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Jüdische Rundschau · 1925-07-03 · Heft 52 (3.7.1925) · page 3

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JUEBISCHE RUNDSCHAU Sate 453 §£*pf£(tän$wti> &r?($.m v^aWttt^MVlpiaüc^U^kU^j^ ElniSnJ« Im Kongrtfl- J«hre 1923 nUhcrl<° Fl-« * Eln£äofi* , Erajfcn*. ImKontfrcQ- ^^"fl^ jthr. f,25 J»br. 1921 Di»b*riS» EinCSnge im Kongreß Jahr« 1925 Aachen — 10 Falkuntein 10 __ ATlcnstcin 50 Fostcnbcrg Alsbach 10 — Frankfurt/M. 512 310 Alsfeld . 12 — Frankfurt/O. 70 Alzey 12 — Freiburg 47 _ Annaberg 15 — Fried berg 30 Arnstadt 41 7 Fürstcnwaldc 11 _ Arnswalde Aschaffenburg 1 13 —■ Galling«» Geestemünde 30 14 - Ascherslcben 17 12 Gclscnkirchcn 25 30 Augsburg 30 — Georgsthal 26 1 Baden-Baden 10 — Gießen 50 Ramberg w> 10 Gladbeck 30 Bärenklau 1 — Glriwjtz*) 00 104 Bcnshcim 2 1 Glogau Golliiow 10 Bergzabern ö — 8 _ Berlin Beuthen*) *1V2 40 1765 143 Göppingen Görlitz 5 20 18 Bielefeld 20 .— Goslar 7 Bochum 150 — Gotha 33 10 Boizenburg 2 — Göttingen 20 Bonn 42 — Greifenberg 16 — Bottrop 10 —• Grevenbroich 3 _ Brandenburg 31 — Gr. Strchlitz 25 26 ßraunschweig 31 — Guben 17 10 Bremen 00 — Guttcntag 4 Breslau 54$ 530 Guttstadt 16 Bruchsal Buchau 10! — 1 larhrnberg H.umii Hähnlein Malberstadt 20 II') ~ Bunzlau Bütow . 6 3 0 10 1 171 175 Butzbach T — Halbe 7 Cassel 71 20 Halle 37 _ Celle 0 — Hamborn 160 50 Chemnitz 505 — Hamburg 1260 200 Coblenz 12 15 Hameln 6 _ Corbach — 1 Hamm 15 _ Cöthcn 77 — Hanau 15 3 Cotibus 15 — Hannover 495 — Crcfcld — 12 Havnau 2 — Dnnnstadt 27 — Heidelberg 120 — Dessau 64 52 Heilbronn 0 11 Dtsch-Eylau 14 — Hemmeudorf 2 — Dorndorf 3 — I lildeshcim 10 ■— Dortmund 230 25 Hirschberg 17 — Dresden 251 103 I lochst — 10 Duisburg 267 23 Homberg 6 — Düren 10 20" Ichcnhauscn 10 — Düsseldorf 107 56 Idar " 3 — Efringcn 5 — Insterburg ' 45 68 Eisenach 41 — Jena 10 — Elberfeld 2S5 — Jeßnitz 3 10 Elbing 10 — Johannesburg 0 <— Emden 45 6 Jülich 36 23 Emmerich 5 — Karlsruhe 200 — Erfurt 40 120 Kiel 87 — Erlangen 40 ~ Kissingen — 6 Eschwege •1 14 Kolben' 12 12 Eschwcilcr 7 —- Köln/Rhein 205 — Essen 132 — Königsberg 355 258 \Tifr--r*n>A$ -"j/*r^ «4 *1> vn-^ -* pv li^Q^wmm lU&i» i&üy Einfiini« im KooeraO» (thra 1923 Konstanz Krictern Kronach Kudowa Landsberg/ O.-Schl. Landsbcrg/W. Leipzig Liebstadt Liegnitz Limburg Lingcn ' Lippstadt Lübeck Liineburg I vek Magdeburg Mainz Mannheim Markenhof Massow Meiningen Mellrichstadt Merzhausen Merzig Mcssingwcrk Milifsch Millwndn Mülhausen Mühlhcim/Ruhr München München-GIadb. 4 Münster Namslau Neudamm Neuenahr Neuß Nicdcrwcisel Nienburg Noimenwcicr Nordhausen Nürnberg Oberhausen Oheringclhcim GM en bürg Oppeln Ortclsburg Osnabrück Ostcrodc/Ostpr. Paderborn Pasewalk Pehkrctscham Pfalz Pforzheim Püschen Plauen Rathenow Ratibor Recklinghausen 20 70 2384 38' 14 5 6 47 3 3 150 170 218 7 9 8 18 4 16 1 25 928 2 1 2 2 10 9 3 33 652 70 2 20 21 15 42 2 4 BithrrijZ« im Kon£r«fljibr» 1925 Einjini. Buh«,-. im Koofrtß-. f.hr. $m ZiTEST 1 21 7 50 245 3 38 20 100 13 67 10 Rees Regensburg Reutlingen Rexingen Rheda Rostock Rottweil Saarbrücken Salzwcdcl Sechnur.cn Selters Siegburg Simmern Sobernheim Sontheim Spandau Schifferstadt Schivelbcin Schlüchtern SchmaUcningkcn Schmieheim Schncidcmühl Schönlanke Schw. HaTI Schwedt Schweidnitz Schwerin j. M. Schwerin a. W. Stadeken Stargardt Staßfurt Stettin Stolp Strclitz Stuttgart Thal fang Trebbin Trachcnberg Tilsit Trier Tübingen Vacha Varel Waldenburg Wanne Wesermünde Wcifienfcls Wesel Westerkappeln Wetzlar Wiesbaden Wischwih Wismar Worms Würzburg Zirndorf Zülpich Zwickau 10 12 5 2 8 21 1 116 6 4 -> 10 11 5 24 9 1 14 4 1 S 40 4 11 7 10 7 1 3 96 37 27 80 4 2 5 116 57 4 2 9 32 57 1 7 1 270 2 2 52 72 1 10 198 3 10 51 30 5 70 •) Im Jahre 1923 wurden die Schckcl aus Oberschlesien ausser den wenigen, hier ausgewiesenen, direkt nach London abgeführt. Der nächste Schekclauswcis erscheint Freitag, den 10. Juli. ffr. 5» Die jüdisch-poimsäse VerstiEdipng Die letzten Nachrichten aus Warschau berechtigen zur ^nahmc, daß die eingeleitete Vcrsländigungsaktion zu einem befriedigenden Abschluß gelangen wird. Trotz der v;«Jfachcn Opposition innerhalb des jüdischen Sejmklubs, die «ich jedoch nicht gegen die Verständigung sondern nur gegen die Form der von dem jüdischen Vertretern abzugebenden Deklaration richtet, war es von vornherein klar, daß die Juden den Weg der Verständigung geben werden. Die von der Opposition in-erhalb des jüdischen Lagers gemachten Vorbeh-.lte, ^>c von Rücksichten gegenüber den anderen nationalen Minderheiten diktiert sind, erscheinen jedoch gerechtfertigt. Ebenso begreifliob ist das Mißtrauen der Juden hinsichtlich der Versprechungen der Regierung und des tatsächlichen Wertes der Abmachung. Immerhin ist diese vielleicht ein Anfang, und die Juden kvnncn sich nicht dem Vorwurf aussetzen, daß sie die Möglichkeit einer von ihnen prinzipiell gewünschten Verständigung ausschlagen. Sollte es sich in der Zukunft herausstellen, daß das Ganze nur viel Geschrei um wenig Wolle war, so werden die Juden wenigstens das Bewußtsein haben, daß sie nichts unversucht gelassen haben, um ihrerseits zu einer Milderung des polnischen Kampfes gegen die Juden beizutragen. Mit aller Entschiedenheit müssen aber die Juden in Polen der Auffassung entgegentreten, als ob die Kursänderung in den polnisch-jüdischen Beziehungen von beiden Parteien vorzunehmen sei. Der Fall liegt vielmehr so, daß polnische Regierung und polnische Gesellschaft die Verfolger und die Juden die Opfer sind. Es gilt jetzt, von der Verfolgung des Opfers abzulassen; daß dieses durch ein Schuldbekenntnis d.is ihm bisher angetane Unrecht ratifiziert, ist aus zwei Gründen unmöglich: weil es den Tatsachen widerspricht jnd leicht zum Ausgangspunkt kommender, neuer »Verfoljungen gemacht werden könnte. * Warschau. (J.T.A.) Innerhalb des jüdischen Pariamcntsklubs herrscht noch keine volle Einigung über das oolnisch-jüdische Abkommen, so daß der Zeitpunkt der Ratifiticrung durch den Klub verschoben werden mußte. In der Konferenz zwischen den jüdischen Unterhändlern Dr. Reich and Dr. Thon und den Mitgliedern der polnischen Regierung Ministerpräsident Grabski und Außenminister Skrzynski erklärte sich die Regierung mit der vom jüdischen. Sejmklub gewünschten Textänderung der abzugebenden Deklaration einverstanden. Auf dieser Basis ist eine Einigung der jüdischen Gruppen wahrscheinlich. * Ucbcr die bewegte Sitzung des jüdischen Klubs, in welcher über die zwölf Punkte des Abkommens beraten worden ist, ist mitzuteilen: Dcp. Rabbiner Lewin erklärte im Namen der Agudah-Vertreter, obwohl das Ergebnis der Unterhandlungen mit der Regierung nicht befriedigen könne, wollen die Agudah-Vcrtrctcr ihr Teil der Verantwortung übernehmen, indem sie anerkennen, daß auf sciten der Regierung der gute Wille vorherrschend war, der jüdischen Bevölkerung die ihr bisher vorenthaltenen konstitutionellen Rechte zu gewähren. — Im Namen der Kaufmannsfraktion bemängelte es Senator Truskcr, daß die ökonomischen IWuIatc der jüdischen Ur.völkenmg nicht genügend berücksichtigt worden sind, trotzdem werden die Vertreter der Kaufmannschaft für das Abkommen stimmen. Der Sprecher der Misrachi, Dcp. Dr. Farbstein, führte aus, das Abkommen habe für die jüdische Bevölkerung keinen besonderen Wert. Nicht einmal die Gewährung von zwei Arbeitsstunden an den Sonntagen sei gesichert, da die Annahme durch den Sejm zweifelhaft ist. Auch die Zusagen mit Bezug auf die Revidierung der Monopolkonzessioncn seien problematisch. Im Namen der Misrachi schlug er vor, neue Verhandlungen auf einer anderen Grundlage zu beginnen. Diese Grundlage wäre: Der jüdische Klub stelle keine Sondcrfordcrungcn und bestehe nur auf der Anwendung der Vcrfissungsbcstimmungen gegenüber der jüdischen Bevölkerung. Der Sprecher der zionistischen Arbeitspartei „Hi- Uchdut", Dcp. Heller, stellte fest, daß die jüdischen Unterhändler die ihnen gegebenen Direktiven überschritten hätten, die Vertreter der Hitachdut lehnen jede Verantwortung für die Ergebnisse der Unterhandlungen ab. Dcp. Heller brachte eine Resolution ein, auf deren Grundlage weiter verhandelt werden soll. Diese Grundlage ist: Der iüdfeche Klub steht auf dem Boden der polnischen Staatlichkeit, sieht in der Entwicklung Polens zu Wohlstand ein Lcbenr.intcrcssc der jüdischen Bevölkerung, deshalb strebt der Klub nach innerer und äußerer Erstarkung Polens auf dem Wege der Demokratisierung, einer gerechten Wirtschaftspolitik und der Erfüllung der sozialen Bedürfnisse der arbeitenden Schichten. Bildung und Kultur müssen gefördert, der nationale und Rassenkampf durch Befriedigung der jüdi- *fhen und der übt igen nationalen Minderheiten beseitigt werden. Zum Schluß 'wurde eine Verständigungskommission «ingesetzt, die über eine gemeinsame Formel beraten hat. * Warschau. (J.T. A.) Die ukrainische Presse Ostgalizicns kritisiert scharf die polnisch-jüdischen Unterhandlungen. „Dilo" schreibt: „Der Tag, an welchem der Bündnisgedanke von Reich, Rosmarin, Grabsk'i Glomhinski und Witos geboren wurde, bescheint das Grab der jüdischen Emanzipationsbewegung. Die Punkte des Abkommens sind nichts als aufgeblasene Phrasen, hinter welchen keine Realität zu entdecken ist. Die Assimilation ist tot, es leben die Asiimilatorcn." Das Hauptorgan der christlichen Demokraten, der Krakauer „Glos Narodu", schreibt: „Das Abkommen der Regierung mit den jüdischen Vertretern verpflichtet die polnische Gesellschaft zu nichts. Die polnische Ocffcnt- Üchkeit ist gegen die Unterbrechung der Sonntagsruhe und *ird auch nicht auf die Polonisierung des Handels verzichten Rollen. Herr Grabski hatte keine Vollmacht, jm Namen Polens eine Abmachung zu treffen, diese hängt deshalb in der Luft. Der ganze .Ausgleich' ist nichts als ein Bluff." Das Organ der Deutschen Arbeiterpartei, „Lodzer Volkszeitung", weist auf die Gefahr hin, die die polnisch-jüdischen Unterhandlungen für die übrigen nationalen Minderheiten bedeuten. Gewiß werde die Regierung die Juden gegen die übrigen Minderheiten ausspielen wollen. Die Zeitung schlägt voj, die Klubs der Deutschen, Ukrainer und Weißrussen Jögcii eine Abordnung an den jüdischen Klub entsenden, der aufgefordert werden soll, die Vertreter der Minder-* «eiten über den Verlauf und das Ergebnis der Unterhandiungen zu informieren. * Warschau. (J.T.A.) Der polnische Außenminister 5*rzynski, der im Namen der Regierung die Einigungs- ^erhandlungen mit den jüdischen Parlamentariern geführt hat, begibt sich Anfang Juli nach den Vereinigten Staaten, um fiie Durchführung der polnischen Anleihe vorzubereiten. Das Organ des „Bund", die „Volkszeitung" teilt hierzu mit, f,j-'i1...^L^iii -■'niiCr .. irrfiiV.t i' i i»rtranti.<Mft»MinniiJn.i'iin \T»*a ■ i "»'"'"" iTVrfiiWi daß Skr/ynski von einem jüdischen Parlamentarier begleitet werden wird. Die Anwesenheit eines jüdischen Parlamentariers in Amerika würde die dortige Oeffcntlichkcit — so meint das buudistischc Organ — davon überzeugen, daß Polen seine antijüdischc Politik geändert hat; die Verhandlungen mit den jüdischen Finanzkreisrn würden dadurch glatter vor sich gehen. (Die Meldung der „Volkszeitung" ist wenig wahrscheinlich, d. Red.) Warschau. (J.T.A.) Der Autor des Gesetzes betreffend die Revision der Konzession für den Verkauf von Monopolartikcln, Abg. Polakcwicz, forderte in der Sejmsitzung yom 26. Juni die schnelle Durchführung dieses von dem Sejm bereits angenommenen Gesetzes innerhalb der vorgeschriebenen Frist von 14 Tagen. Bekanntlich umfaßt das jüdisch-polnische Abkommen auch das Konzessionsgesetz, durch dessen Durchführung etwa 35 000 jüdische Familien brotlos würden. Fr» verlautet, die Regierung habe versprochen, das Gesetz vorläufig drei Jahre ruhen zu lassen. \V a r s c h a u. (J. T. A.) Di«: Ziuiilr.ten Warmhaus planten die Veranstaltung eines großartigen Lmpfangsabcnds zu Ehren Nahum Sokolows im großen Saale der Philharmonie. Das Komitee der Philharmonie lehnte es aber ab, den Saal für den Sokolow-Empfar.g zur Verfügung zu stellen und begründete die Ablehnung mit den Worten: „Wir sind Antisemiten". Die jüdische Kot In Wilni Die wirtschaftliche Notlage unter der Judenschaft Wilnas hat sich in der lef/ten Zeit zur Unerträglichkcit gesteigert. Ende voriger Woche haben sich acht Personen aus Verzweiflung über ihre schlechte Wirtschaftslage das Leben genommen. In den Gassen bekommt man jetzt Bilder zu sehen, die an die Zeit der deutschen Okkupation erinnern: von Hunger erschöpfte Menschen brechen zusammen. Bei einer Frau wurde festgestellt, daß sie acht Tage keinerlei Nahrung zu sich genommen halte. Ein sehr großer Teil der Schulkinder kommt, ohne etwas gegessen zu haben, zur Schule. In den jüdischen Schulen wurden Küchen für die Schulkinder eingerichtet. Die jüdische ftol in der Sowjetunion Riga. (J.T.A.) Im Zusammenhang mit den von der Regierung getroffenen Maßnahmen zugunsten der Heimarbeiter (Kustarcn) haben in den letzten Tagen in Minsk, Poitawa, Krementschug, Proskurow und anderen Städten Konferenzen jüdischer Heimarbeiter stattgefunden. Auf der Konferenz in Minsk referierte das Mitglied des Präsidiums des weißrussischen Zentralcxekutivkouutees über die Lage der Heimarbeiter in Weißrußland und führte aus, daß von den in Weißrußland lebenden 447 707 Juden mindestens 150 000 ohne jede wirtschaftliche Existcnzmögliehkcit sind. Für diese muß eine Sicdlungsmöglichkeit auf dem Lande geschaffen werden. Unter die Konferenzteilnehmer wurden programmatische Proklamationen der Zeirc-Zion verbreitet. ii^.iv«i«m^»UHMfaSAr^ Die nationalen Misderheiten in der Sowjetunion Auf dem jüngsten allrussischen Kongreß der Sowjetrepubliken nahm die Minoritätcnfrage einen wichtigen Platz ein. Der Vorsitzende des Zcutral-Exckutiv-Komitces, Ksliain, hielt einen speziellen Vortrag über den Schutz der nntionalcn Minderheiten und wies darauf hin, daß ein Teil der zur allrussischen Föderation gehörenden Sowjetrepubliken die Grundideen der sowjrtrussischen Minoritätenpolitik sabotieren. Kaliain behandelte die Frage ganz im allgemeinen, was durch die Rücksichtnahme 3uf seine offizielle Stellung zu erklären ist. Nach Kaliain nahm der bekannte jüdische Kommunist Larin das Wort. Dieser rückte offen mit der Sprache heraus, indem er sensationelle Anklagen gegen die Ukraine, Weißrußland und die Kiimrcpublik erhob. Larin beschuldigte sie, ihre nationalen Minderheiten, darunter auch die Ru"'.en, zu unterdrücken. „Sie bedienen «ich. verschiedener Zwangsmittel sschädJichstcn Charakters, die man bbß zu nennen braucht, um sie gehörig zu charakterisieren. Larin wies auf, daß in den Sowjetrcpublikei!, Iic,(m:<!<■;:; in der Ukraine, die Minoritäten s p r a c h c n auf gröblichste Weise verfolgt werden. Versammlungen und Vorlesungen seien nur in der Sprache der Mchrhcitsbcvolkerung zulässig. Am schlimmsten seien die Zustände in der Tartarcnrrpublik Krim, wo jüngst eine Verordnung erlassen wurde, dcrzufolgc es den frcmdnationalcn Kolonisten, d. h. den neu angesiedelten jüdischen landwirtschaftlichen Gruppe::, verboten ist, ihre Angehörigen von jenseits der Grenze, d. h. aus dem übrigen Rußland, hereinzubringen! Diese Verordnung, führte Larin ans, hervorgerufen durcH die Angst vor der Verwischung des nationalen Charakters der Krim, schaffe für die Juden eine n o c ii weit schlimmere Lage, als der einstmalige russische A n s i c d 1 u u g s r a y o n , ludern auf administrativem Wege der Mann von d e r F r a u u n d der Vater von seinen Kindern getrennt wird. Die Sowjetwahlcn ergaben stets für die Minoritäten eine kleinere Vertretung, als ihnen ihrer Zahl nach zusteht. Dann berichtete Larin, wie die Minoritäten unter Androhung von Geldstrafen oder Arrest gezwungen werden, Zeitungen, Bücher und diverse Erscheinungen zu abonnieren, die sie überhaupt nicht zu lesen verstehen. Dies sei besonders in der Ukraine eine Massenerscheinung, (n Proskurow, in dem ausschließlich Juden und Polen leben, hat die Ort;.bchördc eine obligatorische Verordnung erlassen, wonach jeder Bürger das ukrainische Blatt bis zu einem bestimmten Termin zu abonnieren hat. Andernfalls drohe eine administrative Strafe von 300 Goldrubcln oder 3 Monaten Arrest. Larin schloß: „Ich hielt es als meine Pflicht, diese Tatsachen zu'Veröffentlichen, damit sich diejenigen schämen, die solche Schändlichkeiten begehen. Sollte dies aber nicht helfen, so wird es nicht nur bei der Beschämung bleiben"... M. G. In Moskau sind vor einigen Tagen 41 Zionistcn wegen ihrer zionistischen Betätigung erhattet worden. Die Mehrheit der Verhalteten gehört der Hitachduth an.

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