Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1925-10-02 · Heft 77-78 (2.10.1925) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 77-78 (2.10.1925)
Date
1925-10-02
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2651273-2652691-2652763--17747-3528653
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

12 entity mentions

Seite 662 JÜEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 77/78 Nr, KE Die Konferenz des Kcrcn Kafemetb ia Wies Zu der Erwiderung von Berg er (Nr. 12 der „J. R.") nur einige Bemerkungen: Berger gibt zu, dali meine Kritik in vielen Punkten berechtigt war. In welchen, sagt er mit klaren Worten nicht. Anscheinend ist es der auch von ihm festgestellte Mangel an sachlicher Information. Hierüber sind wir beide einig. Ich bin jedoch insofern weitergegangen, als ich behauptet habe, — was mir 7ahlrciche Teilnehmer bestätigten und die N. F.-Kommissicn für Deutschland hat sich meiner Meinung angeschlossen — daß fehlende sachliche Information das Vcrantwortlichkcitsgcfühl der Mitarbeiter schwächt, wenn von diesen erkannt wird, daß sie bewußt nicht gegeben wird. Die fehlende sachliche Information wirkte um so bedauerlicher, als das Hauptbüro vor der Konferenz geschrieben hat: „Die Konferenz soll im wesentlichen prakfschen Fragen der Propaganda dienen, außerdem sollen die fragen der Boden- und Finanzpolitik des K. K. sov ic die Stellung des K. K. auf dem Kongresse 7ti diesen Fragen erörtert werden." (Brief vom 10. 6.; Lediglich von diesem Schreiben und den vorher ausgesprochenen Aufforderungen des Hauptbüros zu allen Fragen Stellung zu nehmen, gehen die Thesen der Deutschen Sammelstelle aus. Sic entsp-cchen völlig dem erwähnten Schreiben, sie sind dem Hauptbüro vor der Konferenz zur Kenntnis gelangt, ohne daß das Hauptbüro „die konstitutionellen Gesichtspunkte, von denen sie ausgehen, rügte. F.s ist nicht ersichtlich, daß die Thesen von solchen Gesichtspunkten ausgehen. Die „Konstitution" des N. F., die Berger in den Hauptteil seiner Erwiderung hekämpft, ist von mir nur nebenbei erwähnt worden und für meine ganze Kritik nebensächlich, die auch ohne Konstitution in nichts abgeschwächt wird. Es ist auch ohne Konstitution mein Standpunkt, daß Landcss.immclstcllcn und ihre Kommissionen das Recht und die Pflicht haben, in allen den N. F. betreffenden Fragen Stellung zu nehmen. Aufgabe der Vertrauensmännerkonferenz ist und bleibt es, dasselbe zu tun, und diese Stellung in Resolutionen festzulegen. Ist das Direktorium mit der Stellungnahme einverstanden^ wird es die Resolutionen durchführen und den Instanzen «Irr Organisation unterbreiten. Ist es nicht dnverstundrn, so wird es dies offen der Konferenz, darlegen. Wenn also auch für . mich die Frage der Konstitution nebensächlich ist, muß noch auf eine Bemerkung aus anderen Gründen eingegangen werden. Berger sagt: ..Der furchtbare Rückschritt der Einnahmen seit rinfülirung der Konstitution." Unter Verzicht auf alle Statistik zitiere ich den Bericht des Hauptbüros von 1 *>2-'i über den Rückgang der Spenden (Ercz Israel Heft 0, S. 17i: „Gründe des Rückganges sind: Die Ausschaltung Rußlands, die fortschreitende Valuta-Verschlechterung, die wirtschaftliche Krise, Aktion für den Keren Jlajessod, Schwierigkeiten der Ucbcrsicdlung des Hauptbüros/' Frst Borger „enthüllte" den wahren Grund. Hat das Direktorium diesen Grund bisher verschwiegen? Ich bleibe dabei, Erweckung des Verantwortlichkeitsgcfühls ist die Grundlage unseres Fortschritts. Dr. Albert Baer-Berlin. PilSstiia-Rebe des „Ferr Gynt" Fahrplan: Gesanitdauer der Reise 23 Tage; 14tägigcr Aufenthalt in Palästina. Der Dampfer verläßt Genua am 29. Oktober 1925: Ankunft und Abfahrt Messina am 31. Okiober; an Port Said am 1. November; ab Port Said am 7. November. nlnnd»: an Ilaifa am 8. November früh; ab llaif.i am IS. November Irüh; au Genua am 21. November. Fahrpreise: Der Minimum-Preis pro Platz für die cesamte Reise einschl. Verpflegung, Führung und Autenthalt in Aegvpten und Palästina beträgt 1250 M. Zu diesem Preis treten, je nach Lage der Kabinen, die «•in/einen Kabincnztuchläge, und zwar pro Platz in: D-Dcck Auficnkaminrrn Nr. VJ-M>, S5, S6, 80—02 125 M.; Außenkümmern Nr. 50, 60, 60. 72, 75. 77-50, 87, SS, 03-% 150 M.: Aufienkammcrn Nr. 63, 6* SO M.: Außenkammcrn Nr. 76, 81. SJ 200 M.: Außenkammern Nr. 71, 74, 83, S4 150 M. E-Dcek: Innenkammern Nr. 162, 163 (Doppclk.) 25 M.: Außenkamincin Nr. 0O_j02, 107-110, 117, IIS, 123, 121. 131. 132. 137, 138. 145, 146, 151-156 .30 M.; Außendoppclkammeru Nr. 150, loO 50 M.: Aunenkammern Nr. 164, 165 23 M.; Iniiendoppclkammern Nr. 133, 161 ohne Zuschlag; Aulicnkammern Nr. 133, 136, 143, 1*4 25 M.; Außenkammern Nr. 166. 167 ohne Zuschlag; Außcndoppclkammcrn Nr. 175, 170 50 M. . Bemerkung: Kabinen, bei denen nichts anderes gesagt i*t, sind in der Regel 3-hcttigc. Wird eine solche Kabine durch ein Ehepaar beansprucht und nur mit zwei Betten belegt, so tritt ein Aufschlag von 75 M. hinzu. E i s e n b a h n f a h r p r e i s e von Berlin nach Genua betragen : I. Klasse 155,10 M., II. Klasse 105,70 M., III. Klasse t)6,20 M. Meldungen beim Palästina-Amt, Berlin. Sekretariat für Frauenarbeit bei der Berliner Zionistischen Vereinigung. l_"s besteht die Absieht, im Nordwesten einen hebräischen Montessorikindcrgartcn einzurichten. Einige Anmeldungen sind bereits vorhanden. Am Montag, den 5. Oktober, abends S Uhr. findet in der Konditorei von Lochau, Altonacr Str. 21, eine Zusammenkunft statt, in der die näheren Einzelheiten besprochen werden sollen. Interessierte < icsinmiugsgenosscn werden gebeten, an dieser Zusammenkunft teilzunehmen oder sich schriftlich an das Frauensekrc,- tariat zu wenden. Dienstag, den 22. d. M„ fand in den Räumen der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Mciuckextr. 10, ein gut besuchter Vortragsabend statt, in dem Fr. Dr. Helene I a n n a Thon über palästinensische Frauenarbeit und l rauenkonferenz, Fr. Wronsky über zionistische Frauenarbeit in Deutschland, Fr. Lina Wagner-Tauber über d*s Winterprogramm für die Berliner Arbeit, sprachen. Wir werden in einer der kommenden Nummern den Inhalt der Kcde von Frau Thon ausführlich wiedergeben; Frau Wagner-Tauber gab hauptsächlich Richtlinien für das Winterprogramm. Frau Wronskv sprach hauptsächlich über aktive Frauenarbeit. In der Diskussion sprach Frau Dr. Margarete T u r n o w s k y. Komcrt. Frau Thclma Sp ea r-L c w i s o h n, die Gattin des bekannten amerikanisch-jüdischen Schriftstellers Ludwig Lewisohn, sang dieser Tage in Berlin im Bechstein-Saal «»englische Lieder, eine deutsche Liedergruppe, (Hugo Wolf, Hrahms, Blech und Reger) und schloß mit einigen Negcrhedern und hispano-amerikanischen Songs. Die junge, sympathische Künstlerin zeigte sieh als kundige Interpretin, die in Europa nicht nur innerhalb eines Jahres die deutsche Sprache gut erlernt hat, sondern offenkundig auch in der Gesangstechnik Fortschritte macht. Ihr frisches und volles Organ klingt manchmal noch etwas unsicher, hat aber schon heute besonders in manchen Lagen Wohlklang und dramatische Akzente und läßt erwarten, daß die Künstlerin bei fortgesetztem Studium zu beträchtlichen Erfolgen gelangen jylrd. Am besten gelangen der Sängerin die heiteren Kinder» heder Leo Blechs und die Habaneras, in die sie ihr ganzes Temperament legte. Das distinguierte Publikum dankte der ■nmutigen Künstlerin mit ermutigendem Beifall. Kr, Literat Jüdische Bücher Es ist seit Beginn der nationalen Bewegung Uebung geworden, daß zur Jahreswende jüdische Kalcnderjahrbücher erscheinen, die ein Abbild der geistigen Gärung im jüdischen Volke sind. In diesem Jahre wurden uns zwei derartige Sammdbüchcr beschert, die das sonst auf diesem Gebiete Gewohnte um ein beträchtliches Maß überragen. Beide führen den Titel „Jüdischer Almanac h auf das J a h r 5 6 8 6"; der eine, von Ludwig Bato und Martha Hofmann in Wien herausgegeben, wurde hier bereits angezeigt, der andere ist im Auftrag des Kcren Kajrmcth in Prag hrransgegeben und redigiert von Dr. Friedrich T lue berger und Dr. Felix Wcltsch. Der Wiener Kalender setzt die ruhmreiche Tradition des Natioualkalcndcrs fort, an dein früher neben Bato noch Dr. Otto Abclcs in verdienstvoller Weise verantwortlich mitgewirkt hat. Das Prager Jahrbuch ist in Anlage und Komposition neuartig und äußerst gelungen. Es enthält einen reichen Palästinateil, eine Abteilung „Von jüdischem Sein" mit wertvollen, jüdische Probleme zum Teil unter allgemeinen Aspekt analvsicrcnden Beiträgen von Felix Wcltsch, Th i c - berger, 'Baum, Hans Kohn, eine Abteilung „Vom jüdischen Leben", aus der der Aufsatz des Univ.-Prof. R a d I s einer. Freundes des Präsidenten Masaryk, über die böhmischen Dorfjuden, und launige „Begegnungen mit Juden" von Egon Erwin Kisch hervorzuheben sind, und einem besonders gut aus ost- und westjüdischen Schöpfungen zusammengestellten literarischen Teil. Dazu kommt eine J a h r c s u m s c h a u , in welcher in selbständigen Origindbciträgcn Berichte aus einer ganzen Reihe von Ländern gegeben werden, in eigenartiger Beleuchtung. (Der Brief Coralniks über amerikanisches Judentum gibt eine recht deprimierende Darstellung der Geistigkeit des größten Judcn-Conidomeiatcs). Alles in allem ist dieser Alma nach recht zu empfehlen. Die Rcisclitcratur über Palästina ist in der letzten Zeit durch zwei Werke bereichert worden: Felix Saltens „Neue Menschen auf alter Erde" (Verlag Isolnay, Wien) wurde hier schon von Anitta Müller angezeigt; es wäre noch hinzuzufügen, daß dieses Buch einen außerordentlich slarken Findruck auf die nichtzionistisclte Ocffcitlichkcit gemacht hat. Die größten Zeitungen Oesterreichs und Deutschlands brachten lange Artikel darüber, die beweisen, daß sie durch das Studium des Ruches eine völlig neue Welt kennen gelernt haben und überrascht vor diesem Beruhte über das jüdische Erwachen stehen. Dies bewirkt zu haben, ist eine Tat, für die wir Saiten Dank schulden. Nicht als Entdecker, sondern als ein vertrauter Freund, der seine Arbeit seit Jahren der Palästinasachc widmet, kam Hugo Herr m a n n in das Land. Er schildert („Eine werdende Welt". Verlag Dr. Josef Flesch, Prag) in einer Reihe von Kapiteln mit feiner Beobachtungsgabe mid dem seltenen Geschick, das Wesentliche in leicht faßlich-einleuchtender Darstellung dem I cscr mitzuteilen, das Land, die Menschen, die Einrichtungen und Tendenzen des Lebens. Von dem fesselnd geschriebenen Buche wird hier noch die Rede sein. Unmittelbare Eindrücke von Landschaft und werdender Kultur bietet, hier nur nebenbei bemerkt, der neue prächtige Bildrrband Palästina, hrrausgegebrn von Georg Landauer (Verlag Meyer Jessen. München, 20 M.) mit Einleitung von Sven Hedin, enthaltend 300 vorzügliche photographisehc Reproduktionen — das erste große Bilderwerk dieser Art. Weit über Palästina hinaus ist ein anderer zionistischer Reisender gelangt, obwohl auch seine Fahrt vor allein Palästina gilt und Palästina Im geistigen Zentrum seines Buches steht:- Der Generalsekretär der Zionistischen Weltorganisation und englische Schiiftstellcr Israel Cohen hat im Jahre 1020—21 eine Weltreise nach dem fernen Osten unternommen, um die dort versprengten jüdischen Gemeinden zur Mitwirkung beim Aufbau Palästinas zu gewinnen. Seine Reiseerlebnisse legt er nun in einem stattlichen, sehr schön gedruckten und ausgestatteten Bande vor (The Journal of a Jcwish Traveller. By Israel Cohen. London 1025, John Laue The Bodlcy Head Ltd., Preis- 15 sh.). Cohen fuhr von Palästina nach Australien und Ncu-Sccland, von dort nach den Philippinen, dann nach China, Japan, bis Charbin, dann zurück über Java, Singapore, Indien. Uchcrall suchte er die Juden auf, behielt aber auch für die Eigenart des Lebens der exotischen Völker Blick und Zeit übrig. So sind seine Berichte eine, eigenartig anziehende Mischung von Beschreibung fremder Länder und Kulturen und der Kunde von Leben, Treiben und Denken jüdischer Volkssplittcr, die in völliger Isolierung ihrem Judentum doch die Treue wahren. Wir erfahren nicht nur von den eingewanderten europäischen (ineist russischen) Juden, die in fernen Meeren eine neue Heimat gefunden haben, sondern auch von der Eigenart der alten sefardischrn Gemeinden, ihren Bräuchen und Traditionen; und alle bringen der Botschaft des neu auflebenden Palästina lebhaftes Interesse, ja oft große Begeisterung entgegen. Das Buch ist eine iutercsssante Illustration der Tatsache jüdischer Welt-Zerstrruung. Es ist instruktiv und unterhaltend zugleich, und verdient Aufmerksamkeit auch in Deutschland bei Lesern, die des Englischen mächtig sind. Einen Beitrag zur zionistischen Ideologie bildet das neue Buch von Felix Wcltsch und Max Brod „Zionismus als Weltanschauung" (Verlag Dr. R. Färber, M.-Ostrau), eine Fundgrube fruchtbarer Gedanken, anregend für jeden Zionisten, auch aufschlußreich zu vielen verwickelten Problemen unserer heutigen Lage. Daß Max Brod mit seinem Meister- Roman „Rcubcni" (Kurt Wolff-Verlag, München) uns das jüdische Buch dieser Saison geschenkt hat, mag bei dieser Gelegenheit erwähnt werden. Wer Breul* Entwicklung beobachtet hat, erkennt auch in diesem Buch, ganz abseits vom Stofflichen, das Ringen mit der jüdischen Problematik, die diesen Dichter seit Jahren erfüllt. Die leidenschaftliche Sehnsucht nach Einheit empört sich gegen die Zwcihcit der Welt, die Zwcihcit der Triebe, die Gcspaltenheit der Menschen. In seinem großen, noch Immer zu wenig beachteten rcllglousphllosophischeii Werk „Heidentum, Christentum, Judentum" hat er den Ausgleich zu finden versucht in der jüdischen Lehre vom „Dicsscitswundcr". — Dieses Sehnen klingt in allen späteren Werken, bei erhabenen und profanen Gegenständen, mit, und findet einen wichtigen Höhepunkt im „Rcuheni". So ist dieser Roman also in vielfachem Sinne ein jüdisches Buch, Brods Schaffen ist'befruchtet von der Weisheit des Talmud, die er vielleicht nicht an den Urquellen geschöpft, aber doch intuitiv mit großer Leidenschaft ergriffen hat. Einen Weg zu dieser Quelle, auch für den Unkundigen, bildet die (in der Brandus'sdien Verlagsbuchhandlung, Berlin) vor kurzem erschienene Auswahl „Ott babylonische Talmud", übertragen und «rläutcrt von Jacob Kromer. Auf fast 600 DünndrucJc-ScJten, in dnem sehr handlichen, vorzüglich ausgestatteten Leintnbande (Preis 8 M), gibt Fromcr eine freie Uebersetzunjf der ersten Seiten von 15 Traktaten, also im ganzen ca. 114 Textseitcn. Jedem Stück ist eine erklärende Eio2cüU3Z vora^e^cWckt, rüe, den Zusammenhang erläutert; dann folgt Mischna und Gcmara. So viel auch vom Standpunkt der gewiegten Talmudistcn creren dies Methode eingewendet werden mag, für den deutschen Lcr ist sie doch eine willkommene Erleichterung und hilft ihV die Dialektik des Talmuds ahnend zu verstehen nur] \T,A'r Heu Schwierigkeiten der Materie einen Eindruck von (.L Großartigkeit dieses umfassenden Buches zu bekomme'; Fromcr, der bereits vor einigen Jahren (im Verla? Ocor- Müller, München) ein großes Buch über den Talmud öffcntlichte, hat sich für die Popularisierung der talmufluciir'- Er/ähhmgen und Gleichnisse auch durch ein früheres BucKv, {gleichfalls des Verlages Brandus) ein Verdienst ciworbni in welchem er zusammen mit Schnitzer ..Leg-ik1< n andern Talmud" herausgab. (Dünndruckausgabc in einem klein?';; Taschcu-Lcincnbaud mit einer Radierung von Struck u;;d Federzeichnungen von Lesscr, Preis 4 M.). Ist in großen Auswahl hauptsächlich Halacha berücksichtigt, so »1 langt hier die Aggada zu ihrem Rechte. Das Büchlein uTrd jedem, der darin liest, Stunden der Freude und Erhau;-^ bringen. Michael Walter. Zeötr „The Parablcs and Schulcs of the Rabbis, Agricultural and Pastoral". 1 Bg., Dagan Fcldmann, Ph. D., Cambridge Univcrsity Press 1921. Die Parabel, das treffende Beispiel in mehr oder minder poetischer Form dargebracht, waren von jeher die I Iilf>;niivci der Argumcnticrung im Orient, Die altr.-ibbinis.chc Literatur (Mishna. Talmud, Midrash), teils in Palästina, teils un der Wiege des altorientalischcn Volkstums (in Babylon entstanden, enthält Similis und Parabeln in Ilüilc und Fülle, Weniger die Mishna, umsomehr Midrash. Diese Parnheln und Similis waren nun über Seiion und Bände /cr>tieu Um aus ihnen irgendwelche Schlüsse ziehen m können n bcztig auf volks- und landwirtschaftliche Gepflogenheiten war ihre Klassifizierung und Aneinanderreihung erforderlich. Dieser Aufgabe hatte sich der Dagan Fcldmann mit lohens. werter Gründlichkeit unterzogen und als Frucht seiner Arbeit liegt nun sein Buch vor uns. — An Genauigkeit und Kkirlie,! läßt es nichts zu wünschen übrig. Ein sonderbares Gefühl steigt beim Lesen dieses Buches auf. Die Leute, die d,e>t Beispiele anwandten und jene, die ihnen anhörten, mußte:, mit dem Boden verwachsen sein, sich eins mit der umgchrr.nV:, Natur fühlen. Nun lesen sie ihre Nachkommen, die Stadler, Menschen, die fieberhaft durchs Leben hasten ohne Rast, ok» Bodcnständigkcit. Vor 20 Jahren hätte man den Kontra; unüberbrückbar gefunden. Jet/t aber zeigen sich Ar<».it/* zur Rückkehr zum Boden. Allenfalls ist diese Zusnmmcnstcllung, so muß man dieses Buch wohl nennen, ein Werk, das eine Lücke in der clcgctischcn Literatur beinahe vollst and; j ausfüllt. P-n. Von der Jüdischen National-Bibliothck. Die von d^r italienischen Regierung an alle Verleger, Bibliotheken und gelehrte Gesellschaften gerichtete Aufforderung, Bücher für die Jcrusalcmcr Universitätsbibliothek zu stifte-, hat einen sehr starken Erfolg gehabt. In Jerusalem sind bereits ca. 500 Bände eingetroffen, und viele Hunderte von Bänden befinden sich in Rom bei dem unter Vorsitz von Rabbiner Dante 1 .dtes jubi'itendcn Komitee. Unfcer aiulenn sandten die, Gt;srllsch.iit Dante .Alighieri zur, Vorbi reitu;^ der italienischen Sprache und Kultur eine vollständige Sammlung italienischer Klassiker, der bekannte Botaniker und Leiter des botanischen Instituts in Rom. Prof. Romualdo Pirotta, seine Schriften und die vollständige Serie der von ihm herausgegebenen botanischen Annalen. Die Familie des verstorbenen Mikrobiologcn M. B. Grassi, des Entdeckers der Malariaübcrtragung durch die Auophelcs, sangliche kleinen Schriften Grassis. die sehr selten sind. Die Katholische Universität Sacro Cuorc in Mailand übersandte sämtliche von ihr herausgegebenen sehr wertvollen Arbeiter. Die Verleger Alinari Zanichelli. Mondadori, Imperia u. a. übersandten sehr wertvolle Publikationen. „Kirjath Scphcr". Vuu der bibliographischen Vierteliahrsschrift „Kirjath Scphcr", welche von der Jerusalcme: Universitätsbibliothek herausgegeben wird, erschien das 6. Heft mit folgendem Inhalt: Nachrichten der Bibliothek: Bibliographie der Palästinadrucke. Bibliographie neuer llebraica und Judaicn. E. L. Sukenik: Bibliographische Liste von Zeitschriften, Aufsätzen über Pah^na während 1921. G. Scholcm: Der Kabbaiist Rabbi Abraham heu Eliescr Ifalcvi. A. Tauber: Wer ist der Autor der Bibelkonkordanz? Aus den Handschriften der Bibliothek: S. Assaf: Piutim und Sh'chot aus der g.mfiisehen Periode. D. H. Baneth: Ein Fragment aueinem polemischen Briefe des Rabbi Samuel Hanaggid. B. Himburg: Mendelssohn und der Streit über das Buch Wesse!}? „Diwre Schalom". Glossen: von Alexander M.irx A. Tauber. — Der Abonncmcntsprcis der Zcitschiiit betrat V: ~ cgi. im Jahr. Ehrenabend für den Dichter Saul 1 schernichowskv. IV Verband der jüuclischen Schriftsteller zu Berlin veranstaltet .im 7. Oktober im Ecstsaal des l.ogenhnuscs, Klciststr. 10, einer. Ehrcnabeua für den berühmten hebräische Dichter Sju! Tschcrnichowsky aus Anlaß seines 50. Gcburtsls.^- Der Jubilar hat sein persönliches Erscheinen zugesagt. — A" der Feier werden in der literarischen Abteilung die!l<"rrf!1 Prof. S. Dubuow, Dr. S. Beruf cid, Pi'of. Ileimi^ Löwe, Dr. Max So lo w c i tsc h i k, Dr. Jacob Kht'* kin und der Dichter David Be r g e I s o h u, 'in der nr.:«^' lischcn Abteilung das Mitglied der New Yorker Mciro;--'-r.> Oper Leonhard Brown, das Mitglied des Deutsche;; '!iir>'.^ Meinhard Maur und am Klavier f rau Antik-. vn;t\M>"'■ Vortragjikursus Siegfried Hemfeld. Der Reich sc hu II der jüdischen J u g e n d v e r b a n d c!"t bekannten Jugendforscher, Herrn Siegfried Bern f cid- Wien, gebeten, einen .sechsstündigen Voitr.igskurs>:> '^',r „Psychologie der Pubertät" abzuhalten. I nkr^ Vorträge .«lud in Ansieht genommen: l. Mittwoch. <ku M. •sr"' (einher: Erscheinungsweisen der Pubertät. Hioiogisclie gänge. Soziale Determinanten. II. Montag, den 5. Okic;v'; Typen der gestreckten Pubertät. III. Donnerstag, den S. O tober: Die kindliche Entwicklung. Vorpubertät. IV. .V.cnt.i:. den 12. Oktober: Gemeinschaftsleben der Jugend Das ITu!i'rr" Problem. V. Mittwoch, den 11. Oktober: Produktivität: l'>hf der Jugendlichen. VI. Donnerstag, den } \ Oktober: Alleen""'!5' Ergebnisse, Pädagogische Anwendungen. Der Kursus h"cft jeweils von S—10 Uhr abends statt. Eintrittskarten zum Preise von 2 Mark für alle 6 Aben«c oder zu 50 Pfennig für einen Abend, sind im Landgemein^" haus, Berlin N, Sopbicnstr. >J und au der Abendkasse 'u haben. Der Kursus findet im Plenarsaal der Jüdischen de* meinde, Berlin C2, Rosciutr. 2/4, statt. Berlin. Am Dienstag, den 6. Oktober, um spricht Herr Leopold Loewcnthal in der Ockononus«» Gesellschaft für das Land Israel, Klopstockstr. 53, U. ub^ das Them«: „Eindrücke in Wien und Genf". Damen un- Herren als Oiste willkommen. l rclati" schier; sehn! in de zu er 2j an, d vcrj|r Roscl mehr not\v< Diese große' Es d; aller . Oktol stattü Oktol \vcrd< Deuts im n gebni C beträj wird eine vorge: eine sichts vorst; tingei wenn traucrj orßan! verlas und i Deuts In jelüst: l)CUb( beitrat dritter' Wie ' Ii. Kajein ' lassen. W 1:1 der. Mth u wciulc: Mater Spc ßcrlin! Aachcr Allcnst Altona Andern ^^>t r i

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.