Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 62 (7.8.1925)
- Date
- 1925-08-07
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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r .ydaktion d Verlatf W 15. Mcinckcstraßc 10. Erscheint , a DiensUg und Freitag. Bexug«prcU bei der Expedition l0D*tl»cb 1.85 Goldmark. Vierteljährlich 5.25 Goldmark. | | ||uji«boBn«n*BU wardaa ia dar Wihnmg dar «inxelnea Linder, Wachset. \ Nummer 62^ | Borlin, 7. VIEL 1925 Anzeigen -Verwaltung JÜdlaclieRnndochaa G.m.b.H., Berlin W15. Mcineke.tr. 10 Telephon: Amt Bismarck 7165—70. ABX«l2«apr«Ig» 8g«»p»lLNoBp»r»iU«t«ao 0.<0 G^M. StgücntJetaeb« 0.20G.-M. Aax«li«n«ciltifli Diaaetaö «od Fraitajj nachmittag 4 Uhr. Einzelnummer 0,40 Goldmark re^VUjni Muj ---y y t-JE-JU Lj v^1 Telephon: Bismark 7165-70. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392. p?r-°',it'rr<icb' p0«»»P«rlc«fi«n«mt Wien. Konto Nr. 156030. t - o , cbo,low*U'i! fostjptrV»«ien»mt Pra* Koala Nr. VXIO. rur Polen i i'oit«i)«rkaiicn4tBl Warschau, Konto Nr. 1507Ü8. J.-dakti°n"cbluß Sonnta2 und Mittwoch nachmittag 7'DIH o« V* XXX. Jahr^.; :, Zlon»»««"» erstrebt für das Jüdlacho Volk cilo Schaffung einer SWen.Hch ■ rechlich gesicherten Helmitatto In Palästina. „Baseler Programm.«;e sooäKßaä&leD ia Bssls^lssa Das vorläufige Ergebnis der Wahlen für den XIV." Zio- Mtnkongrcß in Deutschland, das durch die noch-ausstehen« >n Berichte aus einigen kleineren Gruppen kaum eine Acndc- 5Jj erfahren dürfte, erbrachte für die . i Liste Felix Roscnblüth 9 Mandate ji für die Liste Dr. Max SoJoweitschlk kein Mandat } Es dürften somit gewählt sein: I.Felix Rosenblüth (Jerusalem), ' ' « Dr. Alfred Landsberg (Wiesbaden) 3 5 Schocken junior (Zwickau), '< fjr. Martin Rosenblüth (Berlin),; 3 Dr. Alfred Klee (Berlin), f Richard Lichtheim (Jerusalem),;.Dr. Robert Wcltsch (Berlin), v Dr. Siegfried Moses (Zwickau), E'). b-ris Lcibowitsch (Hamburg), |- Insgesamt wurden abgegeben 4917 gültige Stimmen, da- [ .-« im Wahlkreis Berlin 2554 Stimmen und im Wahlkreis i..ipzij 2363 Stimmen. Liste Rosenblüth erhielt 'im j&hlkreis Berlin 2153 Stimmen, im Wahlkreis Leipzig 1927! CTCn. Liste S o 1 o w e i t s c h i k erhielt im Wahlkreis p.rlin 401 Stimmen, im Wahlkreis Leipzig 436 Stimmen, j: 36 aus Salzbrunn herrührende Wahlkuverts wurden nicht Mtnct, da ihre Gültigkeit von der Hauptwahlkommission , -rrwcifclt wurde.. \; * f. Warschau (J.T A,). Die Wahlen zum 14. Zionistcn- -jreß, die in Polen am Sonntag, den 2. August, abgehalten j. -Jen waren, vollzogen sich unter starker -Beteiligung und;;\lcr Spannung der Bevölkerung. Die- Resultate werden erst; de dieser Woche bekannt gegeben werden können. Nach [ :n bisherigen Ergebnis wurden in Warschau gewählt: Dep. türünbaum (Oppositionspartei ,,A1 Hamischmar*'), Präsi- [ ::t der Zionistischen Organisation Leon Levite und Vizc- \ -sfdent Dr. J. Göttlich (offizielle Partei „Eth LibnotlvO, : i der Rabbi von Jablona .Hcsckiel Taub. Die Gruppe "i -.nbanms rechnet mit zehn Mandaten. In Lodz wurden;ri Anhänger Wcizmanns, Senator Braude, Den. Rosenjiatt und Herr Z. Litvin, und zwei von der Gninpc ,\I Hacmischmar", Dr. Meyer Klumol und- Herr Apraj- .-'U Podiischewsky, gewählt , -r■] ütr IcmWscr Prozeß Lemberg!.' (J.TiA.) Am1 3." August wurde' die Braut '.kictins, Lola Stein, vernommen, die Dienstmädchen bei vornhaber war. Auch sie war von der Untersuchung zu V>;hca Aussagen gegen die Juden verleitet, bezw. gezwungen ■ 'den, sie glaubte damit. ihrem Bräutigam, Mikictin. zu -:cn. Vor Gericht aber zog sie ihre früheren Aussagen /■•iick und sagte konform den Angaben der jüdischen An- £ tagten aus. Ihre Aussage machte auf das Gericht und die t-Hörer einen starken Eindruck. Sic sagte u. a., Mikictin sei nach/dem Attentat zu ihr gekommen und habe ihr |. 'ählt, er sei Zeuge gewesen, wie Panczyszyn die Petarde \!';cn den Wagen des Präsidenten Wojciechowski geschleudert I K'cinc6wegs hätten die Juden 5000 Dollar Mikieün ver- > '-":ochcn, im Gegenteil, Miklciin war es, der sich an Juden :;wdte und sich erbötig machte, zur Aufklärung der WahThcit \ :teutragen. Sie berichtete dann, welchen Drohungen sie! Mikictin seitens des Untersuchungsrichters R u t k a aus- | ^etn gewesen waren. Sic sahen die. einzige Rettung darin,; 'rt sie im Sinne Rutkas aussagten,, daß sie von den Juden!; Juanen worden waren, um einen Unschuldigen zu belasten I . Steiger zu entlasten. — Der Prozeß wird wahrscheinlich | [zehn Tage dauern. H \ | Das Budget!ör. die LandwlrtvJiatt \ . Jerusalem, 29. Juli 1925. (P.C.) Bei der Aus- \ •.;'3?itung des landwirtschaftlichen Budget* für das nächste \ \ wjrdc auf der letzten Sitzung der landwirtschaftlichen j; Emission• der Exekutive eine Resolution angenommen, die i'Xlr.t, daß 50o;ft dos Kcrcn Hajcssod-Budgcts für die land- \ i:.'f»schaftlichc Kolonlsationsarbcit gebraucht werden. In einer \ j;:"ung der erwähnten Kommission des Kolonisationdtpirtc- S K"ra's mit Vertretern der landwirtschaftlichen Arbcitszcntralc \ Herr Ka plan sky die von der Exekutive gutgeheißenen £ jl°«chläge seines Departemente vor. ,......! ^as Programm beschäftigt sich'mit der.Konsolidie- «:UnS der bestehenden Siedlungen. Man denkt,?v. °<3er 10 landwirtschaftliche Siedlungen. im Jahre 5686, die i;:r,^n im Laufe des Jahres 56S7 auf eine Basis der Selbst- 5 rr'»ltung bringen zu können. Ferner ist für 5686 in Aussicht I kommen, Arbeiter, welche auf Ansicdlung warten, und Land-!l'irtc des Mittelstandes zu kolonisieren, sich an der. ersten t rcl'ung nach Sosk i n ' s ch c m. Sy.ste m; an der Bcf?^*ernUg Im Emck und im Jordantal, an der Stabilisierung der. , '^cnitensicdlung usw. zu beteiligen. Das dieser Sitzung \ °? Herrn Kaplansky vorgelegte Gcsamtbudgct belauft sich ( 4 325000 £. , . ■ - \ Hitner Sepbardim. bei Herberl Samuel •f ^ien. Ü.T.A,) Während seiner'Anwesenheit in Wien | jtyfing Herbert Samuel eine Abordnung der türkischen; .^«litcngcmcindc (Sephardim), des-zionistischen Vereins „Je- \ Halcvi" und des sephardischch Fraucnwohltätigkeits-'. » v?ns- Dic Abordnung setzte sich zusammen aus dem Oberi •obintr R.;Ovadia, Leon Hai'm','.David-Coenca und | ^\Obtrrabbiricr'Ovadia. ' "• ESim-mi^ Die Lage in Syrien - Probleme der Londwirfsdiaft - Immer wieder Agency - Die Wahrheit über Solei ~Boneh — Der ,Xipsky - Plan" RW., Berlin,. 5. August Es ist noch nicht klar zu erkennen, was eigentlich heute in S y r i c n vorgeht Die Meldungen, die von einem offenen Krieg sprechen, dürften etwas übertrieben sein. Dennoch ist nicht zu zweifeln, daß die Franzosen ernste Schwierigkeiten in Syrien -haben' und daß Militär' aufgeboten werden' mußte, um die Aufstände, die an mehreren Stellen ausbrachen, zu unterdrücken. Es scheint aber bis;etzt nicht gelungen zu sein, des Aufstandes Herr zu werden. " Zur ' selben Zeitv wo Frankreich in einen schweren Krieg in Marokko verstrickt Ist. flackert die Brandfackel, an einer andern. Stelle seines Kolonialreiches auf. Die Lage in Syrien war schon seit längerer' Zeit etwas labil. In frischer Erinnerung sind noch die Ausschreitungen in Damaskus anläßlich des Besuches von Lord Balfour. Man hat damals versucht, als Ursache der Ausschreitungen lcdiglidi den Zionismus hinzustellen, und die Franzosen, scheinen in einer bis heute noch nicht völlig aufgeklärten. Politik den .Ausländer Balfour als eine Art Blitzableiter benutzt zu haben. Die Vorgänge wurden natürlich von aniizionistischcr Seite' ausschlachtet, um den Anschein zu erregen, als ob wirklich das jüdische Volk es wäre, das sich als der Hauptfeind der arabischen Freiheitsbewegung entgegenstellt. Die heutigen Ereignisse in Syrien sprechen allerdings eine andere Sprache. Sic beweisen,'dafl die syrischen Araber Lord Bafour nur darum zum ersten Objekt ihres Ansturms gemacht haben, weil sie offenbar erwarteten, die Franzosen würden in diesem Fall ein halbes Auge zudrücken.. Jetzt setzen sie ihren Widerstand gegen die französische Herrschaft fort.. Diese Dinge sind für uns auch noch von einem andern Gesichtspunkt aus bedeutsam. Sic .».eigen uns, daß Palästina vielleicht das einzige koloniale Land des Ostens ist, in welchem heute Ruhe und Sicherheit herrscht und ein aktiver Widerstand nicht besteht Wir führen dies auf-zwei Umstände zurück: Auf die weise und entgegenkommende Politik des Ausgleichs, die Herbert Samuel geführt hat, und auf die Vorteile, die die Araberdurch die jüdische■ Siedlung haben. Es bcr.tcht kein Zweifel, daß die Araber,, trotzdem sie politisch cincOppositionsstcllung einnehmen, genau, wissen, daß üic zumiudc'tcns wirtschaftlich von der' jüdischen' Einwanderung profitieren.'• Es ist unsere Aufgabe, die Zeit.der Ruhe in Palästina dazu zu benützen, das .Vertrauen, der arabischen Bevölkerung zu gewinnen- und einen-für beide Völker ehrenvollen, und - nutzbringenden Ausgleich vorzubereiten, der ein friedliches Zus'ammcnlebcn für die Zukunft sichert ■ *' Mit außerordentlichem Interesse haben wir und mit uns wohl die ganze zionistische Welt die Aufsatzreihe verfolgt, die Dr. Felix Pinn er, der Chefredakteur des Handclstcilcs des „Berliner Tageblatts" an leitender Stelle der genannten Zeitung veröffentlicht Dr. Pinner, ein Mann von seltenem wirtschnftspolitischcn Weitblick, hat bei einem relativ kurzen Aufenthalt in Palästina tief in die wirtschaftlichen Probleme der jüdischen Sicdlungsarbeit hineingesehen. Die Eigenart dieser Probleme mußte gerade einen Mnnn wie ihn zum Studium reizen und er behandelt die Fragen in seinen Artikeln mit einem Ernst und Verantwortungsgefühl, das . sich wohltuend unterscheidet von der oberflächlich fcuillctnnistische.n Art anderer Reiseschrift« steiler (auch zionistischer). Sein letzter Aufsatz „Die Eroberung der'Märkte" ist für uns auch darum besonders interessant, weil er rückhaltlos die Probleme erörtert, die die verantwortlichen zionistischen Instanzen in der letzten Zeit am meisten beschäftigen. Vor allem ist es die Frage: wie kann jüdische Landwirtschaft in Palastina rentabel gemacht werden? Die jüdische Landwirtschaft Palästinas befindet sich noch immer im Anfangsstadium, im .Experimenticr-Stadiim. Daß es gelungen ist, in. dieser Zeit den jüdischen Bauern und Landarbeiter zu schaffen, ist ein großer Gewinn. Allgemein ist aber die Ansicht, daß wir an einem Wendepunkt stehen, und daß nunmehr die Konsolidierung der Siedlungen in der Weise erfolgen muß, daß sie «.ich durch ihre eigene Produktion selbst erhalten. Dazu gehört einerseits die Schaffung normaler Bedingungen, die das .Stadium der Okkupation mit seinen notwendigen, auf nationales.'Konto zu buchenden Verlusten abschließt, gleichzeitig aber auch eine Revision der Wirtschaftsplär.c insbesondere unter dem Gesichtspunkt der Eroberung, von Absatzgebieten und des bevorzugten Anbaues von möglichst hochwertigen absatzfähigen Produkten. Erst allmählich werden allerdings alle hierfür erforderlichen Erfahrungen gesammelt werden können. Die Vielfältigkeit der Qualität des Bodens, die Notwendigkeit systematischer Bodcnverbesscrung, Bewässerungsverhnltnissc, technische Probleme aller Art, dazu aber auch'die kommerziellen Probleme der Aufnahmefähigkeit des inneren Marktes und eines etwaigen Exportes, spielen dabei eine Rolle. Dr. Pinucr hat seiner Betrachtung das Material zugrundcgelcgt, das die zionistische Diskussion erfüllt .Es ist selbstverständlich, daß ein so schwieriges .Kolonisationswerk wie das zionistische mit all diesen Faktoren rechnen muß. Eine Landwirtschaft.kann nicht über Nacht geschaffen werden, sie istdas Resultat allmählichen fortschreitenden :Aufbaus: Wir begrüßen die Ausführungen eines Fachmanns wie'• Dr.': Pirmef,' die' von Verständnis für dies« Schwierigkeiten zeugen, und - auch gewisse Fingerzeige für; eine" Losung geben'. •-'•' ' .'*. ' Wir geben — aus Respekt für die Person des Verfassers'-- dem Aufsatz von"Dt, Jakob-Klarkin.über die Jcwish Agency Raum, obwohl er, wie'die Kongreßwahlen in Deutschland erwiesen haben, nur die Ansicht einer kleinen Minorität vertritt. Aber die weitherzige -Anerkennung des Prinzipcs „Audiatur et altera pars" erfordert nicht, zu seinen Ausführungen zu schweigen. Der- Aufsatz wiederholt ■ die bekannten Argumente gegen die Jcwish Agency, aber er enthält auch eine Reihe objektiver Ungerechtigkeiten. Vor allem verwechselt er — eine, wunderliche Tatsache bei einem Logiker — Ursache und. Wirkung. Viele der beklagenswerten Erscheinungen, die er anführt, sind zweifellos richtig, haben aber nichts mit der Jcwish Agency'zu tun, sondern sind einfach die Folgen der umstürzenden Veränderung, die . aus dem Zionismus, der geistigen- Propaganda-Bewegung, über Nacht eine mit konkreten, wirtschaftlich-konstruktiven Aufgaben singulärcr Art primär, beschäftigte Organisation, eine Körperschaft öffentlichen Rechtes und öffentlicher Verpflichtungen gemacht hat. Dieser Umschwung brachte materielle Fragen an die Oberfläche, denen; nicht auszuweichen ist, und über die manmit Phrasen über die Leistungsfähigkeit der Volksmasscn nicht hinwegkommt. Der Agency-Plan ist eine Folge dieser Situation, nicht ihre Ursache.. Die wirkliche heilige Leistungsfähigkeit und Leistung?, freudigkeit der Volksmasscn wissen diejenigen Männer wohl zu schätzen, die durch fünf. Jahre mit diesen Massen gearbeitet haben, von ihnen Geld und Ermutigung bekommen haben, die diese Massen besser kennen als der Freund am grünen Tisch. Und trotz dieser Hochschätzung der Massen muß man erkennen, daß ihrer Leistungsfähigkeit objektive Grenzen gesetzt sind. Es handelt sich daher um den Versuch, über die uns jetzt erreichbaren Massen hinaus noch weitere Schichten zur Mithilfe beim Aufbau des Landes zu gewinnen, sofern sie für die nationale Heimstätte interessiert sind. Dieser Versuch — wir sagten es stets — kann mißglücken; es wäre aher ein Verbrechen, ihn nicht zu machen. Denn das lebendige, werdende Ercz-lsrac! kann auf keinen Helfer verzichten. Dies ist nicht eine „Aktualität", wie Dr. Klazkin meint, sondern die Kernfrage des Zionismus, die Frage seiner Verwirklichung nämlich. Wir müssen es ablehnen, einem Manne, der nie aktiv Propaganda betrieben hat, das Recht zuzuerkennen, den Menschen, die sich, von heiligem zionistischen Feuer verzehrt, in der täglichen Propaganda-Arbeit aufgerieben, dazu den Druck der aus Palästina kommenden Pressionen und Katastrophenbofschaften ausgchaltcn haben, — Lektionen über die Solidität der Propaganda zu erteilen. Wo waren alle anderen, wo die geistigen Elemente? Auch die „Sensationsmache", die Klazkin mit Recht geißelt, kam mehr von unten als von oben; aus allen Kanälen unseres sensationslüsternen Volkes ergoß es sich unaufhaltsam, nicht zu bannen selbst durch die Warnungen von oben. Aber die geistigen Kräfte, die vielleicht hätten einwirken können, bezogen die gesicherte Kriiiker-Stdiung. Verantwortliche Zion:stcn haben Gesten wie z. B. das von Klazkins Fraktior.skollegen Ussischkin angeordnete Blasen des Schofar-ha-Gculah nach dem Beschluß von San Rcmo stets als übertrieben verurteilt. Aber dieses Bedürfnis der Ucbcrtreibung und Lcgcndcnhildung. entstanden aus einer Mischung von Sentimentalität unnd Libertinismus, bestand offenbar in den jüdischen Massen und brach sich Bahn. Dies ist historisch begreiflich — aber all das den ohnedies genug belasteten Führern anzukreiden ist ungerecht. Mit dieser Methode wird man das Problem der inneren Gesundung der Bewegung, der Erstarkung der Organisation, das auch uns wahrhaftig am Herzen liegt, nicht lösen; ebensowenig dadurch, daß man das Gefühl höchste« Verantwortung für die Verwirklichung des nationalen Ideale* als „Chalukkn-Mentalität" charakterisiert Die „Kerntruppe'' ist offenbar nur solange Kerntruppe, als sie Klazkins Ansichten teilt. Auf die einzelnen falschen Darstellungen Klazkins (z. B bezüglich der Universität) können wir hier nicht eingehen, wir bedauern aber eine Stellungnahme, deren positiver Gehalt wir bei aller Anstrengung nicht ru sehen vermögen, * Wir freuen uns, in der Lage zu sein, heute eine umfassende Darlegung von Wesen, Geschichte und Arbeit de« .,SoIcl-Bon eh" unseren Lesern vorlegen zu können. Dci Verfasser des Aufsatzes ist der eine der von der Zionistische! Organisation bestellten Govcrnors (der andere ist bekannt lieh Felix Rosenblüth); er stammt also nicht aus den Kreiser' der Arbeiterschaft selbst und kann als ein genauer Kenne* der Sache und als objektiver Beurteiler angesehen werden Ueber Solcl-Ronch sind in der letzten Zeit so viele unkoatrollierbarc Gerüchte in Umlauf gesetzt worden, daß es notwendig ist, einmal in aller Ausführlichkeit (damit rechtfertig! sich die Länge des Aufsatzes) die Tatsachen darzulegen Gerade vor dem Kongreß hat die zionistische Oeffentlichkeit das größte Interesse an objektiver Prüfung, zumal lcidei immer wieder der Versuch gemacht wird, Untcrnchmungct; so komplizierter und national bedeutungsvoller Art wie dU Institutionen der palästinensischen-Arbeiterschaft nicht sachlich sondern von politischen Partcigcsichtspunktcn aus -— pro un« contra zu werten.' Hier liegt aber ein eminent sachliche! Problem vor, und jeder, der die Darstellung Rcincrs liest wird . zumindest, anerkennen müssen,, daß die leichtfertig« Art, wie .über diese Dinge, z. B. über die ^.Defizite", in de Ocffcntlichkcit gesprochen wurde, nicht, am platze war. Do ■ Kongreß'Wird der Frage nicht aus dem Wege zu gehen vef