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Jüdische Rundschau · 1925-07-24 · Heft 58 (24.7.1925) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 58 (24.7.1925)
Date
1925-07-24
Page
– (sequence 3)
Language
German
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fr. & }ÜEDT5CHE RUNÜSCHA'Ü Sdte 50t je Waiden zum XlV.ZionistenkongreS | Bekanntmachung | Folgende Wahl vorschlage sind für die Wahl ,a Delegierten der „Zionistischen Vereinigung für v'utschland" und des „Deutschen Landesverbandes der rj-d.ilull;" bei der unterzeichneten Hauptwahlkommis- Q"eingegangen und werden von ihr hiermit zur Wahl Stellt. i Wsh!verschlag I: Liste Felix Rosenblüth. \. Felix Rosenblüth, Jerusalem. 0 Dr- A".cd Landsberg, Wiesbaden. 3. Salman Schocken, Zwickau. 1 Dr. Martin Rosenblüth, Berlin, i Dr. Alfred Klee, Berlin (Gruppe Klee-Victor). 5] Richard Lichtheim, Berlin. 7' Dr. Robert Wcltsch, Berlin (Hapoel HazaTr). s! Dr. Siegfried Moses, Zwickau. 0. Borris Lcibovvitsch, Hamburg, jo! Dr. Werner Bloch, Berlin. jl. Moses Waldmann, Berlin, jo Dr. Sally Hirsch, Halbcrstadt. 13. Dr. Max Jacobsohn, Breslau. Dr. Mcinhold Nußbaum, Nürnberg. j5. Siegfried Hirsch, Berlin. ^6. Dr. Georg Landauer, Berlin (Hapoel HazaTr). 17. Dr. Willy Victor, Wandsbeck (Gruppe Klee-Victor). jS. Louis Tumpowski, Leipzig. IQ. Nathan Grünstein, Frankfurt a. M. *0. Dr. Hugo Schachtel, Breslau (Gruppe KIcc-Vicfor). 21. Ur. Georg Weißmann, Bcuthen.?1 Dr. Albert Kramer, Köln a. Rh. 3. Dr. Albert Bacr, Berlin (Hapoel HazaTr).; Wahlvorschlag II: Liste Dr. Max Soloweitschüc. h. Dr. Max Solowcitschik, Berlin. 1 Dr. Nachum Goldmann, Berlin. ■|3. Benzion Fett, Berlin. 4. Dr. Julius Brutzkus, Berlin. ■ 5. Izcliak Grünbaum, Warschau. 6. Dr. Jakcb KIMzkin, Berlin. 7. Markus Boncs, Breslau. 'S. Redakteur Dr. M. Glücksohn, Tcl-Awiw. 0. Dr. Abraham Klumcl, Warschau, 10. Bankier S. Glücksohn. Berlin. 11. M. Lieber, Chemnitz. : Die Wahlen finden am 2. und 3. August statt.! Wahlen, die vor dem 2. oder nach dem 3. August vergaltet werden, sind ungültig. {. Die Aasübung der Wahl durch briefliche Einsendung des ^immzettcls ist nur den Wählern gcstattet? die sich auf Reisen künden oder deren Wohnort nicht im Bezirk einer Ortsgruppe «fat. In Orten, in denen sich eine Ortsgruppe befindet, Russen also die dort stündig wohnhaften Wähler persönlich im Wahllokal erscheinen und dort ihren Stimmzettel;p^cbcn. Die Wahl ist ungültig, wenn etwa auch in schien, in denen sich eine Ortsgruppe befindet, die Stimmzettel s'ivicflich eingesandt, oder eingesammelt oder durch Stcll- M.j'Ortrctcr abgegeben werden. Nach Schluß der Wahlen muß in jeder Ortsgruppe das tc< Ergebnis der Wahl festgestellt werden. Das Ergebnis muß :'-p Form eines Wahlprotokolls (in vierfacher Ausführung) aufgenommen werden. Sämtliche Protokolle sind von mindestens t\] Mitplicdern der Wahllcitung jeder Ortsgruppe zu unter- "' lehnen. Ein Protokoll ist vom Wahllciter aufzubewahren.;c drei anderen Excmnlarc sind sofort an den Wahl vorstand des betreifenden Wahlkreises eingeschrieben und expreß zu übersenden, sodaß sie spätestens am 5. August bei dem Krciswahlvorstand eingehen, h Die Zionistische Vereinigung für Deutschland zcrKillt in fiwei Wahlkreise:; _ 1. Wahlkreis: Die preußischen Gebietsteile Groß-Berlin,; fovlnzcn Hannover, Schleswig-Holstein. Brandcoburg, Pom- ••ern, Ostpreußen, Grenzmark, Schlesien, Sachsen; die Frcista'dtc Hamburg, Bremen, Lübeck; die Länder Braunschweig, Oldenburg, Mecklenburg, Sachsen-Anhalt. 2. Wahlkreis: die übrigen Gebietsteile des Deutschen Reiches. Die Adresse des Wahlvorstandcs für den I. Wahlkreis lautet: Berliner Zionistische Vereinigung, Berlin W 15, Meinckcstr. 10. Die Adresse des Wahlvorstandcs für den Wahlkreis II lautet: Leipziger Zionistische Vereinigung, Leipzig, Kcilstr. 4. Die Protokollformularc gehen sämtlichen Orlsgruppcn gleichzeitig zu. Unzulässig ist die Feststellung des Wahlergebnisse! bzw. eines Teilergebnisses vor Schluß der Wahl. * Die Vornahme der Wahl erfolgt durch Abgabe eines Stimmzettels, der wie folgt aussieht: Wahlen zum XIV. Zionistenkongreß Wahlvorschlag Nr. I Liste Felix Rosenblüth 0 Wahlvorschlag Nr. II Liste Dr. Max Solowcitschik 0 Der Wähler hat den Wahlvorcchlajj, für den er »tlmmen will, durch ein X im Kreis kenntlich iu machen s Die gedruckten Stimmzettel gehen sämtlichen Ortsgruppen gleichzeitig zu. Zulässig ist auch die Verwendung von handschriftlich ausgefertigten Stimmzetteln, deren Text entweder „Wahlvorschlag Nr. 1, Liste Felix Rosenblüth" oder „Wahlvorschlag Nr. 2, Liste Dr. Max Solowcitschik" /u lauten hat. Ungültig ist ein Stimmzettel, der, falls Wahlvorschlag 1 gewählt werden soll, nicht den Namen Rosenblüth, oder falls Wahlvorschlag Nr. 2 gewählt werden soll, nicht den Namen Solowcitschik enthält. Ungültig Ist auch ein Stimmzettel, auf dem etwa vermerkt ist, daß irgend ein Bewerber von den betreffenden Listen gestrichen werden soll. Ungültig ist natürlich auch ein Stimmzettel, der vom Wähler mit eigenem Namen unterschrieben wird. * Gemäß § 8 der Wahlordnung müssen die Wahllokale, Wahllage und Tageszeiten, an denen das Stimmrecht durch perfönlichc Ucbcrgabc des Stimmzettels ausgeübt wird, entweder durch Veröffentlichung in der „Jüdischen Rundschau" oder in ortsüblicher Weise den Wählern spätestens 3 Tage vor Beginn der Wahl durch Bekanntmachung des Ortsgruppenvorsitzenden (Ort.swahllcitcr) mitgeteilt werden. Zum Zweck der Geheimhaltung der Wahl wird jeder Stimmz.ttc.1 vo.n W.i! 1er in einen undurchsichtigen Briefumschlag getan, und dem Wahllciter übergeben, der ihn vor den Augen des Wählers in die Wahlurne wirft. D i c Wahlurne ist bis nach Schluß der Wahl versiegelt zu halten. Wahlberechtigt sind diejenigen, die den Schekcl für das Jahr 56S5 bezahlt und das 18. Lebensjahr überschritten haben. Die Schekelquittung ist zur Wahl mitzubringen und vom Wahl vorstand nach vollzogener Wahl 711 entwerte n. Der Wahlvorstand, bzw. der Wahllciter sind im Zwcifelsfall berechtigt, neben der Schekelquittung die Vorzeigung von Pcrsonaldokumentcn zwecks Legitimierung des Wählers zu verlangen, insbesondere dann, wenn hinsichtlich des Alters ein Zweifel besteht. Die Ermittlung des Wahlergebnisses Ist öffentlich. Es müssen hierbei mindestens 3 Mitglieder der Wahllcitung zugegen sein. * Nur solche Wähler, die während der Wahlzcii von ihrem Wohnort abwesend sind, oder deren Wohnsitz nicht im Bezirk einer Ortsgruppe liegt, können die Wahl brieflich ausüben, indem sie ihren Stimmzettel in einen verschlossenen Briefumschlag legen und diesen Briefumschlag in einem Brief (in einem zweiten äußeren Umschlag) an die Hauptwahlkommission der Z. V. f. D. direkt einsenden. Im Begleitbrief muß der ständige Wohnort (genaue Adresse), der Grund, warum briefliche Wahl notwendig ist, und das Lebensalter angegeben «ein. Er muß eigenhändig und deutlich unterschrieben sein und die Schekelquittung bzw. M. 1(für den SchckeU ist beizufügen. Der Begleitbrief soll also etwa folgenden Text haben: An die Hauptwahlkommission der Z, V. I D. _..lJ Im ■ .. Berlin W. 15 , i - Meinckestr. 10 Anliegender verschlossener Umschlag enthält meinea Stimmzettel für die Wahlen zum XIV. Zionistenkongreß. Mein Wohnsitz ist (Ort)...... (Straße) ....... " Ich befinde mich zur Zeit auf Reisen (oder: an meinem Wohnsitz befindet sich keine zionistische Ortsgruppe.) Die Schekelquittung für das Jahr 5635, bez. M. 1.—, füge ich bei. Ich versichere, daß ich das 18. Lebensjahr vollendet habe und daß ich mein Wahlrecht zum XIV. Zionistenkongreß noch nicht anderweitig ausgeübt habe und nicht anderweitig ausüben werde. Deutliche Unterschrift: Gegenwärtige Adresse: Die brieflich eingesandten Stimmzettel sind nur dano gültig, wenn der an die Hauptwahlkommission eingesandte Brief den Poststempel vom 2. oder vom 3. August trägt. * Im übrigen verweisen wir noch einmal auf die in Nr. 45 der „Jüd. Rundschau" veröffentlichte Wahlordnung. * Die Ortsgruppcnvontiindc sind verpflichtet, dafür zu sorgen, daß die Wahlen diesen Bestimmungen entsprechend am 2. und 3. August ordnungsgemäß stattfinden, und daß die Wahllokale und Wahlzcitch mindestens 3 Tage vorher, also spätestens am 30. Juli, durch Ankündigung in der „Jüdischen Rundschau" oder durch ortsübliche Mitteilung, dca Wählern ihres Ortes bekannt gemacht werden. In den Wahllokalen soll die „Jüdische Rundschau" vom 24. Juli aufliegen, welche die beiden WahIvorschl3ge enthalt. Der Ortsgruppen Vorsitzende oder im Bchindcrungsfallc sein Stellvertreter ist dafür verantwortlich, daß eine örtliche Wahlleitung aus mindestens 3 Mitgliedern unter seinem Vorsitz gebildet wird, und daß in jedem Wahllokal ein von ihm zu ernennender Wahlvorstand von mindestens 3 Mitgliedern während der angekündigten Wahlzcitcn den Wahlakt leitet. In den Wahlvorstündcn der einzelnen Wahllokale wie in der Wahllcitung der Ortsgruppen sollen Anhänger Hidcr Wahlvorschlägc vertreten sein. Berlin, den 22. Juli 1025. Die Uauptwalilkoinmlssion der Z. V. L D. Die Washingtoner Jahreskonferenz der Zionistischen Organisation von Amerika hat für den 14. Zionistenkongreß folgende Delegierte gewählt: Louis Lipski, Dr. Stephan S. Wisc, Rüben Brainin, Morris Kotenberg, Hermann Conheim, Ab. Goldberg, Bernard A. Rosenblatt, Emanucl New man, Jakob Fischmann, Israel Goldberg, Isaak Karin cl, Miß Lota l.cwcns o n, Isaak Meister, Dr. David G. K a 1 i s k i, Frau Simon Rotenberg, N. Ch. Ebin und Mayer W. Weisg a 1, alle in Ncw-York; Max Conheim, Hugo P a m , Dr. A. 1;. Abramowitz und Max Schulmann in Chikago; J. Kahanowitz aus Grccnbourgh-Panama; A. B. Kohn aus Scrcnton; Jakob Edelstein aus Philadelphia; Rabbi Aba Hillcl Sil wer aus Clevcland; Sir Alfred Mond aus London und Dr. S c h c m a r j a h u L c w i n aus Tcl-Awiw. Vom Büro des 14. Zionistenkongresses wird uns mitgeteilt, daß das Protokoll des Kongresses phonographisch aufgenommen werden wird. Durch eine ganze Reihe von technischen Neuerungen ist es gelungen, Anlagen herzustellen, die eine genaue Wiedergabe aller auf den Kongreß gehaltenen Reden ermöglichen. Die Reden werden auf Diktier« walzen und Phonographcnplattcn übci*ragcn werden. Wir werden auf diese interessante Form der Berichterstattung noch ausführlich zurückkommen.- Kongrcßwahlcn in Köln. Sonntag, den 2. August, nachmittags von 4—6 Uhr; .Wontag, den 3. August, nachmittags von 6-S Uhr. Wahllokal: Zionistisches Sekretariat, Limburger Str. 22, pt. . -"cscr Zeit an sich, aber schon hier merkt man, wie der v-"$fJer aus der Tiefe des Lebens seines Volkes, aus unaus-;, psdjöpftcm Reichtum der Sprache, aus Ucbcrfüllc der Phan-;-mc und Geschichte Persönlichkeit gewinnt. Aber von der '; '-Mähre" an ist Mcndcle ununterbrochen weitergegangen, l -IWnahc paßt hierher nicht der Name Schöpfer, sondern es; J Wachstum, dauerndes, stilles Wachstum, das nicht aufhört : ^wächst ein alternder Eichbaum, er mitsamt seinen Zweigen, , während sie alt werden, nimmt er und nehmen sie an .r'aft zu und setzen neue Rii.de an. Fürwühr schwer war I -rr Kampf Mcndclcs und groß waren seine Schöpferqualcn, ..■^r nicht geringer als sie waren seine Siege. Er begann wie seine Gefährten beim Leichten, bei der Phrase, der Zu- '.i chtweisung und der Führung, und ganz allmählich, vielleicht ^"■bewußt, gelangte er zu dem besonders Schweren: er wurde ',-cr Schriftsteller und Schildcrer der Gemeinschaft Israels ihrts Lebens." (Bialik.) Seine Welt wurde immer reicher, Vr'n Midcbcn immer inniger. Als Erster im Ghetto sah ] die Natur und ihr Leben, alles Tun des Juden, jede zarteste ^ung und jeden geheimsten Gedanken seiner Seele, deren I?, engstes Detail er mit der Gewissenhaftigkeit und dem fi_m3ntworrungsbcw-ußtscin des mittelalterlichen Illumi-;'tors aufzeichnete. Im höchsten Grciscnaltcr, als der Tod ,: schon nahte, schrieb er ao dem „Leben Schlomos". „Eine ,|;chc Welt, das Leben eines ganzen Geschlechtes von Vätern / "^ Großvätern soll in diesen aneinandergereihten Buchstaben j/^eu-ahrt werden. Das Leben Schlomos — es ist das? eincs Geschlechtes Israels. Hier muß man jeden "nörkel eines Buchstaben schonen, jedes Häkchen am Jod ,' wer kostbarer als Gold." (Bialik.) Und unterwegs von r Mähre zum Leben Schlomos ist Mcndele der Schöpfer; ,sCly Literaturen und zweier Sprachen geworden. Er war ■ [ "ste, nicht nur als Künstler, sondern auch als Wicdcr-;;''jocr der Sprache. „Der Mann, welcher mit Absicht das -erstehen der Jargonlitcratur herbeiführte, hat unbewußt :.f Wiederaufleben der hebräischen Umgangssprache ermögi 5jA Das hebräische Wort fand wiederum seine Wurzeln. ' «ef im Leben des Juden verborgen waren und klammerte -es a° 8ie" ist wic c,n Wundcf; wcr wci4*i 00 nicIlt P Wunder ist, das unbewußt im Herzen das Streben nach dem Wiederaufleben der hebräischen Umgangssprache und den Glauben an die Möglichkeit dieses Wiederauflebens ausgelöst hat." (Bialik.) Und zwischen der „Mähre" und dem „Leben Schlomos" liegen die anderen großen Werke Mcndclcs: „Der dritte Benjamin" und „Im Tale der Tränen", die wohl auch bald im Jüdischen Verlage erscheinen werden. Unterdessen hat der Jüdische Verlag noch einen anderen Klassiker der jüdischen Renaissance in deutscher Sprache veröffentlicht, C h a i m Nach 111 a n Bialik,. dessen Essays in der vorzüglichen Ucbcrsct/.ung von Victor Kellner vorliegen. Man rühmt eine Ucbcrsetzung als gut, wenn sie sich wic ein Original liest, wenn sie ganz sich in den Rhythmus der Sprache, in die übersetzt wird, einfügt. Das ist bei der vorliegenden Ucbcrsctzung der Fall. Aber es ist ihr auch gelungen, was noch mehr ist: etwas von der Eigenart und dem Dufte des hebräischen Originals iu die deutsche Sprache mitzubringen, ohne dieser doch im geringstem Gewalt anzutun. Eialiks Essays lesen sich wic eine Einleitung zu den Schätzen der hebräischen Sprache und unserer Literatur und enthalten zugleich den Entwurf zu einer großen jüdischen Kulturpolitik. Ucbcr allen ist die Ehrfurcht vor dem wirklichen, wenn auch verborgenen Führer des Lebens des Volkes ausgebreitet — dem Geist. Mit besonderer Liebe verweilt Bialik bei den Fragen der Bedeutung und des Lebens der Sprache. Das Wunde;' der ncucrstandcncn hebräischen Sprache, an dem er mitgewirkt hat, überkommt ihn. „Die hebräische Sprache wurde wieder einem überfließenden Quell gleich; indem sie sich allen Formen des Wcltgcdankcns anpaßle, ließ sie eine Frucht reifen, die niemand geahnt hätte; die hebräische Dichtung, die im Wcuten in Todcs'.chwcigcn verstummte, frohlockte im Osten mit stolzer Stimme, wie sie vielleicht seit dem Tngc des Abschlusses der Vision in Israel nicht frohlockt hatte. Bei ihrer Jubclstimme wurden die Herzen wach und eine mächtige geistige Arbeit begann, eine Arbeit, die ganz Bau, Aufrichtung, Erneuerung ist Alle Werte der Nation und all ihre geistigen Besitztümer wurden wieder in den Schmelzofen geworfen und gingen von dort reiner und geläuterter hervor als sie gewesen, um das Herz der Nation zu beleben und die Kraft ihrer Jugend zu erneuern." Und neben den Aufsätzen über die Sprache stehen die Aufsätze über die Literatur: grundlegende Abhandlungen, die an Tiefe der Auffassung und an Schönheit der Formung reich sind. Halacha und Aggada, die hebräische Dichtung Spaniens, die jüngste hebräische Lyrik der Moderne und der greise Mcndcle bezeichnen das weite Feld, in dem Bialik uns Führer wird. Aber von größter Bedeutung ist d.is Kulturprogramm, das er Jn seinem Essay „Das hebräische Buch" entwickelt. Linen Teil der Aufgabe, das Einsammeln der Aggada, hat er schon selbst gelöst und eine Auswahl gegeben, wic er sie selbst verlangt, „die dem Leser die Möglichkeit gibt, niclit nur auf wohlgebautem Weg die Einzcihcitcn der Aggada kennen zu lernen, sondern auch, was besonders wichtig ist, aus den Einzcihcitcn das Ganze zu verstehen und mit einem Blick die ganze Welt der jüdischen Aggada im vollen Ausmaß ihres Umfangs und von ihren hauptsächlichen Seiten her zu erfassen." Aber eine solche Anthologie die in schöner Ordnung das Gute und Auscriescne enthält, alles Charakteristische und Typische aus allen wichtigen Zweigen unserer Literatur, gilt es nun für alle anderen Gebiete auch herzustellen; in hebräischer Sprache zuerst, wie es Bialik in seinem Programm verlangt, und daneben in sorgsamer Auswahl auch in den wichtigsten Fremdsprachen, in denen große Teile unseres Volkes denken, in deutsch, in englisch und teilweise auch in französisch. Wic es Bialik als Aufgabe unserer Kultuq>olitik feststellt: „Müssen wir doch letzten Fndcs sammeln, was in unserer Hand ist; wir müssen unser Soll und Haben prüfen und sehen: haben wir irdend etwas außer totem Besitz oder nicht? Keine Organisation der Welt wird uns Kulturbcsitz schaffen, ein Etwas aus dem Nichts. Aber Art der Kultur ist es, daß ein Volk sich mit seinem natürlichen Firbc befasse und mühe, was immer und wie viel immer es sei, darin Ordnung festsetze und daraus für sein Bedürfnis und zu seinem Vergnügen allen Nutzen ziehe, den es daraus zu ziehen vermag." Die Ausstellung der Britischen und Ausländischen Bibelgc.%cllschaft in den Räumen der Buch- und Kunsthandlung Kcuß 6t Po Hack zu Berlin ist am Mittwoch, den 22. Juli, 5 Uhr, eröffnet worden.

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