Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 59 (28.7.1925)
- Date
- 1925-07-28
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 510 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr.^f- Briet aus Frankreich Von unserem Korrespondenten. ' In der Haltung1 des französischen Judentums zu dem Zionismus vollzog sich in den letzten Monaten eine tiefereifende, dramatisch gespannte, dramatisch spannende Entwicklung, die für die Geltung; der palästinensischen Sache überhaupt im Rahmen des allgemeinen Zeitgeschehens von aufschlußreicher Bedeutsamkeit ist. Das französische Judentum in seinen breiteren Schichten und seinen offiziellen Vertretern, dem Rabbinat, stand vor weniger Zeit noch dem Zionismus feindlich gegenüber. Aus zwei Gründen vor allem: dem patriotischen, dem religiösen Einwand. Die Franzosen gewordenen, Franzosen sein und bleiben wollenden französischen Juden können die Bildung eines nationalen Judenstaates nicht gutheißen, noch weniger fördern; wird, so heißt die Frage, nicht eine von den Anstrengungen eines Jahrhunderts errungene Position wieder in Frage gestellt werden? Und der religiöse Einwand, der den weniger assimilierten, noch bewußter jüdisch denkenden Kreisen untersagt, an einem „laikalen" .arelig^osen Werk mitzuschaffen, ein Einwand, der nicht auf Frankreich beschrankt ist, auch in diesem Land an Wichtigkeit hinter dem ersten zurücktritt. Der erste Einwand aber, man muß es zugeben, ist nicht ohne eine gewisse beunruhigende Berechtigung, ein Problem, das in die verwickeisten Argumcnticrungen und Polemiken führen muß und geführt hat, und das wohl nur durch den Spruch der vollzogenen Tataschen gelöst werden wird, zum Teil überdies schon gelöst worden ist. Vor der Tatsache des machtvoll wachsenden^ Palästinas verliert die kleinmütig nörgelnde Kritik ihren Sinn. Die Mitarbeit wird eine Frage des eigenen Prestiges, der eigenen Selbstachtung. Dazu kam die Einweihung der Universität, der tiefe Eindruck, den dieses Ereignis über den ganzen europäischen Kontinent warf, die Palästinarcise des Obcrrabbmcrs Israel Levi, der ehrlich und gern, trotz aller einschränkenden Reserven, seiner Bewunderung für das Geleistete Ausdruck gab. Auch ein klar- und weitschender französischer Patriotismus muß wohl mit in Rechnung gestellt werden, der das eigene Land von so wichtigem historischen Geschehen nicht abwesend sehen mag, während andere Nationen ihren Einfluß in freiem Felde ausbreiten. Darum traten am vergangenen 29. Juni die Rabbiner Frankreichs zu ihrer Jahreskonferenz zusammen mit dem festen Entschluß, von ihrer bisherigen Haltung, ihrer bisherigen Zurückhaltung zu einer positiveren Palastmapolitik überzugchen. Oberrabbiner Israel Levi gab Bericht über seine Reise, dann entspann sich die Diskussion um die zwei möglichen Lösungen: Zusammenarbeit mit den beiden existierenden Fonds, Kcrcn Hajcssod und Keren Kajcmeth, oder Schaffung einer unabhängigen neuen Propaganda- und Sammelorganisation. Aus den oben skizzierten pro- und contra-Argumcntcn erwuchs eine mittlere Lösung, die, in feierlicher Resolution niedergelegt, in wenigen Zeilen Vielfaches und Bedeutendes sagt: „Das französische Rabbinat, nach dem Vortrag des Herrn Oberrabbiners von Frankreich, begrüßt mit Freude die großen Fortschritte der Palästinaarbeit und drückt seine Dankbarkeit aus allen jenen, deren Mühe oder Edelmut beigetragen haben zur Wiederaufrichtung des Landes, das jedem israelitischen Herzen teuer ist. Aber das Rabbinat muß der Unruhe Ausdruck geben, die ihm die Bestrebung verursacht, im Heiligen Land ein rein nationales und laikales Judentum aufzubauen, und die Gefahren einer solchen Entwicklung für Palästina sowohl wie für die gesamte Judcnhcit. Das Rabbinat, entschlossen, die Gemeinden und die Gläubigen für den Aufbau eines wahrhaft jüdischen Palästinas zu gewinnen, beschließt darum, eine Organisation zu schaffen, die allen Israeliten Frankreichs gestatten wird, an der Fortentwickelung Erez Israels sowohl in landwirtschaftlicher und industrieller wie auch in religiöser und sozialer Hinsicht mitzuarbeiten, indem sie die schon existierenden oder in der Gründung begriffenen Institutionen und Unternehmungen im angegebenen Geiste unterstützen wird." Es ist eine Zwittcrlösung, ein Kompromiß, der in seinem tieferen Sinn, der dramatischen Hin- und Hergezogcnhcit, die er im Ocwissen seiner Autoren aufzeigt, des menschlich ergreifenden Elementes nicht entbehrt. Wir versagen uns, auf die Polemik einzugehen, die die Rabbinerresolution gleich nach ihrer Bekanntgabe aufflammen ließ, die Vorwürfe von zionistischer Seite auf ihre Berechtigung zu untersuchen, daß der Beschluß der Rabbiner, eine neue unabhängige, betont religiöse (Jrri.ini^iUnn zu schaffen, die schon bestehenden Fonds bei der jüdischen Bevölkerung gewissermaßen in religiösen Diskredit setzen muß. Die Tatsache, daß die französischen Rabbiner sieh zur Tat verpflichtet fühlten und wirklich aufgerafft haben, rückt die Diskussion über die Formalitäten dieser Tat vorerst in den Hintergrund. Der Umschwung in Meinung und. Haltung liegt klar zu Tage, und es ist nicht minder gewiß, daß die Evolution der Geister weiter und weiter greift. Wer hätte vor zwei Jahren sich träumen lassen, daß am 21. Todestage Theodors Herzls die Klänge der Hatikwah im offiziellen Konsistorialtempel der Ruc de Ia Victoire feierlich mit Chor und Orgel über einer andächtigen Menge ertönen würden. Diese Herzl-Fcicr fand am 12. Juli statt, am Tage, an dem in Paris die erste Konferenz des Keren Kajcmeth der westlichen Länder französischer Sprache eröffnet wurde. Als erster kräftiger Manifestation propalästinensischer Organisationsarbeit in Frankreich kommt dieser Konferenz eine gewisse Bedeutung zu. Vertreten waren durch über zwanzig Delegierte Paris und die bedeutendsten Provinzstädfe, Marokko, Tunis, Luxemburg und die französische Schweiz; das Hauptbüro aus Jerusalem hatte einen Repräsentanten entsandt. Die Diskussionen, die drei Tage, den 12,. 13. und 14. Juli, in Anspruch nahmen, führten zu Beschlußfassungen die auf eine Zentralisierung und Vereinheitlichung der Arbeiten in sämtlichen westlichen Ländern französischer Sprache hinzielen. En wird ein Generalsekretär^ dieser Gebiete geschaffen, das, im Einvernehmen mit dem Hauptbüro und der Jahreskonferenz der interessierten Regionalkommission, die Aktionen nach allgemeinen Grundzügen leitet Sitz dieses Geni?J8efecta,£at8?* ira PrinzJP ™*» provisorisch ist dafür Straßburg bestimmt Zwei Aspekte der Debatten waren von besonderem Interesse: die große Rolle, die das ausländische, namentlich das ostjüdischc' Element zu spielen beginnt; und der lebhafte Wunsch nach Vereinheitlichung der Propagandatätigkeit der verschiedenen zionistischen Organisationen, insbesondere natürlich des Kcrcn Hajcssod und des Keren Kajemeth, unbeschadet, jedoch der fortbestehenden autonomen Sammeltätigkeit der beiden Fonds, die auch in den französisch sprechenden Ländern ihre Zweckmäßigkeit erwiesen hat. Die Konferenz votierte einen dringenden Wunsch an die Exekutive, daß in Paris eine oberste Dircktionsstclle für alle zionistische Arbeit in den repräsentierten Ländern geschaffen werde, eine Schöpfung, die, in Anbetracht der völligen Lethargie der französischen Föderation, allerdings ihren großen und unmittelbaren Nutzen hätte. Dr. S. C. E. M. Lilien In der „Frankfurter Zeitung" widmet Rend Schi ekele dem toten jüdischen Meister nachstehende Worte: E. M. Lilien, der jetzt zu Braunschweig im Ehrengrab ruht, gehörte zu den allerersten Freunden, die ich in Berlin fand, als ich, von der Straßhurgcr Universität durchbrennend, in ahnungsloser Unschuld dort mein Dichterglück versuchte. Ich lernte ihn durch Jakob Hcgncr, den famosen Hclleraucr Buchdrucker, kennen, und bald sah ich mich in Liliens Atelier von jungen, feurigen Zionistcn umringt, die abends, ohne ihre Diskussion zu unterbrechen, vom Kreuzberg zu Fuß nach dem Cafe Bauer Unter den Linden aufbrachen, wo Schach gespielt und in zahllosen Zeitungen und Zeitschriften gclustwandclt wurde. Und das sind jetzt zweluiidzwauzig Jahre her! Lilien war zehn Jahre älter als ich, aber er schien es nicht zu bemerken •— er bemerkte es nie. Auch seine Freunde" und auch die Dichter und Künstler, denen er mich zuführte, behandrltrn mich alr. Gleichaltrigen, was mir übrigens als die Selbstverständlichkeit selbst erschien. So habe ich ein Jahrzehnt als verschwiegener Benjamin in jenem Kreise gelebt. Lilien arbeitete für die Münchener „Jugend", damals in ihrer Glanzzeit und hatte das Balladcnbuch „Juda" des Freiherrn von Münchhausen ausgestattet, träumte aber von nichts anderm, als die Bibel zu illustrieren. „Das wird mein Lebenswerk", sagte er, und das ist es auch geworden. Bis zuletzt hat er daran gearbeitet, sechzehn Jahre lang. Daneben radierte er zahlreiche jüdische Szenen und Landschaften aus dem Osten, Palästina, Konstantincpel. Wiederholt taucht in dem graphischen Werk ein prächtiger Prophetenkopf auf. Das war sein Vater, Schuster in Drohobycz, ein großer breitschultriger Greis von königlicher Haltung, ein Mann voll wahrer Weisheit und Wcltübcrlcgcnheit. Schmal und klein, fast zierlich stand der Wcltcrobcrcr von Sohn damals neben ihm — in seiner Art ein Prinz, ein Prinz aus dem Reich Else Lasker-Schülcrs, doch in der seltsamen Art der westlichen Bleichgesichter durchaus bewandert Und dann heiratete er, und dann kam der Krieg, und als ich ihn endlich, vor acht Wochen, hier in Badenweder wiedersah, erkannte ich den blassen gebeugten Mann erst nicht, der, auf einen Stock gestützt, in mein Zimmer trat. Er hatte vorigen Herbst infolge Ucbcrarbcitung — und wohl auch, wie man das jetzt oft beobachten kann, als späte Rache der scheinbar wohl überstandenen Kriegslage — einen Zusammenbruch erlitten: das von Kindheit an durch Kampf und Entbehrung gequälte Herz hatte den Dienst gekündigt. Einer der besten Aerztc Deutschlands nahm sich seiner freundschaftlich an, und nach monatclanger Pflege schien Lilien soweit hergestellt, daß er hierher geschickt wurde, um sich vollends zu erholen. Er erholte sich auch, wir waren erstaunt, zu sehen*, wie seine Kräfte in Wahrheit „täglich" zunahmen, «in Strahlen von Lebenslust, der alten, nun köstlich verjüngten Heiterkeit wob sich um den kleinen, klugen Kopf, und wieder hatte die Hand, wie sie den Stock hob, etwas anmutig Kühnes, Bcfehlcrischcs, sein ganzes Wesen erging sich in Jener Art stiller Liebeswerbung um Menschen und Dinge, die 6ein natürlicher, ewig kindlicher, 6ein ganz großer Charme waren. Nach solch einem Sonnentag, wie seit Wochen hier auf der Höhe, am Rand des Hochwaldes einer dem anderen folgt, nach einem langen, stillen und heiter empfundenen Abend voll Blumen und Musik starb er, im Schlaf, den Kopf auf dem Arm, wie er zu schlafen gewohnt war. Unter Blumen, die er hier nach zuviel Streit und Mühe „wiedercnldcckt" hatte, fuhr der Sarg zu den Seinen nach Braunschweig, in das er sich mit seiner ganzen fleißigen Liebe eingesponnen hatte, und wo er darum zu recht runt Baden weil er, 22. Juli 1925. Das italienische Ministerium für Öffentlichen Unterricht sandte an alle kulturellen Institutionen und Italienischen und Italienischm Verleger ein Rundschreiben mit dem Ersuchen, der Universitätsbibliothek Jerusalem Bücher zu spenden. Der Magistrat von Tel-Awlw erwarb für seinen Sitzungssaal von dem bekannten jüdischen Maler L. Pilichowski gemalte Porträts Herbert Samuels und Albert Einsteins. Die Kupath Chol Im (Krankenkasse) trifft Vorbereitungen, um in Nazarcth ein Sanatorium für die Siedler des Emek zu eröffnen. Das Sanatorium wird 20 Betten aufweisen und soll vor allem Säuglinge und erholungsbedürftige Mütter aus den Siedlungen des Emek aufnehmen. Am 8. Juni fand In Jerusalem auf Einladung des Sani< täts-Dcpartcments der palästinensischen zionistischen Exekutive und in Anwesenheit von Vertretern der palästinensischen Regierung eine von mehr als zwanzig Delegierten beschickte Tagung statt, auf der die Gründung einer Liga zur Bekämpfung der Tuberkulose beschlossen wurde. Die Tagung genehmigte die vorgelegten Statuten der Liga und wählte ein fünfglicdriges Komitee. Am S. Juli wurden die ersten Arbeiten für die Anlage einer Kolonie der Agudas Jisrocl an der Orcnzc von Tel Adas und dem Berge Tabor begonnen. Zunächst haben sich zehn Arbeiter an dem genannten Platze niedergelassen und mit der Vorbereitung des Bodens und dem Bau von Baracken begonnen. Die Kolonie soll den Namen „Mach an eh Israel" erhalten. Senator Jchuda L. Kowalski gestorben. In Breslau starb nach einer mißglückten Operation der jüdische Senator Jchuda L. Kowalski aus Warschau. 'JßdJscbe WellallhkocIercM f Paris. (J.T.A.) Am 12. August wird in Berlin j.s Zcntralrat der Jüdischen Welthilfskonfcrcnz tagen. Die Referenz wird zu der neuen Lage Stellung nehmen, die dui den Beschluß des Joint, eine Kampagne zur A-; bringung.von 15 Millionen Dollar in drei Jahr-i für Aufbau und Hilfszwecke in Osteuropa zu beging i geschaffen worden ist. Die Amerika-Abordnung der" t hilfskonfcrenz, bestehend aus den Herren Leo Motzki^. Oberrabbiner Eisenstadt und Abg. Dr. Oscar Cc-hÜ ist nach Europa zurückgekehrt. Eiae Zuschritt desC-V. f Die yCV-Zeitun g" sendet uns einen Brief des Ht* Dr. Hollander, den dieser als Antwort auf das in unser, r Blatte* Nr. 57 veröffentlichte Schreiben an Herrn p.j Katschke 'gerichtet hat. Darin wird mitgeteilt, daß c.\ von Herrn Katschke gerügten Vorhaltungen der CV-Zeitu-'! sich auf einen Passus eines Artikels der „J. R." beziehen, v[ von der „unerträglichen parasitären Situation des jüdisch«' Volkes" die Rede ist. „Wie kann man in einem jüdischen hb " davon sprechen, daß das Judentum in der ganzen Welt paras:-..: sei?'- — Darauf ist nur zu erwidern, daß über aus dem 7J sammenhang gerissene Zitate überhaupt nicht zu diskutiert' ist und daß uns die antisemitische Gewohnheit, jüdisch Acußcrungcn aller Parteien, (auch des Ccntralvercins!) •! verdrehen, nicht davon abhalten kann, die Wahrheit ur-| j die Situation des jüdischen Volkes zu suchen und riirkhclt'/ zu äußern, was wir für richtig halten, da wir ohne gewiss-' hafte Diagnose niemals in der Lage sein werden, die richtig Heilung für das Judentum und eine Lösung der Judenfrazu finden. Wahlversammlung Ii Berlin Am 23. Juli, abends, fand in den Snichern-Salen j« Nürnberger Platz eine Versammlung der „Konferenzgemeschaft radikaler Zionistcn" statt. Herr Benzion Fett h/ grüßte die Versammlung, worauf Herr Dr. Nahuin Gold mann über die Aufgaben der „Konfcrcnzgcmeinscha: referierte. Er führte ungefähr aus: Unser Programm > nichts Neues, sondern wir fordern nichts als die Erfülle, des zionistischen Programms schlechthin. Der Geist, dt in den letzten Jahren in führenden Kreisen der Bewcgugroß geworden ist, erscheint uns gefährlich, wir müs<r inn bekämpfen. Drei Komplexe von Problemen wird dr Kongreß zu lösen haben: 1. den Komplex der politisch: Probleme; d. h. die Geltendmachung unserer Ansprüche a. ein eigenes Heim; 2. die Probleme der innerjüdischen Pol;:, und die Vorbereitung des Volkes für das Land; 3. den Kor plex der eigentlichen Verwirklichung des Aufbaus des naturalen Heims. Die entscheidende Voraussetzung hierfür i;'; nicht das Nachlaufen nach Kreisen, die unserem Genr! ' und unserem Streben kühl gegenüberstehen, sondern d.j Voraussetzung ist eine nationale Konzeption aus revoluti-.? närem Willen, sich durchzusetzen gegen die Mehrheit innri halb des Judentums und gegen die Mehrheit der nichtjüc! sehen Welt. Die politische Position hat sich in den letztH lahrcn dauernd verschlechtert. Der Geist, der sechs Jah:.' lang in der zionistischen Bewegung bestimmend war, dies: Geist muß sich wandeln. l{ Hierauf ergriff Abg. J. Grünbau m-Warschau, vor seinen Anhängern akklamieri, das Wort. Es hnttc gezeigt, daß mau die *• Opfer umsonst gebracht hat v::.' daß man auf anderem Wege als dem innerer Organisati:: Palästina nicht bauen könne. Weizmann w^ar so fasziniert vc:? seiner Idee, daß er, indem er sich an die Adresse ic. reichen Nichtzionistcn wandte, die Adresse des jüdisch/] Volkes vergessen hat. Die ganze Energie ist umsonst au.'[ gegeben. Sobald das Projekt der Krim-Kolonisation tet tauchte, marschierten die Herren ins andere Lager i)\ Wir aber werden alle Anstrengungen, alle nationalen Krafj entfachen, um Palästina zu bauen. Palästina ist eine eifei süchtige Braut, sie kann die Liebe mit anderen nicht tei!c[ Für jene aber war Palästina keine Liebe, sondern nur i\ Flirt. Der jetzt nach Palästina gehende Einwandercrstrc-f ist keine momentane Erscheinung, sondern ein Faktum v;j Dauer, und diese Einwanderer werden Palästina baue- Wir aber werden diesen Strom beherrschen müssen, r.j. zwar nach der Richtung intensivsten Schaffens. [ Der nächste Redner, der Präsident der Zionistisch:-j Vereinigung für Deutschland, Kurt BI u m e n f c 1 d , vr t dertc sich, daß die Vorredner mit diesen Forderungen i-i „Opposition" vor ein Forum deufscher Zionistcn trfifj. wo doch die deutschen Zlonisten stets diese Richtlinien b:j folgt haben. Wenn man eine Kooperation mit nichtzior.fcj sehen Elementen sucht, so darf das die innerzionistisc" j Arbeit nicht schwächen, sondern sie ist nur ein Mittel Intensivierung des Aufbaus. Weizmann hat die Verhar.:| hingen mit den Nichtzionistcn in Amerika mutig und st:'; geführt. Nichts wurde von den zionistischen Zielen sü'j gegeben. Die Opposition, die ja in erster Reihe die Pc:?'1 Dr. Wcizmanns treffen will, hatte es, wie man weiß, lcich'j bei der A.-C-Tagung Weizmann zu stürzen. Warum h-p sie das unterlassen? Wo sind die Führer, die Wei7m«.":i ersetzen sollen? Oberbaurat Robert Stricker (Wien) führte zunächst aus, es fiel niemand ein, die Arbeit der deutschen Zionistrr, zu kritisieren, aber diese Arbeit bereciitigt noch ni:h:, einer falschen Richtung kritiklos nachzulaufen. Die Poii::,j des Bündnisses um jeden Preis sei falsch, ja gcfährh'M Die Frage der Erweiterung der Jewish Agcncy sei erlcd;'! Der Redner kritisierte scharf das Projekt der Judtf| kolonisation In der Krim. j Dr. M. Hell mann (Hitachduth) polemisierte in sc!'1'; fer Form gegen die Führer der Konferenzgemeinschaft. A-j die Frage nach einem positiven Programm müssen sie Antwort schuldig bleiben, da die Konferenzgemeinschaft r'* Konglomerat divergierender Elemente darstellt, die kein melnschaftliches Programm bilden können. } Zum Schluß setzte sich Grünbaum mit den D;[ kussionsrednern auseinander. Man wolle die Opposition ff [ dem Namen Welzmann einschüchtern; wenn die Opposiw'f sehen wird, daß sie die Mehrheit auf ihrer Seite hat, dJ'.'J wird sie nicht zögern, auch die Macht zu übernehme"» Und übrigens: Wenn Weizmann unseren Willen tut, dar'J ist er uns recht. (I) Eines steht fest: Die Jewish Agcncy begraben. j VM Cmes- . WaBateecBai mbs ama SoEaaaÄs^;: Lia g£es% 2. böerMoiwtag, «Sem 3. August l<S>sä