Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 69 (1.9.1925)
- Date
- 1925-09-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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j UE DI SCH E RUN DSCHÄ U' Seite 5P1 "^1 Lichthcim erklärt, daß die Kommission es nichtfür icL - eckwäßiff hielt, das Plenum mit diesen Einzelheiten f.;.'"^lasten, obgleich sie meritorisch mit vielem dacj :JJfl €in v c r s t a n d c n w ä r c.;r;;{ per Antrag der Kommission wird, ebenso wie das Amen- „jeflt Brudny, angenommen. Die Sitzung wird J,aüf auf kurze Zeit unterbrochen. -] Wcizmanns Rücktrittserklärung Vach Wiederaufnahme der Sitzung um 1 Uhr 30 gibt s'\ ^cinnaiiJi folgende Erklärung ab: j * Hoher Kongreß! Ich habe Ihnen eine Erklärung ab- ■•jffben, die wir nach mehrstündiger Beratung gefaßt;' -1 \ibcn, und die ich Sic bitte, anzuhören: „Mit Rücksicht auf die gestrige Abstimmung und die ihr vorangegangenen Dc- :i Migrationen erklären die unterzeichneten Mitglieder der. Ekcl^ulivc» daß sie sich unter diesen Umständen nicht in der 1 Lage sehen, an der ncuzuwählendcn Leitung teilzunehmen. Söcz- Wcizmann, Sokolow, Cowcn, Lipsky, Ruppin, Van;rj ftiesland, Fciwcl, Halpern, Naiditsch, Sprinzak." V!l Die Erklärung wird auch in englischer und hebräischer ( brache verlesen. Hierauf wirri die Sitzung vertagt. "| Fünfzehnte Sitzung 7"i?;r Donnerstag, 27. August, abends. k'i Weitere Resolutionen der Bankkommission r| Licht he im setzt sein Referat namens der Bank- 'Emission fort. Nach den bereits heute Vormittag angenomj **V:ncn vier Resolutionen, betreffend die Palcstinc Land Devc- *•'-''!-flcnt Co., wird jetzt eine Resolution der Batikkommission, reffend die Industriebank, vorgelegt, die lautet: l \ „Der Kongreß beschließt die Errichtung einer ,M;ndustricbank, die insbesondere, der beschleunigten Förderung der kleinen und mittleren 'industriellen Anlagen in Palästina dienen ','{|;oll. Die Gründung soll durch Beteiligung des Jcwish iColonial Trust bzw. der A n glo-Pa 1 esti n e Co.; und des Keren Hajcssod erfolgen gemäß den dics- ' rezüglichcn Beschlüssen der Budgetkommission." ,C:j Die Abstimmung ergibt die einhellige Annahme des ";cn Antrages. Sodann gelangt als nächster Punkt auf die Tagesordnung! Sokolows Referat über Erziehung Sokolow: Ich werde über den .Wert der Er- > :hung und nicht über Einzelheiten sprechen. Ich will . «teilen, daß die Erziehung in Palästina Aufgabe und Pflicht; - dieser Zeit und gerade in dieser Zeit ist, wo das Land eine ' ■ rasche Entwicklur.g durchmacht Wenn die jjanze Arbeit '.' i? ist, so ist die Erziehung das Allcrheiligstc. Früher wurde 1 : diskutiert, ob Erziehung Aufgabe des Zionismus sein kann, t in befaßte sich damals nur mit materiellen Dingen. Diese : '.ifuMing ist seit langem aufgegeben worden. Die Erziehung y: eine Sache der Gemeinschaft. Die Erziehung in Palästina |: nicht nur Erziehung im engeren Sinne, sondern etwas Bcif :eI!o$es, was sich in keinem Lande und zu keiner Zeit ' herholt. Die Frage der Frzichung hängt mit der Wicdcr- ^•'ebung der hebräischen Sprache innig!;;. vammen.- Wenn auch alle materiellen Verbesserungen für ein :? Jcihen gegeben wären, auch dann wären im innersten '<en der Sache Lücken, sie wäre seelenlos, wenn wir j'5 .>. sprachliche Parasiten [:, :!icbcn wären. Es handelt sich hier um eine nationale Frage f■■ *en Ranges, für die das ganze Volk Opfer bringen muß.; r können uns keine Renaissance des Volkes ohne die Wiedcr- . :bung der hebräischen Sprache vorstellen. Ohne;.':rachc wären wir in Palästina kein Volk. Als -' luden aus dem babylonischen Exil zurückkehrten, haben; ,'^ich nicht mit den nichtigen Fragen befaßt, mit denen wir 'Hetzt befassen, ob unser Staat vollkommen ist oder nicht, .' ü;is die Personen genügen oder nicht Auch bei ihnen gab ' *idersprüchc und Gegensätze, und auch sie kämpften unter- -der. Bei ihnen war die elc m e n ta r st e Frage die '<?e der Sprachcuvcrwirniiif. Die eine Hälfte ■■ hebräisch und die andere babylonisch. Jedes Volk > -,'it sich seine Sprache in seinem Geist, und die Sprache "ihm als Mittel für seine Schöpfungen. Bedient es sich :r?cr Sprachen, so nimmt er von anderen und gibt ihnen '-ts. Wir wollen jetzt Neues schaffen, müssen daher;rc Sprache wieder beleben. Glauben Sic nicht, daß, wenn auf dem Kongreß in einer anderen Sprache sprechen, . :;t anderen Völker hören werden und der Messias kommen; 1 Man hört sie nicht. Wenn wir von der Renaissance -. "dien, dürfen wir uns nicht mit der Geldfrage aufhalten. :■; •fil objektiven Besucher des Landes prägt sich der uni, :Wc Eindruck ein, ^Jaß die Sprache, wieder zu i '^en beginnt Und ich weiß nicht, mit welchem Betrag c :l diese Erscheinung bewerten soll. Dieser Wert läßt sich . ucld nicnt abschätzen. Wenn es gelungen ist, Erklärungen Wiedener Minister zum Mandat zu erlangen, so hat die \:achc dabei eine große Rolle gespielt Dieses; ,^salc Werk ist die Frucht der treuen und aufonferungs-; j ,cn Arbeit t.l unserer Lehrer in Palästina. J^ben das Wunder der Wiederbelebung der Sprache vollvAuch in Irland gibt es eine Renaissancebewegung zur : ..afrhclcbung der Sprache. Wir haben in wenigen Jahren I ,'J ^|t unseren geringen Mitteln hundertmal mehr getan als; .i^idcr. Ich bin nicht stolz darauf, daß wir viele Schrift-;,'.;;r> Redner und Literaten in der hebräischen Sprache i" -'j1-,Es Cibt welche außerhalb des Landes, die die palästijehen übertreffen. Aber was wir nicht hatten, das ist L£bcn der Sprache, nicht nur im Bereich von Gcistcsvif"' VOn Schriftstellern lebt die Sprache, sondern sie : Schulen und Kindergärten. Jeder muß anerkennen, J a,'f drm W c g c zum /. i c 1 e s i n d. Wir werden nicht varr nehmende Teil sein, sondern auch ein gebender. ^'cle unter uns sehnen sich nach einem jüdischen 'Vu- VCrstl*,K diPSC S' hnsucht und weiß sie abzuschätzen. -?'r das in gewöhnliche Sprache übersetzen, so bedeutet J tische Freiheit nicht eine eigene Armee oder . andere Acu ßerlichkeit Wir haben vor allem r Sprache wieder erobert. Es wäre mein Ideal, wenn •ü "«»sonst allen Kindern Unterricht er- „.],,"» wenn wir überall in jedem kleinsten Dorf Schulen ,..;cn könnten. Und wenn wir ein großes Netz von hrm„Lmit dc» besten Lehrkräften mit den fortschrittlichsten r luK Cn *schon hätten, dann dürfte hier keiner sagen, \r ün noch k°i»cn Staat. Ein Teil des Staates ist schon V*. Cr jüdische Teil, alle anderen Teile ent- . :itc«>cn unjüdischem Geist. Auf dem Gebiete der Erziehung keinc PartcUcämpfe geben. Walirlich, unsere *r sind Chiluzim, und ihre Schüler hejfca den Lehrern bei ihrer schöpferischen Arbeit. Es wird ein Band um Land, Kinder und Eltern geschlungen, das die Herzen einander nähert, das eine heilige Atmosphäre schafft und diese Epoche scheint mir viel wichtiger als j*'nc, die mit Kämpfen über Linzelhciten, die nicht hierher gehören, ausgefüllt wird. Mir tut es leid, daß gerade diese Sache Monopol der Mclamdim geworden ist. Man versteht nicht, daß gerade auf diesem Oebiet die Bedeutung Paliistinas liegt. 'Pausende Deklarationen hätten keinen Wert, wenn wir kein blühendes Schulwcrk in Palästina hätten. Wir gehen nicht dorthin, um unsere wirt- M-haftlielie Lage /u v< r!>rv;n u, das Kann man in anderen Ländern viel besser, .sondern um zu schaffen, und ii;is hängt zu imierst mit der Frag?1 der I.r/iehiiiig und des Schulwesens zusammen. Wenn hier darüber aul' dein Kongreß gesprochen wird, «soll mau wissen, daß es die zentrale Frage des Aufbaus ist. Dieser Kongreß ist ein Kongreß der A 1 i j a h. Mit den Massen sind nicht nur Ledige gekommen, sondern auch Familien mit Kindern. Wir befürchten, daß wir den Strom nicht in da.s Sy.stcin der frühereu Alijoth einordnen können, der ersten Olim, die Lehrer und Schriftsteller waren, Idealisten ersten Ranges. Wenn aber die Sprache im Munde der meisten Olim und ihrer Kinder leben wird, so werden wir keine Angst mehr zu haben brauchen. Die Arbeiterschaft hat bisher den teueren Schatz der Spracht g e w i s s c n h a f t gehütet und fürchtet nun eine Schwächung ihrer Position durch die Masscncinwanderung, weil sie nicht vorbereitet war, ihr zu begegnen. Zum Schluß fordere iah Sic auf, bei der Abstimmung über das Schulbudgct nicht sparsam zu sein, sondern der Pflicht der Zionistischen Organisation gegenüber der •Rcnaissanccbcwcgung zu gedenken. Das Licht der Wissenschaft möge ungetrübt und ungehindert in die hebräischen Schulen eindringen! Auf diese Art und nur auf diese Art wollen wir" das I leim des jüdischen Volkes bauen. (Langanhaltcndcr, tosender Beifall.; David Ycllin (Palästina) spricht seine Freude über die Worte Sokolows aus, der die Erziehung verteidigt hat, und jene, die sich mit ihr befassen, die Lehrer, die mit Hingabe all i hrer Kräfte uns das hebräische L r e z Israel geschaffen haben. Aber nicht nur das Wiederaufleben der Sprache haben wir ihnen zu verdanken, .sondern auch den* Inhalt der jüdischen Erziehung: Das Kind erkennt sich jetzt schon als Sohn seines Volkes, es weiß, wofür es arbeiten muß. Der jüdische Lehrer kämpft den Kampf der Wiedergeburt und überwindet alle I Iiudcrnissc. Die Organisation kann stolz sein auf diese Schulen, die 13 000 jüdische Kinder umfassen. Es ist ungerecht, wenn man sagt, daß dieser Erziehung die Seele fehlt. Man lasse ab davon, die Lehrer, die materiell so viel gelitten haben, durch solche grundlose Anschuldigungen zu erbittern. Die Universität in Palästina wäre nicht möglich gewesen ohne die hebräischen Mittelschulen, und diese nicht ohne die Volksschulen. Ls ist auch nicht richtig, daß die allgemeinen Schulen der Religion feindlich gegenüberstehen. Ich habe die gerechten Forderungen des Misrachi immer unterstützt, und ich verlange von ihm, daß cr unseren Schulen gegenüber nicht illoyal sei. Rabbi Bermann (Misrachi): Die Frage der Erziehung ist nicht nur eine Frage der Schulen, sondern von größter kolonisatorischer Bedeutung. Palästina kann nicht aufgebaut werden, wenn nicht un.scrcn Söhnen und Töchtern eine würdige Erziehung gegeben wird. Palästina wird nicht unser sein, wenn wir nicht die Kulturträger sein werden. Es ist merkwürdig, daß wir schon zu einer Zeit, da es nur SO000 Juden im Lande gab. 13 000 jüdische Kinder in unseren Schulen hatten, ebenso viele wir jetzt bei 12"j ODO Juden. Wo .sind die Kinder? Es ist Pflicht der Organisation, der Leitung der Erziehung, den ihr gebührenden Platz einzuräumen. Wie Palä.stina nicht ohne Lr/iehung gebaut wird, so wird es auch nicht ohne Religion und Thora gebaut werden. Der Redner wendet sich sodann gegen die Art, wie in den allgemeinen Schulen Unterricht in der Bibel erteilt wird. Der Sozialismus habe seine antireligiöse Tendenz beibehalten. Diese Spuren der Assimilation müssen ausgemerzt werden. Der Redner schließt mit dem Wunsche, der Kongreß möge nicht vergessen, daß die Bibel cine^roßc politische Macht bedeute, eine Macht, die uns bei der Durchsetzung unserer Forderungen sehr weit unterstützt habe. Nut mit ihrer Hilfe seien wir erlöst worden. Sechzehnte Sitzung Sonnabend, 20. August, abends. Die Kul tu r d r bat t e wird fortgesetzt Er. sprechen Rabbi A m i e I (Misrachi, Antwerpen), Dr. Mossinson (Tel- Awjw), sodann Dr. Klee (Berlin): Der Bedeutung des Erzichungswesens ist sich jeder bewußt. Es muß an die Lesung des Problems der Budgcticrung des Erzichungswcscns herangetreten werden. Alle sind sioh einig, daß das Schulwcrk bei der Zionistischen Organisation zu verbleiben hat Im Rahmen des zionistischen Budgets kann die Erziehung nur einen proportionalen Teil ausmachen. Wir müssen daher darangehen, für da.s Erziehungswesen neben dem Budget ein Zusatzbudget zu .schaffen. Es möge sich hier wiederholen, was in unserer allgemeinen Politik auf der Tagesordnung steht: Heranziehung anderer Kreise. Wir müssen die Diaspora zu dieser Arbeit organisch heranziehen. Man muß zuerst an die Großgemeinden und später an die kleineren herantreten und durch systematische Arbeit es dahin bringen, daß es keine jüdische Gemeinde gibt, welche für das Erzichungswcrk in Erez Israel nicht Beiträge zur Verfügung stellt. Es sprechen ferner Rüben Brainin (New-York), Rabbi Fisch mann (Misrachi) und Rösenbeck (Polen"), der folgende Beschlüsse der .Lehrerschaft dem Kongreß zm Kenntnis bringt: Die Wcltlchrcrkonfcrenz, an der sich Vertreter folgender Länder beteiligt haben: Palästina, Oesterreich, Amerika, England, Bulgarien; Deutschland, Tschcchoslovakci, Griechenland, Litauen, Polen und Rumänien, sieht es ah Notwendigkeit an, nachdem sie über den Stand der Erziehurigsfrage in allen Ländern verhandelt hat, ihre Meinung über die Erziehungsarbeit in Palästina von der Kongreßtribüne aus in folgenden Punkten auszudrücken: 1. Die Konferenz ist überzeugt, daß die hebräische Schule in Palästina der wichtigste und hauptsächlichste Faktor ist zur Eingliederung der Alijah und zur VtTwischung der Unterschiede zwischen den verschiedenen Teilen des Volkes, die aus dem Gallith in ihr Heim zurückkehren, zur Vereinheitlichung der Sprache und zur Schaffung des hebräischen Charakters für das hebräische Volk in Palästina. Daher soll die Erziehungsarbeit einen der wichtigsten und integrierenden Bestandteile der zionistischen Arbeit bilden, Für die die zionistische Leitung verantwortlich ist 2. Die Konferejiz fordert mit allem Nachdruck von der Zionistischen Organisation eine erweiterte Erziehungsarbeit im Lande in Anbetracht des wachsenden Alijah-Stromes, um dessen Bedürfnisse zu befriedigen, indem sie das Erzichungswcrk und dessen Institutionell ausbaut 3. Da die Erziehungsarbeit ein Lcbcnsiiiicrcssc für das Land besitzt, erscheint es notwendig, daß es innerhalb der Ealästiiicnsischcn Exekutive ein Mitglied gebe, das für die rzichungs- und Kulturarbeit verantwortlich ist Der XIV. Kongreß verkündet noch einmal mit allem Naclidruck die unbedingte ^c^eed^«^ dcß den fö&Sscb&a; den Jaden die hebräische Sprache die herrschende sei, und fordert von der Exekutive und den Landesparteileitungen, ein besonderes Augenmerk der Tarbuthorganisaiion in den Galuthlandcru zu schenken. , Der Kongreß fordert von der zionistischen Leitung alles, was in ihren Kräften' ist, dazu zu tun, daß die Zeitung „Hajom", die die jüdischen Massen im Geiste der hebräischen Kultur und des jüdischen Nationalismus erzieht, sich gedeihlich entwickeln kann. Es tritt hierauf eine cinstündige Pause ein. Die Beilegung der Krise Die um 10 Uhr unterbrochene Sitzung wird um 11 Uhr wieder aufgenommen. Das Wort erhält der Vorsitzende des Pcriuancnzausschusses Ab. Goldberg (Ncw-York\ der mitteilt, daß der Pcrmancnzausschuß nach längeren Beratungen und nach Anhörung der Vertreter aller Landesverbände, Föderationen und Fraktionen in seiner weitaus überwältigenden Mehrheit zur Ucbcrzeugung gelangt sei, daß ein weiteres Verbleiben Prof. Wcizmanns und Nahum Sokolows an der Spit/e der Organisation im unbedingten Interesse des Zionismus liege. Der Pcrmancnzausschuß schlage daher dem Kongreß die Annahme . folgender Resolution vor: 1. Angesichts der Erklärung, die vom Präsidenten der Organisation im Namen der Exekutive abgegeben worden ist, hat der Pcrmancnzausschuß nach Anhörung der Vertreter der Kongreßgruppierungen mit weitaus überwiegender Majorität festgestellt, daß die Deklarationen und die Abstimmung zum Absolutorium vom 26. August keinen Anlaß zur Rücktrittserklärung der Exekutive vom 27. August geboten habe. 2. Der Permanenzausschuß hat vielmehr mit weitaus überwiegender Stimmenmehrheit festgestellt, daß die weitere politische Leitung der Organisation durch die Herren Prof. Dr. Chnjim Wcizmann und Nahum Sokolow im unbedingten Interesse des Zionismus liegt, und fordert wc auf, an der Spitze der Bewegung zu verbleiben. Bei der A b s t i m m u n g sind für Annahme der Resolution 217 Delegierte, dagegen 15 („Radikale"), während 18 (Poalc Zion) sich der Stimme enthalten. Der Kongreß bereitet Wcizmann und Sokolow stürmische Ovationen. Hierauf gelangt zur Verhandlung der Bericht der politischen Kommission über Jcwish Agcncy Der Vorsitzende der politischen Kommission, Morris Rothenberg (New York), erstattet das Referat über die Frage der Jcwish Agcucv und legt den Antrag der Konimission vor. Es werden hierauf eine Reihe von Amendements eingebracht und begründet. Der Kongreß beschließt, sämtliche Amendements dem A.-C. zur Entscheidung zu überweisen. Sodann wird der Vorschlag der Kommission mit 173 gegen 30 Stimmen zum Beschluß erhoben. Er lautet: Der Beschluß über Jewish Agcncy In der Erkenntnis, daß es wünschenswert ist, eine wirksamere Zusammenarbeit aller Juden herbeizuführen, die gewillt sind, an dem Wiederaufbau des jüdisch-nationalen Heinis in Pallistina Im Geiste der Balfour-Dcklaration und des Mandates teilzunehmen. und in der weiteren Erwägung, daß zu diesem Zwecke erwünscht ist, die Grundlage der Jcwish Agcncy zu erweitern, und in der weiteren Voraussetzung, daß bei jeder Maßnahme als unverrückbare prinzipielle Grundlagen gelten sollen: a) dauernde Verstärkung der Alijah; b) Auslösung des Bodens als Volksbesitz; c) landwirtschaftliche Kolonisation auf Grund der jüdischen Arbeit; d) hebräische Sprache und Kultur crkllirt der Kongreß folgendes: Resolution 1. Der Kongreß würde begrüßen die Errichtung eines Councils der erweiterten Jcwish Agcncy in Palästina unter folgenden Bedingungen! u) Der Council der Jcwish Agcncy, welcher, wenn vollständig, aus ungefähr 150 Mitgliedern bestehen soll, soll zur Hüllte aus Vertretern der Zionistischen Organisation zusammengesetzt werden und zur anderen Hälfte aus Vertretern jüdischer Gemeinschaften aus verschiedenen Teilen der Welt. b) Die Methode, durch welche die verschiedenen Gemeinschaften ihre Vertreter bestellen werden, soll in jedem Falle durch Ucbcreinkommcn gemäß den örtlichen Verhältnissen festgestellt werden, und soll soweit als möglich die Form demokratischer Wahlen haben. c) -tp *.rt der Sitze, die anderen Körperschaften als der Zionistischen Organisation zugesprochen wurden, sollen für die Juden der Vereinigten Staaten reserviert werden. d) Die Verteilung der übrigen Sitze, soweit sie nicht der Zionistischen Organisation zuerkannt sind, soll durch Ucbcreinkommcn zwischen der Zionistischen Organisation und den verschiedenen in Frage kommenden Gemeinschaften geregelt werden. c) Die Mitglieder der verschiedenen Organe der Jcwish Agcncy können in ihrer Abwesenheit nur durch ständige Ersatzmitglicder vertreten werden. Resolution 2. Bis zum Zusammentritt des nächsten Zionistcnkongresscs werden die zionistischen Vertreter beim Council bestehen aus den Mitgliedern der Exekutive und des Aktions-Comites, zusammen mit weiteren Vertretern in solcher Zahl als jeweilig erforderlich sind; diese letzteren sind in gemeinsamer Sitzung der Exekutive und des Aktions-Comites zu bestimmen. Der nächste Zionistenkongrcß bestellt die zionistischen Vertreter beim Council durch direkte Wahl. Resolution 3. Der Kongreß autorisiert die Exekutive, mit der Richtung des Council auf dieser Grundlage vorzugeben und eine Versammlung des Councils einzuberufen zur Beratung zur Annahme einer Verfassung, welche den Charakter eines Ucbcrcinkommcns zwischen der Zionistischen Organisation und den betreffenden jüdischen Gemeinschaften haben soll. Diese Versammlung soll jedoch nicht einberufen werden, bevor die Exekutive verständigt worden ist, daß außer den Vertretern der Zionistischen Organisation, nicht weniger als 50 Mitglieder des Council bestellt wurden, die mindestens sechs Länder vertreten. Resolution 4. Der Kongreß ersucht die Exekutive, dafür Sorge zu tragen, daß die in Resolution 3 erwähnte Verfassung eine Bestimmung enthält, wonach diese Verfassung zunächst für einen Zeitraum von 3 Jahren vom Tage ihrer Annahme im