Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1925-07-10 · Heft 54 (10.7.1925) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 54 (10.7.1925)
Date
1925-07-10
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2651273-2652691-2652742--17534-3528419
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Seite 470 _ sich irgend eine Form der wirtschaftlichen Existenz im Lande schaffen, bauen sie gewissermaßen als Nebenprodukt das nationale Heim. Auf rein privatwirtschaftlichem Wege körn'.cn füglich die Institute entstehen, die für die wirtschaftliche Hilfe solcher Immigranten notwendig sind, und ein weites Feld bleibt der bloßen Philanthropie überlassen. Wer dieser Ansicht ist, kann auch darauf verzichten, große öffentliche Gelder in der Hand der leitenden nationalen Instanzen zu konzentrieren. Wir halten jedoch, diese Auffassung für grundfalsch. Ganz abgesehen davon, daß sich wahr, scheinlich nach kurzer Zeit einer scheinbaren Blüte erweisen würde, daß Palästina als natürliches Immigrationsland dieser Art nicht aufnahmsfähig ist, liegt der Haupteinwand doch in der Erkenntnis, daß eine chaotische Entwicklung dieser Art nicht die Idee des Zionismus verwirklichen kann. Der Gedanke der nationalen Heimstätte für das jüdische Volk enthält als seinen wichtigsten Bestandteil die Vorstellung, daß das jüdische Volk aus seiner parasitären Struktur in eine gesunde und normale Schichtung übergeführt werden soll. Die zionistische Grundthese ist die Behauptung, daß das jüdische Volk lebensfähig ist und selbständig schöpferisch sich entwickeln kann, wenn man ihm die Chance gibt, aus seiner sozialen Verkrüppclung sich zu erlösen. Ein solches ungeheures Werk aber kann nur bewirkt werden von dem bewußt schaffenden und gestaltenden Willen der Gemeinschaft. Die Triebkraft dieser Entwicklung ist der von der zionistischen Bewegung geweckte und sie fortzeugende Aufcrstchuugswiltc, die geheime Sehnsucht in den Herzen eines jahrhundertelang unterdrückten Volkes. Die ideelle Kraft des Zionismus beruhte darauf, daß er diese Wahrheit und dieses Zukunftsbild klar herausarbeiten und der Phantasie des Volkes darbieten konnte, Sic muß sich aber heute bewähren. War sie ernster, realer Wille oder nur Selbstberauschung? Wir können der heutigen zionistischen Lage nicht gerecht werden, wenn wir nicht ein für allemal verstehen, daß die Position des Zionismus durch das Mandat eine andere geworden ist. Die Ideen und die scharf umrissenen prinzipiellen Forderungen haben ihren Wert behalten, aber sie bilden selbt die schwerste Gefährdung ihrer Verwirklichung, falls sie dazu verführen, in Ideen zu schwelgen, statt den bewußten Weg in die Wirklichkeit zu tun. Die Wirklichkeit aber hat auch eine prosaische Seite und das Symbol dieser Prosa ist das Geld. Das Geld ist der Knecht der Idee, das ist wahr. Den großartigen Beweis bietet uns die zionistische Propaganda der letzten fünf Jahre, vor allem die Leistung Weizmanns, der es vermocht hat, durch die geistige Kraft seines Wortes Herzen zu bewegen, Menschen umzustimmen und — Taschen zu öffnen. Aber mit aller Deutlichkeit muß gesagt, werden, daß dieser Herr ohne den Knecht nicht wirtschaften kann; daß ein Reden über die Idee ohne glcizcitigc Verantwortung für die Beschaffung der Mittel zu ihrer Durchsetzung ein Spiel ist, das hart an Hypokrisie grenzt. Würde die zionistische Opposition dafür eintreten, die Entwicklung Palästinas dem freien Spiel der Kräfte zu überlassen, dann wäre es verständlich, daß sie sich über die Frage der Mittel so leicht hinwegsetzt. Da sie aber ausdrücklich ein Programm aufgestellt hat, in welchem sie die bewußte Gestaltung des palästinensischen Lebens, die Schaffung einer selbstarbeitenden Gesellschaft mit besonderer Bevorzugung der Landwirtschaft fordert, so ist sie verpflichtet, zu sagen, wie das gemacht werden soll. Die Aufstellung dieses Programms ohne gleichzeitige Mitteilung eines Finanzplancs heißt nichts anderes, als der Ocffcntlichkcit Sand in die Augen streuen und an diejenigen linksgerichteten Zionisten appellieren, die geneigt sind, darauf hineinzufallen. Gegen wen richtet sich dieses Programm der Opposition? Gegen die deutschen Zionisten oder gegen diejenigen Arbeiterparteien, die Weizmann und seine Politik stützen? Gerade für die Errichtung eines arbeitenden Palästina wurde durch die Weizmann-Propaganda die Möglichkeit erst geschaffen. Es sollte doch nicht unerwähnt bleiben, daß in diesem Jahre vielleicht zum ersten Mal das vom Kongreß beschlossene Budget voli gedeckt worden ist, daß die Kcren Hajcssod Eingänge infolge seiner planmäßig organisierten Arbeit pünktlich und voll einliefen und nennenswerte Schwierigkeiten in dieser Hinsicht in Palästina nicht entstanden sind. Das allerdings seit der letzten Budgeticrung ganz neue Tat- Sachen entstanden sind, vor allem die neue Einwanderungswclle, wodurch auch neue Bedürfnisse entstanden sind, sollte gerade denjenigen zu denken geben, die in formalistischer Ucberspannung dazu neigen, die Beschlüsse des einmal in zwei Jahren tagenden Kongresses für Tabu zu erklären und der Exekutive keine Akttonsfreihcit zubilligen zu wol.cn. Gerade die letzten Jahre haben gezeigt, daß die Exekutive sehr ort unter eigener Verantwortung handeln müßte und dazu die konstitutionellen Möglichkeiten haben sollte. Denn die Verhältnisse ändern sich heule so schnell, daß die verantwortliche ausführende Leitung nur dann der Lage gewachsen sein kann, aber auch nur dann wirklich zur Verantwortung gezogen werden kann, wenn sie die Freiheit hat, aus eigener Machtvollkommenheit neue Wege zu gehen. Der Plan der Erweiterung der Agcncy, um es zum tausendsten Mal zu wiederholen, bezweckt die Verbreiterung des für die Zustände in Palästina verantwortlichen Teiles des jüdischen Volkes, da heute Situationen entstehen können, denen die Zionistische Organisation allein nicht mehr gewachsen ist — was alles andere eher ist als eine Geringschätzung ihres Wertes, aber ihr eigenes Werk ist über ihren Rahmen hiEausgewachsen, und das ist keine Schande. JUEDISCHE RUNDSCHAU Herr Grünbaum, der wohl als der prominentteste. Führer der oppositionellen G.irvic angesehen werden kann, veröffentlicht in der „Wiener Morgenzeitung" vom 6. Juli einen Aufsatz „Vor der Entscheidung", der eine schwere Enttäuschung für alle diejenigen bedeutet, die gemeint haben, daß die Opposition etwas zu sagen hat.. Grünbaum hat nichts vorzubringen als die schon oftmals wiederholten Bedenken gegen die Jewish Agcncy und er" würzt-diese Armseligkeit mit der Behauptung, daß jetzt auch diejenigen, die die Organisation „jahrelang bagatellisiert und jeden Glauben an die eigene Kraft ertötet" haben, plötzlich „von der Notwendigkeit reden, eine große und starke Organisation zu haben". Zum Beispiel die deutschen Zionisten. Es ist sehr schwer, in der Entgegnung auf derartige Behauptungen nicht persönlich zu werden, Wir wollen es uns versagen und uns nur mit einem Argument aus Grünbaums Artikel beschäftigen. Er schreibt, unsere Einnahmen seien im Steigen, und Polen habe gegenüber einer früheren Leistung von nur 10000 £ im Jahre 1924 25 000 £ aufgebracht. Sofern man mehr Ocld brauche, gebe Weizmanns Plan „nur vage Aussichten auf Erfüllung". Welcher andere Plan aber bessere Aussichten oder ebenfalls auch nur „vage" Aussichten auf Erfüllung gibt, wird nicht gesagt. Aber was uns interessiert, ist die prinzipielle Stellung zur Geldfrage. Grünbaum, der nicht müde wird, in seinem Artikel die Bedeutung des Staatsbürgergefühls im Zionismus zu betonen, Übersicht völlig, daß es sich nicht um Geldaufbringung schlechthin handelt, sondern um die Aufbringung eines Budgets. Wenn Polen im Jahre 1025 das doppelte von 1024 aufbringen wird, so ist das eine erfreuliche Tatsache und ein Beweis für die planmäßige Kcrcn-Hajcssod-Arbeit, die dort unter der Leitung der Londoner Hauptbüros geleistet wurde. Aber es ist eine prinzipiell andere Sache, ob man lediglich mit höheren Sammelcrgebnisscn sich freuen kann, oder ob man für üie Bezahlung eines Budgets verantwortlich ist, das ganz konkrete bindende Verpflichtungen enthält, von dem tausende von Menschen abhängen und mit dem vor allem der der zionistischen Idee entsprechende Aufbau des Landes steht und fällt. Und unsere Budgetwirtschaft, bei der die Anforderungen immer steigen und der Eingang gerade des letzten Viertels immer zweifelhaft ist, muß auf eine neue, rationellere Basis gestellt werden. Die Zionistische Organisation hat in diesen fünf Jahren mit ihren Kräften Außerordentliches geleistet, aber es war nur Pionierarbeit. Wir müssen nunmehr zu einer Stabilisierung der Finanzwirtschaft in irgendeiner Form kommen. Dies kann nur gelingen, wenn das Budget auf breitere Schultern gelegt wird. Wir werden dann in einem wirklichen Sinn von Budgetwirtschaft sprechen können und nicht von einem Leben von der Hand in den Mund, wie es heute der Fall ist. Es ist auch unsere Ansicht, daß die Zionistische Organisation oder die Jewish Agcncy allein nicht Palästina aufbauen kann. Sic kann nicht alle Dinge schaffen, sondern nur Bedingungen. Aber zu diesen Bedingungen gehören in erster Reihe die nationalen Stützpunkte unserer Wirtschaft, vor allem in der Landwirtschaft. Sic muß dort eingreifen, wo das freie Spiel der Kräfte versagen muß. Sic bedarf dazu einer mächtigen Position, einer moralischen Autorität, eines verständigen Aufbauplancs und vor allem der Verfügung über sehr große öffentliche Mittel. So liegt das Problem. Der Kampf, den die Opposition zu diesem Kongreß führt, ist geeignet, den Sachverhalt zu. verschleiern. Auch was Gutes und Richtiges in ihrem Programm steht, macht sie durch den Zusammenhang, in den sie es stellt, zunichte. Nicht die phraseologischer Deklarationen der Opposition werden der Zionistischen Organisation helfen, sondern nur das bewußte tätige Eingreifen derjenigen Gruppen, die volles Verständnis haben für die Bedürfnisse des Augenblicks und für die Einzigartigkeit unserer überaus schwierigen Aufgabe in Palästina, gleichzeitig aber sich bewußt sind, daß die Zionistische Organisation der Kristallisationspunkt der jüdischen Rcnai9sancc-Bcwcgung ist und die entscheidende Macht in der Entfaltung der Maschine, die einzig und allein die seelischen und materiellen Kraftquellen in Bewegung setzen kann, aus denen das Heim der jüdischen Zukunft in Palästina erstehen wird. R. W. Fortführung der Politik Herbert Samuels Jerusalem. (J.T.A.) Der erste Zivilsekretär der Palästinaregicrung, Colonel Symcs, empfing am 3. Juli die Oberrabbincr von Palästina und gab ihnen gegenüber die Erklärung ab, daß die Regierung Palästinas HcrbcrtSamucls Politik dcrGcrechtigkeit und Unparteilichkeit fortsetzen wird. — Gleich darauf empfing Colonel Symcs die Mitglieder des Waad Lcumi (Nationalrat der palästinensischen Judcn)^ denen gegenüber er diese Versicherung wiederholte. Colonel Symcs übt bis zum Eintreffen Lord Plumers die Amtstätigkeit des Oberkommissars von Palästina aus. Die Einwanderang Im Jnni Jerusalem; (J.T.A.) Im Monat Juni d. Js. wanderten 4200 Personen in Palastina ein. Diese Monatsziffer bildet einen Rekord. Der letzte Rekord war im . März d. Js. erreicht worden, als 3300 Einwanderer ins Land kamen. Im April d. Js. betrug die Einwanderenzahl 2500, im Mal 2500, r. NrJ.-, Die polnisch-jüdische Vers!än%r' (Fortsetzung von der ersten Seite.) f Der Warschauer „Najcr Hajnt" veröffentlich: [ Liste der Postulatc, die von der polnischen Regierung!-,.- v Verhandlungen angenommen wurden. Diese Postuht- | fassen das wirtschaftliche, politische und kulturelle Gchi,.! Von den . w i r t s c h a f11 i c h c n Erleichterung sind zu nennen: 1. Den jüdischen Kauflcutcn soll ger: werden, an Sonntagen ihre Geschärte £wei Stunden lan* * zu halten. Evtl. sollten die jüdischen Kaufleute da-* ]\ haben, ihre Geschäfte nach Sabbathausgaug für ir,< Stunden zu öffnen. 2. Die Regierung wird dafür sorgen, j die Jahrmärkte nicht auf Samstage verlebt we-den. werden die betreffenden Verordnungen keine rüclvuir', Kraft haben. 3. Die Juden crhsltcn eine Vertretung im \ schaftsrat, im Handwerkerrat und im Eisenbahnrat. *,. werden den jüdischen Kooperativen der Kaufieutc, fi werker und Gewerbetreibenden Kredite von der Lande-, schaftsbank und von der Staatsbank gewährt. 5. Die J. erhalicn Baukredite im gleichen Ausmaße wie Nicht];. 6. Die Einstellung von jüdischen Beamten in den Staatnl; soll nur mit Rücksicht auf ihre Qualifikation erfolgen. 7. den Juden auferlegten Steuern sollen in gleicher Höhe wie Nichtjudcn festgesetzt werden. 8. Die Juden erhalten Vertretung in den Stccurkommissioncn. 0. Die Juden v.t bei Militärlicfcrungcn und anderen Staatsllcfcrungcn so behandelt wie Nichtjudcn, maßgebend werden lediglich Offerten scirf., Von den politischen Erleichterungen sir.< nennen: 1. Regelung der Ausländcrfragc, entsprechend den jüdi^ Forderungen. 2. Bekämpfung der antisemitischen Agita 3. Verbot antisemitischer Zirkulare in der Armee, 4. Emcr.r jüdischer Offiziere entsprechend ihrer Qualifikation, 5. meidung von Ungerechtigkeiten gegenüber Juden bei Durchführung der Agrarform. 6. Genehmigung einer jüdis Emigrationsbauk. 7. Ermöglichung des Eintrittes als Gcrii applikanten für jüdische Juristen. Von Erleichterungen auf kulturellem ( biete werden angeführt: 1. Einheitliche Regelung der Angelegenheiten der sehen Gemeinde, Durchführung von Gcmcindcwahlcn in Grenzmarken. 2. Schaffung eines Zcntralratcs aller jüdiü Rdiglonsgemcindcn. 3. Ocffcntlichkcitsrccht für Schulen jiddischer oder hebräischer Unterrichtssprache. 4. Suh tionen für jüdische Gewerbeschulen. 5. Einführung ji stischer Fächer in höherem Ausmaße an allgemeinen den Juden besuchten Sfaatsschulcn. 6. Erlaubnis des brauches der jiddischen Sprache in Versammlungen im maligen Galizicn. 8. Aufhebung des faktischen numerus < sus für jüdische Hochschülcr im Wege eines Zirkulars an Hochschulen. 9. Ermöglichung der Nostrifizicrung und , Übung der Praxis für Juden, welche ausländische Univcrsit absolviert haben. 10. Ernennung von jüdischen Lehrern Schulleitern nn Schulen, deren Schüler in ihrer Mchi jüdisch sind. Außer den angeführten Erleichterungen hat die Regie: noch einer ganzen Reihe von jüdischen Forderungen. die füllung zugesagt. Allerdings bezeichnet der jüdische S klub die Angaben, des „Hajnt" als ungenau und stellt daß entsprechend einer Abmachung mit der Regierung Inhalt der erlangten Konzessionen vorläufig geheim halten werden muß. Warschau. (J. T. A.) Der u k r a i ui s c h c S c j m k hielt eine zweitägige Beratung über die polnisch-jüdi: Verständigung ab und veröffentlicht nun e£nc Erklär in der es u. a. heißt: Indem der jüdische Klub erk auf dem Boden der Ur.vcrlcfzlichkeit der jetzigen Grei Polens und der Verteidigung der polnischen Maciitpc. zu stehen, hat er die Grenze der Verteidigung der nationa- Interessen der jüdischen Bevölkerung überschritten gegen das ukrainische Volk, welches auf seinem Boden : Mehrheit bildet, eine feindliche Stellung eingenomr. Denn die polnische Großmachtpolitik zielt auf die Zcrsförr des ukrainischen Volkes hin und bedroht seine Lebcn?in! essen. Der ukrainische Klub konstatiert mit Mißvergnügen : neue Tatsache und wird dementsprechend seine Stellung z. jüdischen Klub revidieren. Die gesamte ukrainische Presse drückt ihre E n t r ü s t u: gegenüber dem jüdischen Klub aus, ein Teil die Presse geht zu offener Judenhetze über. Die sehr verbreir Zeitung „Novy Tschas« leitete ihren Artikel mit den folgere Worten ein: „Noch im historischen Polen waren die Juden '- Blutegel des ukrainischen Volkes und ein größeres Unflate selbst die polnische Schlachta." London (J.T.A,). In der Sitzung der Anglo Jeu Association vom 5. Juli erstattete Lucien Wolf im Nnnr des Joint Foreign Committce Bericht über das Abkomme zwischen der polnischen Regierung und d t jüdißchen parlamentarischen Vertretung i' Polen. Er sprach sich sehr optimistisch über das Abkoinrr.: aus. welches die Aussicht eröffnet, daß die schwer leider.: jüdische Gemeinschaft in Polen endlich ein besseres und fric' Heltes Leben als vollberechtigte Bürger der polnischen R" frtiblik wird führen können. Diese Hoffnung wird in cir.c iriefe des polnischen Außenministers Skrzvnski an f Lucien Wolf, geteilt, und auch der Gesandte Polens i: London sprach sich sehr hoffnungsvoll über die Ausw kungen des Abkommens aus. Lucien Wolf führte weiter aus, er möchte davor war.:*"' allzuschncllc Resultate zu erwarten. Mau muß der Er Wicklung Zeit lassen. Das jüdische Problem in Polen ist nie: so sehr politisch wie psychologisch bestimmt. 22 Jaklang, oder noch länger, litt das ganze Land unter einem Riyii' von Irrtflmrrn und Verbrechen. In keinem Lande der Welt wdie antisemitische Propaganda so glänzend organisiert, wie ' Polen. Es muß erst allmählich eine Atmosphäre geccnseii;;' Vertrauens geschaffen werden. Die polnisch* Verfassung'! liberal, allein der polnische Antisemitismus war stärker als Cgeschriebene Oesetz und drängte die luden in eine Lage, «■ man sie sich nicht schlimmer denken könne. Die Einsichtig in beiden Lagern sahen schon lange ein, daß diese Lage v: allem dem polnischen Staat Schaden bringt. Die poTni?:' Regierung tat die ersten Schritte zur Verständiger' das muß anerkannt werden. Es ist zu hoffen, daß die Exu; misten auf beiden Seiten das von den gemäßigten Männer geschaffene Abkommen nicht durchkreuzen werden.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.