Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1857)
- Date
- 1857-02-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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42 Die häuslichen (>eremo,ncn überhaupt Haltung von Israels Heiligthum zu thun. Die Einen, mit Blindheil geschlagen, riechen mit zelotischem Eifer zur Fortführung des Kamrftö. zur Rücksichtslosigkeit gegen die obwaltenden örtlichen llmstanve und zeitlichen Verhältnisse, wichen keinen Finger breit von dem herkömmlichen Recht oder Unrecht. Die Andern, klarer und kluger, riechen zur Nachgiebigkeit, zur Fügung in die unabänderlichen äußeren Verhältnisse, so weit sie nur das innere religiöse HsiUglbum Israels unberührt ließen. Ja sie glaubten dies gerade dadurch nur retten zu können. Die zetvtische Partei behielt öbres stürmischen Eifers wegen die Oberhand in jenem Streite, aber das Heiligxbnm Israels unterlag damals im Kampfe gegen den äußern Feind. Rom's weltliche Macht zerstörte den Tempel und untergrub Israels Selbständigkeit und Reich. Die Machr? welche ver Hang zur Welt ausübt, bedroht auch jktzl wieder das Heiligthum Israels und seinen Bestand. Die religiösen Kämpfe der Gegenwart gelten seiner Rettung. Sie wird aber schwerlich durch den zelotischen Eifer der sogenannten Altgläubigen, um nicht zu sagen: Rechtgläubigen (orthodox) bewirkt, die in Allem, was alt ist. das von Moses Vererbte und von Gott Offenbarte, das allein Wahre und Richtige erkennen, und die — man vergleiche die jetzige» Zustände in Berlin — immer noch in der Festhaltung an Unvollkommenheit und Unordnung des Gottesdienstes und gottesdienstlicher Verrichtungen im Hause, wie in der Synagoge, als den Zuständen Israels in der Zerstreuung am besten entsprechend, und am meisten die Sehnsucht nach dem frühern Glänze Jerusalems wach haltend, eine Erfüllung des jüdischen Gesetzes erblicken. Vor Allem muß inneres Verständnis, und äußere Anständigkeit den religiösen Uebuugen, Formen, Handlungen und Zeremonien wiedergegeben werden. Dann wird auch das Interesse dafür wieder erweck: werden und überhaupt die Begeisterung für die Religion Israels wiederkehren. Dies alles aber wird bei der großen Masse des indischen Volkes zu sehr vermißt. Es fehlt zunächst das Verständnis? der religiösen Formen, darum werden sie auch nicht mit Anstand, weil nicht mit Interesse, geübt. Sie gelten Keinem, was sie sollen, dem Einen gar Nichts, dem Andern Zucht das Rechte. —