Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 62 (7.8.1925)
- Date
- 1925-08-07
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 530 JUEDISCHE RUNDSv^wnu Mf f mögen, ob man diesen Institutionen, die bisher von der Zionistischen Organisation mit — sagen wir — halbem Herzen mitgeschleppt wurden, eine fair ehance geben will oder nicht. * Die Frage des Verhältnisses des Jüdischen Nationalfonds zur Zionistischen Organisation und der Koordinierung der Sammlungen der einzelnen Fonds wird schon seit längerer Zeit' in der zionistischen Öffentlichkeit erörtert. Die Vermeidung eines Gcgeneinanderarbeitcns der verschiedenen Sammlungen ist eine der brennendsten Aufgaben der praktischen Arbeit. Bekanntlich hat vor einem halben Jahr Loui6 Lipsky einen Vorschlag gemacht, den er dem Kongreß unterbreiten wollte. Gegen Lipskys Programm wurde vom Hauptbüro des Nationalfonds eine ganze Flut von Abwchrartikcln losgelassen, auch in unserem Blatte haben sich mehrere Beamte des Nationalfonds ablehnend zu der Sache geäußert In der letzten Nummer unseres Zentralorgans „The New Judaca" nimmt nun Lipsky, der inzwischen nach London zurückgekehrt ist, die Debatte wieder auf. Er erklärt, es 6ci niemals seine Forderung gewesen, die beiden Fonds zu einer Einheit zu vermengen. Seine Anregung, daß der Kongreß auch das Budget des Nationalfonds beschließen soll, sei folgendermaßen zu verstehen: das Budgci des Keren Hajcssod wird an der Hand der mutmaßlichen Eingänge aufgestellt; ebenso müßte ein gewisses Nationalfonds-Budgct, gestützt auf die Kontingente der einzelnen Länder, berechnet werden^ wobei allerdings zugegeben wird, daß das Nationalfonds-Budget lediglich für Zwecke des Bodenkaufs dienen darf. Es soll, aber eine gewisse Relation zwischen Keren Hajessod und Nationalfonds wenigstens als das Ziel hingestellt werden, damit es nicht den Beamten des einen oder des anderen Hauptbüros überlassen bleibt, plötzlich in einem Land den einen Fonds auf Kosten des anderen hinaufzutreiben. Wenn dann der eine Fonds sein schätzungsweise angenommenes Einkommen überschreitet, während der andere hinter dem Budget zurückbleibt, müßte die Möglichkeit eines Ausgleichs gegeben sein. Dies alle« seien nur Vorschläge, um einer schwierigen Sache gerecht zu werden. Man komme der Lösung des Problems nicht näher, wenn man eine gefühlsmäßige Propaganda entfacht, unter der Losung, der Nationalfonds müsse gegen „den Vermenger" geschützt werden. Lipsky vermutet, daß die ganze Kampagne nicht so sehr aus der Angst vor der Vermengung der Fonds entstanden ist, sondern aus der Gegnerschaft gegen den anderen Programmpunkt, daß der Nationalfonds einer wirkungsvollen Kontrolle des Kongresses und der, Exekutive unterstellt werden soll. Dies sei das zentrale Problem, yon dem man die Aufmerksamkeit nicht durch den Kampf gegen Phantome ablenken dürfe. Diese Frage werde auch auf dem Kongreß gestellt werden müssen. — Es läßt sich nicht leugnen, daß ein Problem, wie es von Lipsky angedeutet wird, in der Tat existiert. Es ist ein Tcilproblem der großen Aufgabe der Reform unserer Organisation und steht im engsten Zusammenhang mit der Forderung nach Schaffung einer einheitlichen starken Kolonisationsinstanz, die auch von uns erhoben wird. Der Nationalfonds kann nicht nach eigenem Gutdünken seinen Boden an Siedler vergeben, er kann auch nicht Verpflichtungen bezüglich Ansicdlung bestimmter Gruppen übernehmen, wie es z. B. bei der landsmannschaftlichen Kolonisation geschehen ist Hier bedarf die bisherige Praxis einer Korrektur. Ebenso bedarf das Problem', der Koordinierung der Sammlungen für die beiden Hauptfonds noch einer endgültigen Regelung. Wir glauben zu bemerken, daß In dieser Hinsicht In der ktzien Zeit große Verbesserungen zu verzeichnen sind und hoffen, daß es dem Kongreß gelingen wird, cjnc Einigung herbeizuführen. Die Ililienischc Regierung Ifir i\t Jerusalemer Bibliothek Der italienische Unterrichtsminister Fcdclc hat folgendes Zirkular c.u^sen: „An die Rektoren der Universitäten, an die Leiter der Institute für höhere Bildung, an die Leiter der Rcgicnmgsbibliothekcn, an die Präsidenten de/ literarischen und wissenschaftlichen Körperschaften, an die italienischen Verleger. Die politischen Veränderungen Im nahen Orient infolge des Krieges haben dort ein neues geistiges Leben hervorgerufen und dadurch Kulturerfordernissc mit sich gebracht, welche von denen der früheren politischen Ordnung vollständig verschieden sind, so daß in der letzten Zeit verschiedene kulturelle Institute von großer Bedeutung errichtet wurden, Unter ihnen befindet «ich die Hebräische Universitätsbibliothek, welche bisher 80 000 Bande zählt und sich das Ziel gesetzt hat. die letzten Ergebnisse der Kultur und Wissenschaft des Westens in den verschiedenen Gebieten der menschlichen Betätigung in die östliche Welt einzustrahlen. Institute und Verleger aller Länder und besonders von Frankreich, Spanien, Holland und Tschechoslowakien haben zur Bildung dieser hervorragenden Büchcrsammhing beigetragen, indem sie die in den verschiedenen Sprachen er. schlencnen Werke zum Geschenk« gegeben haben. In diesem Wettstreit der verschiedenen Staaten für die Verbreitung ihrer Kultur kann und darf Italien nicht zurückstehen. Durch seine Zivilisation, seine historischen Traditionen und seine geographische Lage ist es mehr ale jedes aridere Volk berufen, fruchtbare Beziehungen mit dem nahen Orient anzuknüpfen und hat die moralische Pflicht, seine wissenschaftlichen Fortschritte und seine literarische Tradition bekanntzumachen, um in diesen Oegendcn die ehrenvolle Stellung einzunehmen, die es in der Vergangenheit gehabt hot. Die Regierung gibt daher den ihr gemachten Vorstellungen statt und glaubt eine solche Initiative mit dem lebhaftesten Interesse unterstützen zu müssen und lädt daher die Direktoren der höheren Kulturinstltufe und der Bibliotheken, die Präsidenten der verschiedenen wissenschaftlichen und literarischen Körperschaften ein, mit freigebigem Elan mitzuwirken zum besten Erfolg -dieser Sammlung und der Hebräischen Bibliothek in Jerusalem, die von den Instituten herausgegebenen Veröffentlichungen zu übersenden und ihre Mitglieder aufzufordern, ihre persönlichen Werke zum Geschenke zu geben. Gleichzeitig bevollmächtigt c'ie Regierung die Bibliotheken, ihre Duplikate zu übersenden und wendet «ich mit einem lebhaften Apcll an die italienischen Herausgeber, daß sie In den Grenzen ihrer Möglichkeiten der Aufforderung Folge leisten, welche nebenbei auch eine günstige Gelegenheit gibt, dem Auslande die italienische Bücherproduktiön vor Augen zu führen. Die Regierung Ist «icher, d*Q ihr Apcll mit freigiblgcr Begeisterung von allen aufgenommen werden wird, denen die Verbreitung des italienischen Geiste* am Herzen liegt und fordert auf, Bücher zu senden." Im Verfolg dieses Aufrufs hat das unter der Leitung von Rabbiner Lattcs stehende Italienische Komitee bereits «Ine große Anzahl von Werken erhalten und nach Jerusalem öbtrsandt . Die irische Emigranten -SeSbstfaUteörfianisation (Anläßlich der am 9. August in Berlin beginnenden zweiten jüdischen Emigrationskonferenz.) Von Dr. N. Ben-Na tan. Im September 1921 fand in Prag die Emigrations-Konferenz von 27 Organisationen statt, die 17 Lander vertraten. Es waren nur sehr wenige Organisationen darunter, die sich bis dahin ausschließlich mit Emigrations-ATbeitm befaßt hätten. Die meisten unter den auf der Präger-Konferenz vertretenen Orga« nisationen gehörten zu dem bekannten Typus der jüdischen philantropischen Organisationen, die sich mit aller Art von lliKc belaßten und darunter auch mit der Emigration*-Arbeit Die Präger Konferenz ist zusammenberufen worden, um dem Nebeneinander- und teilweise Gegcncinanderarbclten der zur Konferenz eingeladenen- Organisationen ein Ende zu-machen, und um alle Kräfte auf dem Gebiete der Emigrationstürsorgc zusammenzufassen, zu ordnen und so die Arbeit erfolgreicher zu gestalten. Die zur Konferenz erschienenen Organisationen kamen zur Uebcr/eugung, daß zur Erreichung des geschilderten Zweckes eine Zentrale geschaffen werden muß, die die Koordination der Arbeit Zu verschiedenen Organisationen durchführt. Mit der Bildung dieser Zentrale sind die drei ' größten der auf der Prager Konferenz vertretenen Organisationen betraut worden: die „Hias", Ukrainian Fcdcration", und der „Wcrclicw". Aus den Delegierten dieser Organisationen und den auf der Präger Konferenz gewählten Personen .ist das „Vereinigte jüdische Emigrationsdirektorium" mit dem Sitz in Berlin geschaffen worden, daß nach 4jähriger Tätigkeit die zweite Emigrations-Konferenz für Anfang August in Berlin zusammenrief. Zwischen der Prager und der Berliner Konferenz liegt ein langer dornenvoller Wog, reich an Arbeit, an Enttäuschungen und bitteren Erfahrungen, aber nicht ohne bedeutende. Erfolge; ein Weg, der von großer Bedeutung ipt für die Geschichte der jüdischen Emigration, wie auch für die Entwicklung der jüdischen Emigrniionsfürsorgc. Wie stand er, um das jüdische Emigrationsprohlem als die Präger Konferenz zusammentrat? Trotz der schon damals geltenden Imiuigra'ionsheschränkungrn in Nord-Amerika ging ein starker Emigrantenstrom nach den Vereinigten Staaten. Mit diesem Strom verglichen, hatte die Immigration nach anderen Ländern nur eine sehr geringe Bedeutung. Die Arbeit der Emigrations-OcscIIsehaftcn zur Zeit der Präger Konferenz unterschied sich nur In Wenigem von der Arbeit der Einlgratlons-Oescllschafien vor dorn Kriege. Der Auswanderer konnte zumeist aus eigener Kraft und mit Hilfe seiner Verwandten sein Ziel erreichen. Die Aufgabe der Emlgrations-Gcscllschaften bestand darin, den Emigranten über die von ihm zu unternehmenden verhältnismäßig unkomplizierten juridischen Schritte zu unterrichten und ihm, 60\vcit c« ging, vor Ausbeutung durch die Emigratlons-Hyancn verschicener Art zu schützen. Nur ein geringer Prozentsatz der Emigranten, der aus irgendwelchen Gründen unterwegs strandete, wandte sich an die philantronlschcn Gesellschaften, die sich mit Emigrationsfürsorge befaßten. Auch zur damaligen Zeit fehlte es nicht an Stimmen, die die Umstellung der jüdischen Emigrations-Arbeit auf eine sozial-nationale Basis verlangten und die die philantropischen Methoden für unzureichend erachteten. Diese Stimmen verlangten eine Zusammenfassung aller Kräfte, eine Koordinierung und Zentralisierung der Arbeit, eine Regulierung der Emigration und eine Lenkung des Emigrantcnfctromcs. Da aber das Gros der Emigranten sich selbst helfen konnte, so" blieben diese Stimmen ungebört und ihre Forderungen wurden off als nationale Vcrsfit'gcnhciten behandelt Erst als nach dem Kriege die Lage der Emigranten Immer schwieriger und die Opfer der chaotischen Arbelt der vielen philantropischen Institutionen auf dem Gebiete der jüdischen Emigration immer zahlreicher wurde, reifte auch der Gedanke der Sammlung aller Kräfte und seine Verwirklichung wurde eine Notwendigkeit. Die Prager Konferenz konnte von der Hias in Amerika und dem Weroliew In Pari» mit Erfolg zusammenberufeu werden. Das Ergebnis der Konferenz war auch die Schaffung einer Zentrale für alle demokratischen Emigiatlons-OrganisMioncn, die den Namen des Vereinigten jüdischen Emigrationsdirektorium (abgekürzt Envgdlrckt.) annahm und zunächst in London und Berlin, zuletzt in Berlin allein seinen Sitz hat. In den lrtzlen vier Jahren der Existenz des Emigdirrkt. hat die jüdische Emigrationsfrage eine ungeheure Verschärfung und Komplizierung erfahren, wie sie in der Geschichte der jüdischen Emigration bisher unbekannt war. Amerika hat seine Tore geschlossen. Fast sämtliche übrigen Immigrationsländer haben schwere Immigrationsbcdingungon aufgestellt. Demgegenüber aber stieg das Bedürfnis nach Emigration insbesondere in den Ländern des Ostens in« Ungemessene. Bei der Konstatieping dieser beiden schwerwiegenden Tatsachen muß man 6ich dennoch vor Uebcrtrefbungen hüten. Es Ist unverantwortlich. In Zeitungsartikeln das Auswanderungsbedürfnis der jüdischen Massen noch mehr zu übertreiben, als es der Wirklichkeit entspricht. Die oft gemeldeten Ziffern von Hunderttausenden ja sogar Millionen die unterwegs sind oder im Begriff stehen, den Wanderstab zu ergreifen, sind arg übertrieben und sind wohl als wilde Phantasie-Mißgeburten anzusprechen. Es Ist auch übertrieben, wenn .behauptet wird, daß die jüdische Emigration vollständig unterbunden sei. Es muß demgegenüber betont werden, daß auch im letzten fahr, wo schon sämtliche gesetzliche Einschränkungen der Immigrat'lonsländer zur Auswirkung kamen, dennoch etwa 70 000 jüdische Emigranten nach verschiedenen Immlgrationsliindern eingewandert sind. Auch heute bestehen noch Immigrationsmöglichkeiten für Juden, nur sind sie nicht mehr von der Art. wie sie vor dem Kriege waren. Es gibt eine ganze Reihe von alten Immigrationsländern, die jährlich Tauscndc von jüdischen Emigranten aufnehmen können. Es fehlt allerdings ein Land daß wie Amerika vor dem Kriege Hunderttausende in kurzer Frist verdauen kann. Fast man aber die Aufnahmefähigkeit aller Immigrationsländer zusammen, so ergibt sich eine relativ hohe Aufnahmefähigkeit. Die Aufnahmefähigkeit Jedes einzelnen Landes aber bleiht sich nicht gleich während des ganzen Jahres. Sfe wechselt oft, sowohl nach den Jahreszeiten, wie auch in Bezug auf die Btrufsarton, die das Und benötigt. Ein nicht rechtzeitiges Eintreffen von Emigrantengruppen bedeutet für diese eine längere Arbcitslosir/kcit und für das Einwandcrungsland oft eine Belästigung. Das Einwandern von Emigranten, die Berufen angehören, an denen das betreffende Immigrationsland keinen Bedarf hat, ruft Ucbersättigungcn des Marktes und Reibung mit den Gewerkschaften hervor. Der Emirrantenstrom müßte also geleitet und reguliert werden. Der Emigrant soll, je nach seinem Beruf, nach verschiedenen Emigrationsllndern zu verschiedenen Jahreszeiten dirigiert werden. CHes setzt aber eine Int-sive aktuelle Informationstätigkeit voraus, die die Lander der Immigration und die Länder der Emigration innig verbindet. Eine Bcclnllussung des Emigrantenstromes erfordert che weitestgehende organisationcllc Vervollkommnung der jüdischen Emlgrations-OrganiMtlonen und ihre enge Zusammenarbeit Der Emigrant muß von der Organisation vom J Augenblick an erfaßt und bis zum Augenblick, in dtrn „• betreffenden Immigrationsland Arbeit findet, begleitet \ Dazu sind Arbeitsvermittlungsbüros in den Immigration;..? erforderlich, die mit den Bedürfnissen jedes einzeln^ i_, i und seiner einzelnen Wirtschaftszweige eng vertrag' und den Einwanderer dem Zweige zuführen, in dem bedarf besteht. Nur so kann die Aufnahmefähigkeit' i einzelnen Landes auch wirklich für die jüdische ün;:-' voll und ganz ausgenutzt werden. j All das sind Aufgaben, die die Kraft von philanWe.«■■. j. Organisationen übersteigen. Bei anderen Völkern wir! : Aufgabe von den staatlichen Auswanderung«.!,!.;:,., t löst und Ministerien, Rclchswandcrungsämtcr, denen dit'>.; des Staates, reichhaltig zur Verfügung stehen, teilcr > in die notwendige Arbeit. Die staatlichen Auswandern;--; .? werden überdies noch von starken Organisationen der |'.'. leute in den Immigrationsländern unterstützt. So <.;r,-1 deutschen Organisationen in Brasilien, Mcvico, l'ru^uav, \ und Bolivien mustergültige kräftige Stützen des dni*.' Relchswandcrungsamtcs. | Der Emigdirckt. soll dem jüdischen Volke ein stsy Auswanderungsamt ersetzen und dessen Aufgabe ühern'!;-: Das Problem, mit dem der Emigdirckt. in allen dieser, -\ Jahren rang, bestand darin: wie kann mau eine str,-. Funktion erfüllen, ohne über die Machtmittel und die Firn-! eines Staates zu verfügen? Und die Lösung, zu der \ Emigdirckt. gekommen ist, heißt: Man muß sich an die grantenmassen selbst wenden, man muß die Emigratic j Kooperative organisieren und eine die Transmi;,-: \ und Immigration umfassende mächtige Organisation ', Selbsthilfe der jüdischen Emigranten sc!u< Diese Lösung zu sanktionieren und die Wege zur Errci:' dieses Zieles zu finden, ist die Aufgabe der Emigr.v Konferenz, die am 9. August in Berlin zusammentritt. Die Gesamtzahl der Juden In der demnächst erscheinenden Nr. 5 der „BHtter De mographic,St atlstl kund Wirtschafte u der Juden" veröffentlicht der bekannte jüdische S'.ati« Jakob Lcstschlnsky grundlegende Untersuchungen die Zahl der Juden in allen Ländern der Welt. Laut r letzten Volkszählungen, von denen mehrere freilich r? fahre zurückliegen, wurden in verschiedenen Erdteilen! 1 ändern die folgenden Zahlen ermittelt: (Die cimreklainr. ' Ziffern geben die Jahreszahl der letzten Volks/ählunr:. «- i den Prorensatz zu der Gcsamtbcvölkcrung an). I. Eirj Polen (1921) 2 829 456 (10,4«Vo); europäisches Rußland W\ 2626667 (2,8<Va); Ukraine (1920) 1 772 479 (6,9«o); S-i Rußland (1920) S54 188 (1,2<Vn); Rumänien (101«)) $•:' (4.8 «v»); Deutschland (19W 575 000 (l «fc); Ungarn (V 473 310 2,ö o'o); Tschechoslowakei (1021) 351312 (2.C England und Irland (1921) 2S6 000 (0,7 «o); Oesterreich « 300000 W/o); Litauen (1923) 155 126 (7,6^): Frnnlc (1021) 150 000 (0.4 tft); Holland (1020) 115 220 (1.7 Griechenland (1020) 110 000 (2,2 *»; Lettland (1020) 7', (5 <Vo); Europ. Türkei (1922) 85 000 (4,5 Jugoslawien (V 64 221 (0.5 o/o); Belgien (1920) 50000 (0,7 *b); Bulgarien (! 45600 (0,0 Wo); Italien (1921) 45 00O (0,1 ««); Schwei/ (1 20 955 (0.5 <Vo); Schweden (1920) 6 47t (0,1*»; Dänr (1921) 5924 (0.2 f>); Estland (1922) 4 639 (0,4 ov); Sn (1919) 4 000 (0,02 «/«); D.^n/ig (1919) 4000 (fT.l <•*«); Port- (1920^ 2 000 (0,03 «M: Finnland (1920) 1 618 (0,05«.«): V wegen (1920) 1 457 (0,05 »/<>); Gibraltar (1921) 1 300 (7,*'. Luxemburg (1922) 1 270 (0,5 <Yo);! TT. Asien: A^iaf.' Rußland (1920) 170813 (0,5 *AV.\\b'<- (1920) 32 731 (0,4 "VO: Turkestan (1920) 2O00O (O.S"«)'- kssus usw. (1920) 5S052 (0,3 <Vo); Republik d. Fernen 0;:j (1921) 60 000 (3,8 r»); Mesopotamien (1920) 87 4SS (3.1 ■ j Palästina (1922) 83 794 (11,1 <y0); Asiat. Türkei (1922) 70 •: (0,8 e;0); Persien (1922) 55 000 (0,7*,'*): Svricn und Libr^ (1922) 35000 (1 «;«); Arabien (1920) 25 000 (O.S "'«.): Ir..;' (1921) 21 788 (0,0",'«); Buchara und Oliva (1920) 20 000 (0,<» Afghanistan (1922) 18 0000 (00,8 ">); China und lap-m (!r.: 6000 (0,0*>); Aden und Perlm (1921) 3749 (0,8*0); III. Afrika: Brit. Süd-Afrika (1921) 62 103 (0,8 "b); Tri vaat (1921) 33 515 (1,6<yo); Kapland (1921) 21 24 (O.S' Franz. Marokko (1919) 84 302 (1.6 «.'<>)): Span. Marokko <r: 1ROOO n«/ft); Algerien (I92|) 71967 (1.8 ^); Aegvpten (tf 59r)81 (0,5%); Abessvuicn (1920) 50000 (0,5 ty):'Tunis l"i 47641 (2,8 o/o); Tripolis (191$) 18660 (2,4 On); Tanger (K/. 12000 (24 o/0); | IV. Amerika: Vereinigten Staaten (1920) 3600 000 (V! Kanada (1921) 126 196 (1.4 «V); Argentinien (1921) 101» (1,4 0/0); Mexiko (1921) 20000 (0,1 o»; Kuba (1922^ 5' (0,2o/o); Chile (1920) 3 300 (0,1 n); Brasilien (1920) 27 (0,1 0,'o); Surinam und Curacao (1921) 1343 (0,7 Jarv (192P 1 250 (0,1 0»; V. Australien: Neu-Süd-Walcs (1921) 10150 (05=' Victoria (1921) 7677 (0,5 0/0); Ncu-Seeland (1921) 23S0 (0,2: : Wcst-Australicn (1921) 1919 (0,6 *»; Queensland (IC 1003 (0,1 a/oV. Süd-Australien (1921) 743 (0,2 n); Tnsmr (1921) 130 (0,1 0/o); j Es leben demnach in Europa 9 232 576 Juden, d.?. 2.1 | der Oesamtbevöikerung; in Asi^n 5^6 622 (0,1 »b); in Af-'i 426 253 (l«/o); In Amerika 38S4 0S9 (2,1 «'0); in Austrat 24 002 (0.4 o/A; In der ganzen Welt leben demnach 14 163 542 Juden, c1' 1 «y0 der Oesamtbevölkerung der Weif bilden. Nach Hinzurechnung der schätztingsweisen Vermehr:- seit den letzten Volkszählungen lebten Anfang I'- 14831000 Juden. Die EinwanrJerua(j nach FraaVrefch Paris. (J. T. A.) Im Zusammenhang mit der Mi^-" Andre* Spires, jüdische Landwirte und gelernte Arbeiter .v Rum."inien nach Frankreich zu bringen, richtet difran/<"s'.c antisemitische Presse heftige Angriffe rejen die Rcricru-: die eine Einwanderung von Juden zulassen will. Insbe^n<!r tut sich „Adlon Francaise" in dieser Hetze hervor. ' „Petit Bleu" die keine antisemitische Zcltun^ Ut wen" sich M. de Montgon gegen eine Massrm inwandenin ' v luden, durch welche schier Ansicht nach die franr^in' Rasse vernichtet werden könnte. Er schreibt: Es wiratr« bei uns von Polen, Russen und Chinesen, nun sollen v, auch noch die Juden dazu bekommen. Es wäre besser ^c;l wir die uns verwandten Belgler in unser Land rufen. Im Zusammenhang mit diesen Angriffen erklärt der U'- wlrtschaflsminister in der Presse, die Regierung te-' Von ,?I,h ^usekefInc Sondcrmi^sion nach Bukarest entsank um jüdische Siedler für Frankreich anzuwerben. Jnn^A*0p?tamien verstärkt sich die AuswtnJcrir: nach Palüstma immer mehr. Jede Woche verlassen rir.i.- Familien Bagdad, hauptsächlich Infolge der Verseht tcrung der wirtschaftlichen Lage unter den dortigen Ju^" Die meisten Palastinawandercr gehören dem Mittelstände an ' (Ziko.)