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Jüdische Rundschau · 1925-07-10 · Heft 54 (10.7.1925) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 54 (10.7.1925)
Date
1925-07-10
Page
– (sequence 1)
Language
German
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W l ~a n z—\ n y IRü i.i Einzelnummer 0,30 Goldmark - \ I i CSJ V^tl t.daküon und Verlag W 15. Mcinckcslraßc 10. Erscheint ' den Dienstag und Freitag. Bezugspreis bei der Expedition Monatlich 1.85 Goldmark. Vierteljährlich 5,25 Goldmark. \-f <lw,d,»boon«Jn«nU wurden m d«r Wttronfi d*r «inzclaeo Linder berechwt. Nummer 54 Berlin, 10. VII. 1925 Anzeigen -Verwaltung Jüdische Rundschau G.m.b.H., Berlin W15, Mcbekestr.10 Telephon: Amt Bismarck 7165—70. Anr«l2«npr<-ii:8£rip«!(JJonpareilInen«0,<0G^>LStclloo£#Juclj«0,20G..M. AnxctgcssehloDi Dienttag und {•'-•itag nachmittag 4 Uhr. g Telephon: Bi-mark 7165-70. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392. Fßr Or.lerrelelij Pf)tl«p«r!t«s»*B«>it 'Wien, KpHo hr. FürT»eh«clj©»]ow»k«i: PoiUpark-tscaaatPraif, Konto Kr- W-ilO, für Polen« Poitip.rkaatenaiat War-chau, Konto Nr.'1907B3. Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. •TDin -rran rr XXX. Jahrff. ,r Zionismus «rstrebt für das lUdlsuho Volk dlo Schaffung einer öffentlich - rechtlich goslchortsn HelmsSÜt.o In Palästina. „Baseler Programm.** Die pokaisdi-'j Die vor einigen Wochen eingeleitete Verständigungsaktion -ischen dem jüdischen Sejmklub und der polnischen Regierung entgegen allen Erwartungen, zu einer Verständigung "kührt, die am 4. Juli in feierlicher offizieller Weise i;n pol- ^chen' Ministerrats-Präsidium abgeschlossen wurde. Trotzdem xohl polnische Staatsräson wie auch die prinzipielle Stellung r polnischen Juden zum Staate es wünschenswert erscheinen flen, daß ein modus vivendi zwischen Juden und polnischer '(•irrung gefunden werde, so hat man eigentlich weder in b\cn noch in informierten Kreisen des jüdischen Auslandes gemuht, daß die Verhandlungen schon bei ihrem ersten Versuch \ einem positiven Ergebnis führen werden. Denn sowohl ji jüdischen Lager wie auch innerhalb der polnischen Regierung sind die Gegensätze der einzelnen Parteischattierungen je! zu groß, als daß man hätte annehmen dürfen, diese Differten könnten so rasch auf eine mittlere Linie gebracht Verden. Durch den formell abgeschlossenen Friedenspakt sind diese bestehenden Schwierigkeiten keineswegs behoben. Je abgeschlossene Verständigung ist nur ein Zugeständnis Iva polnischer und jüdischer Seite, daß man gewillt ist, in Zusammenarbeit allmählich den aufgetürmten Berg von jenseitigem Mißtrauen abzutragen. \\ Die Verständigung hat zunächst nur eine moralische Bcjrutung. Der materielle Inhalt des Paktes ist vorläufig noch zu unbestimmt, als daß man über seinen tatsächlichen frort für die Lebensnotwendigkeiten der Juden in Polen eine jdnjjchcnde Beurteilung abgeben könnte. Die Juden in Polen jind im Auslande sind sich darüber klar, daß das Hauptproblem i&r polnischen Judcnhcit auf wirtschaftlichem Gebiete liegt daß die polnische Regierung in dieser Hinsicht alle Machtmittel aufbieten muß, um. die Lage der Juden zu erleichtern. (■Auch gegen die Form, in der die Verhandlungen geführt wur- [,-j'n, und gegen die sowohl von den Juden wie auch von der sRcpierung abgegebenen Deklarationen ließe sich mancher Einband erheben. Doch handelt es sich, den aufrichtigen Willen 3:'t Regierung vorausgesetzt, um Schönheitsfehler, die allerdings hätten vermieden werden können. Die Lage der Juden j: Polen im Hinblick auf die anderen nationalen Minderheiten (ät sehr kompliziert. Als nationale Minderheit haben die Juden ft Ibstvcrständlich eine ganze Reihe gemeinsamer Interessen irit den anderen in Polen lebenden Minderheiten. Auf diese fr.fcressen müssen die Juden, weil ein großer Teil, von ihnen jn den Gebieten der nationalen Minderheiten lebt, Rücksicht (Wimen.- Diese Rücksicht findet aber ihre Grenzen■ in den Bedürfnissen der jüdischen Gesamtheit in Polen. In ' den blnisch-ukralnischen Provinzen leben ungefähr 800 000 Juden. l.\ Polen wohnen aber drei Millionen Juden. Es ist nun zu trwägen, ob die 2,2 Millionen Juden mit Rücksicht auf die prinzipiell-oppositionelle Einstellung der Ukrainer gegenüber -cm polnischen Staat davon Abstand nehmen sollen, diesen Staat, mit dem sie wirtschaftlich auf Gedeih und Verderben verbunden sind, zu bejahen. : Darum darf man sich trotz der ukrainischen Kampfansage;n die Juden nicht irre machen lassen. Die Verständigung mit leer polnischen Regierung und der polnischen Gesellschaft ist ri;r die Juden eine Lebensnotwendigkeit und da sich die i Gelegenheit für die Anbahnung dieser Verständigung ergab, . ■''erften die Juden diese Gelegenheit nicht ausschlagen. Es; '• t ein tragisches Schicksal des Galuth-Judcntums, daß es besondere in national-gemischten Staaten nicht allen gerecht v-frdtTi kann. Man muß jedoch zur Entkräftung der ukraini- , -dien Vorwürfe feststellen, daß die jüdischen Abgeordneten : ^k-s getan haben, um den Verdacht abzulenken, als ob sie i "cw-nit wären, die Judenheit Polens zum " Werkzeuge d-;r 1 -{erdrückung der anderen nationalen Minderheiten zu inachen.! Daß die polnischen Juden den polnischen Staat innerhalb 'tiner bestehenden Grenzen bejahen, ist eine Sclbstverständ- •fhkeit. Maßgebend für die jüdischen Unterhändler waren; und allein jüdische Interessen und sie konnten sich;rj keiner Weise staatsrechtlichen Aspirationen der andern Rationalitäten anbequemen, weil die Juden auf dem ganzen Gebiete der polnischen Republik verstreut leben. Die eingeleitete polnisch-jüdische Verständigung ist eine 1 fücht der unter der Wirkung des eigenen nationalen Bewußt« c'ns geführten neuen jüdischen Politik. Polnische Regierung •'lf' polnische Orffrntlh hkeit haben erkannt, daß man drd Millionen Menschen, die jüdisch fühlen und denken, nicht '^nationalisieren und durch Schein-Assimilation in ihren Forderungen auf eigenes Kulturleben zu entrechten vermag. Das ein großer Fortschritt der jüdisch-demokratischen Politik. Auswirkungen der Verständigung auf die. Entwicklung jüdischen Lebens in Polen und auf die Palästina-Bcwe-;:^ng unter den polnischen Juden ist gegenwärtig noch nicht %uschcn. Es besteht jedoch kein Zweifel darüber, daß die Angeleitete Verständigung das Selbstgefühl der Juden heben "ni ihnen Mut verleihen wird, ihre Angelegenheit im Lande Ul:d die allgemein-jüdischen Wcltintcrcsscn mit größerem Eifer;u verfolgen. M. W. Der feierliche Abschlaßakf Am 4. Juli, 5 Uhr nachmittags, fand im-Repräsentation sdes Ministerrats in Warschau der feierliche. Abschlußakt ,c.r; jüdisch-polnischen Verständigung in Anwesenheit des Ministerpräsidenten Grabski, des Unterstaatssekretärs Jü.dzinski und der jüdischen Parlamentarier Dr. Reich, i.c,2cs, Farbstein, Kirschbraun, Senator Trus- "Cr und Dr. Schreiber statt. ■ hinP** ^sident des jüdischen Scjmklubs Dr. Leon Reich nic« folgende Ansprache; VersfiasidflgiaBag Die Vertreter der Regierung haben eine Reihe von Konferenzen mit den Vertretern des jüdischen Klubs abgehalten, und die Beratungen haben zu einer Verständigung geführt. Infolgedessen drücken wir die Hoffnung aus, daß die Postulatc der jüdischen Bevölkerung auf religiösem, kulturellem, politischem und wirtschaftlichem Gebiet in Uebcrcinstimmung mit der Verfassung befriedigt werden und so der jüdischen Bevölkerung die Mitarbeit für den Staat und dessen Iintwickc- Jung erleichtert werde, da allen Trilcn der Bcvölkeru/mg und somit auch den nationalen Minderheiten, die innerhalb der Grenzen dieses Staates wohnen,, die Möglichkeit gegeben wird, ihre gerechten Wünsche zu befriedigen. Der jüdische Klub stand immer und steht jetzt auf dem Boden der polnischen Staatlichkeit und auf dem Standpunkt der Unvcrlctzlichkeit der Grenzen der Republik und wird im Oeistc dieser Prinzipien seine demokratische Politik weiterführen. Durchdrungen von dieser Auffassung hat der jüdische Klub die Ehre, folgende Deklaration abzugeben: Der jüdische Klub, der dauernd auf dem Standpunkt der Unvcrlctzlichkeit der Grenzen und der Staatsintcrcssen des polnischen Staates stellt und die Erfordernisse seiner inneren staatlichen Konsolidierung anerkennt, stellt-fest, daß er in L'cfjcrcjnstimrriung mit diesen Prinzipien im S.*jm sowohl die allgemeine Politik als auch seine nationale Politik zur Verteidigung der jüdischen Rechte und Interessen fü'ircn wird. Hierauf verlas Ministerpräsident Grabski im Namen der Regierung folgende Erklärung: Ihre Erklärung nehme ich mit voller Zufriedenheit entgegen., Meinerseits kann ich Ihnen versichern, daß die Regierung erwarten wird, daß die Politik der jüdischen Parteien sirh fertigen wird im Geiste ihrer Anpassung an die Staatsinteressen der Republik und die innere Konsolidierung des Staates sowie auch an den finanzwirtschaftlichcn Wiederaufbau' de« Landes. Die Regierung, wird ihrerseits größere Aufmerksamkeit den Bildungs-, Kultur- und Wirtschaftsbedürfnissen der jüdischen Bevölkerung zuwenden. Diese Deklaration ergänzte, der Ministerpräsident durch eine Rede, in welcher er mit Genugtuung konstatierte, daß die polnische und jüdische Gesellschaft, nun d'vi ersten Schritt getan habvn, einander naher zu kommen. Allmählich werde sich die Ueberzcugung Bahn brechen, daß kein Teil der Bevölkerung zum Schaden des anderen -Teiles aus\ dem Staate Nutzen 'ziehen könne. :' > "■' "• '• " ' Zum Schluß versicherte der Ministerpräsident,- daß die Regierung schon in den allernächsten Tagen eine Anzahl Verordnungen erlassen wird als ersten Schritt, die Wünsche der Juden auf dem Gebiete der Kultur, Wirtschaft und Politik zu befriedigen. Sofort nach Beendigung des feierlichen Aktes, der im ganzen etwa 25 Minuten dauerte, hielt der Ministerpräsident Wladislaw G r a b s k i eine Ansprache an die Vertreter deT Presse, in welcher er u. a.. sagte, daß noch in dieser Woche der Ministerrat in einer speziellen Sitzung einige schon ausgearbeitete Verordnungen erlassen wird, die die Erzichungs¬ und Kultur-Interessen sowie die W i r t s c h a f t s i n t c r - essen der jüdischen Bevölkern n g, betreffen. Die weiteren Angelegenheiten werden sich nach Gegenseitigkeit entwickeln. Insofern die jüdische Bevölkerung mitarbeiten wird an der Stärkung der Kräfte und der Macht des Staates, wird selbstverständlich kein Mensch in Polen die jüdischen Bestrebungen nach Entwicklung der eigenartigen Bildung und Kultur anders als mit freundlichen Augen betrachten. Die jüdischen Bestrebungen, den eigenen Wohlstand zu befestigen, werden niemand Schaden bringen, im Gegenteil, sie werden ein Element der Stärkung#für den Staat selbst bilden. Durch eine solche enge Bindung der Interessen des staatlichen Bestandes und des Wohlstandes der jüdischen Bevölkerung eröffnen sich für die Juden gute Perspektiven, der Staat wird dieser Bevölkerung jede mögliche Hilfe zuteil werden lassen. So stellt sich die Sachlage prinzipiell dar. Die Einzelheiten werden erst im Kommunique über die Regicrungsbcratungen begannt gegeben werden. Dr. Reich erklärte den Vertretern der Presse, er betrachte den eben vollzogenen Akt als eine Tatsache von großer Bedeutung. Alle stimmen darin ühcrein, daß nunmrhr eine. enUclürdnie Anidciung der Stimmung der polnischen Gesellschaft mit Bezug auf die Juden Platz greifen wird. Es wird aber nicht bei der Stimmungsändcrur.g allein bleiben, die Regierung wird durch konkrete Taten die neue Linie unterstreichen. Die Juden werden mit innerer Befriedigung an der Befestigung der Grundlagen des polnischen Staates mitarbeiten und (c mehr Verständnis sie bei der polnischen Gcsellschsaft finden werden, umsomehr werden sie Mut zu weiteren Anstrengungen gewinnen. Solitc die Entwickelung in dieser "Linie gehen, so wird die Geschichte der polnischen Judcnhcit, sowie auch die' Geschichte Polens der Namen jener Männer, die diesen Wc£ gebahnt haben, mit Dankbarkeit gedenken. (Weitere Nachrichten im Innern des Blattes.) . NlcderscWsöunn des Prozesses Steiger? „Kurjcr Lwowski". bringt die sensationelle Mitteilung, daß das Verfahren gegen Stanislaw Steiger durch einen 'Gnadenakt des Präsidenten niedergeschlagen werden wird. Steiger soll gleich danach aus der Haft entlassen werden. (Diese Meldung, ist unwahrscheinlich. Das Abo« litionsrecht steht nach der polnischen Verfassung dem Staatspräsidenten nicht zu. Anm. d. „J. R.") Theodor Eerzls Todestag In einem seiner Aussprüche heißt es: „Ich bin fest überzeugt, daß Leute meines Alters die Verwirklichung unseres Wunsches sehen werden". In einem zweiten Ausspruche sagt er: „Gerade diejenigen unter uns, die heute iiirc ganze Person daranzusetzen bereit sind, würden bedauern, auch nur einen Schritt dafür gemacht zu haben, wenn es nur gelange, eine neue Gesellschaft einzurichten und nicht auch eine gerechtere/* Au einer dritten Stelle wieder hcüU es: „Die Jtulrn sollen auf der Scholle von der S;hol!c leben, nicht besorgt als kraftlose Händler mich c!c;r, Marktpreise auslugen". Und schließlich sei noch an einen Satz erinnert: „In allem haben wir uns bemüht, Unpersönliches einzurichten, nur das hat Dauer". Wem wir von Theodor Herzt, der jetzt 65 Jahre alt wäre, nichts mehr wüßten, als was er in . den oben angeführten vier Aussprüchen gesagt hat, so würde schon das allein genügen, um eine Ahnung von seiner Größe zu haben. Er war eine Persönlichkeit! Das heißt: Glaube, Wellen, Gedanke, Wort und TatWaren bei ihm in ungebrochener, geschlossener Linie miteinander vcrbunJcn und alle fünf einem hohen Ziel geweiht. Darum übte und übt er auf Zeitgenossen und Nachwelt einen so ungeheuren Einfluß. Die Geschlossenheit einer Persön'ichkeit erzwingt Achtung und wird von der gnnren Welt in ih-er Ee:!euru.i^ erfühlt und anerkarnr. R,;c!-sc!:aucnd wundert in.in sich manchmal, daß nüchtern: Regieningen und Herrscher mit Theodor Hcizl, hinter dem weder Banken noch Kanonen standen, verhandelt haben ... Sie erlagen dem Einfluß seiner überragenden Persönlichkeit. Die Grurderkcnntnissc Theodor Herzls behielten ihre ■Gültigkeit bis auf den heutigen Tag und erwiesen sich im Laufe der Entwicklung als unangreifbar. Er erkannte, daß die Juden „ein Volk, Ein Volk" sind, daß die jüdische Frage eine weltpolitische ist und daß die jüdische HciiivstStte nur unter öffentlich-rechtlicher Sicherung in Palästina errichtet werden kann. Ferner verlangte er für die Neuwerdung des jüdischen Volkstums eine produktive Umschichtung der Juden und schließlich bezeichnete er als wichtigstes Mittel zur endgültigen Befreiung die Selbsthilfe des gesamten jiidirchen Volkes. Im Grunde genommen hat die zionistische Ideologie bis heute nicht» geschaffen, was nicht schon von Hcrzl klar ausgesprochen und intuitiv erkannt wurde. Noch immer ist Theodor Herzl der erste Lehrmeister des Zionismus. Das wichtigste Erbe aber, das er uns hinterlassen, ist d:e Organisation. Denn nur diese ist „unpersönlich und hat Dauer". Ihr zu dienen, sie zu kräftigen, ist die würdigste Form, Theodor Herzl zu ehren. Moses Waldmann. Idee und Geld Die Klage darüber, daß die Sorge um die Geldbeschaffung in den letzten Jahren das Interesse für das innere Wachstum der Bewegung sowie für die Ausbreitung der Organisation in den Hintergrund gedrängt hat, ist von den meisten aktiven Zionisten längst erhoben worden. Bei der Tagung der Zionistischen Vcrcir.igung für Deutschland, aber auch von anderer Seite, wurde darüber ausführlich gesprochen, und es wurden, in vollem Bewußtsein, der sich aus der neuen Situation ergebenden Sciiwicrigkeiten, Wege gesucht, um diesem Uebc! abzuhelfen. Wir können heute bereits einen gewissen Abschluß dieser Umwicklung feststellen, indem der Wille zu erneuter zionistischer Tätigkeit weit stärker geworden ist und das Bewußtsein von der Notwendigkeit einer Wjederaufriclilung der Zionistischen Organisation als politisch geistiger Macht im Leben der Juden fast allgemein geworden ist. Aber man hüte sich nun in das andere Extrem zu verfallen. Jede gesteigerte zionistische Tätigkeit in diesem Augenblick kann nur p.ir.'illrll gelten mit der verantwortlichen Sorge für den Aufbau der nationalen Positionen in Palästina. Wenn diese Positionen ins Wanken geraten, dann würde auch die zionistische Bewegung einen erheblichen Rückschlag erleiden. Nicht politische Mißerfolge können sie gefährden, wohl aber die Erkcnnüiis einer eigenen Ohnmacht, die im Stadium der Verwirklichung nicht den früher in den eigenen Reihen manifestierten Willen zur Schaffung des Zieles auf das konkrete Werk zu konzentrieren vermochte. Wir sind heute in einem Stadium der Entwicklung Palästinas, wo Ansichten laut werden konnten, die Entstehung der nationalen Heimstätte sei gesichert und bedürfe garnicht mehr der Zionistischen Organisation. Durch die Notwendigkeiten des Lebens, durch natürliche Antriebe werde der Strom der Einwanderer nach Palästina geleitet, und dadurch, daß diese Einwanderer

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