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Der israelitische Volkslehrer · 1857-01-01 · Heft 1 (Januar 1857) · page 33

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
6 (1857)
Issue
Heft 1 (Januar 1857)
Date
1857-01-01
Page
– (sequence 33)
Language
German
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übtr das Neligionsbuch v. Vr. Auerbach. 33 Bestimmungen m nuee nachzuweisen.--S. 95, beim Gebete, wird dasselbe anempfohlen „nach notwendiger thierischer Verrichtung." Wir fragen jeden Pädagogen, was soll ein Kind bei diesem Ausdrucke sich denken? sind Essen, Trinken, Kauen, Schlukken, nnd andere, auf das sinnliche Leben sich beziehenden Functionen nicht auch thierische Verrichtungen, und pflegt Herr Nr. A. auch noch diesen NA' zu sprechen? In der Anmerkung dazu wird das Kind sogar dringend ermahnt: „verschiebe solche Verrichtungen nicht!" Wenn es mm den Lehrer fragt, was damit gemeint sei? in welche Verlegenheit wird dieser versetzt, und wie lächerlich wird dadurch die Religion den Kindern dargestellt! Ist es wirklich an der Zeil, dergleichen schmutzige Dinge in ein Neligionsbuch zu setzen? Bezügliche Observanzen haben sich bei unseren Vätern traditionell fortvererbt, und die Keuschheit der hcbr. Sprache gab den bemäntelnden Ausdruck her. In der jetzigen Zeit aber, und in deutscher 'Ausdrucksweise, setzt man die hohe Majestät der Religion dadurch ebenso herab, als Hr. Auerbach sein Buch mit dem Fluche deö Lächerlichen belegt, wenn er S. 71 deutsche Kinder den dummen Satz lehrt: „Entblößung des Hauptes wird als unanständig betrachtet bei Mannspersonen I" — Man meint wirklich, diese Leute seien gegen Thorheit und Lächerlichkeit mit einem eisernen Panzer gewappnet! — Wir wären begierig zu erfahren, ob Herr Or. Auerbach, wenn er Regierungspersonen begegnet, aus purem Anstand das Haupt bedeckt hält? oder ist es blos von Juden gegen Juden „unanständig," das Haupt zu entblößen? ich glaube, Herr A. wird diese Reverenz, wenn sie ihm recht fleißig gemacht wird, „selbst unter freiem Himmel" gemacht wird, recht gnäviglich aufnehmen. — Wohlgemerkt! es ist hier nicht die Rede vom „Veten mit bedecktem Haupte," sondern von der Entblößung des Hauptes im Allgemeinen- Ein Citat hiefür hat Herr A. freilich nicht einmal im Sonuloksn ^ruvk gefunden; das angeführte 75) beziehet sich nur auf Frauen, während Herr A. glauben machen will, es beziehe sich auf das Verbot der Kopfenthüllung überhaupt. Ja, einer der größten jüdischen Gelehrten deö Mittelalters (^-un) erklärt geradezu (vgl. ölnKLi, ^dl'iUutm 8, 3) selbst das Beten mit bedecktem Haupte gründe sich auf kein religiöses Gesetz c^NN -^0 "NO^ ^d?) sondern auf eine Sitte der Ueberfrömmtgkeit NNQ). — In unserer Zeit uun dergleichen im Allgemeinen gewaltsam herbeizuziehen, aus der Nichtentblößung des Hauptes gar eine Anstand Sregel zu fabriziren, das ist ebenso unsinnig als eigenmächtig. Was gar Herr A. von der Bedeckung des KopfeS „unter freiem Himmel" faselt, ist uns eil, wahres Ra'thsel; wollte er den NaS- VII. 3

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