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Jüdische Rundschau · 1925-09-04 · Heft 70 (4.9.1925) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 70 (4.9.1925)
Date
1925-09-04
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 508 JÜEI3ISCHE RUNDSCHAU _____In. .dci .politischen .Kommission ..gab es an. der prinzipiellen Frage der Notwendrglc«-ifdtt Erwerterung der Agency keine Unstimmigkeit. Meinungsverschiedenheiten gab es nür in bezug auf die B e d i n g ü 11 g c n der Erweiterung und der Konstitution. Die vorgd«gten -Resolutionen (von uns bereits veröffentlicht. — Red.) verkörpern die Meinung der Mehrheit der politischen Kommission, die nach zweitägigen Beratungen und nach Arbeiten cinc6 Subkomitecs zustande gekommen sind. Sic enthalten auch die Meinung des Aktionscomitees und stellen, so die Basis vor, auf der wir bereit Rind, der Erweiterung der Jrwish Agency zuzustimmen. Es gibt aber auch Amendements, welche von einer' kleinen Minorität vorgesehlagen wurden, die sie auch hier zum Ausdruck bringen wird. Die Resolutionen enthalten gewiß nicht alle Bestimmungen, die das Verhältnis der Parteien in bezug auf die der Agency regulieren werden. Diese Beziehungen, die .Wahlmethodc usw. sind in der Kommission erörtert worden und werden in der Verfassung enthalten sein, die von der erweiterten Jcwish Agencv beschlossen werden soll, "letzt sollen nur die Hauptbedingungen festgelegt sein, die der Kongreß als wesentlich betrachtet für die Aufrechtcrhaltung der. Integrität der Zionistischen OrganisationinderJcwlshAgcncyundzurSicherung unserer Palästinaarbeit. Die Kommission hat anerkannt, daß die Beziehungen zwischen der Zionistischen Organisation und den neucintretenden Elementen in weitem Maß auf gegenseitigem Vertrauen basieren müssen und auf dem Olaubcn, daß diejenigen/die bereit sind, mit der Zionistischen Organisation zusammenzuarbeiten, den guten Willen haben, alle Vorurteile und Mißverständnisse beiseite zu lassen und im Einvernehmen mit der Zionistischen Organisation an einer Aufgabe mitzuarbeiten, die so viele Hoffnungen für die Zukunft unseres Volkes in sich birgt. Von seifen des Misrachi wurde ein Amendement eingebracht, nach welchem die Verfassung die ausdrückliche Erklärung enthalten solle, daß dic )cwish Agency auf dem Standpunkt des orthodoxen Judentums stehe. Jcdoeh wurde der Hinweis darauf, daß auf früheren Kongressen festgestellt worden ist, daß die Zionistische Organisation niemals in Palästina etwas unternehmen würde, was den Prinzipien des orthodoxen Judentums entgegenstehen könnte, auch vom Misrachi als hinreichend anerkannt. Ich glaube nicht, daß nach Annahme dieser Beschlüsse sofort alle Außenstehenden in die Agency eintrete n w c r d e n. Es ist aber mit der Annahme dieser Beschlüsse die Basis dafür gegeben, und sie werden allmählich kommen. Die politische Kommission legt Ihnen dieses historische Dokument zur Billigung vor, wobei bemerkt sei. daß das Wort „Einleitung" in den hier verteilten Kopien der Resolution inzwischen gestrichen wurde, so daß auch die Einleitung als Teil der Resolution anzusehen ist. Der Vertreter der Minorität Dr. Solowcitschik unterbreitft den Minöritätsantrag der radikalen Zlonistcn und der Revision istcn. wonach die Organisierung der erweiterten Jewish Agency auf der Basis demokratischer Wahlen und des Prinzipsder gemeinsamen Verantwortung der Mitglieder sämtlicher gewählter Körperschaften erfolgen soll. Es soll damit die Zerreißung des jüdischen Volkes in zwei Teile in Zionisten und Nichtzionlsten vermieden werden. Solowcitschik weist u. a. darauf hin, daß die Frage der Agency seit Jahren auf der Tagesordnung stehe und den Mittelpunkt einer Spaltung der zionistischen Reihen bilde. Nach unserem Empfinden, erklärt der Redner, ist die Begeisterung jener Zeit, als der Oedanke zum ersten Male auftauchte, heute, nicht mehr vorhanden. Auf diesem langen W<-£c ist nach unserer Ucberzcugung die Zionistische Organisation zu Tode gehetzt worden. Wir halten es für unsere Pflicht, in letzter Stunde ein Wort der Warnung an Euch zu richten. Groß ist die Gefahr, die Ihr dadurch heraufbeschwört, daß Ihr bereit seid, unsere politischen Ge* Schäfte einer Körperschaft zu übertragen» zu der wir als Träger der nationalen Idee alle kein vertrauen haben können, U l«t gefährlich, die luden tu einem nichtzionistischen Gremium zu vereinigen. Keine geringere Gefahr sehen wir auch in der sozialen Gestaltungdes Aufbauwerkes. Es steht ein Geist der Administration zu erwarten, gegen den wir schon einmal kämpfen mußten. Wir wollen in Palästina nicht nur eine Majorität werden, sondern eine soziale Erneuerung und eine Aendcrung de» ganzen jüdischen Lebens herbeiführen. Ebenso groß ist die Gefahr, die wir für den Bestand der Zionistischen Organisation voraussehen. Wir sind uns darüber klar, daß jede Erweiterung der Agency eine Gefahr für die Zionistische Organisation in sich birgt, —auch der j ü - dische Weltkongreß. Wenn Sic die ganze Leitung der Geschäfte in die Hand der Agencv geben werden, und das hat Wci7mann in Palästina erklärt, wird der Kongreß mit Erez Kr.icl nicht« zu schaffen haben. Er wird eine leerlaufende Maschine sein. Wir stehen heute an einem Scheidewege. Wir sind sicher, daß wir einander begegnen werden. Schon einmal stand in unserer Bewegung unser Kongreß vor einer ähnlichen Situation. Mit Gottes Hilfe jedoch kam nach dem VI. Kongreß ein VII. Wir sind überzeugt, Ihr werdet zu uns zurückkehren und werdet uns Dank wissen, daß wir in der schweren Zell zusammenstanden. Und der Zusammenbruch, der kommen wird, weil Euch ein verblendeter Optimismus auf einen falschen Weg führt, wird der Zusammenbruch eines System* sein. Denn Euer falscher Weg ist der Weg eines Systems. Dann werden wir bereit sein, Euch aufzunehmen und ein neues System zu errichten, welches basieren soll auf dem Zusammenschluß des jüdischen Volkes als einer lebendigen Organisation für den Aufbau von erez Israel BcnGurion (Palästina Ponle Zion) legt einige Amendements vor, so daß die im dritten Absatz der Resolution angefunrten prinzipiellen Grundlagen (a bis d) organische Teile der Konstitution der Agency sein sollen. In Absatz b der Resolution 1 soll der Zusatz „soweit als möglich" gestrichen werden und in Absatz c der Resolution 1 soll hinzugefügt werden „und 10bekommt der organisierte jü. f,!!-ch,c Jischiiw in Erez Israel". Ben Gurion verlangt, daß auch die jüdischen Gewerkschaften Innerhalb der SXAfcN.,fhiri0n"tcn ihren Platz finden sollen, sofern sie zur Mitarbeit bereit sind. •Hbotin*k>' «««cht um die Beantwortung folgender /wc. Fragen! 1 Die Exekutive ist autorisiert worden, eine ie5i riff^I^i??! Council icw,sh A*cncy auszuarbeiten. rSL -i K1onsÜution Vom xv- Kongreß noch geprüft werden oder wird s c schon vorher bindendes Gesetz? % Wenn dieser XV^lLTä X°f dom SS KongrcQ mtand<5 kommt ™d dcr XV. Kongreß dann Beschlüsse annimmt, wird der XV. Kongreß oann in diesen seinen Beschlüssen souverän sein oder w«dCT? ■ C Bcsch,üssc noch *n d<" CoMch* geleitet f "'^?tAtnb crff ffftt hierauf folgende Antwort! Die VerwXn Z^%Zir^y°Jl 2 w «? «■ t n e r n angenommen rinS,.V04n 1er Zionistischen-Orjraniia'ton und von Nichtl^ktm,4, h. der zionistische Teil wird aus der E*ekutlve und. dem Aktlons-Comite* bestehen. Polglieh wird die hftd!?5d.2 JcwlgJ1 AßCn?för dic Z^W««Ä w2S«SS fw^5r-¥S,ni UBÄTOf *Qp droi 'J«K*'" ftuc* «rde! ISi,f?-IKlc?d.cn*XYi KotWcß. Bezüglich der zweiten Frag" nSut &?J2cttcA?ril Jai1rcn» solan?c *« Erfassung &t Jewish Agency besteht, der Kongreß keinen solchen Beschluß annehmen. Dies kann erst im vierteil Jahre folgen- Jf*nn immer "eine Resolution vom nächsten Kongreß angenommen wird, über das Budget öder ein« politische Aktion, so Ist sie natürlich bindend für die zionistische Hälfte der Agency. Daher kann nichts in der Agency geschehen, was nicht der Entscheidung des Kongresses .entspricht. Dr. Gold mann (Berlin) trägt einige weitere Amendements vor, unter anderem, daß der Council nicht eher in Funktion treten soll, bis seine Verfassung von emcni zionistischen Kongreß ra 11 N zi c r t worden ist, daß unter den sechs Ländern, welche nlchtzioniRtischc Vertreter in die Jewish Agency entsandt haben müssen, ehe der Counc durch Festlegung der Verfassung zusammentritt, auf jeden Fall Palästina, Amerika und Polen repräsentiert seien; ferner sollen die Mitglieder des Councils sich nicht durch Stellvertrct c r bei den Sitzungen vertreten lassen dürfen. Dr. W a l d - mann (Wien) beantragt eine Ergänzung, wonach vor der konstitutionellen Sichcrstcllung der Wahl des Präsidenten der Zionistischen Organisation zum Präsidenten der erweiterten Jewish Agency der Council nicht zusammentreten dürfe. Kaplan (Hitachdutu) bittet um autenlische Erklärung des Präsidenten, daß dic „Einleitung" der Resolution, die die programmatischen Linien für die Agency-Arbeit enthält, ebenso bindend ist wie der zweite Teil. Der Vorsitzende bestätigt mit einer formellen Erklärung diese Auffassung. Als Romano (Bulgarien) darauf hinweist, es sei eine Erklärung notwendig, welche Stellung die Exekutive zu den Amendements einnimmt, gibt President Dr. Welzmann folgende Erklärung ab: Es war. nicht meine Absicht, vor der Abstimmung das Wort zu ergreifen und wenn ich mich jetzt dazu gezwungen fühle, so will ich damit nicht irgendwie die Abstimmung beeinflussen, sondern nur einige Informationen erteilen. Ich will mich auch nicht darauf einlassen, hier über den Oeist der verschiedenen Amendementszu sprechen. Die Amendements sind meiner Meinung nach nicht derartig, daß man sie im Handumdrehen annehmen oder ablehnen kann. Es sind sachliche Dinge, zum Beispiel, daß der Council nicht einberufen werden soll, bevor Polen, Palästina und Amerika ihre Vertreter gewählt haben werden. Ich mache den Kongreß darauf aufmerksam, daß dieser Antrag von der Seite der Nicht zionisten herkommt. Ich sehe keine Schwierigkeiten für seine Durchführung. Sollte aber dieser Punkt dazu benutzt werden, um Obstruktion gegen den Council zu machen, so wird dic Jewish Agency überhaupt nicht zustande kommen. Entweder — oder. Man geht in dieses Bündnis in Frieden oder in Kampf. Man behandelt sich gegenseitig wie Diebe oder wie Menschen, dic etwas leisten wollen; darauf kommt es an. Dic Frage, ob die Arbeiter in Amerika, wenn sie bereit sein werden, in dic Agency einzutreten, ihren Platz finden werden, habe ich damit zu beantworten, daß ich der erste war, der mit den Arbeiterp, und sehr ernstlich, verhandelt habe. Vorläufig sind sie nicht bereit. Wenn es einmal dazu kommen wird, werden sie nach meiner Ucberzcugung ihren Platz finden. Ich würde es für gut halten, daß die Verfassung, bevor sie endgültig in Kraft tritt, nochmals ernstlich vom Aktions- Co mite* behandelt wird; daß sie noch einmal dem Kongreß vorgelegt wird, würde ich ohne weiteres ablehnen. Irh glaube, daß das Aktlons-Comitc* und die von ihm zu wählende Exekutive auch Imstande sind, den Zionismus zu beschützen und deswegen würde ich Ihnen in aller Hochachtung den Vorschlag unterbreiten, diese Amendements, 'von denen eingroßer Teil meiner Meinung nach praktisch undurchführbar ist, der Exekutive und dem Aktions- Comitc zu überweise n. Motzkin bringt zuerst den Antrag, der Minorität zur Abstimmung, der mit überwältigender Mehrheit abgelehnt wird. Hierauf den Antrag Weizmann, der mit überwiegender Mehrheit angenommm wird. Hierauf wird der Majoril5tftantrag der Kommission mit 173 gegen 30 Stimmen angenommen. (Stürmischer. Beifall.). Ergebnisse der zionistischen Frauenkonferenz Während des zionistischen Köngresscs In Wien fand vom 21.—26. August auch die Tagung der zionistischen Frauen statt. Es läßt sich darüber streiten, ob man dies Frauenkonferenzen, wie es bereits Brauch geworden ist, immer mit den zionistischen Kongressen gleichzeitig abhalten soll — es gibt viele Fraucn-Dclegiertr, Beamtinnen und Intensive Ztihorcrjniicn - dic dadurch entweder dem allgemeinen Kongreß entzogen werden, oder von vornherein die Frauenkonferenz als Veranstaltung von minderer Bedeutung ansehen lernen, der man ruhig fernbleiben kann. Immerhin knüpfen sich an diese Konferenz so viele Erwartungen von Seiten der Idee ergebrner, arbeitswilliger Frauen, daß nie unter Beteiligung von Delegierten aus England, Kanada, Oesterreich und Deutschland, Tschechoslowakei und Lettland, sowie zahlreicher Gäste stattfand. Dic allgemeine Stimmung der Teilnehmerinnen war dic einer resignierten Erkenntnis,, daß die Kräfte der Frau in der zionistischen Bewegung noch immer schwach und unkonzentriert, ihre Leistungen im Verhältnis zu dem großen Werk, das ihrer harrt, noch immer minimal sind. Da hinein mischte sich Erwartung und ernste Bereitschaft, neue Parolen entgegenzunehmen und sich mit anderen Frauen zu intensiver Arbeit zu vereinigen. Allgemein war dic Sehnsucht nach dem weckenden Ruf, dem einigenden Programm, den zur Führung berufenen Persönlichkeiten. Auf diese erwartungsvolle Stimmung fiel die ErÖffnungssHzung ein wenig wie ein abkühlender Regen. Es war wohl angenehm, sieben oder acht hervorragende Männer, darunter auch Weizmann, Sokotow, Ussfechkin bei den Frauen zu Oaste zu sehen; aber nach ihren etwas gönnerhaften, ermunternden Reden hatte man allzu. stark den Eindruck, daß sie nicht als Kameraden zu Arbcitßgenossincn kamen um ihnen ihre Achtung auszusprechen und eine Gemeinsamkeit der Arbeit herzustellen, sondern daß man sie hcrzltlcrt hatte, weil dic Frauen, die allein nicht imstande waren, ihre Tagung würdig einzuleiten, die hilfreiche Hand des Stärkeren brauchten. Aber noch war die Hoffnung auf diese Tagung und die Organisation, die sie einberufen hatte - die Weltorganisation, zionistischer Frauen ~ zu stark, als daß man seine Erwartungen herabgestimmt hätte. . Ocspannt wartete man auf den Tätigkeitsbericht der Vorsitzenden. Dieser fiel,wie ein zweiter Regen auf die Hoffnungen <lcr Frauen —..und diesmal war es schon ein ganzer Klatschregen. Der Bericht enthielt nichts anderes als Einzelheiten über den Fortgang der Arbeiten in den drei Instituten, welche die WIZO bisher in Paläsiins geschaffen hat: das Hostrl in. Jaffa, die Madchenfarm in tfahalal,. dl« min. tue landwirtschaftlichen Schule werden soll, und dic Sauglin^Stationen rit c fröffi in Jaffa. Drei recht begrenze Institute — das ist k " große" L'cteiuflfc-fÜi»-*in6 Weltorganisation" -innerhalb von»?' Jahren. Das wäre"nicht tinmal viel, wenn dies« in5t;," sieh inzwischen zu bedeutenden Musterinstituten aus^uf'. hätten, aber davon sind sie weit entfernt, was alienjS den Delcgie'rtinncn, die auf einen offenen Bericht 3'. Anspruch' hatten, verschwiegen wurde. Dennoch ersch ihnen diese Leistung für eine Organisation, welche di* JV,bü Welt umspannt und ein Monopol auf Sammlungen unter"J."* Zlonistinncn aller Länder beansprucht, in keinem Verhii3 <"r zu dieser Prätension zu stehen. Man verglich dic iu*^t v< Jahren auf der ganzen Welt erzielten Einnahmen von 16235-I ich« mit dem unter amerikanischen Frauen aufgebrachten Ja|.»*'-bcr budget der Hadassah von 110000 £. '"|,f < Aber nicht diese materielle Schwäche und n;cj,t ^|:h/ Geringfügigkeit der gclcist*ten Arbeit war das was ger-'f'.f'-£fli£ dic Ernstesten unter den erschienenen Frauen am mcijv'l * entmutigte — schmerzlicher berührte es sie, daß der Tii-F'nn< keitsbericht keine einzige Anregung für erzieherische, kü? l'J crl rcllc Arbeit unter den Frauen gab, daß nicht eine no* L Idee, nicht ein neuer Impuls von dieser Wcltorganisata ausging. Auch hier fühlten sich" Informierte zu einem Vcgleich mit der „Hadassah" bewogen, welcher der amtrik;, nischc Zionismus eine so ungeheure Vertiefung und [n(c* sivicrung zu verdanken hat. Bei der ganzen Einstellung der WIZO — die Aru Müller-Cohen in ihrem scharfkritischen Referat einen wot tätigkeitsverein. zur Gründung von Instituten in PalästV. nannte — ist es also kein Wunder, daß das praktisch Ergebnis dieser fünftägigen Sitzung nur der Beschluß Vl, dic bisherige Londoner Leitung — dic Damen Wcizmar Goodman und Sicff — auch weiterhin mit der Sammler; von Mitteln und der Fortführung der begonnenen drei InEtib zuzüglich zwei neu zu gründender Mädchenkwuzoth zu y auftragen. Man irrt. sich aber, wenn man aus diesem dürft-j- Ergebnis schließt, daß diese fünftägige Sitzung recht h:: wcilig und eintönig gewesen sei. Tatsächlich hatte sie ü». Spannung und ihre besondere Sensation. Sie verwendenämlich eine Fülle von Energie und Temperament (so;; unter Verletzung aller parlamentarischen Billigkeit seile-, des Präsidiums) darauf, dic einzige neue Idee, dic auf diev Konferenz auftauchte, und die imstande gewesen wäre, ( arbeitswilligen Frauen anzufeuern und zusammenzuschürf' — zu bekämpfen. Diese Idee kam von einer Gruppe p lästinensischcr Frauen, die als Vertreterinnen der beidgrößten palästinensischen Frauen vereine — Histadruth Nasch* Ivrloth und Organisation für Gleichberechtigung der Frauen zu dieser Konferenz entsandt worden waren. Sie btshin der Vorlage eines Planes, wonach In Palästina ein Zcntn rat geschaffen werden soll, bestehend aus Vertreterinnen er großen nationalen Fraucnvercine in Palästina selbst und der Diaspora, dessen Aufgabe in einer genauen Informativ über Frauenfragen und Frauenarbeit in Palästina, der E: teilung von Ratschlägen und Anregungen für neue Arbeit uobjektiver Beurteilung der bestehenden Institute bestehen sci'lA-ntra Das Vorhandensein eines derartigen Projektes führte \v kr di Beginn der Sitzungen an zu einem ungeahnten und von vic'f Dclcgiertinncn stark mißbilligten Ergebnis: man tniroz dff 7a palästinensischen Abgesandten überhaupt das Recht der Rr'r j nd d freiheit resp. gewährte es ihnen nur in einem ganz b: i rcign schränkten Maße. Als besonders bedauerlich wurde c Khcitc empfunden, daß ' diese Mundtotmachung der Vertreterinhcmerl der palästinensischen Frauenorganisationen besonders von ort mnoC Mitgliedern der palü';Hnrn*l«!flim Afl»r-Hrrinticn-Or^ini'al< die als solche eigentlich selbst nur Gäste und nicht Deiche:: |„h die waren, empfohlen wurde. Bei dieser Art von Bchandlu;;|ch, d der palästinensischen Vertreterinnen, bei der sich das Präiidirf in.ind der Konferenz zu geradezu erstaunlichen Verletzungen a'.'.-'l'-.ird. parlamentarischen Bräuche hinreißen ließ, (z. B. der pali" ncnsischcn Vertreterin der „Hadassah" ihr Recht aui B | u dt D :-;>ch H wt -iurfni -\irtcn »-stcr .ir?cs •hcti rS ttcht centi icht a urlirr ni di 'rgan Vitioii. i'irteic •oniitci :;chtn :n aller •wrd. •r»t eil Gerung ^nn '^rkunj lii teiligung an der Diskussion verweigerte), war es kein Wund: l'Am h daß der Antrag ungenügend begründet und von den mristf Teilnehmerinnen der Konferenz daher unverstanden blich ur schließlich gegen eine bloße Sympathieerklärung der VI/ mit den Organlsationsbcstrebungen palästinensischer Frauvereine (welche die letzteren weder brauchen noch venV hatten) ausgetauscht wurde. Wieder wurde es auf vielen Seiten mit besonder Bedauern empfunden, daß es gerade einige palä$tinen<i<c Frauen waren, dic sich gegen die Bestrebungen zur Zcntn' sicrung der Arbeit in Palästina wandten und dns erschwere Ringen der palästinesischcn Frauenorgani.wtionrn;' den Augen der europäischen Zionlsti.Mien herab^isct/f suchten. Von Seiten dieser Frauen, einiger Arbcitcrinn:" kam gelegentlich dieser Debatte auch dic erwähnte Sensatiedle Erklärung; daß dic Moazat-ha-Poalot, dic bisher strstreng auf einem sozlalistlsch-palästincnsich-hcbräischen gramm bestanden und — als Teil der allgemeinen Arbeite- Organisation — jederzeit das Zusammengehen mit palästinensischen bürgerlichen Fraucnvcrcincn zu gemeinst Arbeit abgelehnt hat, ihren Anschlag an die WIZO rrkli-" Wie es den Arbeiterinnen möglich ist, sich plötzlich <1" sicherlich nicht sozialistischen, nicht n»lästincnsisc!icn nicht hebräischen Londoner Leitung der WIZO. zu unterwer.'^ und sich sogar ausdrücklich gegen eine Verlegung des Zr trum* nach Palästina auszusprechen — das ist eine i'"ßc;ii. welche ein Vergleich der finanziellen Solvenz der VI* mit den schwer ringenden palästinensischen FrauetncrM'' allein keine Antwort bietet. Das „politische" Ergebnis der Wiener Konferenz ^' ist ein Sieg der WlZÖ und der Moazat-ha-Poalot ubfdie fünf oder sechs größten nationalen Fraucnvercine '* Palästina, im Kreise der dort mitten in den Problemen Gj sozialen Lebens stehenden Frauen zu schaffen. Dio p&*\ ncnsischcn Frauen werden sich davon nicht erttmufr1" lassen; sie werden welter an der Bewältigung des heuren Werkessozialer Hingabc und Opfern an Kraft un« Muße arbeiten; sie Werden — selbst wenn Arbeiterinnen u" Misrachistirtncn sie im Stich lassen — weiter auf die Zentral-' sierung der Arbeit in Palästina hinwirken; sie werden, "n gewaltiger Anspannung ihrer eigenen Kräfte, ein In forma organ schaffen, das den Frauen der Diaspora Aufkläruns- Ansporn und Anregung zur zionistischen Arbeit nach in^ und außen geben »oll, Und sie werden dadurch hofh'"1111; den Mut der zionistischen Frauen und ihre Hoffa""? a"J eine kameradschaftliche, ehrliche, dem gesamten Palästina*^ ergebene PVimtr-cimbcit, der gerade den Bcucn unter M«^ : auf; dieser Konferenz m schwinden drohte, wieder. heöcr ... . Helene Hanna Cohn

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