Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 68 (28.8.1925)
- Date
- 1925-08-28
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 582 JUE0ISCHE RUNDSCHAU Sie darf keine reine Transportgesellschaft sein, sondern muß auch auf die*soziale Gesundung des jüdischen Volkes bedacht fein. Das gegenwärtige Dudlet reicht für die vierte Alijah in keiner WrUe aus. We Landwirtschaft Ibt durch die Kürzung des Budget schwer in ihrer Entwicklung gehemmt Vörden. Die Mittel des heutigen Budgets genügen in keiner Weise. Die Landwirtschaft ist die Grundlage aller anderen kolonisatorischen Arbeiten. Die jüdische Arbeiterschaft sieht in den Menschen des Mittelstandes, die sich der Landwirtschaft zuwenden wollen, keine Konkurrenzen, sondern nimmt sie mit offenen Armen auf. Für die Ucbcrlcitutig dieser Elemente in die Landwirtschaft müssen die Mittel aufgebracht werden. Die allgemeine Arbeiterorganisation hat die religiöse Arbeiterschaft in der letzten Zeit furchtbar verfolgt. Der misrachistischc Arbeiter . bat sie schlecht behandelt. Die religiöse Arbeiterschaft kann der Histadruth nicht angehören, denn diese ist eine politische Organisation. Auch der Ha;»ocI Hamisrachi hat das Ideal der Arbeit, aber dieses Ideal, ist ein individuelles. Es ist bedauerlich, daß die zionistische Kolonisation heute zu einer Fiktion geworden ist. Es kolonisiert die allgemeine Arbeiterorganisation und die zionistische Leitung gibt nur das Geld her. Wenn mit den Jablonacr Chassidim von den linken Parteien Politik getrieben wird, so müssen wir darauf hinweisen, daß es cin/lg der dreißigjährigen Arbeit des Misrachi für die zionistische Idee zu danken ist, daß die chassldischcn Juden nach Palästina gegangen sind. Der Misrachi fordert die Gleichberechtigung aller Klassen und die Freiheit der jüdischen Arbeiter. Erez.-lsracl wird jüdisch sein, wenn es ein freies Ercz-Isracl sein wird. Dr. Kahan (Ungarn) weist darauf hin daß neben Sow-; e t - Rußland Ungarn heute das einzige Land ist, wo der Zionismus verboten i*t. Diese traurige Lage ist auf eine Intervention der offiziellen ungarischen ludenbeit zurückzuführen. Ich erachte es als meine Pflicht von dLscr Tiibünc aus öffentlichen Protest zu erheben gegen dieses verräterische Vorgehen von Leuten , die sich als offizielle Vertreter der Judenheit zu repräsentieren erkühnen. Es ist sehr traurig, daß in einer Zeit, da, in Ungarn der numerus clauju* herrscht, sich Juden finden, Präsidenten von Kultusgemeinden und Landeskanzielen die sich erkühnen, gegen einen Teil der Juden, welche für das Judentum arbeiten, Stellung zu nehmen. (Stürmisches Pfuirufen.) Ich hin trotzdem der Meinung, daß auch in Ungarn eine Zeit kommen wird, wo eine Betätigung für das Palästiiiawerk möglich sein wird. Ungarn zahlt heute noch beinahe eine halbe Million Juden, die kulturell, wirtschaftlich und politisch sehr hoch stehen. Wir dürfen auf sie nicht verzichten. Es mehren sich die Anzeichen der Besserung Leitende Männer» wie der ehemalig« Minister Vazsonyl haben die Erklärung abgegeben daß es eine Pflicht der gesamten Judenheit is-t. um Pala'stinawerk mitzuarbeiten. Ich hoffe, daß bald auch die ungarische Judenheit den ihr gebührenden Platz innerhalb der Weltjudenheit einnehmen wird Felix Rosenblüih (für die freie Zionistische Vereinigung) begrüßt es, daß Schocken über die Arbeiterwirtschaft gesprochen hat. Wir halten die Arbeiterwirtschaft für einen tragenden Grundpfeiler des palästinensischen Wirtschaftsgebäudes, und glauben, daß die freigcwähltc Einwanderung nach Palastina. die nicht unter ökonomischem Druck erfolgt, sondern Ausfluß einer sittlichen zionistischen Tat i<t, allein die Gewährdafür bietet, daß für unser Werk auch in ungünstigeren Zeiten die geeigneten Menschen zur Verfügung stehen werden. In der Arbeiterschaft seihst ist der Geist der Selbstkritik und Selbstkontrolle hinlänglich ausgebildet. Dennoch begrüßen wir es, daß dieser Geist der Selbstkritik ergänzt und angeregt werden soll durch die kritische Beratung eines Mannes, von dem wir glauben, daß er konstruktive. Wirt- RcliafMüV.vcr-QualitätCii nach Palästina mitbringt. Ueberau* in Palästina treffen sich wirtschaftliche und nichtwirtschaftliche ErwäRunfccn. Ihren Ausgleich schöpferisch zu gestalten, macht gerüde die Ei^c lart der zionistischen Leistung aus. Schocken hat hier das richtige Wort von Druck und Gegendruck geprägt. Daraus können die neuen Wirtschaftsformen in Palästina hervorgehen. Was wir heute wollen, ist ein Zusammenwirken der Arbeitetinstan/en mit einer aktiven, stA.ken, in der Gestaltung der Wlrtschaftsvcrha'ltnisse schöpferisch eingreifenden kolonisatorischen Zcntrallnstanz. t>as Gleichgewicht der Kräfte wird nicht durch eine Schwächung der Arbeiterinstanzen, sondern durch eine Stärkung der Zcntralinslanzen hergestellt werden. Ucber die Einzelheiten der Vorschlüge wird In den Kommlsnonen zu sprechen sein. Aber Im ganzen glauben wir, daß Schocken uns einen Weg gewiesen hat,, der tu.s in Palästina vorwärts führen wird. N«igpr (Wcstgali/icu) erklärt, daß die wichtigste Auf* pbc des Zioni-nius die Schaffung einer jüdischen Mehrheit in Palästina sei. Zurrcit werden nur ienc Teile der Aljjah kontrolliert die auf Zcrlilikatc einwandern. Es wird Aufgabe des XIV. Kongresses sein, Mittel und Wege zu finden, durch die die nich t rc gu 11 c rt c Alijah in das Wirtschaftsleben Palästinas eingegliedert werden soll. Wir müssen aber auch an jene Zeit denken, die eintreten kann, wo die Einwanderung eingestellt werden müßte. Es muß v?rgcarbeltct werden, daß dann keine Krise im Lande Eintrete, denn sie könnte dem Zionismus gefährlich werden. *ir müssen eine Reserve schaffen, z. B. für jene Zelt, wo Hunderte von Bauarbeitern infolge Einstellung der Bautätigkeit arbeitslos werden. In den Machlakoth Awodah wird von den Linken Agitation und Politik getrieben. Jeder, «er für Palästina arbeitet, muß als Chjiluz bctrachtet werden. Im Palästinaamt müssen alle Zionisten vereinigt sein, und darf bei Verteilung der Zertifikate "'Cht auf Gesinnung gesehen werden. Wir verlangen von oen ]inkcn Parteien, die ich hochschätze, und die doch Partcicn der Freiheit s!nd„ Freiheit. Der Fraktionsschekcl JuB abgeschafft und ein allgemeiner Schofcci ein- »efuhrt werden. Dr. Nahum G o 1 d m a n n , (radikale Zionisten): Wir 'r«vicn uns, daß Dr. Welzmann in der Frage des Palästinajuiöaus ,cirie so klare und eindeutige Stellung eingenommen nat. Die zionistische Öffentlichkeit darf nicht den Eindruck °avon tragen, als ob Acndcrunrcn an Budgetposten auf einen jjwa eingetretenen Systemwechsel zurückzuführen seien. Die ^rmzipien der Kolonisation müssen unverändert diejclban bleiben, und es besteht keine Notwendigkeit '»r einen neuen Kurs. Die Wahl eines Nachfolgers für Dr!yj[PP>n darf keinen Syttcmwechtcl bedeuten! zin'les Sutern beruht auf drei großen fundamentalen Prinerstens-dem P.iiuip einer »dürfen, einheitlichen ziowuschen Leitung des Aufbauwerkes; iweitens, daö unter einer starken Leitung nicht die Einführung eines administrativen Systems verstanden wird, die Palästina aufbauenden Menschen dürfen nicht ,I,v. Gefühl haben, daß tlr Olijrkt und nicht Subjekt einer KoloiibatloiisgcsclUiiaft seien, und drittens muß bei der Eroberung des Landes der Geist des Pionlcrtums weiter erhalten bleiben. Ohne sonst mit Ja bot ins ky einig zu gehen, stimme ich semer Erkenntnis zu daß für dieses Werk entscheidende politische Voraussetzungen erfüllt sein müssen. Es ist unmöglich, das Aurbauwerk als eine rein ökono in isch c u n d soziale Aufgabe hinzustellen. Unser Präsident hat hier zwei politische Systeme gekennzeichnet: das einer jüdischen Staatskunst und eines von angeblich assfrn hertert Menschen; das ist eine verzerrende Antithese. Wir alle sind dafür, daß mit jüdischen Mitteln Politik getrieben wird und vertrauen auf das Recht. Aber eine schlechte Kon unk tu r erfordert doppelte Aktivität. Weizmann macht aus der Not eine Tugend. Er baut auf der ungünstigen Konjunktur die Weisheit eines Staatsmannßtunu als ideales Vorbild auf. Das Prinzip, aus der Not eine Tugend zu machen, ist vielleicht assimilierter, als unsere Forderung, in schlechter Konjunktur mit verdoppelter Kraft zu arbeiten. Nach dem Mandat hat die Mandatarmacht die jüdische Kolonisation schöpferisch zu fördern. Wir verlangen für unsere Exekutive, daß sie die Schaffung einer derartigen Administration in Palästina nachdrücklich verlangt. Keinen Teil von Wuzmaiins Rede bedaure ich so sehr als den Ausspruch, wir wollen England einreden, Palästina hätte strategische Bedeutung. England einreden wollen, Palästina hätte absolut keine strategische Bedeutung — was ist das für eine Politik' Aus ethischen Gründen hätte es nicht Fcldmarschall PI um er nach Palästina geschickt. Wir können es nicht zulassen, daß vom Kongreß die Parole ausgeht, wir hätten die Jcwish Agcncv verhindert. Nie hat ein Präsident der Zionistischen Organisation ein so willfähriges Aktionskomitee gehubt als Wcizmann. Die Schwierigkeiten liegen drüben, wie Dr. W i s c gesagt hat. Vor zwei Jahren sagte Weizmann, wir können nicht'warten, und heute schloß er seine Rede mit den Worten, wir sollen nicht eilen. Ich will diese zwei Mahnungen nicht gegeneinander ausspielen, aber vielleicht sind sie ein Beweis dafür, daß das Gefühl für das richtige Tempo nicht bei der Leitung ist sondern bei jenen, die vor zwei Jahren die gleichen Prinzipien vertraten und das gleiche Tempo verengten wie heute. H .i r / f c 1 d (Palästina, Poale Zion) polemisiert gegendie Aufstellung von Dr. Halpcrn. Er lütte darauf hinweisen müssen, daß, wenn man eine Familie ansiedelt, zwei oder drei Familien daneben existieren können. Er bekämpft die Tendenz Halpcrns, die Industrie aut Kosten der Landwirtschaft zu entwickeln und beklagt es, daß weder Industrie noch Landwirtschaft genug Kredite in Palästina bekommen haben. Wir müssen dort fortfahren, wo wir begonnen haben. .Die Anclo-Palestinc Co. hat nichts getan, um das Rutcnbcrg- Projekt zu fördern. Die längst beschlossene Schchunath Owriim ist nicht verwirklicht worden. Redner bekämpft Herrn Schocken und beklagt es als einen Niedergang im Zionismus wenn anstelle Ruppins Schocken oder Halpcrn treten würde. In der Aufstellung des neuen Budgets ist ein gewisser Fortschritt zu verzeichnen, aber auch das neue Budget kann den Bedürfnissen der Alijah nicht genügen. 25000 £ für die Industriebank bedeutet eine Lappalie. Die Arbeiterschaft kann auf frt Siedlung*punkte, auf die Baukooperative Sole.l Bönen, auf die Konsumgesellschaft Maschbir und die Arbeiterbank hinweisen. Unsere Leistungen müssen von rechts und linas anerkannt werden. Zum Schluß bedauert Harzfeld, daß der Kongreß sich noch nicht mit der Lage der Zionisten in Rußland befaßt hat, um den tausenden russischer Chaluzim die Auswanderung nach Palästina zu ermöglichen. Die rcntrale Frage darf nicht die der Geldvertcilung, sondern jene der Gcldaufbringung sein. Lcvitc (Polen, Eth Liwnoth): Ich will versuchen, die Fragen aufzuwerfen, auf welche der Kongreß antworten soll. Es sind dies erstens, wie soll der weitere Aufbau In Ercz- Israel vor sich gehen? Zweitens: Wie kann man die große Immigration regulieren? Drittens: Wie kann die Zionistische Organisation beeinflussen was außerhalb der Zionistischen Orcanisation gemacht wird? Mit einem Budget von 500GVK)£ können wir Erez.-Israel nicht aufbauen, so wie es die Verhältnisse verlangen. Beim Aufbau Palästinas gibt es für uns nur ein Postulat: wie weit hilft uns der oder jener Weg zur Schaffung der Majorität im Laude. Wir werden dieses Ziel nicht, erreichen, wenn Erez-Isracl unter dem Gesichtspunkt einer Klassentheorie aufgebaut werden .soll. Die Zionistische Organisation Ist nichts wie eine Zentral k a s s c und hat keinen Einfluß auf den Autbau selbst. Bei aller Hochachtung und Liebe für Ruppin kann ich nicht sagen, daß uns dieser beweisen konnte, d:iß das System, nach welchem wir diese 18 Jahre kolonisiert haben, das richtige war. Dr. Halpcrn hat von den eisernen ökonomischen fie.-.etzen gesprochen. Seine Mfinuii}jcn decken >ich mit den Meinungen der Gruppe Eth Liwnoth. Aber er hat aus seiner Rede nicht die nötigen Konsequenzen gezogen. Richtig ist Hcrzls Wort, daß die Zionistische Organisation nicht Dinge, sondern nur Bedingungen schallen kann. Das Budget ist nicht dazu da, eigene Kolonien zu Schäften, höchstens Musterkolonieu, sondern um die. Bedingungen zu schaffen wie Trockenlegung, Bewässerungen, Sanierungen, damit Kolonien entstehen können. Wir wollen eine objektive Beurteilung der bisherigen Kolonisationsarbeit, aber nicht eine Verdrängung der Arbeiter. Bei Euch von der Linken ist das Kriterium für einen Fachmann die Tatsache, daß er Mitglied Eurer (kuppe ist. Nun zur zweiten Frage der Beherrschung der Immigration. Haltet Ihr uns alte Zionisten für so naiv, daß wir den Galuth nach Ercz- Israel hinüberbringen wollen? Auch wir sagen, man muß die Immigration regulieren. Aber so, wie wir es verstehen, und nicht nach dem Examen der Machlakah Awodah. Das Recht auf Immigration und das Recht auf Arbeit hat Jeder produktive Mensch. Redner wendet sich gegen die Wcitcrbclassuug Prot. Picks aut dem Posten des Immlgrationsleitcrs, da er zur Leitung dieses Amtes nicht befähigt sei. Es sei «.ymptomaiiseb. daß dieses Amt auch bei einer Alijah von 3000 Personen monatlich nur aus zwei Menschen bestehe. Auch die Palästinaämter werden vom Klassenstandpunkte geleitet, ebenso die Arbsifsämtcr. Wir haben zu Viel Autonomie. Autonomie, selbst im Gesundheitswesen und der Kulturarbeit. Seit wann hat die Arbeiterschaft eine besondere Hygiene? Die Exekutive muß im Sinne der Majorität des Kongresses arbeiten und Fachleute berufen. Ich möchte wünschen, wir hätten einen Diktator der Kolon isation. Wir nahen ihn nicht* deshalb müssen wir einige Menschen mit dieser Auigabe betrauen. Geben Sic. ihnen carte blanche für zwei Jahre und nachher Können Sic herkommen und kritisieret. Zur Frage der Agency, muß ich bemerken, daß wir mit aller Gewalt Menschen heran yehen müssen denn mit einem Budget von 500000 C können winicht* .Infanten. Schon die. Konstitution de* Kercn fia«c<iod twinfil -itf dazu Wir haben bisher die andere .alfte nicht einberufen ins Direktorium, das ist aber ein Fehler Wir müssen überall die produktiven Kräfte des jüdischen \Ät i zur Mitarbeit heranziehen. Edmund Rothschild an den Kongreß. Präsident S o k o 1 o w bringt folgende von Baron schlld eingelangte Depesche zur Verlesung, die in dcut*,f Uebcrsctzung läutet: *; „Weizmann, Sokolow, Zionistcnkougrcß Wien! j Ich danke Ihnen für die mir im Namen des Konjrt! übersandten Wünsche. Ich bewundere die ungc;r" Arbeit, die vom Zionismus geleistet wurde und <j,.'-i; dem Ewigen, daß er mich an meinem Lebensabend'"' Wiederbelebung Israels im Lande unserer Almen s,. '■ ließ. Uebcrmittcln Sic der hohen Versammlung Wünsche anläßlich des XIV. Kongresses." j Fisch mann (Amerika) erklärt, daß die Amerik«-' in der Frage der vierten Alijah weder rtchts no.. links stehen, sondern in der Mitte und bedauern, v•• keiner Seite verstanden zu werden. Goidmann hat,, gefährliches Wort von einem neuen Kurs in ur.y~. wirtschaftlichen Politik geprägt. Diese Parole kann t;.'. Großteil der Immigranten schädigen. Wir können r auf der einen Seite die Vcigrölkrung der Kercn Ihjc,'-, Einnahmen in Amerika wünschen und auf der anderen $. solche Enunziationeu von der Kongrcßtn'büne vcrbrc-iV Die Eingänge des Kercn Hajessod in Amerika rühren h.vr sächlich vom Mittelstände her. Wir hatten oft in Arne:., den Eindruck, als würden die Mittel einseitig \(, wendet, z. B. im Falle der Handwerke.fbar., Jede Alijah wird autizioui&tisch werden, wenn wir mC r' berücksichtigen. (Zt.r l inken gewendet): Wenn Sie in \\. Politik fortfahren werden, so besteht die Gefahr, djß ( Mittelstand fordern wird, alle durch ihn aufgebrachten ,V," nur für den Mittelstand zu verwenden. Die Amerika sind der festen Ucbcrzcusung, daß die Jcwish Age-"; in der kürzesten Zeit eine Tatsache , / wird. Schädigen Sie nicht die Kercn Hajessod-Arbeit <!;• Ausgabe neuer Parolen. Die vierte Alijah kann noch? Segen für den Aufbau werden. Reines (Palästina, Poale Zion): Es i-t £vu f.-, zu sagen, daß die Linke gegen die vierte Alijah ist. die Frage, ob man helfen, sondern wie man helfen •/ darüber sind die Meinungen verschieden. Eine st.v: des neuen Jischuw würde ergeben, dali SO °.. Arbo,' demente, l °b Spekulanten und 15 °> vermögende Elcr.esind. Diesen 15 r'o wird die geplante Industriebank r.: belfcn. Sie brauchen die Hilfe der Bank nicht. Die; Spekulanten, die verdammen wir ja alle. Hnd die Arbeiter beschäftigen uns genau so wie Furh. Supra<; hat berechnet, daß der jüdische Arbeiter 2 Millionen mehr gekostet hat als der nichtjüdischc. Dem ^cger. hat der Misrad Laawodoth Ziburioih Aufträge im Bc*t: von 1 Million C, darunter eine Vicrfclmillion Rcgirri:-; arbeiten mit Chaluzim (also ungelernten Arbeitern) tgeführt und dabei einen Reingewinn erzielt. Dr. Rupp hat für den wirtschaftlichen Aufbau ebenso viel jjet; wie Weizmann für die Politik. Mit Bucnha'r kann man das nicht machen. Er hat den Weg für i privaten Bodenkauf und für Privatinitiative freigemacht. I jüdische Arbeiter ist ohne Organisation nicht zu \u'- Ohne seine Histadruth werdet Ihr ihn nie bekommen. (Zur Rechten gewendet): Wir mach Streiks, Ihr Streikbrechcrci. Ihr wißt es n: zu schätzen, daß ihr eine Arbeiterschaft habt, wtkhe der nationalen Bewegung zusammenarbeitet. Die Einwa-.; rung, die Verwurzelung der Einwanderer mit deni Uz ist eine national-soziale Frage. Die jüdische Arbcitcr.ir in Palästina hat für die politischen Forderungen der! wegung mehr Verständnis, als Jabotinsky für das so:;; menschliche und nationale Wesen der Bewegung. Wit mu-' den jüdischen Arbeiter nehmen, so wie er ist, mit sc;: Natur, seiner Intelligenz, seiner Familie und seinen Bcd: nissen. 14 fahre laug hat der Zionistcnkongrcß Verstand dafür gehabt, jetzt scheint sich die Situati; geändert zu haben. Ich kann nicht von Jourualiv aus Polen oder Amerika verlangen, daß sie dies versieh aber von Halpcrn und Schocken muß ich verlangen. Zwischen uns und dem Mittelstand.; produktive Arbeit will, gibt es keine trennende U'a: Redner beklagt es, daß ein Budget für Schchunoth Hacm'i schon zum dritten Male bewilligt wurde, ohne daß Geringste geschehen wäre. Ussischkin und t'A Kercn KaJcmeth haben kein Verstand:* dafür, daß man den in der Stadt Wohnenden ein kirr : Stück Boden geben müsse. 2 Millionen £ luhm wir » Palästina verloren, weil wir Bodcu nicht rechtzeitig 'A kauft haben. Vor zwei Jahren hätten wir 5 £ pro Unzahlen müssen, und jetzt 15-20 £. Wir bekämpfen S<^ \ nicht, weil er Agrikulturiiidustric für Export schaffen j wir halten es aber für wichtiger, zunächst unseren eitf'"i Markt zu versorgen. Halpcrn bat in Wirklichkeit \i-!'| die. Privatinitiative «ct.iu, und beschuldigt sich i.i,''..v... i aber die landwirtschaftlichen Arbeiter haben das Rc-s Kredite zu bekommen wie jeder andere. Auf unse:j Autonomie werden wir nicht verzichten. E ■ Ü es wäre ein falscher Schritt, wenn man sie uns mit üc\- j nehmen wollte. Wir sind ein lebendiger Organismuu \ sind nicht die eisten und unfähigsten' im jüdischen v \ Wir können uns Ihnen vollkommen gleichstellen. j Wassermann (Hapocl Hamisrachi, Palästina): ist hier der Vorwurf gefallen, daß der Hapocl Harr.is:^; Streikbrecher treibt. Ich muß namens des Hapocl Hac:; rachl erklären, daß wir es für eine falsche Bc^civc.ldi:-": halten. Ich überlasse das Urfeil darüber dem Kon;"' und muß im Namen des Hapocl Hamisrachi crkUen, ä>- wir dieses Verhalten, solange keine Tatsachen beigebra: werden, für eine Verleumdung halten. Präsident Motzkin: Ich rufe Sie wegen dieses Abdruckes zur Ordnung. Rem es: Ich will nur eine persönliche Bemerk:' machen. Im Kongreß ist gesagt worden, ich habe es ^: in meinem Notizbuche vermerkt, daß die jüdischen Arisch tagtäglich Uebcrfällc machen. Ich habe hier rc.wrt. der Hapoel Hamisrachi eine Streikbrecherpolitik fuhrt. :* sich in den verschiedenen Fällen manifestiert von Anfa. bis Ende des Jahrci. Ich bin bereit, vor einer beso: deren Kommission die Sache testzustei^' Der Misrachi ist st reikb rech e rlsch oneriert, und der Hapocl Hamisrachi ist sc" Instrument. Färbst eiu (Misrachi) gibt folgende persönliche tklärung ab: Es ist die BeschuIdigurTg gefallen, ich hü', gesagt daß die jüdischen Arbeiter UeT>erfiHe machen. j bitte das Präsidium, au Hand des Protokolls festzustf!^ j daß ein solches Wort nicht gefallen ist. Was den Aa:j druck: „Kostkinder" betrifft, so habe ich bereit«.;! der Permanenzkommlssion erklärt, in welchem Sinne H . « wort gebrautht habe. Ich wollte damit nicht v& 1 daß oie Arbeiter von uns anderen erhalten werden, **'! dem damit nur s0 etwas wie „Lieblingskinder" bezeichne I Es war .^olut nicht meine Absicht, irgend jemanden i* beleidigen. (Gelächter bei der Linken.)