Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 58 (24.7.1925)
- Date
- 1925-07-24
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 502 JUED1SCHE RUNDSCHAU Frauentagen in Palästina Von Anitta Müllcr-Cohcn (Wien). Verallgemeinern Ist eine Sünde. Nach einer Schablone gesellschaftliche Fragen beurteilen zu wollen, ist ein vergebliches Beginnen. Es gibt in Palästina Menschen aus dem XVIII. und aus dem XX. Jahrhundert und manche sind sogar, die anscheinend aus dem XXI. herüberkamen. Zwei Welten von Menschen lassen sich nicht aus einem Gesichtspunkt werten. Man kann daher auch nicht über eine palästinensische Frauen frage schlechthin reden. In Palästina gibt es «ine alte und eine neue Welt und jede dieser Welt ist selbst tausendfach gespalten. Zu -der alten Frauenwelt in Palästina gehöreneinerseits die schon seit langer Zeit eingewanderten, andererseits die orientalischen Frauen: die Jüdinnen aus dem Jemen, aus Syrien, Pcrsicn usw. Diese alte Frauenwelt ist eigentlich in der Mehrzahl unter den Frauen und wenn die Probleme, die sie betreffen, uns weniger interessieren, so ist es nu<$ weil diese Probleme sich aus altbekannten sozialen Ucbcln rekrutieren. Diese Frauen stehen abseits von alldem, was uns moderne Menschen in Palästina interessiert, sie sind um ein Jahrhundert zurück in ihrer ganzen Wesensart. Spricht man von Frauenfragen in Palästina, so schaltet man gewöhnlich die große Mehrheit der Frauen, und das sind eben jene Massen, gleichsam aus vergangenen Jahrhunderten zurückgebliebenen Frauen, aus seinem Gesichtsfelde aus. Die palästinensische Frau ist die neue Jüdin. Der neue Jischuw mit seinen Frauen, die Chaluzoth sind in der Minderheit und werden trotzdem als die Tragpfcilcr der jüdischen Gesellschaft im Lande angeschen und sie sind auch tatsächlich die Elite der Frauen. Nicht nur die führenden, jede Einzelne arbeitet und lebt für die Gesamtheit. Sic opfern alle persönlichen Wohlstand, Bequemlichkeit, Kulturgüter, ja, oft genug selbst ihre Lebensziele, um in Palästina an dem Aufbau des Landes mitwirken zu können. — Worin unterscheidet sich die Frauenfrage in Europa von der in Palästina? Die großen Fraucnproblcme Europas 6ind der Kampf ums Brot, der Kampf der Frau um ihr Recht in Staat und Gesellschaft, die Beteiligung an der Erziehungsarbeit und sozialen Tätigkeit und schließlich das weile Gebiet der SittljchkcKsfragcn. — In Palästina ist der Kampf ums Brot um nichts leichter als in Europa. Es bedeutet allerdings prinzipiell einen großen Fortschritt, das gleicher Lohn für gleiche Arbeit an Mann und Frau bazahlt wird, aber diese Gleichheit macht das Los der Frau unter den bekannten schweren Arbeitsbedingungen Palästinas sicher nicht leichter. Noch ein weiteres Moment scheint günstig für die Frau in Palästina, ohne es wirklich zu sein. Wie in jeder Kolonie, wo die Frau gewissermaßen einen Seltenheitswert besitzt, ist sie auch in Palästina vielfach überschätzt. Es erfolgt eine Emanzipalion, die nicht organisch s-kh entwickelt, Siufrn überspringt und für die Frau eher nachteilig ist, als wünschenswert. Den Frauen Palästinas erging es mit der Emanzipation so, daß sie Ihre härtesten Bürden auf sich laden mußten, ohne der Rechte, <!i: sie biete', ganz teilhaftig zu werden. So ähnlich war es in Europa während des Krieges, als die gleichen Rechte der Frau sich besonders darin auswirkten, daß sie schwere Arh.il auf den Feldern, in den Munitionsfabriken u:;w. leisten mußt?. Dort hat man sie freudig aufgenommen, ihr An'ri! an d:r R^ierung der Staaten, an der Bestimmung der Polit'k blieb dagegen unverhältnismäßig gering. Das gleiche Rieht der Arbeit bestellt auch in Palästina für die Frau. Mehr vielleicht als irgendwo anders, hat sie die schwersten Ati/yabni ai:f pich genommen. Bei primitivster Lebensweise und kaum ijusrcicVi-Llcr Befriedigung der notwendigsten BcdiVfri-sc müssen die Frauen, ähnlich den Männern, die härteit-n Arbeiten vorrichten. Der Begriff „Frauenarbeit" ist In Palästina unbekannt. Jede Arbeit ist Frauenarbeit. Keine Rede ist r'-er Uavcn, daß die Frauen auch in politischer und sozia'cr Hinsicht dm Männern vollkommen gleichgestellt werden. In politischer und so.-ialer Hinsicht ist manches Recht unbefriedigend. Um nur ein Beispiel zu geben, fehlt jede BeruMienitutu: für Fnucx, die in das Land kommen, und au'Ii die Ailu'MrvenuiUimg kann kaum als solche bezeichnet werden. Sh ist rein zufälliger Natur und bewegt sich in engen Rahmen. Es wird dem Zufall anhcimgestcllt, ob eine Frau rur Lrnchrhcit geht, beim Häuser- oder Straßenbau beschäftigt wird, oder Hausarbeiten versieht. Daß nicht jede I'rau für alles taugt, ist selbstverständlich und die Arbeitsweise daher stets unökonomisch. Es wäre besonders wünschenswert, wenn die Weltorganisation zionistischer Frauen es durchsetzen kör.r.t*, daß bei sllcn Palästinaämtern zwecks Bcruifbcratung der nach Palästina gehenden Frauen, eine weibliche Kraft verwendet würde. — Die soziale Arbeit, die zum guten Teil auch Erziehungsarbeit ist, Ist fu Palästina nicht überflüssig, wie in unkultivierten Landstrichen, wo eine neue Gesellschaft von Grund auf aufgebaut wird. In Palästina ist vielmehr eine alte, jüdische Welt da, mit all dem Elend in sozialer, hygienischer und erzieherischer Hinsicht, die auch anderswo diese alte jüdische Welt durchsetzt. In Palästina kann man nicht von Giun«! auf nufb.iuen, au* dem Nicht«, das weder böse noch gut ist, sondern man muß die Ucbel vergangener Zeiten und die Laster alter Generationen mit in den Kauf nehmen. — Was endlich die sittlichen Fragen betrifft, so sind die in Palästina ebenso wie in Europa ein hervorstechendes Merkmal des Frnucnprohlcms überhaupt. Die Phrase von der einen Moral Ist auch hier eine unberechtigte Verallgemeinerung. Jene „eine" Moral, welche auch in Europa anscheinend rein fiktiven Charakter trägt, sucht man in Palästina .vergeblich. Trottdem muß eines im vorhinein mit aller Entschiedenheit festgehalten werden: unter den jüdischen Frauen in Palästina gibt es keine käufliche Liebe, Gelingt es im neuen Judcnland, dieses e-nc Prinzip der Scxualethik auf die Dauer aufrecht zu erhalten, so haben wir keinen Grund, uns wegen der „SittlichMi" lu Palästina Bedenken zu machen. Die Tragen der Scxuahnoral In Palästina sind viel weniger spezielle Frauenfragen als In Europa und viel mehr allgemeine Kulturfragen. — Jede neue Welt ist noch aus einem Cluos hervorgegangen. Es ist ein Fehler, europäische Maßstäbe auf Palästina anzuwenden. Wie ein sehr kompliziertet Volk in einem sehr komp'i/ierten Land, in einer vor Problemen überschwängeren Zeit und unter unmöglich schweren Verhältnissen eine neue Gesellschaft aufbaut, rläßt sich nicht nur so ohne weiteres vom grünen Tisch oder von einem Rokoko- Salonses&cl beurteilen. — Die praktische Anwendung all dessen, was ich sagte, wäre die Antwort auf die Frage, welches Fraucnmatcrial für Palästina erwünscht sei. Doch zur Beantwortung gerade dieser Frage glaube ich, wäre in erster Reihe eine Palästinenserin berufen. Bin ich auch mit ganzem Herzen mit den arbeitenden Frauen In Palästina verbunden, so halte ich doch sie allein für fähig, das Schicksal der Frauen im neuen Judcnland und zu einem nicht unbedeutenden Teil auch das Schicksal des neuen Judculandcs selbst zu bestimmen. — England und der Zionismus In Vertretung der englischen Botschaft in Amerika und der britischen Regierung hatte Mr. Joyce Broderick an der Eröffnungssitzung der Jahresversammlung der Zionistischen Organisation von Amerika teilgenommen. In seiner mit großem Beifall aufgenommenen Begrüßungsrede führte Mr. Broderick aus: „Als ich die begeisterten Reden meiner Vorredner hörte, empfand ich es so recht in meinem Herzen, daß ich mich mit Ihnen eins fühle und daß mein Platz unter Ihnen ist. Ich habe Ihnen den Ausdruck aufrichtiger Freundschaft des englischen Botschafters und die besten Wünsche der britischen Regierung für den Erfolg Ihres Werkes zu über- Koiagr eß verarast alt tmgen der Berliner Zionistischen Vereinigung. 1. Montag den 27. Juli, abends 8 V, Uhr, in den Sophienaälen, Sophien- Btraße 17/18 2. Sonnabend, den 1. August, abends 9 Uhr, im GartenBaal der Loge, Kleißtstr. 10. Theo »: „Palästina und der XIV. Kongreß" Referenten die Herren: Blumenfeld, Felix Rosenblüth, Jerusalem Juda Bornstein, Wiesbaden-Haifa In der DisWion: Benzion Fett, Kiatzkin, Klinoff, Solowcitschik. Zar Deckung der Unkosten wird ein Beitrag voo Mlc O.SO erhoben. mittclu. Ich bin wohl Irläudcr, doch glaube ich, daß es mein gutes Recht Ist, über Großbritannien ein gutes Wort zu sagen. (Heiterkeit.) Gestatten Sie mir nun, Ihnen ohne jede falsche Bescheidenheit zu erklären, daß Großbritannien seine Geschichte mit einem neuen Ruhmesblatt bereichert hat: der Name des britischen Reiches wird für alle Zeiten mit der Wiedergeburt, dem Wiederaufbau und der Wiedcrcroberung des jüdischen Heimkindes verbunden sein. (Die Versammelten erheben sieh von ihren Sitzen und bringen dem Redner stürmische Ovationen dar.) Ich glaube daher, daß Sic von der Aufrichtigkeit der von mir überbrachten Botschaft überzeugt sein werden. Durch die historische Deklaration der englischen Regierung im Jahre 1917 hat die Weltgeschichte in vielen Hinsichten eine tiefgehende Aendcrung erfahren. Erst kürzlich haben wir einen Beweis unseres guten Willens und unserer Aufrichtigkeit geliefert, indem wir zur historisch bedeutungsvollen, geradezu dramatisch begeisternden Eröffnung der hebräischen Univcrsit.lt auf dem Skopusbcrg unseren ältesten, klügsten und beliebteren Staatsmann, Lord Bnlfour (die Versammlung erhebt sich, stürmischer Beifall), delegierten. Lord Paifour Ist seit seiner Rückkehr womöglich noch tiefer als früher davon überzeugt, daß er seinen König gut beraten habe, als er vorschlug, als Freund und Beschützer des Wiederaufbaues des jüdischen Heimkindes aufzutreten. In der letzten Zeit entnehme ich Ihrer Presse als auch den Gesprächen mit Ihren Freunde und Anhängern, daß sich in Ihren Reihen eine übrigens natürliche Ungeduld darüber fühlbar macht, daß nicht alles so vorwärts geht, wie Sic es wünschten. Ich glaube jedoch, daß, wenn es überhaupt ein Volk in der Welt gibt, daß geduldig zu sein vermag, das Ihrige es istt. (Heiterkeit.) Ich halte es jedoch für unrichtig, nicht auch die andere Seite der Medaille zu beachten, dasjcnlgc, was in den letzten Jahren bereits erreicht worden ist. Vor zehn Jahren war das Jüdische Heimfand in der Tat noch ein Traum. Es bestand dort noch keine einzige Sache, von der man sagen konnte, sie hätte eine Zukunft. Und dennoch! Im Verlauf von wenigen Jahrrn M die Idee dn» jüdischen Heimkindes nicht nur von allen Kulturvölkern anerkannt worden, in Ercz Israel selbst hat das Aufbauwerk großartige Resultate erzielt. Die Ungeduld ist daher, wie aus den lebendigen Tatsachen zu ersehen ist, wenn auch natürlich und berechtigt, unbegründet. Ich habe das volle Vertrauen, daß die Schwierigkeiten, die der Erreichung alles dessen, was sie wollen, Im Wege stehen, bald überwunden sein werden. Jedenfalls bin Ich in der Lage zu erklären, daß, soweit die Ucbcrwindung der Schwierigkeiten von der britischen Regierung abhängt, sie gewiß Überwunden werden. (Beifall.) Ich danke für die Einladung und ea war mir eine wahre Freude, Ihnen die Botschaft herzlicher Sympathien und des guten Willens der britischen Regierung überbringen zu' dürfen." (Anhaltender Beifall.) Die englische Kontrolle In Transjordaiucu Berlin (J.T.A.). Die „Vossische Zeitung" meldet aus Jerusalem, daß ihr Vertreter auf die Nachricht der französischen Presse hin, daß Emir Abdullah von Trans Jordanien nach Cypern verbannt wird, den in Amman weilenden Emir aufgesucht hat. Der Emir erklärte wörtlich: „Die Nachrichten über ein Attentat auf den Ministerpräsidenten Rikabj sind von der uns feindlichen Presse erfunden. Auch alle Nachrichten über meine Abreise sind freie Erfindung. Ich denke nicht daran und unter keinen Umständen mein Land verlassen." 1 Der Vertreter erfährt hierzu noch aus privater q. ' daß die englische Regierung anscheinend noch End«; Monats den Emir auffordern wird, die Kontrolle Qsämtliche Abteilungen seiner Staatsvtr*. tung einem englischen O b e r k om mi s s ar ' übergeben, während derzeit nur das Finanz- und Krlcgsmijiiötcriura von England kontrolliert werden. Die 15 Millionen«Dollar-Kampagne des Jolst London. (J.T. A.) Ein Telegramm aus New-y. meldete: Mr David A. Brown, der die 15-Mülio- Dollar-Kampagne des Joint Distribution Committee" gunsten der Aufbau- und Hilfsarbeit in Osteuropa im H< leiten soll, erklärte am 15. Juli in einer Konferenz mit P;t Vertretern, daß die Zion. Organisation dieser Kampagne hauptsächlich der jüdischen Kolonisation in Rußland zil kommen soll, nicht opponiert. Der Präsident der 2 Weltorganisation, Dr. Wcizmann,-— versicherte Mr. Er — habe sein .Ehrenwort gegeben, d:iß die 2 Organisation der Kampagne nicht entgegenstehen wird. In einem Gespräch mit dem Londoner J.T.A.-Vcrti erklärte Dr. Wcizmann Im Gegensatz zu der Ncw-Yo Meldung, daß die Behauptung, er, Dr. Wcizmann, habe Ehrenwort gegeben, daß die Zion. Organisation der 15 lioncn-DolInr-Kampagnc nicht entgegenstellen wird, ni ganz mit den Tatsachen übereinstimmt. Wcizmann habe Mr. Brown lediglich gesagt, die Zion. ganisalion werde, solange sie zu den 15 Millionen Doilar-C nicht Stellung genommen hat, diesem Plan weder opponit noch ihn unterstützen. In diesem Zusammenhang Ist auf die Resolution der ar kanischen zionistischen Konvention hinzuweisen, die folger. maßen lautete: „Mit Bezug auf die Erklärung des Joint tribution Committcc, daß ein Fonds von 15 Millionen D zur Besserung der traurigen Lage der Juden in Ostcui insbesondere in Rußland, in Amerika aufgebracht werden \ Yv'onct eine Kolonisation auf breiter Basis in der Ukraine in der Krim unternommen werden soll, glauben wir, es im besten Interesse der Judcnheir liegen würde, alle B\ hungen auf die jüdische Kolonisation in Palästina zu kor frieren. Es wird somit beschlossen: erstens drückt diel vention ihre Befriedigung aus, daß die Tätigkeit für die E bung der wirtschaftlichen und kulturellen Not unserer Er in Osteuropa wieder aufgenommen wird; zweitens forden Konvention, daß inbetreff der Kolonisation die Priorität I stinas anerkannt werde." Die Pariser BÜIskonferenz Der Präsident des amerikanisch-jüdischen Kongresses, biner Dr. Stephen S. Wisc, der an der Pariser nilf.skonf« teilgenommen hat, äußerte sich in einer Unterredung mit J. T. A.-Vcrtrcter, daß es ihm nicht möglich 6ci, vor scheinen des offiziellen Kommunique« etwas über die Schlüsse dieser Konferenz zu sagen. Dies Kommunique erst nach Abschluß der Besprechungen zwischen Dr. I hard Kahn vom amerikanischen Rettungs-Komitee (E gency), Mr. Louis Oungrc von der Ica und Mr. L. Bernstein von Hlas und Emlg direkt herau-gc^ werden. Dr. Wise setzte fort: „Ich freue mich, sa^e: können, daß die Konferenz befriedigende Resultate geb: hat. Herr Louis Marsh all und ich glauben, d.ift getan werden wird, um den Leiden der in den curopäi* Häfen festgehaltenen jüdischen Flüchtlinge möglichst ein I zu bereiten. Es wurde ein großes Stück Arbeit geleistet Zusammenarbeit der verschiedenen Hilfsorganisationen sc gesichert zu sein. Unsere Anstrengung gilt dem Ziel, Hüchtlingsstrom in Länder zu leiten, wo für die Flucht Juridische und materielle Existenzmöglichkeit vorhanden Dr. Wisc drückte seine Zufriedenheit darüber aus, daß Fi reich der Lösung der. jüdischen Probleme so sympaf gegenübersteht. Am 18. Juni reiste Dr. Wisc nach Genf ab, um Flüchtlingsproblcrn im Zusammenhang mit der Arbeit Völkerbundes zu studieren. Von dort wird sich Dr. nach Wien begeben, wo er an den Verhandlungen des Z nlstcnkongrcsses teilnehmen wird. Die zweite jüdische Ecaigralionskoalercnz Paris. (J. T. A.) In den letzten Tagen fanden feretizen der Mitglieder des EmigranteridircktoTiums unJ Wclthilfskonfcrcnz statt, die sich mit den Vorbereitung' im August In Berlin zusammentretenden zweiten Emigra; konferenz — die erste fand 1921 in Prag statt — beschält An den Sitzungen nahmen die Mitglieder der aus Amcrik rückgekehrten Delegation der WclthiUskonlercnz, Dr. f>\ kin und Dr. Oskar Cohn, teil; ferner aus Berlin Rc anwalt Dr. Alfred Klee und Dr. Ben Nathan, der i dent der Hias Mr. John l_ Bernstein, der europäische treter der Hias Dr. Bernstein, der Gcncr.nkckrct.'ir Welthilfskonfrrcnz Efroikin u.a.m. ringelinul wur<!' Kondcta auch die Frage der in europäischen und a^utr Häfen befindlichen, durch Einschränkung der amcrikann Quote in Notlage geratenen osteuropäischen jüdischen granten behandelt. Die Erörterung dieser Frage erfol- Verbindung mit den in Paris anwesenden Herren Louis \ shall und dem Präsidenten des American Jcwish Co; Dr. Stephen S. Wise. Eine Korporation zwischen Arne Emcrgcncy Comitc1, lea und Lmi^rationsdircktcrium zur Klung dieser Frage Ist in Aussicht genommen. Die Posencr Jfldecheit vor der Landcsvenvelscng Warschau. (J.T. A ) Die Fraktion der Orthodox" im Jüdischen Parlamentsklub erhielt ein Schreiben der dischen Gemeindeverwaltung in Posen, in welchem die Sende Bitte ausgesprochen wird, bei den in I3c:r.viit ko;n:^ cn Behörden zu intervenieren, damit za.dreicl.c MügÜedcr <• Poscner jüdischen Gemeinde, darunter solche in führen.:' OemdndesMIungen, nicht des Landes verwier.cn werden.!>.' Poscner Juden — es handelt sich um viele hunderte — ha! seinerzeit für Deutschland optiert und müssen nun laut <■ Wiener Konvention Polen verlassen. Auch in anderen Sü" Polens stehen zahlreiche Juden vor der Gefahr der Zuweisung. Sollten alle diese Posen verlassen müssen, so wu:- dies die ohnehin schon sehr geschwächten jüdischen Gc~; den der Provinz Posen zur Bcdeutungslo-lgkclt hcrahdriia — Die orthodoxe Srjmfr.iktlon hat energische Schritte ur.:.' nommen, daß den erwähnt-:n Posener Juden das Wohn«»' auch weiterhin gewährt werde.