Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 64-65 (14.8.1925)
- Date
- 1925-08-14
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2651273-2652691-2652752--17627-3528522- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
r Iffr.^L JUEDISCHE RUNDSCHAU Seile 553 *i Vis-• .Wir können uns nicht in den engen Rahmen von «wV. "tfjjn einsperren lassen, so wie andere Parteien, die im lf"\ i^^*-*i'^rL' mit lliic 7nc3mntf>n i «-U«t'4~*« A nV... :«.. JesOb- Enichtb: .Misra^ ton föh; euch' M. I» fi v£ni«rionswerk mit ums zusammen arbeiten, denen aber ihre ^lO»'-'* __j:^. ^ti:..:.u. _ _____, ,- »nftn: Hcch,: Ronfert-;• WUrfr tuftk La*:- testerr*- Konjrr DD, in c per k\ jfcJc Q-. pteütc 6 rtzejtrc. Jo;::i Et ist ein gewisser Ausgleich der Gegensätze zu ver- .jehnen. Die Präsidiumsfragc wurde vorläufig dahin geregelt, .5 jür jede Sitzung ein anderer Vorsitzender gewählt wird. '{1 Anstrengungen des Pcrmanenzausschusscs, eine Vercini- :'.fiir mit den Zeirc Zion zu ermöglichen, wird mit Aussicht Jlrfolg fortgesetzt. — Soeben ist ein Telegramm aus Paläeingetroffen, wonach die Untcrsuchungskommission fest-;"-stellt hat, da» die seinerzeit vom Misrachi verbreitete Mcl- .daß Mitglieder der Histadruth Haowdim in Haifa misutschli-;'wfeiischc Arbeiter überfallen haben, von Grund aus falsch :"' i,t Die Misrachi wurde verpflichtet, diese Falschmeldung in \f Ocffcntlichkcit durch die Presse mit dem Ausdruck des •■Jauerns zurückzunehmen. Der Vorsitzende der Kommission, : dieses Urteil fällte, war ein bürgerlicher Zionist. :Jdic erjciiv-r ■ Kor.;-:; in ei-- nnirnt-;rtn Tj-; orm e r lert t ■ leweri«? <;•. Gdai::.; sollte,: itionMvc Alijah iisive lern Z;V Palast Kon:;.'; larrr,"/ Krc : schal; c.: ^■i., -.5 r?gci -irien es nicht erlauben, die offizielle Verantwortung für ^;,c V^crk zu übernehmen. Unsere realistische Auffassung fin Resultat des Vcrantwortlichkcitsgcfühls, das wir für!!c janre Aufbauarbeit haben. Nach den Eröffnungsreden wurde ein Präsidium aus folalfc-i dfn Personen gewählt: Werlinski, Abg. Dr. Silberstein, die ei;; ' Levinson, Kaplan und Sprinzak. Zum Sekretär der Kon- •i.'"^ wurde Herr Taza (Warschau) gewählt Die Weltkonlerem der Poile Zfon j v/ien. (J.T. A.) In der Generaldebatte hoben sich die ■ ^rnsätre zwischen der mehr rechts gerichteten palästincn- \t1ien P°a'c Zion-Gruppc „A c h d u t h A w o d a h'\ sowie Anhängern aU!; anderen Landern, und der Gruppe, die urn die Leiter des Wcltverbandcs schart, scharf hervor. Tt Gegensätze bewegen sich u. a. um die Frage der Vcrlj"ung mit den linken Zcire Zion, die die Palästic^cr bedingungslos haben wollen, die anderen aber abr-fhncn. Keren K«jemeth«Kon!ereni Mittwoch, den S. d. M. um S Uhr abends begannim \ibcsaal der Musikakadcmic die für drei Tage anberaumte >:icrcnz des Keren Kajcmcth. An dieser Konferenz nahmen ■j:n den Mitgliedern des Direktoriums und den Leitern des ■■Mulcmer Hauptbüros die Vorsitzenden uiul leitenden Sckrcc der Landessammclstcllen sowie die in Wien anwesenden '.ijlicdcr der Landcskommissioncn teil. Außerdem sind eine :he von Experten und speziell geladene Gäste zur Kon- :tnz zugezogen. Propaganda-Delegatiostn des Kerei Kiiemetb Jerusalem. S.S. 1925. (P.C.) Die guten Erfahrungen, : der Keren Kajcmcth mit seiner im verflossenen Jahr zum ürnmal unternommenen Entsendung einer größeren Propa- •:da.Dclcgation aus Ercz Israel ins Ausland gemacht hat, hat i ermutigt, den Versuch für das Jahr 3uS6 in verstärktem ■vJang zu wiederholen. Den Kern der Delegation bilden auch •<mal wieder palästinensische Siedler und Arbeiter. Nahalal i\ zu der Delegation Chajim Schurcr und Schmucl Da j a 11 1. '^stellt, Kfar Jcchcskcl entsandte Kuschnicr, aus Kfar \Ir.uJi kommt G 1 w 0 n i, aus Pctach Tikwah der sephardisrhe '^lilu^ Mitrani. Vom Haschpmcr Hazair aus Bcth Alpha rn-.nu Lllcnbcrg, vom Haschomer Haizair aus Kfar Jcchcskcl -,v j}.:mmt Schcna bi. aus Kfar Jcladim, dem .Kinderdorf auf nC-P'"fn ^es Nationalfonds, nimmt der, Lehrer Asch bei an T^v' -r Delegation teil; dazu kommen die Lehrer Jcdidia und * edere r aus Jerusalem und die Schriftsteller Frl. Mangel '"■i Dr. Juris aus Tel Awj'w, sowie die bekannte Propagan- :in Frau Dr. Buchmil aus Jerusalem. Für'die Propap. , ,;"da unter den Orthodoxen, der der Keren Kajcmcth im nitac,/., mmenden Jahr besondere Aufmerksamkeit schenken wird, J.c Md bestimmt die Herren Dr. braun aus Jerusalem, der riter B c n - N u n aus Tel Awiw und Herr R a b i n o w i 11, Abrv:.; it VWV'i' re Pn: •; fo Vr-; t böraur.: f. logen i' *bcn. ■• I, wel: K»>r.;- anvlc; ■on J'i. «bin c ' fHchrr:. Whurc: picht - '> Sdicn »- igen \I ' Lr; jeder::; lein |, . Iitir a". f WiUi::. fdci; achdut-i \ Hitachi i f «i't das v: uns 51 :■?; freu, v ttte» i \ tt. Na;: [ lelrc .' Qt**S Jr Hicn, vi **■■! n -und;; 5*ü, " «B V!.' ■' Ich ir. Utile, >: essen, C ' *• «1 'Mine i NL die «ibien ' Sekretär der chassidischen Siedlung Nachlath Jakow. Das Erziebusgswesei in Palastioa 1 Colonel Syracs, der gegenwärtige Stellvertreter des ■iastinensischen High Commissioncr, hielt, wie die „Wiener ^enzeitung" meldet, bei der Schlußprüfung am Hebräischen Cäsium in Tcl-Awiw eine Ansprache, in der er mitdaß die palästinensische Regierung die Bereit- ,c"ung entsprechender Mittel für das jü-!che Erziehungswesen im Lande ins Auge :jsse. Die iQdisckeo Arbeiter in Paläslin* Einem kürzlich Norgelegten Berichte des Arbcits-Dcpartc- ::{s der Zionistischen Exekutive in Palästina entnehmen daß c]jc Gesamtzahl der jüdischen Arbeiter in Palästina 'K'wärtig rund 15C00 beträgt. Hiervon sind 5 500 in ': Landwirtschaft tätig, 3 0« im Bauwesen, 2S10 in der;htr'c, 1100 bei öffentlichen Arbeiten, 1 C01 bei Transportern und 930 in verschiedenen anderen Betrieben. I)ic Zahl der in industriellen Unternehmungen Palästinas .5cliaftigtcn Arbeiter verteilt sich in folgender Weise: in ^ilfabriken 579, in der Lederindustrie 330, in der Holz- und ^Industrie 512, im Baumatcrialgcwerbe 963, in der che-;jhcn Industrie 223, im Druckerei- und Papiergewerbe 6/6,;c[ Metallindustrie 81, in der Nahrungsmittelfabrikation 971 u in verschiedenen Gewerben 156. ., Aus Buenos Aires wird geschrieben: Die hiesige Z»o- .'7hc Organisation hat Herrn L. Gesang zum Delegierten . ..ücn 14. Kongreß gewählt. Vor seiner Abreise nach Wien .;h'r," Herr Gesang beim Präsidenten der argentinischen m< Dr. A 1 v e a r, in Audienz. . Präsident Alveir besprach mit dem Delegierten die gegen- S'2C LaKc clcs Zionismus und ersuchte Herrn Gesang, den CV?R der Sympathien der Regierung der argentinischen VrJr> ,Qr d>c hohen Ideale des Zionismus zu versichern. .1 rasidr-nt teilte ferner mit, daß er den bevollmächtigten ,;' «tcr in Wien beauftragt habe, bei der Eröffnung des Konc?s offiziell im Namen der argentinischen ,Sr!1Crung zu erscheinen. Auch werde er sämtliche euroj^en Legationen der Republik in einer Zirkularnote crrijn! dem argentinischen Kongrcfklelcgierten auf seiner %Vm fitesten Maße an die Hand zu gch«n. Beim Ab- -jnt Lßab <ler Präsident nochmals seinen aufrichtigsten ■ für €inc erfolgreiche Arbeit des Kongresses Die mm Joiüt-Äkßon Von Dr. Werner Senator. In die Reihe der Fragen, die sich für den Zionismus in der nationale/1 (io!u>politik ergeben, ist mit der Tatsache, daß der Joint seine Hilfstätigkeit in breitestem Maßstäbe auf konstruktiver Basis wiederaufnehmen will, daß er gewisse besondere Projekte landwirtschaftlicher Kolonisation hat. ein neues wichtiges Problem eingetreten. Es gilt unsere Stellung zu dieser neuen. Arbeit unter sorgfältigster Berücksichtigung aller wichtigen Momente klar zu bestimmen. Die Tatsachen sind den Lesern der Rundschau im wesentlichen bekannt. Dvr Joint plant die Wiederaufnahme seiner Tätigkeit diesmal fast ausschließlich auf konstruktiver Basis und beabsichtigt, für .diesen Zweck in Amerika durch einen Drive im Laufe der nächsten drei Jahre den Betrag von 15 Millionen Dollar aufzubringen. Dieser Betrag M nicht lediglich für Hilfsarbeit in Rußland bestimmt. 7« 5*Millionen sollen für das Konsolidierungswerk der ökonomischen Basis der Judenhcitcn außerhalb Rußlands verwandt werden. Von den restlichen 7'/; Millionen denkt man 4 5 Millionen für die landwirtschaftliche Kolonisation in Rußland bereitzustellen. Der Rc*t sowie auch die ersten 7','3 Millionen sollen für Kreditkooperativen, Banken, Haudwerkerschulcn, medizinische Hilfe, Waisenfürsorge zum Wiederaufbau und zur Durchhaltung der betreffenden Institutionen dienen. F; würde zu weit führen, hier noch Einzelheiten zu geben, man wird vielmehr das genaue Kolonisationspropramm abwarten müssen, um kritisch zu den Details Stellung zu nehmen. Nur mag hier bemerkt sein, daß es sich jedenfalls nicht um ein ..Krimprojekt" handelt, wenn man an eine landwirtschaftliche Kolonisation denkt, sondern um die Ansetzung einiger tausend jüdischer Familien auf Regicrungsland mit amerikanisch-jüdischer Hilfe in der Südukraine, vor allem also dem Gebiet der alten jüdischen Kolonisation (Chcrson). in Weißrußland und zum Teil bisher etwa ein Viertel auch in der Krim. Wir haben es also mit einem großangelegten Versuch zu tun, das Problem der Berufsumseliiclitung, das für das jüdische Volk im ("iolus und in Palästina brennend ist, in Angriff zu nehmen. Bei diesem Versuch soll die Uebcrführung zur Landwirtschaft, was die Mittel angeht, eine wesentliche, nicht die entscheidende, Rolle spielen. Unternommen wird dieser Versuch in einem Lande, wo die Möglichkeit, freie Ländereien zu bekommen, gegeben ist, in dem die Regierung den notwendigen Boden zur Verfügung stellt, und von sich aus die Kolonisation fördert. Die ökonomisch-soziologische Struktur unseres Volkes ist heute eine derartige, daß wir als nationale Juden, die wir die Erhaltung unseres Volkes als die primäre Forderung ansehen, nach deren Erfüllung wir erst an weitere Pläne herangehen können, jedes der drei Mittel, das das Volk instinktiv zur Selbsterhallting benutzt, bejahen müssen. Wir sind nur zu leicht geneigt, einseitig, eindeutig Lösungen zu geben und Entscheidungen zu treffen. Es ist aber klar, daß im gegenwärtigen Augenblick uns sowohl Auswanderung, d. h. Regelung der Emigration, wie auch umfassende Berufsumschiehtung in den (ioliisl.'indern, d. h. innere Kolonisation und Konsolidierung des jüdischen Handwerks und Handels, v.ie auch Palästinakolonisation, d. h. Sicherung unserer nationalen Heimstätte, notwendig ist. Unsere Stellung als Zionlstcn, die wir die nationale Existenz des jüdischen Volkes auch im Golus bejahen und fordern, weil schon kein Streit mehr darüber besteht, daß für absehbare Zeit Palästina nicht die Judenheit der Welt aufnehmen kann und soll, muß daher zu dem Projekt der Amerikaner positiv sein. Unser nationales Pflichtgefühl kann es nicht zulassen, daß wir etwa dem Versuch, unserem Volk im Osten eine gesunde ökonomische Basis zu schaffen und damit seine nationalen Kräfte zu stärken, ablehnend gegenüberstehen, weil wir eine Konkurrenz für Palästina befürchten. Im Gegenteil: Wir als Zionisten haben diese Arbeit aufs stärkste zu bejahen. Denn dieser große Versuch der Umschichtung kann und wird in den Ländern des Ostens, aus denen auch nach hundertprozentigem Gelingen Juden werden auswandern müssen und in denen auch nach hundertprozentigem Gelingen Ercz-Isracl und nicht die LIkraine das Land der „nationalen Heimstätte" sein wird, in stärkster Weise erzieherisch auf die jüdischen Massen wirken und die Menschen auch für unsere Palästinakolonisation vorbereiten. Niemand würde es verstehen, wenn wir bei diesem großen nationalen Werk der Rekonstruktion der östlichen Judenheit mit unseren Sympathien und mit unserer Arbeit abseits stehen würden. Und der Umstand, daß uns Zionisfen heute praktisch noch nicht die Möglichkeit freier Arbeit in Rußland gegeben ist, kann eine vorausschauende zionistische Politik nicht hindern, dem Werk selbst unsere volle Zustimmung zu gehen. Ts ist sehr wahrscheinlich, daß bei einer Reihe von Gruppen, die hei dem neuen Werk mit dabei sind, politisch antizionistische Tendenzen mitsprechen. Der jüdische Kommunismus in Rußland hat heute noch eine klar erkennbare antizionistischc Front. Unsere Aufgabe ist es, diese Position von innen durch Bejahung und Mitarbeit an jeglicher nationaler Arbeit zu unterhöhlen. Neben diesen prinzipiellen Erwägungen müssen aber auch rein taktische Beobachtungen uns zu dem Ergebnis führen, dem Projekt positiv gegenüberzustehen, und soweit Konfliktsmöglichkeiten vorliegen, wie wir gleich sehen werden, eine Verständigung zu suchen. Fs unterliegt keinem Zweifel, daß ein Jointdrivc, um den Befrag von 15 Millionen Dollar gewisse Gefahren für die Verbreiterung der Basis des Keren Hajcssod In Amerika haben kann. Wenn wir heute aus Konkurrenzfurcht einen Kampf gegen die Marshall-Warburg-Gruppc als den Träger der Jointkampagnc entfesseln würden, würden wir wahrscheinlich die bisherigen Eingänge des Keren Hajcssod nicht wesentlich gefährden. Denn Palästina und die Arbeit der letzten Jahre sind heute dem amerikanischen Judentum teuer und vertraut. Aber wir würden die Erweiterung des Keren Hajessod auf Jahre hinaus unmöglich machen und wir würden höchst wahrscheinlich auch die Sammclarbeit de* Joint, empfindlich stören, da naturgemäß es recht leicht ist, Menschen zu veranlassen, nichts zu geben. Aus zwei Gründen nun können wir eine solche Stellung keinesfalls einnehmen: Wir haben nicht das Recht, nachdem die Dinge so weit vorgeschritten sind, die Verbreiterung der Ökonomischen Basis unseres Aufbauwerks in Palästina,.die wesentlich von der Steigerung i dtr.. Einnahmen des amerikanischen Keren Hajcssod, abhangt, leichtsinnig zu gefährden. Und wir haben ebensowenig das Recht, ein nationales Aufbauwerk von höchster Bedeutung, wie es der amerikanische Versuch, wenn er mit nationalen Kräften unternommen wird, darstellt zu schädigen. ' Wohl aber ergibt sich für uns, die wir von der absoluten Notwendigkeit überzeugt sind, unser Aufbauwerk in Palästina im Laufe der nächsten Jahre aufs stärkste zu entwickeln, die wir davon überzeugt sind, daß diese Entwicklung bei aller Beteiligung privaten Kapitals nur vor sich gehen kann bei verdoppeltem und verdreifachtem nationalen Budget, die Pflicht, einen Weg zu suchen, «er «m diese Entwicklung gewährleistet. Es muß klar ausgesprochen werden, — und das ist die politische Seite der Angelegenheit - daß die Jcwish Agcncy bei aller unserer Bereitwilligkeit, alle Schichten, demokratische und nichtdemokratische, des jüdischen Volkes au der Verantwortung und Leitung des Palästinawcrkes zu beteiligen, mir dann Wert für uns hat, wenn uns die notwendige Verbreiterung der ökonomischen Eiasis unserer Kolonisation durch sie garantiert erscheint. Wenn heute gerade von den Kreisen aus, die seit den Bemühungen Dr. Weizmanns und Dr. Ruppins so groä« Interesse für das Palästinawerk gezeigt haben und bereit sind, in die Jcwish Agcncy einzutreten, ein so gewaltiges und umfassendes Wiederaufbauprojekt in Angriff genommen wird, müssen uns diese Kreise die notwendigen Zusicherungen geben, die die Weiterführung, d. h. Verbreiterung der Palästinakolonisation sicherstellen. Ein solcher Weg erscheint bei der Stellung der proinlnenten Führer des Joint zum Palästina-Aufbau gangbar. Es ist klar, daß wir in dieser Sache große Zurückhaltung werden bewahren müssen, um nicht Vorstellungen zu e£ wecken, die vielleicht geeignet sind, Mißverständnisse über unsere Kräfte und unsere Bereitwilligkeit hervorzurufen. Es ist unserer Ansicht nach Sache der Kreise, die in engster Fühlung mit den Führern des Joint sowohl wie der zionistischen Bewegung stehen, die notwendigen Schritte zu tun, um eine Verständigung über die Beteiligung der Jointkreisc an den erweiterten Palästinabudgets der kommenden Jahre im notwendigen Umfange herbeizuführen. Probleme der Kolonisation Von Dr. S. E. S o s k i 11. Der Verfasser des nachstehenden Aufsatzes Dr. Soskin ist bekanntlich der Verfechter einer intensiven Kolonisationsmethodc (Ackerbcctkultur), mit der demnächst ein größerer Versuch gemacht werden soll. Er vertritt seine Idee mit großer Leidenschaft, der auch die Schärfe seiner Polemik zugute zu halten ist. Red. Der Aufsatz von Dr. Ruppin in Nr. 51 der „J. R." hat mich überrascht und enttäuscht. Die II Punkte, in denen Ruppin die Bedingungen zusammenfaßt, die ein zukünftiger Kolonist zu erfüllen hat, sind derart wildfremd, daß mau sich fragen muß, ob der Verfasser denn wirklich die Kolonisation in Palästina einerseits und die einwandernden Juden andererseits kennt. Aber um die Hauptsache — was der Kolonist machen soll, um eine rentable Wirtschaft zu haben, geht Ruppin herum. Er läßt sich breit aus über die Beträge, die der Manu selbst haben soll -- der gegenwärtig beliebte 500-Pfund- Mann ist nunmehr der Gegenstand seiner Fürsorge —, die Kredite, die ihm der Keren Hajcssod gewähren soll, werden genau auf die Summe dekrediert, aber er sagt nicht, wor.nus er seine Existenz ziehen und Zinsen für das Darlehen zahlen soll. Der 500-Pfund-Mann w ird unversehens in den ,,gemischten" Typ des Fmcks .und der uutcrgaliläischcii, Kolonien hineingezogen, der das Land vom J. N. F. bekommt, dazu eine Anleihe von £ 200 vom Keren Hajcssod, die freilich nicht ausreichen wird. Die volle Wirtschaft kostet nicht £ 500, sondern schon nach dieser Rechnung £ 1200, in Wirklichkeit aber £ 1500, wie es die tägliche Praxis zeigt, besonders wenn ein massives Wohnhaus gefordert wird. Das heißt, daß der 500-Pfund-Mann in die allen Bahnen der extensiven Wirtschaft mit 100 Dunam gedrängt wird, und dieser „Mittelstand", der mit eigenen Mitteln kolonisieren und die Ocffcntlichkcit nur sehr wenig kosten, ebenso den Nationalsäckcl belasten soll, wenn auch nur um einige Hundert Pfund weniger. Hat Dr. Ruppin nichts über die intensiveren Formen der Siedlung, auf kleinen Parzellen, gehört, die überhaupt mit nur £ 500 bewerkstelligt werden kann? War er nicht auf dem XIf. Kongreß zugegen, als ein Betrag für diesen Versuch bewilligt wurde? Hai er denn nicht selbst erst im Frühjahr dieses Jahres in der Sitzung der erweiterten Exekutive in Tcl-Awiw öffentlich verkündet, man wolle nunmehr an die Ausführung des „Soskin"schcn Planes herangehen? Oder hat man sich dies schon wieder anders überlegt? Eines ist klar: bei Ruppin findet dieser Plan keine Unterstützung, in Ruppin finden diese Ideen noch immer keine Anhänger, geschweige denn einen Befürworter. Aber siehe da! Unbemerkt, fast unbewußt geht Ruppin. wie immer fußend auf Octtingcr, dazu über — und dies in einem Aufsatz, der betitelt ist „Die Ansicdlung bemittelter Elemente in der Landwirtschaft" — die Kolonisation der u :i - bemittelten Elemente — der Chalu/im — zu behandeln und für sie eine Finanzierungsmcthode — ebenso dogmatisch und apodiktisch — ausfindig zu machen. Wir sind selbstredend alle der Ansicht, daß mau Mittel und Wege finden müsse, um den Unbemittelten den Zugang zu Land und Landwirtschaft zu ermöglichen. Ruppin tut es aber in einer Weis?, die alles andere fast ausschließt, trotzdem oder gerade dadurch, daß er Paragraphen — erschwerende Paragraphen — für die Ansicdlung des Mittelstandes schafft. Er kann näm^cn sein Herz nicht verleugnen. Für ihn gibt es nur eine Kolonisation — der Chaluzim. Sein Aufsatz klingt in einer Art Apothcse des Chaluz aus, dem „ein neuer Geist der Arbciwfreudigkeit und der Liebe zur Landwirtschaft in""\vohnl". Was wissen Sic, Herr Ruppin, von dem Geiste dvr A ti deren, die noch keine Gelegenheit gehabt haben, die palästinensische Scholle zu bearbeiten? Wir hören von Kennern der polmsc.icn Verhältnisse, daß ein starker Drang zum Lande und zur Landwirtschaft auch in jenen Kreisen besteht. Es ist abzuwarten, ob aus diesem Element nicht eine stabilere ländliche Siedlung zustande kommt, wenn freilich gesunde ökonomische Unterlagen für sie geschaffen sind. ( Das Finanzmittel selbst — die Gründung einer Aror.tcransiedhmgsgesellschaft, die monatliche Beiträge von den Mitgliedern, Spenden und Darlehen suchen soll, — fällt allerdings sehr ärmlich aus. Eine Finanzierung der Siedlung der Arbeiterschaft auf Grundlage von Mouatsbeiträgen und Spenden — dafür müßten sich die Arbeiter selbst bedanken. Es gibt andere, wirtschaftlichere Wege und Mittel. Erst muh aber die Form akzeptiert werden, die eine ökonomische Basis für den Siedler schafft — das ist die intensivste Ausnutzung des Bodens in kleinen Parzellen. Hier möchte ich auf zwei Aufsätze über die Frage der Finanzierung der neuen Siedlung Bezug nehmen, die unlängst in dec „Wien«: Morecnzcitung" erschienen sind: