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Jüdische Rundschau · 1925-07-17 · Heft 56 (17.7.1925) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 56 (17.7.1925)
Date
1925-07-17
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 484 JUEDISCHE RUNDSCHAU eigenen Stübcls und der Gegnerschaft gegen das Nachbarstübcl begrenztem Horizont. Demgegenüber stehen die in modernen europäischen Ideen erzogenen Schichten des neuen Jischuw. Die politische Kraft des Jischuw beruht zweifellos auf diesen aktiven Elementen, die auch den stärksten Anteil am Aufbau der Zukunft des Landes haben. Dennoch dürfen wir nicht übersehen, daß die bloße Existenz auch der Schichten des alten Jjschuw eine Tatsache von politischer Realität ist und war. Ob es uns sympathisch ist oder unsympathisch; kommt dabei gar nicht in Frage; ebensowenig können wir durch Kraftworte und moralische Entrüstung darüber hinwegkommen. Die Vorkämpfer des „Irgun", der Organisierung des Jischuw, müssen sich daher die Frage vorlegen, ob sie auf diese Kraft verzichten oder aber sie in die Organisierung einbeziehen wollen. Die Frage ist von vornherein in positivem Sinne entschieden worden. Der Jischuw ist in einer so schwierigen politischen Position, daß er sich den Luxus eines Separatismus nicht leisten kann. Die beschränkten, politisch völlig blinden, zum Teil auch mißgcleitcten Elemente des alten Jischuw, die überdies auch keine besonderen Zukunftshoffnungen für das Land haben, verstehen das natürlich viel weniger als die fortgeschrittenen Elemente, die im wesentlichen aus der zionistischen Schule hervor- ^rgnngcn sind. Der Irgun war doch in der Absicht unternommen,die politische Kraft des Jischuw zu stärken und nicht sie zu schwächen. Die Vorgänge in der Assefath niweharim, der Dclcgiertcnvcrsanimlung der palästinensischen Juden, bedeuten jedoch einen Schlag ins Gesicht all derer, die sich eine solche politische Stärkung versprochen hatten. Die Ungeheuerlichkeit einer Sezession unter misracliistischcr Führung, der Etablierung einer konkurrierenden Assefath niweharirn, der sofortigen öffentlichen Proklamierung des Bruches und Mitteilung an die englischen Behörden, ist ein Musterbeispiel dafür, in wie schwerer Weise das tiesnmtintcressc durch Hervorkchrurig von Gruppeninteressen geschädigt werden kann. Wir haben gesehen, daß der Separatismus der agudistischen aschkenasischen Gemeinde in Jerusalem Schaden gestiftet hat, nicht etwa so sehr durch ihre eigene Bedeutung, vielleicht nicht einmal durch ihre Tendenzen, aber durch die Tatsache, daß sich hier ein willkommener Vorwand bot für Gegner, die die jüdische Einheit bezweifeln wollten und Schwierigkeiten machen wollten. Es ist natürlich von Außenstehenden gar nicht zu verlangen, daß sie die Bedeutung jeder Gruppe und jeder Sondertendenz im Judentum verstehen. Der englische Kolonialminister Amery sagte in seiner Jcrusalemer Rede ganz deutlich, es wäre eine Verletzung der englischen Tradition, wenn England sich in die religiösen Kämpfe der seiner Verwaltung unterstehenden Bewohner einmischen wollte, daher müsse er auch die Bestätigung des Gemeinde-Gesetzes ablehnen. Nun möge man sich vorstellen, daß der neue Oberkommissar Lord Plumcr bei seiner Ankunft in Palästina bestürmt wird, von vier oder fünf verschiedenen Deputationen unter der Führung von zum Teil sonderbaren Gestalten, die alle vorgeben werden, das Judentum zu vertreten, Wünsche äußern und die anderen jüdischen Gruppen möglichst herabzusetzen suchen werden. Der Lord wird wohl tun, was in solchen Fällen ein guter englischer Kolonialvcrwaltcr tun kann: er wird die Deputationen nach Hause schicken und überzeugt sein, daß man diese „Wilden" höchstens als Objekt einer vernünftigen Verwaltung gebrauchen könne. (Dann aber wird die zionistische Welt einschließlich des Misrachi zu Weizmann kommen und ihn anklagen, daß er nicht dafür gesorgt habe, daß der Jischuw größere politische Macht bekomme.) Solche Folgen mußten unbedingt verhütet werden. Wir glauben, daß bei verantwortungsbewußten demokratischen Politikern auch hier der Weg des „Verzichtes auf das geringere Interesse" möglich gewesen wäre. Der Ausweg ist sicherlich sehr schwierig, aber das gilt fast für alle Fälle politischer Willensbildung einer großen Gemeinschaft. Wir können an dieser Stelle in die Diskussion des sachlichen Inhaltes, der zu dem Konflikt führte, gar nicht eintreten. Ob das Fraucnwahlrccht als demokratische Institution sich so bewährt hat, daß es eine conditio sine qua non auch einer neugeborenen Vertrctcrversammlung bildet, bleibe ebenso dahingestellt, wie die Frage, cb das Fraucnwal.uecht einen Verstoß gegen das talmudischc Gesetz darstellt. Die Linke hält mit demselben Dogmatismus an ihrer positiven Einstellung fest wie die Rechte an ihrer negativen. Aber um diese Frage geht es gar nicht. Es geht vielmehr um die Frage, ob man eine vollständige Organisierung des Jischuw wünscht oder nur eine teilweise, wenn auch der Teil gleich 90 Prozent ist. Gewiß kann man einwenden, daß auch durch den Avisschluß der Hälfte der Bevölkerung, nämlich der Frauen, nur eine unvollständige Organisierung zustande käme, daß außerdem die Entziehung von Rechten, die seit Jahren überall (z. B. auch im Zionistenkongrcß, z. B. in Palästina in der Stadtverwaltung von Tcl-Awiw usw.) ohne jeden Widerspruch des Misrachi gewährt wurden, eine unerträgliche und unbegründete Gerechtigkeit wäre, — dieses Aufbäumen des Gefühls kann uns nicht vor der bitteren Realität bewahren. Wir sind sogar überzeugt, daß auch die schwärzeste Orthodoxie Jerusalems das Fraucnwahlrccht mit der Zeit akzeptieren wird, in dem Moment nämlich, wo sie bemerken werden, daß in den meisten Teilen der Welt die weibliche Bevölkerung den konservativen und reaktionären Flügel außerordentlich stärkt. Heute sind die Frauen des alten Jischuw, der Jemeniten, der Scphardim, der Bucharer usw. zum größten Teil sehr weit davon entfernt, eine politische Meinung äußern zu .können und es ist noch fraglich, ob die Demokratie' erfordert, solchen Elementen ein Mitbestimmungsrecht zu geben. Fest steht nur, daß hier eine gewaltige Erziehungsarbeit zu leisten übrig bleibt. Solange der alte Jischuw dogmatisch das Fraucnwahlrccht ablehnt, gab es nur zwei Wege: entweder auf hundertprozentige Organisation verzichten oder auf das Frauenwahlrecht verzichten, wobei ganz klar wäre, daß dieser Verzicht nicht definitiv sein kann. Die Entscheidung ist schwer, aber uns scheint, daß Rabbi Ostrowski mit seiner viclvcrlästcrtcn und zweifellos recht ungeschickten Erklärung in der Assefath niweharim diesmal das politisch klügere traf. Ostrowski sagte, für den Misrachi sei das Fraucnstimmrecht keine religiöse Frage, sondern es handle sich um die politische Frage, ob man dem Teil, der Gewissenbedenken hat, den Weg zur Teilnahme ebnen oder verschließen will. Der Zusatz, daß das Fraucnstimnirccht infolge der Sthiuncnenthaltung der orthodoxen Frauen eine ungerechtfertigte Mehrheit der Linken bringen würde, sollte auch von Gerechtdenkenden nicht als Beweis für einseitige parteiische Motive angesehen werden, vielmehr müßten gerade die Anhänger der formalen Demokratie auch einen solchen- Vorhalt schlucken. Wenn sie es aber nicht tun wollen, dann ist das zwar sehr begreiflich, nur muß dann eben auf die 100 prozentige Organisation des Jischuw verzichtet werden. Bei dieser Gelegenheit muß ein Mißverständnis aufgeklärt werden, das, wie wir feststellten, bei einem Teil der Ocffcntlichkcit vorliegt. Durch undeutliche Berichterstattung, besonders einzelner orthodoxer Blätter, wurde der Eindruck erweckt, daß die Spaltung nur weg, j der formellen Frage entstanden ist, ob das Abkcniii zwischen Jcllin und dem Misrachi bezüglich geheim-! Abstimmung über das Fraucnwahlrccht eingehalten we-j den soll oder nicht. In Wirklichkeit aber hat der Red;;/:' des Misrachi mit seinem Antrag auf Durchführung <Jv ' geheimen Abstimmung die ultimative Drohung verbur: den, daß für den Fall der Niederlage cVf Misrachi in dieser Abstimmung der Misrachi u: •; die ihm affiliicrten Gruppen die Versammlung verlas \ werden. Es handelte sich also keineswegs um d: | . Frage der geheimen Abstimmung, sondern um die Sach.: celbst. Wir verhehlen nicht, daß wir es für richtiggehalten hätten, wenn die Versammlung, schon m Respekt für den Vorsitzenden des Waad Icumi, de; Antrag auf geheime Abstimmung angenommen hätte ■ an der Sache selbst hat dies aber nichts geänder; denn es hätten zweifellos in der geheimen Abstimmung zumindest dieselben Delegierten, die das erste Mal gegc-: den Misrachi gestimmt haben, wieder gegen ihn stimmt. Die überwältigende Mehrheit der Assefath hv„ niweharim steht eben auf dem Standpunkt, daß ai:i; das Fraucnstimmrccht unter keinen Umständen verzichte^ werden kann. Der Sprecher des Misrachi, der gleichfalls' ■ auf dem Boden des Fraucnstimmrcchts steht, zumirul's:' gemäß seiner Erklärung keine religiösen Bedenken da-i gegen hat, hatte nun aber, unseres Erachtens, in de: Versammlung bleiben müssen. Denn wenn schon ar:: Gedanke der 100 prozentigen Organisierung des Jischuv.l sich nicht verwirklichen ließe, so war es jedenfalls d^. kleinere Ucbcl, wenigstens eine 00prozentige zu habcr.| Statt dessen wählte der Misrachi einen anderen Wc.*l der schwer zu rechtfertigen ist. Er vermehrte nocw" die Zahl der Spaltungen und trieb die Sache zu sch:J gefährlichen Konsequenzen. r Wir übersehen nicht, daß im Hintergrunde diese} Konfliktes noch viel ernstere Konflikte lauern. Der.:'; wenn es der Orthodoxie belieben wird, alles zu eine;', religiösen Frage zu stempeln und auf diese Weise ci.i organisiertes Auftreten des Jischuw auch in weltliche:) Fragen zu verhindern, dann wird der Jischuw der Schau] platz heftiger Kämpfe werden, die seinen Bestand gc-j fährden können. Wir scheuen nicht einen Kulturkampf; der bei uns wie bei allen Völkern kommen muß l wir hoffen sogar, daß in einem solchen Kampf, der mi:> geistigen Mitteln geführt wird, die wahre jüdische Rclii giosität wieder Form gewinnen wird; aber bange wird; uns bei der Vorstellung eines politischen Kampfe«,' der sich das religiös-kulturelle Mäntelchen umhängt: Solch ein Kampf kann mehr zerstören als alle unsere politischen Gegner uns antun könnten. Auf den Führern der Orthodoxie ruht eine ungeheure Verantwortung. Wenn wir Juden, nicht bald lernen, daß Politik eine Kunst ist, bei der man Ziel und Mittel beizeiten aneinander messen muß, wenn wir nicht die Folgen des eigenen Tuns richtig abschätzen werden, statt beständig einen Sündenbock innerhalb oder außerhalb unserer Reihen zu suchen, dann wird unser Versuch, ein Gemeinwesen aufzubauen, noch harten, selbstverschuldeten Prüfungen ausgesetzt sein. Rclsccrlclchtcrungcn In den palästinensischen Häfen. VC/ mitgeteilt wird, sollen demnächst die Einrichtungen in der- Häfen Jaffa und Haifa erweitert und die Quarantaincvcr j hültnissc verbessert werden, nachdem das Kolonialamt dit; Vorschlüge der zionistischen Palästina-Exekutive für die Ab* fertigung der Immigrantton genehmigt hat. Die beträchtliche:' Kosten werden durch die Einwanderungsgebühren mehr al; ausgeglichen werden. I Zwanzig Jahre spater 1. Vom Reisen und von Preisen Palästina ist also zwanzig Jahre älter geworden als wir uns wiedersahen. Ich stellte mit Vergnügen fest, daß ich als Rciscschriftstellcr überflüssig geworden war. Die meisten Jionisten haben inzwischen Palästina besucht und auch von dem mittellosen, jungen Nachwuchs sind* ein paar Hundert im Lande. Vor zwanzig Jahren begann ich meine Palästinabriefe iti der Rundschau mit den zeitgemäßen Betrachtungen „wie man billig hinüberkommen könne". Dies Thema scheint nicht zu veralten. Diesmal hatte ich die Sorge, wie man als Bourgeois £ut und preiswert ohne einen Appell an seinen Idealismus richten zu müssen, in das Land gelingen könne. Ich verkaufte meine 1 erson für etliche Tage den Japanern und kam auf einem schonen „Maru", wis Sprachkcnncr für Schiff auslegen, programmgemäß und für ISO Mark ab Neapel nach Port Said, nicr w,u ich ai>cr von Palästina sprechen und kann nur noch den Kapiün, den Schiffsingenieur und die Stewards nerzhehst grüßen. Dabei muß ich noch nachholen, das nicht nur unsere zweite Klasse erstklassig war, sondern auch die önttc durchaus empfehlenswert ist. Bei den Japanern ist selbst acr Passagier dritter Klasse ein liebevoller Gast, der durch seine Bezahlung und die Fahrt sich keiner Menschenrechte zu entäußern braucht. , iVo?.r>ort Sa'd kommt man bekanntlich in vier Stunden nach Kairo, wo wir unsere jüdische Entdeckungsfahrt, die m Rom eingesetzt hatte, wieder aufnahmen. Es gelang uns über die Israclstclc und die Amarmabricfc im Museum *u dem im Verborgenen blühenden jüdischen Volkstum vorzuanngen, wo eben ein Herr einen Vortrag über Palästina 82d ha,tc- Es ist crfrcu,ich, daß die ägyptischen Juden, ne Korn und Paris längst kennen, nunmehr von Tel-Awiw und V, k zu.norcn bekommen. Auch unsere Anregung Palästina *u Gesuchen, nahmen die Zionistcn freundlichst aüf und verr,fiCnL}"ls-im traulichen Gespräch, daß sie selbst schon daran gedacht hatten. Allerdings der Kultuspräsident Kattaui Pascha, acr m diesen Tagen demissioniert hatte, aber nur von dem fr" Yor ,nm einmal unserer Vorfahre Josef eingenommen lutte also der Ex-Finanzminlster Kattaui Pascha soll mehr J£rRdle. Fleischtöpfe Aegyptens plädieren und stets bewirken, h! ,?ion unserer Oebete auf Aegypten beziehe, denn w ias emriK« La««* der Welt ohne Antisemitismus, wir konnten auch eine kleine Schar entzückender junger e in blendender zionistischer Tracht als scouts bewundern und an einem sehr frühen Sonntagmorgen elf prächtige Sportler vom Makkabi, denen wir um ihres Aussehens auch das Fußballspiel, das sie mit dem Verein der jungen Spagnofcn vollführten, vergeben. Dabei hätten wir fast vergessen", daß im Boxen recht ordentlich trainiert wurde und daß das Volkshaus selbst ein hübsches, ansprechendes Haus ist, das seinen Zweck als Klubheim anscheinend gut erfüllt. Eine nächtliche Fahrt über den Suez-Kanal und als wir aufwachten, waren wir im Land. Trotz des Monats Mai war die Hiizc nicht übermäßig. Im April hatte es diesmal geregnet und es war kühler, aber die Reise zu Pcssach kostet das Doppelte, die Hotels sind dann überfüllt, Autos nur schwer zu bekommen und die Gesichter, denen man. auf der Straße begegnet, sind die der Touristen. Hotels sind auch außerhalb der Saison nicht billig, zur Hochsaison in ihren Forderungen recht unbescheiden. In einer mittleren Pension in Tcl-Awiw zahlten wir im Mal 16 Mark (wobei von festen Preisen nicht die Rede sein kann; man suchte nachträglich die Preise noch zu erhöhen, ein Verhalten, was aber ganz vereinzelt war, im übrigen verhielten sich fast alle Leute, mit denen man geldlich zu tun hatte, äußerst korrekt und vornehm. Die Chauffeure z. B. lehnten die Trinkgelder ab, Lastträger waren in ihren Forderungen bescheiden usw.). Im Hotel Warschawsky in Jerusalem kostet der Tag und die Verpflegung Mark 14, in der gut geleiteten überaus gemütlichen und schön gelegenen Pension der Frau Wolf-Hildesheimer, der Schwester des Kollegen H. in Berlin, lebt man für 13 Mark und bei Kätc Dann in Satcd für 10 Mark, wenn auch etwas einfacher. Sonst bekommt man zuviel zum essen, anscheinend gibt es Palästinareiscndc, die unmäßig viel, insbesondere auch Fleisch, verzehren. In Jerusalem gibt es ein größeres angeblich jüdisches Hotel, das eine koschere und eine trefene Abteilung hat, genannt Allenby, von Barsky, das aber hauptsächlich mit nichtjüdischem Personal arbeitet und das Publikum ordentlich schröpft, während das billigere große nichtjüdische Hotel St. lohn zum Teil mit jüdischem Personal arbeitet. Barsky will jetzt in Tcl-Awiw ein großes Hotel bauen, da die dortigen UnterkünftemögUchkciten meist nur gegen ein Dutzend Zimmer aufweisen. Wie wir feststellen, kann man — wenigstens in der Nachsaison — für 12—14 Mark gute Pensionen im Lande und auch in Tcl-Awiw und Jerusalem finden, bei einem Aufenthalt von 20—30 Tagen ist also mit einem Geldaufwand von 260—500 Mark zu rechnen, wer in den vornehmsten z. B. in Herzlia auf dem Karmel und Allenby in Jerusalem absteigt, hat dafür 22 Mark täglich (inkl. Trinkgeld), also mit 450—700 Mari; in 3—t Wochen aufzuwenden.! Abgesehen von der Hotclrechnung, welche allgemein wa die Pensionform vorsieht — die Restaurants sind sonst no:" wenig und nicht immer vorteilhaft vertreten, kosten ci Fahrten im Lande den Touristen noch ziemlich viel 06'-' Wer nur die Eisenbahn benützt, kann mit 50 bis 60 Mark ai:f kommen wer Tel-Awiw — Jerusalem — Totes Meer — Enir- — Tibcrias — Mctiilla — Haifa — Jaffa im Auto zurückgcler:' muß 150—200 Mark dafür bezahlen, je nachdem er noch Gf fühlten findet, die das Auto iniibczahlcn. Danach ist für ehr. Palastinarcisc auszugeben: Reise nach Marseille oder Nc.i;x 150 M. Schiffahrt nach Port Said (U. Kl.) 200 M., Reise nar Palästina und Fahrten dort 100—200 MM Aufenthalt in Palästina 250—700 M., Rückreise 330—450 M., Visa usw. 50 M. Sonstiges 100—350 M., Insgesamt 1200-2000 M. Durch die Benutzung der 3. Klasse auf dem Schiff v.r.:- vielfach auf der Bahn ist diese Summe bis auf 750 Mari; herabsetzbar. Außerdem k3nn man recht gut in den Kolonien; wohnen, wo man viel billiger lebt. Der spa;same Palastir.s-; reisende wird sich in den Großstädten ein einfaches Quartier? suchen und soll auch in den Arbcitcrspeisckfichcn essen, u"; die Mahlzeiten reichlich und gut sind. Wer sich so einschränkt; kann im Lande mit 250—300 Mark im Monat verweilen; Eine billige Anfahrt wird jetzt zumeist über Konst.in:^ angetreten, wohin man durch Polen und Rumänien, allcnfni'-; auch mit den Donaudamnfcrn gelangt, schlecht aber bil'^'; ist angeblich die Fahrt üoer Atnen. Bei unserer Rückrci<r, hielt ein russischer Dampfer, der die Passagiere für IVa Pfu;;i;i nach Athen übersetzte, wozu er H/a Tag benötigte. IXrC Zukunftsweg echt fraglos über Athen und es Ist die Frage, <£[ , es nicht möglich wäre, Extrazüge von Wien nach Athen wöchentlich zu arrangieren, die geschlossen durchlaufen. D f griechischen Reedereien würden oestimmt Dampfer einstelle' [ die dann den Verkehr von Palastina nach Haifa oder Jati:£ aufnehmen. \ Bei der geringen Entfernung dieser Häfen kann Dampfer das Uebersetzcn in 1—JVi Tagen bewerkstellig t Da die Mittelmccrlinien durch Konventionen die Dampfen"".» i hochhalten, besteht ein Interesse diese Möglichkeit zu verlobe f und die Fahrpreise so niedrig zu gestalten, daß die Reisend?'\ für 150 Mark rasch nach Palästina kommen. Erst wenn ein-f Palästinafahrt mit 500 Mark durchgeführt werden kann, ohnfl dem Touristen Entbehrungen aufzulegen, wird es vielen Zio-i nisten möglich, alle paar fahre eine Palastinarcisc zu machen * Unter den heutigen Verhältnissen hat ieder% der ohne Anspruc:|

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