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Jüdische Rundschau · 1925-08-28 · Heft 68 (28.8.1925) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 68 (28.8.1925)
Date
1925-08-28
Page
– (sequence 3)
Language
German
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JUEDISCHE RUNDSCHAU, Seite 581 i jf,. Agcncy den konstitutionellen Weg gegangen, und es, dcr cs vcr"ind«rt hat. daß die Sache schneller :> - geht. Zuen-t verhindern Sic eine Sache, und nachher ) f -fn Sic rasche Resultate. Man versucht uns einzureden, i- '-'die Exekutive und auch ich jetzt schon glauben, die f i1 flCv sei gefallen. Wieder will ich Sic um. eine V;ofl ärmer machen. Wir haben den Standpunkt in der der Agency nicht geändert, werden ihn nicht ■i;^ und hoffen, diesen Plan auf dem it;j Kongreß durchzuführen. u ' Grün bau m warf mir Impressionismus vor. Aber 1 der hartnäckigste Mensch der Welt und ,, .'/cS jn diesen elf Jahren bewiesen. Wenn Sic Ihren ■ i ^chen Leitern die Möglichkeit geben würden, dauernd; Hondon zu sein, so würde Ihnen dieser falsche Eindruck rj. Impressionismus binnen 24 Stunden vergehen. Ebenso :iC:,r berechtigt ist der Vorwurf, daß ich oder meine Kollegen ^^Zionistische Organisation zerstört haben. Ich habe stets r:/.fn, vollblütigen, hundertprozentigen Zionis- ^ftxj 'getrieben und niemals ein Surrogat geboten. Gerade >il'" |jCgt vielleicht die kleine Stärke, die ich besitze. Wenn 'r£-baum mit dem von ihm gebrauchten Worte „Ugodah"; 'v..' Unterwürfigkeit oder Servilismus vorwirft, so verweise juf die Rede Allenbys in Jerusalem, woraus Sic die *:\„..crt entnehmen können, ob wir jemals mit einer Geste ' ^.r mit einem Wort die Würde des jüdischen Volkes nicht *y:fri haben. Aber cs gibt zwei Arten von Würde. Die < ist eine mechanische, die sich in Positur wirft, den :"'C;lsmann spielt, sich auf mystische Kräfte stützt, die man ^•"•'u besitzt und Einbildungen und Wahnvorstellungen schafft. l'•■; haben wir bewußt nicht getan. Denn damit erweckt man Vorstellung von politischer Charlataneric. 'K;{rc Staatskunst basiert auf dem Gefühle des Siebtes, die alles einsetzt im Moment, wo cs notwendig '■ ■'■> möglich ist, dieses Gefühl des Rechts auch bei anderen .' ,or/urufcn. Dieses Gefühl des Rechts, des Ernstnehmens ^'.■Schwierigkeiten, hervorzurufen, war im Falle General v >-:bys möglich im Jahre 1918 bei der Grundsteinlegung zur u ' itrsität. Das ist Würde in unseren Augen. Alles andere ist •-'j politisches Klischee ' Schablone, die von anderen Völkern erborgt ist. Ich bin ■ jüdischer Staatsmann, und Sie, (zu Grünbaum '.' icndct) sind ein assimilierter. .. Ben Gurion hat mit Recht einen Ton der Rcsig- ,!;ion in meiner Eröffnungsansprache konstantiert Aber „; er Ton der Resignation ist weniger abgestimmt, auf - '■;(, die ich infolge objektiver Schwierigkeiten nicht : :;hni kann, als darauf, daß wir nicht alle Möglichkeiten : Rahmen dessen, was in unserer Macht steht, erschöpft rn. Was das Erwachen des Ostens betrifft, so glaube ich, i gerade die jetzige Leitung sehr oft tauben Ohren geprec>.;: hat. :J Jean Fischer hat uns wieder einmal daran erinnert, ' ::i er einmal etwas gesagt hat Ich muß Ihnen wieder eine i -iion rauben. Das Weißbuch kann zu r: einem Blauwcißbuch gemacht werden. r nur durch Arbeit im Lande, «in anderes Mittel ' •! nicht. M e r e m i n s k y gebe ich zu, daß das Immigrauonsgesetz;.. "'> ideal ist. Aber gewisse Fortschritte gegenüber dem . 'i Gesetze sind doch gemacht worden. Mcreminsky hat ebenso wie Jabotinsky erklärt, die englische Rc- . '"^ baue sich in Palästina, eine strategische Posi- Jcn, ohne daß wir, die man ausnütze, ein Acquivalcnt :c "ilicn. Es gibt in England militärische Ex>erien, die bc-; rtcii, daß Palästina für irgendeine Verteidigung des bri- Imperiums ganz unmöglich ist Eine andere Schule v". daß die Positionen in Palästina einen Wert haben, ohne die Juden und ohne das Mandat wäre cs noch wertvoller. Ich gebe Ihnen jedenfalls den Rat, sich ' in die strategischen Fragen des britischen Imperiums 'Bieren. Aber cs gibt einen großen Wert, für den 'vielleicht einen Gegenwert in der geschichtlichen Ent- 'haben werden. Das britische Reich wird es in ' Zukunft sich vielleicht als ungeheures Verdienst zu- . ''ben, daß es versucht hat, eine Frage, die in der Richte der Welt als Symbol der Ungerechtigkeit im Sinne der Gerechtigkeit zu lösen. V;!'f ein strategischer Wert, der nicht in Heeren besteht nicht in Parlamenten ausgewertet wird, sondern von . teurer Bedeutung ä la Iongue ist. Aber das sind Werte, 4 ' in der Zukunft zu voller Geltung gelangen werden. Jarin liegt auch die y grundfalsche Prämisse ... tttzen Rede Jabotinskys. Man kann damit an- ■; daß zweimal zwei fünf sind, und nachher ein ganzes daraus durchaus logisch ableiten, aber — zweimal ':':,\*\ s'nd eben nicht fünf. Was Jabotinsky gc- ';'V,-nat» wäre glänzend anzuwenden, sagen wir, auf ein £ H'f Rhode sin. Aber t Palästina ist nicht Rhodcsla, . ^ran bleibt die Sache hängen. Es geht in der jüdischen ,;: nieder einmal eine Legende, daß Palästina eine un- 'i>-rC! McnSc Staatsländercien hat, aber sie sind eben »Y," LeSende. Es gibt keinen anderen Weg als, wie |v, 'Senkin sagt, den Boden in Palästina, de« wir brauchen, };;d!sc!icm Gcldc aufzukaufen und zu erlösen. Von Schutz- VsJ- ^'Crstchc ich nicht viel, aber es wäre gut, wenn?', 5'Schutzzölle nicht zur Grund lagcclnerW clt- \^hauung machen würde. Auf Schutzzoll in Palästina; > vielleicht Syrien ebenfalls mit einem Schutzzoll ant- _ ■^'■ < und man könnte auf der einen Seite verlieren, was ., ^'J' der anderen gewonnen hat. Man kann auch keinen \w) ^"führen, der nur zugunsten eines sehr kleinen; ^ricHcn Teiles der Bevölkerung gilt Die; 'n,e'he ist cjnc politische Frage ersten Ranges. * '<>;■,'langsame, systematische Vorbereitung. .Wenn jei^J^and glaubt, daß die Anleihe jemals den Kcren -auM crs*tzcn wird, dann gibt er sich einer bitterer. "v*n .nS hin. Gerade um die Anleihe zu bekommen, ' *c Einnahmen des Kercn Hajessod und des Kcren ■ 4^cth lag zu Tag gesteigert werden. Der Schlüssel zur Situation liegt darin, in der wirklichen Freundschaft und Zusammenarbeit mit den Arabern, den Nahen Osten der jüdischen Initiative zu eröffnen; und dazu ist Palästina ein goldener Schlüssel. Palästina muß aufgebaut werden, ohne daß den legitimen Interessen der Araber ein Haar gekrümmt wird. Der Kongreß darf sich nicht auf platonische Formeln beschränken, sondern m u ß in die bittere Wahrheit beißen, daß P a1ä s t i n a nicht R h o d e s i a ist, sondern daß dort 600 000 Araber wohnen, die vor dem Rechtsgefühl genau so viel Recht auf Palästina haben wie wir auf unser nationales H c I m. Wir müssen Palästina nehmen, wie cs ist, mit den Dünen und Felsen, mit den Arabern und mit den Juden, so wie sie kommen. Das ist unsere Arbeit, alles andere ist gekünstelt. Es ist eine tiefe Kränkung gewesen, daß von dieser Tribüne das Wort „Kostkinder" über die Chaluzitn gefallen ist Jahrelang haben Sic alle den Chäluz zu Tode agitiert, unter Lob;rcsängcn erdrückt. Was ist dem XIV. Kongreß geschehen, daß man ihn heute in ein „Kostkind" verwandelt hat? Es erfüllt einem mit Schmerz, wenn man nach der achtzehnjährigen Tätigkeit eines R u p p i n kommt und sagt, alles, was Du getan hast, taugt nicht; ich bringe ein neues Rezept. Das sind Dinge, die durch das Experiment entschieden werden. Und wehe einem Experiment, wenn es Objekt einer parteipolitischen Konstellation wird! Auch Herbert Samuel soll nicht zum Objekt der Partei- Leidenschaften gemacht werden. Ich brauche Ihnen nicht zu sagen, daß ich ihn genau so hochschätze. Arlosoroff hat nur vom Herzen gesprochen, als er sagte, wir sollen alles tun, um die Kräfte Samuels für die Dienste des Zionismus zu bewahren. Er wird kommen und wird, wenn er sich ein Jahr ausgeruht hat, den gebührenden Platz in unsrren Reihen einnehmen. Aber erschweren wir ihm nicht den Weg durch unsere allzu süße Einladungen. Ich habe elf Jahre lang redlich versucht, zusammen mit meinen Freunden eine Art jüdischer Siaatskunst herauszubilden. Bis dahin gab cs nur Stadlanuth. Ein Stadion ist einer, der etwas verlangt, ohne die Sicherheit zu haben, cs durchzuführen. Und der keinen Gegenwert für das von ihm Verlangte anbieten kann. Wir haben versucht, den europäischen und amerikanischen Staatsmännern besonders dem verstorbenen Präsidenten Wilson dieses Gefühl des Rechtes, das in uns lebt und treibendes Motiv unseres ganzen Lel)cns ist, beizubringen. Es gab eine Zeit, wo dieses Gefühl den Staatsmännern verständlicher war. Die 14 Punkte waren Mittel im Kriege, ich hoffe, daß diese 14 Punkte auferstehen und in der Zukunft weiterleben werden. Dadurch war cs möglich, San Remo, die Balfour-Deklaration und all diese Dinge zu verlangen. Die 14 Punkte sind momentan mit dem Tode Wilsons vergessen. Aber es wird eine Zeit kommen, wo dieses Rcchlsgcfühl wieder lebendig werden wird. Dann werden wir wieder einen Vorstoß machen k önn c n. Bis dahin müssen wir diesen harten Wog gehen. Wer rinrn lrjrhlen We^, „derrch hnmclroh" vorzieht, der mag nach Uganda oder in die. Krim oder sonstwohin gehen. Wir werden diesen schweren, langwierigen, harten, tagtäglichen Kampf kämpfen müssen. In manchem werden wir siegen, in manchem unterliegen. Wir werden Stein für Stein in Palästina aufbauen, bis eine Zeit kommt, wo wieder ein Tribunal sitzen wird, vor dem man Forderungen in derselben Atmosphäre des Rcchtsgjrfühls, wenn ich auch nicht hoffe, auf denselben Grundlagen, wird formulieren können. Dann wird ihr zukünftiger Führer vor dieses Tribunal treten und wird sich stützen können auf geleistete Arbeit, wohl klein, aber gesund urd ehrlich und vollwertig. Auf diese Zeit müssen Sie warten. Mit Geduld, wie cs einer alten Rasse und einem alten Kulturvolk geziemt. Drängen Sie nicht auf Minutcncrfolgc, die ein Bumcrang sind, der sich gegen ihre eigene Arbeit nachher wenden kann. Ich kann nur diesen Weg gehen, denn er ist mir eingefleischt in meinen Glauben und in meiner Erfahrung. Wenn Sic einen rascheren wollen, dann werden Sic andere Führer erwählen müssen. (Stürmischer Beifall, das Haus erhebt sich.) Neunte Sitzung Sonntag, 23. August, abends. Glusker (Jcmcnitc) führt u. a. aus, daß die Jemeniten mm ersten Male vor dem Kongreß erscheinen, um ihre Klagen und Wünsche vorzutragen. Seit etwa -10 Jahren strömt die Einwanderung der Jemeniten nach Ercz-Isracl. Die sanitären Verhältnisse unter den Einwanderetn lassen viel wünschen übrig. Leider sei der Empfang im Lande kein brüderlicher; alle Institutionen treten den Jemeniten unfreundlich gegenüber. Sie werden mit sehr wenig Zertifikaten bedacht trotzdem die Auswandcrungsbcstrchung andauernd stark Ist. Glusker fordert im Namen der 11500 jemenitischer» Seelen Palästinas, daß der Kongreß die Vereinigung der Jemeniten als besondere V ö d e r a t i o n anerkennen und daß der jemitischen Alijah mehr Zertifikate zugeteilt werden. Den Olim soll die Quote von 8 £ für die* er.slc Zeit bis zu ihrer Einordnung für die Arbeit ausgezahlt werden. Besondere Arbcitsvcrmiltlungsämtcr sind für die Jemeniten einzurichten. Die Jemeniten sollen im Dort wie auch in der Stadt gleich allen anderen Elementen in nächster Zeit zur Ansicdlung gelangen. Detaillierte Anträge werden den entsprechenden Kommissionen überwiesen werden. Referat Schocken Uebcr Leitung und Verwaltung des Kolonisationswerkes. Die Aufgabe des Zionismus ist eine einmalige. Es handelt sich darum, eine neue Wirtschaft aufzubauen mit neuen Menschen auf neuem Boden unter Schwierigkeiten auf allen Seiten. In einer A.-C-Sitzung wurde der Antrag gestellt, auf die Liste des Budgets auch die Gelder zu setzen, die von durch uns angeregten Organisationen und Institutionen ins Land gebracht worden sind. So ganz mechanisch geht das freilich nicht, aber wir werden immer die Anreger solcher Kombattanten sein müssen. Wir müssen, abgesehen von der Privatinitiative, nach und nach alle Unternehmungen rfc zentrale Stelle in die Hajnd bekommen. Dies ist nicht möglich durch Politik, sondern durch eigene Leistung im Lande. Unsere Hauptaufgabe ist der Aufbau einer gesunden und rentablen Landwirtschaft und Ucberführmig dw Chaluzim zu produktiver Arbeit Das erste Problem ist die Schaffung einer Leitung. Bisher wählte der Kongreß eine ein Miniaturbild des Kongresses darstellende Leitung. Man wird auf das Prinzip der Expertenkommissionen zurückgreifen müssen. Sie schaffen eine Entlastung und entbinden von Verantwortlichkeit. Direkte Eingriffe des Kongresses sind für Palästina nachteilig; legitime Einflußnähme ist das Budget Die Vertreter der Arbeitcnvirtschait stehen in dauernder Berührung mit der Exekutive. Wesentlich ist, daß wir eine gebundene Exekutive vor uns sehen, die passiv bt; sie kann ihre Hauptfunktion nicht ausüben; den richtigen Gegendruck gcjjcn den Druck im Lande, wie dies in der ganzen Welt, und besonders in der Wirtschart, notwendig ist. Spezielle Aufgabe ist der Aufbau einer Landwirtschaft Wir können hier nur mit Rat und Empfehlung daneben stehen und sind nicht berufen, die agronomischen Probleme unserer Landwirtschaft zu behandeln. Das ewige Sprechen von einem Defizit ist unrichtig. Es wird außerordentliche und intelligente Arbeit gemacht Wir hören immer wieder, daß unsere Siedler hungern. Unsere Siedler müssen nicht hungern, sie haben ein Jahresbudget; wenn das doch geschieht, so muß ihr* Leitung oder eine andere Stelle große Fahrlässigkeit begehen. Das Problem des Kücheuweseiis ist noch nicht gelöst. Mau spricht jetzt viel von Lchrstadium und Reifcsta'dium. Wir haben in den Moschwc Owdim das unbestreitbar richtig« Prinzip der Awodah Azmith. Das Problem der Okkupationsperiode ist noch ungelöst. Wenn wir schweren Herzens dazu kommen müssen, neue Siedlungen nicht beschließen zu können, so liegt das darin, daß wir keine sichere Form der Okkupation haben. Prof. Mcad erklärte vor drei Jahren, es müßten bemittelte Landwirte kommen, um zu zeigen, was in diesem Lande möglich ist Es ist traurig, daß wir im ganzen Lande solche Siedlungen nicht haben. Jetzt haben wir wohl bemittelte Reflektanten auf unsere ßöden, aber wir haben sie mit neuen großen Fragezeichen, die den Vorteil des Geldes .aufheben. Und wiederum stehen wir vor einer schweren Aufgabe. Ich erinnere an das Problem der Bauernfrau, die in diesen bürgcrliclvcn Moschwim noch da sein muß. Es gibt auch noch kcinc'wirklich klare Ergcbnisrcchnung, auf Grund deren man Verträge schließen könnte. Mau weiß heute noch nicht, wer eigentlich Kontrahent des Kcren Hajessod ist Die Frage des Kontrahenten ist ein zentraler Punkt Die Anleihe ist nur möglich bei einem klaren, juristisch gesicherten Rentendienst, und dazu gehören *ichcrc Vcrtragsvoraussctzungcn. Uebcr die übrigen Zweige der Wirtscitaft' werde ich in den Kommissionen sprechen. Wenn mein Bericht kritisch oder negativ ausgesehen hat, so kommt das daher, daß ein ernster Berichterstatter von dem sprechen muß, was geändert werden soll. Daß wir in unserer Wirtschaft und wirtsdiaftlich Aktiven haben, ist uns doch klar. Eine gute Wirtschaft muß ausreichend finanziert sein. Der Kongreß darf seine Exekutive nicht der Not und der Sorge ausliefern. Wir werden Ihnen eine Anzahl von Vorschlägen machen^ Die Exekutive, die wir zu wählen haben, muß so konstruiert sein, d3ß sie eine homogene Treuhänderschaft darstellt, <he nicht in sich den Krim zu dauernden lntere*M»- debatten hat. Und wenn der Kongreß seine IMlicht und Schuldigkeit tut, dann stehen wir am Ende einer sechsjährigen Epoche, die aucs, in allem einen anständigen Abschluß ergibt Fortsetzung der Generaldebatte Rechtsanwalt Cor cos (Paris, spricht französisch): Die französisch-sprechenden Juden kennen alle Schwierigkeiten, die die Schaffung einer nationalen Heimstätte mit sich bringt. Ich möchte sogar sagen, ohne im geringsten ironisch zu sein, daß sie bisher besser die Schwierigkeiten als Vorteile davon sahen. Prof. Weizmann hat sich neben seinen Kollegen in bewundernswerter Voraussicht nach seinen eigenen Worten die Imponderabilien sichern wollen, die in der Welt eine große Sache sympathisch und siegreich machen. Er kam auf den Gedanken, vor der materiellen Basis dem jüdischen Nationalhcim die geistige Grundlage zu geben. Die Eröffnung der Universität war eine unvergeßliche Feierlichkeit. Lin neues Jerusalem beginnt am Horizont aufzutauchen, strahlend, hell, leuchtend. Die französische Regierung, ich kann Sic dessen versichern, begrüßt Sic von Herzen, Sie, die Arbeiter am großen Werke der geistigen jüdischen Renaissance. Rabbi Meir, Berlin (Misrachi. Amerika): Wir müssen zu unserem Bedauern sagen, daß die Gemeinschaft noch nicht aufgebaut ist. Auf jene Bedürfnisse der Gemeinschaft, die Ihre Grundlage sind, ist nicht die geringste Rücksicht genommen worden. Die Zionistische Organisation muß alle geistigen Bedürfnisse der Gemeinschaft befriedigen. Die arbeitenden Menschen in Palästina leiden darunter, daß ihre religiösen Bedürfnisse nicht befriedigt werden. Schuld ist die zionistische Exekutive. Die Frage der Religion ist eine Frage der Erziehung, und die Erziehung in Palästina steht im Gegensatz nicht nur zum historischen Judentum, sondern auch zur allgemeinen Pädagogik. Redner führt Klage darüber, daß die nmrachistischon Arbeiter anders behandelt werden als alle, anderen Arbeiter. Eine Diktatur der einen Seite kann nicht geduldet werdet:. Besonders die zionistische kxckulivc muß uupaiteiisch sein. Elicscr Joffe (Palästina) macht einige Bemerkungen zu den Ausführungen von Schocken und bekämpft den Plan Soskins. Er kommt auch jetzt nicht mit einem detaillierten Budget, sondern mit einer unbegründeten Kritik der Vergangenheit. Wir bauen auch Obst und Gemüse. Das Unglück ist, daß wir keinen Markt für das Gemüse haben. Soskin sollte wissen, daß wir Absatzgebiete in Europa suchen. Ich habe bei Nachrechnung gefunden, daß das System von Soskin nicht billiger ist als das bei uns übliche. Für uns gilt cs, das Prinzip der Selbstversorgung, der Unabhängigkeit vom'Außenmarkt weiter beizubehalten; denn wir sind mit keinem der Nachbarländer, die mit billigen Arbeitskräften operieren, konkurrenzfähig. Der Unterschied zwischen Moschaw und Kwuzah besteht nur in der Auffassung der Arbeit. Für die Mcschaw-Sicdlcr ist die Arbeit wie ein Lied, das jeder für sich allein singt. Für die Kwuzah ist es ein Chorgesang. Zehnte Sitzung Montag, 24. Aug;ust, vormittags. Dr. Federbusch (Misrachi, Galtzien) erklärt, daß die Zionistisch* Organisation die Leitung der kolonisatorischen Arbeiten aus der Hand verloren habe. Es drohe die Gefahr daß sie auch ihren Einfluß auf die jüdische Gasse verliert

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