Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 53 (7.7.1925)
- Date
- 1925-07-07
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 464 JüEPISCHE RUNDSCHAU Nr.S3 Vor SKMBgPC $ Zur Erklärung der Konferenzgemeinschaft 2ur programmatischen Erklärung der „Konferenzgemeinschaft radikaler Zioniatcn", die in der Nr. 46 der „]. R." veröffentlicht wurde, hat in derselben Nr. Herr Kurt Blumenfcjd Stellung genommen mit einer Animosität, die in der rein sachlichen und von jeder persönlichen Polemik freien Darlegung der Prinzipien, die die Konfcrcnzgemcsnschaft au? dem Kongreß durchgesetzt wissen möchte, kaum begründet erscheint. Auch die Tatsache, daß eine Gruppe innerhalb der Bewegung, die sich über eine Reihe ihr besonders wichtig erscheinender Fragen geeinigt hat, den Zusammenschoß aller Gleichgesinnten für den Kongreß anzubahnen bestrebt ist, Ist an sich eine vollständig normale Erscheinung und sollte von einem jeden Zionistcn, für den die Organisation kein Schema und der Kongreß kein votierendes Gremium, sondern eine Gesinnungsgemcinschaft ist, eher begrüßt, als a priori abgelehnt werden. Insbesondere ist eine ausgesprochene Differenzierung der Meinungen am Platze, am Vorabend des XIV. Kongresses, von dem auch Herr BlumenfcM meint, daß ihm „eine entscheidende Bedeutung zukommt und daß er daher einen anderen Verlauf nehmen muß, als die beiden letzten Kongresse". Dieser andere Verlauf kann am besten dadurch gewährleistet werden, daß die Kongreßfragen In der Parteipresse vorher möglichst gründlich diskutiert und von allen Seiten beleuchtet werden sollen, was unter anderem die Erklärung der Kcnfcrenzgcmcinschaft bezweckte. Am wenigsten ist aber dem dadurch gedient, daß man ohne auf die sachlichen Differenzen einzugehen, die Auseinandersetzung auf das der Permanenzdebatte bringt. Es ist, wie mir scheint, die allgemeine, oder wenigstens die herrschende Meinung unter den Teilnehmern der letzten zwei Kongresse, daß als das am meisten deprimierende Momente in den Verhandlungen und Vorgängen dieser Tagungen die ständige Interfcrrcnz des Sachlichen mit dem Persönlichen empfunden wurde. Das ist es, was tatsächlich „von so verhängnisvoller Wirkung für da« Schicksal der Zionistischen Organisation'' war. Schon heute, 2 Monate vor dem Kongreß, die Diskussion so zu gestalten, daß in einem IV2 Spalten langen Artikel Personennamen zwölfmal und Anspielungen auf Personen weitere achtmal vorkommen, heißt dem vorarbeiten, daß auf dem XIV. Kongreß „die Debatten, des XIII. Kongresses wörtlich wiederholt" werden sollen. In der Annahme, daß die Erklärung der Konfercnzgemcinschaft auch Gegenstand einer sachlichen Auseinandersetzung werden wird, möchte ich einige von Herrn Blumcnfeld nebenbei gestellte fragen oder ausgesprochene Vermutungen beantworten und aufklären, damit die von allen zu erstrebende, nur dem gegenseitigen Verständnis dienende Diskussion, nicht auf Irrwege geraten soll. 1. Die verschiedenen „heterogenen", wie Herr BlumenfcM richtig sagt, Elemente, die in der Konferenzgemeinschaft zusammengeschlossen sind, haben sich n u r auf dem Boden der im Programm dargelegten Orundsätze geeinigt. In allen anderen Fragen besteht nach wie vor eine Reihe von Meinungsverschiedenheiten und somit ist die Frage, ob die Konferenzgemeinschaft für die Legionspolitik ist oder dieselbe energisch ablehnt, gegenstandslos. In d l c a c r Frage hat die Konferenzgemeinschaft als solche kein Programm. Eine Einigung auf einem Teilprogramm sollte am wenigsten diejenigen wundern, die dem Block der Landsmannschaften angehörten, der auf dem XIII. Kongresse gebildet wurde und auch eine Zeitlang nach ihm bestand und der nicht minder heterogene Elemente vereinigte. Hatten, beispielsweise, die deutschen Delegierten und die Vertreter der jetzigen polnischen Majorität ein gemeinsanfqs» Programm über die Prinzipien der palästinensischen Kolonisation? Das störte sie aber nicht, in einer Anzahl von Kongrcßfragcn nicht nur taktisch zusammenzugehen, sondern auch programmatisch gemeinsam aufzutreten. Damit ist auch die Frage des Herrn Blumcnfeld nach dem Sinuc des Wortes „radikal" beantwortet: die Konferenzgemeinschaft ist nicht an sich radikal, sondern sie ist er» im Bereiche ihres ganz klar und unzweideutig dargelegten Programms. 2. In der Agcncy-Frage herrscht innerhalb der Konferenzgemeinschaft eine sehr weitgehende Ucbcrcinstimmung, die von Herrn Blumcnfeld ohne jeden Grund in Abrede gestellt wird. Der Gedanke der Kooperation mit Nichtzionistcn wird von niemandem abgelehnt, niemand vertritt meines Wissens die Forderung, daß bis zur Einberufung eines Weltkongresses diese Kooperation keine festen organisierten Formen annehmen soll. Die Konfcrcnzgcmcinschaft Ist überzeugt, daß diese Form geschaffen werden muß unter Wahrung der Souveränität des Kongresses, und der nationalen Prinzipien des Palästinaaufbaucs. Daß diese Forderungen Bedingungen darstellen, die für die Nichtzionistcn unannehmbar sind, ist eine Behauptung, die durch nichts erwiesen ist. 3. Daß die Forderung: „Führung einer zielbewußten nationalen Politik", „die Ablehnung Wcizmanns" als des Führers der zionistischen Politik, bedeutet, ist eine Behauptung, für die Herr Blumcnfeld allein verantwortlich ist, In keiner Weise aber das Programm der Konfcrenzgcmeinsehaft. Eine ßolche Interpretierung würde auch Dr. Weizmann selbst sicher zurückweisen. Und mit gutem Grund. Denn niemand wird in Abrede stellen, daß Dr. Weizmann in verschiedenen Perioden seiner zionistischen Betätigung dem Prinzip „einer zielbewußten nationalen Politik" in verschiedenem Maße huldigte und bisweilen auf diesem Wege sehr weit ging. Ich brauche nur an sein „Palästina ebenso jüdisch, wie England englisch" zu erinnern. Man sollte daher durch voreiliges künstliches Gegenüberstellen von Programmen und Personen . wicht die Klärung lebenswichtiger Fragen im Voraus unmöglich machen. 4. Es ist vom Standpunkte der Organisation ein überaus gefährlicher Gedankengang, gegen die Vertreter cinc9 bc* stimmten Programms ins Feld zu führen, daß die Leute kein GeM zur Finanzierung* des Aufbaus nach ihrem Programm bekommen könnten. Die Quelle unserer öffentlichen Mittel ist unlere Organisation, ihr Einfluß, ihr Ansehen, ihre Kräfte und durch die 'Organisation,' werden sie von denjenigen beschaffen, die vom Vertrauen dtr Organisation getragen sind. Daß die Begabung, Menschen zu gewinnen in einer Bewegung, wie die ueserige, von besonders großer Bedeutung ist, soll nicht bezweifelt werden, man sollte sich aber hüten, Spezialisten für Geldbeschaffung als eine besondere Kategorie ■on Menschen künstlich zu konstruieren, und zu behaupten, daß diese zur Führung vmerer Geschäfte besonders berufen sind. Dadurch wird die ganze Bewegung illusorisch gemacht und bis zur Bedeutungslosigkeit herabgedrückt. 5. Daß die Ernennung des neuen High Commlssioner nicht unmittelbar durch die Regelmäßigkeit der Tagungen des A. C. beeinflußt werden konnte, wird niemand bezweifeln. Daß aber eine nicht zerrüttete Organisation unseren politischen Vertretern einen stärkeren Rückhalt geben kann für etwaige politische Schritte — falls solche überhaupt unternommen werden — als eine sich in Auflösung befindliche, das sollte nicht so ohne weiteres als „Trick" bezeichnet werden. Man muß es in der — an sich unbestreitbaren — Tugend der Regierungstreue sehr weit gebracht haben, um in der Beurteilung der Organisation und ihres politischen Wertes zu solchen Konsequenzen zu kommen. Haben etwa politische Beschlüsse des Kongresses größeren unmittelbaren Wert als die Beratungen des A.-C? Wozu also die politische Debatte auf dem Kongreß? Man muß aufrichtig bedauern, daß eine solche Aeußcrung, die auf die vollkommene Bagatcllisicrung der Bewegung als politischen Faktors hinausläuft, aus dem Munde eines der rigorosesten Verfechters des Organisationsgedanken gefallen ist. 6. Hinter den so überaus zahlreichen führenden Persönlichkeiten der Konfcrenzgcmeinsehaft standen bisher nur einige geborstene Organisationen und Organisationssplitter — behauptet Herr Blumcnfeld. Für die Bcurtcilug des sachlichen Inhalt« de« Programms — und darauf kommt es vor allem nn — ist diese Frage völlig irrelevant. Stimmen werden nur auf dem Kongreß' gezählt. Da aber der Eindruck erweckt werden kann, als ob es sich um eine Deklaration zionistischer Eckensteher handelt, die da vom grünen Tische aus thcorctisicrcn, so möge gesagt werden, daß von den etwa 50 Gesinnungsgenossen, die d3S Programm bis heute unterschrieben haben, die überwiegende Mehrheit sich als Delegierte ,1m XIII. Kongreß beteiligte und somit einen ansehnlichen Bruchteil der Organisation repräsentiert. Ob vielen von ihnen drc Tatsache ihrer abweichenden Meinung zum Anlaß einer Sondergruppierung gedient hat oder nicht, ist für die Beurteilung des „spezifischen Gewichts" der Erklärung ohne jede Bedeutung. 7. Daß Herrn Grünbaum und anderen der Vorwurf gemacht wird, daß sie „wenn sie in leitenden Positionen waren, politisch überall unterlegen sind", Ist in der zionistischen Presse ein Novum. Bekanntlich ist dickes „Unterliegen" ein Ergebnis der „zielbewußten nationalen Politik" gewesen. Seit wann werden bei uns, die wir jahrzehntelang darauf stolz waren, überall eine prinzipienfeste Minorität zu scin,^ politische Persönlichkeiten danach beurteilt, ob sie Erfolge a tont pri.v aufzuweisen haben? Es müßte auch genau untersucht werden, wie sonstwo bei uns dieses „Meistern der Verhält-" nissc" aussieht und ob mancher in leitender Position nur deshalb nicht unterlegen ist, well er, von den Verhältnissen gemeistert, es sorgfältig vermied, in einen Gegensatz zum natürlichen — und ungünstigen — Verlauf der Dinge zu treten? Und zum Schluß ein Wort über die Gefahren der Diskussion, die auf dem Kongreß über all' diese Fragen ru erwarten ist. Herr Blumcnfeld hat die Erklärung der Konferenzgemeinschaft „ein gut demagogisches Programm" genannt. Ich möchte im Interesse der Organisation, in der wir alle Platz finden müssen, diesen Ausdruck als eine polemische Blüte betrachten und annehmen, daß kein einziger in unseren Reihen den Ernst und die Sachlichkeit des andern in Abrede stellt. Wir gehen einem folgenschweren Kongreß entgegen, und nach der Meinung vieler steht die Zukunft der Organisation auf dem Spiele. Nun erteilt uns Herr Blumcnfeld in dieser Schicksaisstun:lc den Rat, man sollte die Auseinandersetzungen lieber vermeiden, da „durch das Auftreten der Konferenzgemeinschaft auf dem nächsten Kongreß allen ehrlichen Palästina-Freunden", die zum Aufbau Palästinas herangezogen werden sollen, „die Lust hierzu endgültig vergehen" kann. Da haben wir den Vorgeschmack der gemischten Agcncy. Wir glauben, In Erfüllung höchster zionistischer Pflicht grundsätzliche Fragen der Bewegung und des Aufbaus klären zu müssen, wozu doch in erster Reihe der Kongreß berufen ist; demgegenüber wird uns zugerufen: Keine allzu gründlichen Auseinandersetzungen, die anderen „fifty" könnten es übel nehmen! Wie wird es erst einmal aussehen, nachdem die anderen „fifty" schon drin sitzen? Der Ernst der Stunde erfordert aber, daß alle, die zu den eminent wichtigen Fragen etwas zu sagen haben, sich jetzt und auf dem Kongresse zu Worte melden sollen, ganz ungestört durch Rücksichten auf die ihre düsteren Schatten vorauswerfende „gemischte Agcncy". Dr. M. Solowcitschik. * Entgegnung Lieber Herr Doktor Solowcitschik l Ihr Artikel richtet sich so persönlich an mich, daß ich den Wunsch habe, Ihnen in einem ganz persönlich gehalttncncn Schreiben zu antworten. Ich hoffe, daß die Bande, die zwischen uns bestehen, noch stark genug sind, um auch eine Diskussion mit dem grundsätzlichen Gegner nicht von vornherein als völlig aussichtslos erscheinen zu lassen. Es tut mir leid, daß Sic meinen Artikel als anlmos empfunden haben, mir liegt jede Feindseligkeit fern. Der Artikel „Die neue Opposition" war scharf, aber ich glaube, daß er in dieser Form geschrieben werden mußte, um deutlich genug die.hinter Ihrem Programm liegenden Fragen darzustellen. Der nächste Kongreß Ist nach unserer aller Meinung entscheidend. Sic bedauern, daß ich eine Permanenz-Ausschuß- Debatte vorweggenommen habe. Ich glaube, die Erfahrungen der letzten Kongresse haben uns gelehrt, daß es nichts Sachlicheres und politisch Wichtigeres gibt, als die Frage der künftigen Leitung rechtzeitig zu klären. Politische Programme sind nur so viel wert; wie die Menschen, die ru ihrer At* führung bestellt sind. Auf den letzten Kongressen, wurden alle Debatten nur a" Verschleierungsgefechte empfunden. Die Geschicke der Q: ganisafion entschied der Permanenzausschuß. Der Kongro war gelähmt; weil die unbeantwortete Frage der neuen Leihip jede andere Auseinandersetzung unwirklich und unerheblic' erscheinen ließ. Ehrlichkeit zwang mich dazu, Sic schroff zu einer Antwc/ auf meine Frage zu zwingen, wem wollen Sie' die Durch' führung Ihres Programms anvertraut wissen? Da eine echt-; Opposition zur Ucbcrnahme der Regierung bereit sein muß, sie auch verpflichtet, ihre Kandidaten der Öffentlichkeit vof| zustellen. Meine Frage hat keine Antwort gefunden, ic'r; wiederhole sie daher noch einmal. Es gibt keine sachlich' Erörterung politischer Probleme, die nicht mit der Fragt' der Repräsentanten politischer Anschauungen verbunden ist Ihr Programm nannte ich demagogisch. Was war der, Grund? Die Ucbcrzcugung, daß Ihr Programm mehr für die- Kongreß wählen als für den Kongreß bestimmt ist und dafli Ihre wirklichen Ziele in Ihrem Programm nicht genannt sied-i Wenn ich damit recht habe, dann ist dieses Programm dcn-.a " gogisch zu nennen. Es wäre mir lieb, wenn meine Meinung sich als irrig erweist und ich mich bei Ihnen wegen dieser', Charakterisierung entschuldigen müßte. g Sic behaupten, die Konfcrenzgcmeinsehaft hat sich nur auf den Boden der im Programm dargelegten Grundsatz: geeinigt. Ich bestreite, daß eine solche programmatisch?!,. Einigung besteht. j? Ich kenne eine zionistische Organisation, die seit Jähret- Bemüht ist, die wichtigsten Punkte des in dem Manifest *kiz-: zierten Programme» zu verwirklichen: die Zionistisch?;. Vereinigung für Deutschland. Sie wollen, wie ich es sei:;' Jahren verlange, das jüdische Palästina gestalten. Siek verlangen Berufsumschichtung und Verpflanzung in den Bodcrü des Landes. Ein erheblicher Teil der Unterzeichner Ihrc$ Programmes kämpft, wie Sie wissen, leidenschaftlich geger; diese Auffassung. Sic beriefen sich in öffentlicher Versnmm-' hing nachdrücklichst auf die Massenwaudcring, In der Sk\ die stärkste Garantie für das Gelingen unseres Aufbauwerkes^ erblickten. „Die Adresse des jüdischen Volkes sind die Schiffe/ am Mittclmccr," so erklärten Sic in einem Vortrag, den Sief kürzlich in Berlin hielten. „Das letzte Jahr hat bewiesen, wk1 falsch und kleingläubig dieser Zweifel in die Kraft der breiter* jüdischen Massen ist, Palästina aufzubauen," sagt Herr GoM^ mann in der Wiener Morgen-Zeitung und begründet mit dem.,* Hinweis auf die 4. Alija seine abwartende Haltung gegenüber^ der Erweiterung der Jewish Agcncy. Diese Argumcntatior.r ist widerspruchsvoll. Selbst wenn Sic die vierte Alij.i ir.£ allen ihren Teilen noch so hoch einschätzen, den nationalen'" Aufbau wird diese Einwanderung nicht finanzieren. Vielmehr'.' wird ja auch nach Ihrer Meinung auf dem nächsten Kongreß.- darum gekämpft werden, ob die Mittel unserer Fonds für die]? Landwirtschaft oder für andere in der neuen Einwanderung!- besonders häufige Berufe zur Verfügung gestellt werden sollen,* und auch soweit die Neucingcwandcrten nicht mit Forde-,- rungen an die zionistische Ocffentlichkeit herantreten, werden | sie doch alle ihre Mittel notig haben, um ihre eigene Existenz^ aufzubauen und sicherzustellen. u Gerade die Masscncinwandcruug stellt uns jeden Tag auh^ Neue vor das Problem des nationalen Aufbaues. Die auch vetf, Ihnen zugegebenen ungünstigen Folgen dieser Immigration durch Bcrufsumschichttmg der Eingewanderten, durch ver r. stärkte Ansicdlung von Pionieren aufzuheben oder zu mildern.;1 Ist nur durch größere öffentliche Mittel zu erreichen. So iV.ju. das uns stärkste Argument für die Erweiterung der „Jewish^ Agcncy", Ihnen ein Grund dagegen. l'. Unter dem furchtbaren Druck der palästinensischen No:-j*j wendigkeiten, die wir in der Arbeit täglich fühlen, fordern;, wir verantwortliche Mitarbeiter aus allen Kreisen, die bUlirrf: unser Werk gefördert haben. Wir wissen, wie es im Emck-: aussieht, wir wissen, daß die Lebensbedingungen unsere:-? besten Repräsentanten in Palästina unerträglich sind und wir glauben, daß die stärkste Garantie für die zionistische Entwicklung in der Schaffung neuer, gesunder Positionen und ir. der Stärkung der bestehenden Siedlungen liegt. Wenn Sic die gleiche Grundanschauung haben, was wolle: Sie tun, um Ihrer Forderung gerecht zu werden? Würden S-.c': die Anschauung Ihres Gesinnungsgenossen Dr. O 1 s c h w a n-' gcr teilen, der vom Wandcrsturm alles erwartet, so wäre m:.-. Ihre negative Haltung verständlich. Wenn die breite jüdisch?' Masse wirklich die Kraft hat, ein Palästina, das Ihrer Wünschen entspricht, aufzubauen, dann brauchten wir keiner, Kcrcn Hajcssod, dann wäre übrigens auch die Zionistisch?; Organisation überflüssig. Wer aber die Dinge so sieht, w'n'. sie Arlosoroff m. der „Rundschau" darstellt, wer Ihr P.v lästinaprogramtn ernst nimmt, der muß allerdings mit aücr Klarheit Rechenschaft ablegen, wie er auf Grund von Erfnlv ■■ rungen die weitere Entwicklung gestalten will. NX':?" glauben einen Ausweg gefunden zu haben. [■ So wenig mir Ihr Pal.istinaprogr.imm der Ausfii:"' einer notwendigen und einheitlichen Meinungsbildung zu sc .-^ scheint, so wenig Einigung besteht in der Forderung dcr_ „zielbewußten nationalen Politik", sogar wenn Sie von ja-;- botinsky's Legion abrücken. Glauben Sic (und hier erfordert es die Sachlichkeit, einen Namen zu nennen), daß Dr. Weidmann diese zielbewußte, nationale Politik nicht führen wil!.-. oder daß ertrotz guten Wjricns Mißerfolge zu verzeichnen h^'i- Ihre Bemerkung: „Politische Schritte, falls solche Überhang, unternommen werden", läßt den Schluß zu, daß Sic an cir-f; geradzu verbrecherische Pflichtlosigkelt der politischen Exckutive glauben. r Politik wird bei uns allzu leicht mit Propaganda verwechselt In innerzionistischen Fragen geht es um letzt« £ Ziele. Inder allgemeinen Politik sollen auch wir lernen, immerfc; nur unser nächstes Ziel auszusprechen. Für den „Vcrar/. j wortungspolitiker" ist die große Geste ein schlechter Behelf \ Wie die Unterzeichner Ihres Programms zur Erweiterung der „)cwish Agcncy" stehen, bedarf der näheren Unter-1 suchung. Zwar hat der Kampf um die Jcwlsh Agcncy sie zur; | Zusammenschluß veranlaßt, aber all zu viele Ihrer Bundcvf. genossen haben auch in diestr Frage eine eigene Mcinun; f- Die einen sind wirklich für eine Erweiterung, wenn gewiss' * Garantien geschaffen sind, andere sind radikal dagegen, andere