Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 52 (3.7.1925)
- Date
- 1925-07-03
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 454 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 52 Probleme städtischer Kolonisation Von Ocrda Arlosoroff-Goldberg, Jerusalem. Wir sind heute Zeugen davon, wie schwer es ist, Schäden, die sich einmal erst eingewurzelt haben, zu beheben. Die alten Kolonien mit der arabischen Arbeit, die dort herrscht, und Tel-Awiw mit seiner recht anfechtbaren sozial-wirtschaftlichen Struktur und seinen ungesunden Bodenverhältnissen sind betrübende Beispiele dafür. Wo wir in unserer Kolonisationsarbeit im Lande zum großen Teil Aufgaben zu lösen haben, in denen wir keine Erfahrung besitzen, bleibt uns vielfach nichts übrig, als auf experimentellem Wege festzustellen, was im Interesse einer gesunden Entwicklung gut und dienlich ist. Man soll deshalb auch die Fehler, die notwendigerweise gemacht werden müssen, nicht übermäßig bedauern, aber man soll aus ihnen alles zu lernen suchen, was sie uns lehren können. Es braucht heute nicht mehr betont zu werden, daß Tel-Awiw sehr viel Positives aufweist und daß die schnelle Entwicklung jeden in Erstaunen setzt, der Gelegenheit hat, sie zu verfolgen. Aber Tel-Awiw ist hingegen in mancher Beziehung ein Schulbeispiel, wie man es nicht machen soll. Es ist wichtig, daß wir die Schäden, die wir heute ' in der Struktur von Tel-Awiw erkannt haben, nicht nur direkt bekämpfen, sondern daß wir aus dem, was falsch ist, die Konsequenzen ziehen, um projektierte oder keimende Sta<)1gcbildc vor den gleichen Gefahren zu bewahren. Eine Schöpfung aus dem Nichts heraus, ohne jede Grundlage, auf der man weiterbaucn kann, hat neben ihren Schwierigkeiten immer den nicht geringen Vorteil, daß bisher noch nichts an dem Werk verdorben worden ist. Wenn man heute vom Moschaw der Transsylvanicr über Balfouria und den Wald von Mcrchawja ins Nurisgcbict fährt, sieht man neben den Stationsgebäuden des Eisenbahnpunktes Afule und den Trümmern des jetzt verlassenen arabischen Dorfes eine Reihe von Zelten stehen. Es sind das die ersten Arbcitcrgruppcn des „Solei Bonch", die die Straßen der neuen Emckstadt bei Afule bauen. Nach der Beendigung der Hauptverkehrswege wird mit dem Bau der Stadt selbst, mit der Errichtung von Häusern und Industrieanlagen begonnen werden. Bisher hat die Öffentlichkeit ebenso wie unsere nationalen Institute der bereits seit längerer Zeit projektierten und nun werdenden Stadt nicht viel Aufmerksamkeit gewidmet. Die beiden Gesellschaften, die den Boden gekauft hatten, , „Zion Commonwcalth" und „M cschck", leiteten den Verkauf der Parzellen, und die Sache war viel euer real geworden, als man erwartet hatte. Auch von Seiten der unmittelbar angrenzenden Siedlungen des Emek, für die diese Stadtgründutig von unmittelbarstem Interesse war, ließ man die Dinge an sich herankommen und machte auch nicht den Versuch, in irgendeiner Weise durch Stellungnahme in der Oeffentlichkeit seinen Interessen Ausdruck zu geben. Man ma£ hier einschalten, daß freilich ein unmittelbarer Anlaß zu einer Stellungnahme oder gar zu einem Eingreifen bisher nicht vorlag. Denn diese ganze Stadtgründung war bis zur' Aufnahme der Straßenarbeiten vor wenigen Wochen nichts als ein Projekt. Dennoch ist es erstaunlich, daß man ' sich aus den Sicdlerkrciscn im Emek nicht sofort und lebhaft eben zu diesem Projekt geäußert hat. Denn wohl nichts berührt die Lcbcn.diitercsscn der landwirtschaftlichen Kolonien , im Emek stärker als die Gründung einer Stadt in ihrem Zentrum, die mit der nötigen Weite des Horizontes durchgeführt, ihre Lage um bedeutendes verbessern, in ungesunder Richtung entwickelt eine unmittelbare. Gefahr bedeuten kann. Welche großen Möglichkeiten diese Emckstadt in sich schließt, beweist allein ein Blick auf die Karte. Es ist sofort ersichtlich, daß Afule recht eigentlich im Vcrkchrsmittclpunkt der gesamten Ebene Jcsrcel und auf dem Wege Haifa—Damaskus und Jerusalem—Galiläa—Damaskus liegt. Nach aller Voraussicht wird also diese Stadt zu einem Knotenpunkte werden, der sowohl Warenals Personenverkehr aus dem Emek an sich ziehen wird. Außerdem ist sie der natürliche Sammelpunkt für den Teil der Produkte aus den Siedlungen, die keinen langen Transport aushalten, also vor allem Früchte, so .daß sie der gegebene Platz für die Entwicklung einer Konservenfabrik etwa ist. Schon der Transport nach Haifa ist für den größten Teil der leicht verderblichen Früchte in •der großen Hitze gefährlich. Die Möglichkeit einer Verarbeitung def Produkte ohne vorherigen langen Bahntransport ist eine wichtige Garantie für das Gedeihen der Emcksicdlungch. Zu diesem Industriezweige, der auf den ersten Blick am stärksten ins Auge fällt, kommen eine Reihe von anderen Möglichkeiten, die sich ebenfalls aus der Lage der Stadt als Mittelpunkt eines Kreises landwirtschaftlicher Siedlungen ergeben. Dahin gehören bei einer weiteren Entwicklung •des Emek Tabak- und Zuckcrrohrverarbcittmg, Textilindustrie, Maschinenbau und Maschinenreparatur, Düngerfabrikcn, Mühlen, Tonindustric, Herstellung von Baumaterialien usw. usw. Zu diesen wirtschaftlichen Möglichkeiten, die heute selbstverständlich nur ungefähr angegeben werden können und die von der Entwicklung selbst bestimmt und variiert werden, kommt die Konzcntricrung aller öffentlichen wie sani- . tären und Erziehungsanstalten usw., deren natürlicher Sammelpunkt die Stadt des Emek ist. Schließlich bedeutet das Wachstum einer Stadt inmitten der Siedlungen einen Markt für alle landwirtschaftlichen Produkte, ein Moment, das wir aus unserer Kolonisationsgeschichte als besonders wichtig schätzen gelernt haben. Bisher haben wir vielfach beobachten können, daß das Wachstum des städtischen Jischuw ein Wachstum der umliegenden arabischen Dörfer zur Folge hatte, weil die ' Bedürfnisse an Vcgctabilicn zu einem großen Teile von eben diesen Dörfern bestritten werden. Bei Afule entsteht dieses Mal eine Stadt in einem Kranze jüdischer Siedlungen, die gerade auf dem Wege sind, über den eigenen Bedarf hinaus f,ür den Markt zu produzieren und für die Frage der Absatz- « möglichkeifen eine brennende Existenzfrage ist. Hier könnten .»«ich /also Angebot und Nachfrage in günstiger Weise ergänzen und die Entwicklung der Stadt und die Entwicklung der Siedlungen sich gegenseitig fördern. I' An dem, .was wir "heute an jüdischem Städtebau* besitzen, können wir neben diesen Möglichkeiten auch ungefähr voraussehen, welche Gefahren die neue Stadt bedrohen und •. welche Fehler bei ihrer Entwicklung zu vermeiden sein werden. Der Schöpfer des Stadtplanes von Afule, Richard Kaufmann, demonstriert alle diese drohenden Gefahren ganz richtig nicht nur an den Mißbüdungen europäischer und amerikanischer Städte mit ihren jedem Bewohner des Occidents zur Genüge bekannten Prolctarierviertcln und Slums, gegen die man in allen aufgeklärten Stadtverwaltungen jetzt einen schweren Kampf aufgenommen hat, sondern direkt an der Entwicklung Tcl-Awiws. Die Fehler, die hier gemacht worden sind, sind ein ausgezeichnetes Material und ein wichtige« Warnungszeichen für jede weitere Städtepolitik. Die Grundlagen für eine gesunde Stadt Bind demnach eh» weitschauender Bebauungsplan, mit einer vernünftigen, den topographischen Verhältnissen angepaßte« Verteilung der Industrie-, Wohn- und Geschäftsviertel und — wohl das wichtigste — eine gesunde Bodenpolitik. Als Tel-Awiw gegründet wurde, als man die HerzI- Straßc baute und mit dem Gymnasium abschloß, hat wohl niemand mit dem raschen Aufstieg der Stadt gerechnet, dessen wir jetzt Zeuge sind. Man hat überhaupt ohne jeden Plan Straße an Straße gefügt, so daß der größte Einfluß auf die Bildung der Stadt dem Zufall oder dem Gewinnstreben überlassen blieb. Die Folge war, daß innerhalb der Straßenzüge überall Parzellen leer blieben, die nicht nur das Stadtbild verschlechtern, sondern auch das Weichbild unnatürlich vergrößert und die Preise für Boden sprunghaft in die Höhe geschnellt haben. Außerdem hat Per XIV. Eönöreij Wie bei den letzten Konjjrcfjcn wird auch dieses Mal wieder ein vollständiger Verhandlungsberlcht in der offiziellen Kongrcrj-Zcüung erscheinen. - Wir legen den größten Wert darauf, dar) möglichst alle Leser der „Jüdischen Rundschau" die Kongreß- Zeitung bestellen und dadurch, auch wenn sie nicht personlich am Kongreß teilnehmen können, eingehend über den Verlauf der wichtigen Tagung informiert werden. Wir werden in den nächsten Tagen eine direkte Abonnementsaufforderung an alle Leser unseres Blattes richten und d5e Einziehung der Dczugsgcbühren In Höhe von M 3.- für die vorgesehenen 15 Kongrcrj- Nummcrn durch Nachnahme ankündigen. Wir rechnen mit Bestimmtheit darauf, dar) unserer Abonncmentscinladung Folge geleistet werden wird und bitten unsere Leser, darüber hinaus uns In den ihnen nahestehenden Kreisen bei der Propagierung der Kongrefj-Zciiung zu unterstützen und uns Abonnements aufzugeben. Verlag „Jüdische Rundschau' Berlin W 15, Mcinckestrafje 10. ES" 2S3rac:3a man,, eben weil kein Grundplan vorlag und weil nun sich wohl ■ auch der Richtung, in der die Entwicklung ging, nicht voll bewußt war, es -versäumt, der Industrie den entsprechenden Platz anzuweisen, so daß sie heute die bcr.tr Wohngegend, nämlich am Meere, einnimmt: Das kommt ihr nicht einmal zugute, da die Maschinen vom Seewind leiden und die Verbindungen zum Transport der Produkte ungleich schlechter sind als im Osten der Stadt. Zudem ist in Tel-Awiw kaum dafür'geborgt worden, daß die Stadt mit genügend Bäumen und grünen VUUrcn versorgt wird; alles, was man heute in dieser Beziehung zu tun beginnt, mutet sehr kümmerlich an, besonders da man nicht von vornherein den nötigen Platz dafür gelassen hat. ücber die Bodenpolitik Tcl-Awiws braucht hier nichts besonderem mehr gesagt zu werden. Sic steht heute im Zentrum der Diskussion im Lande und im Galuth und es gibt wohl niemand, der die jetzigen Zustände mit gutem Gewissen verteidigen kann. Wir werden bei genügender Energie und klarer Erkenntnis der Sachlage so manchen Schaden beheben können und es ist vielleicht nicht unbedeutsam, daß die letzten Wahlen zur Stadtverwaltung eine starke Fraktion derer ergeben haben, die an niedrigen Wohnungspreisen und damit au einer scharfen Bekämpfung jeglicher Häuser- und Bodenspekulation interessiert sind. In der Emckstadt soll im Gegensatz zu Tel-Awiw, das freilich unter ganz anderen Umständen entstanden ist, nach einem Gcncralbcbauungsplan gearbeitet werden. In diesem Plan von Kaufmann ist all das berücksichtigt, was wir hier erwähnt haben. Es ist dafür Sorge getragen, daß die Stadt sich vom Zentrum au ohne Unterbrechung den Bedürfnissen.entsprechend ausdehnen kann, daß die verschiedenen Viertel die ihnen zukommenden Plätze erhalten, daß große Alleen und Parkanlagen für Schatten und Luft sorgen, usw. Ein solcher Plan jedoch, mag er auch noch so sehr allen Anforderungen entsprechen, ist allein keine Garantie. Solange wir kein Mittel haben, dafür zu sorgen, daß er wirklich eingehalten wird, bedeutet er nichts als eine Möglichkeit, die ausgenützt, aber auch liegen gelassen werden kann. Es müßten hier Sicherheiten geschaffen werden, indem die Leitung der Stadt bzw. die bestehenden Gesellschaften vorerst durch die Schaffung eines besonderen fachmännischen Organs, das mit weitgehenden Rechten ausgestattet ist, die Anlage der Stadtviertel und, wenn möglich, auch den Bau der Häuser zu überwachen. Es ist z.. B. recht bezeichnend, daß die einzige Maschincnrcparaturwcrkstättc, die bereits jetzt in Afule gebaut wird, ganz wo anders steht ab sie nach dem Stadtplan sein sollte, nämlich mitten in einem der Wohnviertel. Wen n. ein jeder nach seinwn Sinne bauen, sich also nur danach richten wird, was nach seiner Meimung für ihn vorteilhaft sein kann, ohne danach zu fragen, was das Gesamtintcrcsse der Stadt und — auch das ist wichtig — die hygienische und ästhetische Entwicklung des Stadtbildes verlangt, so wird über kurz oder lang nicht nur ein uneinheitliches und unschönes Gebilde entstehen, sondern es müssen sich notwendigerweise auch wirtschaftliche und soziale Schäden herausbilden. Wir wissen, was z. B. in .Tel-Awiw für unorganische und geschmacklose Straßenzüge und Häuscrkomplcxc entstanden sind, weil man-jeden noch seiner Pacon hat selig werden lassen. Es wäre sehr zu bedauern, wenn es uns in Afule wieder so gehen sollte. . Wie im einzelnen die Maßnahmen sein müssen, die uns eine gesunde Baupolitik in der Sta4t verbürgen, darüber zu urteilen ist Aufgabe der Fachleute. Wichtig ist, daß die Oeffcntlichkeit im Ataland und in Palästina das Problem als solches empfindet und eine öffentliche Meinung geschaffen wird, die im Interesse einer normalen Entwicklung wirkt Wenn wir nach ein paar Jahren erst einmal die alten Fehler von neuem gemacht haben werden, wird es ur.. gleich mehr Mühe kosten, sie wieder wettzumachen als heute, oder überhaupt nicht mehr gutzumachen scn. Die Frage der Bodenpreise und der Bodenpolitik L« der neuen' Stadt hatte von vornherein eine leichte Lösung finden können, wenn es möglich gewesen wäre, bestimmte Stadtteile in den Besitz der Allgemeinheit, d. h. des Nationalfonds, zu bringen. Vor allem gilt dieses für das Viertel, das anschließend an die Industriegegend für die Arbeiterwohnungen reserviert ist. Eine Verteuerung der Bodenpreise und damit der Mieten, würde gerade in dieser Gegend von dem verderblichsten Einfluß auf die sozialen Verhältnisse der Stadt sein. Auf irgend eine Weise hätte sich eine der nationalen Instanzen eine größere Bodenreserve hier sichern müssen. Wenn der Nationalfonds nicht genügend Mittel hatte oder anderweitig zu stark engagiert war, so hätte die Arbcitcrbank — die sich auch eine Zeitlang mit dieser Absicht trug oder noch trägt — in ausreichendem Maße einspringen müssen. Wir stoßen hier auf ein schweres Problem unserer Bodenpolitik überhaupt, das uns wahrscheinlich noch auf längere Zeit in einem Dilemma festhalten wird. Der Nationalftwh hat bekanntlich beschlossen, sich in der midisten Zeit auf die Erwerbung ländlichen Bodens zu beschranken, weil er die Mittel, die ihm zur Verfügung stellen, dazu benutzen will, vor allem Boden für Ansiedlung bereitzustellen. Es ist das fraglos eine gesunde Anschauung, die auf der richtigen Erkenntnis beruht, daß das Schwergewicht unserer Arbeit auf absehbare Zeit hinaus in der landwirtschaftlichen Kolonisation liegen soll. Trotz alledem gäbe es kein sichereres Mittel zur Unterbindung jeglicher Bodenspekulation als die Erwcrbungnationalcr Gelände in Land und Stadt. Es würde damit nicht nur eine Reserve billigen Areals ge- - schaffen werden, sondern auch eine Regelung der übrigen Preise damit eintreten. Achnlichc Wirkungen im kleinen V erhofft man jetzt noch — gewissermaßen post festum —; durch die Anlage der Sohchunat Owdim bei Tel-Awiw. Dnn Nationalfonds geht es ähnlich wie bei dem zionistischen Budget überhaupt, daß ihm nicht die Wahl gelassen wird, ob er seine Arbeit beschränken will — das diktiert ihm die Beschränkung seiner. Einnahmen — sondern wie er sie be-. schränken will. Es ist, wie neulich ganz richtig gesagt wurde, als ob man einem Menschen die Wahl läßt, oh er lieber die Hand oder den Fuß einbüßen will. Daß er auf eines von seinen Gliedern Verzicht leisten muß steht von vornherein fest. Es sei jedoch die Frage offen gelassen, ob es wirklich von Seiten des N.-F. richtig war, sich jeden Einflusses in dem Gebiete der neuen Stadt zu berauben. Die Frage ist um so wichtiger, als wir vielleicht in Balde sowohl zwischen Akko und Haifa wie in der Gegend; von Bcth-Schan vor neuen Projekten städtischer Kolonisation stehen werden, die unter Umständen von größerer Bedeutung sein können als das eben in Angriff genommene Afule. Es wäre durchaus falsch,, das Iaisscz faire in vollem Um- . fange auf die städtischen Siedlungen anzuwenden. Das alles ist jedoch ■ nicht etwa eine Frage bloßer politischer oder vrr- Waltungstcchnischcr Maßnahmen. Es ist vor allem anderen eine Mi tt elf rage. Denn bekanntlich wirtschaftet der Reiche immer ökonomischer und darum billiger als der Arme. MllderoRy der amerikanisch™ Klnwaiderunosvorsdirillen Washington. (J. T. A.) Der Arbeitsmi niste: der Vereinigten Staaten Air. Davis wird dem Kongrr:; bei seinem nächsten Zusammentreten einen Entwurf vorlegen, der eine bedeutende Milderung der bisher gehenden Einwanderungsvorschriften vorsieht. Der Entwurf streb; eine Rcvi iou des flimvandcrungsgcsctzcs in der Wci^c m-, daß für notwendige Arbeiten Immigranten außerhalb der Quote in das Land zugelassen werden. Spezielle Agenten der amerikanischen Regierung würden sich nach Europa begeben, um die Arbeiterauswahl vorzunehmen. — Eine Revision der Gesetzesbestimmung über die Einwanderung vor. Familienangehörigen ist. ebenfalls vorgesehen, und zwar in der Weise, daß nahe Verwandte nicht getrennt bln'bcn sollen EiBH'andcrnBgserlaubnis Iflr Brasilien Paris. (J.T.A.) Auf Grund von Verhandlungen zwischen dem Delegierten der Jcwish Coloimation Association (Jca) für Brasilien, Rabbiners Raffalowitz, mit der Regierung Rio de Janeiro hat der Einwanderungskommissar den brasilianischen Konsuln in Europa Instruktionen erteilt, daß die Pässe der von der Jca empfohlenen Emigranten vidiert werden sollen. Wie erinnerlich, hat die jia im vergangenen Jahre ein gleiches Privilegium von der argentinischen Regierung gewährt bekommen. Tatsächlich haben die von der Jca empfohlenen Immigranten, meist russischer Herkunft, Visa für Argentinien erhalten. Angesichts der Einwanderungsbeschränkungen, die in allen Ucbcrscclaudcrn bestehen, sind die der Jca gewährten Privilegien von großer Bedeutung, sie werden insbesondere vielen seit anderthalb Jahren in europäischen Häfen schmachtenden Emigranten zugute kommen. Weltkonlereaz der Hitacbdul Berlin. (J. T. A.) Am 8. August wird in Wien cie vierte Wcltkonfcrcnz der zionistischen Arbeitspartei „Hitachdut" eröffnet. Die Tagesordnung ist folgende: 1. Die Lage in Palästina und in der Arbeitsbewegung (Referent J.Sprinzak, Jerusalem); 2. Bericht des Hauptbüros (Referent U. Fried Und, Tel-Awiw); 3. der konstruktive Sozialismus in unserer Bewegung (Ref. Arlosoroff, Tel-Awiw); 4. unsere Arbeit im Galuth: a) der Hcchaluz und die Alija, b) die Aktion für die palästinensischen Institutionen, c) die Jugendbewegung, d) die kulturelle und erzieherische Arbeit. c) die politische und wirtschaftliche Arbeit; 5.. Organisationsgaben (U. Friedland); 6. der 14. Kongreß: a) Bericht der Vertreter in der Exekutive, Kcrcn Kajemeih und im Finanz- und Wirtschaftsrat (die Vertreter sind: Sprinzak, Wilkanskv und Arlosoroff), b) die Zukunft der Zionistischen Organisation (Ref. Dr. J. HcIImann und A. Katzcnclsoh n), c) die zionistische Politik (J. Wilkansky), d) Bestätigung der Resolutionen des Waad Hapocl in Tel-Awiw, c) die Stellung der Partei innerhalb der Zionistischen Organisation und ihrer Institutionen (Ref. E. Kaplan). Wie d<*r J. T. A.«Vertreter erfährt, wird der seit langem geplante Weltkongreß der sephardischen Tuen noch in diesem Jahre in Wien, und zwar in der Zei des 14. Zionistenkongrcsscs. abgehalten werden.