Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1857)
- Date
- 1857-02-01
- Page
- – (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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4 piclMi-IIskdöll-Feier Sohn in Israels frommen Häusern und Familien, den nachkommenden Brüdern und Schwestern als Beispiel und Vorbild, ein religiöses, Gott geweihtes und nach heiligen Gesetzen und Sitten eingerichtetes Leben führen. Dazu sollen und müssen die Eltern ihn erziehen. DieS bedeutete die Gvttesweihe, welche die fromme Hanna ihrem Sohne Samuel gab. „Von Gott habe ich ihn erfleht, Gott werde und bleibe sein Leben geweiht." sprach sie. Und was Samuel's Bestimmung war am Altare und im Tempel des Herrn, das ist die Bestimmung eines jeden Israeliten in seinem Hause, seinem Berufe, seinem Leben. Es ist Jeder darin ein von Gott bestellter Priester — auch heule nock. Denn Gott erfüllt die ganze Erde, nicht blos das enge Haus seines Tempels, und nicht im Tempel allein wird Gott gedient, sondern im ganzen Leben. Dem Berufe, welchen uns Gott als Israeliten gegeben hat^ kann und darf sich darum Niemand entziehen. Es ist jeglicher Israelit dafür Gott geweiht, sein Diener und Priester. Der erstgeborne Sohn des Hauses erhält dieses Anrecht und diese Pflicht für sich sowie für alle nachkommenden Brüder und Schwestern. Esau wollte für sich und seine Nachkommen dieses Recht der Erstgeburt nicht, er verachtete es und übergab es an seinen der Geburt nach jüngern Bruder Jakob. Esau liebte die wilde, weltliche Lust, schmackhafte Gerichte/ sinnliche Genüsse und lebte vom Schwerte der Ungerechtigkeit und Gewalt. Jakob'S Lebenßbestimmung dagegen war häusliche Zurückgezogenheit und innere HerzensfrömmkaM; Entbehrung und Duldung war das Geschick, Demuch und Liebe die Aufgabe seines Lebens. Er, der früher verzärtelte Sohn, mußte das elterliche Haus verlassen. Auf der Wanderschaft bildeten Steine sein Kopfkissen, und zu Gott mnßte er beten um Brod zur Nahrung und um Gewand zur Kleidung. In der Fremde erzählte er von sich: „Des Tages verzehrte mich die Hitze und des Nachts rieb mich die Kälte auf. Aber der Gott meines Vaters, der Gott, den Abraham verehrt und de» Isaak fürchtet, er ist mit mir gewesen, er sah mein Leiden und m-m Mühen." Jakob war demuthig; er sprach: „Ich fühle mich noch zu gering, v Gott, für alle die Gnade, welche Du mir, Dei-