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Jüdische Rundschau · 1925-08-21 · Heft 66 (21.8.1925) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 66 (21.8.1925)
Date
1925-08-21
Page
– (sequence 3)
Language
German
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JüHDISCHE RUNDSCHAU Seite 563 :%©imfen^eimseim' [; Konferenz des Keren Kaiemctb 12. August trat in Wien die Konferenz des Keren eth flsrael (Jüdischer Nationalfonds) zusammen. Außer :fl?{ Niedern des Direktoriums hatten sich zahlreiche De- 4C aus verschiedenen Ländern eingefunden, ►'•'onferen* wurde von M. M. Ussischkin, Präsidenten rHrektoriums des Nationalfonds, mit einer längeren Rede ., tl Er führte u. a. folgendes aus: nie besondere Wichtigkeit der gegenwärligen Tagung in der Größe der Aufgaben, die ihrer Lösung durch \;'frcn KajVmcth harren. Eine erhöhte Intensität unserer <-üt ist dringend erforderlich, und der Erreichung dieses ■"."dienen die Hauptaufgaben der Konferenz, als die cincr- 'sdic genaue Information unserer Mitarbeiter im Galuth die allgemeine Lage und die Tätigkeit des Keren r<cth in Ercz Israel, andererseits die auf dem Austausch Erfahrungen beruhende Besprechung der Methoden unsere fCil Sammeltätigkeit erscheinen sollen. Vor einem Jahre hat das Direktorium beschlossen, den ■ nhesitz des Jüdischen Nationalfonds innerhalb Jahrcsverdoppeln. Die innvischen eingesetzte wesent- - Steigerung der Immigration stellte jedoch solche Fordern daß wir, obzwar das vorgesehene Land- ■■t rbspre> gr a m m längst erreicht und über- ,'rjtten war, noch bei weitem hinter dem Notwendigen •Vblcibcn. Abgesehen von der elementaren Pflicht, dem Anderer die landwirtschaftliche Ansicdlung zu ermög- '.-'ist zu beachten, daß auch gegen die wilde Boden- ^uiation nur im Wege der Vergrößerung der natio- \ Bodenreserve des Nationalfondsl>csitzes erfolgreich an- -pft werden kann. Der Keren Kajemcth und der Pa- "aufbaufonds, der Keren Hajcssod, ergänzen einander, "es hat sich bisher nie gezeigt, daß die Arbeit beider ■j sich gegenseitig stören würde. p.is jüdische Volk hat den Willen, den Roden Palästinas -flfisrn. Man muß nur ständig zu ihm kommen und es [ aufzufordern verstehen 1 Das Volk selber trifft an den ■^«lügenden Erträgen keine Schuld! Schuldig sind die -.:!ilcr zwischen ihm und seinem Lande. Der Boden selber <:umm, man muß aber seine Sprache dem Volke vergeh machen. Per Eröffnungsrede schloß sich eine Debatte an, in Herr Ussischkin und andere Mitglieder des Direktoriums •eiche Fragen beantworteten. Pie Sitzung wurde an den folgenden Tagen fortgesetzt. Vorsitz führten abwechselnd die Direktoren Schocken, •' B o c h m und Dr. A. H a n t k c. Zunächst legte Herr Julius Berg er die Richtlinien des -;!)f:ros in Jerusalem für die bisherige und künftige Arbeit Die Steigerung der Eingänge auf 250 000 Pfund im -den Jahre habe die großzügige Propaganda und die auf ^wandten Auslagen gerechtfertigt. Um Konflikte mit K'ercn Hajcssod durch klare Sonderling der Methoden •r Fonds zu vermeiden, müssen die NationalfondssMclIcn zugunsten des Keren Hacjssod auf die Sclbstcticrung verzichten. Eine neue Delegation von Palästincna'js allen Schichten und Parteilagcrn werde sofort nach Kongreß die Propaganda im Galuth aufnehmen; wenn Kcrcn Kajcmcth-Arbcitcr seine Pflicht tut, werden sich Stimmenden Jahre die Einnahmen bis auf 500 000 Pfund •ppoln lassen. ' h der lebhaften Debatte sprach sich die Mehrzahl für Verzicht auf die Sclbstbcsteucrung aus. Lav Stern :cbi trat dagegen auf, daß das Hauptbüro eine Einheits- ■"• für die verschiedenen zionistischen Fonds, wie sie in Tschechoslowakei vorgeschlagen wurden, verbiete. Mehrere ■ff, wie Dr. Friedmann (Kowno), Prof. Beinisch (War- - und Dr. Erhard (Berlin), verlangten unter Ancrder Besserung gegen früher, mchT Propaganda- •üi und Informationen durch das Hauptbüro, ii der Spczialdcbattc kam zunächst die Nationalfonds- "< zur Erörterung. Fast alle Redner waren sich darin :< daß die Büchse das dem Wesen des Nationalfonds -'er volkstümlichen, auf die Massen sich stützenden;;i"n am besten entsprechende Sammclmittel sei und daß;:1 lel/tcn Jahre durchgeführte energische Verbreitung der;c bei regelmäßiger Leerung den größten Teil seiner Eiu- ~cn decken werde. •v<!ann wurden die Methoden zur Gewinnung der °doxen Massen für den Nationalfonds beraten. Die '"'•spende wurde als die zweckentsprechendste Form :c orthodoxen Kreise anerkannte? der Spczialdcbattc sprachen ferner J. B c r g c r und aveig vom Hauptbüro über Testamente und Stiftungen;".stc" des Keren Kajemcth. Dr. Zweig empfahl u. a, Sicherung zugunsten des Kcrcn Kajemcth, wie sie im ';'} mit der Phönix vorgesehen seien. Redner referierte '-tn Vergünstigungsvertrag zwischen dem Hauptbüro des; <ajcmcth und der Versicherungsgesellschaft Phönix in Ui1d führte dabei aus, daß bisher in Palästina, Ocstcr-;:nd der Tschechoslowakei schon Versicherungen auf dcs Vertrages über 350 000 Pfund getätigt wurden. Undcr werden demnächst in die Aktion einbezogen.!:rauf wurden die Fragen der Pressepropaganda, ■ Jropagandamittel, der Buchführung u. a. besprochen.;":,!^ würde die Palästinaausstcllung erörtert, welche der; *alcmcth von der Gesellschaft Mis'char Wetaasija cr- 'S': hat und nach dem Kongreß in mehreren Kopien den K!'3fn bereitstellen will. ^hlußsitzung war Fragen der Organisation des Keren ' th gewidmet. Die Keren nalessod-Tagnnß ^nerstag, am 13. d. M., wurde in Wien die Tagung •0:;c" Hajwsod-Arbciter eröffnet. Aut Anregung des r £;r Kcrcn Hajcssod-Dircktoriums traten die Leiter :j.rcn Hajcssod-Arbeit in den einzelnen Vu[n sow»c eine Anzahl geladener Experten zu einer D;nung der Arbeit des Kcrcn Hajcssod zusammen. ^Direktor des Kcrcn Hajcssod, Dr. Bertold Feiwel, die Konferenz und gab eine Ucbersicht über die r.";K l dc" Fragen. Es sei insbesondere über die ide- "i'cn t c Begründung des Kcrcn Hajcssod zu WfiiCrncr über eine Reihe von organisatorischen Fragen, -:hcn ■ dic Meinung der Keren Hajcssod-Arbcitcr.auszu- > ' Sc>, über dic Form der Propaganda, über tech- -h .;^cIcKenheitcn sowie über dic Spesenfrage. Er ,;d Jjjicßlich den Wunsch aus, die Konferenz möge auf orCn ,'Aeußerungcn der llicr anwesenden kompetenten •Ten P-llcr Länder eine Abschätzung der künf- Otnp,',nnahmsniöglichkeiten vornehmen. r;hein n rctär Leo (He rrmann eröffnete die Debatte '^hiL^erat ut>er dic ideologische Begründung <ies «tfssod. Er vertritt dic Meinung; daß efit vollwertig« Erfolg nur dann erzielt werden kann, wenn man die Propai ganda für den Keren Hajcssod auf die Grundlage hundertprozentiger zionistischer Ideologie stellt. Ein wesentlicher Teil der Keren Hajcssod-Arbeit sei zionistische Erziehungsarbeit. In der Generaldebatte sprach zunächst Dr. Hantke: Was dic Ideologie betrifft, ist festzuhalten, daß die Aufbringung freiwilliger Stcucriristungcn für den Aufbau noch sehr lange Zeit nötig sein wird, auch wenn andere Quellen geöffnet werden. Die Propaganda in einzelnen Lindern durch delegierte des Direktoriums zu versorgen, ist für die Dauer unmöglich. In allen Ländern muß ehestens ein Landesapparat zur Verfügung stehen, drr ein sehr hohes moralischen 'und intcllcktucllrs Niveau hat. Wir müssen in maß-, Tbcndcn Kreisen des Judentums Fuß fassen und der Kcrcn lajessod muß eine neutrale Institution Im Judentum sein und bleiben. An dem Maasserprinzip ist festzuhalten. Das Verhältnis zum Jüdischen Nationalfonds ist dahin endgültig zu regeln, daß der Keren Hajcssod k c i n c Spenden, der Jüdische Nationalfonds nur Spenden nimmt." De Schalit (Lettland): In den baltischen Ländern hat es sich als sehr schwer erwiesen, das Maasserprinzip durchzuführen. Nur dic Vergrößerung der Anzahl der Zeichner kann Erfolg bringen. Dic Konkurrenz der verschiedenen Zwecke, für welche man sammelt, ist sehr schädlich. Noch schädlicher sind begründete, sogar unbegründete Gerüchte, welche in der Judenschaft das Vertrauen zu gewissen palästinensischen Institutionen erschüttert. Der Kcrcn Hajcssod und der Jüdische Nationalfonds müssen in den einzelnen Ländern in einer leitenden Hand vereinigt werden. Dr. Friedmann (Holland): Nicht überall kann man sofort Maasser verlangen, sonst macht man die Arbeit unmöglich. Die Institution des neutralen Kuratoriums, für welches in manchen Ländern dic nichtzionistischen Honorationen häufig bloß den Namen hergeben, haben wenig Wert, wenn dic Mitglieder des Kuratoriums nicht auch tatsächlich mitarbeiten und sich für den Kcrcn Hajcssod mit ihrer Person einsetzen. Alfred Berg er (Deutschland): Nur mit dem Hinweis auf das durchaus neuartige Leben der Pioniere in Ercz- Israel können wir Menschen für den Kcrcn Hajcssod gewinnen. Nicht mit Schilderungen von vergangenen oder drohenden Katastrophen und auch nicht damit, daß man den Juden für die Zukunft Vorteile sichert, dic ihnen der Aufbau Palästinas bringen kann. Redner tritt dafür ein, daß beide Fonds getrennt bleiben, jedoch müsse sich jeder streng an seine Methoden halten. Dann werde der eine Fonds den anderen durch Erfolge aneifern. Prof. Mossinsohn (Palästina): Der Kcrcn Hajcssod hat dic Zionistische Organisation verschluckt und kann sie nicht verdauen. Die Zionistische Organisation ist fast nur ein Geldnehmer geworden und die Kcrcn I lajcssod-Aihcit wird sich allmählich schlecht verzinsen, wenn nicht mit der Werbung von Zeichnern die große geistige zionistische Arbeit Schritt hält. Dr. Rosenzweig (Polen) bespricht die brennende Frage der inneren Konstitution des Kcrcn Hajcssod, dic Sicherung eines Beamtenstandes und die Regelung des Verhältnisses der Beamten in den einzelnen Ländern zur Zentrale. Er begründet dic Notwendigkeit eines zeitweisen Bcamtcnaustausches und einer sehr gründlichen Schulung. Kurt B 1 u m c n f e I d (Deutschland) tritt dafür ein. daß in das Direktorium des Kcrcn Hajcssod hervorragende Nichtmitgliedcr der Zionistischen Organisation aufgenommen' werden. In eingehender Rede begründet er seine Ansicht, daß eine Verlegung des Keren Hajessod-Direktoriutns nach Palästina nachteilig wäre. Redner geht dann zur Besprechung der Beamtenfrage über. Er ist gegen ein dauerndes Beamtentum; wir sollten Pionierdienst für ein bis zwei Jahre haben. Fiir dic Arbeit ist Nachwuchs an Arbeitern sehr notwendig. Redner betont dic Notwendigkeit der Schaffung einer Institution zur Schulung und Gewinnung neuer Menschen. Eine Exekutive, dic sich mit der Geldbeschaffung beschäftigt, ist notwendig, um dic Konkurrenz der Paläsliuasammlungcn auszuschalten. Dic Propaganda muß in eine wirkliche Zentralstelle für K. H., N. F. und zionistische Arbelt ausmünden, der K. H. muß diese Stelle im Zusammenhang mit der Exekutive schaffen. Dr. Wücnsky: Eine Koordination aller Fonds ist nur durch eine Zentrale für jedes Land möglich. In London fehlt der Zusammenhang mit der jüdischen Welt. Der Nachwuchs an Mitarbeitern fehlt, aber wir brauchen keine Schule, in Pa-' lästina finden wir die geeignetsten Menschen für unsere Arbeit Leo J a f f c schildert dic schwere ökonomische Lage in Polen, welche dic Arbeit sehr erschwert. Bis jetzt haben wir 42 000 Zeichner; wir müssen dic Arbeit verbreitern. Es gibt überall freiwillige Sammler. Es wurden überall neue Elemente gewonnen; auch Assimilantcn und Agudisten; ferner Handwerker, die meist Folkistcn sind. Er beantragt, zu proklamieren, daß der K. H. in diesem Jahr eine Million Pfund aufbringen muß. Dr. Alexander Goldstein: Der Kongreß muß dem Direktorium das Recht geben, zu intervenieren, wenn gewisse Landcszentralen sich weigern, in irgendeinem Jahre eine Kampagne zu machen. Er regt einen Film mit der „Hablmah" an. Die Ausnützung der Touristik könnte uns eine Reihe neuer Arbeiter bringen. Aus der weiteren Debatte, in der noch die Herren Gesang (Argentinien), Dr. Hantke und Berg er (Deutschland), Dr. K1 u m c I und J a f f c (Polen), W i 1 c n s k y und Dr. Reifer (Rumänien), de Schalit (Litauen), Dr. Friedemann (Holland), Prof. Dr. Artur Freud (Tschechoslowakei) sprachen, war zu entnehmen, mit welchem Erfolge und mit welchen Mitteln in den verschiedenen Ländern für das wichtigste Finanzinstrument des Aufbaues gearbeitet wird. Ucbcrall ergab sich auch dic Notwendigkeit, zunächst die jüdischen Persönlichkeiten der betreffenden Stadt oder Provinz zu gewinnen, bevor eine Maasseraktion begonnen wurde, und nur dort war dic Arbeit von Erfolg begleitet, wo eine gefestigte Zionistische Organisation besteht. Als dic wichtigste Voraussetzung für eine gedeihliche Arbeit des Kcrcn Hajcssod in der Zukunft wurde daher erkannt, daß der Keren Hajcssod an der Stärkung der Zionistischen Organisation wirken müsse. Einen breiten Raum der Beratungen nahm dic Aussprache über das sogenannte Krim-Projekt ein. Es wurde dic Ansicht geäußert, daß dic Ansicdlung russischer luden in der Krim im besten Falle eine kleine Wohltätigkeitsaktion werden könnte, über deren Fragwürdigkeit die jüdische Ocffcntlichkeit rechtzeitig aufzuklären sei. Manche Redner wandten sich sehr heftig gegen das Krim-Projekt, in dem sie sogar eine Gefährdung des russischen Judentums sehen wollen. In bcz.iig auf dic Spesenfrage wurde übereinstimmend dargelegt, daß mit Organisationsspcsen des Kcrcn Hajcssod, der als rentables Unternehmen aufgefaßt werden müsse, niemals gespart werden müsse, hingegen sei bei Bemessung der Administrationsspesen strengste Sparsamkeit am Platz. Sehr interessant waren dic diesbezüglichen Darlegungen des polnischen Kongrcßdclcgicrtcn Dr. Klumel. der an Hand eines reichen Ziffcrnmatcruls nach« wies, daß dic erfreulichen Erfolge in Polen während des letzten Jahres nur dadurch erzielt worden sind, daß man Organisationsspesen großzügig zur Verfügung stellte, und auf die hervorragende Qualität der Propagandisten das Hauptgewicht legte. In der Debatte kam auch das Verhältnis zwischen den beiden Fonds Kcrcn Hajcssod und KcrcnKajemcth zur Sprache. Nach den praktischen Erfahrungen ergab sich, daß überall Reibungsflächen vermieden werden und beide Fond.;, unbeschadet ihrer Erfolge, nebeneinander arbeiten, wo sich der Kcrcn Kajemcth im binnc seines Zweckes auf die Einbringung von Spenden und auf das Propagandamittcl drr Sammclhüchsc beschränkt, der Kcrcn Hajcsod hingegen an dem Prinzip der Einholung freiwilliger Stcucrlcistungcn festhält. Geteilt waren dic Meinungen in der Frage, ob das Direktorium des Kcrcn Hajcssod in London zu verbleiben habe oder ob dic Ucbcrsicdlung des Direktoriums nach Ercz- Isracl zu verlangen sei. Die Mehrzahl brachte Gründe für dic Ucbcrsicdlung vor. Man wünscht sie aus Ersparungsrücksichten und wegen des notwendigen engen Kontaktes der Keren Hajcssod-Lcitung mit dem Lande, für welches der Kcrcn Hajcssod wirkt. In bezug auf dic Beamtenfrage wurde von allen Seiten gefordert, daß für dic Zukunft der Beamten in irgendeiner Form, womöglich durch eine Pensions Versicherung, zu sorgen sei. An dem Direktorium in London wurde ausgesetzt, daß es über einen viel zu geringen Bcamtcnsfand verfüge. Die MisracW-WelikonlcrcBz In der ersten Arbeitssitzung am Dienstag wurde ein Präsidium gewählt, bestehend aus den Herren Farbstein (Polen), Rabbi Berlin '(Amerika), Rabb. Brodt (Polen), Rabbi Beer mann (Polen), Prof. Fränkel (Marburg), Rabbi Landau (Südafrika), De Vrics (Haarlcm). Rabbi Fischmann erstattete den Rechenschaftsbericht, in dem er betont: Der Misrachi hat sich an der Aufbringung der Mittel für die zionistischen Fiuanzinstitute stark beteiligt. Seine selbständigen Arbeiten verteilen sich auf dic Erziehung und auf die Alijah. Es wurden eigene Wanderungsämter geschaffen, dic 6000 Personen registriert und befördert'haben. Die Arbeitsvermittlung hat dic einwandernden misrachistischen Arbeiter mit Arbeit versorgt. Bei Jerusalem und Jaffa sind einige neue Kolonisationspunktc gesdiaffen worden. Die Spaltung des H a p o c I - H a m i s r a c h i sei nicht der Leitung zur Last zu legen. Redner bespricht dann dic lokalpolitische Arbeit in Palästina im Waad Icumi und dic Ereignisse in der Asscfath Haniwcharim. Der Misrachi ist nicht prinzipiell gegen das Fraucnwahlrecht, verlangt aber eine Volksabstimmung. Redner beklagt, daß die zionistische Exekutive den Misrachi bei den Verhandlungen mit der Agudah ausgeschaltet habe. In der Galuth wurde eine rege Propagandatätigkeit entwickelt, dic dem Misrachi neue Anhänger gebracht hat. Das Budget betrug 11.790 Pfund, ausgegeben wurden jedoch 16.920 Pfund. Prof. Pick referierte über die Arbeit der Zionistischen Exekutive in Palästina, deren Mitglied er als Vertreter des Misrachi ist. Dic Lage im Lande — berichtet Redner — ist günstig, was durch dic 4. Alijah hervorgerufen wurde. Dic politische Lage ist stationär gut. Das neue Immigrationsgesetz bringe einige Erschwerungen. Redner stellt fest, daß sich dic Exekutive bei der Spaltung in der palästinensischen Nationalversammlung (Asscfath Haniwcharim) objektiv verhalten habe. In den Erziehungsfragen trete dic Exekutive für eine stärkere Dotierung de«; Schulwesens rin. Es sei Aussicht vorhanden, daß die Regierung das jüdische Schulwesen in höherem Maße subventionieren werde. Am Schlüsse seiner Ausführungen gibt der Redner der Erwartung Ausdruck, daß dic Zionistische Exekutive ihre von der Misrachiorganisatiou sehr beklagte Einseitigkeit aufgeben werde. Hierauf wurde dic Dcbatt c eröffnet, die in der Mittwoch-Sitzung ihren Fortgang nahm. Federbusch (Polen) ist der Ansicht, daß dic Misrachicxekutive der m i s - rachis tischen Arbeiterschaft kein genügendes Verständnis entgegengebracht habe. In der Frauenrcchtsfrngc bedauert er, daß dic E i n i g k e i t « n der Asscfat Haniwcharim nicht aufrecht erhalten wurde. Groß und Mayer (beide Wien) sprechen gegen die Tätigkeit der Exekutive, die hingegen von Rabbi Gold (Boston) in Schutz genommen wird. Dr. Barth (Berlin) verteidigt sich gegen die Angriffe, die gegen ihn als den misrachistischen Vertreter im palästinensischen Finanz- und Wirtschaftsrat gerichtet wurden. Dr. Landau (Johannisburg) legt Gewicht auf dic Stärkung der finanziellen Mittel, ohne welche dic Organisation nicht aufrecht zu erhalten ist. Sodann bewegt sich dic Debatte um den abgespaltenen Teil des Hapocl Harn is räch i. Es wird beschlossen, dem im Saale anwesenden Vertreter des linken Hapocl Hamisrachi, Ben Nun, und Vertretern des rechten Hapocl Hamisrachi zur Bereinigung dieser F'ragc das U'ort zu erteilen. Ben Nun (Palästina) spricht gegen die Exekutive des Misrachi, dic Verwirrung in dic Beziehungen des Hapocl Hamisrachi gebracht habe. l>ie linken Misrachiarbeiter sind Misrachistcn, aber auch Arbeiter. Mau wolle die Arbeiterschaft zersplittern, um sie cxploiticren zu können. (Widerspruch.) Den Misrachi einige nur Religion und Kultur, in sozialen Fragen muß es eine einige Arbeiterschaft geben. Er protestiert gegen den Ausschluß des linken Hapocl Hamisrachi aus der Misrachiorganisation wegen anderer politischer und sozialer Ansichten. Er ist der Ansicht, daß eine misrachistischc Arbeiterschaft außerhalb der allgemeinen Arbeiterorganisation nicht existieren werde. Weinschänker (Palästina) versteht es nicht, wie misrachistischc Arbeiter in die allgemeine Arbeiterorganisation eintreten konnten, die nicht Ziele des ganzen jüdischen Volkes, sondern nur solche der Klasse habe und überdies einen scharfen Knmpf gegen das Gesetz' führe. Landau (Polen): Der abgespaltene Teil des Hapocl Hamisrachi hat, wissentlich oder nicht, den Kampf der Arbeiterorganisation gegen die Religion unterstützt. D.c letztere verliert allmählich auch in Arbeiterfragen ihren jüdischen Charakter. Misrachistischc Arbeiter dürfen sich nicht einer Organisation anschließen, dic von außen her dirigier, wird. Es folgen dann dic Schlußworte für die Exekutive von Rabbi Fisch mann und Professor Pick. Nachdem eine Resolution von Teitelbaum (Amerika), die ein Vertrauensvotum für dic Exekutive zum Inhalt hat, dem Permanenzausschuß überwiesen wurde, wurde die Debatte geschlossen. In der nächsten Sitzung sprach E. M. Lipschitz (Leiter des Aufsiclitsrates des misrachistischen Schulwesens in Palastina) über das Erzichun gs wesen und die in Palästina vorhandenen verschiedenen Schultypen. Der Misrachi bestrebt sich, in Palästina einen Schultypus zu schaffen, der keine Trennung vom religiösem und profanem Wissen herbeiführe. Religiöses Wissen muß in moderner Methode, modernes Wissen in religiösem Geiste gelehrt werden. Das Misrachi-Schulwcsen schafft so den Dualismus, der bis jetzt in jüdischen religiösen Schulen, beispielsweise in Deutschland, geherrscht habe, ab

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