Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 74-75 (18.9.1925)
- Date
- 1925-09-18
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 628 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr.7<^! „Da durch Vertrag, Kapitulation, Zugeständnis, Ucbung, Duldung und durch andere Rcchtstitel Seine Majestät Macht und Jurisdiktion in Palästina hat, und da es wünschenswert Ist, die Erteilung und Erwerbung der palästinensischen Staatsbürgerschaft zu regulieren, daher .. i usw...» wird hiermit angeordnet wie folgt.« Die Vermutung liegt nahe, daß die Erwähnung des Artikels 7 des Mandates unterblieben ist, weil die Regierung an die Vorschrift bezüglich der Juden nicht erinnern wollte. Es wäre aber falsch, daraus den Schluß zu ziehen, daß England sich mit Vorschriften des Völkerbundes in Widerspruch setzt. Es muß doch daran erinnert werden, daß das Mandat keineswegs eine Konzeption des Völkerbundes ist, sondern der Entwurf stammt von England selbst und der Völkerbund hätte zweifellos auch einen anderslautenden Entwurf Englands approbiert England jedoch ist heute der Auffassung, daßes weniger auf das offene Aussprechen solcher Programmziclc ankommt, als vielmehr auf ihre inhaltliche Erfüllung. Die Erleichterung des Erwerbes der Staatsbürgerschaft für Juden wird dadurch bewirkt, daß überhaupt-die Erwerbung der Staatsbürgerschaft erleichtert wird. Da in der Praxis nur Juden oder fast nur Juden die Naturalisation anstreben werden, so ist damit dem Artikel 7 Genüge getan, ohne daß es der Hervorhebung eines Privilegs, die immer einen etwas odiosen Charakter hat, bedürfte. In der Tat muß anerkannt werden, daß die Bedingungen der Naturalisation für Einwanderer viel günstiger sind, als in irgend einem anderen Lande, es sei denn, daß man die Option bei Oebietswcchsel in dieselbe Kategorie fallen lassen wollte, was unseres Erachtens nach der ganzen staatsrechtlich eh Lage nicht berechtigt wäre. Der Grundgedanke, daß jeder Jude, der davon Gebrauch zu machen wünscht, ein natürliches Recht auf die palästinensische Staatsbürgerschaft Int, dessen Erfüllung natürlich an gewisse Voraussetzungen gebunden sein muß, ein Orundgcdankc, den wir aus der Konzeption der Nationalen Heimstätte abzuleiten uns berechtigt glaubten, findet in dem Gesetz keinen Ausdruck. Vielmehr wird die Erteilung des Staatsbürgerrechtes völlig in die Hand des Oberkommissariats gelegt, ohne Zulassung von Rechtsmitteln. Die Naturalisation ist also auch in diesem Falle wie in allen anderen Landern ein persönliches Privileg für den Antragsteller, nicht aber ein Rechtsanspruch. Dies alles läßt sich verteidigen. Viel bedenklicher scheinen uns die Bestimmungen, die eine Annullierung der bereits gewährten Naturalisation vorsehen. Es handelt sich dabei vor allem um Artikel X des 3. Teiles des Gesetzes. Einer Person, die seit der Erteilung des Zertifikates nicht wcnijcr als 3 Jahre ihren ordentlichen Wohnsitz außerhalb Palästinas hatte, kann die 'Staatsbürgerschaft ent-: zogen' werden. Dies ist eine administrative Vorschrift, die eine Ueberschwcmmung des Auslandes durch palästinensische Pseudo-Staatsbürger verhüten soll; wahrscheinlich befürchtet man auch den Mißbrauch durch Juden, die keine Staatsbürgerschaft besitzen oder ihre alte ändern wollen und sich dazu der Erleichterungen der palästinensischen Naturalisation bedienen könnten. Trotzdem halten wir eine solche Bestimmung, besonders wenn sie nicht auf spezielle krasse Fälle eingeschränkt ist, für unberechtigt. Man muß die Frage aufwerfen, was mit diesen Menschen geschehen «oll, wenn sie ihre Staatsbürgerschaft verlieren. Viel schwerwiegender aber ist die andere Kategorie, die in dem Oesetz erwähnt wird. Es heißt dort, daß jeder, der sich durch Handlung oder auch nur durch eine Rede als unloyal gegenüber der palästinensischen Regierung erwiesen hat, seiner Die Symphonie der „Jomlm Noralm" Von Oberkantor Manfred LewandoW6kl-Bcrlin. Die ersten Schofartöne, die nach uralter Sitte mit dem Beginn des Monats EIuI in unseren Synagogen „gestoßen*' werden, jre0Cn das Zeichen mm Einsatz einer Symphonie, deren Partitur wir. vor unseren 'Augen erstehen hsf.cn wollen. *hre Sangesweisen besitzen seit Jahrhunderten die Kraft, jedca Juden an das Nahen der „furchtbaren Tage" zu mahnen. Erkennen wir, welche zwingende Gewalt bereits dieses erste Motiv „Tckioh" besitzt, seine „gebrochene" Fortsetzung Im »Schcworlm" findend, um in einer weiteren Steigerung des »Teruoh" als ein Ausbruch höchsten Freudenschrei'* zu «nden, so fällt es der Phantasie nicht schwer, im Geiste größter musikalischer Titanen diese ureigenste Musik des Judentums in einem Kunstwerk weiter zu verknüpfen. Ohne Zweifel wird es sich hier um eine sogenannte „Programmjjusik4' handeln, deren unerschöpflicher, tief religiöser Gehalt *-cugnis ablegt vom Geist des Judentums, vom Geist höchster reinster Empfindungen des Glaubens an den einzigen "Ott Israels. Dieses „Tekloh-Moüv" bildet gleichzeitig den weckruf für den Beginn der „Süchoth-Tagc", schreit durch die' flacht „Bemauzoc menucho", um im gleichen Rhythmus zweier kurzen Noten, im gleichen aufsteigenden Quartschritt, das erste nonc Kaddisch „Jisgadal wejiskadasch scheme rabo" ertönen *u lassen. Seit frühester Kindheit gedenken wir der unbeschreiblichen Wirkung dieses Themas, die Oeracindc erschütternd, aber auch erhebend zum „stillen Gebet", das pn Uppen doch hörbar entspringt um Je nach Qröflc der VjCTeinschaft zu einein Chore anzuschwellen, der trotz seiner Monotonie musikalische Formen annimmt, welche das Noten- •v«em zwar* nicht zu erfassen vermag, aber doch das Oottesjaut wehmütig durchhallt, sich allmählich wieder ganz auf» vi Ii "H*nschomo loch wehaguf pooloch", so geht diese £Mk klagend weiter, abermals in die Quarte aufsteigend, '' Wiederholung des Textes die erniedrigte Sexte erd; i?r Kcscn er8t«> „AUcgro non troppo"-Satz würden "J« Bläser mit ihrer ungeheuren Stoßkraft beherrschen: „Im c^CI1{«* Monat, am ersten des Monats, die Helligkeit des dfBteÄ i,«nit Trompeten und PosaunenschaD" zu verkünden; ««an es heißt; .Stoßet am Neumond in <U« Posaune, am Staatsbürgerschaft für verlustig erklärt werden kann. Dies ist ein äußerst gefahrlicher Paragraph, zumal seine Interpretation offenbar dem jeweiligen Obcrkommlssär völlig überlassen b'sibt. Die palästinensische Regierung hat das Recht, sich ^fegen staatsfeindliche Handlungen ebenso zu schützen wie alle Staaten der Welt, sie kann auf bestimmte Handlungen Strafen setzen, sogar Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte und dcrgl., aber es scheint uns völlig unerträglich, daß ein Staatsbürger, der die Staatsbürgerschaft legitim erworben hat, der Gefahr ausgesetzt sein soll, wegen irgend einer Handlung oder gar wegen einer der gerade herrschenden Regierung nicht genehmen Art der politischen Betätigung vatcrlandslos zu werden. Unseres Erachtens müßte an den Völkerbund die Anfrage gerichtet werden, wie er sich die Rcchtstcllung eines solchen erst naturalisierten und dann wieder denaturalisierten Menschen vorstellt. Eine derartige Kontrolle von Rcchtsbcstiinmungcn, die tief in d3S internationale Leben einschneiden, ist sicherlich eine Aufgabe des Völkerbundes. Es ist anzunehmen, daß bei der nächsten Tagung der Mandatskommission, wenn Palästina zur Verhandlung kommt, auch das Stantsbürgerschaftsgeset/. einer Prüfung unterzogen wird, und es wird dann Gelegenheit sein, auf diesen Punkt hinzuweisen. * In den nächsten Wochen ist noch die schwerste und verantwortlichste Frage der zionistischen Bewegung zu lösen, die Frage, wer die Arbeit in allen ihren Verzweigungen, unter Führung von Wcizmann und Sokolow, leiten soll. Die zionistische Arbeit ist in den letzten Jahren zu enormem Umfang angewachsen, die Probleme komplizieren sich immer mehr, ein gewaltiger Wirtschaftsorganismus ist aus dem Keime der ersten zionistischen Pionierleistung erwachsen; manchmal hat es den Anschein, als ob die Entwicklung in Palästina bereits ihren eigenen Weg ginge, über den Kopf der zionistischen Organisation hinweg, in Wahrheit aber ist sie auf Direktion und Konirollc angewiesen, wenn sie nicht ins Stocken geraten soll. Die zionistische Organisation bedarf gerade heute einer aus erfahrenen und besonnenen, sachlich geschulten, aber auch mit den Besonderheiten der Verhältnisse und Menschen vertrauten Männern bestehenden Leitung, um den Aufbau in Palästina zu meistern, zugleich aber auch die Bewegung in Kraft zu erhalten, die dies alles schafft. Der Kongreß konnte eine solche Leitung nicht bilden. Die Präsidenten Wcizmann und Sokolow, deren Wiederwahl von Anfang an feststand, haben nicht die Initiative ergriffen, obwohl der Kongreß den Willen zeigte, sich von ihnen führen zu lassen. Der Kongreß fühlte sich sogar im entscheidenden Moment im Stiche gelassen und konnte auf eigene Verantwortung, in Abwesenheit des Führers, . nicht handeln. Dies wurde besonders schmerzlich von : Wcizmanns Freunden* empfunden. Den Worten Ben Ourions, der die vorzeitige Abreise Wcizmanns bedauerte, werden wohl viele von Wcizmann Freunden zugestimmt haben, ebenso seinem Wunsch, daß der Kongreß nicht auseinandergehe, ohne eine Leitung zu wählen; eigentümlich nur, daß dieser Wunsch aus dem Munde des Vertreters einer Partei kam, die sich traditioneller Weise an der Wahl der Exekutive nicht zu beteiligen pflegt und wahrscheinlich auch diesmal nicht beteiligt hätte — eines der vielen Paradoxe ursercs Kongresses, wo so oft der eine wünscht, daß, was er für nötig hält, der andere tue. Die Bildung der Leitung hätte auf natürlichem Wege nur erfolgen können, wenn ein auf Ucbcrcinstimmung in den wichtigsten Kongreßfragen gegründeter! parlamentarischer Block oder wenigstens eine Interessengemeinschaft zustande gekommen wäre, die C'<-lf ■ zuverlässige Stütze für die Leitung nicht nur im!,!'clt,c ___n ____r____ ___...i\-----1 :i____ _____. "^'"i .^ritet greß, sondern auch wihrend ihrer zweijährigen p tigkeit darstellt. Dies wäre auch der Weg gewesen l Herstellung des Kontaktes zwischen Bewegung um] [ tung, eines der dringendsten Erfordernisse zur {.t sundung der Zionistischen Organisation. Die Basis? * -ri^1 eine derartige Exckutivbildung hätte nach uns« n- :d *'c .miau : Maj cht b: n da: d:.- sicht etwas sein können: Fortführung der Pölitz - der bisherigen Linie mit verstärkter Aktivität und Ausbau des politischen Apparates, Durchführur.T J;. Jcwish-Agcncy-Programmes Wcizmanns, Konsolidfcr;-- der Organisation durch allmähliche fortschreitende p Organisation (EinhcitsschckeJ, Kongreßreform usw.), bau des Kolonisations-Departements unter Durchführt' einer Zweckmäßigkeitsrevision, Konsolidierung der "\. bcitcrsicdlungcn, verstärkte Fürsorge für die Mitlclsbi]'' cinwanderung im Sinne ihrer Hinlcnkung zur produktiv Arbeit, energischer Ausbau des Schulwesens unter fin^t-.inn b zicllcr Beteiligung des Jischuw, energische Weiterführt:-X c den der Arbeit für Kcrcn Hajcssod und Kercn Knjcmcth, wr bereitende Schritte zur Klärung der Frage einer indischen Anleihe. Statt aber eine solche Leitmir.hj'idung vom ersten Tage des Kongresses an anziLstrcbc-i wurde der Kongreß durch die Führcrlosigkeit in J; Chaos gestürzt, das sich besonders bei der Ab~,oIutr,;:, umsfragc dann geltend machte. Damit waren die Qu:.' cen einer Explosivbildung sehr verschlechtert. Das Provisorium, das der Kongreß hinterließ, d:; unter keinen Umständen lange dauern. Die Sitm:; des Aktionskomitees muß mit Beschleunigung einberuft werden. Aber sie darf nicht der Frage so unvorbcrc'ßl gegenübertreten wie der Kongreß. Unseres Erachte: < müssen — da die Frage der politischen Führung jj bereits vom Kongreß gelöst ist —i zwei Dinge i~<':Itun£' Vordergründe stehen. Es muß erstens eine starke urcl"rcß* ha autoritative Palästina-Exekutive geschaffen werden. e| c dlirc bedarf wohl keiner großen Begründung, daß in rijcr^ ,;I wa| Moment, angesichts der völlig unklaren neuen politische-? :llt mi Verhältnisse im Lande und andererseits angesichts d::| Der rapiden Einwanderung und Wirtschaffscntwicklung, \r-* ,ckr ri der Kraft und dem Ansehen der Palästina-Exekutive^ .tien. r V/ic rlinchi f eine •ilcrt > rt-cist, jsiden hat g räftcsp rufen, ■ r die wird :? Par;cr ni< .•litik % irf nie :rn mu uß siel ilc?cr vielleicht die ganze Stellung und Aktionsfähi^if der Bewegung abhängt. Die zweite Sache \c-| eminenter Bedeutung ist die Schaffung jener Stellt | die man gewöhnlich Organisations-Departtl ment nennt — der Name ist schon etwas diskrediert -f die aber in Wahrheit eine Art Innenministerium darsic!' ,C. w. Uns<;romc i Paliis und auf deren Fehlen zum großen Teil das Versau f; rdcrrl der letzten Kongresse zurückzuführen ist. Wir wissrrjf"'" * " lort is nicht, ob es überhaupt gelingen kann, eine solche b:-|; dirf ' lebende Stelle, die die einzelnen Teile der Bcwegun;T:u5SCn ' Leitung und Masse, Oaluth und Erez-Isracl, zu spr'TcltcrSc hender Wechselwirkung, zusammenbringt, unter dert',ff a,Jcn gegenwärtigen Verhältnissen, zu -bilden.; Der Vfrsur-t;^ Kcr' unter allen Umständen gemacht werden, denn sonst n<-f';:;cs dc kicren wir ein immer weiteres Auseinanderrollen. Vr-f^ ,cr ( sind die objektiven Notwendigkeiten der Bewehr f{':(']]t> Sache der vorbereitenden Verhandlungen ist es, die t:Ä |X lJui!n tischen Vorbedingungen zu erfüllen. Leider pflegen mrl diese Vorverhandlungen bei uns nicht entsprechend führt zu werden. Gewöhnlich findet man im ict:::! Augenblick noch Namen, die man ohne ßcfraf.uim tu t ohne Fühlungnahme mit ihren Tragern in Umlauf sc:r $ ja sogar im Permanenz-Ausschuß werden ohne jefc^ Wissen der Beteiligten manchmal Namen genannt, v:r natürlich geeignet ist, auf Dinge und Menschen ein h'-£ sches Licht zu werfen. Wenn sich die Führer klare?-!;, worden sind, daß gewisse wichtige Funktionen crK werden müssen und daß man dazu bestimmte Persc-:.-}. ar. Ai erden, •ößerc '.r.endc ''it sein ücn \vi rinnern, ■*n cin< iiiehten 'izutrag unse ■'freien Vollmond zur Ehre unseres Festes, dorn so ist es ein Gesetz, eine Verordnung vom Oottc Jakobs", und ferner heißt es: „Hallclujsh". Das Hauptmotiv des Roschhaschanah-Fcstes klingt nicht mehr im düsteren Moll, sondern erstrahlt in einer vcrhelflun^Rvollen, volkstümlichen C-Dur-Mclodic durch das panze Abendgebet der „drei erhabenen Tafte". Wir hören es im Cicistc am Anfange dieses zweiten „Adagio"-Satzcs, von den Streichern angeführt, die es in seiner unvergleichlich schönen Kantilene zu ftfWichen Höhen heraufführen. Wie sonnenhell s:hiininern die Saiten durch den heiligen Tempel: „Borchu es adonai hamworach", „Mi chamocha baclim adonoi" und abermals im Kidnsch: „Jörn hasikoron hase." Lan^c Zeit verbleiben wir in dieser Stimmung. Das inniffc Thema, von den Celli und Bassen fortgeführt, wird allmählich von aller, anderen Instrumenten aufrfcuomnini und flutet breit, in tiefer, religiöser Hr. hebung. Unaufhörlich singt es in unserem Herzen. Dann wird es still und ruhig , um uns. In verklärter Resignation stehen wir vor dem Eingang des „Jörn hadin": „Siehe der Gerichtstag nahet; alle Wesen, die Ins Erdenlcbcn pilgern, wandern an dir vorüber gleich einer Lfimmcrhcrde." Die Oboe hebt an: „Kcwakorash raue edrau". Welch herrliches Scitcnthema! Von Cnach F- oder O-Dur gehend, malt es uns ein Menschen- und LandschaltsMyll, auf pastoralem Orundton rrestimmt, in süßer und sanfter Wehmut. Mit welcher Innigkeit haben die großen Meister der Synagogcnmusik dieses Thema behandelt, in besonderen Vorspielen und herrlichen Begleitungen der Orgel den Text gerade dieses Gebetes musikalisch crftchfipft! Doch jetzt mu(J d« D»ir weichen. In dustcrem Moll steigen die Nässe auf und verkünden: „Bcrosch haschonoh jikosscwun uwjom zom kipur jechossemun". Traurig und zagend ist ihr tragischer Unterton vom Schicksal de» Lebens: „Wie viele aus der Welt, wie viele ins Leben treten sollen, wer leben, wer sterben wird." Die Weltanschauungen, welche dieser Symphonie zugrunde liegen, sind so gewaltig und mit innerer Dramatik geladen, daß wir uns die Klangwirkung ihrer musikalischen Einkleidung nur in der höchsten Andacht vorzustellen vermögen. Wie sinnig ist schon in den Gebeten selbst, trotz eines vernichtenden Pcssimismun, stets ein aufleuchtender, tröstender Ausblick geschaffen. So heißt es; »Der Erdensohn stammt vom Staube und kehrt zum Staube zurück — er gleicht dem :c-1 brochenen Scherben, dem trockenen Grase, der wölkende- $ Blume, dem enteilenden Schatten, der entschwindenden VW:» | und dem wehenden Hauche, dem verfliegenden Staube, «'^ wie ein Trat'tn fleucht er dahin". „Du aber bist K«'nU«lMt- Weltalls, ein allmächtiges, selbständiges Wesen." Majesu-fL *amst tisches G-Dur hat sich wieder den Weg gebahnt, und'. ä\ | deuts- Volk verkündet als Abschluß: .„Heilig, heilig, heilig ist j.-.cicric, Ewige Zcbaoth, voll ist die Erde seiner Herrlichkeit!" l; ...r^* So schweift unsere Phantasie weiter und läßt die herr-1 ''^en liehen, jüdischen Sangcswciscn der „Jomim Noralm" wc'.:«} in unseren Ohren erklingen. Ihre Fülle Ist groß, ihr P.runn" f; '-«' so unendlich tief, daß wir nur langsam aus dieser heiü:" t :™ L)( Quelle schöpfen können. Wir wissen nicht mit Hrstirorc'!t .vc /u sagen, woher *le stammen, jene Melodien des „Kol NU'rf /t J'il'< „Jaaleb", „Jigdal" oder „Wchakohanim," kennen nicht c-t i .^":^Ci Namen ihrer Komponisten. Wir besitzen sie nur ah ein hc:'|,;,^..or ligcs Erbe, verpflanzt von Geschlecht zu Geschlecht i«"1"' «:".^Krcj wieder die Generationen durch ihre heilige Inspiration frommen Andacht sammelnd. I in-3^^ Wir legen uns nun die Frage vor, ob die Möglichkeit bc-2 v;.^Cr t steht, daß eine solche Symphonie der „Jomim NV.raim'' ,;ir,;; fr 1 tatsächlich aus jüdischer Kraft geschaffen und zur A'-'^5r;r' f^J^"' gelangen wird. Die Wiedergeburt der jTidisphen VoÜ.'s^csn |..." ^'"«s .schalt im heiligen Lande berechtigt zu Hoffnungen. Ml* ir. \ , ,^'< Wiederaufbau des LandcP, der Renaissance unserer Sr«chcur:" J.-j unserer Kultur, dem Wicdercnv.uhcn uraher jiidNrhrr KV.-. | . »ai wird ohne Zweifel auch eine neue jüdische Mu:.ik W1' | ,i, ,'l.,,,c wie sie in ihren Anfängen bereits zu keimen beginnt. | Jdtn^cfa „Und es wird einst an jenem Tage in die große Posa'^ |-<;,5..4S gestoßen werden, und dann kommen herbei die Umherirrende. .* im Lande Aschur und die Verstoßenen!m Lande Acfiyp''^ v ,un r und beugen sich vor dem Herrn auf dem heiligen tW,' f.. Jerusalem." Dann wird auch in jener Svmnhonic |.Cr ' „lomim Noraim"Oottes Lob verkündet werden:Mit Posaun»; 1:jCn *n schall, mit Harfe und Zither, mit Pauke und Reigen. m~ i ::P?j Saitennpicl und Flöten, mit hellklingenden Zimbeln, mit schm«; r;Jllirr ternden Zimbeln". „Kol hnnschomoh tchallcl joh, Hallcluj»-' ■ ,5,a^ Alles was Odem hat, wird den Herren loben! Hallclujah! .«\'^m - i'^ru'.l , -J'^'uudc