Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 74-75 (18.9.1925)
- Date
- 1925-09-18
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 630 JUEDISCHE Rl/ND^' MAU Nr. 74/73 Vom Weißbuch Churchills angefangen über das Protokoll Samuels in Ocnf, über den Bericht der Mandatskommission bis zur Araber-Rede Amery's, bis zur überraschenden Ernennung PJumers und den allcrncucstcn Emigrations-Beschränkungen zieht sich wie ein — weißer Faden, dessen einst blau-wcißc Farbe wie in dem bekannten Schubcrt-Licdc mit jedem Monat „immer bleich und bleicher wird." Die Antwort Wcizmanns auf dem XIV. Kongreß war in diesen Punkten schwach, um nicht zu sagen schwächlich, sie wäre besser unterblieben, da sie uns Ja noch schwächer darstellt, als wir es eben sind. Wüßte« wir nicht, daß Wrlznnnn in schweren Momenten auch eine ganz andere Sprache mit unseren „Vertragsgegnern" zu führen vermag (das Zeugnis Allembys beweist es), so konnte man die letzte Antwortrede beinahe — ungerne lasse ich das Wort fallen — Defaitismus nennen. Die inneren „Vertragsgegner", -— die assimilatorische Hochfinanz einerseits und die Agudah andererseits •— haben sich nach anderer politischen Erfolgen bereits erholt und da Weizmann — wir glauben in einem zu frühen Zeitpunkt und zu eifrig — die Heranziehung dieser beiden Flügel in die Jcwish Agcncy betrieben hat, verloren wir an Prestige. Denn wer aus diesem oder jenem Orundc — allzu eifrig einen Compagnon sucht, schwächt seine Position und läßt erkennen, daß er mit seinen eigenen Kräften nicht mehr auslangt. Wenn nun nach diesen Einbußen an Prestige (wozu auch die schwächere Beschickung des Kongresses beitrug, als Zeichen, daß der Organisations-App;.rat nicht gut funktioniert), Weizmann sich hinreißen läßt, uns auf einer Art qualvollen Flagcllantismus Illusionen, eine nach der anderen zu rauben, so hat er damit der Organisation und sich — als Führer •— einen sehr schlechten Dienst erwiesen. Wir sind ein armes Volk, und unserer. Reichtum bilden gerade die politischen — Illusionen. Wir sind ein Volk, dessen Willenskraft durch die jahrhundertelangen Verfolgungen geschwächt, zerrrürbt wurde. Um den Willen zu schaffen, ihn zu straffen, waren gerade — Illusionen nötig. Diese eben führten uns wie auf einem schmalen Brettersteig über den verdeckten Abgrund hinüber, der zwischen unserem Wollen und Können klaffte. Die Stärke Herzl's waren gerade seine Illusionen; sein Hauptvcrdicnst Ist, daß er uns die Hoffnung wieder gab und — Illusionen. Und nur dank dieser „Illusionen" haben Weizmann und Sokolow die großen politischen Erfolge nach dem Kriege gerettet. Bei einem leider so nüchternen und in reinem Wollen so bescheidenen Volke, wie die Juden, sind im Stillen gehegte Illusionen jedenfalls weniger schädlich, als die von der Kongreßtribüne — die sicherlich ein guter Resonanz- Leiter Ist und kein „luftleerer Raum" — herabgedonnerte Deslllusionlerung der jüdischen „anonymen Masse". Unseren Orgncrn in der ganzen Welt hat atif dem XIV. Kongresse nicht allein Jabotinsky — gewichtige Argumente in die Hand gegeben . . . Das „Rauben der Illusionen" ist ein schmerzliches und wahrlich ein — zu kostspieliges Beginnen. Hoffen wir, daß die zionistische Führung die nächste zweijährige „Hall-Olympiade", die uns von dem XV. Kongresse trennt, voll ausnützt und mit größeren Erfolgen kommt. Für jeden Fall wollen wir dann einen ruhigen Kongreß haben, ohne „Sprengungs-Ocfahrcn" und ohne — Weizmann-Krise. PalSstfaa-Regfenmg uad Gewcrksebaltefl Der britische Gewerkschaftskongreß in Scarborough nahm die vom linkssozialistischcn Untcrhausmitglicd Pure eil beantrage Resolution, in welcher sich der Kongreß gegen die Ausübung der Herrschaft über nichtbritischc Volksstämmc wendet, an. Die Resolution spricht sich für das Sellstbcstimmungsrecht der Völker, selbst auf die Qefahr einer Loslösung einzelner Volksstämmc vom Reich hin, aus. In seinem Referat besprach Purccll auch die Pal äs tin a frage, auf welche er seine Resolution angewendet wissen will. Der gewesene KolonialministerThörn as sprach sich gegen den Resolutionsantrag Purcells aus und meinte, daß es aas wichtigste wäre, an der Verständigung zwischen Juden und Arabern mitzuwirken, wodurch die einzigen Schwierigkeiten In Palästina behoben wären. * London (J.T.A.) Das Blatt der Arbeiterpartei „Daily Herald" veröffentlicht einen scharfen Artikel ihres nach Palästina entsandten Korrespondenten, Ewer, gegen die Palästina-Regierung, die es zuläßt, daß die untergeordneten Behörden „eine allgemeine Attacke gegen die Arbeiterorganisationen Palästinas führen." Früher litten allein die Kommunisten, deren Organisation als illegal erklärt wurde; in den letzten Wochen aber widmet die Regierung eine unerwünschte Aufmerksamkeit auch den nichtkommunistischen Arbeiterorganisationen. Nach fünf Jahren britischen Mandats gibt es heute weder ein Fabrikationsgesetz, noch sonst Irgend eine Maßnahme zum Schutze der Arbeiter. Palästina ist das Land der gebrochenen Versprechen. Augenblicklich wird die allgemeine Aroelterftkicration (Histadruth) des Kommunismus verdächtigt, weil sie Vertreter zur Konferenz der Sozialistischen Internationale nach Marseille entsandt hat. In Jaffa wurden der Führer des Ocwcrkschaftsratcs Mr. S c h 11 f und der Sekretär der Baugewerkschaft, Mr. Finkcl, verhaftet Vor einigen Tagen wurden in Haifa die Streikposten verhaftet und durch die Straßen Haifas, in Ketten geschmiedet, geführt. Die Arbeiter haben das Empfinden, daß die Haltung 2ur B«h1örden provokatorisch sei Die Führer naben Mühe, die Arbeiter, deren sich Entrüstung und Zorn wmacht.rt von unüberlegten Taten zurückzuhalten. Vier Jahre jüdisches Emck . *rai 8. Elul wurde die vierjährige Wiederkehr der O r ü n - Jung von Nahalal festlich begangen. Von allen Seiten a« Emek, aus dem unteren 'Galiläa und aus Schomron, aus Jaffa und Haifa kamen die Gäste im Wagen und im Automobil herbei, und auch der englische Beamte, dem der «rzirk des Emck untersteht, Herr Andreas und Gattin, nahmen an der Feier teil. Besondere Beachtung erregte a*c landwirtschaftliche Ausstellung, die mit ihren genauen Rahlen und Diagrammen ein klares Bild von dem Wachstum Jahalals und seiner wirtschaftlichen Entwicklung gab. Auch «Hei anderen Siedlungen des Emck blicken In diesen Wochen ■ul cm vierjähriges Bestehen zurück. Die Gedenktage wurden Überall freudig begangen. I Die Joint-KoDferenz In Philadelphia | (Telegrafischer Bericht) Am 12. September abends wurde In Philadelphia dicKon- I ferenz des Joint Distribution Committcc, der in Amerika | und Europa mit großer Spannung entgegengesehen wird, 1 feierlich eröffnet. IVic Konferenz war also Auftakt zu der von den Führern der. Joint vor mehreren Monaten beschlossenen Durchführung einer Kampagne zur Aufbringung von fünfzehn Millionen Dollar zwecks Wiederaufnahme und Ausdehnung der Aufbau- und Hilfstätigkeit in Rußland und den übrigen Ländern Europas, insbesondere zwecks Durchführung des jüdischen Koloiiisationswerkcs in Rußland, gedacht. Der riniadimg zu der Konferenz, die von Fell* M. Warburg, David A. Brown und 200 anderen lührern der amerikanischen Judcnhcit unterschrieben worden war, folgten 750 Vertreter aus allen Teilen der Vereinigten Staaten. Die Konferenz wurde im Benjamin Franklin-Hotel abgehalten. Die ersten Ansprachen hielten die Herren Felix M. War bürg, David A. Brown, Louis Mars Ii all und der Direktor den Agro Joint in Rußland Dr. Joseph Rosen. Die Delegierten vertraten alle sozialen, politischen und religiösen Organisationen. Auch die Zionistische Organisation Amerikas halte Vertreter entsandt. Am Sonntag, den 13. September wurden die Beratungen fortgesetzt. Nach zehnstündiger Diskussion wurden folgende Entschlüsse angenommen: Die vom Joint Distribution Committcc und den ihm angeschlossenen Organisationen am Sonntag, den 13. September 1925 in Philadelphia abgehaltene Konferenz beschließt hiermit, einen Aufruf an die amerikanische Judcnhcit zu erlassen, damit die von der Konferenz feierlich eröffnete Kampagne für die Aufbringung einer Summe von 15 Millionen Dollar, die vom Joint Distribution Committcc für Hilfe und Wiederaufbau eingeleitet worden ist, möglichst früh durchgeführt wird. Die Konferenz drückt die Ucbcrzcugung aus, daß es nötig und unumgänglich ist, die vom Joint Distribution Committcc vor vier Jahren auf den Gebieten der industriellen und landwirtschaftlichen Siedlung begonnene Arbeit zu erweitern. Die Konferenz glaubt, daß die notwendigen politischen und moralischen Garantien erreicht werden und daß die amerikanische Judcnhcit der praktischen und verdienstvollen Erweiterung der bereits begonnenen Arbeit sicher ihre Unterstützung leihen wird. Das Joint Distribution Committcc wird bevollmächtigt, seine erfolgreiche Hiifsarbcit auf dem Gebiete der sanitärmedizinischen Versorgung der Kriegswaisen, sowie des Gesundheitsschutzes unserer unglücklichen Brüder- Flüchtlinge, fortzusetzen. Insbesondere soll den in den Häfen Europas gestrandeten Flüchtlingen geholfen werden, ebenso den notleidenden Handwerkern und Handelsleuten. Die Konferenz ersucht die Männer und Frauen der amerikanischen Judcnhcit, durch Freigebigkeit und Oprcrwilligkeit das Joint Distribution Committcc instand zu setzen, die auf den Ocbicten der sozialen Fürsorge und der Wicdcraufbautätigkeit seit Jahren geleistete wertvolle Arbeit zu vollenden. Nach einer längeren sehr erregt verlaufenen Diskussion wurde schließlich noch folgende Resolution angenommen: Die Konferenz betrachtet es als selbstverständlich, daß die amerikanische Judcnhcit das Werk der jüdischen Siedlung in Palästina freigebig unterstützt und ist überzeugt, daß die Juden Amerikas durch die Jcwish Agcncy und andere Institutionen zu der Erreichung dieser großen und historisehen Aufgabe ihre Kraft und Unterstützung in vollem Maße 1 lelhca werden. * I Im Vorlauf der Dirkusr.ion .kritisierte der. Präsident des amerikanisch-jüdischen Kongresses Dr. Stephen S. WiGc den Plan der Krimkolonisation, den er als gefährlich charakterisierte. Der Präsident des amerikanisch-jüdischen Komitees Louis Marshall griff ebenfalls in die Diskussion ein und erklärte, er habe mit dem Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation Dr. Weizmann in Genf den Plan der jüdischen Kolonisation in Rußland besprochen, und Dr. Weizmann habe diesem Plan zugestimmt. Der Konferenz schloß sich ein Bankett an, in dessen Verlauf große Summen für das Aufbauwerk des Joint gespendet worden sind. Der bekannte Philantrop Mr. Julius Rosenw a 1 d verpflichtete r.ich, ans eigenem eine Million Dollar zu spenden, sobald die ersten neun Millionen Dollar aufgebracht sein werden. Der Konferenz gingen aus ganz Amerika, sowie aus vielen Ländern Europas Begrüßungen zu. Eine Gruppe bewährter unparteiischer jüdischer sozialer Funktionäre in Moskau sandte eine Begrüßung, in welcher festgestellt wird, daß die negative Stellungnahme eines Teiles der Auslandspresse zur Kolonisationsbewegung in Rußland auf falschen Informationen beruht. In Wirklichkeit ist die Bewegung für Rückkehr zum Boden von historischer Bedeutung für die judcnhcit Rußlands. Die Regierung ermöglichte Agro-Joint, seine Arbeit ganz unabhängig durchzuführen, eine Einmischung ist ausgeschlossen. Ai.-cli die Moskauer jüdische Gemeinde sandte ein Bcgrüßungstclcgramm an die Joint-Konfcrcnz" nach Philadelphia. * Ucbcr den Verlauf der Konferenz ist noch zu berichten: Einen großen Teil der Debatten nahm die Frage der Kolonisation in Rußland ein. Die Stimmung wurde zuwcilcii sehr erregt. Der Präsident des Amerikanisch-Jüdischen Kongresses, Dr. Stephen S. Wisc, sprach sich dahin aus, daß angesichts der ungcwisr.cn Lage in Rußland und der unfreundlichen Stellungnahme der Bauernschaft gegenüber der jüdischen Sicdlungsbcwcgung der Plan der Krim-Kolonisation der jüdischen Bevölkerung in Rußland zu einer. Gefahr werden könnte. Auch Mr. Jacob de Haas ermahnte die Konferenz, die Angelegenheit der Kolonisation In Rußland erst sorgfältig zu prüfen, bevor der erste Schritt gewagt wird Im Falle eines Wechsels des Regimes in Rußland seien Pogrome durchaus im Bereiche der Möglichkeit, und es sei zu befürchten, daß dann die jüdische Position in der Landwirtschaft wird aufgegeben werden müssen. Mr. Louis Marshall erwiderte in einer längeren Rede den Ocgncrn des russischen Kolon isationsplnncs und wies nach daß die vorgebrachten Bedenken übertrieben seien das Werk in Rußland müsse getan werden. Es sei keincswegs zu befürchte n, daß die neue Kampagne die amerikanische Judcnhcit von ihrcr Pflicht gegenüber dem Palästina-Auf bau ablenken wird. Er sei mit Dr Weizmann in Genf zusammengetroffen und dieser habe den Plan des Joint gebilligt. Sicherlich wird der jotnt-Dnve die zionistische Arbeit in den Vereinigen Staaten nicht beeinträchtigen. Louis Marshall schloß: Wir Y*r?cV-7.ch. d?n Judcn in Palästina in Ihrer Aitfbautahgkcit beistehen. In meinem sowie in mc.ncr Freunde Namen kann ich versichern, dn» der Plan der Erweiterung der Jcwish Agcncy durch Anteilnahme unparteiischer jüdischer Führer Amerikas d u r c h.g c f ü h r t werden wird. Die Diskussion wurde immer erregter so daß eine Spaltung der Konferenz in Anhänger der russischen und in Anhänger der palästinensischen Kolonisation zn befürchten war. Nunmehr ergriff der Vizepräsident des Amerikanisch-jüdischen Kongresses, Mr, Joseph Barondcss, dos Wort und schlug die Einsetzung einer Kommission vor, die die Entschlüsse auszuarbeiten . haben soll. Sein Vorschlag angenommen und ein Komitee aus den Herren Felix M' | bürg, Louis Marshall Rabbiner Dr. Stephen S.'ty; * James N. Rosenberg, David A. Brown, Jacob FiA?§ mann, Maurice Samuel, Karl S her man, Ny,""^ St raus. Herbert Lchinan, lacob de Haas und j0^;i> Barondcss eingesetzt. Das Komitee trat sofort 7\\,iVu,;'i. ■ und unterbreitete nach wenigen Stunden der Konferenz Resolutionen, die angenommen worden sind. Spät n->£:*' wurde die Konferenz geschlossen, die zionistischen einstimmten die „Hatikwah" an. * "'. '. ♦ I Der Vorsitzende de-, Joint, Mr. Felix M. W3ibUrJ übergab der Presse einen Bericht über die Arbeit des Joint':.*' Palästina, aus welchem hervorgeht, daß Joint in den \vl''Jzehn Jahren für Auf bau zw ecke in Palästina V* schließlich Unterrichts- und Gesundheitswesen, sieb- Millionen Dollar ausgegeben hat. Seit der cUf düng des Joint Distribution Committcc im Jahre l'ili u * l'al.ii.tina in den Kreiü jener Länder, in denen Joint (■ Tätigkeit entfaltete, eingeschlossen. Bis Anfang 1922 wjr^ 5449015 Dollar nach Palästina geschickt Teil dieser Summe wurde für Hilfeleistung an die jerj« lemer Bevölkerung, der andere Teil für Aufbau-Arbeit, v,, Kultivierung von Sümpfen, Bekämpfung der Malaria, Gr,:*'- Stützung von Schulen und Krankenhäusern, verwendet (y 1. Januar 1922 bis Ende 1921 gab Joint für Aufbauarb'' in Palästina 665454 Dollar aus, darunter 229231 Dollar; die Zentralbank der Kooperativen zwecks Vergebung von Dolchen an Handwerker, Kauflcutc und Landwirte; 893 777 Dciwurden für Waisenfürsorge, 206 200 Dollar für die medi7ir.iv' Organisation Hadassah ausgegeben. Der hebräischen Lehre bildungsanstalt in Jerusalem und einigen anderen Schulen h- Joint im ganzen etwa eineinhalb Millionen Dollar zupcffih'rj In den letzten zehn Jahren hat Joint insgesamt sieben Miliio:-'-' 349000 Dollar für Palästinazwecke ausgegeben. Presseschau Die „Kölnische Zeitung" vom 5. 9. schreibt „Wenn es noch eines Beweises dafür bedurft hätte, (.-: 1 das jüdische Volk keine staatbildcndc Kraft hat, r>* 14. Zionistcnkongrcß hätte ihn erbracht. Das deutsche 'vv.j leidet gewif! unter übertriebenem Individualismus 'der >.;■■* die Ursache seiner staatlichen Schwache ist. Aber der 1-,: % vidualismus des jüdischen Volkes ist geradezu die Vernci. - - z jeder Unterordnung, ohne die eine Staatsbildung nicht nio,-: ist, weshalb auch der Untergang des jüdischen Staats\vc?r das Urteil der Weltgeschichte das des Weltgerichts zu y :| scheint. Dieser 14. Zionistcnkongrcß hat es fertiggebracht,^ einzigen Staatsmann, den die Zionistcn haben, Dr. On; Weizmann, einen Mann, der die Grundlage der Wirklich £ niemals verläßt, derart vor den Kopf zu stoßen, da!; ti langer. Bemühungen bedurft hat. ihn wieder zu vcr-ölm-S' Nicht etwa weil die Mehrheit des Kongresses ihn von i.l Leitung entfernen wollte — im Gegenteil, sie war dr,? überzeugt, daß sie keinen besseren Führer finden könnte Weizmann —, sondern weil jede oppositionell anschaue!. Gruppe gerade ihre Wünsche von der Leitung erfüll! sc;- wollte, die diese eben wegen der wirklichen Lage nicht r füllen kann. Und so kam es, daß die Mehrheit des Kon^ifv der Exekutive Entlastung und Vertrauensvotum zwar ni. verweigerte, aber auch nicht erteilte, so daß Weizmann r, 136 Stimmen für sich bei 17 gegnerischen hatte und vor er. Mehrheit . von Stimmcnenthallungcu stand. Als wi:k!.. Staatsmann mußte . er daraus die '.Folgerung des Rüd:r ziehen. Aber kaum war das geschehen, zeigte es sich. daS d; Zionismus ohne Weizmann völlig gelähmt gewesen war?. I': solort setzten die Bemühungen ein, den Schaden wieder zu machen. Aber os gelang nur dadurch, daß man den ohne!; schon auf 10 Tage angesetzten Kongreß um zwei Vcrhr.g lungstage verlängerte und dann erst, als das Feuer unter i § Nägeln brannte, in der vorletzten Nachtsitzung, — auch dc< | Nachtsitzungen sind bezeichnend — eine Formel zu finden, c * Weizmann die Rückkehr zur Leitung ermöglichte. Diese Fori erklärte, die erste Abstimmung habe keinen Anlaß zum K l tritt der Fxekutivc geboten, und forderte Weizmann l Sokolow auf, Im unbedingten Interesse des Zionismus : | der Spitze der Bewegung zu bleiben. Sic erhielt eine Mehr!::; von 217 gegen 15. Stimmen, bei IS Stimmcncnthaltun;c:| Also ein vollständiger Rückzug. Dazu war der Verlust *s 3 Tagen notwendig. Dann aber gelang es doch nicht, die Nc wähl der Exekutive vorzunehmen. Erst in der letzten Srr^ r-itzung, die bis Montag früh 6l/i Uhr dauerte um 1 L-\ morgens wurde mit 142 gegen 25 Stimmen eine Entschücr-ü'.« angenommen, die Weizmann und Sokolow mit der Lc.;;."."j der Organisation und mit der Vorbereitung der Bildiin-: er"!< neuen Exekutive betraute. — Die Folge dieser durch vi:.-$ triebenen Individualismus und Mangel an Wirklu-hkcit'-sin" schuldete Zeitvergeudung war, daß die übrige Tap-snr.ir" i durchgepeitscht werden mußte. . . . Das Interesse des }u'Ce turns hat diesem Kongreß wahrlich nicht gefehlt. 1":"-1 selbst in den Nachtsitzungen, waren Saal und üalencn gcs:c:-'& voll. Aber mit der Begeisterung allein ist dem Zionismus r.:'? gedient. Er braucht aufbauende Mitarbeit und große 0?- j freudigkeit, vor allem aber Unterordnung des einzelnen das Ganze. Nur wenn die Selbstzucht der Zionistcn bcdcu:c j starker wird, kann man Ercz Israel eine glückliche Zuki voraussagen." | ' Es /;!lt ZI;,:n Ka .a« dr 1. < 2. 1 S. U'c ■er 7\o :ir R° ..rhmen '.mi-ii I ■i(r\ü*. ..> Rc;- ■.;'(i/ni. .rjt mj t'n.'iiiri Arbeite! Vnrun; Zionistc •:,-cne ' . \-iikeit, Dei -:nl cin> if) er -crsimli freund 1 •verden :hcr l Line Rabbiner-üclegatioa im tiueA Jerusalem, 15. September (Telegramm der Rundschau"). Eine Delegation angesehenster R.ibN;er, runter die beiden Oberrabbiner von Palästina K'.;k '."'^ ferner der Rabbiner von Jaffa Aronsohn, sowie die Paaus Bolkovis und Elisabcthgrad, besuchten dieser Tage landwirtschaftlichen Siedlungen des Kercn Hajcssod im I Jcsrccl und in Galiläa, darunter Kfar Gideon. Chitin, Awc Jisracl, Nachlath Jaacob, Nahalal. Die Rabbiner wurJc allen Kolonien mit großer Herzlichkeit empfangen äußerten sich überaus begeistert über die Arbeit, die gesehen. Insbesondere drückten sie ihre tiefe lieber/::! aus, daß die Bodcncrlösung durch der. Jüdischen tlonalfonds (Kercn Kajcmcth) eine heilige Art ist und erklärten es für eine Pflicht jedes J"d ■:-h nn'den Leistungen für Kercn Kajcmcth aktiv z:: h^jeu chroag ProL Rapparüs in \cw-Vors New York: (J.T.A.) Die Leitung drr imerftani^ zionistischen Organisation gab am 12. September in t.; de» Prof. Rappard, Mitglied der Mandatakonuni;.'s Völkerbundes, aus Anlaß seiner Abreise ein Frühstück. - grüßungstclcgrammc an. Prof. Rappard sandten Dr. Weizmann, Louis Lipsky und andere Zior.istc^';^ die Prof. Rappard für dessen Eintreten zugunsten der > nistischcn Sache den Dank aussprachen. Prof. Rappard und sagte, er werde'sich auch weiter die Uiitcn>iüt/:>'»5 ^. Zionismus angelegen sein lassen, da er die zionistische S*" iür eine gerechte halte. Das der A ■^'uiner ^'ci "»chlj es »'ich;';e entf Gencin Die Gcj halten. <*d Dist :l auch : :<c d. tr^iic,| r Auf sei Es . ■^w t M " A "'^itini | ^ionc