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Jüdische Rundschau · 1925-10-02 · Heft 77-78 (2.10.1925) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 77-78 (2.10.1925)
Date
1925-10-02
Page
– (sequence 7)
Language
German
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rifii Jg-77/78_^_JÜEPISCHE RUNDSCHAU_Seite 631 „Grablcßcr" Naumann lic \. Zioui.i teil,; Erklär; bese: dr. iic Je»; •oute \^ dizu LliL ic Icitf.. lionk; it Ak:. gcsar.i. ufion v, Pank dem erhöhten Interesse, das durch den ZionisteniMgrcü in der öffentlichen Meinung: erregt wurde, gelang es llrrrn Max Naumann, dem Vorsitzenden des Verbandes ^tionaldculüchcr Juden, in einigen deutsch-nationalen Blättern, die sonst nur geringe Neigung zeigen, über den Rahmen kurzer antijüdischcr Meldungen hinauszugehen und ihre Spalten längeren Aufsätzen über jüdische Fragen zu leihen, einige Artikel zu veröffentlichen, in denen er für die Ideengänge seines Verbandes Propaganda macht. Daß er das überhaupt uncj jn deutschnationalcn Blättern tut, ist sein gutes Recht und wir» die wir seit jeher den Standpunkt vertreten, daß jüdische Dinge die Öffentlichkeit nicht zu scheuen brauchen und vor jedem Forum behandelt werden sollen, finden Naumanns Tätigkeit auf diesem Gebiete ganz in der Ordnung. Wir möchten aber auf den Umstand aufmerksam machen, daß jS ihm bisher kaum gelungen ist, nur für die Darlegung jeincr eigenen Bestrebungen die Unterstützung der deutschnationalen Presse zu finden, und daß er immer gezwungen war. diese deutschnationalcn Blätter durch Angriffe gegen Ostjuden oder Zionismus sturmreif zu machen, damit sie in den Schlußsätzen seiner Angriffsartikcl einige pathetische VC'ortc pro domo des Verbandes Nationaldcutschcr Juden durchschlüpfen ließen. Im ein/einen au? die Artikel des Herrn Naumann g^cgen den Zionismus einzugehen, verlohnt sich kaum. Es sei zujrgeben, daß Naumann ungleich anderen jüdisch-anti/ionistischen Journalisten die zionistische Presse und die Berichte Über den Zionistcnkongreß aufmerksam verfolgt hat m.d daß er auf Grund dieser erlesenen Kenntnisse den Anschein erweckt, als ob er in zionistischen Angelegenheiten ein Sachverständiger wäre. Das ist jedoch keineswegs der Fall. Es ist nur begreiflich, daß er, als Außenstehender, Erscheinungsut.on v '■■ f°rmcn un<* Wesen der zionistischen Tagungen nicht genau ehalt t\ auseinanderzuhalten vermag. Aus diesem Grunde unterlaufen 'utn'i tfcrrn Naumann schwerwiegende Irrtümer und Entstellungen on luddtr Sachlage. Vor allem übersieht Naumann, daß das jü- ,'^.5,'! dischc Volk annähernd 16 Millionen zählt und daß die in Gscrvir! Deutschland lebenden Juden kaum 5 p/o des jüdischen Volkes 'Vc"l- ' lusmachcn. Ferner berücksichtigt er nicht, daß von diesen ( j ]6 Millionen luden nur geringe Splitter in Deutschland m »r; j Frankreich, Italien und England halb assimiliert sind, während n,^.!- s das Gros, die Millionen Juden in Polen, Rumänien, Rußland "ru?6)■] und hauptsächlich in den Vereinigten Staaten, ihrem Wesen! nach als Juden und nur als Juden anzusehen sind. Gesetzt i also den Fall, daß alle Juden in Deutschland, Frankreich, England und Italien völlig assimiliert wären und dem Zionismus I vollständig ablehnend gegenüberstünden, so wäre damit nur I :es.igt, daß ein Bruchteil des jüdischen Volkes auf dem j Wege der nationalen Auflösung so weit vorgeschritten ist,; daß er für den Zionismus nicht mehr gewonnen werden! kann. Die Wirklichkeit aber ist auch bezüglich dieser anj jehlich assimilierten Juden ganz anders. Gerade aus den j genannten Ländern erwuchsen dem Zionismus die angeschen- ] sten Führer und Vorkämpfer. Auch im deutschen Judentum ist;cn u1 der Prozentsatz derjenigen, denen das Judentum hinter anderen ctag t Interessen steht, ein verschwindend geringer und die Annahme, daß die Anhänger Naumanns innerhalb des deutschen Judentums dem Prozentsatze der deutschen Juden innerhalb dtr Wcltjudcnhcit entsprechen, ist kaum untertrieben. Wenn Naumann in seinem Artikel „Die Grablegung des Zionismus" in der Berliner Börsenzeitung vom 15. September versucht, einen Gegensatz zwischen Deutschtum und Zionismus zu konstruieren, so ist diese Konstruktion geradezu lächerlich. Deutschtum und Zionismus sind völlig iuKonimcusurablc Begriffe und es bedarf geradezu Taschcnspiclcrkünstc und üts Jongliercns mit blutlosen Begriffen, um zwischen Deutschland und Zionismus eine Antithese herzustellen. Wenu^ Naumann ferner aut angebliche nicht zu überbrückende. Gegensätze innerhalb der Parteien des zionistischen Kongresses hinweist, so sei ihm, dem deutschtümclnden Israeliten, in Erinnerung gebracht, daß, um ein Beispiel anzuführen, innerhalb des deutschen Volkes und im deutschen Reichstage die Gegensätze nicht nur zwischen ganz rechts und ganz links, sondern wischen Demokraten und der Rechten so groß sind, daß diese Parteien auf einem aus freien Stücken beschickten Kongreß, wie es der ZionistcnkongrcU ist, wahrscheinlich überhaupt nicht zusammensitzen würden, und daß diese deutschen Parteien nur durch die Zwangsorganisation des Staates 7u;amnicngchaltcn werden. In seinem „Mitteilungsblatt" schlägt Herr Naumann ganz indere Töne an. In den deutschnationalen Blättern tut er objektiv und referierend, in seinem eigenen Organe aber wird Setf deudicher und veröffentlicht — ganz abgesehen von einer .1 "1.' Reihe paroxistischcr Giftspritzen gegen Zionismus und Ziou' ' säten — an leitender Stelle einen Aufrut über „deutsche" i„£. . .! «nd „jüdische" Dinge. Nachdem er den angeblichen Tod J'cr t.' Zionismus festgestellt hat, geht er zu einem breiten Fronci (V u*anßriff gegen die deutschen Zionistcu über und unter Ausraten ■'»''ung der schlimmsten Instinkte einer bourgeoisen Psycho- 'al„.c;- Io2'c des Hausvogtci-PIatzcs malt er alle Schrecken aus, die '^'f.'.; dem zivilisierten deutschen Judentum durch die Anlehnung der "\; deutschen Zionistcn an das Ostjudentum drohen. Offenbar ■} ist Herrn Naumann der Unterschied zwischen formaler Zivi« ■] «ation und gesunder Eigcnkultur nicht ganz geläufig, sonst u 'i würde er nicht immer wieder gegen das ticfstchcndc Ost- ''-'.""*• 3 jJKfcntum losziehen und den wackeren deutsch-jüdischen Spießic A.o... bürgern das Gruseln vor dem Ostjudentum beizubringen verwdicn. Beiläufig sei nur bemerkt, daß in den letzten Jahr- -thnten dieses Ostjudentum dem gesamten jüdischen Volke ^.d auch der europäischen Kultur und Kunst eine ungeheure Jniahl von vollgcwichtigen Dichtern, Malern, Musikern, "jj-enschaftlcm usw. geschenkt hat, indes das assimilierte J--cntum in den Wcstländcrn in dieser Hinsicht in seiner i roduktivität merklich nachgelassen hat. Man könnte zur "närtung dieser Behauptung eine seitenlange Liste von Namen '-kahlen. Die Spekulation, den vulgären Gegensatz zwischen 1 w:--> Jcst)udischcm Handelsmann und ostjüdischem Hausierer aut |.Pd;:,:.v! Begriffe West Judentum und Ostjudentum schlechthin zu " h Wragcn, wird heute schon von den weitesten Kreisen ^» deutschen Judentums durchschaut und in ihrer ganzen Ärmlichkeit eingeschätzt. Wir versagen es uns im allgemeinen, mit Herrn Naumann |J Polemisieren. Seine ganze Tätigkeit halten wir auch von rC:.l;e«) Standpunkte aus für völlig unlogisch und unfruchtbar. uj1!1 4cl ist offenbar: restlose Verschmelzung zwischen ihm e> fischen seinen jüdischen Gesinnungsfreunden und dem ytJchea Volke. Diese Verschmelzung kann niemals das t'i.,Chn!c ____\y/:ii.-.. er» ic+ iHr^ir» ct ivoikcru::! che b) Not U tote wj cdkr:; .] rsr.':.: < Je i L'ono:v,t j :i;;c Prob!! cV; u.-i Nation:-:; iwcnd-r, < und seinen Gesinnungsfreunden sei im übrigen die Lektüre von Theodor Hcrzl „Mausend" nahegelegt. Dort findet er sich und seinesgleichen von Meisterhand charakterisiert. M. W. Ita •ruset.** laahT \or;t.. Urb:::' Rhiedc:' Vird, c.( v-cil Mtsci lolRte i' Ulli C.: li'>i'.: Ii; Vr:- bckaiin:- lern e;r.' K« er.:- äicn wi-- S'^nis eines organisierten Willens sein. Sic ist ihrem iu7Cn nach ein organisch-biologischer Vorgang". Sich als;: c" -u organisieren, um sich als Juden aufzulösen, ist ■ J.^'acrsnruch in sich. Achnlichc Unternehmungen in Polen der Tschcchoslowakai haben in vielen Fällen zu dem ,'ktoius geführt, daß Elemente, die dem Judentum völlig ^J^^cii und sich in einem Zustande restloser Aniihuclung rj, A!1P-ssung an ihre Staatsvölker befanden, gerade durch die : Vc^?',Lj'crung in polnisch-jüdische und tschechisch-jüdische I »Ju 2dc> Interesse am Judentum gewannen und mm Teil; i^tr allein oder durch ihre Kinder Anschluß' an die; JA!, ucac Organisation suchten und fanden. Wenn wir nicht löS? ^-rrichtet sind, ist das auch manchem nationali Juden bei seinen Kindern passiert, öerra Naumann Von Rabbiner Dr. Emil L'evy. Auf dem diesjährigen Zionistenkongrcß wurde unter Ablehnung eines misi-achistischcn Amendements das Prinzip der unbedingten Lehrfreiheit an der Universität Tcrusalcm zum Beschluß erhoben. Dieser Beschluß wird nicht verfehlen, im orthodoxen Lager heftigen Widerspruch zu erwecken. Ich möchte als konservativ gerichteter Rabbiner erklären, daß ich den IVschluß des Kongrcscss wohl aus praktischen wie theoretischen Erwägungen als den einzigen möglichen anerkenne. In meiner Darlegung beschränke ich mich auf das wohl zumeist umstrittene Problem, die Tätigkeit des der Universität angeschlossenen Judaistischen Instituts. Es ist franz unmöglich, daß das Judaistischc Institut im Laude der Bibel auf Bibclwisscnschafi verzichtet. Der Boden Palästinas birgt wahrscheinlich noch zahllose Altertümer, deren Entdeckung dazu beitragen wird, u. a. auch die biblische Periode unseres Volkes zu beleuchten, Schwierigkeiten aufzuhellen, aber auch neue Fragen und Problemstellungen aufzuwerfen; dies fun Zusammenhang mit Archäologie und Allertumskundc des gesamten Orients. Es wird stets nötig sein, zum Einbau archäologischer Funde in das Gebäude rcligionswisscnschaftlichcr Erkenntnis biblische und außcrbiblischc Ucberlicfcrungcn, die „schriftliche" und „mündliche" Lehre heranzuziehen; das bedeutet aber: wissenschaftliche Arbeit zu leisten! — Wissenschaftliche Arbeit aber mit gebundener Marschroute ist eine „contradictio in adjecto". Hypothesen und Theorien werden stets das Hilfswerkzeug der Forschung sein. Wer aber dürfte sich vermessen eine Grenze zu ziehen: Bis hierher und nicht weiter? — Auch rein theoretisch ist es ein unerträglicher Gedanke, der wissenschaftlichen Forschung Hemmschuhe anzulegen. Schreiber dieser Zilien hat vor 17 Jahren persönlich mit Kopfschütteln beobachtet, wie am hebräischen Gymnasium in Jaffa halbreifen Knaben und Mädchen zweifelhafte bibclkritischc Thcoriccn als Tatsachen und Wahrheiten vorgetragen worden sind, und hat aus seiner Verurteilung dieser pädagogischen Methode kein Hehl gemacht. Eine Universität ist aber keine Anstalt für geistig Unmündige. Will man Lehrfreiheit aus ihr ausmerzen, so wird sie etwas ganz Anderes — vielleicht nicht weniger Nützliches —, aber sie hat dann kein Recht mehr, sich Namen und Bedeutung einer Universität beizulegen. So schlecht auch die Hochschulen der europäischen Kulturwclt in mancher Beziehung sein mögen, das Prinzip der Lehrfreiheit verleiht ihnen übergeordneten Rang über alle Scmcnaricn und Bilduiigsanstaltcn mit dogmatischer Bindung. Ich stehe persönlich nicht;iuf dem Boden der radikalen Bibclkritik und weiß genau, wieviel Unheil die Wellhauscuschen Thcoriccn in der jüdischen Welt angerichtet haben, besonders unter unseren bildungshungrigcu Studenten, welche dem der jüdischen Psyche nun einmal innewohnenden Hang zum. Radikalismus nicht genug tun können. Wir sehen aber heute, wie der scheinbar für ewige Zeilen gemauerte Bau der biblischen Litcraturkritik in ein bedenkliches Schwanken geraten ist. Wenn mau dies konstatiert, braucht mau noch nicht Anhänger der Verbalinspiration zu sein; aber man wird die übertriebene Aeugstüchkcit, mit der viele gläubige Juden auf die bibtlkrilischc' Richtung blicken, nicht mehr für ganz gerechtfertigt halten. —- Auch das Irren ist notwendig zum Siege der Wahrheit, und es ist kein Zeichen überzeugter Frömmigkeit, wenn mau den lieben Gott wie einen irdischen König durch polizeiliche Maßnahmen und Absperrung vor Schaden zu bewahren sucht. Er kann und wird für sich selber kämpfen. Man unterlasse es auch auf gesetzestreuer Seite, die Schätzung der nichtjüdischen Bibclwisscnschnft mit dem Schlagwort „Assimilation" abzufertigen. Wir wissen genau, daß die bibclkritische Schule die Tendenz nicht vermieden hat und noch fortgesetzt vcrtolgt, den Wert des Judentums zu Ounstcn der Tochtcrrcligiou herabzusetzen. Wir wissen, wie leicht auch die scheinbar objektive Betrachtungsweise durch gefärbte Gläser sieht und auf Pracmisscn der Voreingenommenheit haltlose Folgerungen baut. Das darf uns aber keineswegs übersehen lassen, wieviel wertvolle Einzclcrgcbuissc wir der „gojischen" Bibclforschung zu verdanken haben. Genießen wir den süßen Saft und Ir.sscn wir die Schalen liegen. Und bekämpfen wir die Bibclkritik. wie es Prof. Tschcrnowitz im „Haolam" (Nr. 3-1) treffend ausgeführt hat, mit ihren eigenen Waffen — aus unserer jüdischen Einstellung heraus. — Assimilation und Golustum gehören eng zusammen. Uns will scheinen, daß die Beschränkung der Lehrfreiheit an einer hebräischen Universität eine Assimilation au schlechte nichtjüdische Vorbilder darstellen würde und eine Golusblütc „kaf exoehen" wäre. Es ist möglich., ja wahrscheinlich, daß die absolute Freiheit des Lchrcns und Forschens in manchen Köpfen Verwirrung stiften wird, ~ kennen wir doch im Besonderen die Golusmcntaütät vieler ghctiocntwichcncr junger Juden. Vielleicht wird Schaden gestiftet. Ich bin aber überzeugt, daß eine Beschränkung dieser Freiheit eine viel nachhaltigere und schlimmere Schädigung für das Geistesleben unseres jüdischen Volkes bedeuten würde. Man soll den Teufel nicht durch Bclzebub austreiben. Wie darf der Fromme zweifeln, daß die göttliche Wahrheit üoer alle Irrungen und Wirrungen triuinnhicren wird? — - Ob die Seele unseres Volkes durch die Tätigkeit der Universität eine neue Formung empfangen wird, stehe dahin. Nur Lebendiges erzeugt neues Leben. Vielleicht werden einst Welt-Icschiwah und banhedrin zu Jerusalem die Instanzen für das Leben des neuen jüdischen Geistes, wenn wir Männer haben, welche Frömmigkeit, Gelehrsamkeit und rabbiuische Autorität mit profanem Wissen, Weitherzigkeit und tiefem Verständnis für die Jtfcdürfnissc der Nation zu vereinigen wisse«. — ÄEcriUanisc!:« Ziosistea bjl Plaocr Am 21. September vormittags empfing Lord Plumer folgende amerikanische Zionistcn, die ihm von Colonel Kicch. vorgestellt wurden: Morris Rothenberg, EmanucI Neumann, Judgc Rosenblatt, Isaac Meister und Charles Passmann, der palästinensische Vertreter des American Zion Commonwealth. Am gleichen Tage empfing er Miss Irene Loeb, die Präsidentin des amerikanischen Kfudcr-Wohlfah rts-Komit ccs. Aßcrlisalsclic Freimaurer Jßr Jtrcsaltcier Schalen Morris Rothenberg übergab Colonel Ki-clt im Namen des Palästina-Ausschusses der amerikanischen Freimaurerlogen einen Scheck über 10000 Dollar für das Lehrerseminar in Jerusalem zur Weitergabc an Herrn David yellin. »Wj ..aa^Ji |u;uuüUu„««i Das Berliner Palästina-Amt verfautbart hiermit folgende Mitteilungen: 1. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Zeitifikatsvcrtclhing für das Halbjahr April—September 1025 beendet ist. Alle Antragsteller werden daran! hingewiesen, daß weitere Anträge erst*im nächsten Halbahr zur Behandlung kommen werden. 2. Es wird wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß Personen; die mit den Dampfern „Gianicolo" oder „C3rm'olia". jeden zweiten Donnerstag ab Tricst, reiben, bereits Mittwochs in Triest eintreffen und sich beim Palästinaamt in Tricst, Via del Monte 7, zwecks Umtausche der provisorischen Schiffskarten melden müssen. 3. Der 10. Oktober, der Tag u>r Ausreise des Dampfers „V i 11 c d 1 A m i c n s" aus. Marseille, ist ein Samstag. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß es allen jüdischen Pas;;igierru freisteht, sich bereits Freitags einzuschiffen. Es wird aber im allgemeinen den Reisenden empfohlen, möglichst erst am Tage der Abreise in Marseille einzutreffen, da die Untcrkunftsvcrhältnissc für nicht französisch sprechende Personen ungünstig sind. •1. Wir machen wiederholt darauf aufmerksam, daß Reisende aller Kategorien, ausgenommen Staatenlose, gültige N a tio n a I päs s c zur Visicrung vorlegen müssen. Personalausweise sind nicht zulässig. Zcrtifikatscmpfangcr müssen sich in jedem Einzelfalle au das Paliistinaamt wenden. 5. Staatenlose, Russen und frühere Hu^en erhalten italienische oder rumänische Transitvisa nur nach vorheriger Rückfrage in Rom bzw. Bukarest. Die Rückfrage dauert ein bis zwei Monate, so daß praktisch die Ausreise'über einen italienischen oder rumänischen Hafen für diese Rtiscndcn nicht in Frage kommt. 6. Gepäck, das der Reisende nicht mit sich führt, sondern nach Palästina expedieren läßt, muß bereits innerhalb 43 Stunden nach Ankunft des Reisenden im Bestimmungshafen des Gepäcks für den Zoll deklariert werden. Nur in diesem Fall kann mit Befreiung vom Zoll gerechnet werden, während bei Nichtbcfolgung auch gebrauchte Gegenstände zu vcrzol 1 cn sind, 7. In Anbetracht der Tatsache, daß in der lef/teu Zeit Anträge auf Zuteilung von Zertifikaten von den verschiedensten Organisationen, Vereinen, Ortsgruppen, Jugendbündcn, Einzelpersonen usw. aus derselben Stadt oder demselben Bezirk an das Palästinaamt gerichtet werden, wird hiermit darauf aufmerksam gemacht, daß die Zionistischen Ortsgruppen die Vcrmittlcrstcllcn für die Weiterleitung von Anträgen an das Palästinaamt sind. Alle Organisa\ionen, soweit sie nicht eigene Zentralen mit Sitz und Stimme in der Palästinaamts-Kommission haben, werden aufgefordert, sich der Vermittlung der 'Zionistischen Ortsgruppen zu bedien«. B. Alle Ortsgruppen der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, des ltechaluz, der Föderationen, sowie* alle Vertrauensleute werden darauf aufmerksam gemacht, daß Alijah-Anträgc nur auf den Fragebogen des Palästinaamtes einzureichen sind. Alle Anträge für gelernte oder ungelernte Arbeiter müssen begleitet sein von einem ärztlichen Attest, den Arbeitszeugnissen, einer Photographic, sowie einem ausführlichen Lebenslauf des Antragsstcllcrs. Anträge sind möglichst in hebräischer Sprache einzureichen. * Uebcr die soeben eingetrofieneu neuen Paß-Vor» s.chriftcu teilt das Palästinaamt mit: 1. Touristen: Staatenlose und Russen können Touristen-Visen nach Palästina nur nach vorheriger Nachfrage bei der palästinensischen Regierung in Jerusalem erhalten. Anträge sind daher rechtzeitig einzureichen. 2. Visen, Kategorie B., -d. h. Einreisebewilligungen für Einwanderer, die über ein Vermögen von wenigstens 500 £ verfügen, werden überhaupt in Zukunft nur noch nach Einholung der Genehmigung der Palästina-Regierung in jedem Einzelfalle erteilt. Anträge sind daher ein bis zwei Monate in Voraus zu stellen. Dem Antrag muß beigefügt werden die Bestätigung einer Bank über erfolgte Ucberwcisung von 500 £ nach Palästinn, oder um einen Teil dieser Summe zu ersetzen, die Police der Versicherung „Lloyd Agent" über die bei der Gesellschaft versicherte und zum Transport nach Palästina bestimmten Waren oder Fabrikations-Maschinen, oder ejnc notarielle Bcstäü'gung dafür, daß dem Besitzer eines Geschäftes oder industriellen Unternehmens nach erfolgter Liquidation des Betriebes ein Kapital von wenigstens 500 £ zur freien Verfügung stehen wird Tr-asporispesen cseh Psläsima Die „Pal. Express Cy" schreibt uns: In der letzten Zeit mehren sich die Klagen von Emigranten darüber, daß ihnen, obwohl sie von der betreifenden Gesellschaft, der sie den Transport ihrer Güter übergeben haben, eine genaue Aufstellung der Transportspesen erhalten haben, ihnen in Palästina noch erhebliche Kosten entstehen. Es scheint nötig zu soin, darauf hinzuweisen, daß fast* alle Gesellschaften den Transport jiur bis Bord Jaffa, resn. Haifa übernehmen, und daß für den Transport vom Schiit zum Kai und zum endgültigen Abladeplatz ::z:\\ weitere erhebliche Kosten entstehen, die nicht in den ursprünglichen Preis eingerechnet sind und auch je nach der [.ihreszeit variieren. Diene Kosten werden von dem betreffenden Vertreter in Palästina separat nachher zu den nllgemeif.cn Transportkosten dazugerechnet. Das kürzlich eröffnete Informationsbüro für Transportfragen der „Palestinc Express Com- Pany" ist gern bereit über Transportverhältnisse usw. in den Ufcu Auskunft zu geben. Drucl:!c^IcrbcrIdtl2Qsg In dem Artikel „Illusionsraub" von Dr. Ringe] in Nr. 74/75 der „J.R." haben sich einige sinnstörende Druckfehler eingeschlichen, um deren Berichtigung uns der Autor ersucht. Statt: politische „Feindschaften" in Kriegsnot geboren — soll es heißen: ,,F r c u n d s c h a f t c i.'«; statt „immerwährende" Entfremdung — soll es heißen: immer mehr wachsende; statt: man „solle" den Kongreß bändigen — soll es heißen: man wolle; stau die inneren Vertragsgegner haben nach „anderen" politischen Erfolgen — soll es heißen: nach unseren; statt: bei unserem, im „reinen" Wollen so bescheidenen Volke — soll es heißen: in seinem. Audi in dem Artikel von Felix Roscnblüth in Nr. 7ö der „Jüdischen Rundschau" tiud eine Reihe von Druckfehlern richtig zu stellen. Es ßolltc dort auf Seite 611, Spalte 1, Zeile 13 statt „Mittel zum Gewcrfc", richtig heißen: Mittel zum Zweck; auf Seite 014, Spalte 2, Zeile 50 statt: „Schutt der eigenen Unzulänglichkeit auf ihn abgeladen", richtig: auf ihr; auf Seite 615, Spalte 1, Zeile 6 statt: ^verantwortlichsten Akt Personcnauswahl", richtig: verantwortlichsten Akt der Personcnauswahl.

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