Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 6 (1857)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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Ei» neues Wort über gi«Mt wird, insofern diese sich nicht bis zum Versöhnungötag „«stllch bekehren.« Diese Erklärung kann sich, da im Pentateuch vntz den Propheten keine Erwähnung davon geschieht, auf nichts Anderem, als auf die bekannte Agada im Talmud gründen: 'LI O^NA .WVN ^2 PNNSZ V^SV »Drei Bucher Warden am Neujahre geöffnet: das der Frommen, das der Gottlosen und das der Mittelmäßigen. Die Frommen werden sogleich zum Ztbkn, Hie Gottlosen sogleich (!) zum Tode eingeschrieben und die WjMlMÄßiZen bleiben schwebend bis zum Versöhnungstage; thun Ke bis dahin Buße, werden sie zum Leben, wo nicht, zum Tode verzeichnet." lttoscti-IIssenali» 16, 2.) — Eine Agada aber ist eine auf individuelle Anschauung sich gründende Ämplification, Paraphasirung, beliebige freie Auslegung einer Gchrlftstelle, aber nimmermehr eine „Quelle" von MsMMWrMen. die man in ein Religionöbuch aufnehmen könnte! H. BZdinger hat auch in sein Religionsbuch die Erklärung des Neujahres als Gerichtstag aufgenommen, ist aber so ehrlich, diese als traditionell darzustellen und bleibt beim Allgemeinen. Herr U. aber geht, als wäre er selbst mit zu Gerichte gesessen, wenn über die Nichtswürdigen Procedur gehalten wurde, in Specialitäten deS göttlichen Gerichts ein und veranlaßt obendrein die Täuschung, M wenn dieser Charakter des Neujahres Hemateuchisch wäre. Anderseits verstößt er auch wieder gegen die Agada, indem diese den Wfen keine Frist bis zum Versöhnungstage gestattet! — Mit diesen und ahnlichen Lätzen eröffnet Herr A. ein Feld von, wm ittzendlichm Gemüthe höchst nachtheiligen Zweifeln, wovon «r einer hier stehe: Wie ist eS mit dem, der sich einen Tag Esch des? VtrsohnungStage bessert? in welches Buch würde Herr B., der mit GerichtSscenen so vertraut ist. diesen einzeichnen? Me KSnde es mit seinem Schicksale*)? — Nun vergleiche man *) Auf der, eigentlichen Unsinn der Stelle hat der geschäzte Einsender gar m cht avsMtrsazn gemacht. Herr Vr. Auerbach nämlich lehrt, Gott be- ««Me am RevjahrStage „die Zukunft der guten und bösen Menschen. lAssfern diese sich nicht bis zum VersöhnungStag ernstlich bekehren". Also Ne Vest-Mmsng ihres Schicksals am Neujahrs tage ist eine bedingte, -mV zwar ist sie von einer Bedingung abhangig, deren Eintreffen in'eine spätere Zeit verlegt ist. Bekehren sie sich später, dann wird ihre Zukunft vorh-r nlchk bestimmt; und warum nicht? ist ihre kinschreibung tum Leben keme Bestimmung ihrer Zukunft? - Dann ferner: Bekehren sie sich bis z«M VkiioluiAngStasie nicht. Hann wird ihre Zukunft am Neujahr ja be- ^!«! ^un ye nch nm: zwischen Neujahr nnd Versöhnungstag dennoch n 51 « Und welch -in frevelhaftes Spiel MU V«M Amte der Provinz! - O'^NV I'ILMV 'v^ - Anm. d. Red.