Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 77-78 (2.10.1925)
- Date
- 1925-10-02
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 658 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 77,75?^ KnnirrcßVcrhffnd'.ur^'fi: NochmaK»: brkrgt*m.in-in «irrer Lrrge,- wic der jüngsten, den Lan-J—.......'"i'tcn ihre Uebcrcinstimmung In wesentlichen Punkten durch plastische Gruppen« •gestdtung anschaulich zu Bewußtsein, so ist die Diszipli-?ierung der Gruppe selbst und in weiterer Folge die der raktionen und des ganzen Kongresses ein Leichtes. Während umgekehrt das Nichtwissen um die Ucbcreinstimmung, ihre Unschbarkcit und Ungrcifbarkcit verwirrend und zersetzend wirkt. Die taktische Einigung des Zentrums setzt also die programmatische in einem absoluteren Sinne nicht voraus. Sic ist durchaus vereinbar mit der Vorstellung eines rechten und eines linken Flügels die miteinander kämpfen, wenn sie auch durch daa höhere Ordnungsintcresse zur zeitlichen Einigung gemahnt werden, sie gewährt auch die, z. B. von einem linksbürgerlichen Standpunkt aus wünschenswerte, grundsätzliche Möglichkeit einer internen Beeinflussung abweichender Meinungen, die ja immer wirksamer ist als die externe. Vorbedingung auch der taktischen Einigung ist allerdings, abgesehen von einem gewissen Maß an Einigungsbcrcitschaft, etwas anderes: die geistige Verwurzelung im allgemeinen Zionismus. ' Wir sind hier an dem Punkte angelangt, wo die Unterlassungssünde gutgemacht und die Frage nach dem Wesen des „allgemeinen Zionismus" aufgeworfen werden muß. Er ist jedenfalls eine geistige Rca'üät, und dies, obwohl er kein Programm hat, wie ja denn die Tatsache der Programm^ losigkeit ein politisches Phänomen charakterisieren, auch seine Bestimmung erschweren, aber seine Realität nicht aufheben kann. Wir sind sehr weit entfernt von dem geistrcichclnden Bemühen, dem allgemeinen Zionismus seine Programmlosigkcit als Ruhm und Lob anzudichten. Im Gegenteil, sie kennzeichnet seine größte Schwäche, und man soll hoffen und erwarten, daß sich aus dem Parlamenten Kontakt der Landesgruppen und dem konsequenten Bemühen, die Programmlosigkcit ein politisches Phänomen charakterisieren, auch seine festeren Grundlinien gezeichnetes Gcncrnlprogramm allmählich entwickeln wird, ein wirklicher Katechismus, der (Joch aus dem Orlstesgut des allgemeinen Zionismus die Ablehnung starrer Doktrinen übernommen haben wird. Wenn also auch nicht immer leicht zu erfahren ist, was der allgemeine Zionismus will, so ist doch durchaus feststellbar, was er ist, einwandfrei bestimmbar durch eine Komhinafiou von historischen, psychologischen, soziologischen und anschauungsmäHigcn Kriterien. Historisch betrachtet bilden die allgemeinen Zionisien die Gruppe, die die Lehre unmittelbar von Hcrzl empfangen hat, und die nicht sehr große Schar der Jugend, auf die die Lehre aus der Hand der unmittelbar Berührten übergegangen ist. In psychologischer Hinsicht sind sie die Gruppe derjenigen, für die der politische Zionismus das einzige revolutionäre Ereignis ihres Lebens war, jedenfalls das einzige bestimmende und ausschlaggebende, Menschen, deren Erlcbnisfähigkeit vielleicht zu konzentriert oder nicht vielseitig genug ist, um anderen Schulen mehr als Sympathie und entgegenkommende intellektuelle Würdigungangedeihen zu lassen. Vorn soziologischen Standpunkte aus sind sie ein weiter Kreis von Bürgerlichen, deren Lebensgefühl und geistige Haltung durch die bürgerliche Verfassung ihres Daseins bestimmt oder mitbestimmt wird. Anschauungsmäßig sind sie weder Misracliistcn noch Sozialisten. Obschon ihre wirtschaftlichen lung, Getreidebau, Pferde» und" Kuhkauf und -Verkauf zu Bestreben zu objektiver Würdigung aller im Wirtschaftsleben Palästinas wirkenden produktiven und regenerativen Kräfte, ein Bestreben, das durch die mangelnde unmittelbare Gebundenheit an palästinensische Wirtschaftsintercssen erleichtert wird und theoretisch in klassischer Weise in den von seinen Gegnern, viclfr.ch aber auch von seinen Freunden mißverstandenen Anschauungen Dr. Ruppiiis vorgebildet ist. Hierbei fließt die Bevorzugung des einen oder des anderen Wirischaftsstandes nicht so sehr aus der Vcrlcnüpftheit mit seinen Interessen, als vielmehr (wenn wir von sentimentalen Sympathien abschen wollen), aus der theoretischen Ucbcrzcugung •von seiner größeren kolonisatorischen und regenerativen 'Produktivität. Alle diese Kriterien mögen einzeln auch auf andere Gruppen zutreffen, in ihrer Zusammenfassung charakterisieren sie den« „allgemeinen Zionismus" eindeutig genug, um eine weithin sichtbare und durchaus nicht ohne seelische Gefahren verrückbarc Grenze aufzurichten. Es mag sein, daß nire--emtv oder die andere Flügclgruppe Im Begriffe--ist,- sich loszulösen, und vielleicht noch gerade bündnisaber nicht mehr cinglicdcrungsfähig ist. Es ist auch so gut wie sicher,, daß die Front des allgemeinen Zionismus von Palästina her allmählich aufgerollt werden wird, in dem Maße nämlich, wie die Verknüpfung mit wirtschaftlichen Interessen oder Interessenten im Lande enger werden wird. Auch dann und gerade dann wird freilich, wie hier nur angedeutet werden kann, die allgemein-zionistische Haltung wesentlich bleiben, wesentlich für eine Aufbaubewegung, die mangels staatlicher Organisationszwangsmittel im Kampf der Interessen zerbrechen müßte. Jedenfalls aber ist heute der allgemeine Zionismus eine lebendige Realität, auf deren Grundlage sich eine Gruppenbildung viel natürlicher und wirkungsvoller vollziehen kann, als etwa auf einer anderen, sehr gefährlichen und parlamentarisch unbrauchbaren Basis, auf der man die Front der Idealisten gegenüber den Nichtidealisten aufrichten möchte. Der „allgemeine Zionismus" ist, richtig verstanden, reich an idealistischen Zielsetzungen und sollte die besten Kräfte zum Kampf um die Führerschaft in seinen Orenzcn anlocken. III. So bleibt nur noch die trockene Frage des „Wann" und des „Wie" zu erörtern. Die Frage, w a n n das Zentrtim organisiert wird, ist von größter Bedeutung. Jedenfalls kann es nicht erst auf dem Kongreß selbst geschehen. Auf dem Kongreß ist, wie wir noch sehen werden, alles eine Angelegenheit kaum überwindbaren Zeitmangels. Der Versuch der Blockbildung auf dem 13. Kongreß hat in seinen Resultaten kaum weiter geführt als seine Unterlassung auf dem 1-1. Kongreß. Die Gruppen, bildiing muß also früher geschehen, und zwar, vorbereitet durch Führerkonferenzen vor und nach den A.-C.-Sitzungcn, in Plcnarvcrsammlungcn nach dem Kongreß. Wenn sich die Fraktionen eine Woche vor dem Kongreß versammeln können, sollten die allgemeinen Ziom'sfe» wenigsten« vier Tage vorher /usnmmrntrrteii. Sir werden am Ende der Kongrcßsession an Zeit ersparen, was sie am Anfang zugelegt haben. Die Art der Org.mi-ierung in ihren technischen Einzelheiten versteht sich von selbst und braucht hier nicht erörtert zu werden. Es muß nur hervorgehoben werden, daß man an ihr Gelingen nur glauben darf, wenn die hier dargelegten Anschauungen Gemeingut weiter Kreise werden (— so rein technisch ist die Angelegenheit eben doch nicht —), wenn sie die gerade im Lager der allgemeinen Zioni;tcn ausgeprägten Führcrcitclkcitcn überwinden (—- alle werden ja nicht Führer sein können —), und vor allem, wenn sie die Amerikaner überzeugen. Auf alle Fälle bleibt die Konsolidierung des Zentrums die wichtigste Forderung des Reformwillens. Gelingt sie nicht, so wird mancher, der auf Haltung achtet, schließlich mit kleinen Opfern der Ucbcrzcugung einer Fraktion beitreten, nur um nicht noch einmal auf einem Kongreß schlechte Figur zu machen. Schon jetzt ist, wie behauptet werden muß, die Neigung zur Frakiionsbildung und die Ab?plitterung aus dem Zentrum begünstigt worden durch die Verzweiflung über seine unwürdige parlamentarische Hilflosigkeit. 3. Kongreß oder Parlament? I. Man kann das Ergebnis eines Kongresses begreifen, — so wie wir es bisher begriffen haben — als ein notwendiges Rcsultnt verschi?dcncr, ineinander verschlungener persönlicher Kräfte und Schwächen, -politischer Tendenzen und Ansprüche, organisatorischer Formationen und Deformationen. Man k.inn das Ganze aber auch als glcrhsam unsinnige und zufällige Folge von technischen Malheurs verstehen. Wenn man sich in diesen nicht ganz einwandfreien, aber verführerischen Gedankengang vertieft, endet man -schließlich bei der Erkenntnis, daß alles ganz anders verlaufen wäre, wenn eine wichtige Unterredung, die um sechs Uhr nachmittags stattfand, rechtzeitig acht Stunden früher absolviert worden wäre.. Wahr ist in alledem, daß das Problem der verhinderten Rechtzeitigkeit, einfacher gesagt, der Zeitmangel das cincs--Lcuchtcrs auf dem Boden des Lampions; in den Lchmlcuchtcr wurden die Lichter gesteckt. Diese waren eigenes Fabrikat. Wie Luchse hatten wir am Jomkippur die geschmolzenen Wachstropfen von den Synagogenkerzen gestibitzt, nach Ncilah die Wachsstümpfc ' aus den Sandkübeln ausgegraben und hierauf die erbeuteten Wachsvorrätc, erbeutet in hartem Wettstreit mit anderen" Jungen, zu dünen Lichtern verarbeitet. Die Dochte gewannen wir durch Auftrennung eines Strumpfes. Die Mutter kam erst viel später dahinter und war mit dieser Verwendung von Strümpfen nicht übermäßig zufrieden, was deutlich darin seinen Ausdruck fand, daß sie mich bei den Ohren zauste. Aber all das bildete nicht den Hauptreiz des Sukkoth- Fcstcs. Dieser bestand vielmehr darin, daß man am Chol Hamocd Besuchs fahrten über Land zu Verwandten und Freunden machte, und daß wir Kinder mitgenommen wurden. Diese Fahrten waren gewöhnlich nicht nur reine Besuche, sondern verfolgten zumeist sehr wichtige Zwecke. Während der Feiertage hatte man Zeit genug gehabt, sich der liebsten Beschäftigung ostjüdischer Familien hinzugeben und Ehcitiftungen zu projektieren. Zur Besprechung des ausgeheckten Planes begab man sich dann mit . Kind und Kegel zu jener Familie, deren Tochter man als heiratsfähig einschätzte, um den ausgeheckten Plan zunächst vorsichtig zu besprechen und dann in die Wege zu leiten. Nun wohnte bei uns im Dorfe ein junger Mann, der uns Kindern Unterricht in den Anfängen der Bibel und auch des profanen Lesens und Schreibens erteilte. Dieser Jüngling trug Sommer und Winter eine kreisrunde, schwarze Pelzmütze und hörte auf den Namen Schmicl Jona. Er zahlte 18 Jahre, entstammte einer alten Mclamcd- Familrc und seine Chuppczeit war nach der Ansicht meiner Mutter bereits gekommen. Eine Meile von uns entfernt lebte ein alter Orendar, der eine Enkelin hatte, die »clion bereit« In die J.hrc gekommen war. Sic zahlte 20 Jahre und hieß Süße, wurde jedoch von ihren Eltern und dem Großvater, dem alten Itzig, Donje genannt (Töchtcrchcn).' Unter dfm Namen „die Danje" war sie weit und breit bekannt. Böse Zungen behaupteten, daß sie ein Liebesverhältnis mit einem Finrnzrcvisor unterhalten hätte, weswegen ile eben in die Jahre gekommen war, ohne einen Bräutigam zu bekommen. Schmicl Jona war elternlos, stammte nicht aus unserer Gegend und darum waren ihm die Gerüchte über, die Donje unbekannt. Andererseits gab der an der Donje haftende Makel meiner Mutter den Mut, dem alten Itzig die Partie mit dem jungen Mclamed anzutragen, wiewohl, streng genommen, sowohl der alte Itzig wie auch die Donje, einen Anspruch auf einen besseren Schiduch hätten erheben können, wenn nicht die Ocschichtc mit dem Revisor vorgekommen wäre. Die Fahrt zum alten Itzig wurde frühmorgens ii einem ungeheuren Leiterwagen, der mit Stroh voll ausgestopft war, angetreten. Vater und Mutter saßen auf dem Hintersitz. Ihnen gegenüber mein älterer Bruder, Schmicl Jona und Jctitc, die Schapscchc (Schapcs Weib), die offenbar von meiner Mutter als Helferin für das projektierte Unternehmen mitgenommen wurde. Ich aber erlebte die Erfüllung meiner Sehnsucht: Ich durfte neben Fcdko, dem Kutscher, sitzen und gemeinsam mit ihm die Zügel halten. Gelegentlich gestattete er mir auch die Peitsche in die Hand zu nehmen und mit ihr zu knallen. Ich gestehe jedoch, daß mir die Hervorbringung eines richtigen Peitschenknalls absolut nicht zu gelingen vermochte. Bergauf und bergab ratterte unser hoch gepolstertes Gefährt. Da ich über den Vorderrädern saß, hatte ich unter den vcrschicdcntlichcn Stößen weniger zu leiden. Hingegen flog Schmicl Jonas rundes Pclzmützchcn mehrmals im weiten Bogen in den Straßenstaub. t Man mußte dann halten, Schmicl Jona schälte 6ich aus dem Stroh hervor, stieg hernieder und lief zurück, seine kostbare Pelzmütze zu holen. Gegen zehn Uhr vormittags kamen wir vor das Wirtshaus des alten Rcb Itzig mit ungeheuerem Geratter angefahren. Der.alte Itzig wurde von allen Leuten der Umgegend als Patriarch betrachtet. Schon die ältesten Leute erinnerten sich nicht anders, als daß man ihn immer den alten Itrig genannt hatte. Er besaß eine Cliasukah (Privileg) auf das Wirtshaus und die Mühle und der polnische Graf, dem das Gut gehörte, beließ ihn im Besitze dieser Chasukah, wiewohl viele Konkurrenten des alten Rcb Itzig dem Grafen für die Pacht der Propination (Schankrcchtcs) und der Mühle einen weit höheren Betrag anboten. Der alte It/ig halto fünf Söhne und fünf Tochter. Die Söhne waren allesamt, gleich ihm, in den umliegenden Dörfern Orcndare und die Töchter gleichfalls an technische. Problem.. des Kongresses i*i>- Auf dem y}-''■. grcB geschieht so vieles nicht rechtzeitig, weil er 3 einer Fülle von Stoff überladen ist, zu dessen Vcrarb^'V ein Parlament Monate gebrauchen würde. Vcrtrauensanf-V der Leitung etwa sind in einem europäischen Parlam«^''' der Tagesordnung, und sie können da bei unhc'r,'. Zeiten in Ruhe vorbchandclt und verhandelt werden ":'<•' uns bilden sie, von ihrer anerkannten Ucba flüssig'.;» geschen, schon deswegen eine so gefährliche Bc]a'.'.,y weil ihre Erledigung kostbare Tage in Anspruch n?Ct kann. Auf die Delegierten und besonders die Führer y 'Xohnehin eine solche Fülle von Problemen ein, — deren"-.- lieh es Charakteristikum es ist, daß sie sofort gcl«"^ ^v müssen, — daß sie in dieser Belagerung durch die ugesetzten Angriffe neuer Sorgen und Konflikte die p ■ und die Ucbcrsicht verlieren. So entsteht aus Zeitr::.:-'-f die Kongreßpsychose, die ständige Begleiterscheinung V--. Nachkrlcgskongrcssc. Zeitmangel ist übrigens auch, ^V-f " nachgetragen sei, der Feind einer Gruppcnbildun^(;;.i ^l c die nach dem Prinzip der Handlungsfreiheit zugleich -I mehreren Gruppen paktieren möchte, in der Agcncyfrmit dieser, im Wirtschaftlichen mit jener. Ein durch-- akzeptabler Oedanke, nur kommt man nicht dazu, ihn 's zuführen, — wenigstens nicht in einer politisch bcwiif;: der Durchsetzung des eigenen Programms Vorteile bic: den, also mehr als zufälligen Form. Zeitmangel vorhin: auf dem Kongreß die Durchführung dieses und mar,;- anderen trefflichen Vorhabens. , de Der pic . L iv( " II. nefa. :-rita1 ' Die : rnmtiv ■ :crkt , In der Reform des Kongresses drängt alles auf vV einfach ung durch vier Mittel: U c bersic htlir;; Gliederung der Anschauungen und ihrer Träger, £-\ -| der; lastung von untraktablcm Vcrhandlungsstoff, sorgfä!*';dr Lciti Vorbereitung und sachkundige Leitung. t. verwr Was den ersten Punkt anbelangt, so ist an seine;|--i'nU;c!1 , läuterung bereits alle Ucbcrzcugungskraft va-uhur f |u'1" worden, die dem Verfasser zu Gebote steht. Die E:| lastung des Kongresses ist gleichbedeutend mit t i stärkeren Belastung des Aktions-Comitc's, das aktiver A- '3rtci11 durch Ausdehnung des palästinensischen Flügels sach,;| ^an ständiger gemacht werden muß. | --trllm Aus dem Kongreßstoff auszuscheiden ist zunächst Budget. Nur eine ständige, fortlaufend mit BcrL! und Material versorgte Instanz, wie das Aktions-Comhe. £ zu einer sachlichen Behandlung des Budgets imstande, es könnten ihm hierbei die Vorarbeiten eines, aus ihm hc::.£ gebildeten palästinensischen Wirtschaftsausschusses w? lieh zustatten kommen. Der Verquickung von Budgets f und Exckutivbildungsstrategic muß ein Ende gemacht were^ Es ist kaum auszudenken, um wie vieles der Konr/v vereinfacht und versachlicht werden könnte, wenn ihm c^. Last der Budgetsorgen abgenommen, und wenn er;j der Atmosphäre erbitterter Konkurrenzkämpfe befreit wü::^. Ist aber, wie manche merkwürdig genug behaupten, ii Budgctintcressc der wahre Lebensnerv des Kongresses, f wird sich dieses Interesse in Zukunft bei der Bildung :\ Aktions-Comites ausleben, das ja in seiner Zusarr.n/. 'i setzung von der Stärke der auf dem Kongreß vertrete:^ Gruppen proportioncll abhängig ist. f Der Kongreß muß aber ganz allgemein von alicrn VW handlungsstoff gesäubert werden, dessen Bearbeitung;J' hohes Maß von Sachkunde und Dctaiikcnntnis cri'ord: £' Einzclfragcn des palästinensischen Sanitätswesens, spe:' listischc Bank- und Finanzdctails, administrative Ausführu:: bestimmungen gehören, beispielsweise nicht vor den kV ■;«P-" , .-1 oh>. -«•gel ui; des';f.irisc' 1 - .jiiJc ::r ga, .choloji •dem < ■ o ii g r -c Gc:: ■rhüd i1 ■ipfend, .-I Gern ' cmcin-, : dics< '. ■ :n \vi< ' > .^rcss' :-:en gc' . . J Selb Der j .;.:c unc .-zien B greß. Gegenüber dem Einwand, daß auch sonst in P<jj. " ^rj.'j i lamenten Laien über Fachfragen urteilen, muß daran innert werden, daß erstens anderwärts zur Informier*-?"^;: der Nichtinformiertcn ein ausreichendes Maß an Zeit " ' 11 Verfügung steht, daß zweitens die Verhandlungen dort i < Grund sorgfältig vorbereiteter Unterlagen erfolgen, und l.' drittens zwischen Berufs- und Gclegenhcitsparlamentari-') immerhin ein Unterschied besteht. Im Statut bzw. in : \ Geschäftsordnung muß Vorsorge getroffen werden, spezialistischc Anträge ex piacsidio dein Aktiorr.-Comitc wiesen werden können, wobei der Permanenzausschuß '■ '{ Beschwerdeinstanz fungieren kann. Sehr erleichternd in d->; Hinsicht und auch sonst heilsam wäre die Bestimmung i es *ac . on ali ' :i::ncns . :kt \vc ' bilden,! Vera ■r auf ( "'•> eine ■'•itet h Orcnd.irc verheiratet. Bei ihm wohnte sein jüngster >" der ,,Mcsunck" Rcb Srul, ein Mann von über siebzig ]*■'■"' der in der Folge als erstes von Rcb Itzigs zehn starb, woraufhin die Leute sagten, „Rcb Itzig hätte Zehner gewechselt". Rcb Srul war auserschen, nach dem T des alten Itzig in dessen Chasukah-Rcchtc zu treten. Cdieses Srul jüngste Tochter war „die Donje". Als wir zum alten Itzi,{ kamen, war gerade in sei- Hause große Aufregung. Wir hatten den Tag schlecht : wählt, denn am -Chol Hamoed Sukkoth pflegte 'kr Itzig nach ehrwürdiger Gewohnheit die Halbjahrsratc fiir ' Chasukah zu zahlen. Wie wir eintraten, fanden die Vc:- rcitungen statt.für den Gang des alten Reb Itzig zum Grai: schlösse, wo sich die Erlegung der Rate in feierlicher. Forrvollzog. Es war somit zunächst gar nicht daran zu Je;:«" daß meine Mutter ihren Schiduch-Plan vorbringe, und ,: die unvorbereitete „Beschau" in entsprechender Form vor > gehe. Meine Mutter tat also zunächst so, als ob sie von unce';" ohne Nebenabsichten, zu Besuch gekommen wäre und ver?' die Durchführung ihres Planes für die Zeit, wenn Tveb vom Schlosse zurückgekommen sein würde. Mittlerweile v.i': wir Zeugen der Vorbereitung des „Ratenganges" de? a : Itzig. Dieser wohnte im „Alkcr", einem Ncbcngc! " großen Schankstubc, wo er jahraus jahrein zu sitzen, j den Bauern zu unterhalten und geradezu als Richter bäuerlichen Streitigkeiten und als Vcrtraucnsnnn:! jr * bäuerlichen Geschäfte und Unternehmungen, wie Fcld'^ hing, Getreidebau, Pferde- und Kuhkauf und -Verkauf fungieren pflegte. Der alte Itzig legte für den Besuch beim Cirr.fr.-: ■ sclioublen Gewänder an: Ein limicinvcißes Hemd, vorne <;;; ohne Knöpfe, wie es alter chassidischcr Brauch verlangt; hosen aus schwarzem Atlas, darüber eine schwere Brokat^' hinter der lange Schaufäden hervorhingen. Bis zu den Kj* trug er schwere weiße seidene Strümpfe. Die Füße stec**.^- in Pantoffeln aus Cordovaledcr mit rotem Saffian p'>ül[t\. Als Ucbcrkkid tni-r cein? weite „Rascwulkc". Der Leib mit einem breiten, seidenen, schwarzen Gürtel mehrlach J'; »chlungen, dessen Enden vorne, kunstvoll geknotet, henü** ■S:i. A 'hoher 1 I : orr! iu>Pici ■ b M hn'ia :chr|.: "S" I-! lira! .? zu \ ' '.;r außer "J';n nur!'M. , 1 * H/ir '^chK alte Ii "'^ Ulkc; , l\ w . ■'«idtieli -.' \.f Ci ' "Richen