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Jüdische Rundschau · 1925-09-18 · Heft 74-75 (18.9.1925) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 74-75 (18.9.1925)
Date
1925-09-18
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 634 )ÜEPISCHE RUNDSCH7CTJ Nr- 74/75 right-werden. Aber womit den Abend ausfüllen, was mit ihm anfangen, wenn man nicht gerade ein Anhänger der amerikanischen Negermusik ist, wenn man noch nicht einen Fordwagen besitzt? Und der Einfluß des Zionismus auf die Jugend? wird man fragen. Zionismus als Erlebnis, als eine Scelenrichtung, die bestimmend auf den Lebensinhalt wirkt, wie wir es früher in Rußland gesehen haben und »es jetzt in 'Deutschland sehen, gibt esin Amerika nicht. Zionismus in Amerika ist eine besser verstandene Philanthropie, sozusagen Philanthropie erster Klasse, wenn auch für die Philanthropie zweiter Klasse ungewöhnlich viel mehr Geld gegeben wird. Wo sind wenigstens 500 junge Leute von den vier Millionen Juden Amerikas, die sich mit Palästina seelisch verbunden haben? Wohl trifft man einzelne, die beabsichtigen, sich in Palästina niederzulassen, aber immer stellen sie Bedingungen. Der eine denkt es zu tun, wenn er die Summe von 100000 Dollar erreicht hat, der andere ist bereit, sich mit einer kleineren Summe zu begnügen. In' Canada, im Hause eines prominenten Zionisten, wurde mir eine junge Dame vorgestellt mit der stolzen Bemerkung: Das ist unsere erste Chaluzah, die aus Palästina auf Urlaub gekommen ist. Die gut manikürten Hände der Dame sahen aber nicht danach aus, als hätte sie sich mit schwerer Landarbeit beschäftigt. Nun, diese Dame, die erste Chaluzah, entpuppte sich sehr bald als die Sekretärin eines hohen Justizbeamten in Jerusalem. In Amerika sind jetzt alle Zionisten und sehr wenige sind es fast im wahren Sinne des Wortes. Am schlimmsten aber ist es, daß diese Tendenz der Entgeistigung auch unter der europäischen Judenheit sich sehr bemerkbar macht. Außer dem amerikanischen Einfluß, der Amerikanisicrung der europäischen Welt überhaupt, spielen noch viele hindere Ursachen eine Rolle. Aber das Resultat ist dasselbe: ein Negieren alles Geistigen, ein Aufruhr gegen das Buch. Ist vielleicht Sische Breitbart, der berühmte jüdische Athlet und Eisenbrecher, der kommende Held? Allenfalls verfolgt man die Autobiographie, die in der jüdischen Warschauer Zeitung gedruckt wird, mit der größten Spannung. Daß sich Breitbart als Repräsentant und gefeierter Held fühlt, ist schon daraus zu sehen, mit welcher Aufmachung sein Telegramm an Balfour während der Universitätsfeier in Jerusalem in den jüdischen Zctiungcn gedruckt wurde. Sische Breitbart, der Athlet, ein braver Jude, der er ist, grüßt Balfour! Das jüdische Warschau hat es zu würdigen verstanden. Herr Breitbart wird mir meine Worte über ihn nicht übel nehmen; ich möchte keinesfalls mit einem Athleten in Unfrieden leben, es liegt mir nur daran, auf die Tendenz im jüdischen Leben hinzuweisen, die sich in immer steigendem Gefallen an physischer Genialität kundgibt. Kein Wort gegen Sport, gegen die körperliche Ertüchtigung der jüdischen Jugend! Aber wenn Sport ein Kult wird, wenn Sport mit einer Leidenschaft getrieben wird, die alles andere vergessen macht, wenn als Folge jedes neu errichteten Tennisplatzes eine Buchhandlung schließen muß, dann ist man berechtigt, von einer Periode der Entgcistigung zu sprechen. Schlimme Zeiten stehen der jüdischen Literatur bevor, unerträglich ist schon jetzt die Lage des jüdischen Schriftstellers, wenn er seine Aufgabe ernst nimmt. Keine Verwendung für ihn, wenn er nicht den Weg des billigen Tagesjournalismus beschreiten will. Die jüdische Geistigkeit wird vielleicht wieder in der Jcschibah ihren Zu- . fluchtsort. finden und von dort wird nach einer langen Periode von geistiger Dürre sich wieder eine Haskalah-Bcwcgung ausbreiten...... An dieser Tendenz der Entgcistigung kann während einer noch sehr langen Zeit das jüdische Leben in Palästina nichts ändern. Denn das jüdische Leben in Palästina wird sich selbst, im geistigen Sinne, kaum ernähren können, geschweige denn für das Judentum der übrigen Welt maßgebend und bestimmend sein können. Das ganze Pathos der jüdischen Seele wird beim Bauen eines Hauses, beim Bearbeiten eines Gartens, beim Austreiben der Herde am frühen* Morgen ausgegeben. Solange diese Alltäglichkeiten für das Volk der ganzen übrigen Welt in Palästina als Heroismus, als Wandlung, als Anbruch einer neuen Epoche angesehen werden — und angesehen werden müssen — wird der Traum Achad-Haams von einem geistigen Zentrum nicht verwirklicht werden können. Ich glaube an die Verwirklichung vieler Träume in Palästina, »her nicht an eine geistige Hegemonie in absehbarer Zeit. Ich glaube an Hunderte von jüdischen Dörfern, an viele schöne Städte in Palästina, und daß unsere Bauern sich glücklich fühlen werden, und daß unsere städtische Jugend stark, gesund und frei aussehen wird, aber ich erwarte auch für die nächste Generation keinen bedeutenden Dichter, kein großes Buch aus Palästina. Vielleicht wird die natürliche, gesunde, berechtigte Freude an diesem Aufbau gerade das Hindernis sein für das Entstehen eines^ solchen großen Dichters, für das Erscheinen eines großen Buches. Wahrscheinlich wird auch für Palästina die Jcschibah mehr noch als die Universität der Zufluchtsort der Geistigkeit sein. Amerikanische Judenbücher Gegei den Strom*) Vor einigen Jahren ließ der erfolggekrönte und viel gelesene deutsche Dichter Jacob Wassermann ein ebenso überraschendes wie erschütterndes Buch erscheinen. „Mein Weg als Deutscher und Jude." Daß Wassermann Jude war, wußte man schon aus dem bedeutenden Erstlingswerke des 24-jährigcn, den >,Judcn von Zirndorf", das mehr aus dem Instinkt vieler Generationen, denn aus der frühen Begabung eines Einzelnen entsprangen schien. Seitdem aber hatte Wassermann wie so viele seiner Zcit- und Berufsgenossen von seinem Judentum scheinbar recht wenig Ocbrauch gemacht. Nicht aus Feigheit oder Charakterschwäche: mehr aus anerzogener Fremdheit und einer gewissen, vielen von uns vertrauten unglücklichen Liebe zu. deutscher Natur, deutschem Geiste, deutscher Sprache. Deutsche Probleme behandelten seine Romane. ~ Und nun stellt sich in der Mitte dieses Weges, da wo man Umschau halt über Rückwärts und Vorwärts, wie ein Grundblock das Bekenntnis vor dies lebenslange Streben des Juden zu den Deutschen und zum Deutschtum: Es Ist vergeblich für sie zu leben und für sie zu sterben. •) Lewisohn, Gegen den Strom. Uebs. v, Th. .Wolf. Frk Soz. Druckerei 1924. - Wir haben Weit* in dem reuilletca „Jüdische Rebellea*4 in der Nummer vom 13. Janu« d. J, auf das Buch, hingewiesen. Lange glaubten wir, daß ein solches Bekenntnis der absoluten Fruchtlosigkeit von der im öden Räume verhallenden Stimme eines jüdischen Deutschen oder wenigstens eines jüdischen Europäers allein hätte ausgesprochen werden können. Jenseits des Ozeans wohnt die Freiheit, sagte man uns: Freiheit von Vorurteilen der Rasse, der Religion, des Standes. „Das gelobte Land" so nannte eine russische Jüdin, jetzt amerikanische Schriftstellerin, ihr neues Vaterland. Der Traum trog, Ocrüchte vom Ku-Kux-Klan, einer unheimlichen Feme, die sich gegen alle Andersrassigen richtete, crrcirhtcn uns. Aber das sind nur die Ungebildeten in den kleinen Provinzstädten im fernen Westen, sagten wir uns. Wie es im Herzen des gebildeten Amerikaners, des geistigen Amerikaners aussieht, das enthüllt uns jetzt ein Buch, das fast ein genaues Gegenbild zu Wassermanns Bekenntnis bildet: Wie jenes für uns Juden pcinvoll und erschütternd zu lesen, und dennoch vielleicht — fruchtbar: Ludwig Lewisohns Lcbenserinncrungen „Gegen den Strom" (Up stream). Der Name l ewisohns fct keinem amerikanischen Leser fremd, und aucli der deutsche Loser der „Nation", der New Republic und anderer führender amerikanischer Zeitschriften erinnert sich seiner geschliffenen Feder. Eine junge amerikanische Freundin verglich ihn mir gegenüber einmal mit Harden. Freilich überragt der amerikanische den deutschen Juden an Charakter — gemeinsam ist ihnen beiden die führende Rolle im Geistesleben und das durchdringende Verständnis für die Kunst ihres Landes. Lewisöhn selbst schildert seine Jugend in Deutschland ganz ähnlich wie Wassermann: ein entfremdetes Judenhaus, stolz auf die Aufklärung, stolz auf die Errungenschaften deutscher Kultur. Vertraut und lieb ist ihm der Weihnachtsabend ■— aber fremd und sonderbar der Versöhnungstag, an dem allein die Großmutter aus Pietät noch das Gotteshaus besucht. Die Eltern wandern nach finanziellem Zusammenbruch nach Amerika aus und beginnen ein neues Leben. Kein Wunder, wenn das begabte Kind dort schon frühzeitig von einer guten Freundin in Sonntagsschtilc und Methodistenkirche eingeführt wird. Ohne daß die Eltern Einspruch cihcbcn. Der begabte Knabe lernt mit begeisterter Hingabc die neue Muttersprache Englisch, verläßt die öffentliche Schule als bester Schüler, wird gefeiert, öffentlich ausgezeichnet, sieht sich geduckt — mit all jenem Pomp der amerikanischen Schulfeiern eigen ist. Aber schon als in den letzten Schuljahren der Rektor eine Gesellschaft für Literatur gründet, wird er nicht aufgefordert. Ein Stipendium wird ihm trotz seiner ausgezeichneten Leisttingen versagt, eine Scholarship mit de; offenbaren Begründung abgelehnt, daß er von jüdischer Abkunft sei. Der Stachel sitzt im Fleisch. Und nun fallt ihm auf, daß seine Eltern, gebildete und tüchtige Menschen in der kleinen Stadt, in der sie sich niederließen, fast ein Eremitcndascin führen. „Niemals ein Tritt auf der Treppe." Entnervend ist's und nur all zu vertraut zu lesen. Lewisohn bekommt nach vielen Enttäuschungen schließlich doch noch durch die Empfehlung eines einflußreichen Freundes, (also durch persönliche Beziehungen — wie bei uns) eine Stelle an einer kleinen Provinz-Universität. Sic ist, wie man erst jetzt wieder au.«; dem Affenprozeß gehört hat, sehr verschieden von einer deutschen Universität: zum Teil muß er Mittelschüler, zum Teil Examenskandidaten unterrichten. Er tut sein Bestes: gibt ihnen nicht nur Kenntnisse, gibt sich selbst — und wird doch im Kriege als „schlechter Bürger" behandelt, weil er es wagt, eine andere Ansicht zu haben, als die Grundstücksmakler und Viehhändler, welche die Universität regieren, weil sie sie bezahlen. Und nun öffnet ihm diese jüdische Enttäuschung die Augen für die Halbheit und Unwahrheit der gesamten amerikanischen demokratischen Freiheit. Geheuchelte Moral, geheuchelte Nüchternheit, geheuchelte Religion. An die Stelle der demokratischen Freiheit tritt die Tyrannei der Wähler, an Stelle jeder nationalen Kultur tritt neue Kulturloslgkeit. Und dabei strotzt ein jeder von satter Selbstzufriedenheit „Gottes Land" nennen sie Amerika. „Es gab weder Freiheit des Geister, noch der Empfindung, weder Persönlichkeiten, noch Redefreiheit," „Ich kenne einen alten Juden aus Südrußland. Er trug einen langen Bart und man konnte noch sehen, wo die Ohr- Jockcn gesessen hatten. Er hatte die Gewohnheit, seine Hände in den Aermcln zu verstecken. Er las die Thora und die Legenden seines Volkes in der heiligen Sprache, er las Hamlei und Faust in jiddischer Uebersetzung. . . . Sein Sohn ist amerikanisiert. Er versteht weder hebräisch noch jüdisch. Die englische Sprache klingt bei ihm weniger fremdländisch als bei sci.iem Vater, aber sie ist bei ihm viel gewöhnlicher und verdorbener. Er ist Direktor eines großen Unternehmens, verdient ein Heidengeld und ist überzeugt, daß der Alte ein bißchen schwach im Kopfe wäre. . . ." In dies ausgehöhlt»; Amerika kam der Krieg als eine Feuerprobe. Mit ihm begann die Zeit einer modernen Inquisition, wo der eine erbleichte im Gespräch mit dem anderen. Upton Sinclair hat uns diese fast mittelalterlichen Zustände kürzlich geschildert. Lewisohn bekräftigt seine Worte. Und dabei war er, wie ihm zuzutrauen ist, nicht ans politischen Gründen für Deutschland eingetreten. Er kämpfte für Deutschland, weil Deutschland in seinen Äugen „das Gefäß war für einen Oeist der Kultur, der ihm damals wie heute von einer unübertrefflichen Kostlwrkeit erschien." Ebenso kostbar in sich selbst, wie kostbar für die ganze Menschheit. Sein Mitgefühl — das alte Mitgefühl des Juden — war, wie es einer seiner Stammesgenossen ausgedrückt hat, auf sciten der Gejagten, nicht auf selten der Jagenden. Dafür betrachtet man Um etwa wio der gute loyale Amerikaner einen Negerfilm betrachtet Sicht es so aus fm Vaicrlaade der gepriesenen demokratischen Freiheit und Vorurteilslosigkeit? Die Stimmen mehren sich, die Anklage erheben. Neben Upton Sinclair tritt Sinclair Lewis mit seinem „Arromsmith". Aber aus Lewisohns Buch ergibt sich eine logische Folge, über die der Verfasser vielleicht den Kopf schütteln wird, dem jüdischen Leser. Es scheint Im geheimen Plane der Leidensgeschichte des jüdischen Golus bcschk>3sen, daß uns auch dieses Lai.-i der Zuflucht, dieses neue Jerusalem erst im wahren Uditc erscheinen; jnußte, che wir innerlich reif sind, auf Europa und auf Amerika zu verzichten. Auch dies Anklagebuch stärkt den altneuen Glauben: Ein freies Volk auf freiem Grunde wird nur im Lande Israel erwachsen können. Bcstba Badt Ein «aerikanischer Beitrag zur Antinomie des Jm?D | Mivrice Sanraefs: „You GenlUcs" („Ihr Gojlm*4) § Von Dr. Nadja O r n s t e i n - B r o d s k y (Toronto) f Es ist noch nicht lange her, seitdem auch die ameTikf, nischc Judenheit gezwungen worden ist, dem Wesen I Judenhasses nachzugrübeln, seitdem auch das ursprün^ ä so vorurteilslos und .ntcrnational denkende Amerika^. *' europäische Schändlichkeit des Antisemitismus übernommen $ Nicht als ob man den luden bis dahin in Ameri;.* - geliebt oder auch nur gesellschaftlich gleichgestellt h'j.>£ wie wir uns in Europa vielfach eingebildet haben. r>3 Durchschnittsamerikaner identifiziert den luden fast vö"-l^ mit dem armen Ostjuden, der das Gros der jüdischen I Wanderungsmassen bildet. Und dieser bringt viclzuviel Sitten aus seinem Ghetto mit herüber, als daft er in angelsächsischen Weit mit ihrer-hochentwickelten Kultur dc täglichen Lebens Achtung und Sympathie auszulösen vr-, möchte. Aber aus ähnlichen Gründen sind in ihr An;, pathien auch gegen andere Hintersassen der Kultur IcbrncJigegen einwandernde Italiener und Slavcn und Balkanvöikv Doch über keine dieser Nationen hat sich eine sc;,-:.',' Jauche von Verleumdung und Lüge zu cr^ieflen jev.vt wie sie einzig der Antisemitismus als sein schmutzig Kampfmittel kennt und wie er sie nun auch in Amerika *2v verspritzen weiß. Maurice Samuel, ein junger amerikanisierter rumänisch'- Jude, bekannt als Schriftsteller und Zionist, versucht rs r seinem Buch: Ihr Gojim! die Ursachen des feindselig; und verächtlichen Verhaltens der Nichtjuden zu den J^i klarzulegen. Indem er die beiden Welten nebeneinanO hält, glaubt er eine abgründige Verschiedenheit zwi.schv ihnen klaffen zu sehen, die eine gegenseitige Abneigung nicht nur erklärt, sondern notwendigerweise auch kalle Zeiten festlegt. Daß diese Abneigung ebensogut a--: auf jüdischer Seite besteht, gibt schon der herausfordernd Titel mit einer gewissen Genugtuung zu. Der Ton, der aus dem Titel klingt, verrät, daß M $ Variation über das Thema von einer niedrigeren Voraus geschrieben wurde als Martin Bubers oder Max Bro- Untcrsuchungcn über das gleiche Sujet. Auch ist de- Geistesblitz, mit dem M. S. die beiden Welten neu u:,i grell beleuchtet, eine Eingebung, wie sie jemandem r..r in einer amerikanischen Umgebung kommen kann und vir sie in einer andern gleich weniger Wahrscheinlichkeit!;• sich hat. Aber mit all seinen Trugschlüssen ist es c- Buch, das fesselt und dessen glänzende Diktion ihm tinteressiertes Aufhorchen in Amerika verschafft hat. NV kann mit Erleichterung festgestellt werden, daß seine Thrallgemeine Gegnerschaft gefunden hat. Und zahllos d: Besprechungen, die ihm gewidmet worden sind. Denn c; x ein Buch, das sich einem in den Weg stellt, das eine Auscr-; andersetzung gebieterisch fordert, das man nicht früh aus der Hand legen kann, bevor man die Unruhe und c«- Widerspruch, den es in einem erregt, nicht restlos bezr^-p det hat. Der Autor versteht es, sein Problem scharfsinnig hera--- zuhämmern. Die Originalität seiner Gesichtspunkte, er trotzige Ernst, mit dem er zu Erkenntnissen steht, die ti>-'- ihm selbst nur wider Willen aufgedrängt haben; nehmefür ihn ein. Auch ist seine Konzeption bei flüchtigem ]\\~ hören fast verführerisch. Aber vom ersten Augenblick i: fühlt man in sich eine instinktive Abwehr dagegen. UVi doch alle wissenschaftliche Uebcrzeugung vom Sinn ur;. Werden der Welt bedroht, wenn M. S. Theorie stimm;? wenn das jüdische Volk jene Sondererscheinung wire, der er es stempeln möchte, wenn es mit seiner Psycholog und seinem Nervensystem so völlig außerhalb der Geseire stünde, die für alle übrigen Völker gelten. Mit einer beneidenswerten, aber unerlaubten Unbekrmerlhcit um den Widersinn einer solchen Behaupte; macht sie M. S. zum Angelpunkt seiner ganzen These \c: seiner sämtlichen Folgerungen. Die Sache schien ihm z«;: selbst so zweifelhaft, daß er sie, wie er zu Berinn sei;/' Buches sagt, zehn Jahre oder noch länger mit sich herjrtrug, bevor er sich damit an die Öffentlichkeit wa;:; Aber in diesen langjährigen Beobachtungen stieß er, sc:':.." Meinung nach, immer wieder auf die Tatsache, da5 er Unterschied, der zwischen Juden und Nichtjuden bester.' ein viel tieferer und vor allem ein fundamentalerer sei als dazwischen Angehörigen zweier nichtjüdischer Nationen, i. : zwischen Franzosen und Engländern oder zwischen Ar/: kanern und Nichtamerikancrn. Trotzdem er allen Dv^;- gen, die eine Parallclauffassung der Völker nahelegen, oi!:- gewesen zu sein glaubt, kann er, wenn er der von ihm erkannten Wahrheit gerecht sein will, nicht anders, als k"- staticren, daß die Einstellung des Juden zum Leben, k" Reaktion auf die äußere Welt, von der Einstellung '•' Nichtjuden so wesentlich unterschieden sei. daß — "*" höre — selbst gleiche Ideale, gleiche Ansichten und Erkenntnisse die beiden Rassen einander nicht zu na-- vermöchten. Denn sobald es zur Probe aufs Excmpcl komr' zur praktischen Betätigung einer Uebcrzeugung, werde "' polare Divergenz der beiden Naturen unverkennbar ersi.'-- lieh. Nur der äußere sprachliche Ausdruck sei bei be:d; gleich, die innere Bedeutung, die der Jude einem Be:-" gebe, sei geradezu entgegengesetzt der, die ihm der N:-"' ude beilege. Wenn auch M. S. das Beispiel, das er i> Verdeutlichung dieser Behauptung setzt — beide sagen auf einen Farbenrindruck, meinen aber eine ganz vc" schiedene Nuance — nicht wörtlich verstanden wissen wi!'.<: treibt er seine These doch bis zur Annahme einer phy>-- logischen Andersartigkeit der beiden Rassen. Diese biologische Andersartigkeit ist nach ihm vrft* stimmend für die Art, wie das Leben von beiden aufg«'«:' wird. Für den Nichtjuden ist es ein Spiel, ein Sperr, c" frisch-fröhliches Abenteuer. Mit dem spielerischer! Geh^" eines Kindes tritt er Menschen und Dinge, Gott und i'- Natur gegenüber. Regeln wie sie im Spiel, im Sport >;b.i- und verbindlich sind, hat er sich für sein Verhalten in t seinen gesellschaftlichen Beziehungen zurechtgelegt. wie für den Juden ist für ihn das Leben eine tiefernste A"; gelcgcnhcit mit einer festumrissenen hohen Aufgabe, der Aufgabe nämlich, das ekstatische Ideal der L'tnheit Oolt und Mensch zu verwirklichen, das Gottesreich in einzelnen und innerhalb der Gesamtheit aufzurichten. N^- wie .der Jude unterstellt er sein ganzes Tun ewigen Iutcn Forderungen der Gerechtigkeit und Sittlichkeit, sen^ die Art des Nichtjuden Ist es, vergängliche Dinge zulösen von ihrem ewigen Hintergrund und zu einem scheidenden Faktor zu machen in seinem Dasein. , So kennt er einen Ehrbegriff jenseits von Gut ur- Böse, für den er Kriege zu führen und Duelle zu sch-v; bereit Ist, so kennt er eine Loyalität an sich, durch d:c sich auf Tod und Leben irgendwelchen zufälligen k?r*.v lationen verpflichtet fühlt, die er über Recht und l^t[ stellt — einem König, einer Klasse, einem Lande - kennt er eine Disziplin, eine Unterwerfung unter M"sc;.^ regeln, die ihm höher steht als das moralische Gcsetr ' seiner Brust, als «eine Individualität. So ist ihm eine Ritt^ lichkeit, und Beobachtung von Manieren eigen, die *i:h nichts als um die strikte Einhaltung von Konvention0 kümmert li.-hen lim d »'«Z Krieg« die V Rühm iiclikc jadisc T.i?i ■ ren u \n 5 j Kunst Spielt' nacki? <,lnd Pjsnt ein O Zeiten ■ N! die d« mann? Gf^an 1 rivilis- ' ethisc. dieser von 1 schien : <rhcn, . Daseii des; veräcl! um ih | angeb \ ihnen lahrlu finden ob de Schritt ■ sein, i man < er nui Zwanj U , Mitte gci>tir gerjen los is mag in all. ' schein nicht den l über - D so ent intina; erreiel Weg der b( sv-ten jadiscl Herne , sie u; schein in ihr A: und I Seite einen vielleii wüßt D in der Sonde drr ar auf ei der A Wahn« set/en Arrgei laktor Juden such : Wgun Sc der M s'hattl die n dem von s . Je stiert und c sieht nichts grntei a'i, si der 2 leben« *eit z verme Zeit, den 1 und 4 Graus koirirr mal den C Zeuge Kon nun? t JürJise Erde Hern Char; '•Proc jiitr« <Uö

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