Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1857)
- Date
- 1857-02-01
- Page
- – (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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von Dr. Rothschild. 3 der Erleichterung der irdischen Beschwerden, die ihnen GotteS Segen verschafft. Den Besitz von Kindern als Segen von Gott zu betrachten, hat unsre nicht mehr so fromm denkende und nicht mehr so religiös lebende, sondern mehr nach Geldbesitz strebende und nach sinnlichen Genüssen haschende Welt schon längst verlernt. Kinder aber sind den Eltern ein wirklicher Segen von Gott. Und wie für allen Segen, der von Gott kommt, muß auch dafür dem Herrn Dank gesprochen werden. „Ein weiser und frommer Sohn," sagt die Schrift, „erfreuet den Vater, ein gottloser und thörichter schätzt die Mutter gering" (Spr. 15, 20). „Sehet." heißt es, „Erbtheil von Gott sind die Kinder, sie sind's, womit er seinen Frommen lohnt" (Ps. 127, 31. Aber mit seinem Segen Hat Gott allen Besitzern, denen er solchen verliehen, auch Pflichten auferlegt, die sie zu erfüllen haben. Wie die durch Gott an Erdengütern reich Gewordenen gleichsam die Hüter göttlicher Schätze sind, über deren Besitz und Verwendung sie Gott Rechenschaft geben müssen: so ist auch allen Eltern in ihren Kindern ein himmlisches Pfand übergeben worden, das sie treu zu behüten und zu bewahren haben. Den Eltern ist damit die Pflicht der religiösen Erziehung ihrer Kinder auferlegt, um sie vor sittlichem und leiblichem Verderben zu schützen und des zeitlichen wie ewigen Heils theilhaftig zu machen. Israels Lebensaufgabe ist es gerade, seine Söhne und Töchter nicht für verweltlichende Zwecke, sondern für ein religiöses Leben auf Erden zu erziehen — gerecht, sittlich, fromm, gottesfürchtig und menschenfreundlich. Dazu ist Israel für sich und die Wker berufen. Den Völkern hat Gott gesagt: „Israel ist mein erstgeborner Sohn" (Eroo. 4, 22) uud zu Israel hat er gesprochen: „Weihet mir jeden erstgeborenen Sohn unter euch." (Erod- 13, 1). Denn Israel vor Allem und als das erste unter den Völkern soll ihnen das Beispiel und Vorbild eines religiösen und frommen, gottesfürchtigen und gerechten, sittlichen und tugendhaften Lebens abgeben. Dazu hat der Herr Israel auserwählt und berufen. Seinen crstgebornen Sohn hat er es genannt, wie wenn eS gleichsam das erste Kind wäre, das Ihm geboren, dessen Leben Ihm geweiht sei. Und so soll immer der erstgeborne