Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 76 (25.9.1925)
- Date
- 1925-09-25
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 645 Wer. i •OKc: i .rcr. _ IV. \ K\. I ciu,i fej. :hc A : teilt... i Uli,,!?iC' i i» iiJ; Gri;: scnniiR^,;cn, :uiaraii.-. Tifu. Grup-,; Frc i'jdc c '. i; Wirklichkeit gerecht, die den Präsidenten mit fast -loser Ausschießlichkeit in den politischen Wirkungskreis >:.inZWingt. Er befreit ihn von Verantwortungen, die er t'c aus räumlichen und anderen objektiven Gründen mir -ncll tragen kann und daher auch nicht durch den verantr(|jC|ir.fcn Akt Pmoncnauswahl teilweise auf sich laden ,((, r;r schützt ihn vor einer Wiederkehr der absurden Ration, die sein außenpolitisches Prestige gefährdet,, weil icn Kwuzoth oder anderwärts das Religionsgesctz miß- . ct wird. Er stellt definitiv klar, daß in noch höherem 0 als bei anderen Völkern gerade bei uns Maßnahmen j' Erwägungen der Außenpolitik (etwa Kongrcßbcschlüssc), Ii durch innenpolitische Scntimcnts und Spekulationen gci,t werden dürfen. Er erleichtert eine Stabilität der Außcnjjjj fori Schwankungen der Innenpolitik, insln-sondcrc Wirtiftspolitiic, und bewahrt den Mann des außenpolitischen rlrauciis möglichst weiter Gruppen vor der Notwendigkeit lr Versuchung, sich dem Kongreß als „Linken" oder „Rechen präsentieren. Und wenn ein Politiker wirklich aut einem liimmtcn Gebiete „unentbehrlich" und „unersetzlich" sein!.;'if} würde es dann nicht ganz allgemein der Schutz r demokratischen Interessen — sogar gegenüber einer '[demokratisch fühlenden Persönlichkeit erfordern, zu ver- '.jern, daß der Druck dieser Uncntbchrlichkcit bewußt oder vwußt Entscheidungen auf anderen Gebieten beeinflußt? . je es nicht der Stellung des Präsidenten und ganz besonders r impulsiven Natur und Eigenart des jetzigen Präsidenten niicsscn, wenn er sozusagen gesetzlich davor geschützt ',jC| daß nicht nur Interessenten irgendeiner Richtung, "dem selbst Kollegen aus der Exekutive die hohe „Unersctz-;:<cit", anstatt sie vor den empfindsamen Augen der Dcmojc fürsorglich zu verhüllen, vielmehr frivol entschleiern, ., bei ihrem Anblick allen Widerspruch gegen irgendwelche, •haus nicht immer unersetzlichen Ansichten ihrer Ressorts Bimmen zu lassen?1 Mir scheint, der Vorschlag ist erwägenswert, und er :ntc bei allseitigem Einverständnis schon auf der nächsten -.-■jng des Aktions-Comites provisorische Geltung erlangen, er im wesentlichen eine Konstruktion ad personam, wie :t geleugnet werden soll, so sind wir eben gezwungen, Formen unseres Lebens in gewissen Grenzen den in : wirkenden persönlichen Mächten anzupassen. Besser wäre es freilich, wenn eine offene Aussprache, bei ^zeitiger sachlicher Isolierung der politischen Opposition, :ndc Wirkung hätte. Anderenfalls wird man sich früher :r später daran gewöhnen müssen, daß es nur ein Mittel :, um dem eigenwilligen Präsidenten und der stolzen jwisation ein friedliches Zusammenleben zu ermöglichen: rminderung der Reibungsflächen. .......| «4 heiler'' lüügli.i in tir.trl Le;4 ,l Eikl-! und sttc-r' Arabische Eingabe an des Völkerbund Der syrisch-palästinensische (arabische) jngreß hat an die sechste Völkerbundversammlung :e umfangreiche Eingabe gerichtet, worin :nach einander Darstellung der Lage in Syrien vor allem fünf rderungen erhoben werden, nämlich: 1. Anerkennung der Unabhängigkeit und Souvcräni-;Syriens, des Libanon und Palästinas. 2. Das Recht dieser Länder, sich unter sich zu nigen, eine zivile parlamentarische Regierung einten und sich mit anderen arabischen Staaten zu rbünden. 3. Sofortige Aufhebung des Mandats. 4. Räumung Syriens, des Libanon und Palästiis durch die französischen und britischen Truppen. 5. Zulassung des Staates Syrien und des Staates oß-Libanon als Mitglieder des Völkerbundes, zugleich ' der Proklamicrung der völligen und integralen Un- :;5ngigkcit dieser beiden Länder. In der Eingabe wird ferner verlangt, daß die Einilung der Feindseligkeiten in Syrien angeordnet und ■« Kommission eingesetzt werde, die, aus Neutralen •■-mmengesetzt, direkte Erhebungen über die Ereigne im Dschcbel Drus und über die Ursachen e?en soll, welche die Drusen und andere Völker bc-;cn haben, sich gegen ihre Unterwerfung zur Wehr setzen. Eingänge des Keren Hajc*$od im August (Mitgeteilt vom Londoner Hauptbüro.) £ 20 6S8. 6.- £ 2 929. 6. 4 235.12.11 229. 4. 9 47.10. 7 £ 270.12. 2 214.10. 6 197. 7. 8 11. 6. 5 gereinigte Staaten ,r Polen: Warschau Wilna Krakau Lemberg Portugal : idafrika Kanada Deutschland Österreich .• ghüe;' Manien: Bukarest , Transsylvanien < Bukowina t Beßarablen Tschechoslowakei -: ««Msracl •' »rien Holland ■ fnsrland '. L<ttland Litauen J'echcnland '•«sopotamien . Lstland JJwokko ■ Ranzig ^azdbciträge v £ 35 493. 6. 5 ) Mit der Bestimmung für die Versuchsstation. . .,c Gesamteingänge des Hauptbüros des Keren Ha- 3 P« 31. August 1925 betragen demnach £ 20M949.12J. M Grund eines Auftrages des Stadtrates von Tcl-Awiw die Bau Kooperative Solei Bonch die Erbauung ,i"c"cn großen städtischen Spitals in Tcl- ■■a*\D,c Kosten des bis Juli 1926 fertigzustellenden Oc- 3441.14. 7 1 S34. 2. 1 1 500.-.— 1 140. 6.11 1 073.16. 4 1 000 —.—•) 1 000.—.— 693.16. 9 625. 4.11 597.14. 8 446.11. 8 414.10.11 270.-.— 218.16. 5 201. 1. 5 120. 5. 2 100.—.— 60.-.- 47. 9.— 15.14,— 3.15. 7 4es V?c Kosten des bis *t\;. " betragen £ 10POO. Ble EreSasis Von Dr. Alexander Hausmann, (Lemberg). Eines der wichtigsten Ergebnisse des Kongresses ist der Beschhifi, die Trage der jüdischen Anleihe in den Kreta der aktiven zionistischen Tätigkeit zu ziehen. Der Vorschlag der Anleihe wurde ockanntlieh'vor einigen Jahren von Dr. Arlosoroff in seinem Buche über „Die Finanzwirtschaft der Jcwi^h Agcnry" gemacht. Auf seine Veranlassung haben sieh auch mehrere zionistische Tagungen mit der Frage beschäftigt, doch erst der letzte Kongreß hat infolge des Eingreifens von Dr. R u p p i n die Angelegenheit ernsthaft auf die Tagesordnung gesetzt. Wir begrüßen es, wenn dir sachliche Debatte einet* mi schwierigen finan/technischen Problems /u seiner allseitigen Beleuchtung beiträgt und bringet) im folgenden eine Aeußerung eines führenden gnlizischcn Zionistcn, der den Teilnehmern der Vorkriegskongrcssc kein Unbekannter ist. — Rod. I. Palästina ist wohl das-kostspieligste Kolonisationsgebiet der Welt. Die Etablicrung einer jüdischen Majorität in einem so kleinen und dazu besiedelten Laude, was im Laufe mehr weniger einer Generation zustandegebracht werden muß, erfordert ganz riesige Kapitalsinvcnüoucn, denn der größte Teil der allgemeinen Bedingungen für die Produktion und den Verkehr sind erst zu schaffen, die nötigen Bodenflächeu müssen überzahlt und amclioricrt, die Wohu-Wittschafts- und öffentlichen Gebäude erst errichtet werden. — Es ist im vorhinein klar, daß die eigenen Mittel der Einwanderer zusammen mit den öffentlichen (Keren Hajcssod und Keren Kajcmcth-)Gcldcrn sowie mit den sonstigen liberalen Zuwendungen Einzelner oder Gemeinschaften wohl den Hauptstock der im Laufe dieser Generation notwendigen Summen, aber doch nicht das Ganze beistellen können. Die Größe des Anteiles der genannten Geldquellen an der Deckung des Gcsamtbcdarfcs ist übrigens von dem wichtigen Umstände abhängig, ob richtig gewirtschaftet werden wird und ob die Hauptfonds nicht für ewige Zeiten festgelegt, sondern derart lozicrt werden, daß sie sich fortwährend wenigstens teilweise selbst erneuern. Das zum Gesamtbedarf Fehlende kann nur im Wege langfristiger Kredite beschafft werden. Diese Kredite müssen wie alle Kredite zwar von allen Anfang an verzinst und auch teilweise amortisiert werden, ihre endgültige ^Tilgung hätte aber in der Hauptsache erst durch die nächste Generation zu erfolgen. Langfristige Kredite, damit sie praktisch erhältlich seien und nicht bloß Wunschphantasien bilden, setzen zwei Dinge voraus, und zwar eine Kreditbasis, auf Grund deren die Verzinsung und die Amortisicrung des Kredites als vollkommen und unzweifelhaft gesichert erscheinen, und zweitens die Marktfähigkeit der Titrcs d. i. die dauernde Möglichkeit, jederzeit ohne wesentlichen Verlust größere Mengen dieser Titrcs realisieren zu können. II. Die Meinung, daß ein langfristiger Kredit für den Aufbau von Ercz Israel notwendig, ja unerläßlich ist, wird von jedermann in der Zionistischen Organisation einmütig geteilt. Es besteht daher ein günstiger Boden für alle möglichen Projekte einer Realisierung dieses Postulates. Am populärsten ist das Schlagwort der N a t i ona 1 an l eihc. Das verlockende an diesem Schlagworte ist, daß jeder nach seiner ihn scligmachcndcn Fasson sich die Verwendung der auf dem Wege der nationalen Anleihe gewonnenen Gelder in der von ihm gewünschten Richtung denkt. Es entstehen da Luftgcbildc bar jeder Beziehung zum Leben und zur Wirklichkeit. Die Zeit der nationalen Anleihe ist noch nicht gekommen und es ist noch für die Dauer von Jahren nicht abzusehen, wann sie kommen wird. Vorläufig und noch für eine heute nicht absehbare Zeit fehlen der nationalen Anleihe die oben erwähnten grundlegenden Voraussetzungen: die entsprechende Kreditbasis und die notwendige Marktgängigkeit ihrer Titrcs. Das ernsteste und aktuellste dieser Projekte, nämlich das von Dr. Ruppin ist unter heutigen Verhältnissen die reinste Utopie und seine Verwirklichung erscheint nach jeder Richtung hin undenkbar, beginnend von der Unterstützung durch die Völkcrliga bis zur Fundicrung des Zinses und Amortisationsdienstes. Populäre, aber im Gegensatz zur Wirklichkeit befindliche Schlagwortc haben bei uns noch immer vielen Anklang gefunden und bildeten stets ein Hemmnis für die rechtzeitige Anpassung au die Tatsachen, des Lehens. So droht auch das Schlagwort der nationalen Anleihe einen Nebelschleier vor die Möglichkeiten zu ziehen, welche das wirkliche Leben für die Schaffung eines langfristigen Kredites bietet. Wir müssen daher sobald als möglich uns durch den Nebel des verlockenden Schlagwortes durchringen zu den offen liegenden Tatsachen des Lebens und unser Ziel der Schaffung des langfristigen Kredites in Anpassung an die Wirklichkeit und in Ausnützung der in ihr enthaltenen Möglichkeiten zu erreichen suchen. — III. Das Leben in Ercz Israel weist mw den klaren Weg. In Ercz Israel ist eine bereits heute bedeutende K'reditbasis vorhanden, welche von Tag zu Tag an Umfang und Stärke zunimmt. Diese Kreditbasis ist der Privatbesitz an städtischem Boden und Gebäuden und der Privatbesitz an landwirtschaftlichem bereits bewirtsdufteten Boden. Jede neue Einwandcrcrwcllc, jede neue Chaussccanlagc, der Hafenbau, jede Amclioricrung, jede Intensivierung, jede Kraftanlage und jede industrielle Anlage steigern den Wert des bereits vorhandenen Privatbesitzes. Jeder neue Bodenerwerb und jeder neue Bau verbreitern diese Kreditbasis und erhöhen ihre Bclastungsfühigkeit — Das wichtigste aber ist, daß Ercz Israel ein Immigrationsland ist. Dies bewirkt eine ständige und für Jahrzehnte noch steigernde Nachfrage nach den Objekten dieser Kreditbasis. Für die Frage der einwandfreien Sicherung der Zinsen und des Amortisationsdienstes der auf dieser Kreditbasis erteilten langfristigen Kredite hat diese Nachfrage eine wesentliche und direkt unschätzbare Bedeutung. — Die Sicherheit der palästinensischen Hypothek beruht daher nicht nur auf dem gegenwärtigen Werte des hypothezierten Objektes und auf das wahrscheinliche Wachstum dieses Weites, sondern vor allem auch darauf, daß das Objekt der Hypothek jederzeit realisierbar ist. Ist also eine Hypothek notleidend geworden, weil der Hypothckarschuldncr durch schlechte Wirtschaft oder durch ciu anderes eigenes Verschulden oder auch ohne eigenes Verschulden durch die Ungunst der Verhältnisse außerstande war, mehrere Amortisationsraicu in ihrer Fälligkeit zu berichtigen, so besteht die Sicherheit, daß das feilgebotene I lypothekarobjckt Käufer finden wird und daß der crzielbarc Kaufschilling das Kapital der Hypothek mitsamt der in Verzug geratenen Amortisaiionsratcn, Vcr- /iigs/iiiscu und Konten «lecken wird. Dies U ein Vorzug Palästinas gegenüber Ländern ohne Einwanderung, in welchen Konjunkturcnrückschlägc öfters den Hypothekengläubigern zwingen, das Objekt der notleidenden Hypothek selber' zu erworben und hierdurch zumindest Schaden in seiner Liquidität durch Immobilisierung eines Teiles seiner Eigcnfonde zu erleiden. Den gegenwärtigen Wert des in jüdischen Händen befindlichen Piivatbr^it/es am Rlüdli-.rhrn Hoden und Gebäude sowie an landwirtschaftlichen bewirtschafteten Buden in Ercz Israel glaube ich ohne Gefahr der Übertreibung auf mindestens 15 Millionen Pfund schätzen zu dürfen. Es unterliegt nicht dem mindesten Zweifel, daß durch Ncucrwcrb, Neubau, Anielioricrung (Bewässerung) und Intensivierung der Wirtschaft sich der Wert des Privatbesitzes im Laufe der nächsten 10 Jahre auf das Vielfache dieser 15 Millionen erhöhen wird« Aus allen diesen Tatsachen der palästinensischen Wirklichkeit ergibt sich der Schluß, daß es im Lande eine einwandfreie, vollkommen sichere Kreditbasis gibt, welche vom sachlichen, rein finanziellen Standpunkte beurteilt die Lozicrung von 10 Millionen Pfund in den nächsten 10 Jahren im Wege eines langfristigen Hypothekarkredites durchaus rechtfertigt. — IV. Die ägyptischen Banken haben zuerst die Vorzüge des . Mvpothekciigcschäftes in Palästina erkannt. Sic haben schon bisher Hypothekardarlehen gegeben und schreiten jetzt zu einem großen Ausbau des Hypothckargcschäftcs, indem sie in allen wichtigen Punkten in Palästina, insbesondere in Jerusalem, Jaffa und Haiffa eigene Filialen begründen, welche auch mit Juden das Geschäft betreiben sollen. Auch unsere amerikanischen Gesinnungsgenossen zeigen Verständnis für die Sache, und „Zion Commonwealth" schreitet jetzt in Verbindung mit „Mcschck" an die Gründung einer „Palästina Farmerbank" mit einem Gründungskapital von 105 0!X) Pfund, welche Bank teilweise langfristige Hypothekarkredite erteilen wird. Auch die Aktion Rosenwald hat den Zweck für 1000 Häuser Baukredite — beziehungsweise langfristige Hypo* thekarkredite bereitzustellen. Schließlich existiert bereits eine kleine zionistische Hypothekenbank. Alles dies ist aber viel zu wenig, um den großen Bedarf zu stillen und die großen Möglichkeiten auszunützen. Dieser Ausgabe könnte nur eine großangelegte Hypothekenbank gerecht werden, welche für den Anfang ein Gründungskapital von etwa 250000 Pfund besitzen und auf dieser Grundlage Pfandbriefe bis zur fünffachen Höhe ihres Eigcnkapitals in mehreren Serien nach Maßgabe ihrer Lozicrung emittieren würde. — Der palästinensische Pfandbrief müßte eine entsprechend hohe Verzinsung, etwa 0 °/o in halbjährigen Raten zu 3 o/o' abwerfen. Die Hypothekardarlehen der Bank müßten sehr vorsichtig sein und nicht mehr als höchstens 50 o/o des Wertes im Zeitpunkte der Beleihung bei städtischen Wohnhäusern und nicht mehr als 30 o/o des Wertes im Zeitpunkte der Beleihung des landwirtschaftlichen bewirtschafteten Boden und jedenfalls nicht mehr betragen, als das Erträgnis des bc« liehenen Objektes bei sicherer Deckung des pünktlichen Einganges der Amortisationsraten gestattet. Außerdem würde der Pfandbrief nach einem in Vorhinein festgestellten Amortisationsplanc etwa vom 5. Jahre angefangen durch alljährigc Verlosung oder Rückkauf bis spätestens mit Ende des 30. Jahres vollständig amortisiert werden. Schließlich müßte den Pfandschuldncrn das Recht eingeräumt werden, die Hypothek in Pfandbriefen desselben Typus, wie sie bei der Zu« Zählung des Darlehens erhalten haben, zurückzuzahlen. Schließlich mußte das Emissionsinstitut Vorsorge in den ersten Jahren der Stützung des Kursus treffen, um vom Markte rückfließendc Pfandbriefe glatt aufzunehmen. Die Hypothekenbank als solche stellt sich im Vorhinein als ein gutes Geschäft dar, da sie neben dem Hypothekargeschäft auch das laufende Bankgeschäft betreiben und Depositen mit einer l^b niedrigeren Verzinsung als die der Pfandbriefe annehmen könnte, sowie bei den hypothekarischen Darlehen sich eine 2%igcu Zuzählungsprovision sowie halbjährlich über die Verzinsung der Pfandbriefe und Amortisationsquote ausbedingen würde. Damit die Bank sich nicht im Vorhinein allzusehr immobilisiert, müßte sie die Hypothekardarlehen nach Maßgabe der Plazierung der Pfandbriefe erteilen, ohne das eigene Kapital über 40r,'o zu engagieren, so daß 60p/o des Kapitals als Reserve, welche statutenmäßig nur teilweise und nur ganz kurzfristig angelegt werden darf, verbleiben würde. Die Dauer der Hypothckarschuld wäre anfangs einheitlich auf 25 Jahre festzusetzen. Erst im Laufe der Entwicklung der Bank und Popularisierung ihrer Pfandbriefe wären die Typen der Hypothekardarlehen und demgemäß auch der Pfandbriefe zu variieren und den verschiedenen Bedürfnissen anzupassen. Insbesondere wäre ein Typus von längerer Amortisationsdaucr mit Erhöhung des Maximalbcleihungsprorcntcs für die Landwirtschaft sehr erwünscht. V. Zwei Momente sind für die Wertung des palästinensischen Pfandbriefes in den Augen derjenigen jüdischen Kapitalisten, welche für eine Anlage von Geld auf vollkommen sicherer, geschäftsmäßiger Basis in Ercz-Isracl gewonnen werden können, svon entscheidender Bedeutung und verleihen diesem Pfandbriefe einen Vorzug vor den Obligationen einer sonst noch so populären und verlockenden Nationalanlcihe. Das eine Moment ist die unmittelbare Sicherung des Pfandbriefes auf sachlichen, die Schuld übersteigenden Vermögenswerten, die ohne weiteres realisiert und zur Dockung von Kaphai und Zinsen verwendet werden können, während die Haftungen der großen nationalen Fondc,"der Gemeinden und der Korporationen, wie «ic als Kreditbasis für die Nationalwcihc vorgeschlagen werden, im Falle der Notwendigkeit ihrer Inanspruchnahme ungemein komplizierte Manipulationen bei der Realisierung voraussetzen, denn die laufenden Mitte! derartiger Institutionen werden für ihre besonderen Zwecke dauernd benötigt, und der Grundstock ihres Vermögens ist normalerweise überhaupt nicht verkäuflich. Das zweite Moment ist die Verwendung des Geldes beim Hypothekarkredite, bei der man ruhig annehmen kann, daß sie beinahe ausnahmslos eine wirtschaftlich rationelle sein wird, denn der Geldnehmer haftet persönlich und mit seinem die Schuld weit übertreffenden Hypothckar\'crmögcn für die 3 1