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Jüdische Rundschau · 1925-07-07 · Heft 53 (7.7.1925) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 53 (7.7.1925)
Date
1925-07-07
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 462 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 53 f nannten Arbeitsschule nicht die Arbeit selbst die Hauptsache ist, sondern die Befreiung des Menschen, der Persönlichkeit des Kindes. Er hat in seinem Kinderdorf tadellose Ordnung und Sauberkeit hereingebracht, vor allem aber. Freude. Die Kinder arbeiten mit Enthusiasmus und größtem Ernst und mit dem Gefühl eigener Verantwortlichkeit. 22 Lehrer, die aber nur Leiter und nicht Lehrer sein wollen^ leben mit den Kindern und leiten ihre Tätigkeit Da die Lehrer zum Teil von der früheren Verwaltung übernommen wurden und in den Ideen der neuen Pädagogik nicht eingeweiht sind, hält Pugaczw auch mit den Lehrern eine Art Seminar, in welchem die tägliche Arbeit besprochen wird. Die Schulgemeinde wihlt alle drei Monate einen Waad, der die Verwaltung fcihrt und z. B. Stücke Boden an bestimmte Schüler- Ifruppen^ wenn sie darum einreichen, in Pacht vergibt; diese Gruppen sind dann für die Bearbeitung verantwortlich. Die Schulgemeinde hat auch ihr eigenes Schülcrgcrlcht, gibt eine Zeitung heraus, veranstaltet Versammlungen, Diskussionen, Feste. In einer der letzten Nummern der Zeitung wurde z. B. von einem Schüler ein scharfer Artikel gegen die Touristen geschrieben, die jeden Augenblick im Automobil angefahren kommen und die Arbeit stören; der Artikel wurde dann in einer Versammlung diskutiert, bei welcher Gelegenheit den Kindern die positive Bedeutung der Touristik erklärt wurde. Manche Gedichte, Aufsätze und Zeichnungen der Zeitung zeugen von erstaunlichem Talent. Ueberhaupt bietet das Kinderdorf ein außerordentliches Material zur Jugendkunde und Jugendpsychologie. Pugaezow selbst gedenkt einen Teil davon zu bearbeiten und zu publizieren. Wer die Kinder bei ihrer Arbeit sieht, bekommt den Eindruck, daß sie wirklich glücklich sind und aufleben. Sie werden nicht nur als ausgebildete Arbeiter in Landwirtschaft und Handwerk, nicht nur mit natürlicher Liebe zum Lande, sondern auch als aufrechte Menschen ins Leben treten. Das Kinderdorf in Giwath Hamorch scheint das Problem der palästinensischen Erziehung, die sonst überall fast durchaus nach fremden, übernommenen Vorbildern vor sich geht, am ehesten einer Lösung näher zu bringen. Es könnte das palästinensische Erziehungswesen geradezu revolutionieren. Wenn es freilich vereinzelt bleibt, wird seine Wirkung nur gering sein. Es sei noch erwähnt, daß die Kosten des Kindcrdorfcs von der südafrikanischen Judcnheit getragen werden, die dein Waisenkomitee in Jerusalem die Verwaltung übertragen hat. Diese Verwaltung hat allerdings etwas Bedenkliches. Das beweist der zweite Fall eines Kindcrdorfcs, in dem gerade ein heftiger Konflikt ausgebrochen ist: die Mädchen-Siedlung in Mcir Schef ej a. Es ist eine Ironie, daß dieser Konflikt schon tobte, während die feierliche Einweihung des Instituts durch Lady Samuel im Beisein des High Commissionars, des Baron Rothschild und Sokolows stattfand, die in der ganzen Presse als ein großes Ereignis ausführlich gefeiert wurde. Gleichzeitig aber erschien in der Zeitschrift „Hachinuch" ein aufsehenerregender Aufsatz von dem früheren Leiter der Anstalt, Moses Calvary, in welchem er. über das vergangene Arbeitsjahr berichtete und dabei seine pädagogischen Prinzipien darlegt und ihnen die Auffassung des Komitees gegenüberstellt. Dem Komitee war vor allem daran gelegen, die Fassade nach außen zu wahren, äußere Disziplin aufrechtzuerhalten und mit möglichst geringen materiellen Mitteln einen sichtbaren Effekt zu erzielen. Die Leiterin, die nach Calvarys Abgang berufen wurde, hatte offenbar den Ehrgeiz, diesen Wünschen des Komitees Rechnung zu tragen. Ihr Verhältnis zu den Kindern, die den früheren Leiter als väterlichen Freund geliebt hatten, war vom ersten Augenblick an ein schlechtes. Die Methoden einer formalen Strenge, eines raffinierten Strafsystems, einer Demütigung der Kinder, denen ihre Abhängigkeit von fremder Wohltätigkeit vorgehalten wurde, vermochten das Verhältnis nicht zu bessern. Schließlich ging die Leiterin so weit, vier Mädchen aus der Anstalt entfernen zu lassen, notabene ohne dem Lehrkörper auch nur Mitteilung zu machen, so daß die Lehrer garnicht wußten, warum die vier Schülerinnen plötzlich bei der Arbeit fehlten. Als die eine der Verbannten nach Schefeja zurückkehrte und die anderen Mädchen für sie Partei ergriffen und sie nicht wegschaffen lassen wollten, wurde die Polizei geholt. Dies alles nicht mehr unter der alleinigen Verantwortung der Leiterin, sondern unter Assistenz der führenden Peinlichkeiten des Waiscnkomitcss selbst, die aus Jerusalem gekommen waren. Nun erhoben auch die Lehrer Einspruch gegen die Anwendung von Poiizeigcwalt. Die Folge war, daß die drei führenden Lehrer für sofort entlassen erklärt wurden. Die Vertreterin des Joint drohte auch mit der Schließung der Anstalt. Die entlassenen Lehrer haben ihre Sache der Lehrerorganisation und der Arbeiterorganisation zur Weiterführung übertragen, die mit dem Waisenkomitee verhandelte. Inzwischen sind die Vertreter der Arbeiterschaft, der Lehrerschaft und des Waad Leumi aus dem Waisen-Korn tee ausgetreten. X>\t Verhand'ungcn führten z« keinem Ergebnis, die Lehrer mußten den Ort verlassen. Die Vertreter des Joint kamen abermals mit Polizeiaufgebot nach Schefeja, um die Vertreibung vorzunehmen. Die Mädchen sind an dem Tage, wo tdie drei Lehrer den Ort verlassen mußten, nicht zum Essen und zur Arbeit erschienen — also eine Art „Proteststreik". Die übrigen Lehrer und Leiter haben ihre Kündigung gegeben. So steht die Sache im Moment, ihre weitere Entwicklung ist nicht vorauszusehen. Möglich, daß es gelingt, .mit Gewalt wieder Ordnung zu schaffen, die Frage Ist nur, wecher Art die Ordming sein wird. - Schefeja ist ein Kinderdorf von 100 Waisenmädchen, an dem Punkte der heute fast verlassenen alten Rolhschild'schcn Kolonie in Schomron. Die Vorbedingungen für seine Entwicklung sind außerordentlich günstig, die Einrichtungen sind geschaffen aus einer richtigen Grundidee und einem guten Plane heraus. Es yst aber einunerträglicher Zustand, daß das Schicksal einer solchen Institution in die Hnnd von wenigen Einzelpersonen gegeben ist, ohne daß die Ocffcntlichkcit an den Vorgängen dort weiteren Anteil nimmt. Waisenkinder sind nicht Privateigentum einzelner Personen, auch nicht von Komitees, sondern die Fürsorge und ihre Uebcrwachung ist Sache der legitimen Instanzen des Volkes. Es ist nicht Aufgabe von Pädagogen, sich durch Niederschlagung von ^Revolutionen" Lorbeeren zu holenj sondern die ihneu anveiirauten Kinder zu lebensfrohen und lebenstüchtigen Menschen zu machen. Diese Erkenntnis müßte sich in weiteren Kreisen Bahn brechen und es dürfte nicht geduldet werden, daß Einzelpersonen, die mit nationalen Geldern arbeiten, gute Anfange dadurch vernichten, d.iß sie ihr Mnchtbcdiirfnis auch bei einer solchen Gelegenheit stillen müssen. Wir hoffen, daß der häßliche Konflikt in Schefeja nur eine Episode bleibt Und das Kinderdorf seine Entwicklung wird so fortsetzen können, wie sie ursprünglich begonnen wurde. Dann könnte auch dieses zweite Kinderdorf beispielgebend werden. Bleibt freilich das heutige Regime, dann wird es eher abschreckend als fördernd wirken und Palästina wird um eine große Chance ärmer geworden sein. Herbert Samuels Abschied Jerusalem (JTA.). Am 30. Juni verließ Herbert Samuel Jerusalem, um sich über Jaffa nach Konstnntinopcl zu begeben. Zahlreiche Beamte und Notabcln aus Jerusalem und dem ganzen Lande waren auf dem Bahnhof versammelt, um dem scheidenden Obcrkommissar sowie Lady Samuel Lebewohl zu sagen. Am Tage seiner Abreise aus Palästina erließ Samuel eine Kundgebung an die palästinensische Bevölkerung, in welcher er für d.is ihm und seiner Gattin erwiesene wohlwollen dankt und ausführt: Es war mein ernstestes Bestreben, die von Sr. Majestät König Georg V. den Palästinensern vor fünf Jahren gegebene Zusicherung absoluter Unparteilichkeit in der Verwaltung und der Respektierung der Rechte jeder Rasse und jeden Glaubens genau zu beobachten. Das Land wächst und gedeiht in der Landwirtschaft wie in der Industrie, auch der Handel blüht. Die Bevölkerung nimmt zu, ein Ucb erschuft der Einnahmen über die Ausgaben in der Höhe von 600 000 Pfund Ist vorhanden; für öffentliche Sicherheit ist gesorgt; die Malaria-Seuche wurde ausgerottet; 200 neue Schulen wurden eröffnet; mehr als früher herrscht Harmonie zwischen den einzelnen religiösen Gemeinschaften. Jetzt, nachdem ich meinen Auftrag erfüllt und mein Amt zurückgebe, bete ich für die Wohlfahrt Palästinas in Zukunft, -für Gemeinschaftsgeist innerhalb der Landesbevölkerung und die Macht seines geistigen Einflusses auf die Welt. * Der Korrespondent der „Tim et" »chrtlbt anlaßlich der Abreise Herbert Samuels seinem Blatte im Rahmen eines Telegramme* vom 30. Juni: „Während der letzten wenigen Tage wurden ungefähr dreißig Veranstaltungen zu Ehren des Oberkommissars in den wichtigsten Städten abgehalten und zwar von allen Klassen und Gemeinschaften der Bevölkerung einschließlich des Obersten Moslemischen Rates. "Nur zwei arabische Zeitungen versuchten vergeblich gegen diese allgemeine Kundgebung der Sympathie zu protestieren. Es ist eine merkwürdige Tatsache, und eine Illustration für die seit Regina des Samuel-Regimes erfolgte Veränderung, daß der Obeikommissar 1920 mit einem ungeheuren Aufgebot von Militär empfangen worden ist, auf einer für Zuschauer völlig gesperrten Straße und mit Panzerautos, während jetzt für Sir Herbert Abschledsfcicr nichts aufgeboten wurde als die alte Kanone der Stadtverwaltung, die während des moslemischen Festmonates Ramadan zur Anzeige von Sonnenaufgang und 'Sonnenuntergang verwendet wird, und keine Ehrenwache konnte in Jaffa beigestellt werden, abgesehen von einer kleinen Abteilung Gendarmerie, die selbst bereits vor der Auflösung steht." Eine Imrainraflox Ordinäre« 1925 Die „Official Gazette" der palästinensischen Regierung vom 15. Juni 1925 veröffentlicht eine neue Immig ratlons- Ordinancc, wodurch die Einwanderungsverordnung vom Jahre 1920 aufgehoben wird. Diese Aufhebung trifft jedoch keine unter der Verordnung von 1920 erteilten Bewilligungen, Zertifikate oder anderen Dokumente. Mit der Erlaubnis des Staatssekretärs hat der High Commissioner das Recht, von Zeit zu Zeit zwecks besserer Kontrolle der Palästina-Einwanderung, Einwanderungsverfügungen zu treffen, diese zu ändern oder zu widerrufen. Alle diese Verfügungen werden dem Advisory Council vorgelegt und in der „Official Gazette" zur Veröffentlichung gelangen. Im großen und ganzen enthalten die neuen Bestimmungen, die am 15. Juli in Kraft tetren, keine Irgendwie nennenswerten Erleichterungen der Einwanderung. Die wichtigste Erleichcrungt stellt die Bestimmung dar, daß von nun ab von Handwerkern nicht mehr der Nachweis von £ 500, sondern von nur £ 250 verlangt werden wird. Die Schwierigkeit der Nlchtcinrcchnung von etwa vorhandenen Maschinen, Werkzeugen und Materialien in diese geforderten £ 500 wird nach langen Verhandlungen mit der Zionistischen Palästina-Exekutive behoben durch ein Zirkular der Palästina-Regierung an sämtliche englischen Konsulate im Ausland, worin es heißt: „Gegenstände von Auswanderern nach Palästina, welche vor ihrem Transport bei der englischen Versicherungsgesellschaft „Lloyd Agcncy" oder einer anderen vom englischen Konsul namhaft gemachten Versicherungsgesellschaft versichert wurden, sind im Ausmaß der vollem versicherten Summe in den für Palästina-Wanderer vorgeschric^ benen Betrag von £ 500 e i n z u r e c h n c n." Von der Jüdischen Nationalblbliothok. Vor seiner Abreise aus Palästina übergab Sir Herbert Samuel der Jüdischen National- und Universitätsbibliothek in Jerusalem gegen hundertfünf zig ausgewählte Bände aus seiner Privatbibliothek zum Geschenk. Das Juristische Insfiii t Ul Offizielle» Communlquce.; Am 22. und 23. Juni wurde in London die zw^ Jahreskonferenz des leitenden Komitees des Instituts f jüdische Wissenschaften bei der Hebräischen Univcnsii in Jerusalem abgehalten. Anwesend waren: aus Eng!.ir! Oberrabbiner Dr. J. H. Hertz, der in der Konfcrr; den Vorsitz führte, ferner Dr. A. Bucchler, J)\ S. Deiche», Dr. M. D. Edcr, und Dr. Ch. Wei?l mann; au* Frankreich: Großrabbiner Dr. I. Levi, u- Libcr, Dr. Manuel und J. Naiditsch; aus Dcutscland: Prof. Dr. Freimann, Prof. Dr. J. HorcwitA Prof. Dr. Sobernheim und Prof. Dr. Weil; cndl'4 Dr. J. L. Magnes:, der das amerikanische und das pa'äv > nensische Komitee repräsentierte. Als Sekretär fungierte Her• Leo Kohn. Nach der Begrüßungsansprache des Vorsitzenden unter? breitete Dr. Magnes den Bericht über die Arbeit des vc:; gangenen Jahres. Von den auf Grund der Beschlüsse de! letzten Jahreskonferenz eingeladenen Professoren waren nu! folgende in der L3gc, dem Ruf Folge zu leisten: Prof. Klei n.' der einen Kursus über Palästinensische Topographie abhioi:[ eine Forschungsklassc über biblische Topographie leitete!; und einen griechischen Kursus für Anfänger abhielt, der jetr' von Dr. Schwabe fortgesetzt wird; Prof. Mich.nci Gutt$ mann, der Vorlesungen über die „ethische und rechtlich^. Gemeinschaft zwischen den Juden und den Nachbarnationc r zur Zeit der Tanaim" hielt und eine Forschungsklassc übe-;' Halacha leitete. Dem Institut schlössen sich einige in Jcrusa-; lern wohnende Gelehrte an, die sich in den Forschungsklassc^ betätigen. Rabbi Assaf, Aharoni, Rabbi Keso wsky un; Zu r i wurden dem judaistischen Zweig, Dr. M a i e r, Y e 11 i r; und Dr. Baneth dem orientalischen Zweig des Institute attachiert, von denen 60, unter ihnen 5 Frauen im Besitz' akademischer Diplome waren. Die meisten waren Lehre? Die übrigen Hörer waren Zöglinge europäischer Univcrs:' täten, ferner Unqualifizierte, die als außerordentliche Höre; zugelassen wurden. .. Im gegenwärtigen Semester setzt Prof. Klein seine: Kursus über biblische Topographie fort, Prof. J. N. Ep; . stein hält einen Einführungskursus über Mischna-Textr -' Aharoni liest über „Das Leben der Tiere in der Bibel''. v Dr. Maler über „Mohammedanische Architektur in Je j rusalcm", Rabbi Assaf liest über „Die Organisation de 1 babylonischen Jeschiwoth". Das Institut ist in einem gc. mieteten Gebäude in der Nahe der Universität am Scopt:«, berge untergebracht und wird spater in das jetzt im Bau b? \ findlichc Gebäude der Universitätsbibliothek verlegt werde: wo ihm entsprechende Räume zur Verfügung stehen. \- 1 Dr. Magnes teilte mit, daß sich in Amerika ein Komitee zwecks Unterstützung dos Instituts gebildet habe; dem- ■ selben gehören an: Felix M. War bürg, Dr. Adler, >r Roscnbloom, Richter Mack, Louis Mars ha 11 und Mr. Unterberg. Es wird von einem beratenden Komitee ( unterstützt, das sich aus den Professoren Ginsberg, Da - i. vidson, Marx, Zcytlin, Dr. Adler und Dr. Wolf-vi s o n zusammensetzt. Zum Schluß berichtete Dr. Magnes über! * die finanzielle Lage des Instituts und teilte mit, daß er; wahrend seiner jüngsten Anwesenheit in Amerika Zusage:*- betreffend weitreichende finanzielle Unterstützung erhalte: habe. Es folgte eine eingehende Diskussion über das Systcr des Instituts, sowie über dessen Beziehung zur hebräische: . Universität als Gesamtheit. Es wurde entschieden, daß d.v\ Institut ein Teil der Universität, aber autonom m::. Bezug auf die Ernennung der Professoren, die Budgctierun^ und das Arbeitsprogramm Ist. [ Zum Präsidenten des leitenden Komitees wurde Dr. J.!!j Hertz, gewählt. Das leitende Komitee setzt sich r«u| je fünf Vertretern jedes der gebildeten oder noch zu bildende?' Landcskomitccs zusammen. Palästina,Amerika,Eng-'" land, Frankreich, und Deutschland erhalten \r\ fünf Vertreter, Oesterreich, die Tschechoslowakei und Ungarn zusammen fünf, Polen und Rumänic; zusammen fünf Vertreter. Das leitende Komitee muß jede; Jahr eine Sitzung abhalten, um die allgemeinen Richtlinie:'; des Instituts zu bestimmen, das Budget zu fixieren, Professors■;' zu ernennen, einen Vorsitzenden, einen Sekretär und einer; Schatzmeister zu wählen. Die Administration wird von de»! Exekutivbeamten geleitet, der die beschlossenen Richtlinie:: durchzuführen hat. { Die Tagung wählte ein Subkomitcc zwecks Aufstellung einer Liste der zu berufenden Professoren und Rektoren! Das Subkomitcc, bestehend aus Obcrrabb. Dr. Hertz, Drj Buechler, Prof. FTeimann, Oberrabbiner Dr. Lcvs und Dr. Magnea, hielt sofort eine Sitzung ab und unter! breitete dem Plenum eine Kandidatenliste, über die eingehet^'- beraten worden ist. Es wurde beschlossen, an eine Ansah:; hervorragender jüdischer Gelehrter in Europa und Amerika! Rufe ergehen zu lassen, daß sie Lehrstühle an dem Institut; übernehmen. Man beriet über die Herausgabe einer ncrlodi i sehen Publikation des Instituts und über die Stiftung vor,- Stipendien für an den Forschungsarbeiten teilnehmende SUi-l denten. Zum Schluß wurde den Herren Dr. Magnes und' Dr. Schlöasinger für ihre Arbeit im Interesse des Ins!:-; tuts einstimmig der Dank ausgesprochen. [ Zlonls'.en und Agcdsh ■ Wien. (J.T.A.) Am 1. Juli begannen in Wien die Kam-[ missionsvcrhandlungcn zwischen den Vertretern der zionisti-f1 sehen und der agudistischen Weltorganisation. Man ging sofort \ in die Beratungen über den palästinensischen Gemeindegcsetzf entwurf ein. An den Verhandlungen nehmen teil von aguj distischer Seite: Rabbiner Dr. Pinchas Kohn, Jakob Ro-' Senheim und Rabbiner Moses Blau; von zionistischer! Seite: Oberrabbiner Dr. Chajes, Jakob Friedmann und; Jossf Mejuchat. [ *! In der. in Wien abgehaltenen Tagung des Zentralrates | der Agudas Isroel wurde die seinerzeit mit der zionistischen \ Exekutive getroffene Abmachung betreffend Vermeidung einer Konkurrenz bei Bodenkäufen in Pala-» stina ratifiziert. j Am Sonntag, den 28. Juni, wurde in Warschau die erste; Landeskonferenz des „Hechaluzharaisrachi" in Polen{ eröffnet. Es erschienen 130 Delegierte, die 90 StSdtc verf traten. Rabbiner Nissenbaum eröffnete die Konferenz,* worauf Nahum Sokolow, mit Beifall begrüßt, den Del«- ( gierten Worte der Ermunterung zurief. \

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