daß man die deutschen Zionisten nicht ausweisen kann? 2. Ist cs wahr, daß Herr Lehrer Gerson dc;1 zu b) erwähnten Artikel geschrieben hat und habe ich in jener Diskussionsrede die erwähnte Stelle richtig wicdcrgcgcbcn? 3. Gibt cs bei dieser Sachlage in der deutschen Sprache eine p a r 1 a m c 111:1 r i s c h e B c z c i c 1111 u 11 g für das Verhalten des Herrn Dr. Naumann? Ich aber gedenke, auch diesen ״Fall Naumann“ nach dem gleichen Rezept zu behandeln, nach dem ich mich mit den bisherigen Fällen ״Naumann‘* abgefunden habe: ich ״lcg’s zu dem Uebrigen“ und lasse mich in meiner Arbeit nicht stören. In eigener Sache der ״Jüd. Rundschau'* können wir nur bemerken^ daß wir cs ablchncu, gegen Herrn Naumann, zu polemisieren, der in seiner letzten Nummer gegen uns geifert. Den Gefallen, mit solchen das Judentum beschämenden Angelegenheiten vor den deutschen Richter zu laufen — werden wir Herrn Naumann nicht erweisen. Die C.-V.-Zciluiig, das Organ des Ccntr/ilvcreins deuUehcr Staatsbürger jüdischen Glaubens, veröffentlicht in ihrer letzten Nummer folgende Notiz: ״Der n a t i o 11 a 1 d c u t s c 11 c Jude‘* das Mitlciluugsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden, gefällt sich in der September-Nummer In maßlosen Angriffen gegen den Ccntralvercin wie gegen eine Anzahl von Hauptvorstandsmitglicdcrn. Die Angriffe sind nach Ton und Inhalt so gehalten, daß wir es abli-hmm• müssen, an dieser Stelle geziemend zu antworten. Wir sind der Zustimmung unserer Freunde sicher, wenn wir derartige Entgleisungen mit verdientem Schweigen behandeln.“ Presscschaa In der sozialdemokratischen ״F r c i c n Presse“ (Liberfcld) erwidert Dr. Hans Pom cranz in einem besonders die Arbeiterbewegung Palästinas darstellenden gut informierenden Artikel auf einen Angriff gegen den Zionismus, den das Blatt offenbar aus der Wiener ״Arbeiterzeitung“ abgedruckt hatte. In der von Walter Federn und Dr. Gustav Molper in Wien hcransgegcbcncn angesehenen Wochenschrift ״Der österreichische Volkswirt“ veröffentlicht Adolf Böhm eine ausführliche Darstellung de? Probleme des Zionistcnkongrcss.cs mit l>esomIrrcr Berücksichtigung der wärtschaftlichcn Entwicklung Palästinas in Landwirtschaft und Industrie, jedoch auch mit eingehender Information über polilische und organisatorische 1 •'ragen. I>ic Aufsätze sind in Nr. 51 und 52 der erwähnten Zeitschrift enthalten. Das palästinensische Arbcilcrtagcblatt ״Da war“ veröffcntlicht in seiner Nummer vom 22. SqMcmbcr einen ausgezeichneten Artikel von Moses Bcilinson über Weizmanu. Der Verfasser zeig( dir gerade Linie der l'.ntwieklung der Wei/.iiiaini.'.vhcii Politik seit seinem ersten Aullrcten in der /.ionistischen Bewegung bis beute. Schon auf dem VII. Kongreß, als er der Wortführer derer war, die für die Aufnahme der praktischen Arbeit in Palästina kämpften, hat er die Anschauung vertreten, daß der Zionismus nur durch die eigene A11strcn״u11״ des jüdischen Volkes verwirklicht werden kann. Bisher — so sagte er damals — haben wir gezeigt, daß wir zu fordern verstehen, aber wir haben noch nicht gezeigt, daß wir zu wollen verstehen. Der wahre Wille, der ungestüme Drang nach nationaler Befreiung, der auch bei anderen Völkern überzeugt, kann sich nur in Taten äußern. Bcilin'on zeigt, daß die ganze Nachkriegspolitik Wei/manns auf derselben Ideologie aufgebaut war. Der Zwiespalt /.wischen ihm und dein Kongrell entstand, weil der Kongreß das ,lieill vnstehen wollte. Der Kongreß war groß in ״Fordern“, aber klein in ״Wollen“. Der schmerzliche Ausruf Woizmanns: Jüdisches Volk, was hast du getan?, sein unermüdliches Wirken fih Keren Majev-od schließlich die ganze Agcucy-Poliük sind ein Ausfluß dieser Ueberzeugung, daß durch *Politik allein nicht־־, geschaffen werden kann, wenn nielil Witte und Leistung d־■•׳. Volkes aU unmittelbare Realität in Erscheinung treten. Ei.t Mann, dem cs so toternst um die Verwirklichung zu tun ist, muß stets mit Forderungen, oft mit Bitterkeit und Schärfe zum Volk sprechen, aber daraus eine ״Verachtung“ des Volkes oder der Bewegung Iieraus/ulescn, zeuge von großem Unverstäiulnis. Auch 1 lcr/1 schrieb in .seinem Tagebuch, man solle auf seinen Grabstein die Inschrift setzen: Hier ruht der Mann, der das jüdische Volk überschätzt hat. Auch er fühlte, daß das Volk die Erwartungen enttäuscht hat, die er darein gesetzt hatte. Trotzdem Weizmami Kat, mau möge den Menschen, die man in die Exekutive wählt, und denen man die schwere Aufgabe aufcrlegt, vor vielen feindliehen Fronten die Sache des Zionismus' zu vertreten, die Arbeit nicht unmöglich machen, nehme sich dennoch jedermann das Recht, über Weizmami zu sprechen und zu schreiben was er will. Auf dem Kongreß habe außer Blumcnfcld kein Redner sich zu Weizmann offen bekannt. Dadurch mache man seine Position nmnöglich. .Bcilinson schließt mit der Bemerkung, wenn wir einmal die Kraft Weiz* manns verlieren werden, so treffe die Schuld hierfür in erster Linie den Kongreß, ii! zweiter Linie die Organe unserer öffentlichen Meinung, die keine Gelegenheit eines kleinlichen persönlichen Kampfes gegen Weizmann vorübergehen ließen und erst in dritter Linie Weizmann selbst wegen seiner Impulsivität und Empfindlichkeit. Der Preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung hat die Stelle eines Lektors bei der Br cslauer Universität für die Sprache des rabbinischcn Schrifttums dem Dozenten am Jüdisch-theologischen Seminar, Dr. R a b i n , übertragen. Der Rat der Volkskommissare (Sownarkom) der ukrainischcn Sowjetrepublik hat soeben der Errichtung eines staatlichen jiddischen Theaters in Charkow seine Zustimmung erteile Die Fanaerbaak (Geschäftlich.) ״American Zion Commonwealth Ine.“ und ,Meshek־ P Icstinc Büikliug Co. Ltd.“, vereinigt als Gründun״sr0m:.J für die ״Palcstinc Farmer Bank“, schreiben uns: C Der Plan zur Gründung der ״Palestine Farmer B!״׳״ der jetzt durch die ״American Zion Commonwealth“ uV den ״Meshek“ verwirklicht wärd, ist aus der praktische* Arbeit dieser beiden Gesellschaften in Erez-Lsraei organisch eniporgcwachscn. Beide Gesellschaften haben sich i״ letzten Jahren damit beschäftigt, Grundstücke i:1 Paiästizu erwerben, zu amelioricrcn und sie in Europa und Ameb'- für Bau- und Siedlungszwccke abzusetzen, wobei die dürfnissc der Kolonisationspolitik iin Lande berücksichtig wenden. Jetzt, stehen wir unmittelbar davor, den «0:0•,!;^'! bei der praktischen Besiedlung und Bebauung weitgehend Hilfe zu leisten. Wir dehnen unsere Arbeit über ein Ares! von zirka 200000 Dun am aus, d. i. ein Fünftel des jüdisch״,, Landbesitzes in Palästina, und naturgemäß sind wir im vvan'. digen und regen Kontakt mit den schaffenden Faktoren de: palästinensischen Landwirtschaft. Die Ergebnisse der bi-, hörigen kolonisatorischen Tätigkeit führen zu der zwingender, Ueberzeugung, daß ohne einen billigen rationell organisierter! Kredit eine normale Entwicklung der Landwirtschaft in p3l lästina unmöglich ist. Sic ist undenkbar für den Koloni.sten der schon seit Jahren im Lande sitzt und unter dem Mang ei an kurzfristigen Anleihen leiden muß, da dadurch ein ""זל, Teil seiner Arbeit im Laufe des Jahres häufig vermeinet wird, — und um so schwieriger für den jetzt neu am kommenden Siedler. Die Erfahrung lehrt, daß int Durch, schnitt der Neusiedler in Palästina ungefähr die Hälfte der Mittel besitzt, die zur Errichtung einer Wirtschaft erforderlich sind? und für den fehlenden Betrag einen langfristigen Kredä benötigt; sein Besitz sichert eigentlich diesen Kredit vollständig, aber er findet ihn nicht und deshalb ist seine Arbeit von vornherein zum Mißerfolg verurteilt. Dieses Problem des landwirtschaftlichen Kredites intrr• cssicrt schon lange die /.iomstisehen Kreise aller Richtungen und cs ist bereits von allen die Notwendigkeit anerkannt’, ein besonderes Institut hierfür zu errichten. Im Laufe des letzten Jahres haben die beiden erwähnten Gesellschaften die vorbereitenden Schritte und konkrete Vorarbeiten r.1: realen Lösung dieses Problems unternommen, und während des XIV. Kongresses in Wien hat eine gemeinsame Kon• ferenz der beiden Gesellschaften staitgefunden, wo der Bc• Schluß gefaßt worden ist, die ״Palestine Farmer Bank“ zu gründen. Die Palcstinc Farmer Bank hat zur Aufgabe: 1. Kurzfristige Kredite au palästinensische Landwirte b׳i Sicherstellung durch Besitz oder Bürgschaft zu gewähren 2. Kredite für Anschaffung des toten und lebendigen Inventars, sowie auch für Araeiiorierungszweckc (hauptsäch• lieh für Bewässerung) zu gewähren, insoweit diese Kredite durch entsprechende Sicherungen der interessierten Personen und Gruppen gedeckt sind. 3. Den Siedlern oder Gruppen von Siedlern langfristigm Kredit gegen Verpfändung von Immohilien zu gewahren. 4. Anleihen für Kolonien und Siedlungen unter kollektiver Sicherung des Vermögens oder der Unternehmungen dn־ betreffenden Siedlungen anzuschaffcn und zu organisieren. Die Palcstinc Farmer Bank ist gleichzeitig als Kooperativ• Bank und als landwirtschaftliche Hypothekenbank gedacht. Vor allem wird eine erste Serie von Anteilscheinen der Kt»• perativ-Bank emittiert, jeder Anteilschein a £E 10, insgesamt fiir -CE 105 000, welche wie folgt repartiert werden: 1. American Zion Commonwealth Ine. und Meshek. 2. Einzelne Anstalien und Personen, die die Beschaffe;: von landwirtschaftlichen Krediten in Palästina fördern wollen. 3. Zukünftige Klienten der Palcstinc Farmer Rink, von denen ein jeder berechtigt. sein wird, bei entsprechender Sicherung oder Bürgschaft einen Kredit zu erhalten, der «1.1* Zehnfache seines Anteiles nicht überschreiten darf. Personen, die keine Antcilnchmcr der Bank sind, können keinen Kredit in Anspruch nehmen. Dieses Aktienkapital ist vor allem für kurzfristige Kredite bestimmt,. für welche auch die Depositen und Kredite, die die Palcstinc Farmer Bank von anderen Banken und Anst.ihci: nhält, zur Verfügung gestellt sein weiden. F'ur den langfristigen hypothekarischen Kredit wird die Palcstinc Farmer Bank eine erste Serie von Pfandbriefen (Obligationen) Höhe von .£ E 100000 emittieren, für welche außer der. bclichcncn Grundstücken auch das kooperative Kapital ai- Garantie gelten wird. Den Absatz dieser Serie \ou 0h!;• g.'itionen in Amerika übernimmt die American Zion Gemme״׳• wcalth Ine. Die. Verwaltung der Palästme Farmer Bank wird in den Händen eines Direktoriums, eines Rates und einer Re• Visionskommission liegen. Die Dividende der Antcilnchmcr wird begrenzt und kann S °/0 des Nennwertes der Anteile nicht übersteigen. Die Reservefonds müssen für die Dt• Wicklung der jüdischen Landwirtschaft in Palästina \ erweudr; werden und.können nicht Ligeutum von Privatpersonen \\<־■־• den. Im f alle einer Liquidierung der Bank werden 0? Reservefonds laut Beschlüssen einer speziellen Kommis?:o״. bestimmt, die durch die Zionistische Organisation cirqc• setzt wird. Zurzeit sind die American Zi«m Gommonwraltli ine. '1 'd Mcdiek an die Reall-.i'ming der P.ilrstinc Farmer Km׳' geschritten. Line besondere Kommission arbeitet die Falz : :;er der Bank aus und nach Bestätigung dieser Satzungen deren die palästinensische Regierung wird die Palcstinc Farn:- Bank, ihre Tätigkeit aufnehmen. Gleichzeitig haben 0>' American Zion Commonwealth 111c. und Meshek eine 5כ':.י• Skription auf die Anteile der Palcstinc Farmer Bark rm■ geleitet.zum Ncimkurse von £E 10,— für jeden Anteil. 1יי«■■’- noch die Griimlungsspcscn von .C 1,— pro Anteil h•:“־״ kommen. Die Anteilscheine lauten auf Namen der iiv.a'r•־'. Der Wert der Anleihe kann in Teilzahlungen entrichtet werden, bei sofortiger Anzahlung von 200.«ו. Bis zu Begirn de: Operationen der Bank werden die auf Anteile ei::gr/.rt>5־• Gelder auf einem speziellen Konto in der Jüdischen K01<tv.1;• bank.in London aufbewahrt. Einstweilen ist die Subskription nur in der Diaspora eröffnet; in Palästina wird sie nach• träglich aufgenommen werden. In Europa sind dic Abtet• Jungen des Meshek, in Amerika die der Am. Zion Cent• jnoirwcalth für Entgegennahme der Subskription zuständ־;• ו u ick i def I *0!?י 1 iky \ \ wuri l In ' | jndc S de׳:״ I fnrn | Dabc ] So-A'j sehe: t־r.!e Krä“ bau noiw 1 taiioi;er A'jfk is v in Ri wenn Z« * iaje, von ( .\ und ::ngcv Euere snnüc stellt. Ocsan :1 A«K«־r tisnus | und S i sntnm■ | Wenn beitrat 1׳ seiner ־ sein i (Marb Sein I 1m K1 bayeri D: zu ein der G! Rrügic Versto Ehren!lande den N sprach: Jcrus31 .->hnsu rein V <־:hen 11 die PInizter Im Menorsh Clob Die Pa!. Korr, meldet aus Jerusalem: Bet dem such des High Commissioncr und seiner Gemahhn Menorah-CInt) hielt Col. Kisch als Ehrenvorsitzender Begrüßungsrede. Er gab einen kurzen Rückblick über du* schichte der jüdischem Legion und des Club und hob ehrende Tatsache hervor, die darin liegt, daß schon zweiten Male ein britischer Fcldmarschail — Lord Alier.b; besuchte den Club im April — diese Institution entlassen^ Soldaten besucht. Col. Kisch gab der Hoffnung Ausdruc׳'. daß 'der Wunsch der vielen entlassenen Soldaten Im!ganzen Lande, eine eigene landwirtschaftliche Siedlung zu besitzen, mit Hilfe der Regierung während der Amtsdaucr Sein1•‘ Exzellenz verwirklicht werden möge. — Plutncr drückte sein*: JFreudeüber das Besiehe« einer solchen Organisation au»־ A!: /:•;!, <!. ־':׳.T Vä ‘Fs Or "bcu He Frael- *’־ keiiiit pF. B t׳ci:;e Ccr lieh v-de l s.'״ß Vc Mit 1’0־derts k;ז "r.:ri 51ז.ז ist d׳:n h, S0:'dern •-'.ei der ו rde, Bereit 1'-tu 1

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