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Jüdische Rundschau · 1925-09-04 · Heft 70 (4.9.1925) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 70 (4.9.1925)
Date
1925-09-04
Page
– (sequence 5)
Language
German
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ä k*;.l rtö-fürd in5t;{u.,:| EjcbÜdtfl llödin-'"* Von unserem Korrespondenten. A. G. Jerusalem, im August 1925. lt * Vfir h3**" vor unffefähr eincTh halben Jahre versucht, cre^t'^f Üebersicht über die Lage auf unseren verschiedenen«;. I, . {^gebieten im Lande zu geben. Wir gingen damals von 1 Sündpunkt aus, daß in dem beschleunigten Tempo, das ivu ^(re K'olonisationsarhcit im letzten Jahre angenommen hat, C U j; ' von besonderer Wichtigkeit Ist, sich von Zeit zu Zeit Hcnschaft über die Entwicklung und ihre Tendenzen zu 3"'^rn Was damals galt, gilt heute in verstärktem Maße. Grenzen unserer Arbeit haben fortdauernd die Tendenz auszuwerten. Das immer schneller werdende Tempo laßt fr.?ö ht.Tö JUEmsOHE RUNDSCHAU Seit« 533 Umschau*) Jahr;.,. ^?(- •'•« jeder Tag fast eine Fülle von Erfahrungen, die.dazu dienen -flfn, uns die Lösung der ständig sich erneuernden Fragen? ^%-:|, a]c(chtcrn und die uns Wegweiser sind für unsere Methoden. ^•''ij Unsere politische Lage hat sich im letzten halben Jahre ac. n5Jf i;t zum Besseren verändert. Auch das gelungene Wagnis W!S v°l'r Universitätscröffnung hat nicht genügt, um die Nicdcrm ■ $ cn, die wir an der außenpolitischen Front erlitten, ausjmcriki|; j7fn TN,'acn der Anerkennung unserer kolonisatorischen C'l tungen Dfl* Gelegenheit der verschiedenen Unterredungen Ii den Vertretern der verschiedenen Mächte zur Zeit der Ar'it;f>5ffnun?s^ior» die Acndcrung in der Haltung des Sekretärs Mandatskommission, Rappard, zu unseren Gunsten, all Mästirf:^ Erfolge schrumpften merklich zusammen, als die Ernktisc!'; .^^jr des neuen High Commissioncr ohne jede vorherige VJtii:tiricht an die Zionistische Organisation als Jewish Agcncy eirmsr.-^.V cjnCn empfindlichen Schlag versetzte. Und so ist das 'jmmbr^ijfcchc Fazit der letzten sechs Monate nicht sehr er- Institiii^.jjc^ wobei zu bemerken ist, daß der Rapport Samuels n KWr die Jahre seiner Tätigkeit in Palästina als ein großes iff:> ru buchen ist. 'j^i^l Die Tatsachen der letzten sechs Monate, die allen noch '^''l .h im Gedächtnis sind, haben die Wirkung gehabt, daß 51C i weiteren Kreisen der Zionistischen Organisation das Bcwfn^Ci Trinis nach dem Umbau und Ausbau des politischen Dc- (s5;-.:;t.-cmcnts fühlbar geworden ist. Dabei handelt es sich in $C!tfr.^..f. L;nie nicht um die Kontrollierung und Verbindung ll die*- •■ & Arbeitszweiges mit dem übrigen Apparat der zionisti-! :ii Exekutive, wenn auch das wichtig genug sein mag. j; eilt vor allem die Ausbreitung und Systematisicrung der W "' \ tischen Arbeit als solche, die bisher bei uns mehr dem bed r.; und den genialen Eingebungen Einzelner oder besser ^Nnscii-, * cii Einzelnen überlassen war. Und wir haben auch gesehen, Muen "'< sich vor dem Kongreß die Resolutionen in diesem Sinne b«5!r ', •; dcn verschiedensten Richtungen und Parteien gehäuft Zcut:-';v:cn. in Palästina selbst stehen diese Komplexe ietzt wie men c: ];t hinter den wirtschaftlichen zurück. Aber man weiß und ' :ht gut, wie innig diese politischen Auswirkungen mit der ormati --entliehen Kolonisationstätigkeit zusammenhängen und wenn der Evpn sich der politischen Arbeit selber nur wenig widmen rheit -n, so verlangt man, daß sie von der im Ausland liegenden then?c r.tralc so gut wie möglich gemacht werde. Man verlangt rr'c w:>r die ohnedies nicht leichte Arbeit einen entsprechenden n vicltfprt, sichere Bedingungen. .. ,.. . . ,(>Z i-'ij Zur selben Zeit, wo die Einigung des jüdischen Jischuw" r R<":J die Schaffung einer legitimen Repräsentation durch die fc^vi-mssc der letzten Session der „Asscfat Haniwcharim" geufdü (f 'icitcrt sind, macht sich im arabischen Lager eine i!ttinr,y;nfrkcnsTcertc Tendenz bemerkbar,. die verschiedenen Strö- 'On drangen zum Empfang des neuen Obericommissars zummen zuschließen. Es ist heute durchaus nicht klar, dieser Versuch gelingen wird, und es ist sehr wahrscheini, daß das arabische Lager bald wieder durch die auslüderstrcbcndcn Richtungen und Interessen gespalten werden 1 Dennoch ist bereits dieser Versuch zur Einigung und die ■eiwtnis seiner Notwendigkeit ein großer Schritt vorwärts dem Wege der öffentlichen Erziehung und,, Entwicklung. Zeit zu Betrachtung und Besinnung. Dabei bringt touatir >c!eg:c:: fcndlu j)3la"'.: auf F :; mtu'.*'. Heb 'j:'. r \V'!7 r Frai:-: verhr, ■■" Zcntr. Sterin:- .'; «r.jati''"'-.' irr Sir;'" icn?r- Arbeite-;:"1 Iiis:. icins.T'tji Wiiiir'1 hört an mancherlei Stellen, daß die arabische Exekutive ■ ■t abgeneigt wäre, in diesem zwingenden Moment auf ihre Herrschaft oder besser gesagt, Diktatur zu verzichten, ' durch allgemeine demokratische Wahlen ein leitendes;sn zu schaffen, das wirklich im Namen der gesamten ^inensischen Araber zu sprechen berufen.ist. Bisher sind •'ich alle solche Unternehmungen, -wie die Schaffung eines -:onafkongrcsscs, daran gescheitert, daß die verschiedenen "eien untereinander zu keiner Verständigung gelangen :'tcn. Das besagt jedoch nicht, daß das immer so bleiben 3. Der jüdische Jischuw kann nichts dagegen haben, daß Nachbarvolk .iu<. .seinen breiten Massen heraus sich ein wildes Organ schafft. Im Gegenteil ist er daran intcr- •W, daß die alleinige Herrschaft der moslcmisch-christ- Klubs gebrochen und die große Masse der Fellachen "allen Fragen des Landes zur Mitbestimmung herangezogen ■rtüs ist jedoch dabei' selbstverständlich, daß die Juden [ einmal vor ihrer eigenen Türe kehren und die Organiuä£ des Jischuw unter Dach und Fach bringen. Denn es cw.irccP3 auf die Dauer nicht ohne die schädlichsten Nachcrkri::j;Hungen bleiben, daß wir kein legitimes Organ besitzen, tlich M:* dic Interessen der palästinensischen Judcnhcit nach ..... 'c» vertritt. Ifrurr;^ Im allgemeinen sind wir in der Erörterung und Klärung des /.n-p arabischen Frage nicht viel weiter gekommen, obwohl die tage, .r. j-fit mehr denn je drängt. Freilich gab es im letzten halben ' ^''zrvr'r eine Reihe von nicht unwichtigen Erörterungen und zum ivcrc;üc>;':I sogar scharfe Kontroversen in der Presse über dieses Aber zu wirklichen Klärungen und Aktionen ist es tnz a,»v; dieser Beziehung nicht gekommen. Wir haben in Palästina lot i^Vr!!$o wie überall im Zionismus einen Vorstoß der Rcvisiofcine nj, ten zu verzeichnen. Er kann nicht gerade als geglückt mon i.r ^cichnet werden, aber es Ist sicher, daß die Jugend Paläpal-tt r, und gerade das Geschlecht, das hier im Lande auflmi:t;;:| ^discn ist, für die Politik der „starken Hand" nicht is ur,:i > cmpfänglich ist. Das ist um so bedauerlicher, als gerade «ft ur,y/-r die Unsinnigkeit dieser Richtung klarer wird als je, vo rnan hier auf Schritt und Tritt Beweise dafür in die Hand 2cn;ri; y. *ommt, daß solche Strebungen über kurz oder lang geradezu hi, ur;ci 'einer Kaotastrophe führen müssen. Wenn Jabotinski ade jeut, wo mit dem, Amtsantritt des High Commissioner . »Mcazah Mcchokekct" wieder aktuell wird, einen Axrc "m »Haarez" bringt, in dem er als ganz selbstverständlich <t ^mmensetzung aus gegen 12—14 Juden und ein oder jj'.Arabern vorschlägt, so wirkt das im ersten Augenblick, vorsichtig auszudrücken — komisch. Aber die Sache > .des Kongresses verspätet cr&däuak — Hed. üng » tinawe" \ ß|| |p5|^ r^*^"r/*r-^ ||^^ |i!p^!Ti^^n^'>""^^!^ hr\ heäk llsij lykäu^iiy^ui^l lliü/I £iiisiy^&l!fik^J Luiiiiiöaij Iii il^iä^^Ei^-äJ« Wir fordern nochmals alle unsere Mitglieder auf, sich dem Keren Kajemeth für die Roschhaschanah* Aktion in den nächsten Wochen zur Verfügung zu stellen! Die deutsche. Sammelstelle ist mit ihrem Kontingent im Rückstand. Nur eine mit allen Kräften der zionistischen Jugend durchgeführte Aktion wird es ihr ermöglichen, die noch fehlenden 2 000 Dunam auszulösen. Wir rechnen daher bestimmt mit der Mitarbeit jedes Einzelnen! BundeaJöltunjr des Blau-Weiß Präsidium K. J. V. Bundesleituns? des J. J. W. B i. A. Pctuschka Focrder Noack Ring Jüdischer Wasderbund© Präsidium dos Deutschon Kreises des Maccabi-Weltverbandes Muntner Vorstand des Zionistischen Jugendvereins Hochawer Ordo Hapoel Hazalr Morkas desHechaIuz?oa!e non Landauer Ascher Lubinsky , Neustadt Rudel Berger Franz Lichtenstein Misrachi-Jc^endgemeinBchaft Samuel Chononowicz Jüdischer Ruderklub Ivria i. A. Salmonsohn ist viel ernster a.ls man solchen Absurditäten gegenüber zu Beginn annehmen mag. Es braucht nur ein ganz kleiner Kreis der Jugend mit diesen Ideen durchtränkt zu werden, um dann die gefährlichsten und unsinnigsten Acußcningen und eine durchaus unbegründete Haltung von Ucbcrlcgenheit hervorzurufen, die uns mehr schaden kann als große politische Niederlagen. Es beginnen .sich in letzter Zeit auch die Kreise zu regen, die füri eine Verständigung mit der. Nachbarnation eintreten. Es ist selbstverständlich, daß auf dieser Seite die Arbeit viel langsamer und zögernder vonstatten geht. Die große Masse des Jischuw steht weder auf Seiten der einen noch der andern. Es herrscht in dieser Beziehung eine große Indifferenz und das ist verständlich, weil ein großer Teil der im Lande lebenden Juden wenig mit: Arabern in Berührung kommt, und wenn das der Fall ist, sich wenig Gedanken darüber macht, wie er sich zu benehmen und zu stellen hat. Es herrscht darin gewissermaßen eine ahnungslose Unbefangenheit und Unwissenheit, besonders unter den Tausenden der „neuen", die ja ohnedies genug zu tun haben, um mit der eigenen Installierung und Orientierung im jüdischen Palästina fertig zu werden. Es ist aber auch von der Seite der „Verständi* gungsfreunde'* wenig oder nichts getan worden. Vorläufig diskutiert man in einem kleinen Kreise privat, was zu tun sei, und man ist sich darüber klar, daß einer der wichtigsten Programmpunktc der Arbeit die Erziehung des Jischuw und seine Aufklärung sein muß. Es ist zu hoffen, daß hier in nächster Zeit wirklich etwas getan wird, wenn auch die Früchte an diesem zarten Baume nur sehr langsam und spät reifen werden. Im allgemeinen ist die Lage heute wie vor einem halben Jahre nicht ungünstig. Wir haben nach wie vor Aussicht auf ruhige Arbeit. Aber es muß gesagt werden, daß wir von uns aus nicht Y'cl dazu getan haben, um sie so zu erhalten oder zu bessern. "Im Orgenteil gibt es immer wieder kleine Zwischenfälle, Ungeschicklichkeiten, Handlungen aus Unwissenheit und Uncrfahrcnhcit heraus, die dazu angetan sind, sie zu verschlechtern. 11. . Als die „vierte Alijali" einsetzte, hat man noch von jedem Schiff, das eine große Anzahl von Einwanderern brachte, gesprochen, man hat die neue Erscheinung mit Freude, Ungeduld «und Besorgnis zugleich beobachtet und lange Zeit gebraucht, sich an das neue Tempo zu gewöhnen. Heute ist man so ziemlich über diesen Gcwöhuungspro/.cß hinaus. Eine Einwanderung von gegen 3000 im Monat ist nichts außergewöhnliches mehr, sogar eine "von -1000 wird fast als selbstverständlich aufgenommen. Vorläufig ist die Kurve noch dauernd im Steigen. Fast unmerklich ist Palästina zu einem Einwandcrungsland für Juden geworden, das au beachtlicher Stelle steht und sich bereits mit anderen Ländern messen "kann, ja eigentlich immer mehr ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückt, weil die anderen- Länder sich vor den Juden verschließen. Das Auffallendste an der Erscheinung ist, daß dieser Massenstrom, ohne größere Schwierigkeiten aufgesogen wird. Wie, das weiß mau nicht genau, und wir haben gesehen, daß die einfachste soziologische Analyse genügt, um die sonderbare Struktur die.-.er Einwanderung aufzuzeigen. Aber in jedem Falle wird alles, was ins Land kommt, ohne Schwierigkeiten absorbiert, während vor einem Jahre viel kleinere Zahlen uns Schwierigkeiten machten. Woran das liegt, haben wir mehrfach untersucht. Man hat von verschiedenen Seiten umj bei lieit verschiedensten Gelegenheiten die Furcht vor der „Krise" geäußert und es lälßt sich nicht leugnen, daß so nnnche Erscheinung beruhigend wirken konnte Und kann. Dennoch muß man die Tatsache feststellen, daß heute, im Augenblick, keine Anzeichen zu einer Acndcrung zum Schlechteren gegeben sind. Die Bautätigkeit dauert fort, nennenswerte Arbeitslosigkeit ist nicht zu vcizeichnen, die Stimmung ist gut, und die Hoffnungen nicht übertrieben gespannt. D;ls letzte ist wichtig, denn wir haben gerade Grund, eine übertrieben fieberhafte Spannung zu fürchten. Aber Palästina ist trotz allem spürbaren Schwung genügend kühl und skeptisch und läßt sich nicht so leicht täuschen. Obwohl inzwischen keine neuen Faktoren — seit dem letzten halben Jahr im Lande aufgetreten sind, hat sich doch verschiedenes in der wirtschaftlichen Struktur verändert. Noch immer ist Tel-Awiw, der riesige Bauplatz, das Zentrum der neuen Alijah. Von bedeutenden Industriegründungcn kann man in der letzten Zeit kaum sprechenf wenn auch immci wieder neue Versuche gemacht werden. Aber die Konzen» tricrung Tausender in Tel-Awiw übt seine Wirkung auf das ganze Land. Und zwar in komplizierter und verschiedener Weise. Tel-Awiw zieht nicht nur die Passagiere der ankommenden Schiffe an sich, sondern auch zu einem gewissen Prozentsatz die Einwohner der anderen Städte und der umliegenden Kolonien in ihren verschiedenen Schichten. Der Unterschied zwischen den städtischen und den ländlichen Löhnen ist heute geradezu eklatant. Er beträgt bei qualifizierter Arbeit das Doppelte, ja das Dreifache. Es ist demnach kein Wunder, wenn die wachsende Stadt mit gewaltiger Kraft die Arbeiter aus den Kolonien zieht. Der Merkas Chaklai berichtet in der letzten Zeit dauernd über ArbciterraangcL weil die Stadt die Kolonicarbcitcr aufsaugt, y& der. Eiscobahnerwerksta,^ verlassen, wie wir kürzlich berichteten, Arbeiter in nennenswerter Anzahl den Dienst, weil sie hier die 1 lälftc von dem verdienen, was in Tel-Awiw gezahlt wird. Auch arabische Lohnarbeiter verlassen die judälschen Kolonien, um sich in Tel-Awiw Arbeit zu suchen. Es gibt natürlich Elemente, die diesem Zuge nicht Folge leisten, sondern trotz der schweren Bedingungen, sowohl bei der Elsenbahn wie in den Kolonien die Positionen halten und vor allem an. der Möglichkeit der landwirtschaftlichen Vorbildung für die Ansiedlung festhalten. Aber man darf sich nicht darüber täuschen, daß mit Idealismus und Chaluziuth allern diese Frage der Spannung der Löhne nicht zu lösen ist. Von einer Senkung der Löhne in Tel-Awiw kann nicht die Rede sein, weil sie gerade genügen, um ein einigermaßen menschenwürdiges Dasein zu führen, besonders weil die absurd hohen Wohnungsmictcn einen riesigen Prozentsatz des Geldes verschlingen. Es bleibt nichts übrig, als durch Bekämpfung der Bodenspekulation und durch Mictsrcgulationen die Teuerung in Tel-Awiw zu belieben und den Standard außerhalb der Stadt zu verbessern. Das ist von äußerster Wichtigkeit. Denn die Tendenz zur Konzentrtcrung in den Stächen verschiebt das Gleichgewicht zwischen Stadt und Land in ungesunder Weise zu Gunsten der Stadt. In den projektierten Städtegründungen hofft man aut eine gesündere Basicrung. Sowohl Afulc wie die Stadt zwischen Akko und Haifa wie das in weiter Ferne am Horizont auftauchende Bcth-Schan haben gute wirtschaftliche Lage und Voraussetzungen. Freilich fehlt an allen diesen Punkten eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine gesunde soziale Entwicklung: Genügend große Areale nationalen Bodens. Wir sehen an diesem Beispiel, wie an allen Seiten unserer Arbeit das Mißverhältnis zwischen nationalen Notwendigkeiten und nationalen finanziellen Mitteln aufklafft. Man beginnt dns in gewissen Kreisen im Laude einzusehen, freilich nicht in allen. Und doch ist die Acndcrung dieser Proportion zugunsten des nationalen Kapitals die einzige Garantie für eine gedeihliche Entwicklung. Man hat in Palästina und im Ausland gleicherweise sehr viel darüber gesprochen und geschrieben, Wie man sich zu der „vierten Alijah" zu stellen hat. Die Frage nach der „Bejahung" oder „Verneinung** dieser Alijah ist höchst überflüssig. Denn sie besteht, sie ist eine reale Tatsache, eine Tatsache von großer Kraft und großem Einfluß und es kommt sehr wenig darauf au, ob der einzelne oder eine Richtung sie bejaht oder verneint. Wichtig ist nur, was man aus ihr machen will und was wir aus ihr machen können. Oh >vir die Kraft haben, die Einwanderung zu meistern und zu lenken, ob wir alle produktiven Kräfte aus ihr herauszuholen imstande sind und die destruktiven Tendenzen zügeln können. Das i«t der Kernpunkt der Frage. Und es muß gesagt werden, daß wir, da. h. Palästina, und die leitenden Instanzen der zionistischen Organisation bisher eher die Regierten als die Regierenden gewesen sind: Die Regierten durch objektive Gewalten. Es Ist int letzten Jahre alles gewachsen wie die Natur es hat werden lassen und dieses Wachstum war nicht immer gerade und gesund. Wir werden in der Periode nach dem Kongreß zeigen müssen, ob die Aufgabe, die die vierte Alijali uns stellt, uns nicht über den Kopf gewachsen ist. III. in der privaten ländlichen Kolonisation sind große Fortschritte zu verzeichnen. Eine neue Bewegung macht sich sowohl in der Entwicklung der alten Kolonien, wie in der Gründung neuer Punkte fühlbar. Die großen Pflanzungskolonicn zeigen die Tendenz, das Areal für Pflanzungen bedeutend auszudehnen, seitdem sich die Gewinne als sehr günstig erwiesen haben. Es wird berichtet, daß die An/jh' der Dunam, die für Pflanzungen bestimmt sind, sich i;; diesem Jahre verdoppeln. Es handelt sich dabei sowohl tu« die Vergrößerung der bestehenden Kolonisteuwirischattn', als auch um die Ncuansct/ung von Einwanderern und Pflanzungen von Gesellschaften. Nebenbei bemerkt mar., oVB alte Kolonisten Teile ihrer Besitzungen abgeben, so da3 al.*.c gewissermaßen eine innere Kolonisation der Siedlungen sta-tlindct. Außerdem fehlt es auch nicht an Fällen, — werir. auch in geringer Zahl, — daß die Stadt den Koloniste:- aus seiner Wirtschaft fortzieht. Eine besonders auff.illcnde Entwicklung zeigen die großen Pflanzungen Jud.'ias. Petach- Tikwah hat von seinem Budget von 20 000 £ -WOO für die Elektrifizierung des Ortes ausgesetzt. Weitere $000 sind öffentlichen Arbeiten, vor allem dem Wegebau gewidmet. Das ist sehr zu begrüßen, da die Siedlung bisher in diesem Sinne wenig getan hat. Eine Tcxtilgcscllschaft, die ihre.: Ntz in Pctach-Tikwah aufschlagen will, hat ihr Augenmerk aui die Entwicklung einer Hausindustrie gerichtet. Sic bemüht sich zur Zeit darum, Boden zu bekommen, auf dem für die Arbeiter der Textilien kleine Hilfswirtschaften errichtet werden sollen. In Rischon lc Zion, das bereits durch eine Ueoerlandzentralc von Jaffa aus elektrischen Strom hat, herrscht eine erhebliche Bautätigkeit. Es sind dort bereits schon gegen fünfzig neue Häuser in Arbeit Auch Rcchowoth weist Neubauten auf. Der große Aufschwung dieser judaischcn Kok> nie«, ist zu einem großen Teile den Orangcnplantagcn zu verdankaij die einen großen Ocwimi abwerfen. Leider ficht

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