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Jüdische Rundschau · 1925-08-07 · Heft 62 (7.8.1925) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 62 (7.8.1925)
Date
1925-08-07
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 532 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr (!* angenommen auch, daß sie unsere Tätigkeit auf allen geistigen Gebieten — x. B. Erzicliunffswes.cn,. Universität, Hcbraisierung — nicht stören und vielmehr unterstützen werden. Aber eine spezifische Funktion werden sie sich doch in diesem zweiteilig zusammengesetzten Gremium vorbehalten, nämlich die Funktion, die ihrer ganzen Gcistcsrichtun^ entspricht; die Kontrolle über cir.e in ihrem Sinne praktische Verwendung der Gelder. Sonst hätte ja ihre Forderung auf . gleichberechtigte Einflußnahme für sie keinen Sinn. Wir denken doch vornehm genug? von ihnen, wenn wir annehmen, daß sie die Balfour-Dcklaration aufrichtig anerkennen, die Hebraisicrung gutheißen und unser Kultunvcrk mitfördern werden; wir können uns aber nicht zu der Annahme versteigen, daß sie auch in der Verwaltung der Finanzen so gutmütig und entgegenkommend sein und ihren gewohnten Standpunkt der kapitalistischen Rentabilität hinsichtlich der Kolonisationsformen nicht geltend machen werden; daß sie den schöpferischen Defiziten der Chaluzim-Kommunen Verständnis entgegenbringen und sich dieser unpraktischen Anlage unserer spärlichen Mittel nicht widersetzen werden. (Wenn es mich Zionisten gibt, die ein solches Verständnis kaum aufzubringen vermögen, so darf der Unterschied zwischen Zionisten und Nichtzionistcn auch in diesem Punkte nicht übersehen werden; erst recht nicht der Unterschied zwischen der entscheidenden Instanz eines Zionisten- Kongresscs und der einer — auf Grund von vornherein gleichmäßig verteilten Machtverhältnisse festgelegten — fifty-fifty- Companv.) Was folgt daraus? Vorausgesetzt, daß all die großen "Hoffnungen, die man auf die Jcwish Agcncy setzt, sich voll verwirklichen und der Jischuw endlich in den Besitz eines hinreichenden Finanzicrungsinstituts gelangt — wäre der Zionismus der erdrückenden Gcldsorgc frei und konnte, wie nun meint, seinen kulturellen Aufgaben intensiver sich wilmen? Im Gegenteil. Aller Voraussicht nach wird die GeUl'orgf des Zionicmtis in einem erhöhten Maße einsetzen, «obald die Jcwish Agcncy kapitalkräftig wird, daß sie die Formen der Kolonisation und den Charakter des nationalen Heims im allgemeinen entscheidend bestimmen kann. Aller Voraussicht nach werden wir alsdann erst recht uns an die jüdischen Massen wenden müssen, " um das Finanzicrungsinstrwncnt der Jcwish Agcncy, das seine Mittel eher in prakti;h:c Unternehmungen der Privatinitiative und der Industrie als in unrentable Chsluzim-Siedlungcn investieren wird, durch das Gegengewicht zionistisch gesicherter Volksfonds unschädlirh zu machen und ihm die Suprematie im Aufbiuwerk zu entreißen. Gibt man sich gar keine Rcchcns:!::.ft von der Tragweite der Gefahren, die eine außerhalb der Zionistischen Organisation von uns selbst großgezogene schicksalsbcstimmende Entschcidungsinstanz in sich birgt? Muß ui:ht damit gerechnet werden, daß die so gebildete »ewi-h Agcrr-v zu einer finanziellen Waffe gegen den letzten Sinn des Zionismus auswachsen könnte? daß sie, wenn sie tctkriif'.ig und leistungsfähig wird, Erez-Israel in einen neuen Golus verwandeln würde? Es ist bedauerlich, daß ein Teil unserer palästinensischen Arbeiterschaft keine Bedenken trug, ihre gewichtige Stimme für die. Jcwish Agcncy zu erheben und in ihrem naiven Vertrauen zu der Gebefreudigkeit der nufit monistischen Palästinafreunde eine Haltung einnahmen, die ihrer unwürdig ist und, wie gesagt, den alten Chalukah-Gcist besser zieren würde. * Die Jcwish Agcncy wirft bereits ihre Schatten voraus. Ihre Umrisse werden immer deutlicher, ihre Zeichen immer warnender. Haben wir nicht schon ein Musterbeispiel einer Jcwish' Agcncy in Miniatur, nämlich die hebräische Universität? Die ersehnte Mischung Von Zionisten und Nichtzienhten wurde nach vielen Anstrengungen erreicht — und 'mit welchem Resultat? Die nicht/ionisiischen Sendlinge eines si:herli:h paläsiinafreundürhen Teils der jüdischen Finanzwert vermochten bald .einen über ihre zahlenmäßige Vertretung weit hinausgehenden Einfluß zu gewinnen und wußten wohlwci;e dafür zu sorgen, daß der erstarrte Golusgcist auch in unsere Jcrusalcmer Universität cinziohe und daß dieses Lehrhaus keine Stätte freier Wissenschaft und Kulhirpflegc im Sinne unserer national-menschlichen Renaissance werden soll; wä/.:;:-.d c'ic Zionistische Organisation aus Rücksicht auf die erstrebte „Heranziehung" sich klug ducken und schmählich einwilligen mußte. Gibt uns nicht dieses Beispiel einen Vorgeschmack von der zukünftigen Jcwish Agcncy? Man mag über Nutzen und Schaden der zukünftigen Jewi-h Agcncy streiten, da es sich doch schließlich um Voraussetzungen und Voraussagen, um Deutungen und Wertungen handelt. Aber eines ist klar, weil gegenwärtig, und unzweifelhaft: der Weg zu der Jcwish Agcncy, den wir schon beschritten haben, hat den Zionismus moralisch und materiell sichtbar geschwächt; er hat ihm viele Säfte ent- . zogen und seine Triebkraft gelähmt. Wie vollzieht sich die Anbahnung freundschaftlicher Beziehungen zu den Nichtzionistcn? Welche Wirkungen gehen von der Jcwish Agcncy aus, bevor sie noch Wirklichkeit geworden, will sagen, wie wirkt sich die- Jcwish Agcncy unterwegs aus? Einige Etappen dieses Weges sind bereits zurückgelegt und können objektiv beschrieben werden: Es sind dies: Geringschätzung und Vernachlässigung der organisatorischen Aufgaben; Ablenkung urscrer Aufmerksamkeit von der Innenarbeit und Verschiebung des Schwerpunkts unserer Tätigkeit in die Salons der Reichen; Neugestaltung der zionistischen Agitation in der• Richtung des Rcpräsenticrens und Imponierens; Erschütterung des Selbstvertrauens, Diskreditierung der zionistischen Lci:tungsfähigkcit der-jüdischen Volksmassen und Verbeugung vor den jüdischen Notabein, deren leiseste Sym- Eathicaußcrung zugunsten des Zionismus schmeichlerische obeshymnen in unserer offiziellen Presse hervorrufen; Preisgabe unserer Kampfstellungen, Versuche zur Stabilisierung der gegenwärtigen Machtverhältnisse im Judentum (fifty-fifty), frühzeitiger Friede mit Assimilation und Halbassimilation; eine Politik der klügelnden Kompromisse und Konzcssionen — Bündnispolitik genannt —, des Paktierens mit einer unrcligiösen Orthodoxie und einem auf Kosten des nationalen Judentums frömmelnden Liberalismus (Jerusalemcr Universität); Vcrflachung des zionistischen Gedankens und Verwandlung einer revolutionären Volksbewegung, einer Bewegung von Streiten^ in eine mechanisierende Bewegung eines auf Gcldsammlung geschulten Beamtentums. Das sind die Stationen auf dem Wege zur Jcwish Agency. So wirkt sich die Jcwish Agcncy unterwegs aus. Es ist möglich, daß die zionistische Leitung mit leeren Händen zum Kongreß kommt und in ihrer Verlegenheit sich gerne auf die Schultern der Opposition stützend, erklären wird: gut, wir geben nach und verschieben die Agcncy-Frage bis zum nächsten Kongreß. Also wird die Jewish Agency weitere iwei Jahre unterwegs bleiben und wie ein schleichcn- . des Gift den zionistischen Organismus noch mehr unterwühlen. Es gilt, diese« Unterwegsbleiben mit allen Mitteln zu verhindern. Man möchte beinahe das Paradoxon wagen und sagen: Die Jcwish Agcncy unterwegsist noch gefährlicher, als wenn sie. eine vollzogene Tatsache wäre. Wahrlich, wir müssen die Situation tiefer erfassen und einsehen: daß der Gedanke einer erweiterten Jewish Agcncy nicht ein isolierter, von der Auffassung des Zionismus losgelöster Oedanke, sondern .der Ausfluß und der Ausdruck einer Oedankenrichtung Ist, nämlich jener unglückseligen Gcr.innuiigsart, die — vom Kricgsgcwinn der Balfour-Dcklaration berauscht — nach Augenblickserfolgen Jagt Und unsere Gegner zu g c w I n n c n ,-aber nicht zu erobern sucht. Und es ist das Oebot der Stunde, mit der Jewish Agcncy auch, die ihr zugrundeliegende Ideologie endgültig zu begraben. Frauen - Un - Organisation Von Nanny Margulies-Aucrbach, Mailand. Es ist immer peinlich, eine Sache zu kritisieren, an der man selbst schuld ist. Aber es ist Pflicht eines anstandigen Menschen, es zu tun, wenn der Lauf der Entwicklung eben diese Sache gefährdet oder Hindernisse türmt, die sie schädigen. Dies vorausgeschickt für diejenigen,, die meine prinzipielle Stellung zur. Frage der Organisierung der zionistischen Frauen kennen, möchte ich heute die für Wien zu erwartende Diskussion vorbereiten resp. eröffnen. > Die organisatorische. Zusammenfassung der zionistisch fühlenden Frauen (sachlich trocken ausgedrückt: der Schekclzahlcrinncn) war eine Selbstverständlichkeit, die unbcgreiflicherwcisc zwei Jahrzehnte Zionismus brauchte, um zur Tat zu werden. Man erinnert sich vielleicht, daß auf dem X. Kongreß in Dasei 1011 ich es versuchte, auf Grund umfassenden Materials und nach Fühlungnahme mit zionistischen Fraticiigruppcn aller Lander diene Organisation zu schaffen. Es scheiterte an dem Widerstand führender Persönlichkeiten, die erstens es nicht für nötig hielten, die Frauen in.separaten Gruppen zusammenzufassen, zweitens aber auch keine speziell weiblichen Aufgaben in der Bewegung entdecken konnten. Es ■scheint also, als sei die Zeit nicht reif dafür gewesen, vielleicht uueh nicht die Frauen, — oder ich. Denn neun Jahre, später trat sie in London ins Leben, auf Initiative der englischen Zionistinricn; und jetzt — es tut mir leid, es sagen zu müssen — war es zu spät, weil überflüssig; vor allem aber, weil die neue organisatorische Grundlage unrichtig war. In dem gleichen Moment, da der Kcren Haj'essod entstand, war der neue Kurs der Zionistischen Organisation bestimmt: sich ausweiten, neue Kräfte werben, Mittel heranziehen; so vielen Juden wie möglich die Gelegenheit bieten, für' Palästina zu arbeiten, gleichviel ob zionistisch organisiert oder nicht. Der Kurs heißt: Jüdische Arbeit für Palästina. Und daß diese Entwicklung immer konsequenter fortschreitet, beweisen die Vorschläge zur Erweiterung der Jewish Agcncy. Zum gleichen Zeitpunkt wurde die Womcns Zlonist Organisation gegründet, und zwar entgegen der neuen erweiternden Tendenz, auf Basis des Schckcls. Es wäre nichts dagegen zu sagen gewesen, wenn sie, wie neun Jahre früher gedacht, eine einfache organisatorische Zusammenfassung der Zionistinncn aller Länder hätte sein wollen; in jenen Zeiten bis 1014 war Palästina so weit, man konnte sich mit Ruhe jahrelang schulen und vorbereiten und innerlich einstellen, um eine solche Zentralorganisation durchaus sinnreich damit zu beschäftigen. Aber in diesem historischen, großen und cntschcidungsschwcrcn Jahr brauchte man etwas anderes: eine große gewaltige Tat der . jüdischen Frauen aller Länder und aller Richtungen für die Erlösung Palästinas. Und wenn jetzt sich tüchtige und begeisterte Frauen zusammentaten zu einem Ganzen, so mußte es sein ein Verband aller jüdischen Frauen für Palästinaarbeit. Hier stock' ich schon. Aber das gab es doch bereits! Dieser Verband war doch auf dem VIII. Kongreß 1907 gegründet worden und arbeitete, zwar sehr bescheiden, aber sciir treu und. *chr gut in Palästina, an allem, was damals an sozialer, au .Kulturarbeit, zu beginnen möglich war. Er hatte den Kreis seiner Mitglieder über viele Länder ausgedehnt, die ihm der Krieg dann verschloß. Mitglieder, die zahlten und wußten, daß sie für Palästina gaben — und das war etwas Großes in der Zeit, als für so viele das Wort Palästina noch wie ein rotc3 Tuch wirkte. Es läßt sich nicht leugnen — der „Kulturverband" schlief' ein bißchen (so weit man auch im Schlafen Gutes wirken kann). Aber das war zum großen Teil Schuld jener Zionistinncn, denen sein Prinzip zu wenig radikal war; heute ist dieses Prinzip das Radikale im Zionismus. Aber nun fanden sich ja die beiden Faktoren, die so lange zueinander nicht kommen konnten: hier die Organisation der Jüdinnen für Arbeit in Palästina — hier die tüchtigen, zum erstenmal von der Leitung unterstützten Zionistinncn, die neuen Impuls, neue Arbeitskräfte, neue Mittel bringen konnten. F.* konnte also eine wirklich lebendige, wirklich starke, wirklich einheitliche Sache werden. . Es wurde aber keine. Es wurden zwei. Denn nun wurde auch der gute alte „Kulturvcrband" lebendig. letzt bekam er neue Kräfte, neue Aufgaben, neue Mittel. Er zog neue Kreise heran, die noch immer für zionistisches Farbcbckcnncn nicht zu haben waren. Man konnte neue Gruppen gründen, man hatte einen Vornflüger im Kcrcn Hajessod. Und der Verband hat schöne Erfolge in den letzten Jahren zu verzeichnen. Zehnfach mehr hätte er schaffen können, wäre nun nicht die Zionistische Fraaenwcltorganisation auf den Plan getreten. 4c ' . Es wäre sehr unzionistisch, sehr unweiblich, und liegt mir ganz fern, der W.I.Z.O. den Krieg zu erklären. Ihr Wollen war das Allerbeste, und da sie einmal die Zusammenfassung aller Zionistinncn darstellt, war es für eine disziplinierte Zionistin selbstverständlich, daß auch die deutschen Schckclzahlerinncn sich als Untergruppe verbanden und der W.I.Z.O. am Dclegicrtcntag in Dresden 1023 anschlössen. Da ich selbst eine der Urheberinnen dieser deutschen Gründung war, kann ich nicht gut gegen die Berechtigung der Londoner Zentrale kämpfen. Aber meine Meinung ist, daß eine rein zionistische Frauenorganisation heute nicht imstande ist, alle die Kräfte zu erfassen, die für Palästina zu wirken bereit sind. * Frauen sollen grundsätzlich „konservativ" sein, sagt man Deshalb müssen sie aber doch nicht Prinzipien konservieren die von der großen Zionistischen Organisation bereits abgebaut werden. Im Moment, da diese ihre Bande sprengt darf eine Frauen-Union nicht das Schckelprinzip errichten^ um so den anderen palästinensischen Organisationen die Mitarbeit zu erschweren. Aber die W.I.Z.O. bringt jetzt cm Amendement auf die Wiener Tagesordnung, wonach auch nichtziomstischen Gruppen die Teilnahme an der Palästinaarbeit unter gewissen Vorbehalten ermöglicht wird, Ist dies genügend? Nein. Es gibt zwei Möglichkeiten in der Propagandaarbeit: Frauen heranzuziehen auf zionistischer Grundlage oder sie zu gewinnen für Palästinaarbeit ohne Schekel- Verpachtung. Aber sie, die doch wohl ausdrücklich das etztere wollen, weil sie das ersicre nicht wollen oder können, dann nachträglirh. durch eine organisatorische Man. nähme einfach doch in die W.I.Z.O. einzureihen, meist ohne ihr Wissen sogar, halte ich für unehrlich und der weiteren Arbeit schädlich. In der Praxis spielt sich die Propaganda-Arbeit ietzt etwa so ab: man kommt in eine Stadt, fragt seine Vertraucnsleute, für welche Gruppe man. hier an* sichersten Erfolg haben wird, und paßt dann dem Niveau dieser F'-. * entsprechend den Vortrag resp. die Gründung der Frj°:* gruppc an. Ist es ein zionistisches Milieu, so* schließt ': > die neue Gruppe der W.I.Z.O. an; ist es ein n'Ur5 { disches, so übernimmt sie der Kulturvcrband. Nach ei- \ Zeit ist sie dann gewöhnlich so weit erzogen und \,: f esslcrt, daß sie nach London (2ur W.I.Z.O.) ten' i Es ist aber sehr unangenehm, diese Zweiteilung ü'<-'\ zuführen. Wir Zionistinnen, die schon so sehr schwere Ai, haben, weil wir so furchtbar wenige Agitatorinnen in'.: Orte schicken können, brauchen einen Teil der Zeit, uni : Frauen den Unterschied dieser beiden Verbände klv' \ machen, die dann wieder nicht begreifen können, wo/; zwei Organisationen gibt, wenn sie beide genau das r»y. : wollen: Hostel, Nahalal- Mädchenfarm, Säuglirg-,stiit^ ' usw. usw. Es gibt eine Konfusion, die bestimmt nicht-S teilhaft, manchmal sogar recht schädlich ist, und die'! allem aber auch gar keinen Sinn hat. Das ist es, i\ ich Fraucn-Unorganisation nenne. ' ' j. * Wie läßt sich hier ein Weg finden, der die K'- * erhält und verstärkt, die Arbeit vereinfacht, die vervielfacht? "' | Jeder.muß bei diesem Ausweg ein Zugeständnis rase'--! Der Kulturvcrband hat die älteren Beziehungen, nrh••'■! mehr persönlich und weniger bürokratisch, Ist "p°pi:lir ,.j sein Programm ist das größere und weiteren Krri<;rn '■; nchtnbarere. Seine Leitung kostet nichts dank der \y} Arbeit seiner Schriftführerin, die alles selbst macht'-' seit einigen Jahren hat er auch eine Reihe jüngerer Kr s herangezogen, die gern mit dem Vorstand arbeiten. £•! ßcinc Mittel sind beschränkt, und von der zionistis-' I Leitung wird er weder gefördert noch bemerkt. Die V j Z. O. hingegen ist „offiziell", hat ein Bureau, hat die ü; der Leitung, hat Mittel und Kräfte in denjenigen Ur.d-i die bis vor kurzem dem „Berliner" Kulturvcrband at:sVtischen Gründen verschlossen waren. Aber ihr Name V. Schckelprinzip macht es unmöglich, auf „Kcrcn Hajer" Basis" Frauengruppen für sie zu schaffen (Ich spreche < meiner langjährigen Erfahrung, besonders in neuen Land-" wie für uns z. B. die Schweiz und Italien), und auficrV ist sie in Mitteleuropa nicht sehr populär, weil ihre Anarbeitenfür unsere Begriffe recht undemokratisch ist (i Raumgründen kann ich hierüber nicht ausführlicher Urbich schlage' vor: beide Verbände schließen sich bei - Wiener Frauenkonferenz zu einem zusammen, dessen1 men „Frauenbund für das jüdische Palästin oder ähnlich lautet. Der Frauenbund schafft eine Leitung, die aus den Vständen beider Verbände zusammengesetzt ist. Er wäh',: diese Leitung auch Frauen aus Ländern außerhalb li.i^hr die mindestens einmal im Jahr, wenn möglich öfter, sammenzutreten hat. Die Leitung feilt sich in Komrnissic: die weitere Mitglieder kooptieren können. Der Verband erkennt zwei Arten von Gruppen als rjr berechtigt an: zionistische und allgemein jüdische. Oemci:- muß ihnen sein die Arbeit für Paliistina, die Aufbringimr - erfolgreichen Mittel hierfür, die Intensivierung des Pah!:.- und Volk-sgcäankcns unter seinen Mitgliedern, Pflege chebräischen Sprache. Ich will hier kein ausführliches Programm vorzeirh: Ein von mir sorglich ausgearbeiteter Programmentwurf!. seit eineinhalb Jahren in London und hat nie das Lieht Welt, geschweige der Öffentlichkeit erblickt. Viel!, kommt er jetzt zum Vorschein, damit in Wien dar:': diskutiert werden kann. Bei allen diesen Vorschlägen spreche ich mit ker Worte von .der. bisher geleisteten und weiter zu leiste Palästina-Arbeit.' Das muß ganz separat behandelt wer; und ist einer der wundesten Punkte des bisherigen p. gramms. Heute wollte ich nur die nötigsten Vorschläge : Schaffung einer neuen Form machen, um der schlimm Desorganisation ein Ende zu bereiten. Erst nach Verch!;. Hebung. der Verbände und der Gruppen kann man c: übergehen, das Programm dieser wirklichen FraucnwcKorr:- sation. zu schaffen und In rastloser Arbeit in Ercz Israel: verwirklichen. 2.000.000 £ io der Indnslrlc investiert Aus dem vom Handels- und Industrie-Departement : zionistischen Palästina-Exekutive, ausgearbeiteten Bericht r hervor, daß im Juli 1925 ungefähr 2*000000 £ von Judr In palästinensischen Industrien invcstIert wart Der gleiche Bericht besagt, daß das investierte Kapital November 1923 nicht ganz 1000 000 £ ausmachte. In : verschiedenen Industrien sind Insgesamt 1 641 7-15 £ inves .' und werden 4794 Personen beschäftigt. Die RmYnk;: Gesellschaft mitgerechnet, kann man die Gesamtzahl Arbeiter auf 5 000 schätzen und das Kapital auf 2000000 In dem Bericht sind eine Reihe erst in der Gründung •"] griffener Unternehmen nicht eingeschlossen. Nach 'Indus?: ■ geordnet, gibt das Departement folgende Zahlen an: Es <■ beschäftigt, in Textilfabrikcn (investiertes Kapital 13$ 000 579 Personen, Lederindustrie (44&30 £) 330, Holz- und MC industric (54 000 £) 512, Baumaterialien (-132930 t) 0 Chemische Industric (3374-10 £) 223, Druckerei- und Pa:/ gewerbe (91 435 £) 676, Metallarbeiter. (73 155 £) 4M, Nrungsmittclfabrikation (3S3 705 £) 971 und in verschiede: Gewerben (investiertes Kapital 36150 £) 156 Personen. iEdnstrle-lBternehmnngen In Palästina tr -r Dcr .Bcsitzcr cincr Kunst- und Pflastcrstcinfahrik J Haifa und Tiberias erwarb einen großen Stcir.br'-." und wird besondere Maschinen zur Herstellung \on f> steinen in Palästina einführen. Die Fabrik beschäftigt ischließlich jüdische Arbeiter. * ' " Der Besitzer eines Eisenwerkes in Amerika, der ': fast drei Monate zu Studicnzwccken In Palästina aufreh"-' hat, wird in Haifa eine Fabrik für Stab eisen zu & zwecken eröffnen. . Das Unternehmen wird ungefähr Arbeiter beschäftigen. Die erforderlichen Maschine werden aus Amerika eingeführt werden. .In den Jctztcn Tagen wurde in Petach Tikwah f Spiritus- und Hefefabrik eröffnet. Vorläufig wurde mir r der Fabrikation von Spiritus begonnen fMe Konzession von MavromaliS Der griechische Igcnicur Mavromatis, dessen von i türkischen Regierung im Jahre 1913 erhaltene Konzcs-i^ für Elektrizität-, Straßenbahn- und Wasser-Versorgung J ■ salcms^ seitens des Haagcr Gerichtshofes anerkannt wo'«-' waren teilt der Pal. Tel.. Ag. mit, daß er nunmehr an « Realisierung der. Konzessionen schreiten will. Er ge^c" Jerusalem mit Wasser aus dem Flusse Au ja, zu versor:' Die Arbeiten werden im Herbst beginnen. Mavromatis F: eine Straßenbahn in Jerusalem zu bauen, wurde von <! Rcfflcrunnicht genehmigt

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