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Der israelitische Volkslehrer · 1857-02-01 · Heft 2 (Februar 1857) · page 3

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 2 (Februar 1857)
Date
1857-02-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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und die des?löM,-?aböll inSbes. 43 Da hilft's nicht, daß gerufen wird: „Sernet hebräisch". Gewiß ist dieKenntniß des Hebräischen nöthig. Aber damit allein wird die Ignoranz nicht beseitigt und gehoben, nnd das Interesse für das Iudenthum nicht erweckt und wach erhalten. Ich rede nicht einmal durchaus für die Entfernung der Piutlm, und, so sie beibehalten werden, ist auch dafür sprachliches und sachliches Verständniß dem Volke nöthig; (aber freilich kaum zu erzielen. — Red.) Es ist gar manches Brauchbare unter den Piutkm, gar Manches, was am Festtage nicht entbehrt werden kann. Gewiß soll das Hebräische beibehalten werden! Ich mag es nicht auf wenige Sätze, oder auf das beschränkt wissen, wofür ausschließlich die hebräische Sprache religions-gesetzlich vorgeschrieben ist. Laute Gebetstücke, von dem dienstthuenden Vorbeter vorgetragen, oder Gesangstücke, die vom Chor oder der Gemeinde gesungen werden, können, sollen hebräisch beibehalten werden. Nicht um der Schönheit der Sprache willen fordere ich das. Ich leugne sie nicht, aber für das Volk, das den inneren Sprachgeist doch selten erfaßt, ist dicß nicht das Wesentliche. Ich verlange es vielmehr so um der historischen Anknüpfung willen, die dadurch bewerkstelligt wird, der traulichen Klänge wegen, die darin für uns ertönen, und des allgemeinen Zusammenhanges wegen, worin dadurch die gesammte Judenheit erhalten wird; Vorzüge, die nicht zu bestreiten smo und willkürlich nicht aufgegeben werden können und sollen. — Aber gelingt es denn, die sprachliche Masse des gewöhnlichen Siddur mir zu bewältigen? Gewi», es wäre wünschenswert!), daß es anders wäre, aber die Unmöglichkeit ist ein Faktum, keine vereinzelte, sondern eine allgemeine Erscheinung und eine nicht zu leugnende-, aber auch nicht zu ändernde Thatsache. Der ganze Stoff des hebräischen Gebetcultns, von den Piutim nicht zu reden, sondern selbst das Siddur nicht einmal, kann bei dem Umfang des übrigen Schul- und Hausunterrichts, bei den nothwendig gewordenen Privatübungen in weltlichen Künsten und Wissenschaften bewältigt werden und konnte es für das weibliche Geschlecht schon lange nicht mehr. Der Gottesdienst soll aber nach religiös-gesetzlichen Bestimmungen ein gemeinsamer sein. Das Gebet in und mit der Gemeinde hat stets 4»

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