Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Rundschau. 39 55 Aus Württemberg. Sie wünschen zuwttltv E vas Uber uns« Vaterland zu vernehmen. So gerne ich Ihrem Wunsche willfahr^ mochte, so sann ich doch keine G-fchichte machen und bin lch zum Schweigen verurthtilt. wenn die Geschichte schweigt; denn außer der m vvng?u Monate in Eßlingen abgehaltenen Gründungsfeier des israelitischen Waisen- Vereins, wovon Sie bereits Meldung gethan, hat sich bisher in rvdus Zuä»ieis Nichts von Erheblichkeit zugetragen. — nisterium die Unzulänglichkeit der gegenwärtigen BesoldungS^Quoten auSeiilanderacsetzt, und soll das Ministerium seine Bereitwilligkeit zu erkennen gegeben haben, bei der nächsten Etats-Periode eine höhere Erigenz für den iSrael. Cultus Behufs der betreffenden Besoldungs-Aufbessttung zu bewilligen. Das Neueste ist ein so eben eingelaufenes Decret, die Besch »e idu»g betreffend. Da dessen Inhalt den Lesern des Volkslehrers von Interesse sein dürste, so theile ich Ihne» dasselbe abschriftlich mit dem beigeschlossenen Gebete mit. (Wirb dem nächsten Hefte einverleibt werden. — Ned.) — Die PensionS- und UnterrichtS-Anstalt für israelitische Knaben in Bucha« am Federsee. ,u welcher sich die im Zahr 1850 errichtete Elementarschule des Herrn Rabbiners Güldenst ein umgestaltet und erhöhet hat, iiimntt. dem Vernehmen nach, einen günstigen Aufschwung und ist derselben unter der Leitung ihres sachverständigen und gewissenhaften Unternehmers ferneres Gedeihen zu wünschen. (Auch uns ist Herr Rabbiner Güldenstem seit einer Reihe von Jahren als ein sehr schätzbarer College, und ein auf theologischem wie pädagogischem Gebiete strebsamer Mann und vertrauenswürdiger Erzieher vortheilhaft bekannt, so daß wir die Hoffnung aussprechen dürfen, daß die ihm anvertrauten Söhne, außer der nöthigen Schulbildung, eine religiös-sittliche Erziehung empfangen werden. Wir wünschen daher auch unserseits seinem Unternehmen, worüber sich tüchtige Schulmänner auf's Günstigste äußern, eine proSpenrende EntWickelung. — Ned.) - Aus Nordstetten, Berthvld Auerbachs dorfgeschichtlichem Geburtsorte, berichtet die Horber lZhronik: „Unser sehr verehrter Mitbürger, Herr Or. Berthild Auerbach in Dresden, der durch seine literarischen Werke eine seltene Berühmtheit erlangte, verdient auch wegen materieller Wohlthätigkeits-Werke gerühmt zu werden. Die hiesige Gemeinde hat schon mehrfache Beweise der allgemeinen Menschenliebe und besonderer Anhänglichkeit des freundlichen Dichters genossen, was man dessen Bescheidenheit willen ^u berichten unterließ. Eine Thatsache aber verdient, weil sie so moralisch erquickend erscheint, in weiteren Kreisen bekannt zu werden. Aus Veranlassung der neuesten Schrift Auerbachs erhielt dieser eine Zuschrift anonym nebst 50 preußischen Thalern äs äaw Wien den 2. Dezember 1356, also lautend: „Ihr Barfüßele hat mir so unendlich, so innig wohlthan, daß ich gerne den Barfüßeln auch wieder wohlthun möchte. Um auf irgend eine Weise diesem Gefühle Ausdruck zu gebe», erlaube ich mir Ihnen inliegende kleine Gabmit der Bitte zu übersenden: dieselbe >uv Bekleidung von Dürftigen ganz nach Ihrem Ermessen zu verwenden." Der edle Verfasser des „Barfüßele" schreibt an einen Freund, dein er jenen Bnes gesandt.- -'Nun will ich Dir eine Freude mittheilen, wie ich noch leiten eine im Leben erfahren....." ,M'/I eigenthümlichen Pietät wird nach erzählter Thatsache hinzugerügt: „Solche Wirkung .st mir eine Herzstärkung, wie es keine mächtiaZre geben kann, und noch letzt fühle ich mich in tiefster Seele beschenkt. Der