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Jüdische Rundschau · 1925-09-11 · Heft 72 (11.9.1925) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 72 (11.9.1925)
Date
1925-09-11
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 014 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 72 Ein Noisdfordi ans Die Auslandsvertretung der Vereinigten Organisation der Zionistischen Jugend in Rußland (J.W. O.S.M.) („Hcchawcr", „Histadruth", „Kadimah") überreichte auf dem XIV. Zionistcnkongrcß den Delegierten und Gästen nachstehende Denkschrift, die wir in extenso veröffentlichen. Der Kongreß hat eine Protestresolution gegen die Unterdrückung der nationaljüdischen Bewegung und der hebräischen Kultur in Sowjetrußland sowie gegen die Verfolgungen, der die Anhänger des Zionismus in der Sowjetunion ausgesetzt sind, angenommen. (Red.) Elend und unendlich gedrückt sind die objektiven Bedingungen, unter denen sich das Leben des größten Teils des Judentums in Sowjetrußland abspielt. Ohne eine sichere ökonomische Basis, außerhalb einer gesunden nationalen Atmosphäre, set/t das russische Judentum ehutam und verlassen seinen Weg fort. Eine Wüste und Schrecken von außen, Fäulnis, nationaler Verrat von innen. Wie durch eine eiserne Wand von den anderen Teilen des Judentums getrennt, geht das russische Judentum einer vollständigen Vernichtung entgegen. Noch schlimmer und erschreckender ist die Lage der jüdischen Jugend lin Sowjetrußland. Unter ihren Füßen wankt die ökonomische und gesellschaftliche Grundlage, auf der vorher das nationale Schaffen des russischen Judentums aufgebaut war. Mit Gewalt aus der Bahn ihres leben* herausgerissen, verfolgt und ge<|Uid( wegen Ihrrs natürlichen Strebcus »ach nationaler Freiheit, geknebelt in ihrem Willen und beschränkt in ihrer gesellschaftlichen Betätigung, zu Hunderten und Tausenden aus den Schulen und Erziehungsanstalten herausgeworfen, sieht sie der Gefahr entgegen, in den allgemeinen Tiefstand und das gcUtigc Elend mit hineingetissen zu werden. Die jüdische Jugend in Rußland bildet jetzt die Hauptfront, gegen die die Sowjetregierung Sturm läuft. Diese hat das Sclbstbcstimmungsrccht der Völker proklamiert und sie allen anderen nationalen Minderheiten gewährleistet, aber das jüdische Volk davon ausgeschlossen und kümmert sich nicht um die nationalen Forderungen und Bedürfnisse des Judentums. In dieser schweren Stunde für das jüdische Volk in Rußland, da die Wellen der Assimilation aus den Kanälen der jüdischen Sektion der kommunistischen Partei die jüdische Jugend zu überfluten drohen und dadurch unsere ganze nationale kulturelle Zukunft gefährden — sieht sich die Auslandsvertretung der vereinigten zionistischen Jugend-Organisationen verpflichtet, der ganzen zionistischen Öffentlichkeit, und ihrer obersten Institution, dem zionistischen Weltkongresse einiges über die im Geheimen geführte Titanenarbeit und über den verzweifelten Kampf, der mit ungeheurer Hingabe gegen die gefährlichen Assimilationswellen durch die zionistische Jugend in Rußland geführt wird, zu unterbreiten. Diese Jugend ist in einer mehrere tausend Mitglieder zählenden „Vereinigten Organisation der zionistischen Jugend Rußlands" zusammengeschlossen. Diese Vereinigte Organisation wurde in Rußland anfangs des Jahres 1924 durch die Vereinigung der vorher best eh mden größeren Jugendorganisation: „Hcrhawer", „Histadruth" und „Kadimah" geschaffen. Infolge der verschiedenen Entwicklungswege der jüdischen Jugend vor der Revolution (akademische Jugend. Mittclschuljugend und allgemeine Jugend) führte jede dieser Organisationen seit lahrcn ihre zionistische Arbeit separat, weil die gesellschaftlichen und kulturellen Unterschiede keine ersprießliche gemeinsame Tätigkeit ermöglichten. Die große russische Revolution im Jahre 1917 vernichtete die Klassengrenzen im Lande, zerstörte die kulturellen und sozialen Zwischenwände, die die verschiedenen Teile der jüdischen Jugend trennten und ermöglichte dadurch die Vereinigung «Her dieser wirkenden Kräfte. Die Wege der Entwicklung dieser Revolution, die Pogrome, die sie mit sich brachte, die unaufhörliche Flüchtlingsflut, der Bürgerkrieg, die Interventionen, der allgemeine staatliche Zusammenbruch erschwerten die Verwirklichung dieser Vereinigung ungeheuer. Aber mit der Verbesserung der Lebensbedingungen in Rußland, die im Jahre 1922 einsetzte, und infolge des verschärften Regicrungskamnfcs gegen den Zionismus, wurde die Notwendigkeit der Vereinigung aller für die Aufrcchterhalfung der jüdischen nationalen Bewegung wirkenden Kräfte in Rußland offenbar. Die jüdische Jugend, die infolge der Revolution mit dem traditionellen Einflüsse der Familie brechen mußte, und die gezwungen war, die wilde Jagd nach der Sicherung der elementarsten Lebensbedürfnisse mitzumachen, geriet unter den Einfluß des fremden Milieus und wurde das Opfer der Unwissenheit und der billigen Assimilation. Dieser Prozeß drückte sich nicht in der Aneignung einer neuen Kultur oder einer fremden Weltanschauung aus, sondern in einem allgemeinen Niedergang auf allen Gebieten des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens, in einem vollständigen Vergeht auf nationale Bildung und Erziehung und einem Ueberbordwerfen der nationalen Ziele. Die jüdische Jugend in Rußland wurde mit in die allgemeine Flut der Unbildung hineingezogen, und über ihrem Haupte schwebte die Gefahr eines vollständigen kulturellen Zusammenbruches. Auch diejenigen Teile der jüdischen Jugend, die in diesem sonderbaren Wirrwarr der einander kreuzenden Wirkungen die Möglichkeit hatte, ihre Bildung fortzusetzen, waren auf die Staatsschulc angewiesen, die natürlich nur den Prozeß der Assimilation beschleunigen konnte. Die Tätigkeit der zionistischen Jugendorganisation in »llen Städten und Städtchen Sowjetrußlands hat nach der Aendcrung der allgemeinen ökonomischen Lage eine umlassende Form annehmen können. Der zionistische Geist in den verschiedenen Volksschichten und in der Jugend ist doch stark. Die nationalen Ziele und die Wege zu ihrer Verwirklichung sind die gleichen bei allen erwähnten Jugend-' Organisationen. Dtr Beginn des Terrors und die Zionistcnvcrfolgungcn, die Notwendigkeit, die Arbeit unterirdisch zu gestalten, führten zur Schaffung eines starken vereinigten Apparates, der die ganze nationale Arbeit der verschiedenen Jugendorganisationen konzentrieren soll. Die 8. Hcchawer- Konfcrenz im Jahre 1922 und die 9. Hcchawer-Konfcrcnz im i5üfar 1924 und dic 3* Konferenz der Histadruth im Jahre 1922 und dic späteren Beschlüsse der Plenarsitzung des Zentralkomitees beschlossen die Vereinigung der beiden Organisationen, die auch am 15. März 1924 zustande kam. Kurze Zeit darauf trat auch die Organisation Kadimah ihnen °ci. So entstand die „Vereinigte Organisation der zionistischen Jugend in Rußland". (J..W.O.S.M.) Dic „Vereinigte Organisation der zionistischen Jugend in Rußland" sieht als ihr Hauptziel dic Vorbereitung der jungen Kräfte für den Aufbau Ercz-Isracls und die Verstärkung der zionistischen Bewegung in allen ihren Strömungen in den Galuthländcru an. Dic J.W.O.S.M. ist eine unabhängige, unparteiische und apolitische Vereinigung innerhalb der Zionistischen Organisation. D. Ii. sie ist an keine zionistische Fraktion gebunden, verwirklicht selbst ihre Ziele und bestimmt dic Formen ihrer nationalen Arbeit. Die Tätigkeit der Organisation wird in erster Linie durch dic tatsächlichen Bedürfnisse der zionistischen Jugend in jedem historischen Moment und durch das allgemeine Streben, zur Verwirklichung des nationalen Ideals zu gelangen, bestimmt. Dic Jugendorganisation ist der Meinung, daß <lcr Weg ihres Streben«, eine vollkommene und entwickelte Individualität zu schaffen, durch die allgemein menschliche und nationale Erziehung geht, dic außerhalb der spezifischen Partei- und Klasscncnsehauungen steht. Unter dem Einfluß der Jugendorganisation bekommt die jüdische Jugend in Rußland eine vielseitige und objektive Erziehung, die es ihr ermöglicht, durch das Eindringen in dic nationalen und sozialen Probleme der Menschheit, gegenseitigen Meinungsaustausch und fielen Gedankenkampf sich zu einer Weltanschauung durchzukämpfen. Infolge ihrer Unparteilichkeit und nichtpolitischen Einstellung vereinigt dic J. W.O. S. M. verschiedene Elemente der zionistischen Jugend. Das Zusammentreffen der verschiedenen Elemente und verschiedenen Meinungen innerhalb der J. W. O. S. M. begünstigen einen rclelien und fruchtbaren, vielseitigen Ideenaustausch, ohne dic Kraft der Organisation zu schwächen. Die J.W.O.S.M. bleibt unparteiisch und apolitisch auch in bezug auf dic Palästina-Arbeit, aber sie fühlt sich eins mit jenen aktiven Elementen, dic das Ercz-Isracl von heute schaffen. Dic Bedingungen des Sowjclregimes stellen dic J.W.0. S. M. nicht nur vor dic Aufgabe, eine zionistische Propaganda zu führen, sondern machen einen alltäglichen, hartnäckigen Kampf gegen das organisierte Assimilatioussystcm notwendig. Es mußte der Kampf geführt werden gegen die Verfolgung der hebräischen Kultur, des hebräischen Buches, der hebräischen Sprache, der nationalen Schule, kurz, gegen die Verfolgung des Judentums. Und im Bewußtsein der besonderen Verantwortung dieser Arbeit erfüllt dic Vereinigte Organisation diese schwere Aufgabe, und aus diesem Bewußtsein schöpft sie auch dic Kräfte für diesen schweren Kampf. Dic J.W.O.S.M. zählt jetzt 160 Ortsgruppen mit ungefähr 7000 Mitgliedern im Alter von 16-24 Jahren, teils Schüler, teils Arbeiter und Lehrlinge. Der organisatioucllc Bau wurde den Bedingungen der illegclen Arbeit angepaßt und wird durch sein Zentralkomitee geleitet. Die Verfolgungen gegen das Hebräische fühltet: dazu, daß dic Vereinigung besondere Aufmerksamkeit der Aneignung der hebräischen Sprache durch ihre Mitglieder und dic jüdische Jugend überhaupt widmet. Dic Organisation hat alle ihre Mitglieder verpflichtet, hebräisch zu lernen und dir, wrk-hr hebräinch können, für den hebräischen Unterricht mobilisiert. Besondere Ausschüsse für Arbeit unter den Kindern (von 9 —10 Jahren), dic den lokalen Komitees angegliedert sind, führten eine fruchtbare national-erzieherische Arbeit unter den Kindern. Es bestehen Anfangskurr.c für Hebräisch und für dic, dic dic Sprache bereits können, wurden geheime Klubs begründet, in denen dic Möglichkeit gegeben wird, hebräisch zu sprechen, ein hebräisches Buch zu lesen und ihre Sachkenntnisse dadurch zu vervollkommnen. Die Erziehungsarbeit der J. W. S. O. M. beschränkt sieh nirlit nur auf dir hebräische Sprache, sondern ist darauf gerichtet, die, jed<*r nationalen Erziehung bare, jüdische Jugend in Rußland in dic Intcrcsscnphärc unserer Bewegung zu ziehen. Diesem Zwecke dienen außer Versammlungen, mündlichen Zeitungen zwei zentrale Organe (nußrr den lokalen Organen), die in einigen hundert Exemplaren erscheinen. Um dic Mitglieder für Palästina vorzubereiten, führt dic Vereinigung eine Hachschara ihrer Mitglieder für ein Leben der Arbeit und des Schaffens durch. Diese Hachschara wird teilweise in verschiedenen Gütern und Fabriken durchgeführt, teilweise in den Farmen und den Werkstätten des Hechalu/. Uebcrhaupt beteiligt sich der J. W. S. O. M. aktiv au der Tätigkeit des Hcchaluz, wie auch auf allen anderen Gebieten der zionistischen nationalen Tätigkeit, dic die illegale zionistische Arbeit in Rußland ermöglicht. Insbesondere wird sehr viel Energie auf dic Unterstützungsarbeit für dir Verhafteten verwandt. Hie Verfolgungen gegen die zionistische Bewegung und Jugendarbeit begannen im Jahre 1920. Aber in der Periode 1920/21 waren diese Verfolgungen systemlos. Dic Verhaftungen auf der zionistischen Konferenz in Moskau im April 1920, auf der Konferenz, des Hcchaluz in Charkow 1921, der Mitglieder der I lisfadruth in Odessa 1921 endeten nach einigen Monaten Haft mit der Entlassung der Verhafteten. Vom Jahre 1022 an beginnt eine neue Periode. Dic Verfolgungen der Regierung werden systematisch um! immer grausamer. Im Laufe dieses Jahres wurden mehrere Mitglieder der Jugendorganisation verhaftet. Im September 1922 fanden Massenarrestc der Zionistcn und insbesondere der Jugend in der Ukraine statt. Die Behörde versuchte mit allen Mitteln von den Verhafteten eine schriftliche Verpflichtung zu erzwingen, an zionistischer Arbeit nicht mehr teilzunehmen. Aber diese Unterschrift bekam dic Behörde von unseren Genossen nicht. Unter den Verhafteten waren mehrere unter 16 Jahre alt. Während der Verhaftung in Krcmentschug nahm man auch viele Boy-Scouts von unter 16 Jahren fest, aber befreite sie nach Ablauf einiger Stunden. Einzelne Arretierungen fanden auch im Dezember 1922 in Kiew, Lubni usw. statt. Diese Verhaftungen rissen aus der Vereinigung sehr viele aktive Kräfte, und man kann jetzt behaupten, daß die überwiegende Mehrzahl der Mitglieder der Vereinigung bereits eine Vcrhaf-. tung hinter sich hat, darunter mehrere zwei oder drei. Ende 1923 wurde von der Regierung eine Gerichtsverhandlung über Mitglieder der Organisation Kadimah arrangiert, dic mit einer Verurteilung zu einem Jahr Zwangsarbeit für einen der Teilnehmer endete. Im März 1923 wurden in Moskau während einer crVsammlung 33 Mitglieder des Hcchawcr verhaftet. Uebcrhaupt ist das Jahr 1923 reich an Verhaftungen. In diesem Jahre begann auch die Verbannung unserer Genossen in dic entlegensten 1 eile Rußlands. Zwei Mitglieder des Zentralkomitees wurden nach Kirgisien verbannt, 150 km von der Eisenbahn entfernt. Im Frühjahr 1924 fanden wieder Massenverhaftungen statt, und viele wurden aus Rußland verwiesen. In der Nacht zum 3. September 1924 fand eine all- , russische Masscnverhaftung der Zjonisten statt, dic an Umfang alle vorherigen übertraf. Unter den 3000 Zionistcn, die;.. dieser Nacht verhaftet wurden, waren einige Hunden,'die der Jugendbewegung herausgerissen wurden. Nach' e'nW. Monaten Haft wurde dic Mehrzahl der Genossen entl-u^..',1 | ein Teil aus Rußland verwiesen, ein Teil nach Sibirien i|.ä: Kirgisien verbannt. Bezeichnend für die Stimmung der hr^ tercu Volksschichten im Zusammenhang mit diesen Vcrh •' tungen ist ihre Bctci'"gung an der Straßcndemoiii.trr.t'i'p-'" dic im Herbst 1924 von der Jugendorganisation in Oiic-;^ veranstaltet wurde. Mehrere Hunderte aus verschiedene-' Schichten zogen durch dic Straßen Odessas, an den k<nmu-l nistischen Klubs vorbei, sangen zionistische Lieder und riefen"- „Befreit die verhafteten Zionistcn!" „Nieder mit dem Terror gegen dic ZionistcnI" „Es lebe Erez Israel!" Dic Poli/ci'hj» diese Demonstration zerstreut und über 30 Teilnehmer vcV haftet. Das Ende des Jahres 1921 und der Beginn von 1<)2"; zeichnen sich durch eine Verstärkung des Druckes uiJ.-j des Terrors aus. Die Verhaftungen nehmen zu und werden systematisch ohne Unterbrechung durchgeführt. Uni verhaftet zu werden, genügt bloß der Verdacht einer ideolo^ischeu Neigung zum zionistischen Gedanken. NTachciii,->iHj'cwerden dic betten Genossen aus der zionistischen Front herausgerissen, der eine in -Haft genommen, der andere nach Sibirien oder Kirgisien verbannt und der dritte aus dem Lande verwiesen. Dic Zahl der dadurch Betroffenen nimmt tagtäglich zu. Dir Lücken werden t.oforl gefüllt iliinli neue < ieuo: -,eu, aber .-lUi[, sie bleiben nicht lange in der Front — ihr Schick;.-)! K; besiegelt, heute oder morgen werden sie in den l landen der G. P. U. sein (vormals Tschcka). Heutzutage befinde:: sich in Sibirien und anderen Vcrbannungsgcbicten niemals 50 Genossen. Vom 1. Januar V)2b :ut wurden nach pa. lästina ca. 1<K) Genossen ausgewiesen. Es erwarten ihr Urteil in verschiedenen Gefängnissen Rußlands mehr ah 300 Mann, Und erst vor kurzem, am 3. Juni d. J., wurden in Moskau 41 Genossen verhaftet, darunter 20 wegen ihrer Zugehörigkeit zum J.W.O.S.M. Die Lage der Organisation wird immer schwerer, es fehlen dic Mittel zur Unterstützung der Verhafteten in den Gefängnissen und der Verbannten in den entlegensten Winkeln. Das menschliche Material nimmt in seiner Qualität ab. Dic Bewegung droht zusammenzubrechen unter dem Joche, ohne irgendeine Hilfe zu bekommen. Dic aktuellste Frage, die heute auf der Tagesordnung steht, ist, dieser Bewegung schnell Hilfe zu leisten, dic Welle der zionistischer, Bewegung nicht versanden zu lassen. Die „Vereinigte Organisation der Zionistischen Jugend in Rußland" beehrt sich hierdurch, an den XIV. Zionistcn- Kongreß folgende Forderungen zu stellen: 1. Eine Protestresolution gegen dic Verfolgungen segen dic zionistische Bewegung und dic hebräische Kultur in Sowjetrußland anzunehmen. 2. In verschiedenen Ländern der Welt eine Aktion des aktiven Protestes gegen dic russischen Verfolgungen einzuleiten und durchzuführen. 3. Dic Notwendigkeit einer systematischen und organisierten Hilfe au dic verhafteten und verbannten Zionistcn in Sowjetrußland anzuerkennen. Dic Zionistische Jugend Rußlands, nach 3 Jahren unaufhörlicher Verfolgungen, erwnrtct jetzt die Antwort der obersten Instanz, der zionistischen Bewegung. Diese Antwort wird erwartet auch von jedem Mitglied unserer Vereinigung, wo es sich befinden mag; auf der nationalen Wacht, im russischen Gefängnis, in weiter Verbannung oder auf dem SchaffcnsfcW in Erez. Israel. Die J. W. O. S, M. erwartet das aufmunternde Wort des XIV. Kongresses, welches neues Leben in die zionistische Jugendbewegung Rußlands bringen tind ihre Kräfte tausendfach anspannen soll zu einer segensreichen, erfolgreichen Arbeit. Der behördliche Antisemitismus Moskau. (J. T. A.) In Verbindung mit dem Fuder jüdischen Kolonisation in Rußland wurde im vergangen"!1. Frühjahr eine Kommission in die von jüdischen Massen bewohnten Distrikte entsandt, die dic Aufgabe h;ittc, dic ökor*'- mische und kulturelle Lage der Juden in den Städten zu studieren und der Regierung hierüber Bericht zu erstatten. Im Jur; d. Js. erstattete dic Kommission ihren Bericht, aus dem u. a auch hervorging, daß in manchen Distrikten, insbesondere abr in Podolien, die Juden sehr viel unter dem Antisemitismus der Sowjcthchördcn zu leiden haben An vielen Orten wird dic jüdische Bevölkerung durch Sowjetbchörden drangsaliert und durch ungerechten Steuerdruck, sowie durch schikanöse Strafmaßnaliir.er. den Bettelstab gebracht. Appelle der Juden an holurc IV filriklsbehördeu werden unterschlagen. Auf Anweisung &t Zentralrcgicrung erließ nun der Rat der Kommissare der Provinz Podolien ein Dekret, der alicn untergeordneten Siei'ea zur Darnachachtung übermittelt worden ist."" In dem D^rc; wird erklärt: 1. Die jüdische Bevölkerung der Provinz in den Sowjets von Stadt, Dorf und Distrikt mehr als bisi-.f". und zwar im vollen Verhältnis zu ihrer Zahl, vertrete:1: se-f. Dic Vertreter sollen den jüdischen arbeitenden Masse;; stehen. 2. In jedem Sowjet muß sich ein Beamter be:i"^^ der dic jüdische Sprache beherrscht, tlamis Sowjet mit der jüdischen Bevölkerung in deren Miutcrs; r::,; verkehren kann. 3. Alle amtlichen Dekrete sollen a^:r den offiziellen Sprachen, auch in jiddisch vcröffcntiirht wcrJc;;. 4. In dem Personal der Stcucrämtcr muß ein radikaler XVec^feintreten, es sollen Steuereinnehmer angestellt werden, ^- :.::! der Lage der jüdischen Bevölkerung vertraut und mit ihr i « *c: Muttersprache (jiddisch) verkehren können. — Im allg?3*.c»:-c5 werden dic Beamten ermahnt, dic Vorschriften im Geiste Je Zentralrcgicrung durchzuführen; im Falle unberechtigter Dran;- salierung der jüdischen Bevölkerung werden die Beamte zur Verantwortung gezogen werden. Moskau. (J.T.A.) Aus Anlaß des ersten Jahres:^ der Gründung der Kommission für jüdische Lanoansiedii»1.;. in Rußland (Comzct) wurde in Kiew eine Versamml»?* abgehalten, dic sehr stark besucht w::r. Während der I>* fcussioticn drang eine Abteilung Soldaten in den Vcrsarnrnlungssaal ein und verhaftete mehrere Personen, die <*c" Verdacht auf eich lenkten, daß s.'c dic zionistisch11 Bewegung unterstützen. Es entstand eine Panik. dic strikte Forderung des Präsidenten der Versammiu^ wurden dic VcrbattcU-u wieder auf ircien Fuß gesetzt. I-*' Führer des Militärtrupps gab als Grund zu den Verhaftung an, er sei informiert worden, daß es sich um eine HUC3' Kundgebung der Zionistcn handelt. s Her;;:>r 1' :;kt d '«.ihr. ~}vv.:d rp2 ül: -ilialtci Ul! l-.ir.ch;crlu:;d -h-eden vi ein r.aldei ■iUlis!cn ist. Herl V c j Wir ■jf ton :ad hab iu'hi" k Dr. ir-.d uil :!e „Bei vider \'aun:an ■jcwählt Antwort N'aunan ü;i£abc rational' daf< der In Angl Hr. Na' 'ine pri In 1 ceutsclu a n n, e-hc l!-v.k1 de V;-.:„!,r Jud ck:n Jude: ■'j'lslJ zu d MC1I< ühur;;abc mun Kind Zug. steel in d zu l uns« Man tant

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