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Jüdische Rundschau · 1925-09-18 · Heft 74-75 (18.9.1925) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 74-75 (18.9.1925)
Date
1925-09-18
Page
– (sequence 5)
Language
German
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r 74/75 JÜSDISCHE RUNDSCHAU "Seite 631 :ish- Nah:- ■ bur?, Joint k W\ili\'\ 1;: Unter. , Vfr hk: ipc c I Er. «cod.: tu,:.;-: I N:- Im Weizmann . Von Dr. Felix Vt'eltsch, (Prag). FS kann nach dem Verlaufe des 14. Kongresses nicht gc- ,fljt «erden: Wir haben einen Kampf um Wcizmann. ':*£s l'c^ 'm 'n*Crc?sc ^cr Klarung der Situation, Dinge, die .,t zusammen gehören, nicht zu vermischen. Betrachtet man 11 Kampf KcKrn Wcizmann näher, so bestand er eigentlich 1drfi Kämpfen. j (legen Wcizmann als Vertreter der Exekutive. i Gegen Wcizmanns Persönlichkeit. 3 Gegen Wci/manns Politik. Vcizmann stand dem Kongresse nicht nur als Vertreter ., zionistischen Exekutive gegenüber, sondern mußte auch > Rolle eines Verteidigers der englischen Politik auf sich . flcn und war schließlich auch der Repräsentant der momen- -cn politischen, religiösen und sozialen Situation im Zio- Und alles, was man an dieser Situation — zum Teil t'l>cclit — auszusetzen hatte, sah — infolge der unglück- V1 Struktur der Kongreßmechanik -~ wie ein Kampf gegen .■/'mann aus. Es gibt ein falsches Bild, wenn Unzufriedenm;t dem religiösen Leben des neuen Jischuw, oder die ,'nIfricdcnhcit mit der Budgcticrung der landwirtschaftlichen!.j.cr als Unzufriedenheit mit Wcizinanns politischer img zum Ausdruck kommt. Es mag ja für den radikalen - listen verlockend sein, mit diesen Unzufriedenheiten ihre •enc Opposition aufzublasen, aber es ist Pflicht der Ocftcnt- -keit, diese Unklarheit zu beseitigen. per persönliche Kampf gegen Wcizmann spielte dies- •! eine große Rolle. Es gehört zu Weizn^nns Eigenschaften, .'• cr jn der Regel nicht darauf ausgeht, seine Gegner durch Gliche Freundlichkeit zu gewinnen. Ironie ist meist keine rjndlichkcit — wenn sie auch gelegentlich so mißverstanden ■riicn kann — und man muß sagen: Ironie war ein wesent- :cr Bestandteil des Gefühls, mit dem Wcizmann nicht nur •cn Gegnern, sondern manchmal selbst dem Kongresse :;c£cntrat. Das ist nicht immer unbegreiflich, mag irgend- . aus dem Mißverhältnis der eigenen Leistung und dem ■ -,f der Kritik der Opponenten hervorgehen, aber es ist eine --schliche Schwäche und war ein politischer Fehler. Ein -akratischer Führer steht zwei Fronten gegenüber, einer ."cren, mit der er für seine Anhänger zu kämpfen hat, und :r inneren, die er zu führen hat. Wcizmann hat diese innere it vernachlässigt. Der Führer darf aber nicht vergessen, j er nicht nur für das Volk als Führer zu handeln, sondern n das Volk als Führer zu leiten hat. Er hat nicht nur rtraucn zu fordern, sondern muß auch um Vertrauen werben, -j cr darf im oft widerlichen Chaos der Kongreßwirklich«; nie das Gefühl für den tiefen demokratischen Sinn der :^rcßidee verlieren. Weizmann hat diesmal das richtige •rhältnis zum Kongresse nicht gefunden, er hat infolgedessen YJfrhlcr gemacht, welche die Situation unnötig erschweren. Doch auch dies ist nicht wesentlich; wesentlich allein ist Kampf gegen Wcizmanns Politik. Da gilt es nun, zu analysieren. Die Erklärungen, die Weizen auf dem Kongresse gegeben hat, bieten Material genug; : :ci[fcii eine politische Einstellung, die analogerweise auf n beiden Gebieten der zionistischen äußeren Politik, den •-{•Juden und den nicht-zionistischen Juden gegenüber ihren :>druck findet Will man die Politik Wcizmanns zum Unterschiede von .'.-.«i Gegnern charakterisieren, so muß man sich, glaube; von zwei naheliegenden Vereinfachungen hüten. Die eine stammt von Wcizmann selbst: Er behauptete, sei der „jüdische Staatsmann" und arbeite seit Jahren an "Schaffung einer jüdischen Staatskunst, Grünbaum aber sei Assimilierter, der in der Politik die Allüren und Gewöhnen der anderen Völker nachahme.; Diese Antithese Ist rhetorisch effektvoll, nüchtern betet jedoch überspitzt. Sie ist auch zu einfach, um wahr ,'■ sein. Ebenso verhielt es sich mit einer anderen Antithese, zu ■ man sich leicht verlockt fühlt: Weizmann arbeitet mit 'Argumenten der Moral, die anderen empfehlen die Argu- ';ation mit materiellen Vor- und Nachteilen. Weizmann '"■'■•eint als der idealistische Politiker, seine Gegner als die -nalistischen. Auch diese Charakterisierung ist zu einfach ■wahr zu sein. . Mir scheint vielmehr, es handelt sich hier nicht um das ftün jüdischer oder assimilierter Politik und nicht um das ■tni Ethik und Materialismus in der Politik, sondern es '^t sich um eine Frage der politischen Psychose. ^ie Politik Weizmanns zeigt eine ganz klare psychologische " Alling, die ihn von seinen Gegnern, resp. dem Tenor;r Ratschläge und „Beschuldigungen" unterscheidet. Ge- 11 darum ist der Kampf vergebens, man kann einem Staatskaum neue Psychologie aufoktroyieren, weder durch ^'W.'f noch durch Vorwurfe noch durch Mißtrauensvoten. Jas Wesen der psychologischen Einstellung Wcizmanns; in der Schaffung einer gewissen Distanz zwischen . r; Politischen Partnern. Er rückt dem Partner nie zu nahe, ihm eine gewisse Freiheit. Er läßt Raum für die '°ng moralischer Argumentation und für Politik auf lange -.';;,Cr erlangt so auch eine größere eigene Bewegung»* vjhkeit; er schafft eine Atmosphäre des Vertrauens. . | äußert sich in allen Elementen der politischen Arbeit, .. 'r Aufstellung der Forderung, in der Methode und in der Ration. ,J^izmann ist in der Aufstellung der Forderung sehr vor« . Er hält schon hier auf Distanz und Spielraum. Er .,! .~~ so iclu int es — nur da?., was nach äußetvter ,^ttl»chcr Voraussicht noch zu erlangen ist. Das scheint ./ Wirklich der einzige Weg einer Politik auf längere Sicht "?s ist auch die Politik jedes verantwortlichen Führers, ^cgengcsctztc Methode bleibt stets nur ein Rat kritinücr Oppositioneller. ''c Methode Wcizmanns ist die des fair play. Er gibt .^f2ncr Vertrauen und strebt darnach, auch Vertrauen zu YJ1- Auch hier schafft cr die dazu notwendige Freiheit a utan/* Das ist sein Standpunkt England gegenüber; das ,.p , fifin Standpunkt den Nidit-Zionistcn gegenüber in der ,'. ürr Jewish Agcncy. Er haßt Aufdringlichkeit, die Miß- An tr-nigt. ■/, "f. Lesern Grundverhältnis gegenüber dem Partner beruht £sClnc Politische Argumentation. X«üs £'bt hicr m <*cr P°Jitik folgende Möglichkeiten: das ' i f Argument, das Argument der Tatsachen, der Hini s, . Materielle Vor- oder Nachteile, der Hinweis auf ,«C'ttc1, d. h. die Machtmittel der Proklamationen, Demonca "nd Drohunjcru _ ' In der charakteristischen Auswahl aus diesen Möglichkeiten liegt der Kern Weizmarinischcr Politik: Er kennt nur: das moralische Argument und das Argument der Tatsachen; cr verschmäht aber den Hinweis auf Vor- und Nachteile des Partners und den Kampf mit Drohungen und Demonstrationen. Gerade diese beiden Methoden werden ihm -aber von seinen Gegnern stets angeraten; und daß cr gerade diese , beiden Methoden nicht anwendet, ist der Hauptvorwurf, den mau ihm macht. Wcizmann hat sich auf dem Kongresse energisch gegen die Methode ausgesprochen, /ur englischen Regierung zu gehen und ihr von den großen strategischen und anderen Vorteilen zu erzählen, welche ihr das jüdische Nationalhcim in Palästina biete. Es wäre dies eine Außerachtlassung der Distanz, die Wcizmann offenbar für nötig hält. Er steht auf dem Standpunkte, daß eine solche Argumentation ihre Wirkung verfehlen muß und daß die' Vorteile, die England von Palästina hat. am besten zur Wirkung kommen, wenn England selbst darauf kommt, und wenn ihm diese Vorteile nicht erst von uns vorgehalten werden müssen. Wei/maim hat sehr ironische Worte für die strategischen Ratschläge gefunden, die der Kongreß Großbritannien erteilen wollte. Damit ist keineswegs gesagt, daß Wcizmann die strategische und sonstige materielle Bedeutung Palästinas für England leugnet oder geringschätzt, wie ihm mm seine Gegner einreden möchten. Er meint nur: Existieren solche Vorteile, dann weiß es England am besten selbst, existieren sie nicht, dann verzichten wir darauf, sie ihm einreden zu wollen. Ebenso perhorresziert Wcizmann eine Politik der Drohungen und Proklamationen; cr droht nicht gerne mit Machtmitteln, vor denen sich der Gegner nicht zu fürchten braucht. Wohl zu unterscheiden von der Argumentation mit materiellen Vorteilen und von der Politik der Proklamationen ist die Bedeutung der Tatsachen selbst. Aber diese Tatsachen wirken durch ihre Realität. Sic sind neben unserem moralischen Anspruch unsere Hauptstärke. Das ist der Weg, der uns unserem Ziele näher bringen kann; produktive Arbeit, kulturelle Leistung, Gcldaufbringung, Organisation. Es war leider nicht das Hauptthema des Kongresses. Im Kernpunkt der politischen Methode Wcizmanns steht das sittliche Argument; der Hinweis auf unser Recht auf ein normales Volksleben, auf kulturelle Schöpfungen, auf eine nationale Heimstätte, die keinem Volk versagt werden darf; das Verlangen an die Welt, das unendliche Unrecht gutzumachen, das sie dem jüdischen Volke angetan hat, und der Hinweis auf den unbeugsamen Willen eines organisierten seiner selbst bewußten Volkes. .Man kann Wcizmann vorwerfen, daß cr dem Kongresse gegenüber schwere Fehler gemacht hat; man kann es begreiflich finden, daß er als Repräsentant der jetzigen zionistischen Situation Vorwürfe von rechts und links über sich ergehen lassen mußte. Aber man muß klar wissen, welche zionistische Politik man zu wählen hat: Jabotiusky — Grünbaum — oder Wcizmann. Vom EiawaudrrDQßSsrat ia Palästina Jerusalem. (J. T.A.) Oberkommissar PI um er ernannte den bisherigen Kontrolleur der Einwanderungsscheine im Sekretariat des Einwanderungsamtes, Albert M. H y a m - s o n , zum Chef des Immigrationsamtes und William G i b b, Walter Gilb er, Sm i th ers,-George Zccharia Msarsa. Vizescrgenten Lcslic ' K c 1 w a y Pope, Ootain Edward Walter Northficld und Lieutenant Robert Smith zu Beamten des Immigrationsamtes. Die Einwandernny in Juli 1925 Laut den offiziellen statistischen Angaben der Regierung betrug die Einwandcrungsziffcr im Juli 2717. Darunter zählte man 10S5 bemittelte Personen, die sich dauernd in Palästina niederlassen wollen — 412 Männer, 32t l'rau<M und 31() Kinder — von Kategorie „E" (solche mit bestimmter Aussicht auf Arbeit) 769 — 603 Männer, zu denen an Ehefrauen, Kindern und anderen Begleitpersonen 430 kamen, und 166 Frauen. Es kamen 401 solcher Personen an, die ganz und gar von Einwohnern Palästinas abhängig sind (S3 Männer, 2l0 Frauen und 102 Kinder), und 20 Personen religiöser Berufe. In den obigen Ziffern sind enthalten 24 Christen und 5 Mohammedaner, ferner 16S Juden, 54 Christen und 6 Mohammedaner, die als Reisende ankamen und später die Erlaubnis zu dauerndem Aufenthalt erhielten. 60 Einwanderer, die die Einwandcrungsbcstimmungcn nicht erfüllten, wurden zurückgewiesen. Die Juica vea SSdalrika and Jcwis'u Ageacy Die Jewish Board of Dcputies von Südafrika hat in der in Durban abgehaltenen Konferenz der Delegierten der jüdischen Gemeinden und Organisationen über den Eintritt in die erweiterte Jcwish Agcncy für Ercz Israel beraten. Nach einer langen, lebhaften Debatte wurde der Eintritt der jutli-.cheii t jrmrinr.ehaften von Südafrika in die JcwUh Agcncy beschlossen und das Präsidium beauftragt, wegen der Vertretung jn der genannten Körperschaft die weiteren Verhandlungen zu führen. Die Executive des Emißrattedlreklortams Berlin. (J. T.A.) Dieser Tage hat eine Sitzung der von der letzten Emigrationskonferenz ncugewählten Exekutive des Emigrationsdircktoriums (Vereinigtes Komitee für jüdische Auswanderung) r.tattgefumlcn, in der die Koijf.tituicrung der Verwaltung vorgenommen worden ist. Zum Präsidenten des Emigrationsdircktoriums wurde Dr. Miron Krainin, zu Vizepräsidenten wurden Abg. Dr. Oskar Cohn und W. Latzky-Bcrtholdi gewählt. Amerikanische Zloclslcn In PslSsfioa Jerusalem. (J.T. A.) Am 14. September sind in Palästina der Vorsitzende des amerikanischen Kercn Hajessod, Morris Rothenberg, der Direktor der Palcstinc Securities, Emanucl N e u m a n n, und das Vcrwaltungsmitglicd der amerikanischen Zionistischen Organisation, Israel Goldberg, eingetroffen. Sie werden zwei Wochen lang das Land bereisen, um die Lage der jüdischen Kolonisation an Ort und Stelle zu studieren. Ocxfcrrelclilscfccs Landeskomltec Die J.T.A. meldet aus Wien: Das zionistische Landeskomitec Oesterreichs ist z u r ü c k g c t r c t c n. Mitte Oktober wird ein außerordentlicher Parteitag stattfinden, der eine neue Leitung rtx wählen hiben wird. Die Demission des Landcskomitccs ergab sich aus der Tatsache, daß die I c 11 c n den Personen oppositionell orientiert sind, während die große Mehrheit der österreichischen Ziontstcn für die Politik Wcizmanns ist. ■ Ergebnisse und AcssicMen des Keren Kajemcdi in Dentsdiland Mit dem neuen Jahre beginnt eine neue Periode der Arbeit des Kercn Kajemcth. In der vergangenen Zeit galt es, die Schäden der Inflation zu beseitigen und der Sammlung wieder den Charakter zu geben, den sie vor dem Kriege gehabt hat, nämlich den der Markensammlung von Spenden. Massensammlung erfordert vor allem eine große Zahl von Mitarbeitern. Daurrudc Aktivierung, Neilgewinnung und Intcressicrung der Vertrauensleute, sind die Hauptaufgaben der Keren Kajemeth-Propaganda. Nach schwieriger systematischer Arbeit in den letzten Jahren ist es gelungen, in Deutschland eine erhebliche Anzahl von verantwortlichen Orü-Vcrtraucnslcuten und Helfern in den Keren Kajcmcth-Apparat einzugliedern, und sie zu seinen Trägern zu machen. Besonders erfreulich ist die Tatsache, daß der größte Teil der jüdischen Jugend mit Hingabe bei der Durchführung »mseier Sammlungen hilft. Die Jugend ist erfaßt worden von der Idee des Keren Kajemcth, sie iNt durch ihn zur praktischen Palästina-Arbeit erzogen worden. Für dieses Ergebnis war vor allem das Prinzip der Keren Kajenietls- Arbcit entscheidend, die jungen Menschen nicht zt: mechanischen Sammlern zu machen, sondern sie gewissermaßen einzugliedern in eine de jure nicht vorhandene Palästina- Organisation, die ihren Mitgliedern eine reale Vorstellung von der Arbeit im Lande gibt und sie eng mit ihr verknüpft und bekannt macht mit den Problemen des Aufbaus, den Menschen im Lande und der sozialen Idee des Gemeineigentums. So haben unter- Anderem in den letzten Wochen mehrere Redner, die auf Grund langjähriger Arbeit in Palästina alle Fragen des Aufbaus besonders gut beherrschen, in zirka 30 Versammlungen vielen Mitgliedern zionistischer und nichtzionistischer Jugendverbände ein plastisches Bild von Palästina gegeben und ihnen gezeigt, wie sich ihre Arbeit für den Kercn Kajemcth in Palästina auswirkt. Ebenso wie in.der Weltorganisation ist auch in Deutschland das Interesse der zionistischen Oct'fentlichkcit am Kercn Kajemcth gewachsen. Es gibt heute wohl kaum noch eine Vernachlässigung des Keren Kajemcth, es sei denn in den Orten, in denen die gesamte zionistische Arbeit schlecht ist. Dies ist dadurch erreicht worden, daß prinzipiell die Propaganda für den Keren Kajemcth nur in engstem Kontakt mit der gesamten zionistischen Atbeit geführt wurde. Umsonichr hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, daß die Keren Kajeuieth-'lätigkeit ein wichtiger Faktor zionistischer Propaganda ist. Wenn heute der Kercn Kajemcth durch seine Sammel- und Propagandamittcl den weitaus größten Kreis der Juden in Deutschland erreicht, wenn cr in den meisten Gemeinden Deutschlands arbeitet, dann leistet cr wichtigste Pioniertätigkeit für den Zionismus. Die Propagandamittcl, die Sammchnittel und die Organisation des Kercn Kajemcth wurden im . vergangenen Jahre wesentlich ergänzt und ausgebaut. Die Beschlüsse des Kongresses bezüglich der Zusammenarbeit zwischen Kercn Kajemcth und Keren Hajensod haben das fe«.tgelegt, was schon seit langer Zeit in Deutschland durchgesetzt worden war. Der Kercn Kajemcth in Deutschland ist heute ausnahmslos auf die Masscnsammlung eingestellt, so daß beide Fonds mit ihren jetzigen Methoden ungestört mit größtem Erfolge für Palästina arbeiten . können. . So können wir zu Roschhaschanah "die Periode des Keren Kajemcth in Deutschland abschließen, in der der Apparat konsolidiert und feste Grundlagen geschaffen wurden. In 3S0 Orten gihf es heute verantwortliche Vertrauensleute des Kercn Kajemcth, in 12 Orten Bezirkssekretariate. Mit Hilfe dieser ehrenamtlichen und beruflichen Mitarbeiter ist es gelungen, die Einnahmen um 65 °/o im Vergleich zum Vorjahr zu steigern und die Zahl der erfaßten Gemeinden um bO zu vermehren. Im Jahre 56S5 hat Deutschland 4300 Dunam Boden ausgelöst. Neue und große Aufgaben hat der Kongreß dem Keren Kajemcth gestellt. Erwerb neuer Boden, von denen ein Teil für die Mittelstands-Siedler wird zur Verfügung gestellt werden müssen, Durchführung der Amcliorationen, Kauf von .vorstädtischen Böden für die Gründung von Schchunath Owdim. Vermehrung unseres nationalen Bodenbesitzes im Gegensatz zur Spekulation. Parallel mit diesen neuen Anforderungen in Palästina müssen unsere Aufgaben hier wachsen, und so müssen wir im neuen Jahre auf der geschaffenen Basis weiterbauen. Es wird darauf ankommen, den Kreis der Mitarbeiter wesentlich zu erweitern, in großen und kleinen Orten die Zahl der sich für den Kercn Kajemcth verantwortlich fühlenden Menschen zu vermehren. Eine systematische Propaganda-Arbeit für die Eroberung neuer Gemeinden ist notwendig. Noch gibt es 300 Gemeinden mit mehr als je 20 jüdischen Familien, aus denen wir kaum eine Spende erhalten haben. Dicr.e für den Pal.'ir.tina-Aui'h.nw noch gar nicht erfaßten Quellen müssen cr.sciilosM.;i werden. Die Roschhaschanah-Sammlung, an der sich die grüßte Zahl von Helfern im Vergleich zu allen bisherigen Aktionen beteiligt, wird einen guten Auftakt für die neue Arbeitsperiode bilden. Schon in absehbarer Zeit werden wir in den Mittelpunkt unserer Werbearbeit ein Propagandamittcl stellen, das mclir als alle ' bisher dagewesenen einen tiefen Einblick i:t die palästinensische Wirtschaft gewährt, nämlich die 1> a 1 a s t i n a - Ausstellung, die im Rahmen einer großen Palästina* Woche in einigen Monaten in Deutschland — in besserer Ausstattung und mit besseren Materialien als in Wicrt — gezeigt werden soll. Wir werden mit verstärkter Energie arbeiten '.i'.usNcn, um die Idee des Kercn Kajemcth zu verbreiten i;nd sein Werk bekannt zu machen. Vorfrags-Cvkicn vor. Wissenschaftlern über Bodenreform, weitere Versammlungen mit Palästinensern werden in absehbarer Zeit stattfinden. Ausbau "unserer Propaganda, weitere Ausstattung des Aufbaus, Verbesserung und Dezentralisierung unseres Apparates, stärkere Intcrcssicrung und Gewinnung neuer Mitarbeiter, erhebliche Steigerung der Ergebnisse der Buchsensammlung, viel intensivere Propaganda für freiwillige Ge- Irgfnlieitr.sprndon, da« sind einige unserer neuen Aufgabm. Weiden wir sie erfüllen, werden die bisherigen Mitarbeiter mit demselben Eifer helfen, dann wird das neue Jahr uns eine noch größere Steigerung der Einnahmen bringen als das vergangene. W. E. Die Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel hat in Beerfelden im Odenwald 100 Morgen Land erworben, um dortsclbst' ein Lchrgut für Aulim aus Deutschland einimicJitcn, ■•••■«

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