Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 58 (24.7.1925)
- Date
- 1925-07-24
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 500 hing der jüdischen Heimstätte' einzuschlagenden Wirtschaftspolitik — wie immer eine solche Wirtschaftspolitik auch sein mag — darstellen muß. Palastina wird mit steigender Produktion und bei systematischen Versuchen zur Steigerung seiner, wirtschaftlichen Möglichkeiten gewisse Nachteile zu fühlen bekommen, die ein kleines und wirtschaftlich unentwickeltes Land im heutigen System der Weltwirtschaft erfährt, wenn es sich nicht wenigstens Im Bedarfsfall an ein größeres wirtschaftliches Oanzc anschließen und an seinen Kräften Anteil nehmen kann. Für lange Zeit wird Palästina wenigstens den größten Import- und Exportländern nicht so viel zu bieten oder zu versagen haben, um, auf sich allein angewiesen, mit ihnen günstige Verträge abschließen zu können. Alle außer England in Betracht kommenden Staaten, die mit Palästina Handelsverkehr haben oder haben könnten, sind Schutzzoll-Staaten. Wenn Palästina' den Warenverkehr mit ihnen ausbauen will, ist es auf den Weg von McistbcgünstigungsvcrtrSgcn angewiesen, die es als Mandatsgebiet selbständig zu schließen die konstituclle Möglichkeit besitzt. Doch dürfte es in vielen Beziehungen wünschenswert sein, daß Palästina in Handelsverträge, die England mit anderen Staaten schließt, von Fall zu Fall eingeschlossen wird, um an den Rechten teilzunehmen, die .zumeist die Form von Meistbegünstigungsklauseln annehmen. Allerdings mag, wie es ja auch tatsächlich Lishcr z. B. bei den Handelsverträgen mit Polen und Litauen der Fall war, der Palästina-Regierung vorbehalten sein, ob sie sich solchen Handelsverträgen Englands mit anderen Staaten anschließen will oder nicht. Jedenfalls aber sollte ihr dieses Recht prinzipiell gewahrt bleiben und es wäre im höchsten Grade schädlich, wenn eine Theorie entwickelt und gestützt würde, die Palästina diesen Anschluß verbieten wollte, weil er vielleicht eine zu enge Verbindung Palästinas mit dem englischen Wirtschaftssystem herbeiführen könnte. Recht aktuell ist aber eine Frage, auf die Dr. Bilcski in seinem Artikel aufmerksam macht, indem er der Meinung Ausdruck gibt, daß der Versuch, das System der Imperial Preference im britischen Reich auch auf Palästina auszudehnen, Konflikte mit dem Völkerbund herbeiführen könnte. Nun ist ja anzunehmen, daß die englische Regierung die, wie der Kolonialsekretär Amery jüngst erklärte, die Anwendung des Preference Systems auf Palästina, die ihr nahegelegt worden ist, erwägt, nichts unternehmen wird, ohne vorher die gesamte Frage nach ihren legalen Voraussetzungen und Wirkungen geklärt zu haben. England wird durchaus den Anschein vermeiden wollen, als ob es seine Mandatarstellung in Palästina für seine wirtschaftlichen Eigenintcresscn ausnutzen will Nebenbei gesagt, spielt der Handelsverkehr mit Palästina in dem -gesamten Import und Export Englands und des britischen Rciclis keine vergleichsweise so bedeutende Rolle, daß es der englischen Regierung lohnend erscheinen dürfte um eventueller Vorteile willen in Konflikt mit dem Völkerbund zu kommen. Es darf jedoch nicht außer acht gelassen werden, daß das Preference System im englischen Weltreich nicht notwendigerweise auf Gegenseitigkeit begründet ist. Bisher bestand für die meisten englischen Waren in den britischen Dominions Freieinfuhr, wählend das Mutterland zwar im Prinzip noch Freihandelsstaat war, jedoch schon auf eine Reihe von Einfuhrartikeln Zölle erhob. Bekanntlich ist die gegenwärtige konservative Regierung eine Schutzzoll-Regierung, wenn sie sich auch durch Versprechungen Baldwins vor den letzten und hauptsächlich vor den vorletzten Wahlen der Wählerschaft gegenüber verpflichtet hat, keine volle Schutzzollpolitik ohne neuerliche Befragung. der Wähler cinzu- Kultar und Politik Von Hans Kohn, London. Die nationale Wiedergeburt eines Volkes war nie oder wenigstens niemals in erster Linie der Ausfluß des Werkes von Politikern und Kriegern, sondern Frucht der Arbeit von Dichtern und Sprachschöpfern, Oclehrfen, und Erziehern. Sie gingen daran, die alte, sei es unbenützte, sei es ihrer Würde als Schriftsprache entkleidete Volkssprache wieder zu beleben und ihr all die Geschmeidigkeit und den Reichtum wiederzugeben, um die modernen Schöpfungen des Volkes nicht nur aufnehmen, sondern auch anregen zu können. Sic sammelten die alten Kulturschätzc des Volkes und führten sie, d'e seinem lebendigen Gedächtnis schon fast entschwunden waren, wieder in seine Gegenwart ein. Sie deuteten und sichteten seine Geschichte, erkannten in ihr einen bedeutungsvollen Prozeß mit Höhepunkten und Niederungen und lehrten, daß dieser Prozeß noch nicht abgeschlossen sei und daß der Weg zu neuen Höhen führe. So und nicht anders vollzog sich der Beginn der nationalen Wiedergeburt bei allen Völkern, bei den Tschechen wie bei den Indern. Der Staatsmann und der Krieger kamen erst spät, und was sie brachten, war nur unwesentliches Beiwerk. Alles Wesentliche war bereits in stiller und geduldige \rbcit von Forsehern und Künstlern getan. Di«6c Wahrheit wird einem immer wieder, deutlich zum Bewußtsein gebracht, wenn man den geheimnisvollen und »"folge unseres Schicksals zerstreute» und verworrenen Prozeß betrachtet, durch den im neunzehnten Jahrhundert in die ver-. fallencn und zerfallenen Teile der Judenheit langsam ein SJ.es Bewußtsein einzog, die Jüdische Volkssprache zur würde einer Schriftsprach« erhoben wurde, und die seit Jahrhunderten nicht mehr benützte hebräische Sprache ihre Wiedergeburt feierte. Männer, wie Nachmann Krochrnal und Heinrich Qraetz, hatten diese Bewegung vorbereitet, Mcadele. Mochcr Sforlm und Achad Haam sie zur Reife geführt. Dann Vu fanden p»l»tikcr den Boden vorbereitet für ihre Taten. * Aber ohne die Aus- und Mitwirkung der immer weiter fortgeführten Sammlung der Kultur und Belebung der Herzen »t iJic politische Arbelt wie Bau Im Sande. JUEDISCHE RUNDSCHAU führen. Die Scbutzzolltcudcnz ist jedoch vorhan4.cn und findet Wege zur Durchführung in den sclton von der Koalitionsregierung her bestehenden Gesetzen zum Schutz bedrohter Schlüsselindustrien. Auf diesem Wege ist die Regierung gerade jetzt durch die Einführung, bezw. Wiedereinführung der Zölle auf Seide, Klaviere und Automobile einen erheblichen Schritt weitergegangen. Mit diesem System einer Schulzroll-Politik ist aber das System der Imperial Preference nicht identisch und die Regierung fühlt sich keineswegs im Prinzip verpflichtet, von der Durchführung weitgehender Maßnahmen zur Forderung des Handels und der Produktion innerhalb des britischen Reiches abzusehen, selbst wenn sie auch noch keine allgemeinen Schutz/ollgesctzc vorschlägt. Sic hat auch bei ihren Maßnahmen zur Förderung der Imperial Preference nicht nur mit der Unterstützung fast der ganzen konservativen Majorität zu rechnen, sondern auch mit einem Teil der Labour Party, der jüngst bei der Behandlung der Prcfcrcncc-Fragc unter der Führung des Dr. 1 laden-Gucst, des früheren Kolonialministers J. H. Thomas und der schottischen Radikalen mit der konservativen Regierung gegen den Rest der Arbeiterpartei und die Liberalen gestimmt hat. Praktisch geschieht nun die Zucrkcnnung der Vorzugsbehandlung gewisser Rcichsproduktc nicht in der Form, daß sie nur jenen Dominions gewährt wird, die ihrerseits hierfür sofort eine wirtschaftliche Gegenleistung bieten. Sic wird ipso facto allen Mitgliedern des Reichs zuerkannt und es wird den speziellen Verhandlungen der englischen Rcgicrrung mit den Regierungen der selbständigen Dominions überlassen festzustellen, ob und welche Gegendienste zu fordern und zuzugestehen sind. Die Politik des „do ut des" hat keine starre Schablonenform, wie ja überhaupt der Begriff und Inhalt des britischen Reichs elastisch und fast vcrfassungslos ist. An sich besteht daher durchaus die Möglichkeit, daß palästinensche Produkte bei der Einbeziehung in die Prcfcrcntialbchandlung des britischen Reichs an all den Vorteilen teilnehmen könnten, de beispielsweise Australien in bezug auf die Einfuhr von getrockneten Rosinen, oder Südafrika in bezug auf die von Tabak nach England zuerkannt werden, ohne daß Palästina hierfür mit einer Bevorzugung englischer Waren bezahlen müßte, die ihm, wie Herr Dr. Bilcski im Sinne hat, offenbar durch die Mandatsbestimuiungen erschwert, wenn nicht unmöglich gemacht wird. Es läßt sich aber und dies ist von äußerster Bedeutung — von keinem Mitglied des Völkerbunds noch von den Vereinigten Staaten auf Grund der Mandatsbestimmung über die Gleichberechtigung dieser Staaten und ihrer Bürger in Palästina etwas dagegen einwenden, wenn England die Einfuhr palästinensischer Produkte durch eine Vorzugsbchandlung gegenüber der Einfuhr aus den Staaten der Völkcrbundsmitglieder fördern wollte. Steht es doch an sich auch den andern Völkerbundsstaaten frei, die Einfuhr palästinensischer Produkte in ihr Wirtschafts- und Zollgebiet soweit zu begünstigen, als nicht von diesen souveränen Staaten geschlossene Sonderverträge entgegenstehen. Jedenfalls müßte im Auge behalten werden, daß die Ausdehnung des einseitigen Prcfcrcntialsystcms seitens Englands auf Palästina mit Rücksicht auf das Mandat, also vom Standpunkt des Völkerbunds und der Interessen der Völkcrbundsmitglieder vollkommen unangreifbar ist, ja sogar im Sinne des Mandats erwünscht erscheinen könnte, weil sie zu einer Entwicklung der Palästinawirtschnft beitragt. Auch die Frage, ob die eventuelle Gewährung von Prcferentialratcn der Palästina-Regierung an England a priori den Bedingungen des Mandats widerspricht, sollte noch als offene Frage behandelt werden, well es sich ja gegebenenfalls darum handeln könnte, und vicl- Zicl der jüdischen Renalssanccbcwegung war es, die auseinanderfaltenden Teile der Judenheit durch einen belebenden Strom zur Einheit zu binden. Die Liebe zu Palästina, die gleichmäßig aus Elementen der Vergangenheit, der Gegen« wart und der Zukunft genährt war, übte zum Teil diese vereinheitlichende Wirkung aus. Neben ihr und tiefer noch als sie wirkte das alte gemeinsame Kulturgut und die neuen Schöpfungen, die von der Lebenskraft des Judentums zeugten. Sic aus der hebräischen und jiddischen Sprache, In der sie meist geschrieben sind, dem Juden in anderen Sprachen zugänglich zu machen, ist eine der wichtigsten Aufgaben unserer kulturellen Arbeit. In erster Linie steht die Ucbcrsctzung in die deutsche Sprache. Die deutsche Sprache war für das Leben des Judentums in den letzten hundertfünfzig Jahren von besonderer Bedeutung. Es war die Sprache, in der die Aufklärung unter den Juden zuerst wirkte und sie war es, die in die östlichen Massen die Gedankenwelt Europas trug. Es war aber auch die Sprache, in der die Wissenschaft des Judentums geboren wurde und in der große Führer der jüdischen Rcnaiss.1 nccbcwcgung ihre grundlegenden Werke schufen. Die deutsche Sprache ßtclltc noch bis vor kurzer Zeit das verbreitetste Vcrständigungsmlttcl unter den Juden verschiedener Länder dar. Heute tritt neben die deutsche Sprache die englisch«: als die unter den Juden verbreiteste und bedeutendste Fremdsprache. Soll der belebende Strom, der von der jüdischen Rcnalssarice ausgeht, auch die Millionen Juden erfassen, die der hebräischen Sprache nicht mächtig sind, so ist es nötig, in einer großzügigen Tätigkeit das wichtigste und wertvollste au» dem Jüdischen Kulturgut in die deutsche und in die englische Sprache zu übertragen und zu sammeln. Nur daun werden wir. von einer wahren Einheit des Judentums sprechen können. Das Ist eine Aufgabe, der alle Kräfte „eines Volkes, das auf seine Seele und sein Hdl achtet", sich zuwenden müssen. „Das wahre Glück des Volkes hängt nicht von dem kraft- und machtvollen Tun seiner Steuermänner ab, sondern von der freien, der völlig freien Entwicklung aller Kräfte seiner Seele und aller Bereiche seines Lebens. Der Oelst des Volkes ist der chtflg« Gebieter; er ist der Oesetzgeber; die Poliük ist nichts ils eine Dienerin 1 ( Vif leicht darum handeln würde, daß die Gewährung gegenseitigen Vorzugsraten — wenigstens für eine Z< £ mehr im Interesse Palästinas, als im Interesse Er.;? läge. Es wäre zu uniersuchen, welchen Preis z. [}•: lästina gcrechtcrwcisc dafür zahlen könnte, daß cir.J sprechende Wirtschaftspolitik Englands die Entwich ,1 desTabakbaus in Palästina, der Wein-, Ora!V; ü und M a n d c l Pflanzungen, der S c i d c n Industrie ] durch Bevorzugung ihrer Produkte beim Import •; -.1.1 England fördert. Richtig wäre es natürlich, wt-,! :S1 Fragen, die sich aas der Einführung einer gegen'! tigen Vorzugsbchandlung ergehen, nicht England ■ sondern der Vök er bu nd mitzusprechen hätte, um!!* Ucbcrvortcilung Palästinas zu verhindern. Die Mar,-: kommission hat hierzu zweifellos ausreichende; )• petenz. - Vorläufig scheint aber von einer Einfüh.4 J' dieses Systems noch keine Rede zu sein. Dagegen v; 3' es aufs äußerste zu wünschen und sollte auch von j l)' Zionistischen Organisation z i c 1 b e w• J J" angestrebt werden, daß die einseitige Pre• 2' rcntialbchandlung Palästinas, die offenbar im Sinne hatte, durchgeführt wird.;i. Argumente, die hierfür ins Treffen geführt wer!;^ können, sind hier nicht zu untersuchen, wo es mirP" eine Erörterung ankam, welcher Art die Wirtschaft.! Ziehung Englands zu Palästina im Lichte der Mand; *? bestimmungen und der englischen Zollpolitik ist ]^ wie sie im Interesse der Entwicklung Palästinas entwlcil/Jwerden kann, ohne daß Konflikte Englands mit dem V;^! kerbund zu befürchten sein müssen. j *: Td-Awhv als Efseabaha-Knotenpunkt \ Jerusalem. (J. T. A.) Der Sachverständige für Ei' T,' bahnwesen des britischen Kolonialamtcs traf am 13. Ju'. j. * Jerusalem ein. Seine Mission ist es, den Vorschlag der ) . lästina-Regicrung, den zentralen Eisenbahn-Knotenpunkt l lästinas von Ludd nach Tel-Awiw zu ver legt! einer Prüfung zu unterziehen und ein Sachvcrstä'ndigcn-l'ri abzugeben. Der Plan, Tcl-Awiw zum Eiscnbahnknotenp'.j auszugestalten, tauchte im März d. J. auf. Damals c< sandte die Palästina-Regierung eine Kommission, bakb'. aus den Leitern der verschiedenen Regierungsdcpartenu-j die Bürgermeister von Jaffa und Tcl-Awiw, den Präsiden! der arabischen und der jüdischen Handelskammern, um u Plan an Ort und Stelle zu prüfen. Der Plan ist von gro:'| Bedeutung für die weitere Entwicklung Tel-Awiws und;| eine Komocusatlon dafür sein, daß der Hafen statt in Ja'. ' in Haifa erbaut wird. Die Annexion von Masi osd Akaba \ London. (J.T. A.) In der Sitzung des britischen Uri; hauses am 16. Juli stellte Captain W edewood an den AuCv minister die Frage, ob die vom Hcoschas losgelöste S\> : Akaba nunmehr, als zum ägyptischen Territorium gehörig i; betrachten sei und ob die Hauptmächte der Alliierten über: . Acndcrung der Grenzen Transjordaniens beraten hätten, -b Mr. M a c N c 11 erwiderte: In der Zeit zwischen 18ti und 1;, hatte die türkische Regierung an gewissen Stellen der östlich; Küste des Golfes von Akaba und in Akaba selbst ägypiis;- Polizeiposten zum SchuUc der ägyptischen Pilger zu?; tionicren gcr-tattet. Im Jahre 1S92 zog der Sultan diese Post* ein, ohne daß von ägyptischer Seite dagegen Einspruch t\ hoben wurde. Im Jahre 1906 hatte eine Grcuzkommission c- Grenzlinien zwischen dem türkischen und dem agyrrtisc'.f Territorium gezogen; Akaba liegt einige Meilen östlich diei" Linie. Auf den zweiten Teil der Frage Ist zu antworten, dl eine endgültige Festsetzung der Grtnztn zwischen Trr,! Jordanien, HcdV.chas und Ncjd in einer gewissen Zeit statlfiik'j wird. Dem Völkerbund wird evtl. das Ergebnis mitgetr: werden. Eine diesbezügliche Beratung der Alliierten hat n';; stattgefunden und ist auch nicht erforderlich. Auf der Britischen Reichs-Arbcitcr-Konfcrcnz wird c palästinensische Arbeiterschaft durch Ben Zwi, Ben Guric und Arlosoroff vertreten sein. und Helferin, die sich freut, den Willen ihres Herrn zuführen, und nicht umgekehrt" (Bialik) j Diese Aufgabe ist In deutscher Sprache bereits vor ffr. undzwanzlg Jahren durch die Gründung des Jüdischen VY; lages In Angriff genommen worden. Bcrthold Fciwcl 1, damals In der Einleitung zum ersten Jüdischen Almanjc: der in der westeuropäisch-jüdischen Literatur den Beginn cir.'j neuen Epoche bedeutete, geschrieben: „Die Schaffenden, c, bisher für ihr Volk dachten und bildeten, ohne daß das Vr ihre Gaben empfangen konnte, sollten in einem Lager r/j sammelt und für den einen großen Zweck vereinigt werde:} für die Erhaltung und* Entwicklung der jüdischen Vg;H persönlichkeit. Denn nicht zuletzt ist es ein Zweck d:{ jüdischen Kulturbcwegung, eine seelische Einheit zu ermr.i liehen zwischen den Massen des Ostens, die In der natiom!'': Treue nicht wankend wurden, und den Juden des Wcstrr.-. die allmählich ihrem Stamme wieder zugeführt werden." j Der Jüdische Verlag hat in der jüngsten Zeit durch d", Publikationen dieser Aufgabe, das hebräische und ostjüiii^"'; klassische Schaffen unserer Zeit westeuropäischen Lesern A vermitteln, gedient. Von der Ucbersctzung der vier Bande vij er: Achad Haams gesammelten Schriften „Am Scheideweg] -er; sind bisher zwei Bande erschienen und es ist zu hoffen, &'-\ ac der Jüdische Verlag nicht nur bald die weiteren zwei Bami:[ .',!n sondern auch zumindest eine Auswahl aus den vor kw.;'j; ■ icl Zelt erschienenen Briefen Achad Haams veröffentlichen wi:-i -nd Ist Achad Haam der Klassiker der Philosophie der jüdische\ .*^t Renaissance, so ist Metidele Mocher $ f o r i m der große sdKi- ■ -h frrischc Genius des Ostjudentums. Der Jüdische Verlag c.:" \ *"hi eine Ucbersetzung seiner wichtigsten Werke in fünf Bändc; t heraus, von denen bisher der erste (Das Leben Schlomos' ur^ -?r der fünfte "(Die. Mähre) erschienen sind. Wie in Drt'i v< sich die ganze Welt des Mittelalters bricht, so faßt au:1? cr Mendele in seinen Gestaltungen das ganze Leben des 0-! h Judentums seiner Zeit, alle Einzelheiten seines äußerliche:; \ui Lebens und »llc Regungen seiner Seele zusammen. Mendel -is selbst kam noch aus der Zeit der Aufklärung, aus ihrer ^: 5> wollten Literatur, In dex nicht der leidenschaftliche GcnhK :r des Künstler» sich zur Form durchrang, sondern in der de:? cl Lehrmeister sprach. „Die Mähre" trägt noch manche Spurts* ic