Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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das alte Lehrbuch v. vr. Auerbach. 29 einmal damit die von Dinier abgeschriebenen Lehren von der Vorsehung, den Nebeln, der Vergeltung u., und man wird leicht finden, wie die von Dinier geborgten klaren religiösen Vorstellungen durch die aus dem Midrasch genommenen wieder ins Nebelichte und Dunkle gebracht werden; hier Licht, dort Finsternis. —Schließlich dürfen wir über diesen Punkl folgende Bemerkung nicht unterdrücken. Nach dem Talmud versteht man unter den „Guten" solche, deren Gesetzerfüllungen die Übertretungen numerisch, wenn auch nur um eine, übertreffen; unter den „Bösen" diejenigen, bei denen das umgekehrte Verhältniß stattfindet, und unter den „Mittelmäßigen" diejenigen, bei denen die guten und bösen Werke netto gleichzählig sind. Sinn vergleiche man diese, von Beschränktheit zeugenden Begriffen mit der aus Dinter entnommenen Definition: (S. 209) „sittlich gut ist derjenige, welcher den redlichen, beharrlichen und allgemeinen Willen hat, immer recht und gut zu handeln. Wem dieser Wille fehlt, ist sittlich böse." Hier kömmt es also auf die Jtensivitäl des sittlichen Willens an und, entgegengesetzt der talmudischen Ansicht, nicht auf die Zahl der äußerlichen oft nur ceremoniellen Handlungen!-- Ein anderes Beispiel welch eine Sorte von Religion dieses Buch lehre, findet sich §. 91: „Nicht nur schwere oder geräuschvolle Arbeit," heißt es da, „oder körperliche Anstrengung ist (am Sabbath) verboten," sondern überhaupt (Herr Auerbach beliebt sich „gleichsam" und „überhaupt" sehr unbestimmt auszudrücken)': Pflügen, Säen, Dinge (!) vom Boden (!) abrupfen, zusammenlesen; Windschaufeln ,c., das Brauchbare aus dem Unbrauchbaren lesen (!); Melken; Flüssigkeiten ausdrücken, aussaugen und als solche auffangen; Dinge bearbeiten durch Schlagen ic., Schälen ,c. Trennen!c. Schmieren (Pflaster), Pappen j Spinnen; Hecheln, Zerfasern, Weben, Webfaden aufziehen, Durchschlingen, .Herausziehen, Färben; Bauen ic. und was diesen Arbeiten auch nur entfernt ähnlich ist. (Welch eine Redeweise, um das Gewissen der Kinder mit dem Phantome einer unbegrenzten Sündhaftigkeit zu schrecken!) Ferner Scheeren, Haar ausreißen (sollte wenigstens heißen H a a r e) flechten oder lösen: Nägel abtrennen (!) Nähen. Löchern. Waschen, Falten, Ausreiben; feste l!) Knoten machen oder lösen, Liniiren, Schreiben, Malen, Auslöschen; Kneten, Backen, Kochen, mit Feuer umgehen, (daS erleuchtende Feuer würde sich allerdings des Umgangs mit solchen Finsterlingen schämen!) wie Lichtanzünden, -putzen, -löschen, bei Licht lesen, (beim Lichte betrachtet, ist freilich diese Religionslehre unhaltbar!) von einem freien (!) Raum in einen geschlossenen, oder umgekehrt oder 4 Ellen im Freien Etwas (!) bringen oder werfen; über 2000