Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 64-65 (14.8.1925)
- Date
- 1925-08-14
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 554 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr.ftf^f. Beide Aufsätze, der von Handl über „Anleihe und Aufbauorganisation" und von Kutzenok über „Die Farmerbank" sind ernst durchdacht und berühren Probleme von größter Bedeutung. Beide suchen für das Sicdlungswcrk eine breitere Basis zu schaffen, selbstverständlich nicht auf dem Wege von Spenden. Besonders interessant ist Mandls Vorschlag neben dem Kercn Kajcmcth und dem Kcren Hajessod noch ein drittes Institut zu schaffen, das den Rosien aufkaufen, ihn zur Siedlung vorbereiten und auch Sicdlungskrcditc gewähren soll. Mit anderen Worten eine Siedlungsbank, Ein solches Institut würde, meint Handl, den Bodcnwuchcr auf ländlichem Boden nahezu ausschalten, „denn dieses Institut wäre wohl der einzige Käufer für den auf den Markt gelangenden Boden. Denn es kann wohl kaum einem Zweifel unterliegen, daß sich nur wenige finden werden, die dann noch unfertigen Boden kaufen werden, wenn sie von dem Institut selbst bereits a m c 1 ioricrten crtragsfähigen Boden samt den nötigen Krediten erhalten können. Auch der Spekulant hätte dann mangels Abnehmern kein Bctätigungsfeld." Der Gedanke hat etwas Bestrickendes an sich. Man könnte ja noch einen Schritt weiter gehen und nicht allein vorbereiteten, ertragsfähigen Boden zum Verkauf stellen, sondern fertige Farmen, wie sie anderswo in neuen Ländern in ganzen Siedlungen zum Ankauf angeboten werden. Also nicht allein den vorbereiteten Boden, sondern auch die Gebäude, die Bewässerungsanlage, das Inventar, damit der Siedler in kürzester Zeit in der Lage ist, von der fertigen Farm seine Existenz zu bestreiten. Solche Farmen sollte man auf Abzahlung ar.bieten könen, wie es auch-anderswo in der Welt geschieht. Ich habe hierüber einiges in meiner Schrift „Land Scttlcmcnt in Pa- Iestinc" Seite 6—8 mitgeteilt. Das von Handl vorgeschlagene Institut könnte ja diese Sicdlungsbank sein, die Farmen vorbereitet, sie verkauft und Kredite gewährt. Neu ist der Oedanke, daß ein solches Institut die Spekulation unmöglich machen könnte. Und ich muß gestehen, daß dieser Nebenerfnlg von solcher Bedeutung wäre, daß man mit allen Mitteln versuchen müßte, ein solches Institut als ein geschäftliches Unternehmen ins Leben zu rufen. Für die sicdlungslustigen Elemente, deren Zahl sich mit jedem Tage vermehrt, wäre die Erwerbung einer fertigen Form eine Wohltat, Sicht man, wie Energien im Kampfe mit dem rohen Boden und der unkultivierten Umgebung verloren gehen, Kräfte vergeudet werden, Geld verloren wird, so wird man Handls Glauben akzeptieren, daß dann sich kein Käufer für unfertigen Boden finden wird. Spekulation in Boden ist ein leichtes Geschäft. Bodcnerschlicßung aber und Errichtung von Farmen ist eine ernste Arbeit, die Kenntnisse und Erfahrung erfordert. Wenn die unternehmende Gesellschaft hierbei auch verdienen r.oll, 1.0 ist der geforderte Mehrpreis ein wohlverdienter Wertzuwachs, dessen Höh? durch die Rentabilität der angebotenen Wirtschaft bedingt wird und nicht spekulativ unbegrenzt hoch sein kann, wie es dort der Fall ist, wo Boden allein verkauft wird, von dem keiner der bei dem Geschäft Beteiligten sagen kann, was er wert sein wird, wenn er produktiv gemacht werden wird. Auch Kutzenoks „Farmcrbank" behandelt die Frage der Kreditgewährung an Siedler. Er sieht die Kreditbasis für eine solche Bank in dem großen kapitalfähigen Kreis von Klienten, die die Gesellschaften „Zion Commonwealth" (in der Kolonie Hcrzliah) und „Meschck" (in Littaucn, Polen, Lettland usw.) herangezogen haben; es sind Elemente, die „über ausreichende Mittel, materielle und moralische Verbindungen in den reichsten Ländern des jüdischen .Gallith« und über kräftigen Willen und jüdische Energien verfügen". Die Kolonisation der jüdischen Kleinbürger werde dadurch erst ermöglicht werden. Es läßt sich darüber durchaus nicht streiten, daß ein gesunder landwirtschaftlicher Kredit die Siedlung fördern muß. Was aber dem vorausgehen muß ■ - und dies übersehen beide Verfasser - - ist die Schaffung eines solchen Wirtschaftstyps, der durch seine Rentabilität die unbedingt erforderliche Sicherheit für die Kredite gewährt. Das gegenwärtige Bild der ländlichen Betriebe ist ein derart betrübendes,^ daß ich nicht in der Lage wäre, sie als eine genügende Sicherheit für einen bankmäßigen Kredit zu bezeichnen. Eine 100-Dunam-Wirtschaft, die auf Getreidebau basiert, kann einfach in Palästina nicht soviel abwerfen, um einen größeren Teil der Anschaffungskosten der Farm zu verzinsen und zu amortisieren. Eine solche Wirtschaft muß £ 1500 und sogar jioch mehr kosten und alle die verschämten Vc; suche sie billiger zu berechnen nutzen nichts. Wer genau rechnen will, muß zu dieser Zahl kommen. Und was kann eine solche Wirtschaft bei größter körperlicher Anstrengung abwerfen? Im günstigsten Fall £ 1 per Dunam Bruttoertrag, der nicht dazu ausreichen kann, sowohl die Ausgaben der Wirtschaft, wie auch noch Zinsen und Amortisation zu bezahlen. Sehr zweifelhaft erscheint mir auch noch die Rentabilität der neuen 25-Dunam-Wirtschaffcn in Hcrzliah, die auch noch um die £ 1000 werden kosten müssen, wegen Ihrer Bodenflächc aber, die zu groß ist für Handarbeit und zu klein, um die Haltung eines Pferdes, für das bekanntlich mehr Land erforderlich ist als für die ganze Familie, rentabel zu gestalten. Die Grenze für erfolgreiche gartenmäßige Handbearbeitung ist etwa 10 Dunam und die für eine arbcitcrTciche Familie. Eine Sicherheit für Kreditgewährung kann nur eine gut rentierende Wirtschaft abgeben. Diese wird unbedingt die intensive Wirtschaft und diese allein in Palästina sein. Die intensive Bebauung einer kleinen Parzelle mit hochwertigen Produkten erfordert ein verhältnismäßig kleines Anlagekapital, schafft aber von der Bodcncinhcit hohe Gelderträge. Das Klima in Verbindung mit der Möglichkeit der Bewässerung verwandelt Palästina in ein Land der höchsten Produktionskrnft. Und Erfolg in der Landwirtschaft, wie auch auf anderen Gebieten der menschlichen Betätigung, hat der Betrieb, der bei geringer Kapitalinvcstierung hohe Erträge abwirft. Das JSt der Begriff der Intensität. Ich will nicht hier Jioch einmal die Grundideen meiner Forderung der intensiven Bodenbebauung für Palästina wiederholen, will aber nur darauf hinweisen, daß man an kein Problem der Kolonisation herangehen kann ohne zuvor die Frage nach dem WirtschaftslYP — ob extensiv oder intensiv — zu lösen. Die Frage kann man weder umgehen, noch gar totschweigen. Die Bautätigkeit In Halb Ueber die Entwicklung der Bautätigkeit in Haifa während Otr letzten drei Monate geben folgende Zahlen, besonders bezüglich des Verhältnisses gegenüber der Bauentwicklung im ^•»"gegangenen Jahre, Aufschluß. In den Monaten April bis Mai dieses Jahres wurden in Haifa 170 Häuser erbaut, darunter vS von Juden, während in dem gleichen Zeitabschnitt des.vergangen;n Jahres sich unter 66 neugebauten Häusern nur 14 Juden gehörige befanden. Es ist anzunehmen, daß die Bautätigkeit auch in Zukunft in den jüdischen "Siedlungen der Stadt zunehmen wird. Das Wachsen der jüdischen Bautätigkeit ist besonders auf die Arbeit einer palästinensiBch-südafrikanischcn Gesellschaft zurückzuführen, die ihre ganze Tätigkeit auf Haifa konzentriert ......... ..... losere Finanzisistifate Justizrat Dr. Boden heimer, Cöln.'j Das Referat Wolffsohns auf dem 2. Kongreß und mein Fntwurf des Statuts und des Programms leiteten die Arbeiten für den Aufbau der Kolouialbank ein. Die Gründung selber erfolgte durch Greenberg und üastrr unter ausschließlicher Zuziehung englischer Juristen, die über dir Vorgänge auf dem Kongreß nicht unterrichtet waren. Vielleicht wäre der kostspielige und der Bewegung schädliche Prozeß mit Zangwill vermieden worden, wenn im Sinne des ursprünglichen Planes'die Umgrenzung des Landgcbictcs von Palästina und seine Nachbarländer mit genügender Deutlichkeit in das Memorandum des englischen ' Bank^atuts aufgenommen worden wäre. Dieser Fehler wurde bei der Schaffung des Statuts des J.N. F., die durch Kokesch und mich als Ltd. Cic., erfolgte, nach gründlicher Beratung mit den englischen Juristen vermieden. Es war allerdings nicht leicht, bei der formalistischen Natur des englischen Rechtes den Begriff der Nachbarländer Palästinas einwandfrei festzustellen. Der J.C. T. war in der Weise organisiert worden, daß die Inhaber von Gründer-Aktien (Foundcr-Shares) gemeinschaftlich mit den Aktionären alle Rechte der Gesellschaft ausübten. Hierbei war bestimmt, daß mit Ausnahme der Gewinnverteilung die Gesellschaft der Foundcr-Shares über die Hälfte der Stimmen in der Generalversammlung verfügte. Die Inhaber der Foundcr-Shares wählen den Aufsichtsrat (Council). Die Kontrolle über den Aufsichtsrat üben die Governors im Auftrage und kraft Ernennung des E. A. C. aus, während die Leitung der Bank dem Direktorium untersteht, das seinerseits hierfür ein oder mehrere Manager anstellt. Die Kompliziertheit des Apparates ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, daß die Bank dauernd mit der zionistischen Organisation verknüpft werden sollte, während diese nach englischem Recht keine rechtsfähige Körperschaft darstellte. Für die geschäftliche Entwickhing' der Bank hat sich diese Organisation als überaus hemmend erwiesen. Da nach den Kongreßbeschlüssen der J.N. F. dieser Einrichtung anregliedert werden mußte, so war auch dir Organisation tle-. ]. N. F. keine einfache Sache. Die I Inuptschwicrigkeit wurde aber dadurch überwunden, daß die Mitgliedschaft des J.N.F. aus den Inhabern der Gründeraktien des J.CT. bestand. Dadurch wurde erreicht, daß die Verwaltung mit einer über die wesentlichen Geschäftsvorgänge unterrichteten Generalversammlung zu tun hatte. Bei der Begründung des Keren Hajessod hat man davon ahgecrhm, das' Direktorium des J.C. T. oder J.N. F. zur Gründung zuzuziehen, obwohl diese Körperschaften über eine reiche Erfahrung verfügten. Die Gründung des K. H. erfolgte demnach ohne jede Anlehnung an die bestehenden Finanzinstittite. Dieses war ein Fehler, der noch heute nachwirkt, da es bis heute noch nicht gelungen ist, eine feste organisatorische Grundlage fir diesen Fonds zu schaffen. In Wirklichkeit ist der K. H. nicht«; anderes als der Kolonisationsfonds, der von Anfang an als Ergänzung des J.N.F. notwendig war und dessen Schaffung seinerzeit von Sandler und Schachtel beantragt wurde. Es war auch ein Fehler, den Fonds als ein wirtschaftliches Erwerbsinstitut konstruieren zu wollen. Heute steht jedenfalls fc>t, daß er ein Spendenfonds ist, der nach der Natur der Sache dem J.N. F. hätte angegliedert werden müssen. Dies ist nicht dahin zu verstehen, daß die Sammelzcntralcn der beiden Institute hätten verbunden werden sollen. Das wäre durchaus verkehrt gewesen und hätte die Bewegungsfreiheit beider Institute behindert. Aber es wäre richtiger gewesen, den K. H. nach dem Muster des J.N.F. auf die Inhaberschaft der Foundcr-Shares aufzubauen, nachdem diese. Einrichtung bestand und sich auch bis heute als Grundlage der Finanzinstitute bewährt hat. Der K. H. hätte sein besonderes Direktorium erhalten, das gegenüber dem J. N. F. und dem J. C. T. selbständig hätte arbeiten können. Der einzige Einwand, der geltend gemacht werden konnte, wäre, daß dann der K. H. kein neutraler Fonds gewesen wäre, in dem auch Nichtzionistcn mitarbeiten konnten. Dies ist aber der Grundirrtum, der meines Erachfcns auch für die Organisation der Jcwish Agcncy verhängnisvoll geworden ist. Die Jcwish Agency ist eine politische Körperschaft, die nach ihrem Zweck die Teilnahme von Personen ausschließt, die nicht die Schsffuug einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina wollen und also nicht Zionisten sind.**) Dies ergibt sich aus dem Wortlaut des Mandats, dessen § 4 lautet: „Eine angemessene jüdische Vertretung soll als eine öffentliche Körperschaft anerkannt werden zu dem Zweck, die Verwaltung Palästinas in solchen wirtschaftlichen, sozialen und anderen Angelegenheiten zu beraten, und mit ihr zusammenwirken, die die Errichtung der jüdisch nationalen Heimstätte und die Interessen der jüdischen Bevölkerung Palästinas betreffen/' Etwas ganz anderes ist es mit unseren Finanzinstituten, diese dienen ausschließlich dem wirtschaftlichen und sozialen Aufbau des Landes. Der politische Zionismus steht dahinter lediglich als ein treibendes Motiv. Diese z. T. im Unterbewußtsein spielenden Beweggründe könnten aber ebensogut humanitärer Natur sein. Es steht also grundsätzlich nichts im Wege, daß die Inhaber der Gründer-Sharcs, die sich durch Zuwahl ergänzen, auch Nichtzionistcn aufnehmen. Diese Kooptierung von Nichtzionisten ist allerdings feinerzeit vom Kongreß abgelehnt worden. Heute liegen die Verhältnisse ganz anders. Nachdem die Jcwish Agency als politisches Organ des Aufbaus besteht und Kongreß und A. C. zusammen mit der Exekutive nach einer langjährigen Tradition die tragenden Pfeiler der Bewegung sind, besteht keinerlei Gefahr mehr, die Finanzinstitutc als neutrale Organe des Aufbaus Palästina auszugestalten. Durch ein Zusammenwirken dieser politischen Faktoren könnte die Zuwahl geeigneter Nichtzionistcn in die Gesellschaft der Inhaber von Foundcr-Shares erfolgen, die das Fundament aller unserer wirtschaftlichen Institute werden müßte. Hieraus ergibt sich ohne weitere«, daß die Identität des A.C. und des Aufsichtsrats des J CT, keine innere Notwendigkeit ist. Tatsächlich hat sie auch niemals bestanden. Die seinerzeit vielfach bekämpfte Regelung, wonach A. C. und Aufsichtsrat der Bank durch verschiedene Personenkreise besetzt werden sollten, halte ich für durchaus gerechtfertigt und durch die Verschiedenheit der Zwecke dieser beiden Körperschaften bedingt. Damit soll durchaus nicht gesagt sein, daß nicht eine gewisse Anzahl Mitglieder in beiden Körperschaften vertreten sein sollen. Dies ist sogar wünschenswert, um die Beziehungen der beiden Körperschaften enger zu •) Beitrag zur Diskussion. ••1 Beides ist nicht identisch. Man kann die Schaffung der Heimstätte wollen, ohne Zionist zu sein. Zionist ist nur, wer der Zionistischen Organisation angehört. : Anro. d. Red. d. „J.. R.« knüpfen. Es soll nur eine Freiheit geschaffen werden in<l" Council der Finanzinstitute Mitglieder aufzunehmen,' '' dem wirtschaftlichen Aufbau Palästinas interessiert und in hervorragendem Maße befähigt sind, während sie a'n" : politischen Aufbau Palästinas keinerlei lntcrc.--.se haben Ich würde es daher für eine glückliche Lösung jetzt noch offenen Problems halten, wenn der Rat/' K. H. mit dem der Bank und der Generaly/;, Sammlung des J. N. F. i d c n t i f i z i c r t w ü r d? t!.'* in diese Körperschaft hervorragende NiCr.!, zionisten gemäß übereinstimmenden ' tj Schlusses des A. C. und des K o n g r c s s es h'} eingewühlt würden. l!| Da diese sämtlichen Institute dem Aufbau des La-- dienen, der durch die Jcwish Agency gemeinsam mit,' Mandatarmacht gestaltet werden soll, so müssen sie au;h.-' Instrument dieser Jcwish Agency sein. In <<;,' Form halte ich eine Mitwirkung von Nichtzionistcn 33^.' Aufbau der nationalen Heimstätte in Palästina für mö- \ und zweckmäßig. * * Es ist ein verhängnisvoller Irrtum, wenn mau glaubt durch den Mandatsvertrag der Zionistischen Organisation Verpflichtung auferlegt worden sei, Nichtzionisten iB -l ,.Jcwish Agency" aufzunehmen und es scheint mir, d*S diesem Mißverständnis die bisherigen Bemühungen der" tung beruhen."*) Die diesbezügliche Bestimmung des Mandaü»vertrr. lautet: 4 „Die Zionistische Organisation soll, solange ihre r> ganisation und Verfassung nach der Meinung des dates angemessen sind, als solche Vertretung anerk?/ werden. Sie soll im Einvernehmen mit seiner BritivJ- Majestät-Regierung Schritte unternehmen, um die Mitarballer Juden zu sichern, die gewillt sind, bei der Errichb der jüdischen nationalen Heimstätte zu helfen." Hier geht klar hervor, daß der Zionistischen Organi«av vollkommene Freiheit gelassen worden ist, zu be/tim-. in welcher Form die Mitarbeit der Nichtzionisten ge.sicv werden soll. Es ist also dieser Verpflichtung vollkorr-* Genüge geleistet, wenn die Mitarbeit im Rahmen /£ Finanzinstitutc erfolgt, die sich mit den wirt-rhaitü- Aufgaben des Aufhau* belesen. | Es besteht keinerlei Notwendigkeit, Nichtzionisten :.| die politischen Aufgaben heranzuziehen, die vielmehr -A schließlich Sache der Zionistischen Organisation sein mü^* Diese würde ihren Charakter als politisches Instrument :-\. Aufbaus der nationalen Heimstätte für das jüdische V| durch den Eintritt von Nichtzionisten notwendig einbüßen. | Es muß daher sowohl vom Standpunkt der Logik ak<-j Zweckmäßigkeit der Eintritt von Nichtzionistcn in die „)v.\ Agency" abgelehnt werden. | Wenn man anderen Organisationen die Mitwirkung % der „Jcwish Agency" eröffnen will, so kann dies demn; £ nur geschehen: | 1. indem diese Organisationen zionistische Mitglieder, hierfür geeignet sind, in die Jcwish Agency entsender r 2. dadurch, daß die zionistischen Finanzinstitutc des ].C.'.l des J.N.F. und des K. H. im weitesten Ausmaße andrf Organisationen für die Beteiligung von Nichtzioni;'•£ eröffnet werden, die sich an dem Aufbau Palästirl beteiligen wollen. | Diese Lösung halte ich aus politischen und moralis::-? Gründen für notwendig. Hierdurch können GewisscnsW fliktc vermieden werden, die entstehen müssen, wenn Nie: zionisten über politische Grundfragen des Zionismus?• scheiden sollen. Nur auf diese Weise kann die Gefahr verhütet wert!» daß die „Jcwish Agency" das Kampffeld für die Austratgrundsätzlicher Streitfragen politischer Weltanschauungen K det, die unter Umständen sogar den Grundsatz der national' Heimstätte für das jüdische Volk in Palastina in Fn; stellen könnten. PalSstisa* Allrage im ÜHterkaas London. (J. T. A.) In der Sitzung des Unterhat am 3. August richtete Sir F. Sandcrson an den Kolon;:; minister die Frage, ob ihm bekannt sei, daß die Palast;' Regierung eine Verordnung erlassen hat, laut welcher ijüdischen Einwanderungs-Oberhcamten die Vollmacht gegebist, alle diejenigen Personen, die sich der zionistischen Po' widersetzen, von der Einreise in Palästina fernzuhalten, l diejenigen Zionistcngcgncr, die das palästinensische Bat\; recht nicht besitzen und in Palästina selbst antizionisw Propaganda betreiben, aus dem Lande auszuweisen. Sir Sandcrson fragte weiter, was der Minister gegen die Pnv zu tun gedenke. Der Minister für die Kolonien, Mr. Amcry, ervidc;; Die Verordnung wurde nach meinen Instrc» tionen abgefaßt und mit meiner Billigung veroffenüi- Ich muß gegen die Insinuation als ob der gegenwärtige l wandcrungs-Obcrbcamte als Jude die ihm gegebene Volim:' anders als im Sinne der ihm von dem Oberkommissar r von der britischen Regierung erteilten Instruktionen aus:" protestieren. Im i-brigen hat nicht der Immigrations-Oi' beamte, sondern der Oberkommissar oder die von dio autorisierten Beamten über Ausweisungen z.u entscheid" Bas eines Arbeiterbeiines in Tel» Awiw Die Abteilung Tel Awiw der Organisation der iuri' Arbeiter in Palästina beschloß am 22. Juii, an die Iirn^'-; eines Arbeiter hei ms in Tel Awiw heranzutreten Magistrat Tel Awiw hat hierfür ein Terrain vom i Düna*; der Grenze des Stadtteiles Tel Nordau zur Verfügung Das Arbciterhcim wird zwei Gebäude umfassen, eins für Büro der Zentrale und die Fachabteilungen und ein r»"«-* mit einem großen Saal und den Räumen für kulturelle £ richtungen. Der palästir.ciu.ischc Arbeiterfonds wird ' den Baukosten mit einem Betrag von CE. 5O0 beteilig«1'c Hypothekenhank will ein Darlohen von CE. IbOo gcw.r" Im Hinblick auf die sich verstärkenden Handelsbericht zwischen Danzig und Palästina hat die Danzigcr H^' kammer einen MWi rtscha f tsdienst Danzig'"' lästina" eingerichtet. Aufgabe dieser Abteilung ist e>. Handclswclt über die wirtschaftlichen Verhältnisse zu formieren und Handelsbeziehungen zwischen Palästina Danzig zu vermitteln. ••) Die Auslegung dieser Mandatsbestimmung is* "\ stritten. Im Schlußbericht Herbert Samuels an Amcry *■} z.B. die Auffassung vertreten, daß die von der Zionist^.? Organisation einzuleitenden Schritte zwecks HeranzK^i von Nichtzionistcn, deren Eintritt in die Jcwish Agency *.i deute. Jedenfalls steht fest, daß die Bemühungen Exekutive zwecks Erweiterung der Agency nicht nur die Interpretation eine« Mandatsparagraphen, sondern ®"\ die bekannten wirtschaftlichen und pohtixchen Orüode » | anlaßt wurden. , ..... Aom. d. Red. d. „J. I de« sol r.el h!e jüd Ju! dal bef lear Ve. sie! Un sid (de ba nah e;r< han fra; hci( ver: h.«h daf, Ilac und!>ur. Ark um Sek teil, dad seh« schi wei Iii