Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 72 (11.9.1925)
- Date
- 1925-09-11
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 612 JUCDISCHE RUNDSCHAU Nr. 72 Wechsels erblick2.. ..;.ic'.i l\ icidenschafülchen Eicutcrungen über den Undank, die Unbeständigkeit und Unperechtipkeit der bürgerlichen Zionisten verlieren wird. Grund dazu ist bei ruhiger Abwägung des Geschehenen nicht gegeben. Der Kongreß ist im grolicn und ganzen jeder vvirtscha'tsjwlitischcn Stellungnahme ausgewichen. Er hat ein wen ^unbeholfen, ein bißchen unsachlich, aber mit dem Willen zu formaler Unparteilichkeit alle angemeldeten Wünsche im Rahmen des Möglichen schlecht und recht irgendwie befriedigt. Wie die zionistische Arbeiterkolonisation nicht aus sozialistischen Entscheidungen der Organisation hervorgegangen war, sondern aus der Erkenntnis der gegebenen Tatsache, daß früher für jüdische, rein jüdische Landarbeit nur chaluzischc Anwärter vorhanden waren, so erzwang sich jetzt die. elementare Wirklichkeit der vierten Alijah ihre Anerkennung und Berücksichtigung im ganzen Kongreß, auch beiden Parteien der Arbeiter. Auch die innere Aufteilung des Budgets besagt nichts für oder gegen eine bestimmte wirtschaftspolitische Richtung. Der noch nie e> 1 eichte Prozentsatz von fast fünfzig vom Hundert ist für die Landwirtschaft reserviert. Sechzig Prozent des gesamten Budgets von 600 C00 Pfund, fünfundsiebzig Prozent des Landwirtschaftsbudgets von 270000 Pfund sind in den Dienst des Arbcitcrsicdlungswerkes. gestellt. Aber alles dieses nicht, weil man die Landwirtschaft vor der Industrie und schon gar nicht, weil man die Arbeiterschaft vor dem Mittelstand begünstigen wollte, sondern weil die ländlichen Siedlungen und weil die Arbeiter- . Siedlungen bereits existieren, leben, atmen, weil der Anspruch durch das Bedürfnis gedeckt wird. ' Keineswegs aber kann das Budgetergebnis als ein „Sieg des Mittelstandes" gefeiert oder beklagt werden. Denn selbst die geringen Beträge, die das landwirtschaftliche Budget nach Dotierung der bestehenden Siedlungen für neue Siedlungen erübrigen konnte, sind auf bemittelte und unbemittelte Elemente verteilt. Und wenn gewisse städtische Arbeiterunternchmungcn gar nicht oder ungenügend bedacht wurden, so wurde nur mit äußerster Vorsieht und Zurückhaltung die Unternehmung als solche kritisiert (die Leistungen des-Solei Boneh wurden sogar allseitig anerkannt), sondern eine etwa vorhandene prinzipielle Gegnerschaft hielt es für notwendig, sich hinter dem Hinweis auf die „leider so beschränkten Geldmittel" zu verbergen. Im großen und ganzen folgte der Kongreß der Konsolidicnr!'-?'-, -ro'e und dem Piinzip der „gleichmäßigen Berücksichtigung aller arbeitenden Stände". Das ist keine sehr sachliche, keine auf die Dauer haltbare Methode, weil sie auf eine qualitative Analyse verzichtet. Das ist aber jedenfalls kein Kurswechsel, sondern eher eine geradlinige Fortfülmtrig''des bisherigen Systems,;Vie|lcjcht auch das einzige Verfahren, das bei der inneren Lage der Bewegung im gegenwärtigen Augenblick tragbar ist. Der Kongreß war so wenig ncuerungslustig, daß Wirtschaftscntscheidungcn von größerer Bedeutung, die die Arbeiterschaft als Affront betrachtet hätte, umgangen oder nach längerem Hin und Her in der Diskussion begraben wurden. Der Versuch der Arbeiterschaft, die Sozialisicrung der Landwirtschaft durch Uebcrtragung aller Aktiva der Einzclsicdlcr und Gruppcn- «cdlungcn auf einen Gesamtverband „Chcwrath Nir" weiter auszubauen, wurde scharf kritisiert, aber man sah von einer prinzipiellen Stellungnahme ab. Der Anspruch der Arbeiterschaft auf das Untcrnchmcrmonopol bei allen aus nationalen Mitteln finanzierten Bauarbeiten wurde wider Erwarten nicht einmal in die Debatte gezogen. Soskins generalisierende Ablehnung der bisher geübten landwirtschaftlichen Methoden fand höchstens bei seinen überzeugtesten Anhängern Anklang. Ruppin hatte die Mehrheit des Kongresses auf seiner Seite, wenn er Sosldn von dem Sitz des Reformators auf den Platz des Experimentators verwies. Und nur verblendete Ucbcrreiztheit konnte in dem B~"Muß des Kongresses, der in den Machlakoth Awodah (Arbeits-Departements) de: Pa. lästinaämtcr den Landesverbänden und dem Misrachi zusammen die Hälfte der Stimmen zuerkannte, während die andere Hälfte den Arbeiterparteien verbleibt, einen Angriff auf Chaluziuth und die Grundlagen der Arbeiterkolonisation scheu. Der Beschluß war nur die Antwort darauf, daß sich diese Departements in ihrer bisherigen einseitigen Zusammensetzung zu einer unparteiischen Handhabung der Zcrtifikatvcrtcüung als untauglich erwiesen hatten. Das bestätigten übereinstimmend auch die arbcitcrfrcuudlichslcn, mit der deutschen Landsmannschaft verbündeten Delegierten aus den Ostländcrn. Also noclumls kein Systcmwcchscl! Aber dennoch -— dennoch ein S t i m m u 11 g s u 111 s c h w u 11 g, vielleicht der Vorbote einer künftigen Kürsänderung. Nach allen Berichten scheint es so, als ob der Arbeiterschaft in den Kommissionsberatungen ein neuer Geist des Argwohns und der Feindseligkeit gegenübertrat. Argwöhnisch waren die Sprecher des anrückenden Mittelstandes, von feindseliger Gereiztheit die Vertreter der palästinensischen Misracliigruppcn, die sich, wie der Misrachi in seiner Deklaration /um Absolutorium verkündete» durch ein parteiisches Regime zurückgesetzt fühlten. Und diese Stimmung breitete sich durch ihre Wirkung auf die Amerikaner über eine weite Fläche aus. Sic fand in dem kleinbürgerlichen, fast möchte man sagen kleinstädtischen Geist zaMreichcr Volksvertreter einen fruchtbaren Nährboden. Sie war andererseits eine verzerrte, aber begreifliche Reaktion auf radikale Ucbcrgriffc der Arbeiterpolitik in den pn'-Wncnslschen Städten. Allerlei Nachrichten über die Haltung der städtischen Arbeiterschaft sind, natürlich in entstellter Form, ins Gallith gedrungen und haben ihre Wirkung getan. Wahrscheinlich wird sich mancher Arbeiterführer während des Kongresses die Frage vorgelegt haben, wie diese drei Dinge in Zukunft zusammenstimmen sollen: die kleinbürgerlichen Massen des jüdischen Volkes, die von der äußersten Linken in den Agcncydcbalten (mit Recht) immer wieder als Urkraft des Zionismus beschworen werden,, der konstruktive, aus diesem Urquell finanziell gespeiste Aufbausoziaiismus und schließlich eine radikale Gewerkschaftspolitik im Bereich der städtischen Mittclstandskolonisatiou. Jedenfalls umwehte die Verhandlungen des XIV. Kongresses zum ersten Male der Hauch des Klassenkampfes, wobei diesmal die größere Kampfcslust bei den Bürgerlichen war. Wurden auch die sachlichen Entscheidungen des Kongresses durch dieses Stinimung.smoment kaum beeinflußt, so wird doch niemand die Gewähr dafür übernehmen können, daß sich die Gegensätze in Zukunft nicht verschärfen.--- Abseits von dem Getümmel, fern von den geräuschvollen Alternativen Mittelstand oder Arbeiterschaft, Industrie oder Landwirtschaft, auf einer ganz anderen Ebene überparteilicher Betrachtungen bemühte sich Herr Schocken, gestützt von der Deutschen Landsmannschaft, seinen Reformvorschlägen für Leitung und Verwaltung des Kolonisationswcrkcs Gehör zu verschaffen. Uebcr diesen Versuch wird noch zu reden sein. Hier genüge die Feststellung, daß auch diese Aktion, die als einzige bewußt einen Systcmwcchscl, freilich auf dem begrenzten und neutralen Teilgebiet der Verwaltung, erstrebte, den Kongreß zu neuartigen Entscheidungen nicht bewogen hat — vielleicht nur Infolge einer vielfältigen Verstrickung von Mißstimmungen u->a Mißverständnissen, die in der Kürze der begrenzten 2<!;t nicht völhzu entwirren waren. Der Versuch v,;|r dennoch nicht vergeblich. Sicht man von allen Mir,. Verständnissen ab, so erschien die Forderung nach Vc'r. | sachlichung der Verwaltung an sich den an pikant^ I Bissen gewöhnten Kougrcßführcrn anfangs etwas * und unverdaulich, aber es zeigte sich später, daß ciic^- oder jener Gedanke Wurzel gefaßt hatte. Soviel über die w i r t s c h a f t s po l i t i s c h e Seit, der Kongrcßverhandlungcn. Die Finanzdebatte wurde durch das Anlcihcprojckt Dr. Ruppins bcrcichcr:, das, wie manche glauben, für die Zukunft neue Pcrsp^ tiveu eröffnet. Sicher ist aber, daß in den iilichsica Jahren alles beim alten bleibt, und dal/ Kcrcn I lajcsscö und Kcrcn Kajcmcth vorläufig die einzigen Antworten auf den nationalen Fiuanzbcdarf sind. Gelingt es nicht, die Einnahmen des Kcrcn Hajcssod zu verdoppeln u:ui zu verdreifachen, so ist aller Streit über LaudwirUchjj: und.Industrie müßig. Die industrielle Kolonisation iiudet ihre Grenze an der Entwicklung der Landwirtschaft, aber die landwirtschafltkhe Kolonisation findet ihre Grenze an der Entwicklung des Kcrcn Hajcssod. Und eher noch ist es zu verstehen, daß einer bei Anerkennung der jetzigen finanziellen Situation der landwirtschaftlichen Parole untreu wird, als daß jemand das Primat der L'itid. Wirtschaft verficht und sich zugleich mit der finanziellen Lage abfindet. Von diesem Kongreß müßte sich ein Strom neuer Energien in unsere Finanzpropaganda ergießen. Der Kongreß hat die Parole: „Eine Million Pfund-für den Kcrcn Hajcssod" ausgegeben, der Kcrcn Kaicmcth muß im nächsten Jahre eine halbe Million Pfund aufbringen. Die sehr zweckmäßigen Beschlüsse für Koordinierung der Aktionen beider Fonds brauche:-, mir ausgeführt zu werden, um die Arbeit wesentlich r\ erleichtern und zu fördern. Ein und eine halbe Million Pfund Jahresleistung fordert der Kongreß vom jüdischen Volk. Grund genug, sich für die Arbeit bereit zu halten! II. Man orüfe die Bcratuncen und Beschlüsse auf den Gebieten der Or.eanisationsreform. der Immigration, de; Banken und Finanzinstitute, des Sanitätswesens usw., und man wird bestätigt finden, daß sich der 14. Kongreß bei allen Mängeln, die den Entscheidungen dieses kurzlebigen, aus Kundigen, Halbwissendcn und Amateure:; zusammengewürfelten Zweiwochcnparlamcnts notwendigerweise anhaften müssen, in der Aufstellung allgemeiner Richtlinien für die künftige Arbeit leidlich bewährt hat. In einem völligen Chaos endete aber der Versuch der Exeku ti vbildung. I>r XIV. Kon. greß war unfähig, die Leitung der Zionistischen Weltorganisation zu wählen. Er begnügte sich mit der Wiederwahl von Wcizmauu und Sokolow und trat im übrigen seine Rechte an das Akiions-Comitc ab. Der äußere Hergang war folgender: Durch die Abstimmung über das Absoliitoriwn (deren Hintergründe in früheren Artikeln der Redaktion hinreichend beleuchtet worden sind) war eine Krise geschaffen worden, die erst in der Abendsitzung vom Sonnabend, vicrundzwanzig Stunden vor dem* beabsichtigten Schluß des Kongresses durch Annahme des Vertrauensvotums gelöst wurde. Infolgedessen begannen die ernsteren Yer- Handlungen über die Exckutivbildung nicht vor dem letzten Kongrcßtagc. Der Plan Dr. Wcizmanns war, in London eine Exekutive zu bilden,"die folgende Mitglieder umfassen sollte: Wcizmann, Sokolow, Bhnncnfcld, Cowcn, Edcr, Fciwcl, Naiditsch. Der Palästina-Exekutive sollte« angehören: Prof. Chajcs, Halpcrn, Kisch, Felix Rosenhlüi ' der ein wir-; pro s Kuf > übe £ Vor 1 Res 'l des ■ unU e Pr. Kar . und 5ch dnß geh ktilt Täl Mci wal; auc Au? wei F.rf« Dn. we' Arn' eint Rcb sätzleite?rh; lieh den u n dan wirl viel» war bci'i wer bei cli: Arb Per: der waV Seit Siec von Einf Adel des Buches Von Dr. K i r s c h n c r. Setzt sich das edle, das ist: das gute und schöne Buch auch auf dem jüdischen Büchermarkt durch? Die Hoffnung scheint berechtigt. Daß die vor wenig mehr als einem Jahre gegründete „Soncino-Gesellschaft der Freunde des jüdischen Buches" jetzt schon etwa 700 Mitglieder hat (trotz der ^Geldknappheit"), spricht dafür. Liebe zum edlen Buch, das der erhabenen Seele auch den vollendeten Körper gibt, ist heut nicht mehr Manie, Luxus, Snobismus, sondern Selbstverständlichkeit und Bedürfnis, beides, für Menschen von Geschmack und sauberem künstlerischem Empfinden. Und je mehr C3 davon gibt, desto mehr gewachsene Kultur, desto mehr Lebensgefühl und Stil habe nwir. — Auf zwei Erscheinungen möchte ich heute die Aufmerksamkeit der Leser der „J. R." lenken. Die älteste HoUschnitt-Haggad-. Ein photographischcr Neudruck. Um die Wende von 1526 zu 1527 verließ die Druckpresse des Gcrson Kohcn in Prag die, soweit bisher bekannt, älteste jmt Holzschnittillustrationcn versehene Pcssach-Haggada; der Jährende Buchdrucker Chaim Schwarz hatte sie hergestellt, was für ein Ereignis mag das in der jüdischen Welt gewesen *nn! Illustrierte Haggndcn gab es zwar schon vordem; wir besitzen prachtvolle Handschriften mit künstlerischen Darstellungen bereits aus dem 13. Jahrhundert. Aber es waren «>en Handschriften — nur einmal existierende Originale, j»c sich ein reicher Mann, vielleicht ein großer Gelehrter JJlsten konnte. Nun aber kam das geliebte Hausbuch als Kunstwerk in einem, wenn auch gewiß bescheidenem Umfang ms Publikum, konnten sich viele Augen am Scdcrabend an diesen Folioblättern weiden. Das war 1526. Inzwischen ist eine Flut von Haggadaurucken über uns gekommen, und man konnte sicii nur wundern, daß es möglich war, immer noch neue Rekorde a" Geschmacklosigkeit zu erzielen. In den letzten Jahren wurdets besser. Künstler nahmen sich des Pcssaohbuchcs *«, das bis dahin von Buchdruckern handwerkmäßig (im "Wen Sinne 0 betreut war. Manche Künstler machten, andere "»einten es gut Aber die alten. Drucker blieben doch die oestea Künstler. Jetzt, nach vierhundert Jahren, im Zeichen der neuen jüdischen Bibliophiiic (Soncino-Gcscllschaft!) erlebt Gcrson Köllens Haggada in den von Bcnziou Katz und Heinrich Locwc herausgegebenen „Monumcnta Hcbraica et Judaica" die /war nicht erste, aber sicherlich feierlichste Auferstehung. F.s ist ein Werk von unvergleichlicher Schönheit, d.is der VcrI.ig von Josef Altmann durch photogrnphischen Neudruck des Originals — von dem sich ein Exemplar im Britischen Museum und eines in der Frankfurter Sta\lt' bibliothek befindet — dem kunstsinnigen Publikum vorlebt. Diese llaggada ohne Mätzchen, ihr einfach-klares, architektonisch gegliedertes Satzbild, die monumental gequadertcu Konsonanten mit den breitgezogenen dünnen Vokalzcichen, die Anordnung der Anmerkungen und vor allem die Holzschnitte sind eine wahrhafte erquickung. Immer wieder sehe ich mir diese einzig schönen Blätter an, seit einer Woche tagtäglich, und kann mich nicht sattschen. Die photographisebe Wiedergabe ist, wenigstens im laufenden Haupttext, ausgezeichnet; manche Anmerkungen sind nicht so gut lesbar, offenbar weil die vom Erstdrucker benutzten Lettern schon stark ausgeschlagen waren. Der Illustrationsschmuck, an deutschen und italienischen Vorbildern, auch solchen nichtjüdischcr Art, orientiert, umfaßt: 1. Drei Titelblätter mit kräftig-breitem, teils ornamentalem, teils figürlichem Rand, symbolischen und szenischen Darstellungen sowie SchrifUafcln; Z in den Rand eingelassene kleine holzgcschnittcnc Figuren aus dem Lehen der Juden, namentlich im Zusammenhang mit dem Pcssachfest und der späteren biblischen Geschichte; 3. holzgcschnittcnc Szenen in Scitcnbrcitc, die ägyptische Not und Befreiung behandelnd; aus der nicht fehlenden mißverstandenen Hasenjagd (Jaknchas l'TlJ'p' kommt auch der Osterhase in die rl3ggada gesprungen; 4. Initialen, hauptsächlich mit der belichten phantastischen Ticrornamentik, sowie fast 3 cm hohe schwarze Vcrsaillcu. Den Kenner werden manche Abweichungen von der liebgewohnten „Godc" in Text und Minhag interessieren und hundert Einzelheiten, auch drucktechnische, fesseln. Der Publikation ist in deutscher Sprache eine umfassende Einleitung (über den Scdcrabend und die Haggada in literarhistorischer und spezieller deskriptiver Beziehung) beigefügthier wird auf eine Paginicrung des Neudrucks hingewiesen^;ipi3r die jedoch nicht existiert, da ja das Fr.inkfurtcr E> getreu photographiert wurde. M. E. hätte der Zusat diskreten Sritcnzählung künstlerisch nicht geschadet. Herausgeber, Verleger und dje Druckerei nrockhai:s i- Lcip/ig verdienen in höchstem Maße Dank, Anerkennung Aufmunterung zu weiterer Buchpflcgc: chisku wc'iir.ji:. 2! tira'u wc'al taarzu niipnchcm (nämlich vor böswillig Kritikastern)! Bis zum wichsten Scdcrabend aber müssen auch die jk»;!i nicht erschienenen weiteren Auflagen dieser Haggada ausverkauft sein. Volksvcrband der Bücherfreunde. Obwohl von den zünftigen Buchhändlern und Vcrlo;"' aus den sittlichen Gründen der Knssc heftig betchder,!*vc ■ sich einige neuere, für den Vertrieb von Büchern rcschn'v- Organis.it ionen ausgezeichnet entwickelt. Prachtvoll xr>:'-<'- der „Volksvcrband der Bücherfreunde" (Charloticnhir:*. i-' liner Straße -12/43), gegründet 1910 als rechte Kuhnrhih'c :V den verarmenden Mittelstand. Vom ersten Tage an w.ir ^r Erwerb der Mitgliedschaft kostenlos. Wer Mitg'ücd wird. wf pflichtet sich zur Annahme von vier Büchern der bhrc'::"- Der Verband hat, dank seiner geistigen Viclscitirkrit i:r:I <:.*• bibliophilen Qualität seiner Riichcrscheiuunge:i,' alle V ,;- in Händen, jedem, auch dem ■fnichcrkcinicr, Neue?, Wer'.vo- '■ und durch geringen Preis Erstaunliches zu bieten. Die haltigkeit der Erscheinungen beruht atif den vier B.ri'ic:: J<~' Jabrcsrrihe, durchweg Werken lebender deutscher A-l,:', die vorher noch in keiner Form veröffentlicht wonlr:* w--} ferner auf den literarisch gleichfalls horhwerti^rn Ai. :" banden, die jedes Mitglied nach freier Wahl he/ieiifü und die in ihrer Gesamtheit das Muster einer w crt'cc'■.<:■'• textlich wie künstlerisch gut komponierton Biblfv.h^ vcr* korpern; sodnnn auf den unverkäuflichen IV.'imi'-iib i.uic ', l, cj der Verband für die Werbung neuer Mitglieder vergüte: die infolge ihres bibliophilen "Charakters wertvolle H.itM^1;1' selbst für eine bereits recht ausgesuchte Bibliothek bcdcn:';.; endlich auf den hervorragenden graphischen Mappen, <Jic aus signierten Originalen erster deutscher Künstler 7usaHinzusetzen. Das Geheimnis der Billigkeit der Preise (etwa '; unter den entsprechenden Marktpreisen) liegt in der gro^': Produktion: etwa 270000 Mitglieder umfaßt heute der V. D.»-; Die besten Namen finden 6ich unter dcij künstlerischen "l,ü literarischen Mitarbeitern. £C£ nch Hchi :inK' Vor wall dem /um Not beg- Mar V. D Kalt r'rol Km aus