Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 63 (11.8.1925)
- Date
- 1925-08-11
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 543 ösr K®Bl<raiz te Mm la|«it Ii mm jjationallonds-Kommission für De Uta eh- );-;'L der am 12. August in Wien beginnenden Welt-;!^rnz dl'r Vertrauensleute des K. K. L. durch ihre Mit- : \!f W oll^tcincr, Dr. Erhard und Dr. B a e r ver-?ein wird, hat die folgenden Thesen nebst Begründung; C!c zukünftige Tätigkeit des K. K. L. aufgestellt und wird ■', £cr Konferenz vorlegen. : ^e der Deuischeti Sammelstelle des Kercn Ka- )fib an die Konferenz des Keren Kajcmefh LejUrael V in Wien \\ | I. Bodenpolitik. | . ist notwendig, den Beschluß der Londoner Jahresfj(.cm erneut zu bestätigen, wonach der Keren Kajemcth Tri>gcr c*cr BodeDP°litik in Stadt und *-an<* »st. £ o Er hat also danach, wie nach seinen Statuten, nicht P.dic Aufgabe der Gculath Haarcz, sondern auch die einer K^dcn Bodenverteilung in Stadt und Land und soll der ^Spekulation entgegenwirken. Er soll daher in Zukunft is-h in den Städten insbesondere vorstädtischen Boden, und l'.fr Boden in der Nähe der alten Kolonien erwerben. Ii 3 In Ergänzung seiner bisherigen Tätigkeit soll der Keren [■ rtneth auch die Ansiedlung bemittelter selbst arbeitender? ■•seilte fördern. i< 4. Dn< Direktorium des K. K. soll versuchen, sofort eine ' Irre Anleihe für den K.K. zwecks beschleunigten Boden- •Ijirbs zu erhalten. l\ II, Keren Kajemeth und Organisation. I i 1 Der Bodenerwerb durch den Keren Kajemeth ist die' K-ndla^c des nationalen Aufbaus. Zur Vereinheitlichung ■■"> für den Aufbau erforderlichen Arbeiten soll von der ■ rkutive ein Kolonisationsplan aufgestellt werden, der die : irrsten Arbeiten der unter Kontrolle der Zionistischen Or- »iQtinn stehenden Gesellschaften und Institute regelt. 2. Zur Durchführung dieses Planes ist eine Zcntralinrtanz; «Hüffen, der Vertreter aller Organisationen angehören. '■'] 3. Die Tätigkeit des Kercn Kajemeth ist auf Bodenerwerb :auf Ameliorationcn zu beschränken. : 4. Ameliorationcn sollen nur in einem solchen Ausmaß ,! .Ii den K. K. L. durchgeführt werden, daß seine Mittel; seine Hauptaufgabe ausreichen. Der Kongreß soll den ■ -hng der Ameliorationcn im Verhältnis zu den Ausgaben -'. Bodenerwerb bestimmen. i 5. Der Sicdlungsplan und die Schaffung einer Kolonisations- : iralc genügen für die Vereinheitlichung der Kolonisation. •jbtr hinaus ist die Aufnahme des K. K. L. in das Budget . Kongresses nicht erforderlich. Iii. K'crcn Kajemeth und Kercn Hajessod 1. Die gesamte Gcldaufbringungspropaganda ist — wie;? Ideenpropaganda — von einer Zentralstelle von Erezd aus einheitlich zu leiten. Ihren Anweisungen haben Landessammclstellen zu folgen. 2. Die Praxis in Deutschland hat erwiesen, daß K. K. L. ■d K.H. eine einheitliche Propaganda mit Erfolg treiben -ncn. So hat sich z. B. die gemeinsame Herstellung von ss, Broschüren, einer illustrierten Zeitung usw. bewährt, ruber hinaus soll auch eine enge Zusammenarbeit bei der janisierung von Aktionen erfolgen. 3. Darüber hinaus hat eine Verschmelzung der Sammelte zu unterbleiben. Die Fonds bleiben vielmehr in gesamten Arbeit selbständig. : Bfgrfindang V I. ': N:ch der Vorstellung seiner Begründer, nach seinen Sta-!und nach dem Willen der Zionistischen Organisation i; - drm Kercn Kajemeth von jeher zwei Aufgaben gestellt: j '-'i'h lharcz im allgemeinen und Bodenreform im [ '^errn. Dieser Aufgabe ist der Keren Kajemeth in der; -;tn Zeit nicht gerecht geworden. Dadurch, daß er im;; etlichen nur landwirtschaftlichen Boden erwarb und den : crb von anderem Boden vernachlässigte, konnte er auf ' : w^rheure in der letzten Zeit einsetzende Spekulation;,': städtischem, vorstädtischem und ländlichem Boden in ' Nohc der alten Kolonien nicht einwirken und nur wenig f ■* beitragen, daß die schädlichen Folgen der Spekulation "-"Schalt«?- wurden. So wichtig auch der Erwerb großer I 7^cn landwirtschaftlichen Bodens ist, — weil die Land- :;chaft überhaupt die Grundlage unseres gesamten Aufbaubildet — so darf in Zukunft doch der Erwerb städtischen ' ,fn nicht vernachlässigt werden, weil es auch hier wie in '.:1'^Wirtschaft gilt, 7. T. mittellosen Elementen, der sich .;. ',kfr entwickelnden Arbeiterschaft der Städte, auf vorf.;;s'hcm Boden, auf den Schchunoth Owdim, zu einer U;!'cn Bodenständigkeit zu verhelfen, und noch darüber "3« mit genügenden Bodcnrcscrvcn, die der Kercn Ka- [ i:::h für andere, bemittelte, Elemente bereit zu stellen \ ' d,e Preise des städtischen Bodens in erträglicher Hohe : haI<fn. Denn nur bei erträglichen Bodenpreisen, und als •f./P Folgc bei erträglichem Miels/ins, i<t eine gesunde nyhc!:r Dauer verbürgende jüdische Siedlung zu erzielen, (j ist der Beschluß der Londoner Konferenz, der die -V^r des Kercn Kajemeth festlegte, Träger der Bodcnfk »« Stadt und Land zu sein, zu wiederholen. | .^rao: in dieser Zeit, in der eine gesteigerte Bodenkaufsi ,^hf,'t in Ercz-Isracl vor sich geht, muß der K. K. L. mit ' .V^-em Nachdruck und mit besonderer Beschleunigung ,J'c Bodenflächen in seinen Besitz bringen. Er. muß sich;;"{ neuer Mittel und Wege bedienen, jedenfalls den ern- '■: Ersuch machen, seine Mittel im Moment zu vergrößern .fereit zu stellen. Hierfür kommt in erster Linie eine f * d-, in Fra?c- Es ka"n nicht verkannt werden, daß [t^ck-sicht auf die ungenügenden Sicherungsobjelctc (schwer p; :*cr;barcr Boden, nicht feststehende Einnahmen aus Pacht, j; .^nkende Spenden) eine Anleihe auf d :m internationalen |,-",''3lm'rkt schwer unterzubringen ist; aber es muß doch r:, ^icht und geprüft worden, ob nicht aut dem zionistischen;;.;r indischen Kapitalmarkt mit Hilfe unserer Banken oder Jcwlf>ii Agencv ein solches Darlehen zu erhalten ist. j . - se»icn davor soll der Kercn Kajemeth wie schon bisher ■'•"it^D Anfängen versuchen, die künftigen Ansiedler auf >U'Jy Boöen zu Beisteuern für den Bodenpreis heranzuziehen. «SdfoS«. von bemittelten Siedlern von vornherein j Q Beitrag zu erhalten, der auf den Pachtzins vexrechr.-t werden k.inn, weil die Ansiedler hierbei .uieh noch immer billiger wegkommen aK heim Erwerb des Hodens. Zumindest wird es gelingen, von ihnen ein langfristiges Darlehen zu erhnlt"n. Solche Abmadiungen werden die erfreuliche Nebenwirkung haben, daß der Keren Kajemeth von vornherein in ein juristisch bec-timmtes Verhältnis kommt. . II. Der Keren Kajemeth kann seiner Aufgabe, die Grundlage des nationalen Aufbaus zu schaffen, in vollem Maße und zum begen de-, Aufbaus nur gerecht werden, wenn die gesamte ^icalung Palastinns, von der Erwerbung des Bodens angefangen bis?ur Installierung der Siedler, nach einheitlichen Grundrat/cn und im Zusammenarbeiten aller an der Kolonisation üctciligtcn vor :ich geht. Von Kennern des Landes i<t zu hören und aus der Presse festzustellen, daß die gegenwartigen Zustände in Ercz Israel noch weit von solcher Zusammenarbeit entfernt sind, und daß die Zersplitterung der bei der Besiedlung beteiligten Instanzen Mittel und Arbeitskräfte unnötig autbraucht. Vom Standpunkt des K. K. L. aus (wie natürlich auch mit Rücksicht aut den gesamten Aufhau) ist daher ein von der Palästina-Exekutive abgestellter Kolonisationsplan zu verlangen, der die gesamten Arbeiten der unter Kontrolle der Zionistischen Organisation stehenden Gesellschaften und Instanzen enthält. Ein solcher Plan wird aber naturgemäß nur durchgeführt werden, wenn eine Instanz seine Durchführung beobachtet und regelt. Diese Instanz, die aus Vertretern aller Organisationen und Instituten zusammengesetzt ist, muß in regelmäßigen Ausführungen die Durchführung des Planes in seinen i'iii/elltciteu beschreiben und nach den Notwendigkeiten der Wirtschaft ergänzen und durchführen. Bei Autstellung des Plans ist davon auszugehen, daß die Tätigkeit des K. K. L. eindeutig bestimmt ist. Er ist — im Gegensatz zu seiner Tätigkeit vor dem Kriege —- aut Bodenerwerb und Amclioration zu beschränken. Bodenerwerb ist seine vornehmste Aufgabe. Nur wenn er dieser in immer steigendem Maße nachkommt,' wird er in immer steigendem Malic Mittel aus derjüdischen Welt erhalten. Aut Bodcnerwerh allein beruht seine Popularität. Ihm andere Aufgaben zuschreiben, heißt, ihn seiner Wirkung aut die jüdische *Wclt zu berauben. Zu dieser l'.odcncrwerbstätigkcit gehört aber die Ameliorierung des Möllens. Was darunter /u verstehen i'.t und wie weit die. Antelioralioneii diiich/ufiilireii sind, mögen im _ einzelnen Falle die Sachverständigen entscheiden. Es wäre jedoch gut, wenn — um Streitigkeiten zwischen K. K. L. und anderen Institutionen zu vermeiden — der Kongreß einen bestimmten Prozentsatz festsetzen würde, den im Verhältnis zu den Ausgaben für Bodenerwerb der K. K. L. für Amclioratlonc:- auszugeben hat. Da durch den Sicdlungsplan und die Schaflung einer Zentrale die Zusammenarbeit aller Institutionen gewährleistet ist, ist eine Aufnahme des K. K. L. in das Budget des Kongresses nicht erforderlich. Die Aufgabe des K. K. L.f möglichst viel Boden zu erwerben, ist von einer so einzigartigen Bedeutung, daß seine Tätigkeit auch gar nicht in ein Budget zur Durchführung bestimmter im vornherein begrenzter Aufgaben gehört. Auch politische Gründe, außenpolitische und inner jüdische, sprechen dagegen; außenpolitische, weil durch die Festlegung einer Summe für Bodenkaut leicht in den Boden verkaufenden Kreisen die Neigung zu Boden Steigerungen gestärkt oder ausgelöst werden kann; innerjüdische, weil der K. K. L. der Zionistischen Organisation als Fondserhalten bleiben soll, während der Kercn Hajessod in die Jewish Agency übergeht. III. Die Uneinhcitlichkcit bei der Verwendung der für die Kolonisation eingehenden Gelder, die in Ercz Israel zu merken ist, zeigt sich auch bei der Propagandatätigkeit der Fonds im Galuth, sehr zum Schaden der Fonds und unseres Aufbauwerks. Die gesamte Gcldaufbringungs-Propaganda müßte daher (wie auch die Ideenpropaganda) von einer Zentralstelle in Ercz Israel aus geleistet werden, so daß die Landessammclstellen diesen Anweisungen folgen. Von dieser Zentralstelle aus müßten festgestellt werden; sowohl die Methoden und Sammclmiitcl, wie auch die Menschen wie auch die Zeiten der Sammlungen für die beiden Hauptfonds und andere wichtige Institutionen. Dadurch würden die noch vorhandenen gegenseitigen Störungen, insbesondere von K. K. L. und K. H., bis zu einem unwesentlichen Teil verschwinden. Daß dies in immer stärkerem Maße möglich ist, wenn — bei Betonung der Verschiedenheiten der Ätcthodcn und Samnielmittcl — gemeinsame. Arbeit geleistet wird, zeigt das Beispiel von Deutschland, wo in der letzten Zeit durch einen gemeinsamen Film und die gemeinsame Zeitschrift „Aufbau" eine gewisse PropagamlamögJichkcit gegeben ist. Es ist wohl möglich — ohne die Spender zu verwirren — die Bedeutung der beiden Fonds auseinanderzusetzen und aut ihre verschiedenen Charaktere als Steuer- und Spcndcufonds hinzuweisen. Mit dem wachsenden Verständnis für Palästina können auch neue Anforderungen an die Spender gestellt werden. Darum können in Zukunft die von dem einen Fonds unternommenen Aktionen von dem anderen ausgenutzt werden. Wenn z. B. eine K. 11 .-Aktion stattgefunden hat, so können noch immer durch weniger qualifizierte Kräfte die nicht besuchten Spender für den K. K. L. bearbeitet werden. Zusammenarbeit ist aber nicht Verschmelzung una dart es nicht sein. Der K. K. L. hat, wie bereits angedeutet wurde, eine bcr.ll-.r.mte Tradition, ein I leer von Mitarbeitern, und bestimmte ausgebildete Methoden, die ihre Werbekraft nur bei Autrcchterhaltung des eigenen Apparates ausüben können. Die KoQnreßivshieo ia der Tschechoslowakei Bei den Kongrcßwahlcn in der Tschechoslowakei wurden 6104 gültige Stimmen abgegeben. Davon entfielen auf Liste 1 (Konfcrcnzgcmeiuschaft radikaler Zionisten, Listenführer Dr. Emil M a r g u 1 i e s) 1027 Stimmen; kein Mandat. Auf Liste 2 (Dr. Oskar Epstein) 360 Stimmen; kein Mandat. Liste 3 (offizielle Partei, Listcnführcr Dr. Josef Rufcisen) -1017 Stimmen; vier Mandate. Somit fallen sämtliche von der Tschechoslowakei zu besetzenden Mandate der vom Landesverbände aufgestellten Liste zu. Die Delegierten der Tschechoslowakei sind demnach: Dr. Josef Hufeisen (Mähr.-Ostrau); Dr. Oswald Löbl (Bcth.- Alpha); Dr. Karl F erbst ein (Prcsko); Ing. Hermahn Stapler (Olmütz). _ Schckcl-Sammlungcn in Sowjet-Rußland. Wie die J. T A. aas Rußland meldet, hat die Partei Zeire Zion-Hitachdutli in diesem Jahre rund 23 000 Schkolirn untergebracht. Die Partei der Zionisten-Sozialistcn (linke Zeire Zion) hat in diesem Jahre 20 512 Schkolirn (gegen 5299 im vergangenem Jahre) verkauft. Diese Zahl ist nicht endgültig und dürfte sich nodi erhöhen. x Die TäfifjUcit der „American Zion Comiuoinveallh44 Die American Zion-Commonwcalth (Kchiliath /Jon) wurde in den Vereinigten Staaten im Oktober IQ.H mit einem Grundkapital von 250 000 Dollar gegründet. Ihre Tätigkeit in Pal*. Mina hat dir Koliili.illa Zion erst im jahrr 1QP) begonnm. Seit 192-1 ist sie in Palästina als ausländische amerikanische Gesellschaft registriert. Sic war seit ihrer Begründung die offizielle Körperschaft der Ameiiknnisrh-zionistischen Organisation und arbeitete unter deren Kontrolle auf dem Gebiete der auf Privatinitiative gegründeten Kolonisation, sowie der Kcien-Kajemeth in Amerika auf demjenigen der nationalen. — Aufgabe der Kehiliath Zion ist es, Boden in E. J. zu erwerben, ihn zu sanieren, mit Wegen und Wasser zu versehen und ihn in einem für Kultivierung brauchbaren Zustande an einzelne mit eigenem Kapital versehene Siedler oder Gruppen unter gunstigen Bedingungen abzutreten. — B o d c n k ä u f e. Bei denselhen benutzt die Kehiliath Zion die Hilfe der P. L D. C. und akzeptiert ü..s Prinzip, daß der Keren-Kajcmctli das Vorzugsrecht bei der Auswahl der von der P. L. D. C. gekauften Böden hat. Seit 1010 hat die Kehiliath Zion folgende Böden in Ercz-Isracl gekauft: 1. Balfouria SO0O Dunam 2. Kub el Nasra 5'"100 „ 3. Afuleh ' 8000 „ 4. Gelil 14000 „ 5. Sch'chunath Schcinkin 700 „ Ferner hat die Gesellschaft Kaufvcrhandlungen über ca. dOOOO Dunam an verschiedenen Stellen eingeleitet, die jedoch noch nicht faktisch oder rechtlich abgeschlossen sind. An städtischem Boden hat die Kehiliath Zion käuflich erworben: 1. r)0 000 Pick in Talpioth Jerusalem 2. 70 000 „ „ Givcath Lliahu. Außerdem eine größere Fläche in Jerusalem von 300Odo Pick und in Haifa am Hadar Hakarmel, sowie am Karmcl . (zusammen ca. 300 000 Pick). Kolonisationsarbeit. Auf dem erworbenen Boden hat die Kehiliath Zion kolonisatorische Experimente mit kleinbürgerlichen jüdischen Elementen gemacht, die nach vielen Richtungen hin für das Problem der Kolrmisierung E. J. durch Juden von Bedeutung, sind. — Die Kehiliath Zion steht auf dem Standpunkt, daß die Amclioration des Bodens von .-.einer sp.iteicn Bewirtschaftung abgeteilt und von einer sich damit befa.-.seiideu Organisation gemacht /.u werden hat, wie durch die Siedler selbst. Der Kolonist hat einen aineliorierteu Boden, Wohnhaus und Wirtschaftsgebäude fertig gegen Bezahlung zu erhalten und sofort an seine Bearbeitung anzutreten. Die Trocknung der Sümpfe, Bewaldung, Entwässerung, Verbindung mit der Bahn, Wasserversorgung, Aufteilung in Wirtschaftseinheiten besorgt die „Kehiliath Zion" durch jüdische Arbeiter, die später auf dem auf diese Weise amcliorisiertcn Boden angesiedelt werden sollen. Dadurch ist es möglich, die Amclioration planmäßig, systematisch, gründlich und billiger zu gestalten. — Nach diesem System wurden gebaut: 1. Balfouria. Diese Kolonie ist das erste" Experiment, hiesige palästinensische Elemente nach den oben geschilderten Prinzipien anzusiedeln. — In Balfouria investierte die Kehiliath Zion für Sanierung, Wasser und Wege 20000 £, außerdem ca. 30 000 £ für Häuser und Wirtschaftsgebäude. Angesiedelt wurden 50 Familien, welche die Investitionen der Kehiliath Zion im Verlaufe von 25 Jahren zurückzuerstatten Itnbcn.. 2. licrzliah. Auch in diese am rechten Ufer des Jarkon, ca. 13 km von Tel-Awiw entlegene Gartenstadt investierte die Kehiliath Zion bis jetzt ca. 20 000 £ für Amclioration. — Die Siedlung hat mit 100 Familien begonnen, welche aus Palästina, Europa und Amerika stammen und die ein durchschnittliches Vermögen von 500—dOO £ pro Familie besitzen. Diese Ansiedler basieren ihre Wirtschaft in erster Linie auf eigene Mittel. Ihrerseits hat die Kehiliath Zion einen Kredit von .'',0 000 £ (im Durchschnitt ca. 300 £ pro Familie) ausgesetzt, um den Ansiedlern die Einwirtschaftung zu ermöglichen. 3. Afuleh. In Afuleh, dem wichtigsten Knotenpunkt des Emck, hat Kehiliath Zion zusammen mit „Mcshck" es unternommen, eine Stadt nach einem im voraus entworfenen Plaue zu gründen. Die Arbeiten bei den Chausseen haben schon begonnen. Um den Bau zu beschleunigen, hat die Kehiliath Zion einen gewissen Kredit für diejenigen ausgesetzt, welche sich in kürzester Zeit zum Bau von Wohnhäusern, Gc>chäften, Hoteis oder von industriellen Einrichtungen nehmen werden. Nach den ersten Anmeldungen zu urteilen, verspricht die Stadt eine rasche Entwicklung. — Die weiteren Böden wurden verschiedenen Gruppen polnischer, rumänischer und anderer Juden zu verschiedenen Zwecken verkauft. Diese Gruppen beabsichtigen, teilweise landwirtschaftliche Siedlungen zu bilden, teilweise sich mit Industrie zu beschäftigen. Außer diesen Arbeiten, welche direkt von der Kehiliath Zion geleitet werden, sind gewisse wichtige Arbeitskomplexe speziellen von der Kehiliath Zion gebildeten Tochtergesellschaften übergeben worden. - Eine solche Gesellschaft, deren sämtliche Aktien Eigentum des Kehiliath Zion sind, ist 1. „Palcstine securitics Co. I n c". Diese Ocsiiischaft wurde zu den Zwecken gebildet, eine Anleihe für die Stadt Tel-Awiw in Amerika zu verschaffen. Durch die kapitalistischen und propagandistischen Bemühungen der leitenden Männer der Kehiliath Zion ist es im Jahre 1923 gelungen, eine Anleihe von IQilOO £ zu gewinnen, welche auf drin Vermögen von Tel-Awiw gesichert wurde. Dieser Frfolg hat bewiesen, daß in Amerika Geld nicht nur für den Krvcn-Hajessod und den Kcrcn-Kajcmcth, sondern auch für alle praktischen Einrichtungen, welche durch die jüdische Privatinitiative in E. J. geschaffen werden, zu finden ist. Es hat sich ferner herausgestellt, daii das reale Leben Palästinas schon Objekte hat, welche als eine Kreditbasis für das ausländische vorerst jüdische Kapital dienen können. Von der Tcl-Awiwer Anleihe ist nur ein Schritt weilcr zu einer zweiten, vvlclie sämtliche reifen und schon cnlwiekcl.e.i ji;.ii-cheu städtischen und ländlichen Siedlungen als Unterlage (Objekt, und Subjekt dienen können. Zu diesem Zwecke wurde ein Verband der M u n z i na 1 i t ä t c n (Chcwer Hairioth) gegründet, der bereits die Erlaubnis der Palastina-fve;icrung tu r eine Anleihe von 2000000 Dollar eingeholt hat. Die Bestätigung dieser Bewilligung durch das Colonial Office wird baldigst erwartet. Diese Anleihe wird einen großen Schritt vorwärts auf dem Wege der ökonomischen Entwicklung des Jischuw bedeuten. Inzwischen wurde eine wichtige Aktion in den Vereinigten Staaten zwecks Entwicklung eines Kredits für Hauserhau eingeleitet, da sich der Mangel an einen Baukredit in Palästina fühlbar macht Diese Aktion, welche darauf gerichtet ist, einen Häuscrbaukredit von 1000000 Dollar für 1000 Häuser zu erwirken, hat bereits einen praktischen Erfolg erzielt, da schon über i'i Million Dollar gesammelt wurden. — Dieser Kredit hat vorerst die Bestimmungen denjenigen Siedlern zu dienen, welche auf dem Boden der Kehiliath Zion bauen werden. 2. Palestine-Hotels-Ltd. Die täglich wachsende Touristenbcwefrung ßtößt immer fühlbarer auf den Mangel an