Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1857)
- Date
- 1857-02-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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44 Die hzuSkichtn Cer«m»nirn überhaupt den Vorzug. Die Anschließung an Pen gemeinsamen Gottesdienst ist für die spät Eintretenden stets religiöse Vorschrift gewesen. Ties;n erzielen, ist aber eine Unmöglichkeit, wenn der eine Theil kein Hebräisck versteht und dentsch betet. Es ist demnach eine Notwendigkeit, daß Jeder hebräisch verstehe, denn nur das Verständniß des Gebetes bedingt und erwirkt Andacht und Anstand, Ruhe und Erbauung. Aber es erscheint auch ebenso nothwendig, da für die ganze Masse der überlieferten hebräischen Gebete das aligemeine Verständnis nickt mehr erzielt werden kann, daß deutsche Gebete dafür an die Stelle treten. Nicht nur die Zahl der mit Andacht, auch die Zahl der überhaupt Betenden wird immer kleiner in Israel. Wem denn wollen wir das ererbte Gut später überliefern? Die Predigt macht nicht in allen Synagogen einen integrirenden Theil des Gottesdienstes aus, und wäre cö so, und bliebe auch das Interesse dafür lebhaft vorhanden, sie macht den Gebetcultus nicht entbehrlich. Es muß daher für einen cvnstanren Theil deutscher wie hebrälscher Gebete und G e s a n g e Sorge getragen werden, die sä mm tN ch und für Alle den Anforderungen in Betreff der Verständigkeit wie Anständigkeit des Gottesdienstes genügen. Das Verständniß der Gebete ist nicht bloß ein nochwendigcs Bedürfnis), sondern eine religiösgesetzliche Forderung in Rücksicht auf (andächtige Gesinnung) ohne die jegliches Gebet wirkungslos und auch ungültig wird. Das einfache „Amen" bedingt schon rellgions-gesetzlich eine Recapitulatiyn des bezüglichen Anhalts. Ruhe, Ordnung, Anstand, Würde sind bereits lange in Israels Synagogen vermißt worden, und wo sie wiedergekehrt, sind sie polizeilich erzwungen oder durch das Verständniß des Gottesdienstes erzielt worden. Ueberall aber möchte in dieser Beziehung noch Vieles zu thun und zu wünschen übrig bleiben. Wie sehr aber Verständniß der Gebete und Anstand und Würde des Gottesdienstes sich bedingen, davon haben wir ein lebendiges Bild und Beispiel in den christlichen Kirch-n. Der katholische Cultus, dem Volke durchaus unverständlich wegen der lateinischen Sprache und mehr ein Cultus der Priester, als des Volkes, welches nebenher privatim sein Gebet verrichtet, bietet auch in Betreff des äußern Anstands, der Ruhe