Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1857)
- Date
- 1857-02-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Wtter nir Rechten noch zur Linken, war, von beiden gesäubert, und seiner rechten ursprünglichen Gestalt' zurückgegeben werde. Die Neuzeit bat ein neues Vlatt im Buche der Menschen- .'Mttble umgeschlagen. Was die Weisen und Redlichen in der letzten HMe de^ vorigen Jahrhunderts nur schüchtern anzudeuten wagten..wird heute von allen Dächern gepredigt. Unter Jenen war M. M e u d e s so bn der erste, der die Tren n u n g von Kirche und Staat forderte. Dieser Forderung nun hat unsere neuere Geschickte Gewähr geleistet, und aus ihr eine Grundmarime ibrer höheren Ztaatsvkonomie gemacht. Mit dieser Gewährklsiung u"! zugleich der Mensch in sein ihm lang vorenthaltenes (?rbtöeil, seine Geistes sr ei he it, wieder eingesetzt, und und d'.S ist eben die Flammenschrift, die, als Rubrik des neuen Hesäuchtsblaltes. nach allen Punkten des Umkreises unseres humanen Lebens ihre Ttrablen ausgesender. Dem ewig freien Gedanken ist das freie Wort nachgefolgt! Ohne künstliche Schranke bewegt sich überall, wo der Geist der Wahrheit und die Liebs zur geistigen Freiheit waltet, das lebendige Wort, der ätherische Leib des Gedankens. Mag er noch, wie ein frisch gehobner artesischer Brunnen, vielen Schlamm aus den tiefmmreu Erdschichten mit heraufspülen: er wird sich dennoch — d^S kann nicht fehlen? — von solchem Schlamm reinigen, und einen Qusll reinen Geisteslebenszu Tage fördern, um die schmachcende Erde?u einnicken, und mir neuem Leben zu bekleiden. Und?'o möge es dem stillen Forscher vergönnt sein, aus seiner reichen Wallung ein kleines Rinnsal abzuleiten, um seine eigene« Fluren zu berieseln, und sie zu neuen Erndten zn befruchten. — Den» ein großer, reicher Gotrestisch ist allen, die da hungert und dürstet nach Rechr und Wahrheit, aufgedeckt und zubereitet; Alle sind eingeladen zum göttlichen Male, und Alle sotten gesättigt aufstehen! Wir dürfen wohl kaum auf erhebliche Einrede zu stoßen fnrchtsn, wenn wir unsere Verhandlung als Ariom voranstellen: daß, so wesentlich der Mensch ein Geist ist, eben so gewiß seine reinste und höchste.Ae ußerung sich im Gesetze des Geistigen gestalten und erhalten müsse. Das Wesen dieser Gestaltung besteht aber darin: daß sein Handeln, als Aeußerung seines Seins, nur der getreue wahre Ausdruck dieser Getstesnatur sei, ein Producl seiner Gesinnung und freien Selbstbestimmung zur That. Ist demzufolge das vevnünftige Denken sein erstes Motiv, so ist sein sittliches Wollen das zweite, aus dem ersten viren abgeleitete. Sein reines Denken ist der Grund seines freien Handelns.